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Full text of "Illustrirte Zeitung 133 ( 1909), Teil 3 Von 3 ( NOV DEZ 1909)"

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I < 'f f», l i ’ i • r"-) r '.?n 

Nummer 3462. Hundertdreiunddreißigster Band. 4. November 1909. 


Verlag von J. J. Weber in Leipzig, Reudnitzerstraße 1—7. 


A. A. 


Go gle 


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®e[d)id|tsliteratur. 

Brfprodjeit oon Dr. $ait, $. {ydatolt, Srcobfn. 

Deutle 

©onOsf ar^öger. 3ngwei8änb«n. GvfterBanb: 
©is 311m {ffiejtfälifchenjjricben. 114 Abbilbun* 
gen unD 7 Harten. ©tünchen, G. £». ©cctfd)e ©et* 
lagsbuttjtjanblung (Osfar ®ed). <&eb. 7 A 50 
Ohne 3a>eif«i ifft es ein ©or3ug bes Alters, abgeüärte 
Urteile ju fällen. Soldes ftcl)t namentlich bem Unioerfal* 
hiftoritet wol)l tut. Ob aber and) unter allen Umftänben 
einem, ber eine jo unb jo Dielte beutjdje ©cfd)id)te |d)reibt? 
Da oerlangt man bod) bringcnb nach bev eignen, perfön- 
Udjen ©ote. Dicfe fehlt mir hier 311 oft. Sclbft in Den 
(Einzelheiten hält 3äger nicht überall ©tief). So lefcn wir 
auf G. 147: „3n ©om fid) Albevid) Der f>errfd)aft 

bemächtigt. Sein ©ruber 3ot)nnn XI. war ©apft feit 932 
({oll heilen 931), unb et behauptete fid) in feiner Stellung 
bis 311 feinem lobe, einunbawan3ig 3nt)re lang“ (gemeint 
i{t nicht etwa, wie wohl jeher 3undd)ft benlen wirb, 3o* 
l)ann XI., fonbem Ollberiei), ber fid) übrigens bis 954 be- 
hauptete!). {Ruprecht oon ber ©fal3 foll oon 1401 bis 1410 
regiert haben, obwohl er bereits im Aufluft 1400 gewählt 
worben war; bagegen wirb III- {Regiernngsjeit 

(1440 bis 1493) auf S. 402 unbercd)ttfttcrrocife um rin 3ah* 
oorbatiert. *3)« zweimalige I^apsu« calami auf G. 513 
(ßabislaus ftatt ßubwig) läßt and) tief bliden. Atas bem 
Seit an Drefffidhcrheit uttb Sd>romig traft abgeht, Das hat 
ber ©erlag, unter anberm con Dr. ©la* Memnierid) treff- 
lich beraten, burd) eine gebiegene 3lluftrierung 311 erfeßen 
gejucht vnb oerftanben. ©uc bic Harten |tel)en nicf)t gan3 
auf bet £)öhe. 

DU Anltar im Übergänge 09m net»i«}«h"t*w H*m zwanjigftrn 
3a&rhnnbert. 

Bon O tt 0 £ e n n e am 5R h ü n. („Allgemeine S ult ut« 
gefd)i<hte oon ber Urzeit bis auf bie (hegenmart ". 
91d)ter ©anb.) Öetp3ig, Otto A3iganb ©exlagsbud)- 
hanblung C5. m. b. f). 20 Sogen. 10 A. 

Sine gebrängt e ttberjidjt bes SBidjtfgften aus bet großen 
unb ber fokalen ©olitit, aus Sitte unb {Religion, aus 
Äunft unb $Bi|fenfd)aft. Die 3 l datnmen|tellung 3engt 
unaweifelljaft oon umfaffenber ©elefenheit, wenn aud) 
natürlich mattdjes, lebiglid) o«mt Ittel abgelefen, ftfjief 
regiftriert ift. So erfüllt f>ane ©letjers „Deutjdjes ©olfs« 
tum* (S. 280) einen gemj anbern 3®ed als G. s>. ©legers 
„Deutjdjc ©oltefunbe". Daß ^armsioortljs „Histoiy of 
the World* 1 (S. 284) nur eine (©otabenc: unantorijieTte) 
9leuaufmad)ung ber englijdjen ubetfc-tpmfl meiner „Stclt- 

S efd)id)te" ift, hätte £>enne am fRtnjn nicht überleben follen. 
luf S. 286 lies ©ilbafjoto, auf S. 287 Seraphim, auf 
6. 288 Ced)6li ufto. Aber |old>e Äleinigleiien tun ber 
©üßlidjlctt bes ©anjen leinen (Eintrag; benn bie Auswahl 
ift {ehr ge|d)idt getroffen unb benidfid)tigt Dinge, bie 
man anberswo nicht au lefen befommt. 

»fidblicfe. 

©on Dr. 3f r h r * D - ®Httnad)t, Höntglid) ßBürttew- 
bergifdjem Staatsminifter unb SRiniflerpräft* 
benten a. !3). 9Rit bem Silbnis bes ©erfaffers. 
Stuttgart unb ©erlin, 3- ®- CEottafcljc ©ud)f)atib* 
lung fHadjf. 10 Sogen. 2 A 50 A. 

Samern uttb btt SBlebtraufti^tung bts Deutf<hett Wtidj*. 

©on ©tof. Dr. ©. o. fRuotlle. ©erlin, ^ermann 
3Dalther ©erlagsbndjhanblung (S. m. b. ^)., 1909. 
23 Sogen. (5eb. 6 Jt. 

$as wertoollere oon beiben 9Ber!en, bie lid) mit ber 
Gntjtehung bes 2)eutfd)en©ei<he5be|d)äftigen,ift entfdjieben 
baa gweite. ^Denn obwohl niemanb, ber ben genauen 
§ttgaug ber t>inge 1867 bis 1870 Tennen fernen will, an 
bet ©erteibigung ®?iltnad)t& oorbeigeben Darf, |o reicht 
bod) fein h«nt erlaff enes 3Berl nicht an feinen *35oppelbänbet 
„(Btinnerungen an ©ismard“ &r bcfchränft fid) 

hier im wcfentlichen auf eine ©olemit gegen ben württem* 
herglfthen Htiegsminifter 0. Sudow unb auf bie atlerbings 
nicht unwichtige ülubeutung, bafj h°<hftchenbc tarnen unb 
Tuffifchc fiittflüffe nicht nur ©arnbülets ©tiiT^, fonbem 
aud) bie entfdjeibenbe ©Jcnbung in Den ©etfailler ©er* 
hanblungeti (11. ©ooember 1870; S. 136) hMbeigeführt 
haben, ©uoillt bagegen optriext wirllirf) mit neuem 
SJlötetiäl. Gr l)at 's auf bie ©opiete Oon Gcr^aq abgefe hen. 
©Oie fteht '8 bamit? ®& waren bies ©ebeimarten, bie bei 
btr SDegnahnic bes bem ©Unifter Gugen ©ouhcr gehörigen 
Sdhloffes Den 3)entfchen (17. CDioifitnu ©tofehef.iög oon 
©ledleuburg) in bie ^änbe gefallen waren; ba fie unter 
anberm oertrauli<he Horrefponbengen aus bemfübbeut{d)en 
fiager 1865/66 enthielten, würben fie oon Sismard bei 
ben ©erfailler Scrbanblungen feit ©litte Cltober aufs 
felnfte -Detwertct, ohne bie Segnet bireft 311 lompromittleren. 
*I>ie Slrt unb ©)ei|e, wie JHuoille ben Inhalt ber überaus 
wichtigen $otumente retonftruiert unb (auf ©. 281) auf- 
räblt, ohne fie gefehen 3U haben, ift famos. Das (Tianae 
lieft fich wie ein jpannenbee Drama. 

Sefchichte bes ©la^toerfalls bev Iflrfel bis Grtbe bes ttttut- 
ichttten 3ahrhnnberts anb Die ©hafen bet v otientaIif(htn 
grage* bl« auf Me ®tge«iPart. 

©on Hart fRiitero. Sar. ©Jien, ©lans. 34 Sogen. 
8 Jt 50 

9lbg«fd)lojfen im Oftober 1908, alfo nur wenige 9Bod)en 
nach ber ©erfaffungsreoolution ber 3ungtürten, bifbet bas 
Garfd)e ©ietf einen auoerläfjigen burd) bie mectjjel* 

uollen <&e|d)ide unb w 3ufölle M , bie bas Dsmanijche Weid) 


im neunaehnten 3ah r h^nbert betroffen haben. Gs gibt 
nid)t oiele Sucher, aus Denen man bie innere (5>cfd)id)te 
ber Dürfet fo genau fennen lernen fönnte, wie aus biefem. 
©ielleidjt hätte ber WeformoeTfud) oon 187G/77, troh feiner 
Hür^e U nb Unfruchtbarfeit, ein wenig ausführlicher be- 
sprochen werben tonnen. Die bod) [rf)on im £>crb|t 1908 
erfennbarcu Strömungen innerhalb bes 3M^9 t ü r i cn tams 
hätten ebenfalls eine anbeutenbe Serürffidjtigung in einigen 
3eilen oerbient. 3cbenfall9 aber liefert aud) Sax ©eweife 
genug für bie Beobachtung, bah ^ er W fww{e Wlann" am 
©olbenen öa T a < in < 3 ä bifil«it auf weift, bie fein Gnbe 
Durchaus nicht mehr als unmittelbar beuprftehenb proph«* 
jeien Iäfet. 

General ««ropotfln: Mtmolien (Die fiehren bes Wafftfä* 
3 apanif«htn Hritgts). 

Wlt einer (Einleitung oon Oberft a. D. Widjarb 
(bäbfe. 3roeite ©uflage. ©erlin, ©onbij. 

36 ©ogen. (&eb. 12 Jt. 

Sine Selbftredjtfertigung (in ©eftalt bes oierten Sanbes 
Des ,,©ed)enfd)aftsbcrtd)ts an ben 3 at « n ")- Kriegs* 

minifter, bei ©olitifer unb ber Hritifer fprid)t t)ier — 
überall offen unb ehrlich? — fc«ne Grfahxungen oor 
unb in bem Hrtege. Die inneren ^ufamnten hänge ber ruHi- 
f^en Wicberlagen tocrbni blo&gele gt; mand) ernftc ßch« für 
bie Solbaten unb Gtaqtsmänner aud) an betet Motionen, 
läftt fi<h baraus entnehmen. Mur in einem ©unfte oex- 
mag uns Huropatlin nicht ju überaeugen: fRuftlanb hätte 
lebiglid) ben fehler begangen, ben mörberifchen {Riefen* 
ramof in bcmfelben ©ugcnblid 311 beenben, wo bic ©lög* 
lichteit au fiegen einer ©idjerbeit gU'id)getpmmcn fei. Das 
mangelhafte GTjftent aber war nidjt im ijaabumbrehen au 
önbem. Dafe cs Sjcutc bamit wefcntlid) giinftiger ftebc, 
oermögen nur imoerbcjferlid)e Optimiften 311 behaupten. 
So wirb bie ©erteibiguug in ber £auptfad)c aur Selbft» 
anflage: eine tragifd)e 2l5cnbung, aber oerbient. Solche 
ffiüd)er gleichen weithin lot)enben 'lüarnungsfanalen. 
r v<ü(h ntavwv\ 

Die heutige geltarttUevit (mit ©ohrrldlonf), 

31)r {Material, tcd-)nif<t)cP>ilfsinit:tel, Gd)icfiocrfohxcu f 
Crganifation unb DaftiC. ©on W osloten, furupt» 
mann unb ©nttrricd)cf im ©linbenfchcn rVelönnil- 
letiorcgimcttt 9lr. 58. 3« au*ci ©ätiöeu mit 285 ©b- 
bilbuugcn. ©erlin, W. Gif cnfdjmibt. ©rofd). 12 .H. 

Der Warne bes Wutors ift auf artilleriftifchem ©cbict 
nicht unbefaunt unb Dürfte allein bereits für bic (hüte 
bes ©ebotenen bürgen. UlUc bic irüheren Werfe bes 
^anptmanns WosEotcn, bas 1906 crfdjicncnc ©ud) übet 
„OJJobentc ^elbranönon“ unb Die evft im 3^tct‘Qr 1909 in 
3weiter Sluilage heran sgegebene 9lbl)anblung über „©to* 
Derne (>clDl)a»Dihen M , fo acidjnct fid) aud) bic jetjt oor* 
liegenbe, bie heilige 3clöartillcne behaubelnbe Arbeit 
burd) gröfttc Gacl)licl)fctt, burd) oorurteils freie unb überaus 
flare Darftdlungsiwifc aus. 28c 11 n im ©orwort hcroor* 
gehoben wirb, bag „bie ©ewaffnunn ber ^elbartillericn 
Der ein reinen Ginnte 11 mit mobernen Wohrrüdlauffan oucn 
bis auf wenige fflusnahmen bectröet ift“, bnf) „auef) für 
ffelbhaubittcn unb ©cbirgsgcfdultjc bas Wohrrüdlauffpftem 
überall gejiegt ho tM » fo Üc<lt cs nahe, an jene nod) gar 
nicht au weit hinter uns liegenbe 3cit au benlen, öa ber 
ftampf um bas neue Softem cinfchtc, tmö ba in Dcutftb« 
Ianb gana befönbers bic Sll)c*mfd)c ©ictallwaren* «nb 
3Rafd)inenfabrit Dafür eintrat unb fid) bemühte, ihm 
©cltung .yu pcrfdiaffeu. 3n {Rr. 3022 Der „Mtuftrirtcn 3ei* 
tung“ »om 30. 9Jiai 1901, alfo oor nod) uid)t acht 3al)* 
ren, würbe bic Ülufmctlfamrcit wnferct ßefer auerft auf 
biefe ©erhältniffe geteuft, bie bann jahrelang bas all* 
gemciufte 3ntcrejfc für fid) in ©ujpTutf) nahmen. ')6äl)renb 
su jener 3«“it oon oielcn Dcchnifem unb ^ariylcuten bas 
©ohttücfIauffr)ftcrtt als nid)t triegsbraud)l'ar bezeichnet 
würbe, ift es ictjt für unferc JVelönrtilleric angenommen 
worben, unb niemanD wirb es mehr wagen, bie alte, {tone 
Gporenlafctte ber ©ohrriidtauflafette oarauiiehen ober 
bie Schilbc als entbehrlidi, ja wol)l als frijäblich au 
bezeichnen. ff>auptn»ann Mosfotcn hat Den umfangreichen 
Stoff, ben ex feinen ßejem bietet, nid)t uad) Staaten, 
fonbem nad) ©efdjfitateilen georbnet, unb .yioar in ber Hirt, 
bag ,Vttläd)ft bie 6>cfd)fitjrol)re, bann Die ©crfdjlüjfe, Die 
{Rohrrüdlaufeinridjtungcn, bie Schilbe, bie {Ridjtuorrid)« 
tungen ufw. ber einzelnen fiänbev behanöelt werben. Gr 
bevüdfidjtigt Cjierbei aber and) ganz hefaubers bie 'flrtoat* 
inbujtrie, bie cnlwcbcr in leitenber Stellung bie oer* 
|d>iebc»ien Neuerungen einführte, ober bie, Durch bie ©er- 
hältniffe gejwimgen, Deraltete formen aufgeben unb, 
wenn 3toar aud) in manchen ftälten nicht ohne SBibet» 
ftreben, ben oon anberet Geile gegebenen Anregungen 
folgen muhte. Als ganz befönbers wertoollc ©eigaben 
jinb bie Äapitcl über „Ürcffcn unb Sd^cBen**, über 
„Organifatiöit unb SDlunitiönsausrüftimg* unb enblid) 
über „Dattil" au bezeichnen. Der auxite ©anb bes aufjex* 
orbentlid) bcmerlens wetten ©udjes bringt bic trefflid) ge- 
wählten unb tabcllos ausgefübrten 2lbbUbungen. H! 

Silber aus 3iallen. 

fianbfd)aft, ©auhrnft, Öcbe«. Düffclborf, Harl 

{Robert ßangcwiefcfje. Hart. 1A 80 
3u ben ,,©ried)ifd)en ©ilbwerlen“ unb bem „Stillen 
©arten“, Die heute Veibc im fcchaigftm Daufenb oorliegcn, 
haben fid) als Dritter ©anb ber „©Seit bes Schönen* bie 
„©Über aus 3taticn“ gejellt. Sie umfaffen hunbertoieo 
■unbjieb3!g Auf nahmen beutfeher Amateure unb bieten 
barin etwas gan3 Neues, in bie 3uhii\ft 2Ueifenbes. So 


weit ich feb*n fonn, ift h«r 3um erftenmal ber Amateur- 
Photograph gefd)laffcn unb mit (Erfolg bem ©cnifs- 
Photographen gegenübergetreten. Mus gntt3 uatürliehen 
C&rimbcn war für Den IcMem ber ©egrif) „Gchcn&würbig. 
feit“ bas 2lusfd)laggebenbe. 2ln jtille, unbefannte Orte, 
bie Der breite ftrembenftrom unberührt lief), oerfd)wenbete 
et nicht gem 06311 oiele ©latten, bann wäre ber Mbfat) 
fraglid) gewefen. Die mröernc 3cit brad)te eine oer* 
tieftexe Betrachtung Der Ncijeubcn. 'Bieten ift heute Dte 
„SehP«6ioürbigTeit“ an bie ßioeite Stelle gerüdt, währenb 
an erfter bie Stimmung eines Crtcs ftel)t. 2Bic Diefer 
oertieftcrcn Betrachtung Die Juimhme ber Amateure unD 
bie Steigerung ihrer phototcd)nijd>en ßciftungsfähigreit 
zugute tommt, 3<igen Die „Bilbet aus Otalien“. Selten 
hat wohl t* 0 m,r Durd) Anfd>auuiig fo tief in Die 
Stimmung eines ßanbes h'neingefül)rt wie biefcs, bas 
aus Der f^reuDe am Schönen t)* rrtu * geboren ift unb bem 
©enuife bienen will. Darum wirb uns öiefee 'll>crf fdjon 
nad) locnigeu iagcu fo lieb unb wert, unD bas ift bas 
eigentümlich ^wingenbe an ihm — es will nidjt ergehen, 
nid)t belehren, foribern nur erfreuen. Damit gibt es uns 
etwas, Wtc wir es btaudjen für Den Mampf, für Die 
©lufjeitunöiMi nach ber Arbeit Des alltäglichen ßebene. 
Gs ocrlangt reine ©orlülbimg, leine Vorbereitung. (Es 
ift {clbcr ftarf genug, \u uufeven fterzen 311 fpred)en, aud) 
wenn fie noch unruhig fiub uom ßänn bes Dages. Anb 
Deshalb wüitfdje ich ihm bicfelbc weite Verbreitung, wie 
fie bic „©ried>ifd)cn ©ilbiucrfc" unb ber „Stille ©arten“ 
gefunben haben- Xic 2lusitnttung ift gebiegen, wie immer 
bei bcu ®üd)erii t'angcwiofdjes, unb Der ©reis ja ntebrig, 
bafe feiner Die geringe 2lusgabe ju fdjeuen braucht. 

$an& HfrieDrich. 

Onbifche gtahrten. 

©on 3of- hlmann. 1. ©b. ©on ©efing nach 

©enate*. 403 G. 9RH 195 ©ilbem, 62 5afeln unb 

einer Harte. 2. Sb. ©on Deljli nach {Rom. 456 S. 

©Mt 279 Silbern, 59 Dafein unb einer Harte. 

ftreibtirg i. 'Br., ^etberfdje ©etlag*bud)l)cmblting. 

(heb. 23 A. 

Dct Serfafkr biefe« SDerfe«, ber auf bem ©cbietc ber 
3nDologte feit langem tätig ift, hat auf feiner brelführigen 
Seife burd) gan3 3nbicn fowie burd) Gl)ina un^ r^apan 
oor allem bie tiefeiufchneibenben ©roblcme Der i jlajiati* 
fdjen Hultur an Crt unb Stelle zu jtubieren gejucht. 
Sein umfaiigreid)e& Sud) ift Deshalb baju gcfchaffcn, ba« 
3ntercffc weiteftet Hreife 311 befriebigen, um fo mehr als 
Darin zugleich ßanb unb ßcutc Der bereiften ßänber, befon» 
Der« aber aud) bie jo eigenartigen Hunftbenfmäler 3nDien« 
unD Oftaficm cingchenb behanbclt werben. Der ©cichtum 
Des 3tii)älts, Dte große ;-fal)l Der burd) Den ©erfaffer jelbft 
erfunbeten ©rooinaen unb ßanbf (haften wirb fdjon Durd) 
eine 3«imnmcufte(Umg einiger IfbcrjdjTiften ber oierzig 
Hapitel bes ©ud)f« flar: „Gin Ausflug nad) Hambobjdja“, 
„Streifjüge Durch 3a^Q w . Deufmäler Der fVürjten- 
lanbc“, „Bangfof“, „Halfutta", „Beuares“, „Auf Den 
fluten bes ©änges“, „An ber Schwelle libcts“, „Born* 
bat)**, „Dehli“, *3n Den öclientcmprln", „Durch Das 
{panbfchöb'', „Agva“, „Am 6)rabe chriftlidjeT ^>eroen“% 
„Die Hönigsftäbte oon Gerjlon". Das mit größter Sorg« 
falt au&gcwählte Dlluftrationsmaterial uiadjt bas aöerf 
3U einem Der retdjjt illuitrierten Dcutfdjen Bücher über 
Önbtcn. ©eibc Bänbe enthalten 3ttfammen nicht weniger 
als 474 ©Uber. 

3n Dev Jfrembett legten. 

Grinnerungen unD GinDrüdc. ©on Gxwtn Stofen. 

Stuttgart, {Robert ßutj. ©rofd). 5 A. 

Die lebten 3 a h rc h^Dcn eine bcbcutcnbe Anzahl Me 
3 uftänbe in Der fran3öft|ch<m ^rembenlegion betxeffenber 
SchilDerungcn oon ehemaligen Angehörigen Diefer tnerfwür- 
bigen Sanbertruppe Der Mepublif gebradjt. Atenn aud) bie 
meiften biefer ©fidjer ihren 3mecf, abjdjredenb su wirfen 
unb weitern 3 uflnfe 311 jenen {Regimentern «in3ufd)rärt« 
fen, erfüllen mögen, fo tragen fie Doch oft unD in 
auffälligftcr © 3 eife ben Stempel ber llbertrcibung an fid). 
3 d) h^e felbft (üdegenheit gehabt, öfjcntlid) über G>egcn- 
bett unb ©erhältniffe fprethen au muffen, bie ol& 3^höter 
anmejenben früheren ßegiondren red)t wohtbefannt waren; 
wieberhölt aber bin id) hierbei and) gebeten roorben, allau 
bra|tijd)cu Schilberungen in Den oon folcheu ßcgionären 
gefdjiiebenen ©iidjent nid)t näherantreten. Gin ßcgiotiSr, 
ber in feinen oielgelefeuen Darftellungen eingeljenbe Mo« 
tijen über allerlei Hämpfe gebracht hat, oeniet mir, Dafj 
er tx>äl)renD Der Grpcbition OrDonnanz im Offtziersfafino 
gewefen fei, unb ein anöerer, Der angeblid) als CiP3ier 
mit feiner Hompagnie weit in Das innere oon {Marotte 
oorgebrungen fein wollte, war bei ber ft-remDcnlegion 
felbft gänzlich nnbefannt. Das ergaben nxntpftens {Rach* 
forfchungcn einer franzöfifdjen wirfenfdiaftlidjcn <&efell* 
jdjaft, Der an Der HIarlegung gewiffer 3 rrtümer gelegen 
war. 3 « folrfjcn aweifclhaft 3U bewertcnDeu Gractign\i(<n 
gehört ba« oorltegenbc ©ud> nicht, cs zeichnet jid) otcl* 
mehr oor jenen in oortcilljafter ©leife aus. Gs ift ruhig 
unb objcltio unb Den ©crhältnijien in richtiger ©Seife 
{Rechnung tragenb gejehriebeu unb Deshalb 3U emp fehlem 
©lcid)tuot)l finb einige 3 rriümer feftjuftdlch, fo Die Gr* 
lläruug Der ©ezcichnung .,ta* ble*i^‘*, fo Die ©ch rtu Vt un g» 
Dah bie Difzipltit ber ^reinbenlegion eine „perfettc", ber 
Der Dcutfd)cn Armee überlegene fei. tfjättc ber ©erfaffer 
je Die grojje GicDeluttg oon Ca StiDia lernten gelernt, fo 
würbe er nicht ber Anficht fein, bah öfl» bcutjd)c Glement fich 
nnteT ben in Algerien oorliegenben ©erhältniffen occwifche. 

Oberftleutnant ©übnex. 


CDl< SUufttirtc ätftung twrf nur ln ber ffieftaft ln ben fflerttbt Qcbradil roetben, Itl ber fie jur 9lu&gobe aclanpl Ift. 3 tbe ^Derctnbcrunn, audj bas QkUegcn oon Trncftadjen irgnibirtlcftfr 71 rt, Ift unterfaet unb 
ttirb ßerldjUid) Dtrfolflt. BTlt 3uftnbunflen tcballiontlkr «rt |inT) an bic Wcbattion ber 3Ilu(ttirten 3eitunq in Ccipiiq, {RcubnigerltraBc 1—7, alle anöcren 3ufenl)unfltn an bie CbefcbCftsf teile ber OUultrirtm 

3eimna, ebenffllls in fieipjiji. .tu rieten. 0 f I ^ i D 0 I ffOm 


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emb« 4.4 190, b, Ilias tricte Zcib 7 H ' E I -öfftÖ d ^AT E UNIVERSITY 




lltuftrirtfZfitUiig 

2Beil»na(f)t5=tHn5etgcr 


«> o tri) 400 «is «. aiiuiirine :w«un. i«>«. ^ ^ 2ci W9' 4. Sloocmber 1900. 

9lr. 3462. 1 33.23ö. fTfiino.s>ami 8.426,1; bet einer Jto(tan|toIt für 28.41 portofrei. tfnjflprtl* finrr 

Ungarn 9 K 94 h. SdjTOdi 10 Fm. 85 0*. 3n Den übrigen VilaCctn 6« 'HJeltpo^aerrmo <rf ol jt bi* l ö * V fftnfpnbung brr 3nicrote IpSteU™ 1 4 la fl e *öf ffrf<f>pinpn 
-tu 3nfpriion 9fl ebflljrpn betrag filr bie einfpaltiflc flonpatfiUe.ieili? ober btrm Saum 1 .4 60 <V auf sfttm mit reDattumeiient ifxi — 



$. ©. (Sotta’Me Q3ud)l>anblung ^a^folget in Stuttgart unb Berlin 



Jn unferem Tktlage crf«f>ieneii: 


0d)iller3 

0ämtltd)e Qöerfe 



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3la<f> fcee JMarmcrbDilc ®oit Danncdcr 


3n 16 33än%en ©rofcöfta» 

3*1 3krtinbung mit 

?ttd'art> Jcjicr, öuftap Rcttnir, Sllbcrt ftöftcr, ^afab ?Kirtc»r, ftultua <$«t<tfen, <5rid> 
Gcbmibt, Oslar SBalyrl, ?\icbarb Jöeifjcnfcb berausgegeben von (Sbuarb pph ber $dlcn 

frei« für hot 3*an&: Geheftet l 3Kuvt 20 ^>f. 

$n teinmanh gelungen 2 ^iarf = 3 !l ftalbfranj gebunben 3 3Kart 

Xic linttci irtic Siitulnrj'Jluegabc tann umnvii! toolljtöiiDiß in 16 SMinbcn auf rinmol 
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hervorragende Gelehrte, unter bcncii die ersten Citcrar- 
historiker Deutschlands, Österreichs und der Schwei} pertreten 
fiub, ipirfteu unter einheitlicher ?kbattion ytfammen, um butch 
gediegene, aber durchaus gemeinverständliche Einleitungen und 
HnmeTkungen allen benen y.i bienen, bic nach tieferen eriiiblirfcn 
in bc& Dichters 3öerlc u>ie in feine UKertftatt oer langen. 


Der Cext beruht auf pöllig fclbftänbigcr, sorgfältigster Kritik 
ber gefamten Überlieferung. 

Die Husstattung ^eiebnet ficb burct> vorjügliches, starkes 
Papier unb gross« deutliche Schrift aus, unb bet im Verhältnis 
nun Dargcbctcncn überaus wohlfeile Preis ber einzelnen Vdtibe 
ermöglicht es icbcm (ScHlbctcii, iieb in ben ber Säkular- 

Husgabc yi fekeit. Sie dieses Hamens würdig gemacht }u 
haben, war für die Cotta’sche Buchhandlung, die das Ver- 
trauen des Ccbenden genoss, eine Ehrenpflicht gegenüber dem 
grossen Coten. 


3lu$yige <ui$ ben Stimmen ber Svvitit 


— Tip Salitlar SIik'(uji e Set Somiliditn Wette 2 eb L I Ina m 

1« tauben im Go II afitiru rlapr I fl cm lunrbiqcv' i'kiuudiid 

tu bei bortfelUft ittiiii (ml tricn Wiiritfflitefluir lött batrn 
birt PuMirti tiHt tuHildu* (£bitum IhT b«» betulil'r <wiu» . fine 
»0l«l)e, bic nid*t nut bliTi) TdnilPC •4 i «U*innbi(»felt luiirbia'if 
Kuolintl min. fanbcni amrti birnli Itittiitn (HrbicflnUicu niiötnirü 
{ctlätcnbc len au& ber ,Vr6t r b< ro»rrciflrnbrr ,««dllru!f iwti 

Bei nllru «ne IbiiIi rrfaniUrn aiiffaditifl Um Tilkmtntmnr« 
Wfilicrliae btull&Mt WrtffcriputlfiU’t» unb „mifimibiflci t*obii* 
lanmi-" iw Kflru Sinnr. — — 

Ar di m für bo* Stublnm bri nrntTf» ^irraitirn 
t)ionnrd)»ct(»i 

— ift Ift eine bniiti unb burli loltbr, flcbteneiir niiJflatic, bic 

a lie» in aliciti ivobl am flceiftuclftrii Ul, brn bentidictt Sititlle r 
(nt baa trUrx bcnnltrttC be*«ifd»e vau# \n fleten 

fiunnwait liUuutim 

— Xif idiBMlie liirnmfibr Wabe beo cdnUrriabmj id btr 
2a(uiac > niu'(\al’c bec ,Virnui liotl.i, Nie nt ibWH wriüa- 
liitirn UinlriliiiiflCN eme n«n}c lOibti Bibel von ■S8*H»flTa.(il)ii.ii 
über «Änllet ttmflt unb let bem biUineii Vm* bic lucitrltr ** 11 ; 
tnUnnn PClbient. Xif ^Tiautcmnnen »w ben cm idnrn Weilen 
fmb bao ndit. io a# btebet an bciattiflcnt ecb«icn reiubc 

9 be«l«fl- DabTf',brtldit (ripiipi 

— a» BBtncbnier tliia*l«lliiiifl biete« b«e feA)r|n Wanbe rnieu 
niellaä fleTPii«ifli*n Teri Weldjec 2«mme nbiiotoailtbcx Hlcin 
fliveu bielex T«r‘ enbflüdid« «Mialt nerbaufi, bietbi bem 
Vrfcr iwrboxflfii, ba rein« Vexicldmifle bei abnwiäenben V*»- 
arten bie «ubfabc l elalien tourflfw Tte »im octldiifbenen 1%. 
lehnen liantineubcil CfintetlHMflcn imb«nmeilunneii bet eliuelncii 
Waitbe wotten bie «Tflrtmiffc brx nnielten ,roxiau«a einem 
BXBfiCXen 'ViUMifuni venmiiein, iruiften abet autl» bem IMlcror» 

blfinriret nelebrunfl unb »urcgiittfl. 

9eit(«r Hunbrnan (feTlIin 


— Ta^ flflniefiM t'ebeuiri in jeber öluiidiiriueiNiilierlcihiuifl 

5ct f or(|f a iiiji rrnibiette Icri bari oU' «il»ioli« towfl arllrn, 
unb mue. roa« bic 2(tnUerl»xfrtiiiii,i au tftftcbnd'cn iivbev ae- 
Uililll. ilt nt Afbieariier .Votni Mt i.v Sncunbe bicnHI'fti aeiiiadil 
Xer ocTlinlinuMn mcbti^c 'Occio wirb liaÄeitlli.4» aiifli b«|n 
l’ciixanrti, bei fliiafiabc bie weile tlrxlreitunB tu li-tiem, bie tie 
biititiaiio i»f(bte in Oeulfdiee Ueiba- nnb 0«l. ilreub. 

S»aal*anirlntr Otrlln- 

— t«>»r b«l*eii ben rinjelnrn 'J anbeii uleidb imifi ibcem ^riAeineit 
cinnrbrnbr ^ciprrilmn neu newibmet unb ieauibfii baxwm tu um 
•ntLr bao allarinrlttc Pab \ii n'iebevbolfu. bin' bie aimriirttia bea 
ippblfriirn Steifer ev*iaunlni| IrtioneaukeTeHnoiiaii unfltKrtietil 
Tiriri 2iitiilax« , Mu«aal'C rcuiiLi« «lex. ba *ir KOI i'Bllenbei «<i 
Ulli» fnti bn rdi alte leilucbii ii ! .inbe ftletl amien Iftftl.Cin .iii'«"«»»»" 
fflflciibco ^oti bprtiHen Vatro mib <ccnbl*lier H"Oimmunft if.v 
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landschaften eine Quelle reichsten Genusses bieten. Da diese Sondernummer bald vergriffen sein dürfte und die Anferti- 
gung eines Neudruckes ausgeschlossen ist, so empfiehlt sich umgehende Bestellung. Einzelpreis der Nummer 1 Mark 50 Pf. 

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Professor Dr. Hans Meyer 

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Kartenbeilagen und 56 Textkarten, Profilen und Diagrammen 

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drucke in Passepartouts im Formate von 54 * 44 cm. Preis in Mappe 30 M. 

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papier gedruckt. In Künstler- 
leinen gebunden 7 Mark 50 Pf. 

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Vorwort. Geschichte, moderne 
Bewegung, Wesen und Ziele. Vor- 
raume. Empfangs- und Gesellig, 
keitsräume. Speisezimmer, Wohn- 
zimmer. Veranden, Wintergärten, 
Gartenmöbel. Arbeitszimmer, 
Kinderzimmer. Schlafzimmer. 
Wirtschaftsräume, Küchen. Ver- 
zeicbnisderKünstler. Sachregister. 


Deutsche Heimkultur 


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'jedermann, der an der neu teil lieh m 


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Ausstattung von Wohnungen mitiuwirken 
hat, an Hand jahlreicher wohltrelunee- 
ner. teil* Farbiger Abbildungen einen 
Überblick über das Beste geben, das in 
drn letzten Jahren auf dem Gebiete der 
Innenausstattung geleistet worden ist, 
und zeigen, vle die Forderuhgen der 
Gesundheit Schönheit und Bequemlich- 
keit un Heim erfüllt werden können. 


Probeabbildung aus ,,Die Wohnung der Neuzeit“. 


RHelngold: Rheingold. Freias 
Garten. Nibelheim. Walhall. — 
Walküre; Hundings Haus. 
Der Walkürenritt. Wotans Ab- 
schied von Brünnhilde. — 
Siegfried: Waldweben. Der 
Drachenkampf. Erweckung der 
Brünnhilde. — Götterd&m- 
merungj Die Nor n tu. Wotan. 
Siegfrieds T od. Schatten zog der 
Mannen mit Siegfrieds Leiche. 


H ermann Hendrich, dessen 
Name infolge der durch ihn 
veranlass ten Gründung der Nihe* 
lungenhalle zu Mainz jetzt in aller 
Munde ist, hat mit diesem stim- 
mungsvollen Bilderzyklus ein 
Werk geschaffen, das nicht nur 
jeden Wagnerverehrer entzücken 
muss, sondern auch jedem Freunde 
deutscher Kunst und deutschen 
Heldentums eine Quelle reichsten 
Genusses bietet. 


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Die Worpsweder. 22 Kunstholzschciitte nach Gemälden, 
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Srf)ill€r. SSon ©erwarb d. ßfigelgen. 

t®« Crniinalfltmaib* befinbet f.dj Jr«t im (Jo^fK-SHuItuin ju jjrontfurt a. JR.) 


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886 


Snuftrirte 3 c ^ un 9 - 


5 Rt. 3462 . 4 . ^oocmbcr 1909 . 


m 


Stillet als fojialet Dieter. 

Won Vrof. I»r. Ilj»o SomittMlnb. 

kenn ich mit benfe", fo Jcfjricb einjt bet fünfunb* 
Wjroan 3 ig jährige £d)illcr au feine ntütterlidje ftreun* 
"bin ftrau v. ©3oljogen, „Dafe vielleicht in buubert 
unb nteljr 3 a b TCni , *»cnn mein Staub fd)on lange ver- 
webt ift, man mein Anbeuten |egnet, bann freue id) mid) 
meine« Didjtcrberufes unb uerfoljvc mid) mit ©ott unb 
meinem oft harten ©erhängnis.“ Auberthalb Jahrljimbcrte 
oollenben fid) am 10. ©ooembet, feitbein fein «luge fidj 
bern. Sonnenlicht öffnete, unb bas beutfehe ©olt in allen 
feinen Areifeu feiert unb fegnet Das Anbenlen eines feiner 
geliebtefteu, ebelften Söhne. Hat er bod) aud) unferer 
©egemvart nod) unenblicf) viel 3 u fagen, unb ba« nicht 
allein bem ©eift unb bem ©emüt bet einjclneu, fonbern 
oot allem unjettn ©olt, unfemt Staat unb unjeter mo- 
bernen ©cfellfdjajt. Unb banun geboten Stillere SUerfc 
ebenfo in bie ^ruutbibliothctcn bet ©eichen wie auf bas 
jd)lid)te ©ücberbrett ber Dachjtubc bcs Arbeiters; ber 
©oll&wirt unb ber Staatsmann, ber fficlefjrte unb ber 
©eiftlid)«, bet ©ärger unb bet ©aucr, „ein jeber gel)t bc* 
fdjenft nach Haus". 

Die große SBeltaufgabe, bie bem Ausgang bes neun* 
Junten unb bem «Infang bes awanjigfien JahrhunDcrts 
lugefailen ijt, liegt in bem 2 Borte „Soziale f^rage“ bc* 
|d)lo||tn. tts gilt, einen Ausgleich ju finben jiüifdjen ben 
iHölfengcgcnfä^en, bie ber neujciilidje Awllurfortfdjntt 
gezeitigt bat, unb Öen beredjtigten Gebens- unb ©efell* 
faa ft sanfpxüdjcn eine« burd) ©eiftesbilbung erweiterten 
©olfstreiic« volle ©enüge ju gemäßen unb 3 u getoinnen. 
©ei joldjcn Kämpfen unb Arbeiten ift aud) unferm 
emfigert unb nüchternen ©ejdjlccljt frriebricb Stiller ein 
unentbehrlicher ©unbes» unb ftitfsgenoffe, er, bet beutfrfje 
ft> 3 iale Sichlet im eigentlichen Sinne, beffen Ditbtmerfc 
nidjt wie bie öoethes eine ffiefteiung bcs Didjtcrs vom 
eigenen «Tlebnis bc 3 roedten ( fonbern ein Stücf jojia* 
let 3 eitge[d)id)te zur Dcuftcllung unb GÖfung bringen 
wollten. 

©inem engen, aber ehrenfeften unb finnig- gemütvollen 
beutfdjen Sürgcrhaufe entftammtc ber junge Schwabe, 
beffen inneres Geben als bann burd) bie gefd)idjtlid)cn (Er- 
innerungen be* ©JalDjtäbtchens Cord), burd) Hof- unb 
2hc°tcmcibcn ber fRefibenj ßubwigsburg unb enblid) 
burd) bie eijerne miltlärif<be Difjiplin ber Stuttgarter 
Aarlsfcbule feine eigenartige Prägung erhielt. 3e mehr 
hier fein t)rr«i t&gefat)[ gclnebelt toutbe, um fo in- 
brünftiger tlammeile es fid) an bie ABcjen&fraft ber 3bcale, 
wie fie itjm in ben Sd)nfien antifer unb altteftamcnHid)er 
Denier entgegentrat Gd)On Damals befd)öftigte ihn, ge* 
nät)rt burd) mebiäintfdje unb pl)t)fiolog\|ct)e Stubien, ber 
Wampf mit Außen* unb Umwelt, ber lßiberftreit jwifdjen 
©eift unb ©iaterie, ber zeitlebens ber Wngelpunlt feiner 
3B«ltanf<hauung unb feines bramatifd)cn Schaffens bleiben 
follte. Dürd) bie befleminenbe Dreibbausatmofpbäre bes 
fürftlid)en Abfoluliemus binburd) fog er ben erfrifdjenbeu 
Gufttjauci), ber von fenfeits bes tRljcines unb oon ienjeits 
bes löeltmeers hetöberftrömte, tief ein in feine brennenbe 
Seele. $)er ältere ftaniöfifd)e Sojialismus, ber bie fehler- 
hafte Organifation ber ©ejcllf<haft für ihre Übel peraut- 
wortlid) mad)tc, iRouffeau, ber ber «trage «ad)fann, ob 
Aultur unb ©lud ibemi(d) todten unb bem Wenjchen bie 
Wüdfehr 3iir ÜUatnr als SRüdtehr 3 ur urfprüngUcfjeu ©fite 
unb ©leichhcit anempfahl, unb ber amerifaitifche Jreiheits- 
Eampf, in bem ein iugcnblid)cs SolCstum bas panier ber 
Btenf eben rechte aufpflanjte: alles unb jebes werfte in bem 
äufeerUd) fo ohnmächtigen Aarlsfctjüler ben ©ebanten, bag 
nur bet natürliche 9Jlenjd) toahthaft frei, unb betfe biefer 
berechtigt fei, bas 9Jlenfd)beitsred)t an ber fdjulbigen ©e- 
fellfdjaft 3 u rädjen. „In tyrannoe“ mürbe jum OTotto bes 
flammenben ^Jct|bebriafcs, ben ber Ginunbjaxmjtgjäbrigc 
tn feinen „aidubern" gegen bie Ungerechtigteit bei heftd>en- 
ben |o 3 ialen Ctbnung fdjleubcrte. ©eroiß, ber feurige 
beutfd)e *Did)terfö.ngling fdjricb mit biefetn lei&cufrfjaft- 
lid) auffchäumenben Srftlingsbrama auf feine 5Bet[ecin©or- 
fpiel 3 u ber gewaltigen Staatsumroäljung, bie in Öraat- 
reid) ben alten Staat 3U ©rabe trug unb ein neues 
frtantreid) mit fokaler ©leichhfit |d)uf, unb er behanbelte 
ein joviales Problem oon glcid) ergreifenber iplajtif, wie 
es febon eitift einer ber gebantentiefften antilcn Ttama- 
tifer, Sophofles, in feiner „Antigone“, iit bem lirama 
bes 3wicfpalt5 3wifchcu göttlicher unb menfdjlicheT Sahung, 
geftaltet l)«tte. ?lber ber IRäuher DCJloor, bet erhabene 
©erbrechet, ber burd) ©cfctjlofiglcit für bie ©efetje, burd) 
ffireueltaten unb SKorbbrennerei für bie natürliche ©üte 
ftritt, oerlörperte bo<h noch bas 3beal einer mifeoerftan- 
benen Freiheit, bem fommuniftifchen Ülnarchiftcn oon heut- 
zutage oergleidjbar, ber mit feiner ©ropagan ba ber 2at 
eine «Irt ©uerillareoolution für bie 9Jlenfd)enTcd)te ju ent- 
feffeln [trebt. Unb es war cntfd)ieben teine ausrcid)cnbe 
Sühne |üt ben IHäuber, ber mit Unheil igen ©litteln für einen 
heiligen 3®cd focht, wenn er fid) unter bem 3®ang unerträg- 
lichen perfönlidjeu Ceibes enblich znleht bet ©efcllf^afts- 
orbnung unterwirft, bie er zeitlebens befehbet unb vertreten 
hat. $cm dichter felbft brachte [ein oon ben 3eitgenoffcn 
enthufiaftifch begrüßtes SBerf feine §>ebf<hra. (Durdj bie 

K oort Stuttgart nach Mannheim entjog er fid) ben 
atten bes ^ohenasperg, aber er oerlor, wie er felbft 
fd)r«ibt, „fein ©aterlanb, um es gegen bie grofjc SBdt 
einautaufcheu". 

3 it eine größere SBclt ols bie „fHäuber" mies benn 
auch fein 3 weites ©rama, bas er tnähretib feines .ftoei* 
jährigen ‘©lannbeimer «luFenthaltes unter bem Schatten 
Der Dortigen $>of* unb ))iationnlbül)nc pollenbcte, ber 
„fjiesfö". «licht um tnbiüibuelle Freiheit, fonbern unt 
politijehe Orreiheit fflmpft bie ©erfd>wörung ju ©enua, 
unb fie entrollt ein fafj bareres ftrciheitfrlbeali als «s in 
ben w 5 Räubern" auftaud)te, ein politifdje« Sufunftsibeal, 
bas fchott einmal perwirllictjt war unb in ben 3 cit*n alt- 
römifchcr ©ürgerhcrrlid)feit ein gan 3 es ©oll mit Araft 
unb ©ebeihen beglüeft hatte. So ganz »on tiefftem $»er 3 en 
war ber Dichter ber „fRäuber" freilich nid)t bei (einem 
neuen Stoff. SUlit «led)t h«t man barauf hingeroiefen, 
bah biefes „ republitanifdje Irauerfpiel" bod) im 


©runbe nicht« anbere« fei als eine Satire auf bie 
©cpublil — leife fd)on Hingt ber Don an, ber fidj 
fpätec im „Cieb oon ber ©lode“ jum »ollen ©Horb ent* 
wideln follte. 

Dem „Tepublifanifdjen* folgte ein „bürgerliche s" Drauer- 
fpiel, ein „fokales“ Drama voütben wir heutigen es 
nennen, unb 3 um erftenmal begegnen wir Dem ©egen- 
fa^ oon ©orberfjaus unb Hinterhaus, ben bann biefe 
mobente Dramengaltung auf ber Sdjaubühne eingebürgert 
hat. Dort bie ©Jilltür bes fürftlichen Defpotisnuis, bic 
Sdjurfcrei eines biabolifd)ert ©Hniftcr« unb feinet feilen, 
wurmftid) igen Hanblanger, hier bas ©ürgertum bes acht- 
jehnten 3ahrl)wnbert« , nach Dugenben unb Gd)a)äd)en 
bas edjte ftinb ber «Jerüden- unb 3opfa^it. Das ewige 
$>CT|cnered)t fällt ber forialen 3i*m Cpfer, 

unb «louffeaus ©efellfd)aftslcl)te ift aud) bie Qucllaber 
biefer ©crtlärung ber fo 3 ialeu Freiheit, bie in „Aabalc 
unb Öiebe“ neben bet inbioibuellen „Mäuber'* 

unb ber polilifchen Freiheit bes w 5if* to “ Ceitftern 
oon Schillers ©emüts- unb iEmpfinbungswelt emporfteigt. 
Dnbeffen, bie nal)eliegenbc ©efahr, ber fpäter bie rühr- 
fcltge SdjTiftftellcrcl öcrAohebue unb 3fflanb erlegen ift, 
u?ar bei ber gei|tigen Einlage eines Schiller ntd)t 3 u be- 
fördern. öelben oöllig prioater 9iatur in Sd)lofrocf unb 
Pantoffeln, bereit ©lief fid) tjod^ften-s zur Gpi&« be$ hc^* 
mifchen Airchturme« erhob, lonnte ber nidjt fdjaffen, Der 
mit allen Sinnen 3 ur „hohen Iragöbie" hinbrängte unb 
beshfllb, wie er an Duilberg fd)ticb, „Dte Schranlen bes 
bürgerliehen Aothurns“ burct)bre<hcn mufetc. 3ahrelang 
hat er mit Dem neuen Stoffe feines „Don Carlos“ ge- 
rungen, uhb immer greifbarer unb pofttiocr gcftaltele ftd> 
währen b biefer 3ahte bas |o 3 ialc 3ulunftsibeal, bas ihn 
ocrtlärtc unb oergeiftigte, „Die 9Jten|d)«nlieb< tritt lyccr 
politifd) auf, oöltetbefreienb , Staat auf 9Jlenf eben würbe 
grü fo hat Schillers tfaubsmann, ber ©fthetitcr 

©ifdjer, btefes 3beal 3 u faffen oerfucht. Da« ©oangelium 
ber ©ebanfenfieihelt ift c&, bas ber „Don Carlos“ oer- 
tünbigt, es wirb bereinft ©ürgerglüd unb öürftengröhe 
oer föhnen unb eine neue, belfere tbefellfchaft&orbnung be- 
grünben. 

SBir oertnögen f>eitcc ziemlich genau bic llmfiSnbc zu 
erlernten, bie es ocrmochten, ben uieDerretfccnbcn ©eoolu* 
tionäc jum aufbauenben ©aumeifter 311 wanbeln. 3Beniger 
piellei<ht war es ber Staat J nc brichs bes ©rohen mit 
feinet Serlörpentng eine« oont SBotjl bes ©anjen be* 
hcrrfdjten, allmächtigen Hcrrfd^rwillens , mit feinem 
«Jlonopolismus unb {einem SRedjt auf Qlrbeit, Der Stiller« 
3nnerftes gefangenuahm, obgleich er fid) mit bem ©lau 
eines (Epos über ben gaJfjcn Aönig getragen hat- Atäftiger 
Zünbcten in feiner Seele bie «teformen «atfet 3ofcph& ll-, 
fie erfchienen ihm nach feinem eigenen ©eftflnönis wie 
eine ©crwirllichmtg ber „i)öd)ften ^ml)eit ber Onbioibuen 
bei be« Staate« l)üct)jter ©löte“. Unb biefe« frcunDliche 
ÜBelibilb erhellte fid) ih>n Damals IcucbiniD unb voll burd) 
bie freu bi gen lfrfal)rungen feine« perfönlidjen i'cben«. 
Die Sonne bes Jrreunbfdjaftsbiinbe« mit Aömer lieh in 
Dresben, auf bem fiojehwihfr Weinberg unb in ber 
SRomantir Iharnnbts allmählich &en „Don iSarlo«“ 
heranreifen unb mit il)m bas 3bealbilb cblcr Seelen- 
frcunbfdjaft , bie Carlo« unb ©ofa oerbinbet, ba« ganze 
braufenbe 3ubcllicb auf ^reunbfehaft, Dolcran3, Hu- 
manität nnb ©ollsbcgiüdung, bas in ben beutfehtn 
fflerfaffuttgslämpfen Des neunzehnten 3ahrhunbert« fo 
manches 'JÜial noch mit hinreißenber ©cwalt erllingen 
unb bie H er ärn ber 3 un 9 en erheben follte bis auf ben 
heutigen lag. 

©ofas froh« ©otfehaft oon ber ©ebanfenfreiljeit barg 
aber eine ©ilenntnis, bie Schiller erft in ber grofecn 
i?auterung«cpod)e feines Gebens, bie ben Sd)wärmeT unb 
Stürmer zum tfflanne werben lieh, fid) fei ber erringen 
follte: bah ohne ©ebanlenarbeit teine ©ebanlenfreihtit 
fein fönne. ©ine ©poche ber ©erticfuitg unb ftorfdjung 
brach für ihn an, 3 wölf 3^0«, bie ben „Don darlos“ 
unb bie „©Jallenftein“* Xrilogie trennen. 

?lnx 21 . 1787 betrat ber Dichter ben gaftlid)eu 

©oben Hücimar«, von bem er fid) eine Sicherung feines 
i'ebensfdjidfab unb eine (Erweiterung feiner Siebensauf- 
fajfuvg erhoffte, ©llerbings nicht fogleid) tnüpfte et hi« 
bas 5 >reunbfd)aft&banb mit ©oethe, wenn er aud) tiefem 
im 3 «h« 178» bic ©crufuug in bie Ocnenfer ©c|<hi<hts- 
profeffur oerbanlte. ©eibc scatuten jtiohen junächft noch 
einanbeT ab, ©oetbes ocTfchlofiene« unb vornehm lühles 
©Jefen war einem Stiller ebenfp unfhmpatbtfd) w«< bem 
bamaligcn ©oethe Schillers „fraftoolle«, aber unreifes 
ialeut“. ttrft ein 3 ahtfünft beiberfeitiger wiffenfehaft- 
liehet Ulrbeit follte bie ©rücfe fd)lagen oon einem jum 
anbem unb zugleich für Schiller felbft bie ßminblagc 
feines fpäteren, i)ä«hlten bramatifchen Schaffens gewinnen, 
Jwei ©Jiffen fünften finb e« geroefen, bie ihn in Ihren 
©ann gezwungen haben, bie ©efd)id)te unb Die ©hüo- 
fophie. Der ©efdji^tscoiifenfehaft bradjte er ein fo leiben- 
Uhaftlidies 3nte reffe entgegen, bah et allen ©mftes ben 
©ebanfen erwog, um ihretwillen ber ifJoefic öauernb 
©alet 3 u fagen. Unb hoch h at « bel feinen ^iftortfe^iJn 
Arbeiten weber ben Slnforbcrungen einer mcthobifchcn 
Aritit 3 U cntfprechen nod) eine tultuTgefchidjtltdje ©er* 
tiefung 3 u erreidjen vcrmodjt, tote fie Damals bie gtofeen 
t&öttinger fid) erwarben, unb oolleitbs von einer nationalen 
'Huffafjnng ber©ergangeuh c Ü war er weit entfernt. SBefent* 
lid) blieb nur, bafj er von feinem ljiflorijrfjen Sonber- 
ftubium aus fid) bem Qfclb bes hi[torifd)ett Dramas 
näl)crte unb z u h 01 ' leitenben 3 been gefchidjtlidjen Ücbens 
emporftieg unb Damit zu ber ©hilofophie. Deren ©ebiet 
ihm fd)on länger lieb unb vertraut war. 

(Es erfd)«int immer merfwürbig, bafe Schiller, ber Dem 
SBefcn bes pteuhifdjeu Staates leine fonberlidje 'Jleigung 
entgcgenbradjte, fiel) gerabc Den ©hUoiopljen, ber aus 
bem 'JJmtfjen Jriebrict)« be« ©roßen hetüorging, aum 
Sfühter feines ©Ijilofophiercns erlorcn hat. ©Jas IRouffeau 
für Schill« ben 3&ngling, bas würbe öcr ©klttmfc von 
Aönlg&berg für Schiller Den SDlann. 3nbes auch ftant 
gegenüber hat er feine Belbftänbiglcit burchau« 3 u wahren 
gewußt. Seine Dfjeorie übet ba« SBcjcn bc« G<h<>ncn 
vermochte ihn ebenfowenig burdjau« 311 befriebigen wie 
Die Strenge feines ©flidjtbegriffe». ©t will nidjt nur 


bas als put erlennen, was ber 9Renfch im Aarnpf m w 
feinen 9letgungen erringt, fonbern bas, was er unter ber 
©inwirfuug ber Aunft in Harmonie oon ©flidjt unb 
Steigung oollbringt. Sluch ber Sdjülcr Aants fonnt« 
feinen alten tfel)*« SRöuffeau ntd)t oerleugnen, unb bod) 
war es Aants ©influ&, wenn thm fe^t nicht mehr ber 
finnlid) natürliche, fonbern ber fittlid) vernünftige OTenfch 
wahrhaft innerlich frei unb mächtig er|d)ien. SUie mufjte 
er fid) nunmehr weit weg roenben von ber Iranzöjifdjen 
SReoolution, bereit ©orboten er cinft fo frohmutig gegrüßt 
hatte. 3war bic geplante Dentfchrift rugunjteit üub. 
tvigs xvr. hat er nidjt an ben itan55|t|d)en Aonvent 
geridjtet, aber ben ©reueln ber Septetnbermorbe hielt er 
im „ßieb von ber ©lode“ ben tiefernften Sag entgegen: 

,9D«tm jld) bie #Ät fer fetbl» befretn, 

Xa Cann Die ZOoblfabtt nidjt acDctbri." 

unb zeigte feinem ©olle, bafj unberührt oon allem 3Bed)fel, 
aöaubel unb ttrfolg fiaatlichen Gebens ba« innere 9 lfi)i 
bes Heraens ftelje unb ftchen muffe, ©leidjwohl, btc 
©ebeutung be« Staate« für bie menfd)lid)e ©efcllfchaft 
hat er teineswegs verlannt, nur wollte er ihn irt ben 
©riefen an ben H ct 3°9 0011 Sluguftenburg aLs getreuer 
Sohn be« adht 3 ehnten 3 ahrhtmbert& oerebelt fetjen burd) 
ben Sinn für bas Schöne, fo bah fid) innerhalb bes 
gewöhnlichen Staats Organismus ein „äftljetifd)« Staat“ 
bilbet, bas ©efitimonopol einzelner fcingcjtimmter Seelen 
unb auserlefencr arijtolratifdjer Arcife. 

So bahnte fich Schiller, pl)ilofophierenb über Staat 
unb Aunft, allmählich bett 3 Beg 3 ur Aunft felbft 3 urüd. 
Unb in bem Heimweh nach öcr ©oefic, bem eigentlichen 
©atcrlanb feines 9 üefen«, fanb er ft<h auch enblid) mit 
bem grofecn UBerlgcnoffcn zufammeri, bem gleichfalls 
währenb ber lebten 3 «h« naturwlffenfdjaftUchet Stubien 
eirt gleiches Sehnen bte Seele füllte. 3 egt, »m 3 ®hrc 1794 , 
fdjloR fid) ber ftreunbjchaftsbunb, ber nad) ©oethts 
3 Borten i^n, aber mit ihm aud) Gdjiller, aus bem toiffrn* 
fctjaftlidjen ©einhaus in ben freien ©arten bc« Gebens 
zurüdrief. fUMbtcnb braunen bic alte ©efellfchaftsorbnung 
unb Staatengefellfchaft ©uropa« 3 ufammenrrad)ten, er- 
ftiegen Hanb in Hanb bic Dichter im Hcünmlcmb bf 6 
Schönen bie Höh<m öer Wenjchh^it utt Ö empfmgen „aus 
Süiorgcnbuft gewebt unb Sonnenflarheit, ber Dichtung 
Schleier au« ber Hanb ber äBahthrit“. 

fortan ift cs ber SRingfampf um bie ibeelte Srciheit, 
ber Schiller« hiftorifdjp ©leifterbramen feine« ©tannes* 
alters erfüllt, ivi „IBallenftcin“ wie in ber „ÜRaria Stuart“ 
lehrt jene« vorbem vor) ihm phü ö f ö t , ^f t h behanbelte 
©roblcm bes äüiöerftreitc« z®ifd)c« Neigung unb ©jlid)t 
wieber. ©Iit echtem ©rcpbetenWid fdjrieb ber Dichter, 
ber einft in ben w «äubetn“ bas ©orwort zuritanzöitfdjen 
©coolutioit oerfaBt hoHf. im „fBollenftdn“ Den Stcfrolog 
bes ©ewaltmcnfdjen, bet aus ihrct Selbftoemid)tuug 
emporwud)«. Der Helb, ben leine |ittlid)C 3bee trägt, 
zcrfchcllt am ftelfcn ber geheiligten unb feftgegrüivbetcn 
9ied)ts* unb £o 3 ialorbmiug ber ©ienfctjhrit. SJiaria Stuart 
bagegen befteigt, gleich &ranlrcid)s unglüdlicher Atnigin 
©larie Antoinette, burd) Stanbh«ft«gfcit bes ßeibens ge* 
läutert unb entfühnt, bas ©lutgerüft, unb gar Die „©raut 
oon 'JJleflma“ feiert mit ber fclbftgcwoUteu vollftänbigeu 
©crncinung bc« fdjulbigen Geben« ben höd)ften Driumpt) 
aller iöeellen Freiheit, ©nbltdj crllingt auch nochmals 
bas ©oangetium ber politifdjen Freiheit in ber „Jungfrau 
oon Orleans“ unb im „UBilheim Dell“. ?lber lein reoolu« 
tionürco ftaatlidje« ober fozialcs 3ul««ftsibeal h«l mehr 
Kaum im Sinnen unb zeigen bc« fd)on bem Dab ge- 
weihten Sängers. 5ür bie Selbftänbigreit bcs an- 
geftammten Hctrfchers ergreift bic f>irtiu Johanna bie 
Aricgsfahne, füt 9Beiber unb Amber ftcljt bas ^d^tüeijer 
©oll ber Hirten, unb ben Igranncn, Der bas hriligc 
©atumcht unter feine Jüfec tritt, erlegt ber Sdjüßc DeU. 
©letchzeitig aber flehen tRubeuz mtb 'JJleldjthal oercint in 
wirfung&oollercr ©eineinfdjaft als einft ©arlos unb ©ofa 
unb zwif^hen Dem ©bei unb ben anbercu Stäuben einen 
gefeftigtern Ausgleich fdjaffenb, als ihn Durch prioatc 
Geibenfchaft 3rerbiuanb unb fiuife zu litten oenneint 
hatten. Diefet neue, wöhlbcgrvmbetc fo3iale ©unb ift 
geheiligt unb oerebelt Durch bic Öiebe 311m ©atcrlanb, 
bas jeber fefthalten foll mit ganzem Herzen als bie ftarlc 
©3ur 3 el feinet Araff. 

Aein ©clenntni« aur fRepublil mehr, wie im „ffricslo“, 
unb lein ©elenntnis zum äfthctifd)en Staat mehr, wie in 
ben ©riefen an ben H«Jö 0 y on wuguftenbiirg, überhaupt 
tein ©elenntnis 3U Irgenbtiner Staatsform ift ev, bas 
Schillers Schwaucngcfang ablcgt. Gaul unb voll erhebt 
er feine Stimme jum ©reis ber Heiligtümer bes natür- 
lichen ©tenfehen, 3 ur 2Bcihc oon Haus unb fjamilie, von 
©aterlanb unb ©oltstum. Der llhrmachersfohn von ©enf 
unb ber IBeltweife von Aönigsbetg, IRouffeau unb Aant, 
reichen fid) freunbltdj bte Hanb in Den lebten unb rcifften 
Dramen Des großen Schwaben: Statur, Freiheit uiiD 
©flicht erfcheincn als bic ©fiter, bic Den ©Icnfdjen über 
Das rein 3 nbivibuclic hin ai, &bcben unb Den einzelnen 
„311m ©atumgawefen verdaten“. 

©oethe h<A einmal gefagt: „Durch alle ©Jcrle Schilifte 
geht Die 3Dee ber Freiheit, unb biefe 3Dec nahm ein« 
anbere ©ejtalt an, fotvie SchtUet felbft ein anberer würbe. 
3n feiner 3ugenb war es bie pbijiifdje Freiheit, in feinem 
fpätern Geben Die ibeclle.“ Die Freiheit war in Der lat 
bas ©nmbmotio feines fünf tl crimen ÖmpftnDens unb 
Schaffens, wie es btt ®oetl)e bie Giebe, bei ©ichati» 
©Jagncr bie ©rlöfung gewefen ift. Darum bil&en benn 
and) noch in ber ©egenwart Schillers Dichtungen eine 
2Jlad)t fleiftiger ©cfrcinng unb ©cfunbung für unjer 
©oll, aber auch eine 9Rad>t von unerfetjbater fojialcr 
IragCraft. 

Das neunzehnte 3 al)rl)unbrrt, bas nicht nur wie 
Schiller über ©<fd)id>tc badjtc, fonbern felbft ©e|<htd)te 
machte, fd)uf uns Deutfchen ben nationalen Staat, Der 
Dann auch Hie fojialc Arbeit 311 feiner Aufgabe erhoben 
hat. 2Bir wlffen es h«wtc beffer als Gdhiller, ba& fein 
abfolutex ©egenfaß oon ©aturftaat unb ©erminftftaat 
beftetjt, unb bah gerabe bas freie Spiel ber fv 3 ialen 
Aräfte bem oemünftigen Staate 311m ©erteil ge- 
reicht. SBir wiffen aber auch, baft ber Aultus Der 


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Gin Spaziergang burd) 2J?arbad). 

3. X> as 3<biIIer*X!fnrmaI. 4. 2)ie Hl«anbrr-flird)e 6. Das ®«burt»l)<ru« oon edjillfr* 3Ruttcr (»ädfrci unb Söirtfäaft jnm 
CStDfti). 6. ®er Sflrflfrturm. 


idpillm ©«burtsljau*. 2. $ö* Sd)ill«r<!IJhi|«i»n. 


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ftunft nicht mehr bas cinjige ©efricbigungsmütel unb 
Hulturelcment ber mobernen Menfd)geit fein farm, baß 
■neben ißx Religion, Moral unb Miffcnfchaft, cor aUem 
aber bet Staat felbcr fcl&ftänbigc Sphären bilben, in 
betten firf) ber Hultuttrieb unteres ©efd)le<htes auswirlen 
fann unb foll. 

Unb bod) behalten troß allebem alle bie Jbeale, bie 
Stillet int flampf mit leiner IcibenfefjaftCidjcn Hatur 
unb mit ber (Rat bes ßebens fid) erarbeitet bat, and) 
im mobernen (Rationalftaat iljrc hohe fojiale ©ebeutung. 
$aus, Familie unb ©olfstum bilben auch feine unoet» 
äußerlid)* ©ruublage, nnb übet allem notwcnfctgcn ftaat* 
lieben 3ioang fteljt bie freie (Entfaltung bes (Sinjelmenidjen, 
über bem Sinnlich *9latüxlkhcn bas Sittlich* Vernünftige, 
über ©flid)t unb Hcigung bie Harmonie oon «ßjlid)t unb 
Neigung , über bem Dcrrorisinu* non ©efinnung unb 
Partei unb über bem eifernen Mechanismus ber ©ureau* 
fratie bie öebanrenfreißeit, übet ben ©orurteilen ber 
©efcllfchaft ba® einige fflecfjt bes tfjergens. Dilles bas 
finb ©üter, bie nid)t burd) wirlfdja ft liehen ©efiß ober 
burd) fokale Madpftellung gu erringen finb, unb bie 
besljalb oon allen Schichten ber ffiefellfd)aft erworben 
unb behauptet werben fönnen. Sie allein überbrüien 
barum alle Hlaffengegenfdße unb -unterfchiebe unb bilben 
bas wahre (Einigungsban b für ein ©irtjd)aftlid) unb 
politifd) taufenbfad) jerflüftctes Holt, wer für fie lebt 
unb fdjafft, ber arbeitet unb fämptt im ©eifte uttfetes 
großen QDid>tcrs für bie wahre foiiale (Einheit bes beutjehen 
©alles, ja aller ©ölFex ber (Jrbe: 

ins ®utt wirte, wadtfe, fromme, 

■Damit ber lag btm Cfblen en blieb fomme." 


(Ein Spajietgang burd) 9CTtar6ach- 

3u 53rrtebrid> Schillers hunbertfünfaigftem Geburtstage. 

SBöii n. Ber«. 

^fm Schwabenraube erzählt man fid) immer nod) gern 
^Jeine alte paTlamentarifd)« Sehnurte aus ben fiebriger 
Jahren. Ms bamals ber TDÜrttembergifdje fianbtag über 
eine ©aljulinie perljanbelte, war ber Ülbgeorbncte bes ©e* 
jirfs Marbad) emfig bemüht, fte bur<h feinGd)ill«-Gtäbtd)en 
geführt ju fet)en, unb ba rief er, als ex feinen ©tan be* 
brol)t fah, in ^öd^frer 9lot aus; .Meine Herren, laffen Sie 
Marbad) nicht lints liegen! Das toäre «in Gdjlag für 
bie Stabt, ©ie fie feit Schillers ©eburt feinen mehr er* 
litten bot!“ — Mie ©ethleljem, bie getingfte unter ben 
Stöbten Jubas, fo oerbanft eben aud) Marbad) feinen 
CBlanj einem einigen, Mer mürbe biefcs- .C<in&ftäötd)cn 
mit nur 3w«itaufenboierl)unbert (Einwohnern fennen unb 
nennen, wenn hi« nicht ein fo großer ©cifieshclb bas 
Sicht ber Melt erblidt unb baburch bas allgemeine Jnter* 
effe hierher gelenft hätte? Denn bas einzige, was Mar» 
bach feinen ländlichen (Ihaxalter in etwas nimmt, ift rin 
ttleltri^itätstoerf mit einer großen Stauanlage im Stedar, 
bie bie Stabt Stuttgart angelegt hat, um 20 km weit 
bie et3«ußte *lcftrifc£)e (Energie nach ber Öanbe&hauptftabt 
gu leiten. Sonft aber geigt Marbach heute noch ungefähr 
benjdben Ghoralter wie ®nno 1759, ba hier ata 10. (Ro- 
oembet Gd)©abens größter Sohn gebaren warb. 

©on Stuttgart führt eine (Nebenbahn über ßubangs» 
bürg nach Marbad), bas übet einem fteilen Jelfenhang 
bes Herfa rtales liegt unb oom ©ahnhofe unb einem 350 m 
langen (Eifenbahnpiabult aus ungemein malerifcf) angu« 
Fdjauen ift. 'Sias Släötchen wirb noch T,on einem Dar« 
turm überragt; auch bie alten Mauern, Jwinger unb 
©Täben finb meiftens noch erhalten. 3m Jahre 1093 
brannten freilich bie 0fran3ofen aud) biefes Stäbtlein nie. 
ber, bis auf eine fpdtgotifcht Kapelle neben bem alten 
lorturm, ber fegt bns Stabtarchtö beherbergt, uitb bas 
®eburtsh<ru« bes ©jtronomen Tobias Maqer, fpätem 
qitofeffors in ©ättingen (1723 bis 1762), fowie blc Wefte 
etnes herioflltchcn Sd)lo|fes; an einem ber barauf er- 
ftanbenen ©mts häufet ift eine ©ebenftafel für ben britten 
großen Marbadjer, ben «Rechlslehrer Äarl ©eorg 2Bäd)t«t 
(1797 bts 1&80), angebracht. Ttraufeen uor bem Stäötdjen, 
nahe beim ©ahnhofe, ftcl)t bie fpätgotifche, emfteSlleianber- 
Äirche, in öerenüurme bie 1860 oon benDeutfd)cn Mosfaus 
gejtijtete Sd)iller*©locfe hängt. Sin jebem 10. fHooembcx 
halten ihre fonoxen Äldnge leterlich übet bas StSbtchen 
ins lal, toeirn bi« Schuljugenb ihr alljährlieheß Gehiller- 
Ofef* begeht. 

T)as „^«iligtum* oon Marbach aber fteht in einer 
engen ©affe, bie fteil oom ©ahnhofe jum <5täbtd)en hinauf« 
führt, unroeit bes ©nmnens mit bem „milben Mann"; 
auf bem SBege bahin lieht man ein ©äderhaus, öurcf) eine 
©ebenftafel ausgegeichnct, in bem am 1Ü. 2)«jcmber 1732 
©lifabeth 'Dorothea, <Sd)iIlers Mutter, als iod)ter bes C5a?eu* 
rotrts, ©äders unb f)«3og liehen öolgtncffers flobiueife ge- 
boTen würbe. (Dann tommt bas Heine, alte €>äuslein, in bem 
fie felbft am 10. 9looetuber 1759 tn einet »einen Stube 
thten großen Sohn gebar. 2)«c©ater Bfriebrid) Schillers 
toar bei beffen ©ebuxt nicht gugegen, fonbem ©eilte als 
ßeutnant fern beim herjoglichen £jeere. (Erft jtoet 3 a *) T * 
fpäter ©urbe 3ohtmn Äafpar Schiller, ber aus bem (Dorfe 
Sittenfelb, g©ei Stuuben oon Marbach, flammte, öaupt« 
mann, unb erft 1763 fonute er fid) enblid) in Cord) toieber 
mit feiner Familie oereinigen. 

©iefcs ^äusletn ift feit mehr als einem hol&*N 3 ä h r “ 
hunbert ein IBallfahTtsort geraorben, ben alljähtlich nn« 
jäljlige beutfcEje J-rauen unb Männer b«fud)en, um ben 
grofeen ©erfünber bes 3bealismus gu ehren, unb cs 
Fft ein ©uhme&titcl für Marbad), bafj man es ber 9ladp 
oclt erhalten hat. Schon 1835 würbe ber t ,Marbacher 
6d)illcr«©erein“ gegrünbet, bem es 1859 bei ber gtofeen, 
allgemeinen SchiTler«©egeifterung gelang, baß Schiller* 
©eburt&haus 311 enuerben unb ju einem beutfdjen National- 
heiligtiun gu machen. (Die ftamilie oon Schillers älteftem 
Sahne ftatl unb Sie (tochter Gdjtllcrs, (Emilie t>. G)leid)en- 
©uganirm, ftifteten fdjon bamals allerlei ßrinneningsltüde, 
©erehrex Schillers eiferten ihnen nach, «nb 1890 lamm 
aus toeltenu Schillerfcheu ©ttoatbejih oiele ©ilbntffe ton 
Schiller unb ben Seinen hier an. fRamcnttid) ber ba* 
malige Maxbacher 6tabtfd)ultheifj (Draugott bc * 

trachtete es geroiffennafjen als Cebensaufgabe , biefc 


Sthiller»8Reliquien 3U mehren, unb bet ©eheime Aom» 
mergienrat Dr. ftilian v. Steiner in Stuttgart, ein ftreunb 
®ertE)ol& 2lucrbad)s unb 3. ©. fttfehers, madjte feit 1891 
mehrfad) großartige Stiftungen, bie bem ©eburtshaufe 
allmählich herrlid)e Gdjäßc an ^aubfehriften unb feltcnen 
Xruden guführten. 

Go würbe Maxbach, m hem Schiller nur bic erften 
oier 3«hre feines ßebeno jugebracht hat, gur «Schiller- 
Stätte exfter Orbuung neben Meimar. (Da gab am 
neungigften (töbestage bes (Did)tcrs Honig 3BilE)dm II. 
oon 'IBürltemberg bie Sluregung, aus bem Marbadjer 
Schiller* ©ereine beu Schwäbifdjen Stiller* ©erein 3U 
machen, ber bann unter bes Honigs fförberung 1901 ben 
©runbftetn 311m Schroäbifchcn Scljillcr-Mufcum bei Mar* 
bach legte unb am Gd)illet.(lag 1903 biefes £aus 3um 
©ebächtnis Schillers unb Der fehmäbifeben (Dichtung ein* 
weihte. (Das Mufcum fteljt auf ber Sd)iller-f)pl)e ho«h 
über bem 'Jtedar; itjm gegenüber, auf ber höchfteu Stelle 
biefes herrlichen ©lahca, fteljt feit 1876 in (Erg bas 
Gd)iller.Denfmal oon ®. 9?au. (Der Mufeumsbau ift im 
Stil bes Sdjloffes Solitübe gehalten, wo frexjog ftarl, 
ber fürftlidje Scfjulmeifter Schillers, jene ^©flQngfchuLe“ 
grünbete, in bic er 1773 and) ben jungen Schiller „ftedtc". 
©om Schiller-Mufcum ficljt man briiben in ber (Ebene 
jenfeit bes Oledars bie (türme 001t ßubtoigsburg, wo 
Schiller neun Hnabcnjahrc 3ubrad)te unb bie ßateinjdjule 
befuchte. 9öeit«r ragt aus ber (Ebene bic ftefte £oE)etf 
asperg empor, wo ber junge Schiller ben (Dichter Sdhubart 
in feinem Hctfcr befuchte; er fclbcr entging bctanntlicf) 
einem £d)idfal 1782 nur burd) feine 3-lu<ht t«ad) 

Mannheim. So fd)lummcm ober wachen ringsum bic 
hiftorifd)cn (Erinnerungen in biejer fdjöncn (Redarlanb* 
fdjaft. Mas aber bas Schiller*Mufeum für Schäfte birgt, 
fann bei biefem fu^cn ©ang burd) bas Gchiller^Stäbtdjen 
nid)* gleich mit aufgegählt werben, jumal es eben ftiftungs- 
gemäß (Erinnerungen nicht bloß an Schiller, fonbem aud) 
folche an alle anberen fd)wäbi|d)en (Didjtcr, wie lll)lan6, 
Möricfe, 3uftinus Heruer, fjriebrid) Ihcobor Srifdjer, ent* 
hält. 'Slbec cß ift auch fo immer ein reicher (Ertrag, ben 
mau oon einem Spajiergange burd) Marbach Tntt na d) 
Öaufe bringt 


2Botouf beruht 3rriet>rid) Schillers 
geiftige (ünjiehungsfraft? 

Sion Dr. *. 6a.6ct. Adniosbrrg i. q)r. 

S eit mehr als hunbert 3 a h c en gibt es immer toieber 
einmal ein paar literarifdbe Machthaber, bic unfern 
SdjUler, in bem ©oethe bte öalfte feines eigenen 3>afctns 
erblidte, toie burch einett Ufas ploßlid) für übertoun ben 
unb oeraltet ertlärcn wollen. Slbcr bie felbftänbige beutfdje 
©egeifterung hält es nod) heute mit (üQetfje, bex ba fpricht: 
Ä 3d) nchnte mür bie Freiheit, Gdjiller für einen Dichter 
unb fogar für einen großen Dichter gu halten, wiewohl 
bie ncueften Dmperatoren unb Diftatoren gefagt haben» 
er fei feiner." Dennoch bürfen wir fragen, wie es fommt, 
baß gerabe Gehiller eine fo unaustilgbare 'Jliigiehungs- 
fraft befißt. 

Meil er, wte faum ein anberer, bem (Jharalteranfprud) 
fe bes ein gelneit Menfch«« gerecht wirb! 

(Das jdjönc Mort (Tharafteranfprud) hat ber Dichter 
felbft gcfchaffen. ®r fagt pam fiiniten 91ft feiner „Jung- 
frau oon Orleans": »Mell meine f>elbin barin auf jid) 
allein fteht unb im Unglüd oon ben ©öttem beferiert 
ift, fo jeigt fid) »h« Gelbftänbigfcit unb ihr (Eharöfter- 
anfprud) auf bie ©rophetenxolle öeutlid)er." 

Der Hünftler führt uns alfo biefe t)clbin in einer 
Sage por, bie oon ben ©erfonen bes Gtüdes felbft nie« 
tnanb oerfteht. Johannas eigentümliche ?latux erfdheint 
bahex pox ber Melt oexbunfelt, 9lun war cs ein Mcifter- 
gug Schillers, baß er gerabe biefe äußeren bunTlen ©rieb« 
niffe ber Jungfrau baju perwanbte, um oor uns, bie 
wir außerhalb bes Gdjäufpiels fteheu, Jenen ©hnrafter« 
anfprud) in bas Ijcllfte fiid)t 311 fteilen. (Rad) ber Ober« 
aeugung unferes Dichter« ift es atfo bie äußere £age 
eines Menldjen, bie fein wahres Mefen oerljüllt, wenn 
jie unoerftanben bleibt, bic bagegen, wo fie obfeftio bc« 
griffen wirb, ben eln3«lnen in feine fR«d)»e einfeßt. 

Da fagt fid) bod) jeber oon uns: fowenig Id) meine 
eigenften iRedjte nerhöhnen mag, fowenig ©erbe id> mir 
meinen Gd)iller nehmen laffen, ber biefe (Rechte immer 
wieber oertritt, ber überall ba, roo ber Maffe ein ©erfön« 
tiäjteitswert 3©eibeutig uorfommt, bic ©inbeutigfeit fo 
glän3«nb hevjufteUcR oermag. ®s ift genau basfelbe 
©erechtigfeitsgcfübl, aus bem heraus Maria Stuart 
fagt: ,,3d) btn beffet als mein 9?uf." 

Mir fühlen es: wer foldje Merle f)*rabfeßen will, ber 
gab nicht allein feine eigene geiftige Freiheit preis; er 
möchte Dtelmeh* auch bie unfrige mit über ben öcmf*n 
weifen. Doch unurnftößliche Mahrheit bletben uns bie 
©runbfäße ber M«nf<henbeuricilung , äic Schiller bereits 
im Jahre 1785 oeröffentlidjte in ber tieffinnigen Einleitung 
feinet Olooclle „Der ©erbrechet au« Jnfamit“ (fpäter „Der 
©erbrechet aus oetlorcnet ehf^“)- fall flfrgcifit werben : 
ein Menfd) roixb unter Umftänben gerabeju auf bie ©ahn 
bes ftafters gebrängt baburch, baß iljn bie ©efellfdjaft 
flach beurteilt. Matt lad)t, übergeht, oerachtct, »erbammt 
bequem; man bringt ben ©etrojfenen baburch in fchlechten 
9luf, in bie Jnfamie, unb erft aus foldjer 3nfamie wixb 
Sonnenroirt, ber Selb ber ©rgählung, jum wirflichen 
©erbredher. 

©ine genau cntfprechenbe ©eurteilung forbert bas 
ffiorwort ber „©äuber" für Haxl, ben ©rafen d. Moor, 
©erabe biefes Stüd jetgt uns aber, wie wenig ber 
Hünftler anberfeits geneigt ift, in moöemer, überfpannter 
Sentimentalität bas ©erbrechen 31a DcrgÖttem. Ülein, auch 
bas ©efeß, bic ©efellfd)üft h°l Gharaflcranfpruch 
ober uielmehr: bas C&efetj ift ber Gharaftcranfpmd) ber 
C&efctlfchaft. Daher hat ber bamals noch fo fugenblid)« 
Dichter es bereits als gan3 felbftuerftänblid) ßingeftellt, 
baß Harl 3ur Sühne fein Ceben ben ©efc^en überliefert, 
in bie et feinen Milten nid)t xu fdjnüren Dermod)t h a ü e - 
Mir fegen, ber Dichter ber „Htäuber“ Beitritt feineswegs 


cinfcitig nur bas <Hed)t bes Untertanen, fonbem 
auch bas ber ©cgicrung, bie gleichfam bas leßte SBoxt 
behält. 

Gs ift nicht rd)©er, biefe beiben Seiten einer utib ber- 
felben ©frechtigfcit auch in ,, Jicslo" unb „£utfe Millexin" 
ja im „Don Carlos" aufjufinben. 3n biefem Dräuet 
fpiele oerbient namentlich *>ic ©eftalt Honig ©hilipps 
bes Jweiten ©ead)tung. Meit entfernt, un® einfach als 
brutaler Dcfpot ju erfdjeinen, 3eigt er fich uielmehr öon 
einer Situation umgeben, bie uns beweifen Toll- ber 
Menfd) ift nicht nur bann falfcfjer (Beurteilung unb ihren 
folgen ausgefeßt, wenn er ohne öaus unb §of wie ber 
Sonneuwitt uagabunbiert, fonbem genau fo, wenn ihn 
bas Sdjidfal auf bie cinfame ^»öl)e bes Ißroncs hebt 
unb ihn ber Möglid)lctt beraubt, oon feinesgleidjen 
beurteilt gu ©erben, ©oeth«, ber biefe Möplidjfeit etttes 
ber größten Mcnfchenredjtc nennt, fagt aus oollem bergen- 


B ?ct) t»alr r# (ociUatttn® fftr «blieben 
roh (d) nicht Jtflifcr oDrr ÄanUcc Din.“ 


Mid) Schillers (Trilogie, ber „Mallcuftein", ben Jfütft 
©ismard fo ho«^ 3U fehäßen wußte, ift ooll oon biefee 
©ered)tigfeit , bie fid) ßier bem falben gegenüber gu ber 
remften Obicftioität erhebt, ©ber bie alt« Dcnbcng ift 
im ©rolog offen auegefprodjen. ©lies, ruas bei obeT* 
flächlicher ©etrad)tung an einem Men|d)<?n extrem etfdjeint, 
„alles ©ußerfte", wie Sdjiller fagt, ergreift ber Dichter 
mit feiner angeborenen DramaJit. Go bringt biefc Hunft 
(Eharattcrbilber, bic im Urteil ber Menfdjen, oft fogar 
noch im Urteile bex ©efd)id)te oon $aß unb ©unft »er* 
©irrt werben, unferen dingen, unferm bergen menfchlid) 
näher. Die Hunft, 

.3tc fietit brn ffl)cn(d)cn in bcc< L'ebcno Traun 
Unb toAIU 6if arßß'rf ^älfte lein« t20)ulö 
Ten uniUflct|eli(tert ©elttrnen ju.“ 


2Ules bä«, was fid) bem ttharafteranfpruch besMenfd)en 
etttgegenf teilt, alle biefc rein natürlichen Dinge faßt Sd)iUer 
unter bem Flamen <3d}icf|al gufammen, bas für ihn burch* 
aus Tein Munberticr oorftcllt. (Es hängt orelmel)r aufs 
engfte mit bem bisher ©efagten 3ufanunen. Jene ®e- 
xedhtigfcit gegen ben cingeluen finb wir nid)t nur anberen, 
fonbern aud), foweit es eben ©ered)tigleit ift r un® felbft 
fd)ulbig; unfer Hünftler benft hict genau roie ©oeth«, 
Shafcfpeate, ^Ifchnius unb bex große Unbclannte, ber 
Dichter bes Suches .(jiob. 

©iele eble Naturen aber, barunter Schiller felbft, 
werben erft im Hampfe mit bem Gdjitffal bes eigenen 
Gharalteranfpruchea Inne. 9luu oeiftehen mit bes Dichters 
frrage an bie ©hilifter: 

.tBotjer nehmt ihr Denn aber bas grofte oiaontUcljf ©cbifflal, 
ußeldje® ben 'lUeulctien «bebt, wenn es ben ü)!cn(d)cn jermalmt ?* 


Seatrice, bie ©raut oonMeffina, btefjelbiu ber größten 
beutfehen Schicfjalsiragöbie, roenbrt fich in bem klugem 
©lief, ba fie felbft famt ihren ©rübem in Jenem Hampfe 
gegen bas ©efdjid 311 erliegen broht, bem Heben gu. Der 
ehemalige Obflurantismus gewifier ©omantifer, bie in 
bet ©unberooUm Dichtung einen feßerifchen Slbfall »on 
ber ihnen an anberen Heuten crroünfchteu Jrömmig* 
feit fahen, ebenfo bic unbegabten 9lachat)mer bes 
Gtüdes haben längft ausgefpielt; Schillers „©raut oon 
Meffina" eiglän3t nach '»or in ewiger Schönheit unb 
Matjrl)eit. 

©in „llußerftes“, ben ©hiliitern 2lnftößtges ift enblich 
ber (Ehaiafter Milhelm Dell, ber fief) abfchlteßt oom SRütli- 
bunb, unb ber ben Canboogtnieberfdjießt. Die Dh^orttifer 
bebenten gar nicht, baß bic politifdje Hage ber Gd)wet3, 
als Dell ben Morb ausführt, fid) oon bem Hriegsjuftanbe 
eines ©olfes gegenüber einem fremöen Ginbringlmg in 
nichts Mcientluhem unterfcheibet. 2lud) h lcr äbf-r f r *ht 
«Schillers Fachwelt im Urteil auf ©oettjes Seite. ®ir 
folgen biefem ©enigftens in ©ebanfen auf feiner Monbe* 
xung nach Hüßnad)t, „bic am Mcge fteßeuöo Dellenfapelle 
gu begrüßen unb jenen ber gangen 'Hielt als heroifch’ 
patriotifd)’rü.hmlich geltenben Mcuchclmorb 3U ge&enfcn" '). 
©oethe rechnet fich bod) ©obl auch hier mit 3ur „qanjen 
Melt" unb würbe in feinem kiöcr unausgeführten gelben- 
epos auf Milgclm Dell fdjwcrlich jene ©egebenbeit Ort* 
leugnet haben: bann müßte ja 3. ®. and) CbgfTeus' 
unerwarteter ©ogenfehuß auf bie ftreicr feiner ©atlin 
ein ©runb fein, bie hamevifche Dichtung 3U oerwerfen, 
oon Stegftiebs ©rmoröung burch $>agen gan3 3U 
fchweigen. 

Seit bem Jahre 1804 ift bet Dell uns wteber, was 
er in ber ülteften Sage gewefen war: ein germanifth« 
(Rationalhelb. CE® ift woßl nicht Jufall, baß 9«abei in 
biefem Drama Schillers oolfstümlid)ft<B Hieb ftegt: „Mit 
bem (ßfeil, bem ©ogen". 

©ebari es h iff «och eines befonbem öinwetfes auf 
unfeTes Sängers übrige fiijrif, auf bas „Hieb oon ber 
©lode", bie ©allaben, lauter unoergänglid)« 3 eu 9 n| M* 
oon bem unb öüter unferes Gbararteranlpruches unb 
aller ber ©üter, bie uns wert unb l^ctlifl: finb? 

Diefelbe uns fo ßinreißenbe Ijoh« <&«re(ht!0Wt foute 
enblid) 311 fünf tlcrif «ger Berflänmg gelangen in Schiller« 
GdEjaufpiel oon bem falidjen Demetrius, bem U|iirpator 
uttb hö«h* M gtfd)en Mörber feines eigenen SBobltäters. 
Schillers „Demetrius", biefer für jeben, ber ign oollenben 
wollte ober mochte, unnahbar große Dorfo, enthält bte 
fchönen Morte: 

„®trrct)Ufltf(« 

« Der funrirctcfje Bau bes ^Belißc:®8lbf9: 

itle« «in«, ein« alle« Wlt, 

9Bo mit bnn einen alle® ftörjt unb fällt. 


Mer feinen Schiller nicht bloß mal als unreifer Änabe. 
fonbem ab (Exwachfener las, wer einen eigenen Ghorailer* 
anfprud) im fdjweren Hampfe mit bem Gthidfal tagiu? 
aufrechtgu halten hat, bein ift bie ©ewißheit unerf<h u!t< . r ’ 
li<h; wir Deutfchen. werben uns unfern Gd)iller, bP r i UT 
einen ©oetße unb einen ©ismaxd gut genug ©ar, ebenp' 
wenig nehmen laffen wie ben ©egriff becGere^fl^ f«lb|t- 


_9Bo aKf6 eine», eines alle® t)fllt, 

5fio mit bem einen ade« Bürgt unb fällt. 


•) „©cbmtcn“ reflier» hier bei CSocttit ben ÄKufotto; e® ba* 
feictUct)cn Sinn: JemanD einen BugcnbUct be® (SeDmfen® 
jaiiAHb bureb Ba® (SeDenfeit eljren. 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 



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die Fesseln des Absolutismus seines Landesherrn Karl Eugen sprengt 
als sie sein geistiges Ich umklammern wollten. 

Wäre darum selbst die, Tradition , daß das kleine, im Magazin di 
Kasseler Galerie bewahrte Ölbildchen auf Befehl des Landgrafen Fri« 
rieh II. oder seines Nachfolgers gemalt worden sei, weil dieser hat 
wissen wollen, „wie der Kerl aussieht, der die Räuber geschrieben hat 
erdichtet, so viel ist sicher, daß wir hier die lebendigste Verkörperun 
Schillers aus der stürmischen Epoche der „Räuber“ 1 vor uns habei 
obgleich es nur die Kopie eines in England verschollenen Originals is 
das Johann Heinrich Tischbein d. A. zugeschrieben wurde. Vor allei 
liegt dieser Ausdruck in der aufgerichteten, etwas zurückgelegten H.iltun 
des Kopfes, die bei Schiller überhaupt vorherrschend gewesen sein so] 
und in den spähend auf einen Punkt eingestellten, graublauen Äuget 
die dem Ausdruck des Wollen* das Zielbewußte geben. Was di 
Freunde dem Kameraden auf der Karlsschule und dem jungen Regiment* 
medikus Schiller in Stuttgart nachrühmten: die schöngeformte Nase, dt 
Adlerblick, das Pathetische dieser Partie, scheint uiis die Erläuterun 
zu diesem Bilde zu sein. 

Das zweite Porträt, ungefähr derselben Zeit, von Chr. J. Höflinge: 
der 1783 als Maler in der Ludwigsburger Porzellanmanufaktur angestel 
wurde, stammt aus dem Besitze Heriberts v. Dalberg, des Intendant** 
des Mannheimer Nationaltheaters, was aus einer rückseitigen Inscbril 
hervorgeht, die auch Schillers Namen „Fridrikus Schiller* 1 und da 
Jahr 1781 nennt, und befindet sich jetzt im Holienzollernmuseum ii 
Berlin- Auf den ersten Blick scheint es uns fremdartig und kaun 
dieselbe Persönlichkeit wie das Kasseler Bildchen- Bei genauem Hin 
schauen ergibt sich die Identität der Mund- und Kinnpartie, der ühi 
bildung und des langen, fleischigen, weißen Halses mit der starkei 
Betonung des Kehlkopfes, Schlecht getroffen ist die Wangenpartie: ih 
fehlt der vorspringende Backenknochen. Auch die Brauen sind z\ 
halbkreisförmig gewölbt. Der Hauptgrund für den andersartigen Ein 
druck liegt aber in der dunkeln, gepuderten Perücke, deren Haar in 
Nacken mit einer Schleife zusammengebunden ist, und in der Nasen 
bildung. Schiller pflegte, wie uns Karoline v. Wolzogen berichtet hat 
zu sagen, daß er sich seine Nase durch dauerndes Daranziehen in dei 
Zeit der Akademie willkürlich verlängert habe. Dadurch mag die bereits- 


Fildni», .uif>c blich von J< »bann Ib utrich TWhLein. Original 
(Olgefliiildo verschollen; Kopie in Kassel, Cicmiiklrgalcrie. 


Schiller im Bildnis. 

Von H. Heyne in Leipzig. 

U nter schwerem, nebligem November- 
himmel huschelt sich das echt schwä- 
bische Städtchen Marbach zwischen 
den Neckar und die Rebenhügel. Aber 
spiegelt sich auch keine Sonne in den 
kleinen Scheiben der spitzgiebligen Fach- 
werkhäuser, die die krummen Sträßchen 
bilden, ein ganz besonderes Licht strahlt 
doch um das breite Butzenfenster des einen, 
das neben der Toreinfahrt im Erdgeschoß 
gelegen ist und auf den altersgrauen „Wilden 
Mann“ blickt, der an der Straßenbiegung 
über den Brunnenröhren, die eine traum- 
hafte Melodie plätschern, drohend empor- 
ragt. Strahlen des Geistes sind es, der vor 
nunmehr hundertfünfzig Jahren von diesem 
engen Stübchen seinen Ausgang nahm, 
Strahlen der Liebe und der Verehrung sind 
es, die heute dankbar die Stätte umfangen, 
welche der Menschheit Friedrich Schiller ge- 
schenkt hat. Diese Verehrung baute seinen 
Manen auch den stattlichen Tempel auf der 
Höhe über Fluß und Städtchen, im Schatten 
alter Bäume und im Goldglanze des glut- 
roten, sinkenden Sonnenballs über den jen- 
seitigen Hügeln. Da tritt er selbst und alle, 
die ihm nahe zugehörten, im eigenhändig 
geschriebenen Wort und im Bilde vor uns 
hin. In diesem Schiller-Museum sollten alle 
Einkehr halten, die in der größten Zeit des 
deutschen Geisteslebens noch heute wirkende 
Lebenswerte gefunden haben. Dort wird uns 
auch noch ganz anders, als es durch unsere 
Biiderreihe heute möglich ist, die Wahrheit 
des Goeth eschen Wortes zum Bewußtsein 
gebracht, daß die Gestalt des Menschen der 
Text ist zu allem, was sich über ihn emp- 
finden und sagen läßt. Versuchen wir nun 
aber mit unseren kleinen Mitteln, dem Ge- 
danken einmal nachzugehen. 

„Der Mensch ist das Wesen, welches 
will“, sagt Schiller in der Abhandlung „Uber 
das Erhabene“. In keiner Zeit seines Lebens 
aber hat Schiller diese höchste Wesens- 
eigentümlichkeit des Menschen mit Hintan- 
setzung aller anderen Seelenregungen in 
seiner eignen Lebensführung so zum Auf- 
druck gebracht wie in der Periode, da er 



Bildnis von Chr. J. Höflingcr, 17H1. Cemäldc im 1 lolienxnllernmu^ui» in Iterlia. Xi< h ciiwr Pholoprarilre der Fhtrto- 

ßruphitchcn Cics*ll«-Iiaft in Berlin. 


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1 



von Natur stark nach rechts abweichende Nase die schnabelartig 
verbreiterte hängende Spitze nach einer Knickung der Bogenlinie 
des Nasenbeins und die Senkung des linken Flügels erhalten haben. 
Die Profilansichten nicht nur, sondern auch die mehr frontal ge- 
nommenen Bildnisse erscheinen daher sehr verschiedenartig, je 
nachdem durch die Richtung des Kopfes und den Lichteinfall diese 
Deformierung für den Porträtisten stark sichtbar wurde oder mehr 
verschwand. Mund und Kinn verraten eine intimere Charakterisie- 
rung als auf dem Kasseler Bilde. Das Kinn hat eine grübchenartige 
Abplattung in der Mitte, und das Linienspiel urn Nasenflügel und 
Mundwinkel hier finden wir bei allen Bildern, mit den zunehmenden 
Jahren immer verschärfter, wieder. Hier steht Schiller vor uns, wie 
er das Feuer seines Dichterdranges äußerlich zu beherrschen sucht, 
um als zielbewußter Mann den Freiherrn v. Dalberg zu einer festen 
Anstellung als Theaterdichter in Mannheim zu bewegen. Mit der 
Schilderung seiner Zeitgenossen deckt sich dieses Bild auch in ge- 
wisser Weise. Sie sprechen von dünnen Lippen und einer ein- 
gedrückten Nase. Petersen ist überrascht, als er ihn im fünfund- 
dreißigsten Jahre wieder sieht, wie der Geist seit dem dreiund- 
zwanzigsten gleichsam aus dem Innern herausgequollen sei, denn 
ehemals habe „sein Gesicht noch nichts Ausgezeichnetes“ gehabt. 

Dem Urteil dieses nüch- 
ternen Beobachters, der 
den jungen Dichter nicht 
in den Momenten erfaßt 
hatte, da das Pathos 
seiner Seele das Ge- 
fäß, den Körper, durch 
glühte, entspricht mehr 
das Hoflingersche Bild, 
wenn auch latent schon 
genug des Anziehenden 
und Bedeutenden darin 
enthalten ist. 

„In einer unnenn- 
baren Bedrängnis sei- 
nes Herzens“ hatte sich 
Schiller an Körner, den 
Oberkonsistorial-, spä- 
teren Appellationsrat in 
Dresden, den Vater Theo- 
dor Körners, gewandt, 
der ihn aus schlimmer, 
unsicherer äußerer Lage 
befreite und durch die 
ruhigen Wohnstätten in 
Leipzig und Dresden, 
den warmen Zusammen- 
schluß gleichgesinnter 
Naturen dem gequälten 
Bildnis ton Joh. Heinrich Kamlxrfj. BI<Utif«eichnunß, Geiste neue Schaflens- 
um 1790. kraft verlieh. Diese Stille 





nach dem Sturme steht geschrieben 
in dem Bildnis, das der berühm- 
teste Porträtist der Zeit, Anton 
Graff, 17S6 begann, um es da 
Schiller, wie Graff sagte, „kein 
Sitzfleisch hatte“ — ohne aber- 
malige Sitzung erst 1791 zu voll- 
enden. Schillers Streben, es zu 
besitzen, scheiterte zuerst an dem 
Mangel der Vollendung, dann an 
der zu hohen Kaufsumme. Aus 
dem Besitz Körners, der es erwarb, 
ging es in das Körner- Museum in 
Dresden über. 

Der Karton dazu im Weimarer 
Goethe-Nationalmuseum zeigt, wie- 
viel frischer eine erste Skizze wirkt, 
wieviel intensiver noch sie das 
Seelische zuin Ausdruck bringt, das 
das Gemälde glättend verwischt. 

Goethes spätere Beobachtung, daß 
der Kampf, den Schwärmerei, Ver- 
nunft und Funbildungskraft in der 
Seele dieses Dichters gekämpft, mit 
unverkennbaren Zügen seinem Ge- 
sicht eingegraben sei, trifft schon 
auf dieses Bild zu, während der 
Nachsatz, daß daraus die sonder- 
bare Mischung von Schwermut, 

Freundlichkeit, Ernst und Zerstreu- 
ung entstünde, erst deutlich von Silhouetie, auf Glas gemalt, 1790- Nar- 
dem spätem Bildnis der Simanovviz bach * ScbiUer-Mu*einn. 

illustriert wird. Das Grafische Bild 

ist dasjenige, bei dem die Hände am stärksten mitsprechen; aber 
obgleich sie der Schilderung Karolines entsprechen und „mehr stark 
als schön“ sind, entbehren sie doch der recht eindringlichen 
Charakteristik, und die Erinnerung an die konventionelle Barock- 
und Rokokohand scheint nicht ganz überwunden zu sein. Die an 
Stelle des Buches auf dein Karton bei dem ausgeführten Gemälde 
zwischen die Finger geschobene Tabaksdose ist eine charakte- 
ristische Beigabe. Der legeren Stellung und Kleidung gemäß ist 
die Perücke abgelegt. Daß das Haar hier mehr gelbblond schimmert, 
erklärt sich daraus, daß rostrotes Haar, wie es die volle Locke 
Schillers im Marbacher Museum beweist, je nach der Belichtung 
sehr verschieden hell oder dunkel wirkt, was auch aus den mannig- 
fachen Angaben von Schillers Haarfarbe seitens der Zeitgenossen 
hervorgeht. 

Die feine, klärende Weiterentwicklung des Grafischen Schiller 
zeigt das große Ölbild (Kniestück) von Ludovike Simanowiz im 
Marbacher Schiller -Museum. Der junge Ehemann und beliebte 
Jenenser Professor Schiller (sagte doch ein Schüler von ihm: „An 
dem Mann ist alles liebenswürdig, selbst sein Schnupftabaksfleckchen 



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1 


t 


I 





Wie das zunehmende Leiden die Züge furcht, das volle Hi 
lichtet, das noch immer mit einer Schleife im Nacken zusamtiu 
genommen ist, die Deformation der Nase schäifer akzentuiert, d 
erzählt Westermayrs intim beobachtete Lithographie, welche auch * 
L’nterkehle, die bei späteren Hüsten und der Totenmaske deutlich 
sehen ist, angibt. Aber auch die immer mildere Stimmung des auf c] 
Höhe Stehenden ist darüber ausgegossen, and eins seiner letzt 
Worte an die in seiner Todeskrankheit nach seinem Befinden fragen 
Karoline kommt uns in den Sinn: „Immer heiterer.“ Schadows unerl.i 
lieh wahre Zeichnung schließt sich hier an. Her Tod streift schon Uh 
die spärlichen Locken, der tödliche Katarrh hat sich den Zügen at 
geprägt, das Lächeln mit dem festgeschlossenen Munde ist mehr äuß» 
lieh, das des für alle unvermeidlichen Ehrungen bei dem Besucht* 
Berlin 1804 verbindlich Dankenden, der sein Innerstes aber für sich 
wahren weiß. 

Aus derselben Zeit stammt auch die von dem Berliner Akadcmi 
direktor F. G. Weitsch geschaffene lebensgroße Zeichnung Schille 
init Rötel und Kreide. Die Ähnlichkeit mit dem Höflingerschen Bil< 
ist augenfällig. Nur ist die Biegung des Nasenrückens noch wenig 
herausgearbeitet als dort. Dagegen ist die Augenpartie mit den gera 
linigen Brauen charakteristisch gelungen. Die Haltung des Kopf 
scheint durch eine plötzliche äußere Veranlassung hervorgerufen. Au< 
das huschende Lächeln um den Mund und das eigenartig Versehleier 
des Blickes stempeln diese Zeichnung als Momentaufnahme, die, vt 
mutlich ohne das Modell, idealisierend ausgeführt wurde. Das Beharren« 
der Erscheinung um 1804 ist entschieden in Schadows Zeichnung j 
finden. 

Noch energischer trat der Tod bei der Ausführung des Tisc 
beinschen Ölgemäldes dazwischen, und Schiller mußte im Februar i8< 
Cotta bitten, Dannecker zu veranlassen, daß er Tischbein einen Abgi 
der Gesichtsmaske seiner Büste nach Leipzig senden möchte, dann 
dieser sein im Aufträge des Buchhändlers Crusius begonnenes Bildn 
Schillers ohne weitere Sitzung, die seine Krankheit verhindere, b 
enden könne. Die Züge des Leidens und allzu frühen Alters, gepaa 
mit der milden Anmut seines Wesens in den letzten Jahren und dei 
mächtigen Wollen des Genius, der immer wieder das Leiden scharten 
niederzwingt, so steht dieses Fazit am Ende der langen Bilderreihe. I) 


Schiller nach dem Leben, etwa um die Wende des Jahrhunderts gcrckhaet 
von Westermayr. 


unter der Nase kleidet ihn hold“) ist im Sommer 1793 
zur Erholung von schwerer Krankheit in die schwäbische 
Heimat gereist. In Ludwigsburg, wo ihn die Freundin 
der Familie, ebenso wie Lotte, malte, kehrte er im Hause 
seines Jugendfreundes v. Hoven ein, und dieser schildert 
den Eindruck bei dem Wiedersehen mit folgenden Worten: 
„Er war ein ganz anderer Mann geworden, sein jugend- 
liches Feuer war gemildert , , , an die Stelle seiner vor- 
maligen Nachlässigkeit in seinem Anzuge war eine an- 
ständige Eleganz getreten, und seine hagere Gestalt, sein 
blasses Aussehen vollendeten das Interesse seines An- 
blicks.“ Mag auch das vorherrschend Zarte, Rührende 
der Erscheinung der weiblichen teilnehmenden Seele der 
Freundin, die gerade dieses in ihr schaute, und der Frauen- 
hand, die sie gestaltete, zuzuschreiben sein, daß es eine 
bedeutende Note in dem Wesen des gereiften Dichters 
spielte, beweisen Wilhelm v. Humboldts Worte bei dem 
Tode Schillers, den er in Rom erfuhr: „Denn ach! nun 
soll ich sie niemals Wiedersehen, diese edlen und ernsten 
Züge, das auf die Brust geneigte Antlitz, die hohe 
leidberührte Gestalt!“ Den geklärten Menschen, in dem 
der phantasievolle Dichter stets durch den philosophi- 
schen Denker gezügelt wird, hat Ludovike Simanowiz 
uns gezeigt. 

Die Silhouette Schillers in Hoftracht mit dem Degen 
an der Seite, das beste der drei kleinen Ganzfigurbilder, 
beweist uns, im Vergleich zu dem an erster Stelle be- 
sprochenen Porträt, wie recht Goethe hatte, wenn er im 
Gespräche mit Eckermann 1827 äußerte, daß Schiller in 
seinem reifem Leben von der Idee der physischen zur 
ideellen Freiheit übergegangen sei. Von dieser ganz 
durchdrungen scheint uns das markante Profil, die hohe 
Gestalt des in den Weimarer Hofkreis eingetretenen 
Dichters. Nicht nur aus dem Munde der liebenden 
Gattin und Schwägerin besitzen wir das Zeugnis, daß 
seine Gestalt so edelstolz und aufrecht gewesen ist. Auch 
Goethe sagte zu Riemer: „Jede seiner Bewegungen war 
stolz, nur seine Augen waren sanft.“ Lesen wir Frau 
v. Staels Schilderung ihrer ersten Begegnung mit Schiller 
in den Zimmern der Herzogin, so tritt unwillkürlich diese 
Silhouette vor unsere Augen: „J’y entre, jy vöis un seul 
homme grand, maigre, päle, mais dans une uniforme avec 
des epaulettes. Je le prend* pour le commandant des 
forces du duc de Weimar, et je me sens penetre de 
respect pour le general. II se tient ä la cheminee dans 
un silence morne “ Von der „langen geraden Statur mit 
der trotz seines Bru.stleidens gewölbten Brust, langgespal- 
ten, langarmig“, berichten schon die Jugendfreunde. Die 
stramme Haltung w*ar wohl eine Nachwirkung seiner mili- 
tärischen Erziehung, wie das auch Lotte ausgesprochen 
hat. Mit diesen Angaben decken sich alle drei Bildchen. 


Bildnis in Hoftracht. Silhouette. Ten Reute des Herrn Kunsthändlers Hcnfl in Weimar. 



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ffi . Phi,os ‘>P»*n. 

Sr f° har| ^h- 

[Win Mantel und der 
^errolle in de 
Rechten steigert die zu 

2? « r,,ls ™ Gesamt- 
Wirkung verschmolze- 
nen realistischen Einzel. 

zu ^e zum apotheosen- 
artl £en Idealbild. 

Vom Dezember 1808 
t>is Februar r8otj hielt 
sich der Dresdner Maler 
Gerhard v. Kügelgen 
in Weimar auf. „Die 
Zeit meines Hierseins,“ 
schreibt er, „habe ich 
angewendet, die Por- 
träte von Goethe und 
Wieland zu malen, auch 
die von dem seligen 
Herder und Schiller, 
nach mehreren früher 
gemalten und nur teil- 
weise ähnlichen Abbil- 
dungen“. Das Bildnis 
Schillers befindet sich 
jetzt im Museum des 
Deutschen Hochstiftes 
zu Frankfurt a. M. In 
seinen Briefen berichtet 
Kügelgen weiter: „Uin 
die Zwischenzeit und 
die Abende zu nützen, 
kam ich auf die Idee, 
Goethe und Wieland zu 
modellieren, halb er- 
haben in Wachs“. . . 
Und wie bei den Ölbild- 
nissen schloß sich auch 
in dieser Form Schiller 
an. Das Wachsrelief 
auf schwarzer Holztafel 
ist jetzt im Besitze des 
Herrn Professors Theo- 
dor Hagen in Weimar. 
Kügelgen schuf seine 
Schiller- Bildnisse aber 
nicht nur nach anderen 
Alibi Idungen, sondern 
in Erinnerung an eine 
flüchtige Bekanntschaft 
mit dem I lichter am 
Rhein und unter der 


ß*Muia 


fiil'liii* v.-n Kric'lricli * »ru Weit'.' fl, I Sq-j, Zci.-Unimj; int Beiliner Kup{t*r>t irliV.ihinett . 

cler Photographischen Gevclls.'haft in Koriin. 


Weisung von Personen, 
die lange Zeit im vertrau- 
ten Verkehr mit Schiller 
gestanden hatten. Auch 
die Totenmaske Schillers 
hat er offenbar zu Rate ge- 
zogen. Das beweist vor 
allem das Wachsrelief, 
das im Vergleich zum < M- 
gemaldt * bedeuten d herl n t 
gehalten ist. Wie bei der 
Totenmaske finden wir da 
die mächtig heraustreten- 
den Backenknochen, die 
tief eingesunkene Wange 
und Schläfe, das abgeplat- 
tete Kinn mit Unterkehle 
und die fast senkrechte 
Richtung der Nasenspitze. 
Doch tritt diese Nasenbil- 
dung bei der Totenmaske 
nur bei der Profilwendung 
nach, links hervor. Die 
rechte Seite ergab ein 
schnabelartigeres breiteres 
Profil, wie es in Wester- 
mayrs Lithographie am 
besten festgehalten ist. 
Dieser Fehler geht wohl 
auf den Einfluß der Bü- 
sten Danneckers zurück, 
der die untere Verbrei- 
terung und Asymmetrie 
von Schillers Nase ziem- 
lich unberücksichtigt ließ. 
Ferner ist diesem Vor- 
bild die 2U breit aus- 
ladende, brettartig, steil 


PbologTj vilrc 


ansteigende Stirn und 
das zu Hache Hinter- 
haupt zuzuschreiben. 
Ein echtes Charak- 
teristikum Kügelgens 
sind die weitgeöffneten 
großen Augen, durch 
die er die Bildnisse 
zu idealisieren strebte. 
Für Lotte v. Schiller 
aber muß das Wachs- 
bild die Züge des ge- 
liebten Mannes sehr treu 
wiedergegeben haben, 
denn sie führte es auf 
allen ihren Reisen in 
einem kleinen Täsch- 
chen mit sich und hing 
es über ihrem Bette 
auf. Emst v. Schiller 
schenkte es nach dem 
Tode seiner Mutter 
deren Freundin, Frau 
Hofrat Zwierlein in 
Weimar, deren Tochtei, 
Frau Major Ridel, es 
ihrem Schwiegersohn, 
Herrn Prof. Hagen, 
übergab. 

Der Güte dieser 
greisen Hüterin vieler 
Schätze aus Deutsch- 
lands literarisch größter 
Zeit, deren Erscheinung 
in die alten Traditionen 
lebendiges Leben über- 
strömt , sowie Herrn 
Professor Hagen ist es 
zu danken, daß dieses 
Wachsbild hier zum 
erstenmal abgebildet 
werden durfte* 

So sind wir bei un- 
serer Wanderung vom 
Geburtshause in Mar- 
bach aus an der Statte 
des letzten Wirkens 
und des Todes Friedrich 
Schillers , in Weimar, 
angelangt, das sich im 
Eifer, sein Andenken zu 
wahren und zu erwär- 
men, mit Süddeutsch- 
land würdig eint. 


Gottfried Scbadow, 1S04. Zeichnung. Berlin, National- 
galene. 


Wacharelief auf schwarzer lloUtafd 


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Go, gle 


warjrc 

Gattin, jeut bei Herrn Prof. Theodor Ilagcn «* VNc 

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Das neue 3d)uljd)iff „<prin 3 effiti Sitd gtie&rid)''. Criginaljcicfjnung von 2Bi.Hi) St5a?er, 




3ttu[trirtc 3 e ^ un 9- 


3462. 4. 91ot)cntbcr l^uy. 


1 

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3ufdjreibt. Auch oom erfrifdjenben 
6d)u)imin&aö in bcn Alpentcen bdlt 
ihn Ijcutc ii cd) feine nod) fo nichtige 
Temperatur ab, unb weilt er in 
SRiinchcn, fo unternimmt er, wie fett 
3« leimten, faft allmergeriblid) 311 
feljr früher Stunbe feine ftünftlcr* 
befudje, wobei bie eitlen Treppen* 
ftufen, bie fogar bei ben ©rief* 
trägem bie 'Jötalcratelicrs rcd)t 
unbeliebt ntadjen. beut beinahe 
Acnnjig jährigen nfcfjt bic minbeften 
©cfd)n)erbeu oerurfat^en. ® 5 l)tenÖ 
ber Öreicr feines jegiflen 3ubiläums 
blieb er jebod) im ©crd)tcsgat>encr 
3agbgeläubc unb lieg fid) bunt) 
feinen Soljn ©riit3 ßcopolb bei ber 
©arabc oerlreten. 

©rin3 ßuitpolbs Siebungen 311 
bein 'Regiment, bas n ad) if>m ge* 
nannt ift, unb 411 feiner JBaffe be» 
fdjränften fid) oon Anfang cm bis 
Sur ©egenwart feineswegs nuf bas 
formale einer (Elircnftelluug. Auf 
feinen eigenen innigen SBunfd) warb 
er mit uierjebtt 3abren oon feinem 
©ater, fl 5 mg ßubwig I., auni Artil- 
lenften beftimmt. 3 n bie fern 3arten 
Filter bereits amröe er f>miptmann 
im 1. ftelbartillcricregimeut. Sein 
tat|äd)lirt)cr (Eintritt in ÖasSReginmit 
unb bamit in ben ntiircn SOcititär- 
bienft erfolgte erft oier 3abre fpäter, 
als Vrin3 ßuitpolb mit öer ©oll* 
enbung bes ad^chnten Bebens* 
jalires großjährig warb. (Er roar 
ber erfte Angehörige brs bai)rifd)m 
Königs haufes, ber jtd) ber 'Artillerie 
roibmetc; birfc jtieg öab irrd) fetjr in 
ber Achtung ber oonubmen AMt, 
bie ben ftanonenöicnlt, bei aller An* 



©rinjrcgcnt Buitpolb oon Sägern 1 SQ 9 . 


Giebjig 3 a b re Weflimentsinfjaber. 

(3uin3nbililum bwiprinmflertten ßuitpolb oon •BiU5«m,l.^Jöiwnib#r .) 
f T\<* ad)timbatf)t3tgjdl>rige ©Tin.yregent ©atjerns fonnte 
/i/ant 1. Aooember einen militärifdjcn ©cbcnltag begehen, 
ber feiner Seltenheit wegen aud) bie nidjlmilttdrifdjfn 
3eit0fnoffcn lebhaft intereffiereu roirb. Solle fieb3tg 3 abre 
war er an biefem Tage Inhaber bes l>ngrifd)eu 1. ftrlb* 
artillcricregiments; ein 3 ubiI 4 um, bas fd)t»erlld) fdjon ein- 
mal ein anberer erlebt. Tcnfbar ift fo etwas ja inner* 
halb ber tjeutigen Akltorbnung überhaupt nur bei ben 
ftürftenföhnen , bie blutjung ju mancher, fonft ben 
t&rauröpfen oorbetjaltenen JBürbe gelangen. ©riii3regent 
ßuitpolb aber erlebte ben fiebjigftert 3al)testag fogar in 
ooller Auftigfeit, btc er in ber fjauptfadjc ber 3agb in feinen 
barjrifdjen Sergen ccrbanft; bas ift bas ©eljeimmiUel, 
bem ber fRegent felbft fein erftaunli<bcs 3 ungbleiben 


erfennung ieiner tedjnifdjcn ©ebew 
tung, nod) einem alten Sortirteil nod) alsnünberrittcrlidjan* 
fall. Auf Anorb nung bes Königs lernte rin 3 ßuitpolb ben 
Tienft oon unten herauf burd) alle ©rabc l)inburd)praftiid) 
fennen. 'Jiatürltdj mar bie 3 rit für jebe Stufe bebeutenö ab* 
geför3t, aber eine nicht ju uiiterfdjättenbcSorftfjulebot biefer 
genaue (Ein* 11116 llbcrblicf bod), gerabe für ein Slitglicb 
ber furrfcherfamilie, bas fonft nid)t feidjt mit ber niebeni 
3 Birtlid)tcit in (el]rreid)e (Berührung gelangen fonnte. Ter 
jugenölidje fvauptmann mußte au<h ben bamals bejoubers 
bod) bewerteten ©oftenbienft mitmachcn, ein Srfyaufpiel, 
bas im bieb«rmcicrlid)en ©lunchen groß« Aufmertfamfeit 
fanb unb and) bie föitiglidje lülutter bes Jnmiptmann- 
.Kanoniers famt ben Srin3cffiunen bemog, uorübcrfalirenb 
bcri ungewöl)nlid)en '|>oftcnftef>er 311 fetjcn. Som 1. April 
bis 311m 1 . Aooembcr 1 S 39 bewältigte er natfjeinanber bie 
^Jicnftaufgabcn eines Kanoniers, florporafs, 3eu<r«>fri<rs, 
OberfeueriDerrers, Unterleutnants unb Oberleutnants. Am 


1. Aooember, an feinem Aamensfefte, ernannte iljn ftänig 
ßubwig 1. 3um Cberftinbaber Des 1. ^elbartillericregiments. 

©on ber Koinmanbobefugnis, bie ^Jrin3 ßuitpolb ba* 
mit jugleid) erljlelt, madjtc er in emfidjtsoollcc ^BefeEjetben- 
tjeit oorerft feinen ©ebraud), fonbern befleißigte fii^ noi^ 
weiterer Ausbilbuug unb übcmal)m erft 1841 auf fu^e 
3rit ben ©efel)l über bas Slcgimetit. tiefem toar er oon 
feiner erften Uienftjeit an burd) fein fd)lid)tes UBejcn lieb 
getoorben. (Ein. Golbatentieb oon anno 1839 feiert tb« 
als „©aiyerns erften Aanonict". 3 n ocranttuortlidjen 
Stellungen wußte ber ^^03 bann ÜBcljlwollcn unb Strenge 
gut 3U oeretnen. ASieoiel er fortgefe^t für bic bagrif^e 
Artillerie getan ßat, ift fdjon älter gcfdyilbeit worben. 
'Ete ^iftteu fid) namentlich im bittem (Ernft bes 

.Krieges 1870 , 71 . Sein ^Regiment insbefonbere, ftülprer 
wie 9 Aannfd)aften, ßat bei ^riiifl unb nachmalige Aegcnt 
oftmals mit Stiftungen unb ©aben bebacht. W. lt. 


, 



©Tina ßeopolb bei bet ©arabe bes bat)rifd)en l. fJelbartUlerieregimenis unb bet alten ©lannfdjaften. 

Öiintntsdjcfs^wbUäums bes 'ptin^Tcgenten ßuitpolb oon ©agern. 

_1 _ Original from 

X 1 '- THE OHIO STATE UNIVERSITY 



Das Erbe des Ikaros. Roman von Mervarid. 


(4. Fortsetzung.) 

oktor Schilling war der einzige, mit dem sie ruweilen über 
diese Sorgen sprach; er war ja auch ein Seelenarzt, dem nie- 
mand umsonst vertraute. Wenn er sie dann in gutmütigem 
Spott auslachtc, war sie wieder beruhigt und folgte ihren 
Erziehungsgrund&ätzen weiter. 

Beim Unterrichte trieb sie ihn nicht. Sie hielt sich an den Sduilplari 
und ließ sich selbst durch Rolfs Fleiß uhd Klugheit nicht verleiten, über 
das Pensum hinauszugehen. In der wannen Jahreszeit gab sie ihm seine 
Stunden im Freien. Hinten im Nutzgarten stand nahe am Flusse eine 
Laube. Wilder Wein stieg an den Pfosten empor und trieb lange, schaukelnde 
Ranken durch die Dachritzen, blaue Glockenblumen standen hoch und steif 
am Eingänge, und im Sommerwinde nickten die süßduftenden Blütenrispen 
des gelben Labkrautes. 

Dort mochte Rolf am liebsten sein. Im Weingeranke hatte ein Schwarz- 
kopfpärchen sein Nest gebaut- Die Vögel flogen ab und zu, der kleine 
Zuschauer, der, sacht seine schlanken, bloßen Beine schwingend, auf der 
Bank saß, erweckte in ihnen keine Sorge. Das nachdenkliche Kind sah 
in allem Belebten auch etwas Beseeltes; es horte genau, was die Vogel- 
mutter zu ihren Kindern sagte, es wußte, was die bunte Schnecke dachte, 
was für Wünsche und Pläne die Frösche und Schmetterlinge hatten. 

. Wenn Edith nach Rolf rief, tönte aus irgendeiner unauffindbaren Ecke 
her sein helles „Ja“, und Edith mußte manchmal lange ausspähen, bis sie 
seinen Blondkopf im grünen Gewirr fand. Dann hockte er zwischen den 
Gemüsebeeten, den Pflanzen zuschauend, die er mit Edith selbst gesät hatte. 
Pie brauchten sehr notwendig jemand, der auf sie achtgab; der einen war 
ein Stein im Wege, die zweite wollte gegossen sein, die dritte plagte sidh 
mit einer Raupe ab, die sich als ungebetener Tischgast eingefunden hatte, 
und der schmalfüßige Junge mit dem hellen Haar und den schwarzbraunen 
Augen stieg unverdrossen in den engen Pfädchen umher und schaffte Ordnung. 

Edith kam die Hintertreppe herab; sie trug einen Korb Bohnen und 
ging nach der Laube. Als sie Rolf dort nicht fand, rief sie nach ihm. 

Er kam angesprungen. „Tante, auf dem Berge unter den Kürbis- 
blättem ist eine ganz kleine Solange. Eben habe ich sie genau gesehen. 
Sie ist graubraun und nur so lang.“ 

„Deine kleine Schlange ist eine Blindschleiche, vertilgt Insekten und 
ist also ein nützliches Tier. Sie beißt nicht und ist nicht giftig. Das 
kannst du dir so nebenbei merken. Im übrigen hat es eben zwei geschlagen, 
und du hast dir weder die Hände gewaschen noch dein Lesebuch geholt.“ 
„Tante, ich habe es nicht schlagen gehört. Aber das Lesebuch liegt 
schon in der Laube im Tischkasten." 

„Die Klosteruhr schlägt doch laut genug. Du hast nur nicht ordent- 
lich aufgepaßt.“ 

Rolf seufzte schuldbewußt und schoß davon, die notwendige Säuberung 
seiner Finger vorzunehmen. Nach fünf Minuten saß er Edith gegenüber. 
„Nun fang an. Was hast du auf?“ 

„Seite sechzig: »Das Pferd«'.“ Rolf hatte gut geübt, er las ohne viel 
Stocken, und Edith, die währenddessen ihre Bohnen abfädelte, merkte, daß 
er sich doppelte Mühe gab, um sie wegen der kleinen Saumseligkeit zu 
versöhnen. Sie brauchte ihn kaum zu strafen, wertig zu schelten; er war 
so sensibel, daß ihn schon ihr ernstes Gesicht, ihr Schweigen bedrückte, 
und Edith hatte dadurch leichtes Erziehen. Nach einer halben Stunde 
durfte er pausieren. Er sah sie erwartungsvoll an, und als sie absichtlich 
nicht gleich etwas sagte, fragte er sorgend: „War es gut?" Edith lächelte. 
„Ja. Kerlchen.“ 

Er setzte sich zurück und schob zufrieden die Hände in die Hosen- 
taschen. „Tante, ob ich wohl auch mal ein Pferd kriege?“ 

„Ich glaube nicht, Bubi.“ 

„Warum denn nicht? Könntest du mir keins schenken?“ 

„Ja, das könnte ich wohl. Aber ich glaube nicht, daß Papa es erlauben 
würde. Er wird es nicht für nötig halten.“ 

Rolf spitzte nachdenklich seine Lippen. „Tante, müssen wir Papa 
eigentlich nach allem fragen?“ 

Edith ließ die Hände sinken. „Aber, Rolfl Gewiß 1 Zu was hast du 
denn das vierte Gebot gelernt?“ 

„Ist es nicht genug, wenn du es erlaubst?“ wandte er etwas klein- 
laut ein. 

Edith schüttelte mit großem Ernste den Kopf. „Nein, Rolf. Dein 
Papa hat midi nur zu seiner Stellvertreterin gemacht, und ich muß mich 
auch nach dem richten, was er wünscht. Du darfst niemals vergessen, 
daß Papa dein erster und nächster Angehöriger ist, und du sollst ihm, 


auch wenn er nicht da ist, gern gehorchen; denn eines Tages wird er doch 
wiederkommen, und dann sollst du ihn so lieben, als ob er niemals weg- 
gewesen wäre.“ 

Und nun begann sie von neuem, dem Kinde von der Zeit zu erzählen, 
da Papa noch ein kleiner Junge war. Das konnte Rolf, der keine Spiel- 
gefährten hatte, nicht oft genug hören, und er horchte mit schwärmerischem 
Entzücken. Der „kleine Junge“ war für ihn wie der Held einer Lieb- 
Üngsgeschichte. Edith wußte nicht, daß ihr Lächeln wärmer, ihr Blick heller 
wurde, daß eine verhohlene Zärtlichkeit in ihrer Stimme bebte, wenn sie 
von Klemens' Kindertagen sprach. Rolf war zu klein, das zu bemerken; 
aber er empfand es instinktiv, und das weckte auch in seinem Herzen 
einen Widerhall. 

Doch Edith konnte nicht nur bei der Vergangenheit weilen. Aus ihrer 
Erzählung wuchs immer eine zweite: wie es sein wird, wenn Papa wieder- 
Icommt. Und weil sie selbst diese dereinstigen Tage wie von Goldglanz 
überhaucht sah, weil unbewußt in dem, was sie sagte, die ihre Sehnsucht 
und Liebe mitklang, war dem Kinde dlmählich der Begriff der Wieder- 
kehr seines Vaters mit dem einer Zeit der Erfüllung aller Wünsche zu- 
sammcngeflossen, und er wartete darauf, so, wie er auf Weihnachten wartete. 

„Tante, wir wollen Papa schreiben, daß er recht bald kommt!“ sagte 
Rolf mit glänzenden Augen. 

„Willst du ihm schreiben? Einen richtigen Brief? Du kannst es ja 
jetzt schon 1“ Ediths Herz fing an vor Freude zu klopfen. Hatte sie es 
wirklich verstanden, dem fernen Manne die Zärtlichkeit seines Kindes Zu 
erhalten? Hatte ihre Treue das Wunder erzwungen, daß Zeit und Ent- 
fernung das zarte Liebesfünkdien nicht hatten ertöten können? 

Rolf bejahte voll Eifer und rannte davon, Ediths Briefmappe und sein 
Federkästchen zu holen. Mit roten Wangen kam er wieder und setzte 
sich zurecht. Aus der Lesestunde wurde nun eine Schreibstunde. „Tante, 
hilfst du mir dabei ?“ 

„Schreibe einmal ganz allein 1“ schlug sie vor. „Du wirst natürlich 
viele Fehler machen, aber dam» sieht Papa, daß dir niemand etwas vor- 
gesagt hat. Und wenn du es dann das nächste Mal besser machst, merkt, 
er, wieviel du inzwischen gelernt hast, und freut sich darüber.“ 

Rolf fand das sehr einleuchtend und schrieb mit begeistertem Fleiße drauflos, 
Edith gab ihm nur dann und wann einen Wink, wenn ihm der Stoff ausging. 

Nach einer reichlichen Stunde war der Brief fertig, und Edith las ihn, 
nachdem sie es zuerst sich abgewonnen hatte, dem Schriftsteller nicht auf 
die Arbeit zu seher. In schön gemalten Buchstaben stand auf dem Papier: 
„Liber papa. Ich kann jetz schon schreiben. Ich schreib gans alein, ich 
wohne in einen grosen Haus mit Tante und an na und den peter. peter 
is in einen Kefich. Wenn er raus is sitz er auf alle Schrenke. Er frist 
Nüse. anna is Stuben roed eben. Ich helf Ir puzen. Ich lerne bei tante 
Edit. Lesen kann ich auch schon, heute hab ich von Fcrd gelesen. Liber 
Papa, wenn Du körnst, schenk mir ein Ferd. zum reiten, ich griise dich 
hertzlich. Dein sohn Rolf.“ 

Edith küßte ihn. lachend über das ganze Gesicht. 

„Sind sehr viele Fehler drin?“ erkundigte er sich interessiert. 

„Ja, eine ganze Menge. Aber Papa nimmt dir das nicht übel. Jet 2 t 
wollen wir Kaffee trinken, dann tragen wir den Brief zur Post und gehen 
in die Konditorei.“ 

Vierzehn Tage lang fragte Rolf oftmals, ob der Brief schon angclangt 
sein könne. Edith vertröstete ihn und zeigte ihm auf der Karte die un- 
geheure Reise, die das Blatt Papier zu machen hatte. Zuletzt dachte Rolf 
nach Kinderart nicht mehr daran, und Edith zählte die Wochen still- 
schweigend für sich allein. 

Ehe Novemberstürme die Meere aufwühlten und ihre rauhe Geißel durch 
die Länder schwangen, konnte die Antwort nicht kommen. Aber als diese 
Frist um war, brachte sie auch der erste Tag. 

Edith nahm den an Rolf adressierten Brief entgegen und flog ins Wohn- 
zimmer. „Rolf! Papas Antwort! Hier, mach’ aufl“ 

Rolf ließ sein Spielzeug stehen und liegen. Erst mußte er die Adresse 
buchstabieren, was bei Klemens Janetz' charakteristischer Schrift nicht eben 
leicht war. „Tante, Papa macht ja aber so komische Buchstaben I Das 
heißt doch gar nicht Rolfl“ sagte er hilflos. 

Edith setzte «ich, nahm ihn auf den Schoß und faltete das Blatt aus- 
einander. „Versuche es nur. Was du nicht lesen kannst, sage ich dir.“ 
Aber den Brief konnte Rolf Wort für Wort lesen. Denn Klemens 
Janetz hatte mit großer Sorgfalt jeden Buchstaben genau ausgezogen, so 
daß seine schwere, breite Schrift vollkommen klar wurde. 



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Ediths Augen feuchteten sich, als sie die Zeilen las, in denen der 1 reife 
Mann rnit rührender Unbeholfen Kcit versuchte, zu seinem Kinde zu sprechen, 
das er seit Jahren nicht mehr kannte. 

„Mein liebes Rolfdien J 

Dein Brief kat mir eine große Freude gemacht. Ich danke Dir sehr, 
daß Du Dir so große Mühe damit gegeben hast. Da Du nun schon so schön 
schreiben kannst, möchte ich gern, daß Du mir recht oft einen Brief schickst. 
Es tut mir sehr leid, daß Du nicht bei mir sein kannst. Aber ich bin 
fast niemals zu Hause, und Du müßtest immer allein sein. Das geht doch 
nicht, und das würde Dir auch selbst nicht gefallen. Ich hoffe sehr, daß 
ich nächstes Jahr Zeit finden werde, nach Europa zu kommen. Dann 
besuche ich Dich. 

Um Dir einstweilen eine Freude zu machen, will ich Dir zu Weih- 
nachten eine Kiste schicken. Da ich nicht weiß, was Du Dir wünschest, 
■werde ich Dir Spielzeug kaufen, wie die Kinder hier im Lande cs haben. 
Nun bleibe recht gesund und sei artig und fleißig, damit Frau Rohde" 
(die beiden letzten Worte hatte Klemens ausgestrichen und dafür „Tante 
Edith" geschrieben) „mit Dir zufrieden sein kann. Ich schicke Dir viele 
Gruße und einen herzlichen Kuß. 

Dein Dich liebender Papa." 

„Ach, das ist doch ein wunderschöner Brief!“ sagte Rolf, tief auf- 
atmend, als er sich bis 2um Ende durchgearbeitet hatte. Wange an Wange 
mit dem Kinde hatte Edith mitgelesen — weit mehr als die sorgsam dem 
Ideenkreis des Achtjährigen angepaßten Worte und Wendungen, Ihre 
Blicke kehrten immer wieder zu dem Satze zurück: „Ich hoffe sehr, daß 
ich nächstes Jahr Zeit finden werde, nach Europa zu kommen.“ 

Nächstes Jahr! Ihr Gesicht erblaßte, und sie lächelte doch. Nach so vielen 
Jahren der Trennung! Aber was ist Zeit, was ist Raum für ein Frauenherz! 

Einige Tage vor Weihnachten kam die Kiste auf dem Lindenburger 
Zollamt an. Edith ließ die Verzollung durch ihren Spediteur erledigen, 
und da die Kiste nun einmal schon geöffnet war, drang Rolf mit end- 
losen Bitten in Edith, sie bald auszupacken. 

Das einzige, wozu sie sich verstand, war, Klemens' Brief herauszunehmen. 
Die in wasserdichten Stoff eingeschlagenen Pakete blieben vorläufig unberührt. 

Vor der Kiste kniend, Rolf neben sich, las Edith den Brief. Klemens 
schrieb, ähnlich wie im ersten, mit der etwas steifen Zärtlichkeit eines 
Mannes, der mit Kindern nicht recht umzugehen weiß. Auf der zweiten 
Seite fand sich eine Stelle, die Ediths Herz schlagen ließ. „In dem großen 
Paket rechts in der Ecke sind Sachen, die ich gekauft habe, damit Du, 
liebes Rolfchen, sie Tante Edith zu Weihnachten schenken kannst. Denn 
Du mußt ihr doch sehr dankbar sein, daß sie so gut für Dich sorgt.“ 

„So, Tante Edith!" schrie Rolf triumphierend und warf sich mit beiden 
Armen über die Kiste. „Jetzt kriegst Du Deine Sachen auch noch nicht! 
Jetzt hebe ich sie Dir auch bis zu Weihnachten auf!“ 

Mit einem Griff hatte er das Paket an sich gerissen und jagte davon, 
um es in seinem Spiegel schrank zu verbarrikadieren. 

„O du frecher Strick!" rief Edith lachend. Da kam er schon zurück, 
fiel ihr um den Hals und sang ihr in die Ohren: „Du kriegst sie nicht! 
Du kriegst sie nicht! Meine gibst du mir ja auch nicht!“ 

Edith konnte seiner Logik nicht widersprechen; sie klopfte ihm im 
Spaß die Höschen aus, dann rannten sie beide voll Übermut in den Garten 
und schneeballten sich. 

In der Nacht stand Edith auf und horchte hinter dem Vorhang auf 
Rolfs tiefe Atemzüge. 

Dann ging sie, das Licht sorgsam mit der Hand schirmend, in das 
Wohnzimmer, öffnete Rolfs Schränkchen und schnürte das Paket auf. 

Es enthielt seidene Decken, Stickereien, geschnitzte Elfenbeinsachen und 
ein Paar aus feinem Reisstroh geflochtene Pantöffelchen mit bunten Hacken. 
Etwas Handschriftliches war nicht dabei. Sie hatte es auch nicht erwartet. 

Edith starrte lange, lange mit glimmenden Blicken auf die Gegenstände, 
die Klemens’ Hände berührt hatten, dann sank sie vornüber, und das 
Gesicht in der Seide bergend, weinte sic da hinein in wildem, röchelndem 
Schluchzen den ganzen Jammer ihrer Einsamkeit. 

Neuntes Kapitel. 

Der Frühling blühte in den Sommer hinüber. Es waren trübe, schwüle 
Tage, die jeden Morgen Gewitterwolken heraufbrachten, doch kein Tropfen 
fiel. Niedrig trieb der Fluß in seinem Bette dahin. Die Stufen, die hinter 
Ediths Garten zum Wasser hinunterführten, waren bis zur letzten frcigelegt, 
und Rolf kletterte auf dem Zaune herum und liebäugelte mit ihnen. Er 
wäre gar zu gern da einmal hinuntergestiegen, aber Edith hatte es ihm 
verboten. Den Fischen da unten zuzusehen, die alle Augenblicke ihre 
rundoffenen Mäuler herausst redeten, hätte ihm mehr Spaß gemacht, als seine 
Fontäne zu bauen, die doch nicht springen wollte. 

Edith saß in der kühlen Hinterstube, von wo aus sie den Jungen 
beobachten konnte. Die herabgelassenen Vorhänge aus dünnem, grünem 
Stoff machten den Raum ein wenig dämmerig. Er sah fast schmucklos 
aus, weil die schlanken, strengen Linien der in Graugrün gehaltenen Möbel 


nichts von Weicher Zierlichkeit an sich hatten; aber die sparsam verteilten 
sehr schönen Kunstgegenstände, die vielen Kissen, Blumen und Sitzbänkchen 
machten das Zimmer wieder anmutig und behaglich, und es paßte zu der 
feinen Mädchenfigur seiner Bewohnerin. Sie war nua dreißig Jahre alt, 
und die sanfte, klare Mittagsschönheit dieser Zeit lag über ihren reinen 
Zügen, die in unbewachten Augenblicken noch immer die Mclandiotic wider* 
spiegelten, die sie aus der Vergangenheit in die Gegenwart begleitet hatte. 

Draußen klingelte es, und gleich darauf kam jemand unangemeldet durch 
das Nebenzimmer. Edith erkannte schon am Schritte Gerd Schilling. 

Ohne aufzustehen, nickte sie ihm zu, als er auf die Schwelle trat. Er 
kam heran, um ihr die Hand zu reichen. Hinter ihm drein trottelte ein 
kleiner, dunkelbrauner Hund mit langen Haaren und einer frech in die Luft 
gesteckten kohlschwarzen Nase. 

„Tag, gnädige Frau. Herrgott, haben Sie es hier schön kühl und still! 
Es ist immer die richtige Höhenluft um Sie!“ sagte er, nervös* gutlaunig 
lachend, und setzte sich sofort nieder. 

„Genießen Sic meinen wohltemperierten Frieden, solange Sic Lust und 
Zeit haben. Er steht Ihnen sowohl wie Petz ganz zur Verfügung.” Ediths 
Lippen lächelten bei den Worten, aber ihre Augen sahen ernst und teil- 
nahmsvoll in Gerds Gesicht. 

Er hatte niemals von seinem Unglück gesprochen; doch er wußte, daß 
sie es kannte und verstand. Edith hatte, seitdem über Adele Dinge erzählt 
wurden, die in keiner Weise mehr harmlos ausgelegt werden konnten, im 
Doktorhausc nur noch Gerds Sprechzimmer betreten. Dafür kam Gerd 
nach wie vor zu ihr, manchmal auch, ohne dabei nach Rolf zu sehen, nur 
„um sich auszuruhen", und sic ließ ihn dann sprechen oder schweigen, 
ganz wie cs ihm lieb war. 

Er sah heute sehr schlecht aus, fahl und verfallen, wie ein Mensch, der mit 
seinen Nerven zu Ende ist. Als sie ihn betrachtete, antwortete er auf ihren Blick. 

„Ich verreise morgen. Vierzehn Tage lang . . . mal ganz in die Stille. 
Ich kam her, Adieu zu sagen. Und noch etwas“ — Er griff unter seinen 
Stuhl und holte Petz am Nackenfell hervor. „Gnädige Frau, seien Sie so 
gut, und nehmen Sie das kleine Biest so lange in Pflege. Er ist beinahe 
zu Menschenart verwöhnt und hat außer mir niemand.“ 

„Ja, gern!" sagte sie bereitwillig und griff rasch nach dem fre ischweben - 
den Hunde, der in seiner ungewohnten Höhe ein lächerlich dummes und 
unglückliches Gesicht zog. „Rolf wird ja selig sein!" 

Petz nestelte sich zufrieden auf ihrem Schoße ein, so daß niemand gewußt 
hätte, wo Kopf und Schwanz war. und Edith vergrub mit frauenhafter 
Zärtlichkeit ihre Finger in sein Haar. 

„Danke", sagte Gerd. „Damit hätte ich ja nun mein Haus beschiel t 
und alles versorgt, was auf meine Liebe angewiesen ist." Ein bitterböser 
Hohn grollte in seinen Worten. Edith fühlte, daß bei Naturen wie die 
Gerds der Hohn nur ein Kind des Schmerzes und der Hoffnungslosigkeit 
ist, und. sie, die selbst Leid trug, vermochte das Leid anderer zu ehren 
und ahnend, mitzuempfinden. Aber fragen wollte sie ihn nicht danach. 
Verlangte es ihn, zu sprechen, so mußte er das erste Wort selbst finden. 

Sie sah ihn still und freundlich an. Doch sein Mund blieb hart 
geschlossen, und er starrte über den Garten, wo Rolf noch immer auf dem 
Staket hcrumtumte, über den Fluß und die femblauen Berge hinweg. Zeit 
und Raum vergessend. 

Da senkte Edith ihren Blick wieder, klopfte Petz auf seinen runden 
Rücken und tat, als ob es sie amüsiere, wenn das bissige, kleine Tier 
ergrimmt emporfuhr und sie anknurrte. Draußen fing Rolf an zu singen; 
seine schwache, aber helle und reine Stimme sang die Melodie mit, die 
irgendwo in den Nachbarhöfen eine heisere Drehorgel spielte. Dann erhob 
sich jenseit der Mauer ein Dienstmädchensopran, scharf und gellend wie 
das Geschrei eines schlechten Kanarienvogels. Rolf hörte sofort auf und 
lief mit empörtem Gesicht davon. Als er Edith am Fenster sah. kam er 
herangesprungen. „Tante, die drüben plärrt so laut, daß man von der 
schönen Leier gar nichts hört." 

„Sie hat] es eben nicht besser gelernt“, begütigte Edith den Musikliebhaber. 

Gerd Schilling fuhr aus seinen Gedanken. „Ja so, der Rolf! Junge, 
jetzt heißt cs, gesund geblieben! Ich verreise. Übrigens, gnädige Frau, 
meinen Vertreter treffen Sic zur gewohnten Stunde in meiner Wohnung. 
Meine Frau geht für die Zeit zu ihren Eltern." 

„Onkel Gerd, wir sparen uns alle Krankheit, bis du wieder da bist", 
sagte Rolf und streckte beide Arme nach dem Fenster empor. „Heb mich 
doch hinein, Onkel I* 

„Komm doch über die Treppe, Faulpelz!“ schalt Edith; aber sic ließ 
Gerd doch aufstehen, um Rolfs leichtes Figürchcn hereinzulangen. Gerd 
hielt den Jungen einen Augenblick hoch in der Luft, so daß das weiße, 
leuchtende Kindergesicht gerade über dem dunkeln Männerkopfe war. Rolf 
faßte seinen guten Freund bei den Ohren und sagte in. leidenschaftlicher 
Zärtlichkeit: „M — m — m — !“ indem er ihm einen schallenden Kuß gab. 
Onkel Gerd war für ihn das erreichbarste Ideal. 

Gerd Schilling setzte den Jungen herunter und lachte, aber cs lag 
dabei kein froher Ausdruck in seinen Zügen. Er hatte kein Kind — Frau 
Adele hatte eine Aversion gegen Farn dien ereignissc. Darum hatte er Rolf 
ein Stück seines einsamen Herzens geschenkt; doch heute tat ihm sogar 
dessen liebes Lachen weh. 


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E.<litK dachte in den folgenden Tagen oft an ihn. Seitdem man sich 
vor Jahresfrist in der Stadt erzählt hatte, daß Adele mit noch einigen 
Freundinnen bei einem Souper der ledigen Offiziere zu Gast gewesen war, 
hatte sie gesehen, wie es mit Gerd bergab ging, und sie hoffte im stillen, 
daß er die Reise unternommen hätte, um mit dem Entschluß ins reine zu 
kommen, sich von Adele zu trennen. 

Sie mußte wahrend seiner Abwesenheit wider Willen doch seinen Ver- 
treter aufsuchen. Rolf hatte sich eine Erbse ins Ohr gesteckt, die sie 
selber nicht entfernen konnte. 

Ate sie Gerds Wohnung betrat, hörte sie aus dem Zimmer ein helles 
Frauenlachen. Sie sab fast erschrocken nach der Tür. War das wirklich Adele? 

Das Mädchen, das ihr beim Ablegen half, sagte mit boshafter Betonung: 
„Die gnädige Frau ist da. Sie kommt oft mal nach dem Rechten zu sehen.“ 
Edith ging, ohne zu antworten, in den Warteraum. Nach einigen 
Minuten kam Gerds Vertreter. Ein außerordentlich liebenswürdiges und 
geschniegeltes Herrchen, das man sich eher auf der Operettenbühne als im 
Sprechzimmer eines Arztes vorstellen konnte. Er war ausgesprochen hübsch 
und tadellos im Benehmen. Edith spürte aber instinktiv, daß nur seine 
Klugheit sich nach ihrer eisigen Höflichkeit zu richten wußte, und sobald 
er mit seiner Arbeit fertig war, stand sie auf, sagte in unnahbarer Korrekt- 
heit: „Ich danke sehr!“ und war mit Rolf draußen, ehe der Herr Doktor 
auch nur zu einer Verbeugung Zeit gefunden hatte. 

Acht Tage später fiel ihr zufällig ein, daß Gerd, wenn er seiner Ab- 
sicht gefolgt war, am Abend vorher heimgekehrt sein mußte. Sic ging 
durch den Gemüsegarten nach dem Trockenplatz, wo ihr Mädchen beim 
Wascheaufhängen war. Rolf sprang dienstwillig hin und her und reichte 
die Stücke zu, und Petz markierte, durch das Beispiel angefeuert, gleichfalls 
eine eifrige Tätigkeit. Er hatte ein Stüde Holz im Maule, und wenn Rolf 
zum Wäschekorb rannte, tat er dasselbe und legte das Holz dort nieder; 
lief Rolf zu Anna zurück, so nahm er es wieder auf und trabte ebenfalls 
unter die Leine. Rolf, dem das Flachshaar wirr in das vom Laufen rot- 
bäckige Gesicht hing, schrie vor Vergnügen über seinen Adjutanten. 

„Ihr seid ja fleißige Kinderl" sagte Edith lachend, und den rechten 
Arm um Rolfs Schulter legend, kauerte sie sich nieder, damit Petz, der 
ihr sofort mit den Vorderpfoten auf den Schoß stieg, auch sein v Tcil von 
dem Lob abbekam. „Petz, jetzt kommt Herrdien aber bald, dich zurück- 
zuholen." 

„Rolfchen, bitte, bring mir noch ein paar Klammem“, sagte das Mädchen, 
und Rolf lief bereitwillig davon. „Entschuldigen Sie, gnädige Frau, ich 
habe den Kleinen extra weggeschickt; ich wollte Ihnen bloß sagen — ich 
weift ja, daß die gnädige Frau Klatsch nicht duldet; aber ich meinte, weil 
der Herr Doktor doch ein guter Bekannter ist, und weil ich die Sache von 
Pätzolds Mädchen weiß — sie ist also gewiß wahr.“ 

Edith sah das Mädchen erschrocken an. Es war eine zuverlässige, 
besonnene Person, die sich stets in angemessenen Grenzen hielt. „Ja, was 
gibt es denn, Anna? Ist irgend etwas geschehen?" 

„Gnädige Frau, der Herr Doktor Schilling ist gestern abend zurück- 
gekommen, und der Herr Vertreter ist eine Stunde vor ihm schon ab- 
gereist; er hätte ein Telegramm erhalten, hat es geheißen. Wie der Herr 
Doktor kommt, sagen ihm die Dienstboten, die Frau Doktor ist bei den 
Eltern, und wie er zu Pätzolds kommt, sagen sie, die Frau Doktor ist in 
ihrer Wohnung, und da ist sie hier nicht und da nicht, und zuletzt kriegen 
sie es von der Zofe heraus, daß die Frau Doktor schon mit dem Mittag- 
zuge nach Berlin gefahren ist. Da ist der Herr Stadtrat gleich um zwölf 
Uhr nachts nachgereist. Der Vertreter ist auch nach Berlin. Genaues weiß 
natürlich niemand, aber die Frau Stadtrat hat den ganzen Morgen Weinkrämpfe 
gehabt, und wenn man bedenkt, was schon alles erzählt worden ist, kann 
man sich wohl den rechten Vers zusammenreimen.“ 

Wie siedendes Blei ins Wasser zischt, so durchfuhr Edith der Schreck. 
Sie war ganz blaß geworden. „Anna, das ist sicher nicht so!“ sagte sie 
förmlich hilflos; aber sie glaubte ihre eignen Worte i.icht. „Es wird 
sich noch anders erklären. Reden Sie nur 2ti niemand darüber.“ 

„Von mir hört keiner ein Wort, gnädige Frau. Ich meinte nur, daß 
ich es Ihnen wohl sagen müßte. Nein, daß so ein feiner, guter Herr auch 
gerade an eine solche Person geraten muß!“ 

Edith ging ins Haus und holte sich Hut und Handschuhe. Ihr kamen 
gar keine kleinlichen Bedenken über das, was sie tun zu müssen glaubte, 
ln den Stunden schwerster Not gibt es nicht Männer und nicht Frauen, 
sondern nur Menschen. 

Als sie an Gerds Tür klingelte, öffnete ihr das Mädchen mit ver- 
störtem Gesicht. „Ach, gnädige Frau, der Herr Doktor nimmt heute 
niemand an," 

Edith trat ein und drückte die Tür hinter sich zu. „Ich weiß. Er 
soll es aber tun. Melden Sie — nein, melden Sie niemand, er weist mich 
doch ab. Ich gehe so hinein.“ t 

„Vielleicht kann die gnädige Frau ihm ein bißchen Zureden. Die Frau 
Stadtrat war vorhin eine Weile hier; aber die gebraucht ja selbst jemand, 
der sie tröstet. Von den Herrschaften hat das doch keiner gedacht, 

Edith vermied, sich weiteres erzählen zu lassen, obwohl sie Gerds wegen 
gern nicht ganz unwissend zu ihm gekommen wäre. Sie trat nach leisem 
Klopfen in sein Arbeitszimmer. 


, p war halbd unkel, d«" 

„Wer ist da?“ fragt« er rauh. Es w ^ ließ Ed.th 

portieren an den Fenstern waren *ug«og . 1 von der Lehne erhob, 

sehen, da8 er in der Sofaedcc ag undJI^O ^ ^ Stimm , S ,c 

„Bills Witwe", sajfle s,e mit . aber a u sie jene ausgesprochen 

hatte sich diese Worte vorher nicht 2 j ^ ei j Bill seinen Freund 

hatte, empfand sie, daß es die nch g en * d ;] Bill nun seit Jahr 

in dieser Stunde nicht allein gelassen hatte und ^ 
und Tag unter seinem Grabstein schlief, war an ? kleinen Spalt 

Sie «litt durch das Zimmer und zog die Vorhänge einen kleinen 

breit auseinander. Gerd richtete sieb vollends oUt 

auf. Die Arme rechts und links von sieh gestreckt, blieb er sitzen, 

Edith anzusehen. „Sic können mir ni<bt helfen . sagte er tonlos. 

Edith kam zu ihm und legte ihm die Hände auf die Schultern. 
weiß. Dabei kann jeder nur sich selbst helfen. Aber ich hatte Angst. 
Ich dachte, daß Sie vielleicht in der ersten Verzweiflung" ... Sie voll- 
endete nicht. Er hob langsam seine dunkel umrandeten Augen zu ihr auf. 
Ein Schütteln des Ekels durchlief seinen Körper. „Um so ein Frauen- 
zimmer? Um die jagt sich ein Narr eine Kugel in den Kopf, aber kein 
Mann!“ 

Edith erschauerte. Sie konnte nur ahnen, wie unermeßlich der Schmerz 
sein mußte, der einem großherzigen und geduldigen Menschen Worte so 
grausamer Verachtung erpreßte. „La vie est une longue perte de tout cc 
qu’on ai me“, sagte sie mit leicht bebenden Lippen. „Und man lernt all- 
mählich mit so unglaublich wenig auskommen!“ 

„Ich weift." Er nickte mit grimmigem Spott. „Seit mir meine liebe 
Frau mit schöner Ehrlichkeit gesagt hat: Ich habe dich nur geheiratet, 
weil ich das tugendhafte Mädchenleben zu Hause satt batte ! ,; seitdem weiß 
ich, daß man weiter existiert, selbst wenn einem der ganze Vorrat schöner 
Begriffe in Scherben gegangen ist.“ 

Er sah so gebrochen aus in dieser Verzweiflung, die sich selbst ver- 
höhnte und schonungslos die verborgene Wunde aufriß, ohne Rücksicht 
darauf, ob nun fremde Augen sie sahen, daß Edith fast die Tränen kamen. 

„Doktor,“ sagte- sie so herzlich bittend, wie eine Schwester zu ihrem 
Bruder spricht, „übertragen Sie sich das doch nun einmal in Ihre beruf- 
lichen Begriffe: das ist eine Operation, eine schlimme und schmerzhafte, 
die Ihnen etwas Unersetzliches nimmt, aber Sie zugleich befreit von etwas, 
woran sie lange und schwer gelitten haben und noch leiden würden. Besser 
doch ein Schnitt zur rechten Zeit als ein hoffnungsloses Kranken.“ 

Er nickte müde. „Ja, ja! Ich werde mich schon abfinden, es will 
bloß alles seine Zeit zum Ausheilen haben.“ 

„Doktor,“ fing Edith nach einer kleinen Pause wieder an und blidete* 
dabei auf den Teppich nieder, „bedenken Sie nur, ein jeder von uns hat 
eine Last auf den Schultern, daß er oft nicht weiß, wie er überhaupt 
darunter aufrecht bleiben soll! Glauben Sie. daß das Leben mich geschont 
hätte? Meine ganze Jugend ist ein Warten gewesen auf einen — der an 
mir vorbeigegangen ist. Und als ich mich still zu den Besiegten stellen 
und wunschlos werden wollte, da hat mir das Schidcsal sein Kind gebracht, 
daß nur die Hoffnung nicht sterben soll, und nun quäle ich mich Jahr für 
Jahr mit dieser Leidenschaft, die nicht leben und nicht sterben kann, und 
bin schon so demütig geworden, daß ich es für Glück halten würde, nur 
Gewißheit zu haben und nicht immer wieder in neue, täuschende Hoff- 
nungsmartem hineingejagt 2 U werden. Ich neide es jedem, der weiß, was 
er gewonnen oder verloren hatl“ 

Er antwortete nicht, sondern deckte die Hand über die Augen, und 
nach einer Weile merkte Edith, daß er weinte. Nun wußte sie, daß sie 
ihn allein lassen konnte. Sie beugte sich ein wenig herab und sagte leise: 
„Ich gehe jetzt. Sie bleiben ruhig hier. Und heute abend fahren Sie zu 
Mama Pätzold hinaus. Die alte Frau braucht so notwendig ein freund- 
liches Wort.“ 

Geräuschlos zog sie die Vorhänge ganz zu und glitt aus dem Zimmer. 

Gerd merkte erst lange nachher, daß sie nicht mehr da war. Als es 
dunkel geworden war, fuhr er wirklich zu Adelcs Mutter. 

(FortsdEun; folg! in der nächsten Nummer.) 


An das Leben. 

Leben, buntes, prickelndes Leben, 

Laß in die lockenden Augen dir sehn 
Höre mein Klagen, dulde mein Schmeicheln, 
Darfst nicht an mir vorübergehn! — 

Schaum gekrönte Wogenkämme, 

Sich bindend und lösend, urewig und neu, 
Mächtiger Sturmwind aus vollen Backen 
Blast euch gewaltige Melodei. 

Zischende Brandung, hitz’ mir die Pulse, 
Spiegelnde Fläche, kühl’ meinen Sinn; 

Tanzet ihr Wellen, spritzet und sprühet, 
Schnellt midi empor, tragt mich dahin. 

Küsae mich, Leben, peitsche mich, Leben ■ 
Zieh mich hinab ins wirbelnde Drehn — 
Kann ich nicht kämpfend dich besiegen, 
Leben, laß kämpfend mich untergehn! 




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900 


31 luftririe 3 citung. 



n. etnbMT, Berlin. 

Dr. §ennarm Cisco, 

b« neue Stantsferretar bes X(l4t|n[tt)amt(». 


Öermanit fiisco. 


3 um Aadjfolger bes om 1. fRouember oon feinem Amte 
jurüdgetretenett Dr. SHieberbiug würbe ber bisherige 
^Jräftöent bes Äammergerichts IBirftidjer ©eheimer Ober* 
iuftigrat Dr. ÖUco unter Verleihung bcs dfjarofters ab 
UBtrflicher ©eheimer Kat mit bem ^räbifat „Gxjelknj" 
3um Staatsfetretär bes fteichsfuftijamtes ernannt. 

Sr würbe am 30. 3a i 'uar 1850 ab Got)n bes feiner» 
$eit belannten Berliner ftangclrebners frrieörid) ©uftao 
Cisco in ber fRei^9f)auptftabt geboren. 3®anjig 3«hrc alt, 
30g er als einjährig» frreiroillig er bes 2. 3ägerbataillons 
in ©wifswalb mit in ben Dcutf cfyfr tanpf ifttjen. SVrirg unb 
macfjte bie Selagerung oon ÜJktj, bie «djlndjt bet Gl)am» 
pignt) unb ben 9?eft öcr Selagerung non Bads mit. 'Jim 
11. Januar 1872 trat er in ben Ouftdbienft ein, mürbe 
am 9. Dejember 1876 311m ©erichtsaffeffor, am 2. 3-ebruar 
1877 311m ftrebridjter tn Ciebenroalöf unb 1873 jnm Amts* 
ridjter für bas neugcfäaffene 9lmtsgeri<l>t in Wrborf er- 
nannt. Am 1. 3anuai 1884 erfolgte feine Aerfehung an 
bas Öanbgedcht fl in Bedtn; bereits am 20. ceptember 
1889 ftieg er weiter 311m Oberlanbe&gcridjbrdt in Warten» 
werber auf. mürbe aber fd)on im nficbftfolgenöen 3a!jre 
sott ba in gleidjer Giflenfchaft nad) 'Naumburg oerfetjt, 
am 1. Dezember 1890 ’jebod) unter Smenmmg jum ©e» 
feinten 3ufti,trat als Öortragenber 9lat in bas 3uftij* 
miniftcrium berufen. Seit bem 6. Dezember 1893 mar 
er Geheimer Oberjufttjrat, 1903 mürbe er 311m IBirflidjen 
©eheimen Oberjufti3tat (9tat erfter ftlaffc) beförbert, am 
1. Oftober 1904 aber Jirni Sülini ft ertal biref tor unb am 
3. julf 1907 3um $r&jtbenttn bes Äamnicrgeri^ts, bcs 
l)öct)Ften preu &ifd)en ®erid)tsf)ofefi. ernannt. 

Dr. Cisco ift, banf feiner immettfen Qlrbeitstraft unb 
feinem umfafFenben BJiffen, aud) als bproorragenber 
frachfdjtiflf klier betannt. 



(Jcrtiitanb d. Strang. 

Clfm 25. Oltober ift in Kttlin ini 
^lflranfetil,aufe an ben 

Senior bcrbeutfd)cn Bübncnwelt t^inanb |ölt 8 
geftorben. Gr würbe am 31. 3 l,ll ^ r 2 V^r s i„ C r 
vreuftilcpen ©enerallcutnant* o» rat ^ " 

cftcinal)lin ßueie, geborenen ©rafin o. ^ Wa^an , t« 
«reslau geboren unb begrei?ltd)cmi«ifc jufrH : 

Wtt fcd)3el}uunb«nl)ülb 3 obren trat 'y bere ts bc 
ber bamaltßcn 2. Gd)ü$cuübte.liing in Siestau cm 
mit neuutcljn 3al)rcn mürbe er Ceutnartt «a D 
nachher lernte er jebod, auf einer Uriaubsretfe in 
'Baris im SSatife bes bamaligcn bopcifdjrn 
fnnbtcn ©rafen u. ßtuburg ben beraumten (Stefang. 
lehr« Wanucl ©areta fennen, ber bftbn feinen Icnor 
entbedte. Strang würbe Ijierauj ©areia» Sqnlet tuto 
bebütierte bann, Jcd)sunb$wfln}igjöl)rig, im öoitljfflter 
ju ftannooer unb in Darmftabt; aber cm gartnaaiges 
Öalslcibcn swang if)n fdjon balb, ber Sätigcrtautbalju 
SU entfagen. 9lun mürbe er Sdjaufptclcr. 3m 3ahrc 
1876 würbe iljnt bie Direttion unb Oberregic ba 
königlichen Oper tn «erlitt übertragen, bie er bis 
1887 bcibebiclt. «Iber aud) in ben jweiun&jwanjig 
3at)rcn feither würben feine ausgezeichneten «er* 
bienfte nietjt oergeffen, oielmebr war er bis 311 fernem 
(Snbceinc bei befannteften 'Berfönlid)feilen ber 9?eid)s» 
Ijauptftabt. Irotj feines 1)0 ben Sille rs nal)»u er nod> 
bis 3 ule^t an bem gefellfcbafilitbcn unb rfin|tknf(t)cu 
ficben «erlins ben regften Anteil, unb ber alte ^>err 
mit feinem ©efidjt, bas nur nod) aus galten unb 
FNun.ieln beftanb, ber aber tro^ feiner ncunsig 
fid) eine aufred)te Haltung bewahrt Ijialte, unb ber fid) 
immer nad) ber neuften 'JWobe f leitete, war bort eine 
ftabtbctanntefrigur. iverbinnnbp.GtTantt bat übrigens 
in jener «arifer Stubienseil aud) fteinrt<b Sxine nod) 
perfönltd) frnnett gelernt. 3n nieder ttbc *»at ex feit 
1889 mit ber Sdjaufpiderin 8lnna ^übring oermdljlt. 

Iraugott d. 3 «goto, 

ber nette $iktv!ciDTä|ibtnt oon ^Berlin. 

e ieben 9Dod)en nad) bem 2obe n. etubcnraud)9 ift 
ber bisljerige rbmegierungstat bei ber Regierung 
in «otsöam Iraugott o. 3agow oon bem itaijer jum 
«olijeiprdfibentcn oan 'Berlin ernannt worben. 3n ber 
Berliner r tobt Verwaltung unb tn ber«ürgerfd)aftfiet)t man 
ber iätigteit biefcs Beamten fteto mit Spannung entgegen, 
^ängt bod) für bas Icmpo ber ftortcntandlung Berlins 
feljr oiel baoon ab, wie ber neue Boltjeidjef fid) mit ber 
Stabt fteflt. Wugeitblidlid) ftebt Berlin oor tDidjtigen Snt» 
fdjeibunoen, befonbers auf bem Berfeljrsflebiete. Gdjtüicrige 
fragen ftnb betreffs bcs Gcf)ncllDedel)ts, bem nun ein- 
mal bie 3u!unft in ben ©rofoftäbten qd)5rt, )U löfen, unb 
in biefeu Dingen Ijat ber «oldeipräiibent cm gewichtiges 
Wort mit.ptfpredjeu, wenn nidjt bie Gutfdjeibung. So ift 
es mit ftreuben 3U begrüben, ba^ bcc neue Boüsci- 
preifibent nidjt mix ein Wann ift, ber fid) mit biefeu wid). 
tigett ©erfd)rsfragen bereits eingff)«ttb bcfd)äftigt bat- 
fonbern baft man aud) iibe^eugt fein fann, bag er für bie 
Sorte ntwidlung Berlins oiel übrig bat. 

Durch feine Datigteit bei ber 'J3otsbamer Begiftung 
ift &t. x>. 3agoro mit ben fpejififd)eu Berliner Berhdlt» 
mffen aller 91 d fd)cm genau oedraut, 1111b auf biefem ffiebie te 
bebarf cs für ihn feines Einarbeitens. Er ift erft oierunb- 
»ietjifl 3«l)rc alt, alfo fmftanbe. auf fein fd)wieriges 9lmt 
feine oolle 5ltaft 311 uerwenben. ^r, 0. 3agow entflammt 
einem alten mdrtifdjen 9lbelsgcfc!)led)t. Geilt «ater war 
©cfjcimer Begiemngs* unb Canbrat. Die oagows follcn 
alle eine befonbete Bebncrgabe befi^cn, bie ftd) feit Ge- 
nera ti oncn in ber framilie foderbt. Der jetjige Bdijci- 
präfibent oott Berlin trat 1891 in bie preubifdic «er- 
waltimg ein, war lange 3al)r< Canbrat in marlifdjcn 
Greifen unb arbeitete feit brcieinljalb 3abren bei ber 
Begierung in Bots&am. Er ift unvcrmäl)lt. A. O. Kl. 


% 

* 


Pilot, ttttlier CiRom, «trlin. 

gerbinanb 9. Strang t 25. 


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>. C|tober. 

Goog! 


gürft 3to. 

^^erffiröfotc unter ben Begrünbern bcs neuen 3apans, 
^ly^ürft 3to, würbe am 25. Cftober in Gbarbin, wobin 
er ficb 311 einer Befpred>ung mit bem ru|fifd>en nfinan3- 
minifter ßofowjew über bie Öragen ber maubfd)urtjd)en 
ttifenbabnen unb über Die ocrwicfelten Be3tebungen 3wi* 
fd)en Bufelanb, Gf)ina unb 3apa« Ergeben batte, oon 
einem Koreaner ermorbet. ©leid) nadjbent ^ürft 3to ben 
Jug. ber iljn nach Gparbin gebrad)t, ocrlaffcn Ijattc, fd)ritt er 
mit ilofowjew bie fjtortt ber El)renwad)e ab; hierbei feuerte 
ber Btörbcr Drei Sdpiffe auf ben dürften ab, Denen biefer 
balb banarf) erlag; ber japanifdjc ©encralfonful Mawataini 
würbe ebenfalls burd> eine .«tigel fd)wer oerwunbet. Der 
?Ittentdter würbe fofort oerl)aftet; er gab au, er habe fein 
Oaterlanb rüd)<n wollen, ba ffürft 3t 0 einige i^m nahe» 
ftebenbe Koreaner habe Ijinricbten laffen. 

3to war Befibent in Slorca. Gr war es, ber im Bo- 
oember 1905 ben «ertrag mit flarea abgefd)loffen l>attc, 
unb Danach ergab es fid) faft von felbft, bafe ibtn ferner 
auch Öle abminiflratioc Bcrwirriidjung Des japamfd)cit 
Broteftorats über «orea übertragen würbe, ferner hatte 
3to aud) feinerteit, oor bem 'Jliijfifd)-3apanif<t)ftt ärtege, 
bas japanifd)« «ünbnts mit Englaub, bas biefeu erft er» 
inöglid)te. abgefd)Ioffen. 3n feiner Sigcnfcbaft als 'Jtefi- 
bent in Äoxea brflei&igtc ec fich «i«« verföhn liehen 9?t<h* 
turtg. w 3cb ftel)c* r , fagte er hierüber einmal einem 
3ntixoiewer, „3mlfd)en meinen ßanbsleuten unb bem 
foreanifcheu Bolle unb oerfuche betbe 3ufammen3ubrtTtßeu.“ 
Die Erreidjung biefes Zieles burd) ruhig bcbachtfamcs 
'lllaltcn würbe ihm freilid) bur<h W* Ungebttlb öieler 
Japaner in ber ^cirttat febr exfehwert. 

^irobumi 3to entflammte nidjt bem IjottcnWbd Ojpans, 
fonbern einem Samuraigefd)lcd)te; 

aeboren unb ift oon allen fnpamfdjm Staatsmännern 
am häufigften mit ber europdifchen «tjliur tu 
aelrctcn. Sdjon in feiner 3 l, fl en& . n,e| i* c er Jtuöieuhölber 
brei labte lang in Enfllaub, unb int ganzen hat <r fünf* 
mal ©urapaTcifeu gemacht. 3m 3«h« «70 giu 0 ex aud, 


2raugott v. 3^99»- 

ber neue ^toHjeiprafibent oon Scrlin. 


nach Slmcrifa, lint bas bärtige 9nün3wcfen 311 ftubieren, 
rooxauf bie ffllün3e oon Ofafa errichtet rontbe, Jfcmer 
war et ber Anreger ber erften Eifertbahn in 3*ipan (Xofio» 
3ofohama). Aud) bie Einführung eines fonftitutioneUm 
Bfflierungsfqftem& in 3 a P Än ift wefcntltd, feinen Bemühun- 
gen mit 3U cerbanfen, nachbent ex fid) als Deilnehmet 
ber .^weiten japanifeh«^ C&efan btfdjaft nad, Europa (1871) 
mit ben oerfd,ic&encn euTopäifdjcn Gtaatswefen betannt- 
gemacht hatte. 3m 3abte 1885 wuxbe er in Den ©rafen» 
ftanb, balb barauf in ben Biarquisftaub erhoben. 

2Bod)enf<f)au. 

&ürft 0 . Bülows Befucb am Berliner Sof. — 
Als am 18. Cftober Brinjcffin «iltorta ßuife in ber ^riebens* 
firche 3 u «otsbam tonfirmied würbe, hat auf (Hnlabunq 
»hrct laifedichen Eltern aud) ftürft o. Bülow an ber fteier teil« 
genommen. Desgleichen aud) am 22. Cftober an ber freier 
bc» Geburtstag* ber Malfcdn. Diefe Teilnahme bes frürften 
». Sülotu an 3 tx>ct falferltd)en framllicnf eiern, fo unpolitifd) 
iic an fid) war, entbehrte nicht bes politifd)eit 3ntereffes. 
Wenige 'JJlonatc nad) bem Bütftritte eines 5Keichsfan3lers — 
ein folcher frall ift nod) nid)t bngetoefen. SRad) ber Berat»- 
fchiebung bes frürften 0 . Oismard bauerte es recht lange bis 
3 U einem ©erf3t)nungsbefud)e im ftöniglidjen Gchlofft. ®rai 
o. Capdoi unb frürft ju Hohenlohe nad) ihrer Ent- 

laffnng überhaupt lein öoffeft mehr mitqemacht. 3rgenb» 
welche Eingriffe in bic ©efugniffe feines Aachfolgers finb 
oon bem frühen o. Büloro, ber fid, roieberholt einen fon- 
ftitutionellen Gtoatsmann nannte, nid>t gu erwarten. 

Die Canbtagswahlen in Baben. — «m 21 . Cftofrrr 
fanben im ©rohhenogtum Baben, wo feit 1904 bas all- 
gemeine, gleiche, geheime unb birefte 'ittaljlrccbt eingeführt 
ift, 91 eu wählen für < ben Üanbtag nach biefem mbltc^t 
ftatt. Bisher Tehte fid) bort bie Hammer währenb ber leinen 
eeffton aus 29 liberalen (banmter 23 93ationaIliberaten>, 
28 3*ntrumskuten, 4 .«onferoatioen unb 12 6ojial* 
bemoftaten gufammen. «n« ^auptwafjUage (21.) würben 
4 Aationalliberalo unb 1 Demofrat, 22 3<mtrumsleute unb 
1 ö Gogialbemofraten gewählt; in 36 aBahirreifen würben 
Gtid>ioahlen natig. Diefe finb iniwifd)en aud, erlcDigt. 
Danach feftt Hd) ber l'anbtag fünfttg aus 26 3*ritrumsleuten, 
24 Oiberalen, boTunter 17 Bationallibeuifeii, 2 H onferoatioen, 
1 Bünblcr unb 20 «oatalbemofraten jufammen. 



3rürft 3t 0, t am 25 - ^ ftot,cT - 

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. ^tüocmocr iyoö. 


3Duftrirtß 3eitung. 


901 


itt*. -» 



©as neue Scbulfdjiff *Wfin‘ 
üch «lt<I ffri*bTld 8 >". — «m 
U Oftobrr lief non ber Werft 
«loftm u. Cofj in Hamburg ein neu« 

Gd)uCfd)iff be* Deutfdten 2d)ulfd)iff- 
Dertin* in tftegrrtiödrt bc» ®ro& 
htriogs non Olbenburg, be* Urin- 
5 m linb ber ^rinjefFitt Gitel ffriebrid) 
vom Stapel unb erhielt ben Warnen 
M ^Jrin ( t«f| ®ttel ift 

70 m lang, 12 , 5 m breit bat 7„ m 
Seiten!) N)< unt) ® irb b#i oolIfT * c ‘ 
fagung unb «fusrüftung etwa 5„ m 
tief geben. ©er SRaumgeljalt betragt 
1 600 Wegiftertonnen. «ts Dreimaft- 
c* Qlifcf>tff mit hoppelten aRdwaben 
(jetafelt, wirb bas 6 d)iff bwd) ffd)» 

W Bfrerhid)te Stötten in fieben 
tDafferbictjtc Abteilungen geteilt. Die 
33 <[atjung befielt dus bem ftapi* 
tfln, 6 Offizieren, «rjt, 3al)lmei[ter, 

16 Mnteroffijieren. 7 OJla trafen, 30 
£eidjtmatro|en. 160 Sdjiffsjungen 
unb 30 Äa betten, alle* in dllent 
alfo 242 BWann. Der Teutfcbr 
®d)uff<f)iffüerein befifct nun Jroei 
idjöne Gdjiffe, bie „eftrahberjoßin 
^lifalxtt)"* u nt > bie „^rlnjefc «fiiel 
OFriebridj“, bie beibe zur «usbil- 
bung pollwertlflett Sfacbroutbfe* für 
unfete £anbei$flotte beftimmt finb. 
unb pan bene« ba» erftere fdjon 
feit bem 3al)re 1901 biefer Auf- 
gäbe bient. 

eine neue Hrife in ©riechen* 
lanb. — Das gnc<!)ifd)e Parlament 
bat Anfang poriger 9Bod)e auf 
Drängen ber SBlilitärpartci einen 
«ßefffceniwurf angenommen, ber bie 
fftnißlidien Vrinven in Griechen Um b 
f)inftd)ili(t) il>rer ‘UKIit5rpflid)t jebem 
Würger gleicfif teilt unb alle ihre bis» 
irrigen ißrloüegien wieber auf^ebt. 

Stuf üBunfd) bes .Königs ©corg baten 

(eboef) feine bret {fingeren SBljne, bie ^trinjen Wilolaus, 
Anbreas unb Gfjriftopfjorue. infolge biefer Sachlage aud) 
auf Den Offwiersrang «nb iljre Cffaiersgage oeTiidjtci. Cb 
mit!) ber .Kronprinz Konftantin (er wie Übrigens aud} bie 
anberen Wringen weilen jurjeit im Auslanbe) auf feinen 
©eneralsrang oeT£id)ten wirb, ift nod) unentfebie ben. 3n 
ben lebten lagen ber Söodje würbe überhaupt bi« ftortbauer 
ber ganzen gegenwärtigen ©gnattte febr in ftrage geftellt. 3n- 
jwiftben bat nun aber eine Anjabl jüngerer Ularincoffijirre 




» 








3)io ?lbreife bes 3 flren oo n SRacconigi am 25. Cftober. 


einen oerwegerten fvm bftveief) unternommen. Dct 9Rarine* 
Offizier Ippalbos bat am 29. Cltober mit ad)t anberen 
Offizieren nnö breiljunbert 2Rann mit einem Dorpcbobcwt 
bas Arfenal non Galamio befetjt unb forbert fategorifd), jum 
SROTincminifter ernannt ju werben, um bic Wcrbefferung ber 
aRarine energifd) IjCTbeiiu führen. Äm 9Jad}mittafle bes 29. 
tarn es bort ju einem (^cidjQtjtampfe, wobei bas Dorpebo* 
boot „Sjenbeui“ getroffen würbe, worauf bie 9Jf enteret mit 
brei lorpebobooten floljcn. Ta ifjre 3at)I perljältnismäfeig 


gering ift «nb bie Cffijiere unb SDlannfdjdften ber grofjen 
Sd}lad)tfd)iffe, bie bie 3nfel Salamis blodieren, treu blieben, 
fjwfft bie Wegierung, bafe fi<b bie Sorpcbobootc halb ergeben 
werben. Dafür wirb aber aud) nod) eine Spaltung be* 
JDffijierlorpo befürchtet, wo eint ftarfe Anböngfrfdjaft bes 
OTajors Snnibrafafis bie 9lbfet»ung beT gegetiwärtiflen tRe* 
gierung, |a bie 2 tertreibung bet ledigen Dpnaftie unb bie 
IFinfetjung einet Diftatur erzwingen will 3u allen biefen 
Sdjmierigfeiten fommt auch nod) oon neuem bie Äretafraße. 



$ie (5infüf)ning ber neuen amerifani|d)en Slustaufdfprofefioren in bie berliner Unioerfität (30. Oftober). 

filnf»; 'Ifrof. Dr. ©. 5 . SJloore (^aroart>Unioer|ttätJ. 3n ber SRitte; Der empfang be» «aiferpaare» burd) ben 2leftor ber Werlinet llnioerfität fJrof. Pr. Grid) SdjmibL 

9led)ts; Wro>f. Pr. W. 3- SDl)eeier (Gatifomiwllnioerfität). 


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3 HuTtriitc 3 «itung. 


»oa 






3ii»i0e Bernhardiner («über flonhittenj). 

Die 3ntcrnationaIe £ninbeausftellung in 
Berlin. 

® U6 f* e Ntuiß oon ftunben a i| CT Waffen oeranf faltete 
V^bet Bund tynologifchet ftlubs, £»* Berlin, am 23. 
MTib 24. Ottobct in ben ausgezeichnet für biefen Jroed 
aeeignctett „Xerraffen am $alenfee«. Xiefer Bund be- 
hebt aus einer Weibe pou Bereuten, bie es ftd) jut 
Aufgabe gcjtellt (^af>en , bie fcochjucht unb BcrbTeitüng 
eblet y)unbernlfen in rein fporllicber WJeife 3« färbem. 
Xie üon bem Bunde peranjtalteten fHusftellungcn haben 
demnach durchaus nid)t etwa ben jmed, petuniäre Bor* 
teile 311 erjielen. 6te foüen oielmebr ausfcbüefclich daju 


Cnglifd)« Bulldogge (mit bem erften Breis ausge3eid)net). 


bienen, bem großen Bublifum eine flber(icht über ben 
hohen Stand bet Waffe, }ud)t 3U oerfdjaifen* ber daiil 
bet fonfequenten Bemühungen 3te[bcu»ij}tce 3^d)ler in 
ben lebten Xc^ennieti erreicht worden ift. Clm l'nten» 
pubfitum berrfdit über bie be- 
griffe fnuidefport unb Jfninbe» 
ausftellungcn noch Pielf ad) eine 
durchaus falfche Oor[t<n»tng. 

JBäfjrcnb man öem Bferbefport 
unb bet 'jSferbe3ud)t einen burd)» 
aus »omeljmen llbaraftcr 311* 
fpridjt, glaubt man über bie 
Waffcbunbejudjt ^oef^mutig bic 
D£d)fcln 3üden 3U bütfen, bie 
iutndeau Stellungen einfach als 
Jfmudemßrfte unb bie Slus- 
fteller als £>tnibef)än&lcr an- 
[eben ju fönnetu (5s fomnit 
Deshalb häufig uor, bah Be* 
fue^or an bie 9lusf teilet mit 
ber barfdjen ftrage Ijerantreten: 

„Bks foftet bet fmnb?" Be* 
fontmen fie bann bie WntTOOrt: 

„Der fmnb ift titd)t ucrräuflitf)“, 
fo erfolgt bie zweite oertmm» 
berte f>rage: „3°. weshalb fiel» 
leit 6ie ihn dann aus?“ 3n 
(England. wo bet Sport ja 3U 
ftaufe ift, unb wo bas gro&e 
'Öublilum daher über fportlidbe 
Begriffe gut orientiert ift, rön- 
nen brrartige Orrtümer Eaum 
sorfommen. Xort [teilt bas 
Äöniglid)« £>ous unb ber fyoty 
abet genau fo un'e bie anberrn 
Bürger regelmäßig feine frnnbe 
aus, während bei uns nur ein- 
mal Äaifer ffiilfjcliti II. auf einer 
Berliner Wusftellurtg feine Bar- 
fois jeigte. 3n (England gilt 


eben eine $unbeausft«llung als 
Sportliches (Ereignis uon hohem 
ffiert. Unb bas mit We^t. 

Clan bcbenle bodb nur, welche 
mistigen Aufgaben neuerbing» ben 
tlugen Runden juertetlt merben. 
i*aft täglirb bringen bie 3<ttimgen 
Berichte über Btaoouttaten oon 
^toli3eil)unben, neldje Berbtedjen 
aufgebedt unb bie taffinierteften 
Betbtec^ec felbft bingfeft gemadjt 
Ijaben. <Es ift ja au d) oljne roei» 
tetes Hat« bab cs für ben frunb 
mit feinem fein enttui (feiten ©e* 
rud)sfinn lein nod> fo gefd)ic!t gc* 
wüblU* Berfted gibt, bas er nid)t 
auffinbet, unb bafe befonbers auf 
uädjtlicben Ba^o^UengÄngen ber 
Öunb bem «fJolUiften gan3 unfdjÄg* 
bare Xienfte leiftet, fo bah in lu^er 
3elt roabrf(t>einli^ jeder Boli3»|t 
mit einem gefaulten $>unb ausgerüstet 
fein wirb, ba bie für btefen X»ienft be- 
sonders geeigneten beutfdjen ®d)dfet« 
f)unbe, ?lirebalc-Xerriers unb Xober- 
mannpinft^et fttfy bereits BJeltruf 
erniorben baben. (Sbenfo werben in 
3ufünftigen Stiegen bie flriegeljunbe 
bie aröhten ßeiftungen im Wadiridjten- 
bienfte oollbringen. Xenn aud) hier 
ift es ja einleuchtend, ba& ein $vun&, 
ber bie Berbinbung jwif d)en einem 
porgefdjobenen Borten unb ber $aupt* 
truppe unter bölt, weit fdbnellfT als 
ein Weitet Wadjridjten überbringen 
lamt, ba es für «bn §inbenti[fe übetfjaupt ni^t gibt 
unb fein Ortsfüm bei roeitem fdfjfltfer 
öusgebilbet ift als beim9nenfcf)en. Xah 
ein babinjagenber ^unb für bie feinte 
ein bei tDeitem fdjroeter 3U treffendes 
3ifl barbietet als ein Weiter, fann eben- 
falls nil>t beftritten roerben. jemer 
werben neuerbings bie $>unbe 3um 
Sanitätsbicnft ausgebilbet, inbem fie 
auf ben 6d>la(t)t?elbem bic 
Serrounbcten auffudjen, fie 
mit ben mitge führten ©<* 
tränten erfrtfcfjrn unb ©ilfc 
berbeirufen. 2Beld)<f «nf^äh’ 
oaren Xienfte ber SdjäfeT» 
f)unb oerrid>tct, ol)ne ben eine 
pro fee ijerbe gar nirfjt ju- 
ammcngetjnlten roerben fann, 
braud)t faunt erwähnt 311 
werben; ebenfotoenig bie iln- 
cntbcf)rlid)leit ber 3öflbl)uubc 
für ben 3fig«r. »Iber ouci) 
jebe anbere ©unberaffe, non 
ber gröhten bis 3ur fleinftcn, 

Ijat als Befdjütjer und SBäd)ter 
ljoljen 2ücrt, unb cs ift eine 
allen Mriminaliften befanntc 
latfadjc, bah dtnbrcdier fa ft 
niemals in 'jBol)nuugen ein* 
bringen, in öcueu ipadjfame 
fuinbc gebnlten werben. 3n 
biefer Beziehung tut ber 
tleinfte 3roergl)unb biefelben 
Xienftc wie ber grofite 
5Riefcnl)unb. 

®lan muh nun nidjt etum 
glauben, bafe fid) jede Waffe 
311111 5lriegs-, Boli.iei«, Sa> 
nitätsl)uni> ufto. eignet. CSs 
ift l)icr durchaus notwendig, 
bah im«!) lonfequente, 3iel- 

bewuhte 3ud)troal)l bie für biefe Cbliegenheitcn bc- 
fonöers geeigneten ^unberaffen t)eraiige3üd)tet werben. 
'Jlus biefcitt ©runde erfüllt bet 3üä)tcr edler vnmbcraffen 
eine für bas (Gemeinwohl l)od)i»id)tiflc Aufgabe. (5s ift 


Sibirifcher ©«hüferhunb. 


daher unbedingt erforderlich, bah *>ic Waffe hnndejudjt in 
jebet Söeife unterftüht wirb. X>er Waffe himdejud^f fommt 
unbedingt eine hohe praftifche unb Sportliche Bebeutimg 
3U. ®ie ^unbeausftellunqeu aber [ollen daju beitragen, 
beim groben Bnblirum BerftanbnU für biefe Xinge *u 
erweden. 6le haben deshalb ein Wecht barouf, als fport- 
lid)< Beranftaltung erften Wange« gewürdigt ju werben. 

Bie Wusftclluna oon ^alenfee fclbft bot eine große 
,rulle Dorjügtiebrn Bfateriale. äfaft taufen" Ä - ' ‘ 


t taufend öunbe hatten 


fS 


Wuffifth« SBirtbhunbe (Barfofe), mit bem exrten Br«i» ausflejelrf)«^- 

$)ie internationale ^unbeausltelfung in ©erlin. 


Ber tleinfte £mnb ber «usftellung: 3werflpinfd)er. 

fiel) cingcfunben, imb bic Breisridjter, lauter durchaus 
fompet eilte Beurteilet ber ihnen ungeteilten WafFeit, hatten 
nn fdjrocres Slmt, um bie Diele« mertoollen dbrenpretfe, 
die haben ©elbftaffen und «pe3iolpreife den toürbigften 
Bertretem 311311 teilen. ^erooT- 
ragen b gut waren bic Bernhar- 
diner in etwa fechitg <Eremplaren 
pertreten; ebenfo boten bie fe<h* 
3ig geftromten, gelben, gefletfteti 
unb fd) warben beutfehen Xoggen 
in ihrer mächtigen unb dod) fo 
elegante« (irfchcirtimg mit bem 
misbiucfsrollett Mopf einen herr« 
Itd>e« Ülnblicf, Bic englifchcn 
Xerrierraffen, ebenfo wie bie 
Boicr, Bulldoggen und alle 
Binfdierarten waren in her 1, 
liehen (Eiern plaren 3«r Stell«- 
Bah alle euglifdjcn unb beut- 
fdjeu 3a0Öhurtbrancn ebenfo wie 
bic rauh*, lang* und glatthaari- 
gen Xocfcl anwefenb roarfn, per- 
fleht fid) oem fclbft. _ 9lu<h fab 
nwm ÜJJufter oon fchönen Weu* 

fun blänbern, Ceonbergern, beut* 

fdjen und fd)ottif<hen Schöf«r* 
hunben, Rubeln und Spleen- 
CEtn oortrefflichcr BoftonXerner 
war oon Bhtfabclphia f ltr 
ftellung gefommen. Bie gröfll' 
fflnjiehungsfraft auf 
weit ron Berlin W übte bie grob» 
Abteilung ber 3®erghunbc "*-• 
die in Berlin, J«Tn 6tommfg 
des 3ntemati oualen 
Hubs, ftets befonbers reich » 

fSSVS-iWffSjS 


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3 ir. 34 ö*a 4. ytoocmber 1909. 


3Hu[ttirte 3«tu«9- 


903 


ORittcIrclicf. 



901*1901 Q 1809-1909 

ZUR FEIER 
IHRES. 

TAUSENDJÄHRIGEN BESTANDES 
WURDE DIESES DENKMAL 
VON OCR BISCHOFSTADT 

BRIXEN 

GEWIDMET 

UND IM G E DA C H TKI* JAHR I 
OER HELDIMKÄMRFE TIROLS 
ERRICHTET 


DER KIRCHE ZUM DANKE. 

den fürsten zur cw*r 

DEM VATERLANDE ZUM RUHME. 



TOibmungstafel am Socfel. 


Bifehof SWatlböuS b«I«l^nt Bubolf btn Stiftet. 





THwItellungen in Der 
3 wergh*»'b<i btc il uttg 
311 fehtfit gewohnt ma’r, 
önrd) Die HiiabWffi* 
neu Bemühungen bo>> 
SdjoßhutiMlub» fo fl 
gänjlKhausgemcnt ift. 
W7an füt) lauter jdjönc, 
fQmmetrifdje unb frnf. 
ligc Timimitiue.rrin* 
plnre vot fiel). Tiefort» 
Dero jahlrcid) unb gut 
waren bie ,-Jrocrgpin- 
fdjer nnb Top £pa= 

niete ofTtvelen. 

Zer Verlauf öcr 
Hu&ftf llung war in je 
Der #>inii(i)t befricbi 
jettb, unb, über beit 
diönen fportliehen iSr* 
o (0 f roll, vereinigt en 
id) bic* Vlu-ftetlim.y 
teilcr, 'UKbrutitcr imö 
VIu^fteEIer am -nun 
0 

äußerjt gemütlichen 
Jette, bei bent crufte 

Uiib lunn 0TOC*I‘ ''u'b< U 

mit nm|ifali(d)en '.»tot 
tragen abivediidtcu 
uitb luftige „vjumöe 

fl 

b 

bei bieiee* Vlrtifcte 
JUnt ‘J'erftipVr [)at<cit. 
l»r. VlUlh. ‘JitUltiin. 


Xd'j 

9Mlciiniums* 

bcuftttöliniörixcn. 

Qfin 24. Cftober würbe in ber alten Biichofsftobt ®riicn 
viin Cbegenmart bes ©Tjbcriogs tilgen, als BeTtreter 
bes Jtaifcr*, bas Zenfnioi Oes taufenb idf>rln cit Beftanbee 
ber Stobt Briren, ben biefe cot ttal)cju ad)t 3at)rcn feft. 
lieh beging, jitgleid) ein Grinnerungsmal an bic Jrci» 
hettefämpfc bcs Jahre» 1809, feierltd) cntljfillt. Bei jenem 
Stabtjubüäum ivurbc befd>loffen, 3 ur Grinncnmg baran 
auf bent Burgplatje wr bem Bifthofspalaftc bas Tcnftnal 311 
errichten, Oas in.jaufdjen aus bem Vttclier bes Bflbfyiuen 
Norbert ^frehfehner IjCTDor gegangen ift. 

Öon bei» großen Bronjerelief» , bic ben ■Spcfet 
fd)mücfeii, ftetlt bas eine bie Belehnung tfterjog 5RuDolfs 
bes Stifters burd) ben $3if<f)of 'JJiauljaus unb Damit ben 
Bttfang ber (Sefchichte ber Stabt bar. Gin ouberos .teigt 
ben berühmten Wirt an ber OTat)T, Beter SJtatjr, Der 
noijc vor ber Stabt wol)ttte unb itt bem Mampfe oon 
1809 eine große Atolle fpiclte; er liegt in fletten, fein 
5Beib befugt tf)n im Alerter, eine ber tragifchften <5 jenen 
jener Zage. Tein Gbnratter ber alten Bifdjofspabt als 
geiftlidjc» 3<ntTum Zirols cntfprtd)t Das brittc Welicf. 
Öier ift über ber «menet L'anbfcfjaft bas borncngeEröiite 
£>erj bcs Grlöfcrs fehtuebenb bargeftellt, rum 3cift)cit, baß 
Ittol bem fathöltfd>eti t&Iauben treu blieb. Vluf betn 
SocCcI ergebt fid) eine mächtige Säule, bereit Kapitell bas 
Symbol ber Stabt, bas ßamm mit bet Jatyte, frönt. 
Wm tfu&e ber Säule fteljt in l?ebeitsgröjtc ber IBifefjof 
3a<f>arias, ber feine f>anb uu& feinen 5Bifd)ofsfiab 
fegnenö erhoben hält, tväijrenb eine ffngelsgeftait bie 
S(f)enfungsinfunbe Cubtsigs bcs Miubcs überreicht unb 
eine anbere Gieftalt bas (Bilbnis bes S tabt patron 9 ^ bes 
2)1. Saffian, trägt. 

SRii ber (Enthüllung war ein großes breitägiges 
Jeft oerbunben, bas vom 23. bi« 311 m 25. Cftober 
gefeiert würbe unb eine Grgänjung 31 t ber in 3 nns* 
bruef abgehaltenen öanbesjahrhunöfrtfet« bitben fällte. 
Gincr feiner ©lanjpunrtc war ein prächtiger Jeftjug 


'Tie $ntt)üllungs feiet am 24. Cftober. 


‘iJeter SWaor. 

^as OTiKcrtniumsbenfmal in Stilen. 


ber Tiroler 8d)ütum, 
Der iid) in male« 
rifeber ülufma^ung 
burd) bie von oieEen 
fd)önen alterlümlichen 
ftebäubett flanfierten 
Straßen ber alten 
Stabt bewegte. ?tm 
25. Cftober würbe 
bem VI n beulen ber im 
o°l)re 1809 gefallen cn 
unbfpäter gcjtcnbencn 
Vanbcsocrtetbigcr ein 
reierliiies Weguiem in 
ber 'Jtfondinbf gf* 
weiht, unb abeubs 
lohten tveilbirt auf 
&en ringsum liegenbrn 
fBergcn Jreubenfeufr 
in bie Aöhe* 


Totcnfchau. 


VII b e r t M 3 it i g , 
.itommrrtffnrat, reit 
1894 nationaler VIb* 
iieor?rKter bes 7. 3BaT)t* 
frei fco Jfärtffurt a. V. 
(<Vmi brn, rorau, 
im preußifchfuyibflccitfr. 
neienhnufc, jTiernus* 
gebet von „Königs 
Hursbud)*, t in (Buben 
am 22 . Cftober im 
66 . SebensJaljTe. 

(f> 11 il an 0 i) f t r , 
ein cobn Johann 'Pelnr 
Vtifets, bes .Treimbw 
von ,lflii ‘UJenbcIs« 
(oljn Wartbolbi), iRobcrt 
Schumann , Cvinrid) 
^einc unb ein ^tatenttiib ^riebrid) ‘Rädert*, felbft oon 'Beruf 
Sthriftfieller unb fehr rruditbarer «ßoet, t tn 2 )lüa>aure< am 
7. Cftober im VUter pon fort 69 3al)ren. 

Wlbert SDiefiner, (Tichcimrat, ber € dja tullu erttx>H er 
unb Mortcfpon ben rletretär bes itnifm, am 10. Cftober 1837 
ju Berlin gebaren, f bafelbft am ll. Cftober. 

w. 2d> li(f)tt n g , Weneral ber 3nf<mterie, 3nfjaber bes 
Gifernen Hreujes jiveiler ttlaffe, , tulettt oon 1888 bis 1898 
fommanbierenber flWmnral be* 14. Vfrmecforp*, auch bc- 
fannt als SDhlitiiricbriftfteHcr, am 3. Cftober 1829 geboren, 
t auf feinet Betitlung fierifdiborf bei TOannbrunn am 
25. Cftober. 


Beinharb Sd) mtbt «tftberf el b, Üommerjienrat, jfref* 
iiuniger Canbtagsabgmbneter unb 1895 bis 1898 elfter, 
1898 bi» 1900 zweiter Bijepräfibcnt De» SReichstag», am 
14. Clum 1838 tu Sprorfhöoel (Wrcis Schwelm) geboren, 
t am 21. Cftober in GIberfelb. 

Dr. tRobrrt o. Schnei ber, Cwfrat, TireftoT bfT Nntifen- 
fammlung vom üimfthinortfd>e« SDtufeum, iirofefior ber 
florfifchen Archäologie an ber Töiftt ct llnioerfität imbTirettor 
be* Cftenrcichif<f)en Ärd>äologifchen 3nftUuts, aut 17.9louentber 
1854 nt Vöien geboren, f bafelbft am 24. Cftober. 


l’ropolb Sonnemann. 'Begriinber ber „Jyranlfurter 
3eUung H , ln ben Vcgislaturperiobcn 1871 bi» 1876 unb 1878 
bi» 1884 «aidK-tagsabgeorbnetcr für ben 6. Vöiesbabner föahb 
frei» ( »vretnf furi a. 3JI.) ote anilglicb ber oon ihm iiutgc* 
grünbeten Ceutfdjen BoIIsportei, am 29. Cftober 1831 ju 
j>fld)berg (UntcTfranlcn) geboren, + in Jranrfurt a. SR. am 
30. Cftober. 

THrolet Sptnelli. ber italienifdie .Romponift, ber bei 
bem Sonjogno fetten Töett bewerbe, an» bem SRaseagni mit 
ber „Bauemebre" ate Sieger heroorging, mit feiner Cper 
„ßabilia“ beit jroeiten Brei» errang, mit feiner Ipütcrrn. A i»a‘^> 
|n . rto" aber einen nodi gröfterrn (frfolg erlebte, 1866 gl Turin 
geboren, t in Bont am 20. Cftober. 


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Md) ein« 



öcniüliio non £. $Iume= Sichert. 

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3llu|trirte 3rihntg. 


1 bes Mlccro! 

S^an«. 


?:;r: 

, 1 6f » Woi 


Ä2» 05 nci..„ P xcn«. 

i Tri», ^ unb ni(hti(i 

?; |nct m fllcidjfam Die 
WwenMidjicit. KtuDiii. 
fuUul) f)«t Der Crfrcn« 
Wttdnwr Mefdbc (Smp- 
Fuibuiig wie taftßanbc- 
tCT * n (Goethes „^auft“: 

-ltnl) nun lobt ijrruor nud» 
trrlru, 

flrrnjcniofe 
. tu}»*« 1 : 

Uft M niidj tnitn, i.^t mUb 
beten. 

»odj fcfbrStiflt m< f„, 


*=rt>oun 


3rei unb offen fjot Die- 
sig frijoffenbe Ratur 
bic größten (Geheim niffe 
bf*n fotfdjntbcn Men« 
fcftctigeijte auf ber (ht>- 
obctfliirf)e bnrgobctcn 
uub Ijic iljm 3ugänglicf) 
gemacht. 

ftaiij aitbcrs aber 
ließt bic 5ache bei jenem 
(Gebiete bcs rbbaUes, 
welches mit ber Unge- 
heuern SOaffcrmaff? be- 
bedt ift. SJier fünftel 
brr geleimten Grtobcr* 
fläd)c finb mit Wciffcr, 
einigem <Pi$ unb 3tf)iice 
bcöecft, mührcub bloß 
ein JVünftel trodouer 
(Erbbobrn ift. 

Tüö ganje unter* 
fceifdK Gebiet ift beni 
Mcnjdjen fo gut wie un* 
bofamit. Tie (Baben- 
ocrhältniffc geuüfjcr 
Mmcsgcbide taffen fid) 
faum aipien, gcfctjiucfgc 
beim ßdimi feit ft eilen. 
(Ebenen, (Gebirge, Täler unb Tanfcnbe von Metern tiefe RbgrfmDe wcd)felu ln bunter 
Reihenfolge miteinan&er ob unb geben bent ©leere «hoben eine (el)r peräiiberlidje 
ftcjtalt, bie von 3dljr 311 3al)r einem fielen Weddel untermorfen ift. 

Tiefe ungeheure, frijeinbar leblofc Wnffermafic örs Weltmeeres birgt ober in 
— — eA — — Tier» unb i>ilanjcnlebcn, 


Sartre idnicte «diiffdienolge mit freiem STCitlelfelb. 


förmige ©JtttelTWpcttalge. 


1) öd) ft gelegene Cd ber l£i b ober [1 ädjc, betf üorübergef)eiib bem Meilfd)c»l 311m 9ltif« 
enthalt bient. 

Jiod) viel bebrutenber jeigett fid) biefe Rcrhäitniffc in umgcfchTtcr Weife in ber Tiefe 
bes Weltmeeres. Tic (örenje bes ftifdilcbcns ift eine Tiefe non 550C m, bic bcs Ticrlcbcns 
überhaupt C50<» m, öht ben tieferen Schichten finben fid) nur bic fall« unb liefclbaftigcn 

Refte abgcftorbcucr Tier- unb 'Pflcmjen- 
förper. 

^ Ter Trucf ber Waf fermaffe in ben 

unteren licfenidjidjten bc* Weltmeeres 
ift gaiM ungef)euer. 


iljrem Gd)oj}e einen uncnölidicn ftormcnrctdjtum non 
fo bag fdjiuer tu [eigen ift, lucldics ®e* 
biet einen großem Reichtum an erga- 
uifd)em Sehen heftftt; bas Alter ober 
bas ftcftlanb. . . 

Tie größten SMcerestiefen iiberftcigen 
an RJeterjnljl Me l)5ef)frtrt (Erhebungen 
unb himmeMtrcbenben ©ipfel berfte« 
birge, 3« ber Tnscarora-Tiefe, oftlid) 
von 3apan, mürben ber majeftdtifche 
OTöunt (Evereft bes yiimalojci ober b ic 
fdineebebcdten öflupterber hohen «iiben- 
[ette non Chile unb ^cru gernbem fpur« 
los im Rice re perfd)u?inben. So gro« 
uns biefe Unter fdjiebe aud) erfchciiieii 
mögen, fo tlciu finb fie bagegen im »er« 
alriAc aum Crb förper felbft, fo umivig 
heiu, baß man ungefähr feigen tonnte, 
ein raum ein Millimeter hohes ^amV 
rötlichen ouf einer großen fltflcHi'fld. 

vnilce organifdjc Scbcn tft foi»ol)l our 
Dem tfeftlanbc wie im Meere nn geun|je 
«öhengebieie bc.tiehiuiflsmctie an *be- 
ftimmte Ticfentegioiien gebunben. «ur 
Den bW e1t ^ unftf n öf5 Chnnborafo 
unb bes Mount euere ft wirb man ebenfo* 
toeuig irgcnöein orgcmifA« Sebemefcn 
ünben wie in ben Tiefen öes Meeres 
uon 8<KK) m. Sotvohl h'fr als öort fehlt 
D*r unbebingt notmenbige ,>attor ber 
(triften.}, ber Sauerftoff. 

Tein fchr geringen ßuftbtude auf ben 
eiöftorren Aergesgipfctn unb bem 1111* 
geheuern Tmde Des Waffers in ben 
abt)|fifd)eu Tiefen Des Weltmeeres Tann 
fein Ccbciüefen auf bie Tauer Tr oft bie- 
ten: uwbct bah«' 1 nott ) bortl>in ift ber 
^err ber £d)öpfnng je gebnmgen. ^ 

Jorfcbnngoreifenbe, bie beit Mötiig 
Des €>imalaia 3U erfUmmen gebachte«, 
mußten auf ber halben JT>öl)c biefe« ‘.Berg- 
riefen uinfehten, trag ihre« Vorrates au 
Sauerftoff 311t tfmfilichen «tmung. 

Tie Sominerftationeii ber tibeta- 
nifehen 3iegenhirten befinben \id) feiten, 
nur u)ätj« MÖ iltfr Monate 3uni 1111b 
3uli, in einer ööfte oon 5030 m bes 
^imalaiagebirgcs, iDofelbft ein fiuftbnuf 
uon 405 mm h*trf<f)t. Ift bie» ber £ i tt 1 Q » 


3um Cffcn halten ber Trcbn-hn^e 
(3ifd)neftc jum Sauge von Tieffcctieren) 
bei ber Ttcffeetpebitivn be« ^Talisman" 
im 3abre 1H83 »ouiben finiftbicfe ftorf. 
fdjeibcit uom Tuxdjmcffer einer Vianb» 
länge oenncnDet. Rad) bem man Das Reft 
öfter gebraud)t unb aus einer Tiefe oon 
:tGG0 ii i herauf ftolt e, loareu bie ilorlfdjciben 
auf bie (ftröge eines ^ünfmarfftflefes ^u* 
fammengeprefet unb hatten Die Äonfiftenj 
non Rudicuholj. 

RörDlid) von 5t. Thomas (Rntillen* 
meer) lotet« mehrere Male bic „(Sbal* 
lcugcr“»©rpebitioit int 3al)Te 1874 eine 
Meere« tiefe oon mehr als 7000 m. 3ut 
(5rfoTfd)ung Der Temperatur Deo Tief« 
tvaffers amröen jinei Miller- Vfafellafche 
Tieffeethcrmometcr (Rr. 39 unb 42 fres 
3«»cnlars)wi it ba U mc n |t arfen tfdaoröhrtfit 
in bie Tiefe oerfenft. '.Kad) Dem .vSerauf» 
holen waren betbe Thermometerröhren 
^erbrodjen; ber ungeheure Trud in. her 
Tiefe hatte bic (Glasröhren äcrauetfehl- 

(Bisher h®t mau uörblid) nöll St. Tho- 
mas eine Tiefe von 7084 m, ffiblid) 
ber Raheinfeln ber Rleutengruppe eine 
Rteeresticfe oon 7412 in, fübliA i*ct 
Marianen eine fold>c oon 8385 m unb 
öfllid) ber Rutileninfel llrup eine Tiefe 
non 8520 »n gelotet. Mit ber leftten 
Mcffung hat man nur einen Ilcincn Teil 
bcs grofteu (Gebietes ber Tuecaroraticfe 
gcfuuben, bic überhaupt nod) nid)* genau 
erforfdjt ift. 3n Den Meercsgebiclcn, bie 
fid) nod) tiefer als 8000 m ausbehn*". 
ift Der Roben mit einer fd) lamm artigen 
Mnffc tebedt, bie jidj größtenteils ans 
bcu «icfeltefteu windiger Tierchen .w* 
fammenfeftt. 

3u biefe Tiefen haben bie unterfee« 
ifthen StTöm u ugen allerlei Gd)lammrc|te 
3iifammcngcfd)u)cmmt. Tie .nicfelpatijcr- 
olgcn werben nod) lebenb bis 3« e ’« 


jgimlidjes <&#tabfd)iffd)en. 

fßtad|tgebil6e 1 »er «Pftan 3 cnmelt bes 


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HE OHIO STATE UNIVERSITY 


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IBotjIgeftaltele tTeißomalgc. 


'iDlecrestiefe 00 « -10 bis 50 m ängetroffen. lic Gdjalen* 
reffe abgcftorbener Vlgen bagcgcn finben fiel) nod) in einer 
tiefe oon 3000 m. 

$ie tointigen fltefelfdjatcn biefer Wlanieniitbioibuen, 
bie nur bei florier Vergrößerung beutlid) |i<f)tbar finb, 
3 eigen berart uuinberbare formen, baß man über bie 
unenblicße <^ulle bet Vbänbemngen auf® ßödjftc er» 
itaunt ift ©erobe.tu unerfäöpftkß Ijat bic Vatur ftd) in 
öiefen windigen Cbebilben eru>iefen. 

Sine bet befannteften formen bes nörblidjcn eftebietes 
im 3)eutfd)en 9?cid)e ift bie rejent in VinnenTOflfferit unb 


SIluftrirte 3 e ^ung. 


an ben Hüften ber Vorbfec oortommenbr Hicfel- 
algc,. eine mit Ged)$e<f|l4d)en gegierte S- förmige 
Vlittdrippenalfle, IMeunosiirm* an^ulntuiu \V. Sm., 

»on wclcßcr 'ilbbilbung 2 einen teil ber Wiefel» 

|d)Ole in U50fad>cr Vergrößerung barftellt. £>1* 
roinjig fleineu 2ed)sede (teilen bie Hiefel rnnbleiften 
Heiner fcßalenartiger Vertiefungen bes Sllgen* 
panier* bar, 3ßres äußer ft fubtilen Vaucs wegen 
wirb biefe Nlgenfd)ale als ^robcobjetl ,jur 'fBrii* 
fung ber ©üte eines üDti troff ops oenoenbet. 

Sine anberr iTorm, Orthooeb »plandida ürtg., 
weldje man rooljl bas tjrrrlidje fficrabfdjiffdjen nen» 
nett lönntf, bie flbbilbung 3 in OSOmaliger linearer 
Vergrößerung in ber <Durd)Jid>t barftellt, finbet 
fid) in einer tiefe oon 40 bis 45 m im Öiolf oon 
Neapel. 

®iefe ftjmmeltifd) elliplifdjc ftorm ift flad) unb 
, leigt eine fafl matljematifdK Mnorbnung oon !lei< 
nen Wiefel tnötdjen auf ber glatten Staate. fll)n« 
lid) in bcc frornt ift bic in ttbbilbung 1 wieber- 
gegebene Navicula pntetrxta J?., bie ^arlgeaeidjnete 
2 d)ifid)cnalgc mit freiem ÜJlittelfelb, aus bem ®olf 
oon ÜJleiito (30 rn tiefe), in einmaliger linearer 
Vergrößerung barfleflellt. »>letiUbieHiefelrnöt<f)cn* 
onorbmmg in betn Ollittelfel&e ber Gdjale «in« 
onberc. Slud) Ijat ber 3 cntraltnoten eine anbere 
«form. 3n einer tiefe oon 50 bis 60 in ber 
Mampcfdjebai, «>olf oon 'JDRcxiCo, finbcl fid) bie 
|d)önc Sonn Triccntium formo* um Br., r»eld)e bie 
rooblgeftaltete treißomalge 3 U nennen roäre, non 
ber ttbbllbung 4 eine ttaTjtcllung in 580maliger 
linearer Vergrößerung gibt. t»ie breiedige (form 
ift in eine fünfedige übergegangen. 'JBeientlid) oer- 
fd)iebcn in ber $orm ift bie an ben Hüften oon 
Hali formen uorlommcnbr große 2lrt oon Isthmia 
nervoaa Knti., bie fräftipe ooalgeformte fjalsalge 
aus Vorbamerifa, oon ber in Vbbilbung 6 bie 
erfte ftigur bie ©ürtelbanbfeite, bic itoeite bie 
Gdjalenfeite barftellt, bie beibe in einer & 20 fad)cn 
Vergrößerung um bergege ben finb. tiicfc merfumrbige 
Vlge befteßt aus v»ei Hälften, bie nad) ‘Slrl einer 3 tg«rren« 
tafdK incinanbernefcßobcn finb. 

Ctu bcmfelbcu ©cbicte bcs Stillen Cjeans bis an bie 
Hüften ber Gan&amßmfelti finbel fid) bie fd)3nc ftorm 
vonAnchnoidiscua elefrons,*/*. tJrir., eine ücrlidje Gdjieiben* 
algc mit 6 pinnengcu.icbc 3 cid)nung, uieldjc Vbbilbung 7 in 
620fad)cr Vergrößerung barftellt. tiefe "ilrten jeigen bie 
(üejtalt einer flad)cu r frei&ruitben 'Jhdnerfibadjtcl. Vad) 
Slbjprengung ber beiben Gdjalenfeiten bleibt bie feljr fdjtuale 
tüürtclbanbieitc übrig, bie in ber Vbbilbung ebenfalls 


907 



Straßlig gcjeidjncte ,TußidKibenalg<. 


jid)tbar ift, tie breiedige (Jorm ift eine Triceratium.Wrt. 
Die Gd>alenfeite biefer ?llge teigl eine fon tcntrifdje Vn- 
anmutig Heiner ffacetten. 

Sind) Kupodittru* radiutuH Bail., bic ftraßlig gejeid)* 
riete {^ußfdjcibenalge bes UJleere» aus bem C&olf uon 
'JJierilo bei 40 m liefe, ^eigt nad) tlbbilbung 5 bei 380- 
maliger linearer Vergrößerung eine große jaßl regelmäßig 
oextetUer Heiner fcdjscdigcr Facetten, bie ber ilugenflödjc 
eines ffallers äßnlicß finb. tJlbioeid)<nb oon btefett fjormen 
ift bie Scßalenflddje bcs Stictodiscun culifornicuH rar. tu ber- 
ruintu iirun.. ber punftirrtcu 2 d)eibenalgc Haliforuicns, einer 



opoliieiormtc (^Mlgr. 3*«»«« mtt äpi«n,n 8 «»,b,jri<l|nun B . 

(Einige 'Ptadjlgebilbc bet 'JJJIonjenioelt bes 9Beeres. 


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g^adjiiO^ 1 . (sforeuG^* ♦im ft** ^ ö ' 

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flcn f nlf > Äl rttl Silin f?® n^Uiood* 
ticrcrb« *>* tt in 3 clöIflC 

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-f’jfl't Knenn Bnlwiil!?^ 62 "- 
f * c f f Äi«j < [p on . e . 0r& ^ ru ’i0 barftellt. 
fafc 3 U 6 en biciL 0 ^ im ©egen- 

*Wlei|ten, bu lT£,° mm 

öcnt f UTdir tiftr#; 0t * na* Don 

Dan öitSt (,I * D " l e,t ' n »»IWfeHie, 

nodi btn* Sei ^l*! ' fl ' tT< '" lt >f. 

L» nrä " bcr " »«laufen. 

tfaft um öi< ^ ai o (< 

0 eiteIUe rI \ b<n ® tb j Ibun 9 < li "k> *>«. 
0 Hellte Navieo]» Urnncdvi ir. ,v w 

^enncb^dliptlfd, geformt S^iffAen.' 

«« Mrejcm in bcm 
©cb ete ber Subfee an ben Äöftcn oon 
Seufeelanö DOTfinbct. Tas H-förmigc 
TOtelT'clb i|t fpärltd) mit .ttiefelfnöttfjen 
öe^t. ludfirenb bie fliefelleiftcn fid) 


längs bcr SRßnbcr unb bet Sdjalcnmittc 
anorbnen. 

Siele SSunöerte oon Scifpielen ! 5 nntc 
man oorfiiljren, um ben 9 iad)t»ei« 311 
liefern, ioie nncnblid) probuftio fid) bie ewige ainturfraft in bcm umijig iUeineit crujcift, 
coie erltaunlid) grofe bie 3<*l)l bet «bänbcrungen einer unb berfclbcn ftorm ift. 

Tiefe ftreng ir>iffcnfct)aTtlid)cn Sctradjtungcn bürften fo mandjcm Caien bie Srage 
entlüden: S'ddjrn 3«?ecf bat biefes inütjfamc mifro|fopif<f)c Gtubium für bn* ptal* 
tifdjc lieben bes SWcufdjen? 

*£d)c»n in ben altcftrn feiten ronrben bic (Tr barten geunffer Cftcgcubcn von 'Jlorb* 
afien, in bcr Sätje b*s Saifölicc*, in Worbafrifa, in Sübamerifa, in «Beftinblen unb 
anberen Orten oem ben SölfcTfdjaften mit bem (Setrciöcmet)! oermengt mib 311 «rot 
oerbaefen. Qforfdjung&reifenbe jener (ftegeuben maren über bieje ?lrt bcr Sal)tung5= | 

mittel febr erftaiiiit t 

unb btacfjten groben 

_ baoott und) Öluropa. ' - 

Tie cingcbenbcn 
(VOT|d)ungrn br^ 

Ülcflors bcr Ctnfnfo« 
rienfunbe, (fcottfricb 

(It)riftian t£i)rcnberg& a 

BHD 

9 nS 9 jcralgen 

%l^w_ lief) eine Sorftellung 

maetjen, menn mau 
bebenft, baft ein 
'mbiuibuum 
autogen 

'JJa(t)fommen[Aflft 
oon nal)C3U neun 
' OJliltioncn Äicfel= 

algen l)erppr3ubrin. 
gen imftanbc ift. 

Tie«olierfd)«cfi?r, ^ 

bie 'JJlcrgeltone, bk 

HHBH Saug fdjicter bei ocr« 

fdjtcbcnften ©egen* 

ben unferet £>eimat (ftjrcnbcrgifi 

(Sitiigc ^3rad)tgebilbc bcr ^fla?t3cnu>elt bcs 


S>ctincbi>> ellipti(d) geformte £d)iffd)enalge 
bei Sübcn». 


3 »tt)erörtig geftaltdc breite Sdntfdkwrtfk- 


Sunfticrte SAeibcnalge ftalifomiens. 


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3)om 3u*f. 

1 Sprutifl über bcn Erlist beim ftürtfbunb«Tt*Wronen-$ennen in ftartofjotft am 21. Oftober. ('Cfjot. ftranj Äüfjn, «erlitt.) 2. «am EppenMm-ÜRemorinl in 8*rlin<f>ttmeu>alb 
am 24. CMober: Ämter 9ltilbelm II. im ©etprädi mit bem f bcrlanbftaUmetiter ©raten (&. o. Vetmborft. 3. ftinifl) im CppentjernvOTemoiial. 4. fflrn XotalifatOT vor Skflinn bc* 
'.Rennens um bcn Huftriaprcb in Söicn am 24. Cltobcr. 5. ©rot Xcteti* 2i. br $>. Diascar, mit SarWale im Satter, ber ©emimier bes mit 10«000 liröttett Dotierten «uttria- 
preift*. <‘pi)(>t. «R. öed)ner jsBilljclm ÜRülIer], guten) C. Det fvnren *1. unb (L p. 9Bembetfl 3|. br. St. «abolilc, mit Spear tm Sattel, bic ©eannncrin bc*> nnt 30000 
Dotierten Cppenfjeinv JRcmoriala. 7. ^ufdjaueTfltuppe iuät)renö Des SHenncna um bcn 'Kuftriapreb, 


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SJlometit qu* beut JOettlpiele 3 ®Ud)en bem Berlin« &odtt)llub unb bem ffllitttoeibaer ©atlfpieltlub in ©erltn ont 24. Ottober, 
in bem erfterer mit 13:3 fiegTeldi blieb. 


$om lutf. 

a® Wuroachfctt bes beutfehen Kennlports ISfct e,* 
't'am beiten burd) bic Junaijme brr 3 abl 2 , Jf 
Wnbifd)«n ©fetbe oeranfrfjaultcben, bie in DeulfAlanh 
wätjrenb bet lebten fünfzehn 3ah re in Kennen S 
iS* ftarteten mlmlid) int %al )\ re 1894 insgesamt n» T 
592 inläiibifdje ©ferbe in öffentlichen Kronen c "! 
3 a!)!, bte fd)ott im folßenben ^aljre auf 779 anrou*/ 
um im Satire 1R99 bie 3 af)l Saufet© tu überfdmhrV 
bain bicfeni 3ot)ie 1092 inldnbtfdje ©ferbe anKeE 
teilnaljmeti. Diefe 3al)l toud>$ im 3at)te 1900 mir 
1137, int 3at>re 1901 auf 1265 an, überfchritt im 
3°h« 1905 bas brennte fcunbert, im 3al)re 1907 
bas nierjehntc $>unb<rt. roflbtenb im ©oTiahre 102 s 
tulänbifebe ©ferbc in Deutfchlanb liefen, eine SaW 
bie in biefem 3 ahre fd)on tnteber übetf^riiien lein 
bürfte. ©on ben genannten 3 al)len rourben im ‘lab» 
1894 282, im 3abre 1895 379, im 3al)r* 1899 49 , 
im 3al>rc 1900 570, im 3abre 1901 674, int Tabw 
1905 810, im 3 qI,tc 1907 928 unb im ©oriahrc NK 8 
inlänbifd)e ©ferbe bem öinbemisfport augefüljn 
»flhrenb im flauten ein fdjlir fcltd) ber aus thtglani’ 
ftranfrdd) uft». importierten ©ollblüter im ©orjahrr 
1860 ©ferbe in beutfehen £>tnbernisrennen gelaufen 
finb. 


Der ©rabtberfWarabou, ben fid) ber Dcutfd>e flron 
print fd>ott tjöt langer 3 eit n»egen feine* au&et. 
gemöljnUd) Stattlichen unb bannonifeben ©ebÄubes als 
Keitpferb ausgefuefjt bat, wirb and) im nädjften 3 ahn 
nod) im Sraining uerbleiben, ttachbcm urjprünQli<b bir 
Wicht beftanbrn halte, ihn fd>on jet|t feiner neuen 
©eftimmungßu übergeben, Der bTeiiäbngc9lrb.©ötri<l 
Gotjn toar in ber oerfloffcnen Saifon bas erfolgreiche 
beutfdjc ©fetb; feine ©etuinne betrugen über 100000.4 


Der Scnfaallott her 9tljeimf<f).2Beft- 
falifdjen 5Dtotorluft|d)iff.©«fell[(öoft. 

'TS er lange erwartete «ufftiep b es oon ber SR f)emtfd>- 
«i/3BeftfMif(I)cn ®lotorIuftf^iff. 6 )efellfd)öft haupt« 
fädjlid) fürGpoftfahtten fonftruiertcnfUlotorballons 
hat am 20. Oltober auf bem ©elänbe ber fiuft* 
fd)iffhal!< bei ßetd)ling*n, einem Jßanbfta&tchcn 
3 tDtfdjen Köln unb ffilberfclb, ftattgefunben. Die 
unter ungönftigeii ©crbältnijfen unternommene 
etfte 3 ö ^t — bie ©asffillung befanb fid) be- 
reits feit ad)t 5Bod>en in ber ©ülle unb halte 
an Dragfähigteit fo rrtel eingebflfet, ba& an» 
ftatt ber t>orgefe!) euen fed)* ©erjonen nur jtoei 
in ber ©onbel ©lat$ nehmen lonnten — führte 
nad) einer SReitje gelungener Goolutionen 311 einer 
8 tranbung bes Sallons, bie inbes oh nc Sdjaben 
tjcrlief unb itjre ttrllänrngen itt ben gefdjilberteii 
UmftSttben unb einer geroiffen Unerfahren heit ber 
führet finbet. Uber basSgflem (affen fid) Sehlu^ 
folgerungen porlöufig noch teine baraiK» pichen. 
$er ©allonförper hat bei einem 3nl)nlt non 
2900 cbm einen gröfeten 5Durd)mefler non 10 m ; 
ntt CEthaltung ber ftarren gorm bient ein in bic 
©aiKhmanb emgefetttes Sollonet. Die ©onbel fällt 
burch ihre langgcftredte f^orm auf — ein für 
Teutfdjldnb neuer Dtjp. 91 n ber oorbem Gpi^e 
trögt fie einen Propeller aus ^Raljagoniholj, ber 
oon einem 110 * 1 *. f>.*®en,tmotox angetrieben wirb. 
Die fiönge bet ©onbel beträgt 2 n m, bie f>öl)c 
in bet SJlitte 2 m; bie ©reite bes ©offagier» 
raumes tft 1, M m. Die ^Shenfteuerung wirb 
burd) bas [fütten ober (Sntleeren oon 3 a>ci 'XBaffer- 
bef)311em, bie fich an ben beiben öufeerett ©anbei« 
enben befinben, bewerfftelligt. 



Die (Hugo orführun gen ©Ieriot» auf ber Simnteringer $eibe bei 9l3ien am 23. Dltober. (Äoiier Jran 3 Jofeph fxj in Unterhalhuifl 
mit bein ihn knformitrenben fronjöfüchcn »otfdjafter CErojier.) 



Der erftc «lufftitö be$ i'enfbatlon* ber «Rl)«intf<l) . 5H3cftfüItfd)*t% SUloto rlu f t fef>i fl - CS> cf ctlf d|a ft am 20. Otfober auf 
bem HbungsfelD bei l'eicblmgen. 


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$ans ©rabe, ber erfte erfolgreiche beutfdje {JlußtechniteT, 
geroann am 3ö. Otiobev in ©erlin« 3ohanitista[ ben £anj- 
Ä , , , r bw Öüfte (40000 .df)- 

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Dir. 3462 . 4 . Dlooemfar 1909 . 


3 llii[trirte 3 ^tunfl. 


911 



J>as S^9antini*®cnfmal 
in ?lrco. 

nt fontiigeu Silben, in bem weit- 
berühmten ßurortr 'ilrco, würbe 
atu 24. Oflobcr bas Xmfrnal 
ixmtu Gegantinis, bes jFwcIjgelMrgs- 
tnalcrs jwr excellence, unter großen 
ftcierlid) leiten enthüllt. 2luo cljrte 
bamit nid)t bloß ben göttbegTidbctc» 

©tafter, ber neben feinen ^od) alpen- 
bilbern and) bas fdjöne Süblanb in 
feinen ©ent&lben oft genug »erfjerr* 
lidjt bat, fanbertt barf ißn nud) feinen 
Eoliu nennen, Denn Srgantini er- 
Midtc bort an« 15 . Januar 1858 bas 
ßi<f)t ber UDelt unb nerbtadtfe hart 
au<f) feitie früljefte 3 ugenb. Später 
fibetficbcUc ber iungc Segantini, ber 
anfangs in jirmlid) bfiiftigen ©er* 
bfiltniffen mifwucßo, 11 ad) Wailaub, 
wo er bie .Mnnftfdnile befurtitr. 

Slls fertigen flJkifter 30g cs Ujn 
wiebenim in bie freie Sllpcrutatur, 
bie itjn bann fein Sehen lang an fid) 
fef feite. 3ucrft waren es bie ©er ge 
non ©rianja am (Somcr See in Cbcr* 
italien, bann Söttigna in ben ©rau* 
bünbenev Bergen, Ijtcranf ©laloja, 
wo er jahrelang lebte unb fleißig 
fd)uf. dutetft 50g er nad) Sogiio im 
(Engadin. ©an 3 eit 311 3 *it befudjte 
et feine ©aterftabt Slrco, ber et immer 
treue fflnljdnglidjfeit bewahrt hatte. 

Segantini war einer jener äftnftlcr, 
bie nie mifhören 3U fliehen unb 311 
jtreben, bie aufgehen im liebevollen 
Slubium beffeu, was |ie 311m Schaffen 
begeiftert. CEr l)at feine Ullpcn geliebt 
unb gefannt wie fein zweiter. 3n 
feinen ©ilbern fpielt ja bie .üodp 
gelrirgsnatur bie größte ©olle, llnb 
eben feine großartigen alpinen ßanb- 
rdjaftsbilber in ihrer belannt eigen- 
artigen, bisweilen etwas harten ©lal- 
weife imb in ihrem herben ©atiiTalis* 
ums waten e$ f bie feinen fRufpn begründeten. 9lud) bie 
ernften, [djweigfamen ©owofpter des .^odjlanbes oerftaub 
er meiftcrlid) barjuftcllcn; er jeigte fie uns mit ©orliebc 
bei ihrer horten Slrbcit; bas lierleben hat ihn ebenfalls 
feh* intereffiert. ©iel* feiner 3 Berfe find in ben bebauend* 
ften ©alerien »ou ganj Chiropa 311 finben. ©iaoanni 


mit ber©alctte in berfcanb bar. Xen 
©lief emporgewanbl 311 ben Berger, 
bie auf bcu Xenfmaleplaß l)fraV- 
fdjauen. Xas fdjßne Xenhnal ift 
ein neuer Sthnuirf bes olclgepriefc- 
nen Kurortes unb gereicht ebenfa 
bem 31 W ®h M * wie bem, 

bem cs gilt. 

Ein Senfmal 
für 3 of)annc 5 Saftcnrntf). 

uf bem 3entralfriebhofe ©Maten 
bei Köln würbe am 16. Cftobcr 
bas oon ber l)intrrb!i ebenen ©Sitoje 
bem im Frühjahr I90H oerftorbeneu 
Xidjter unb Gdjrlftftfllcr äotjannec. 
ftaftcnTatI) errid)tctc Xenlmal in 
feierlidjcr ©Jeife entljüllt. Xas in 
weißem 9J?armor ötisgefuljrle ftunft* 
werf , zeigt unter einem gotifd)cn 
©albadjin bie wohlgetroffenc ©üfte 
bes finnigen Xicßtet» unb Schöpf et* 
bet Kölner ©lumcnfpiele, bem zwei, 
ffienien oon meifterhafter SMobellie- 
nmg buftenbe Wofcn fpenben. Xas 
hiftftoöUe Xenfntal entflammt bem 
©Mfteratelicr bes f. t. ©rofeffors 
fjans ©ranbftrtter in ©rat. Xct 
dnthfillungs feiet wohnten außer ben 
©ertretem ber ©eifilicßlcit, ber ftäbti* 
fd>en unb löniglid)cn ©eljörbcn jahb 
reiche beutfehe Sdjriftftellcr bei, f» 
f^ebor 0 . ^obetlit}, Äarl (Jrljr. o. ©er* 
fall, War fcalbe. Ctto ©rnft. SBäh* 
renb letztgenannter namens ber beut« 
fchcti echriftfieUenudt fprad), legte 
3 rhr.a ©erfoll nach einer ergreifenben 
Webe im Aufträge ber Citerarifchen 
©efellfchaft in Äöln einen ttran 3 311 
fjüften bes Xcnfmals nicber. Cin 
bauernbere s Tentmal als biefcs Slunft* 
wer! in ©larmor feßte fich in bes ber 
oerftorbene Xichter im örrico &«r 
beulfch«« 3d)riftfteller bitrch feine 
hod)h« 3 ige Stiftung oon 300000 beren 3infeit All- 
jahrlid) 3 Ut Unterftü h*mfl hilfsbebörftiger ©lannex oon 
ber Seher ©ermenbung finben, wobei Xalcnt unb bis- 
herige fchriftftcllexifdje ©etätigung fowie bie ©rt ber Not- 
lage hinreicfjenb in (Erwägimg gezogen werben follcn. Xa 
beut Stiftungsausfd>uß bie erften ©erlrctet ber literatifdhcn 


3)as Segantini *^)enf mal in Dirco. 


Segantini ftarb 1839 im Sd)afbcrgrcftaurant bei ©ont* 
refina inmitten feiner geliebten ©etge. 

Xicfe Siebe Segantinis jum $>od)lanb brachte aud> bet 
itaUemidje SUbtjaiier ©iftolfi in bent Xcnfmal 3um ?lus« 
brud, bas er für ^Uco fchuf. Erfüllte ben ©leijter in jdjlich* 
tcr ©ebirgstradjt, auf einer {^elfcnftufc ftel)enb, barhäuptig, 


Nervosität 

Energielosigkeit, Blutarmut, überhaupt Schwäche jeder Art ist stets von 
einem Mangel und fortschreitendem Schwunde an Nervensubstanz in den 
betroffenen schwachen Organen begleitet, und die verlorenen Kräfte 
können nur dann wiederkehren, wenn es gelingt, im Körper wieder einen 
Ansatz neuer Nervensubstanz in normaler Höhe zu erreichen. Neuer- 
dings hat man nun Mittel gefunden, dem Organismus derartige Nerven- 
substanz direkt von aussen zuzuführen, nämlich durch „Biocitin“, das 
Originalpräparat und einzige, dessen Wirkung auf seinem hohen Gehalt an 
Nervensubstanz in physiologisch reiner Form nach Professor Habermanns 
Patenten gegründet ist. Die Erfolge des Biocitin bei allen irgendwie 
mit körperlicher oder nervöser Schwäche verbundenen Zuständen des 
Organismus als Kräftigungsmittel sind deshalb nach ärztlichem Urteil 
glänzende, oft geradezu frappierende, wie man sie früher nicht einmal zu 
erhoffen gewagt hat. Biocitin ist deshalb auch als das erste und ver- 
trauenswerte Präparat seiner Art anerkannt. Biocitin ist erhältlich in 
Apotheken und Drogerien, sonst portofrei von der Fabrik. Ein Ge- 
schmacksmuster sendet kostenfrei die Biocitin -Fabrik, Berlins. 61, J. 11. 


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^JtlUjUkUV 


BJelt ange^örtn, ijt alle ©ernähr geboten, 
bnfe bic |3Uol)ltaten bc$ 'ftaftcnratbfcbm 
Brundd)tniffc» feinem Unamrbigen ( \uteil 
metben. (A. D. 

Das '^fjoitogrömm oon Pompeji. 

Von Corl (*>run«rl, 

L 

S eit jc^n Sagen ungefähr grub man jd)on 
in ^putpeji an ber frcigclcgtcn Stelle 
bid)t 'an bet HJotta (Ewolanefc citt wenig 
weltlich non ber log Ulilla bcs Xiomcb. 

Xen größten Seil bes eigentlichen ßanb* 
Kaufes hatten bic Arbeiter bereits uon ber 
ungefähr ftchs 9Jlctcr hohen Af<henfd)id)t bc* 
fteit, uitb Da matt immer in horizontalen 
3d>id)ten abtmg, fo gewann man Idjndl 
einen EinblicE in ben ©runbrife bes ganzen 
Baues, Der lieb oon bem bet benachbarten 
willen nur wenig imtcrjelncb.’ 

Dr. Gitrieo Xommafi, Der bic Arbeiten an 
Ott unb Stelle überwachte, hatte bet ihrem 
beginn Die leif« Hoffnung gehegt, bet bei 
Aufbedung ber netten Billa uielleid)! ebeujo 
oom ©lütf begünftigt 31t werben, tuie man 
es vor mel)r als Ijunbert 3ah«n bei bei Aus- 
grabung jener Billa bes Tiontcb gcipcjcn, too 
man in Den geräumigen. Stellern bes Hanfes 
mehr als zwanßig Sfclettc unb allerlei ©c* 
räte unb Moltbarrciten gefunben batte. 

60 batte fid) fein bcjonbercs Augeutnerl 
tiaturgcmäß auf beit Onhalt ber Heller ge- 
richtet, unb je näher bie Arbeiter ihnen 
tarnen, um fo mehr fud)te er fie in ihrer 
BoI)utfamtcit unb Sorgfalt bei Der Bcfciti- 
gnng Der i.'apillifd)id)ten anrufpomen. 

Ceibcr fdjien alle angecoanöte Blühe per- 
geben*. 9Jlan fanb in Den Zäunten bc» 
Kaufes unb Ücllcrs rool)l allerlei ©träte bc» 
täglidjcn ©ebraud)», aber bod) nid)ts, was 
uid)t jdjon in ähnlid)i*r 5arm int Blufco 
'Jlajionale in Bcapel anfgefpeid)ert war. 

Blan fonntc wirtlich glaubctt, mit ber 
Arbeit bes heutigen Zages alle ftdumc Der 
)ialid)en Billa freigelegt tu haben, unb auf 
bas (ueheig Dr. Zoinmafis ftellleu bie Ar- 
beiter bic Spaten jufammen. 

Zer junge Ardjäolog war enttäufdjt, um 
fo mehr. als et für Den legten Icil ieiiier 



Vt)ot. (JMcr u. jtocnrn, ftöln. 

Das JVajtcnratfj-Dcnfmal auf bem 3 cn ^ r,a lf Ticbtjof SJtelaten 
bei ftöln. 


©rabuttg beit Bcfnd) eines aItcn Stu 
freunbes, eines Xeutfchen, erhalten bes ' 
geniettrs Sang, mit bem er gemeintem <£, 
Senteftcr in Berlin ftnbiert hatte. 3 n 
erften dittbedcrfrcuDr, an jenem läge b Q ! 
beim Unterfud)en ber Üctpillifcf)i<f)ten auf 1 
„Söilla" f tiefe, ba er feinem ftrc.inbe hoffnunj 
frol) oon biefcm ftunbe berietet* unb fcftX 
Wartung au&lprad), bie A3if[enfcbaft mit ^ 
^eugniffen ber oerfunfenen Clabrtoujeni* ' 
bereichern, « if)" ringe laben - ^ 
Ingenieur war gcrabe oertretungs-weife bau 
Bau Des Simpl ontunnels befdjäftigt um 
hatte ihm lüngft einen Bcfud) jugtbafy 
narf> Ceeitblgung feiner Arbeiten einen Ws 
fted)cr n ad) ^ompcji 311 machen unb w 
feiner ©utbeduugen ju werben. 

llttb nun Itanbcn bie beiben Stubir 
freunbe — bic Arbeiter halten heute fdje- 
f rührt: ftcicrabenb gemacht — allein in bc 
ausgegrübenen Bäumen unb fpradjen ütn 
bie «STgcbni&loiigteit Derörabung. 3ngenin;; 
Sang gab bic Hoffnung auf einen befonb^ 
3runb norf> uid)t auf. 

„Aber, wo follen wir noefj etwa» fmkn, 
aniic'ö?" fragte Zotnmafi ungläubig. ,Z\r 
Bäume ber Billa liegen offen jutage, bic 
Heller finb geöffnet“ . . . 

Der junge Ingenieur antwortete junädii; 
nidjt, Jonbevn begann, inbtm ec bem 
burd) ein 3*id)en bebcutete, ftehenjubleibfn, 
nodjntal# eine BJanbening burd) bie Aauff,. 
ber römifefjen Billa, ©r burd) fdjritt bas Aeinr 
Seftibulum, bas mit einem ©emälbe, nieldjcs 
ben Zan) ber ©rajien Darf teilte, gc|dimi,j 
war, ba& baf)inter gelegene Atrium urb l»‘ 
jicf) baranreihenbe itcrifti^lium, immer habe* 
mit einem int Borbeigeljcn ergriffenen Spater, 
auf ben Boben jtampfenb. 

An einer Stelle be» Beriftrjliums bliet 
er plö^lid) ftehm, fein Spatenmanöoer meljt 
ntals wicbetholetib. 

„Sjöt' einmal, tFnrtfo!" Unb wicberftitf 
ber Spaten gegen bie ®lannorf liefen. 

Ter Ardjäolog war mit 3wci Sprüngen ar 
feiner Seite. 

„$Bann h a fi & u biefe Stelle ent beit, 35 t c 
catbo?“ fragte et übeTtafd)t. 

„Borljin, al& bie Arbeiter bie Spater 
jufammentrugen. Der Heine tJilippo, b<ir 
bic Bubbelei gewife fehr langweilig »«• 
tommen mag, mochte f»d) 3UT Erheiterung ba‘ 



SIROLIN 

ROCHE 

verordnen die Ärzte mit 
bestem Erfolg gegen 

LunsenKranKheiten 

Husten, Influenza. Keuchhusten, überhaupt 
gegen alle Erkrankungen der Atmungsorgane. 


Erhältlich in den Apotheken ä Mk. 3.20 per Flasche. 

Man verlange ausdrücklich SIROLIN 
ROCHE und weise Nachahmungen 
und sogenannte Ersatzpräparate zurück. 

Illustrierte Broschüre K über Erkältungskrankheiten 
wird auf Verlangen gratis und franko zugesandt. 

F.HoffmannLa Roche &Co., Basel u.Grenzach 

(Schwei*). (Baden). 


THE OHIO STATE UNIVERSITY 




<ttr. 34G2. 4. 9!oucmbcr 1001). 


Slluftrirte 3 c üung. 


913 


Cxtrooergitügett, mit jebetn 2paten f Je« er trug. einmal 
hier unb einmal ba auf ben 'Boben ju ftampfen, unb ba 
hörte id) ben feltfamen Mlaug, obwohl id) gcrabc im A)e* 
fpritd) mit bic war. ®e beule, bajj id) mein Cl)T feit 9Jlo* 
naten je nt im Simplontunnel aut Derartige Verluffione- 
uub au«fultationögeräufd)C trainic rft habe!" 

*9lbcr Die Alellcv liegen bod) gcrabc an ber entgegen* 
gefegten 3eite Des V?aiil>f)aufe& !“ fagte löiumafi, ttodj 
immer iwcifelnb. 

Ter Ingenieur antwortete nict)t weiter, fonberu wart 
feinen Hod ab uub begann 31s graben. 

3m näd)ftcn Sflpmcnt tat Dt. Tomntafi bas gleite. Unb 
nun arbeiteten beiöe ftrcuube im 6d)toeifje ihres angefidjt*. 
iitbes bic Sonne fiel) fd)on jum Untergang teufte. Obre 
roten Straljleit übergoffen bic Trümmer ©ermunterter 3abt* 
taufenbe mit einem Sd)ein warmflutcnben ficbens. 

Tie Mrbcit bei betben 8freunbe mürbe belohnt: man 
ftkh auf eine ,3 weite, Heinere Jtellcranlage, bie jid) bis in 
beit g<tt>ad)f eiten 3-el «hoben unterhalb Des eigentlichen 
tJunDamcnts fortjufefcen fd)icii. 

„Tas iidjt ja beinahe au« wie ein Äerlct ", jagte ber 
DngenieuT. 

„2Bos fällte in ber fo freunölid) angelegten Villa ein 
folget ?* fragte Dr, Tommafi bagegen. „Aberglaube ich. 
Daß, es ein VeTftcef für bie Gd)ätjc unb Äoftba rieften bc« 
geioig feljv oermögenben Villenbefitjers gewejen ijt, pou 
bem nur er im {taufe Uenntuis hatte." 

Ar fehle ben Spaten wicbet an, tog ihn aber im 
näcbftetl 3lugeublirf wie ber (uriief unb l)ielt auci) bic $anb 
bes freunde* feft. 

„Sich bod)! M flüfterte er erregt. 

Uub mit feinem Spaten betrieb er in ber ajct)cufd)id)t 
Der aufgebedteu AleUcrhöblung eine frltfam umgrenzte 
ftortn, hie eben 311 tage trat. 

„913a* beb eiltet ba«?“ fragte ber Ongenicur. 

„So 3Ctd)iict jid) ein von ßapilliafthc riiigchülttcc 
menjchlidjcr Störpcr ab“, antwortete Dr. Tommafi. 

„913a* wollen wir tun?“ 

„?lid)t weite vgraben, fonbcrti nadj üoriid)tigcr ft-eft* 
ftelluug Der llmrifjc gleich morgen früh &>e Voitehruugcii 
311 einem ©ipsausgufj treffe«. (Es ift aitjunchmeii, bafo, 
wie bei allen berartigen ftunben. jid) bie ftorm Des cinfii* 
gen Atörpcrs getreulich in ber erhärteten 3d)lammumfml* 
lung «halten hat. Tao ftlcifd) ©ctwnnöcU jid) im Saufe 
bev ^tytfAufcti&t' ,)>• Wfdje; abetf bie bohle (yotrn, bic es 
einft au&fülUe, bleibt unoeränbert tu bem fteiithart ge- 
worbenen, einjt plaftifd) fdjmiegjnmcu afdjcnteige be« 
wahrt unb erlaubt in befpubers glüdlichen ,\ällcu (Sips* 
nbgüjS« ©011 fetter Vollfoiumenhcit, i©ic fie bid) füt^lid) 
em fDhtfcum non Neapel )u hellem Antmcfen begoiftertcu.« 

2)ic lU)t ber 2)ame! 

(Eine aftuelle ®cif)imd)ts*8etraehtung. 

( Ul)t ber mpbernen 3rau, an bic bas ßcben immer 
erhöhte auforöerungeu ftellt, muh in erfter ßinic 
braudjbar unb praflifd) fein, b. I). fie muh richtig 
uub regelmä fcig*g;cnaii gehen. 

Tas ift aber bei ben meisten aller im ffianbcl beftnb* 
lidjeti Tarnen uhren nidjt ber 3*all. 

Wolter lammt ba«? 

Ta» lommt erjtcns baljer, bag bic heutigen Tomen* 
Steven infolge eines fiimlofett 3 Jlobcgcjd)matfco oiel 
311 llein finb, 

uub j weite ns bal)cr, i»afc nad) fidjeter SiatiftiC 90 ^ro* 
jcnt(!) aller f)eutigenTamcnu()rcn feine mobenteanler* 
hemmung bejitjen, joubem nod) mit bergmii oeraltcleu 
unb unjiiütrläff igcn3t)lii'öerl)cmrmmg ausgtf tat tet finb. 
3< Heiner eint Uhr, befto fdjwicrigcr ijt eine erafte 
{teifteltung btr dn.ietueii Teile. 'Olugevbem geraten in 
einem fl einen <&cl)äu|c bic ^aljlreidjcu übereinonberliegenbcu 
Teildjen bes SBerlco miteinanber in .ftottflift, weil fi« eben 
311 wenig Spielraum hoben. Tic x |i)[iuberhemmuug aber 
Ijt uod) ÜJlahgabe her mohernen llhccntcdjnil tninbevwcrtig, 
3wifd)en «Inferh^nntutig unb ^glmberhemnuitig bejtcht 
ein himmelweiter Untcrjdtieö. uirdhrcttb eine 'Bräjiiions* 
uhr mit feiner ?luferl)cm mutig bis auf eine 4>Bd)itbiffercuj 
aon wenigen Sefnnbcu pro Tag reguliert wevbeufaint, 
iji bei einer Uhr mit 3t)iinbcrhcmMumß eine tägliche (Sang* 
abweidjunn oon .^wei bi« brei SWinuteit uiipermeiblid). 



„Tann alfo auf morgen, Aurieo“ — 

„auf morgen, auiico — uub wünfehe mir (bliid bayi!'" 


Qlitt nddjftcu Worgcit in aller J^rüljc hatte Dr. Tommofi 
bereits alles ytm (ftuffe oorboreitet. Attiigc befonber« in 
biefru heiflcn Utanipulationen geübte l'eute hattm bie in 
ber ilVcrfiuttt Der Slatur »in Vaujc ber gelten felbft ent* 
flau bene (fcufoform hergeridjtet, t>orfid>tig eine Aingicg* 
Öffnung in ber Sapiltimaffe angebracht unb ebenfo hier 
unb ba Öffnungen für bie cntwcid)cnbc Suft, um ein 
ungehindertes Ainfliehcn ber (&tif|ntajjc yi crmöglicheu. 
alles h«ng oon ber auherften Sorgfalt biefer Vorarbeiten 
ab; benit ein Arperintcnt tpie ba« beoorftehenbe lieft lid) 
nur ein einziges ü)lal madtett. 

auf ein jeidjen bcs ard)äologcu hegaun bet (^m^, 
unb langfam floh ber weihe, flüjjige Aiipsbrei hinunter 
in bie fd) warte afdjenmaffe. 

Tie C^iegcr hatten bic ÜJlcUgc bes ciuflicftcnbcn (SHpfcs 
nach ber ungefäht öem afdjenrife cntfprcchcnben Airöfee 
be« pcrborgeueii .ttörper« bejtimint. 

Seltfamcrweifc fdtien babei ein 3rrtum oorgcloiumen 
ju fein bic (farm wollte fid) nid)t füllen, unb es war 
ein fölüd, bafi Dr. Tommafi, einer unbewußten Hingebung 
folgcnö, ein bcbcutcitb grögere« ©ic^quantunt hatte guj?* 
fertig machen taffen. Sdjiet unerfättlid) fdjicn ber buiitlc 
Sd>lunb ba unten in ber (Erbe. 

Anblid) aber fdjlog fid) bte gdieimnisuollc Höhlung 
in bei Vlfdjc bod); her weifte thipsbrei füllte mit einem 
Üttale bic ©iehäffiumg au ur\b flog über. 

'Jladi einigen Stunbeu begann Dr. Tommaji mit ber 
Dorfiehtigen, ftfnfwcifcn Aulfentung ber oerhdrteten Vapilli* 
tnaffeu, welche bic ^orm gebilbet hotten. 

Unb bas 'JBcet war gelungen — herrlicher, als es ber 
junge 'Jlrdtäolog je 311 hoffen gewagt. Tief ergriffen Itanb 
er mit feinem ftreunbe unb ben plößlid) f tili geworbenen 
arbeitcru dot ber j d)U eeweiß jd)immernben ©ejtalt, bic 
5a aus bem ajdicngrabe auferjtanben u»ar 311m leuchten* 
ben Sonnenlichte! 

Ainc ?Jiabd)etige|talt in ber Wüte ihre« Sieben«! Hin 
weiblicher .Körper pou ber ( 'rorincitfd)öni)eit antifer 
Statuen! ÜButiberbar bas flajfijche profil, her [d)ön* 
gebogene {ial&, bie 00m wannen ßeben fd)einbar fid) 
heben br fdjintmernör Bruft! 

Wahrlid), jener .Mgnthm glid) bie ?lufcrltanbcne, oon 
ber VropeYi gejutigen: 

„Solche <m «1)0)011(10(1 oft UMiniin otnoeilr fie Auf (TrUen? 

f)itr ui Tauben, 0 Ams, würbe pennblidtcr (ein. — 

So (ab. an ben« bflbciidjfii S«. oon IMobif b*eAu(<t)c». 

Tcinru j,u«ofräul\<hen S?fib, uOnli(t)f ®riino, «KttImt! 

ÜU-idH, ihr lAOtiinnrn alle, bir ihr hfin phnMiiÖten fittien 
91mi ben* ObA cltO) eiwit fdvlr ietre rtth ül Ic t aeirial !“ 


Unb wie wim&erbar ergreifenb ftimmtc ber Sehluh 
jener 3wcitctt Alegie be« ^weiten Vmhe« auf ben ja röft* 
lid) im Sdjofoc ber ifluttcr Ar&c erhaltenen Jrunb: 

a 9 Ud)t« (oll btrff ArfiaU, nM)t* bif(f 2 <t> 6 n* t>cruh r «". 

WtQrh’ an Aahrrn (te btr, tmnifcbf t3rif|terin. «it<Ut» !* 

Tic fraltung war bic einer Mnienben; aber nidjt« 
von ben Cualeu uub Sdjrecfeu bes Tobe« war tu ihren 
,iügen ju entbeefeu. Tie eine s^anb ftüßte bie weifte Stint, 
inbe« bic anbere auf ber fd)iualen, oicredigeu Cffnung 
einer fchioerrn, eifemru Türe lag, bie jrtjt erft fichtbar 
unirbe. (Eine ^ierlidje ßnmpe aus SBronjr, beren {tenfel 
etn geflügelter amor bilbete, lag neben ihr. 

ßangr flau brn bie 'XKäntter uor beut ergrrijenben Vilbe. 
Ta jagte plötzlich ber Ingenieur: 

„aber biefe ciferue V forte, burd) wdd)e bie armfte fid) 
flüd)ten wollte, Tann bod) unmöglich ins ^reie geführt 
haben; fie liegt ja tiefer als bic Auubamcnte bes Hanfes?“ 
Hub fdjon war er nahe an bic bief mit bem ÜRoft ber 
3ohaanfenbe bebedte Heine Tür herangetreten unb unter* 
fudjte fie eifrig. 

'jUüKlid) rid)tcte er fid) auf. 

„(Enrico, wir finb nod) nid)t am (Enbc unfcTer (Entbedung; 
bereite bid) oor, eine neue, ebenfo übemtfthenbe 3U machen !“ 
Tamit wie« er auf bie fdjmale Cffrtung in bereifentcu 
Tür. Unb min entbedte Dr. Tommofi, was ber ftteunb 
meinte. Tie anbere £nnb ber ilnienben fa&te burch biefe 
Ojfuung hinburch -* in eiiien ^weiten Maum, ber fid) 
weit hinein in ben Aröboben ju erftretfen fd>ieu. 

Unb als et oor|id)tig no<h einige ocrhwUenbe UfdKn* 
gnhdufungen entfernt hatte, fab er in ftummer Uber- 
rafd)ung — eine britte iöanD, weld)e oon innen bie be« 
'Diitbchcus umUauuncrt hielt* 

(Eine 3 weite Oüeftalt war in bem neuen fflerfted oer- 
borgen! Ter bie ajdjenform ausfüUenbe (fiipsbrei hatte 
alfo uid)t eine, fonberu (wei gebilbet. Tamit war aud) 
ber fonöcr&are Wchruerbraud) an A)iehma|(f unb bie 
längere Tauer bes (buffe« erllärt. Tie burd) bie Öff- 
nung in ber Sr3tür faffenbe {)an& würbe bie AingtuV 
jlelle für bie 3writc nod) in ber Aröc ocrborgcite öieftalt. 

Unb nun arbeitete mau mit fieberhaftem Aifet au ihrer 
{rrctlegung, bie wegen ber ßagc bes Cbjelts auf gan,) bf- 
(onbere Sd) toter igfetten {tiefo. Anblid) gelang c«, oon aitßcti 
an ba« Verlic« im Onnern ber Arbc hetanjulommen. 

?lls bie Sonne faul, tvav oud) bie 3iueite ©eftalt oon 
ber oerljüllen&ert äjd)cufmftc befreit. HQie ein weißes 
'JJlarmorbilb ram fie au« ber umgobenben fteinharten, 
fchwärjUchen Sapillifd)id)t her oor. 

Atu junger 'Dlniin in fajtlicgenbcr Stellung, beit Atopf wie 
laujdjcnb 311 ber fleinen Öffnung in ber eijemen Tür empor- 
hebenb, mit ber ÜRecftteu bic .kanb ber beliebten erfaffenb! 


incfultat: Tie „ v Jtomo*% Tamenuht ijt oon erprobt swerfmäßigfter 

Tic meiften unferer t)f«tigeti Tamenuhren finb f»"ir ben ©röfec unb oon eöelfter Schönheit unb Alcgatta. Sie 


prnftifdirn ©ebroud) bireft wertlos. 3hre {*cr- 
ftellung muh als eine ber größten üBiber* 
iinniglcitcn gegeißelt werben, ihre ?ln* 
jehaffung ift eine — Unllugheit. aber 

aud) Ui'tn ün jtlevi jdteu 2 tan bptmft aus 
betradjtet. trägt bie ftbciwiegenbc 
'Ulehnahl ber heutigen Tanieittiiivcn 

in taujcnb’udjLMi, o»t gan ; im 

I.iti l- It Jion, pb.mtajtifdi u'illfiiv ^Br 
lid’i’U 1-11 b gnuc-'ten '.ütinia*. 

£SF; 

ü.'l n : . I - ’ *.ln . n 

ba« 1 >u' präge eine« jinuu.'liri 

tmb ftiloolleu Sd)mudes. Tic 

:Vir' I ; ::. M > 

Hin- war nadigerabe 311 einer 

•eiic-- 

hat 

bei IHiv 1 1 Tain 

" • T an t e 11 u l) r briitg bei 

aller 3»ctlid)!eit ber ,vonu eine ge* 

uiigeubc lüröße für aubriiigniig eine« crjt*^^B 

llajfigen ÜIu-tIc:. mit auferl)Cnumuig ine- 

bemfter ÄanftruCtioii. 2ie gebt auf 
Sefnnbe genau mit ^unerläfftger (5>leid)mähigfeit. 


• ift ein tleines 9Reifterwetf her mp* 

B en Uhrented)nif unb ange* 

anbten Äunft. 

3cht ju jücihnacfjtcn, wo 
andjer oergeblid) barüber nach* 
ult, was er einer Tarne jum 
chcnl machen foll, mag er 
Slufmerff amfeit ber „Homos“* 
ihr 3iu»«nben, unb er wirb 
ich, bah er nichts Wühlid)** 1 
eres unb Hlobemere« fdjen* 
ht-s, was fo bauemb feinen 
eine gute Uhr ift ein fiim* 
önlidje« (Sefd)ent pur eieel- 
) ftlber gleid)fam eine Heine 

• Tamenuht im feibengefütter* 
ft ein gldrtjenber, wert* 
rr unb f oftbarer 6<f)mud 
bes HBcihnadjtstllches! 

Verlangen Sie ben 
rc id) ausgcflatteten Ajiaupt* 
Äatalog, ber 3hnen auf 
aöunfd) oon ber Nomos- 
Vhr - G Ci,(llschafly Glas- 

hütte i. Sa. (Bj. 47 J foften* 
it. los unb portofrei (ligefanbt wirb. 






»14 


3mi|tmte Mining. 


ytu t JtuA. •*. ^ivucmuKi 1»ITO. 


5itt ^Jaot junger, blühenbcr IRcnjtbcn, Iper oor 3übr» 
taufenbcn oom jäljcn lobe üb«tr<*|d)t! (Ein crntir«« Sieben 
paar! (Sehrimnisooll im Scbojjc ber (Erbe erhalten in 
all her Schönheit unb 3ugenbprad)t ihrer ©lieber, in 
all ihrer Eingebung unb Siebe* bie aud> itjr gememfamer 
lob nicht ju jerjtören vermochte. 

£ange ftan ben bie beibett ffreunbe oor bem Doppel* 
btlbnts, bae gletd) einem Äuuftiucrl aus Alabafter im letjteit 
<Sttal)l ber Abenbfonnc leuchtete, oon ihrem roten Schein 
mit einem oerlläwuöen Stimme t rofigen Lebens überflutet! 

„Oft es nid)t, u fagte (Enrico leife, „als wenn fie lebten? 
9lls wenn jie fid) ergeben wüßten, befreit oon aller lobesnot 
unb Qual, mit frohem Auge bie fdjöne (Erbe 3U grüßen?“ 
23er ffreunb nidtc. Dann fagte er: „3<h grüble nod) 
immer über bie Situation, in bet bas ©erbängnis fie 
uns überliefert l>at Cffenbar ljat fie bod) jene fermere 
CEifentür uoneinanber getrennt?“ 

»3a", erroiöerte l)r. Domma|i, unb fein bunües Auge 
richtete fi«h wie in oifionäretn Sd)aucn in eine oerfunlene 
SBelt, „es war ein fterleT, in bem ber 3üngling f<bntad)tcte. 
Sie aber, bie Liebliche, fan& in jenen eut[ct*lid]cn Stunbcit 
bes Untergangs, am 21. Auguft bes Saßres 79 n. (U)r. t ba 
alle Aanbe ber aJlcnfd)ltd)leit aerriffeu waren, ba ein jeber 
nur an fid) unb bie eigne {Rettung Pachte, ba grauen* 
oolle 9tadjt wie eine bleierne Laft fid) bemieberfentte 
auf bas lebensfrohe Pompeji, ba ber Dob mit giftigem 
Anbaud) auf Gd)ritt unb Stritt feine ungejählten Opfer 
forberte; fie fanb ben 9Beg hierher in bas einjante Laub, 
haus, geführt oom Sichte nimmer erlöfdjenber Liebe. Unb 
fie fanb ifjn — im fterfer! Unb bie f»anb ber (beliebten, 
bie fo oft gewiß bem Jüngling bie Sorgen bes Dages oon 
ber Stirn gefd)eud)t, ftc war gu fdjroad), ben fdjtocreji flty 
riegel ju bewegen. Unb fo Ijat ber Dob fie übeTrafd)t.“ 
Dr. Dommafi fd) wieg. 35er Ingenieur trat nod) einmal in 
bie gewölbte ffelfenfamnter, bie bas Cbefängni« gewtien war. 
Sein fdjarf esSlugc batte au ber glatten ötalfroani) fonberbare 
Ablagerungen evtbedt, wellen* unb ftreifenfprmigeÜlilbungcn. 

Unoermittelt fagte er nun: „(Erlaubftftumir, biefefonber* 
baren Oberflädjengebitbc wifienfthüftlid) einmal genauer 3U 
unterfudjen, (Enrico? 3<h müßte aber bann mit allem phnfi* 
falifc!)>d)cmif(£)m{Küft3eug hier häufen bürfen, unb id) weiß 
aud) nid)t, wie lange meine Untcrfuchungen bauern" . . , 
„borgen früh laffe id) biefen Abguß in bas HRufeo 
fRasionale fdjaffen, amiea. 3d) will ilpt in ber nächftcn 
Si^ung bes ^Internationalen Ard>üologijd)cn .Rongteffcs, 
btr in einigen 2Bod)en in {Neapel tagt, ben Oäftcn oor* 
f teilen. ©011 morgen früh «»» barfft bu hier beine 
(h«mifd)en (Experimente machen, unb id) will btr gern ein 
paar meiner anftelligften Leute als ©el)ilfen geben.“ 
„(Eben wollt' id) bamm bitten, (Enrico ein paar, 
bie im Abformcn unb (öießen erfahren finb." 

„Den Luigi unb ben (Gabriele fenbe id) bir. Unb 
nun fomm! f>eute abenb trinfeu wir Asti spumiuite!" 


II. 

(Einige IBodjcu fp&tcr. 

3m Gißimgsfaale bes Wationalmufeum« 3U Neapel 
brängte fid) heute eine illuftre (liefe llfctjaft. Au» Dtalien 
nicht nur, aud) aus Dciitfchlcmb unb ffrantreid) unb 
(Englaub waren bie Archäologen Pon {Ruf herbrigeeilt, 
um, ber (Einlabung Dr. Stonnuafis falgenb, ben neuen 
ffuub aus ber „'Billa bell' yitliau3a M — fo batte ber 
gliiefliebe (Entbedcr fie im au i öa9 im ® cr * 

bunbene Liebespaar fowohl als auch 3« (Ehten feiner 
ftrcunbfd)aft mit 6«m ^Ingenieur getauft, ber ja einen Anteil 
au feiner (Entbciung hatte- — in «ugenfdjcin 3U nehmen. 

fRod) mar ber f oftbare ftunb, ber auf einem febtoarjen 
Ißoftament neben bem Niobium bes {Rcbncrs ftanb, bidjt 
oerhüllt. Dr. lommafi fchritt im Acfprüd) mit einem 
feiner auswärtigen &<,chgcnof[cn r bem u>ciBh<x»*tgcn «meri- 
rantf<ben Wllertumsforfdhcr STCr. ^taoi), auf unb ah, ber 
einen jufälligen Aufenthalt in Sonbon 311 einem Abftccher 
beuußt batte. 

£a ftanb plögticb fein Stubienfreunb ßang oor ibm, 

„Ob," rief Dr. lommafi, feine Untertebung unter- 
bred)cnb, mit froher Überrajchung aus, „bas ift f<f)ön, 
amiao! Sd)on glaubte id), beine eifrigen pbbfiralifdjcn 
Stubien hätten bid) ben heutigen lermin oergeffen laffen. 
Sffiir haben uns ja eine (Ewigleit nirf)t mehr gefeben. üUie 
weit hift bu übrigens mit beinet llnterfud)uug über bie 
Stiftung ber milfanifd>en Ablagerungen." 

„3d) habe fie jum Abfd)lu& gebracht, (Enrico, unb bes» 
halb fomme id) hierher. 3cb wollte bid) fragen, ob bu als 
Weimer bes 3agcs mir wohl geftatteft, burd) bas {Rcful- 
tat meiner llnterfudjungen einen {Beitrag 3U liefern, gc* 
roiffermahen ba« Korreferat 3U beinert Ausführungen, bie 
Pbbfifatifdjen ^unbamente beiner ttntbetfuug.“ 

„?lber, bebarf bas nod) fter ff rage, {Ricaröo? 29 ie f£E)ön 
wirb fid) bein lbema an bas meine cmid)ticfcen!" 

„3d) habe jur Oemonftration meiner unb beiner llntcr- 
fuebungen Abgüffe ber ffunbftättc f)^rfteClctt laffen. Du 
erlaubjt“ — er öffnete eine Seitentür bes Saale« — „bafj 
bie Aeroeisobjeftc hi« aufgeftcllt werben?" 

Dr. lommafi winttc ben Drägem, unb fic festen einen 
3iemlid) umfangreidjen, faftenariigen {Behälter auf einen 
Scitcntifd) in ber Slähc bes {Rebncipultcs. 

Dr. (Enrico Domntafi begann feinen Aorhrag. 

(Et gab ,)unäd)ft eine Schilbenmg feiner 'Arbeiten an 
ber qjorta (Errolancfe. SDlit Der ihm eignen Anfchaulid)* 
feit hob er bie einzelnen 'Bhafcn feiner (Entöcrfung hercor. 
Dabei nahm er (Eelegeuhcit, ben Anteil feines Stubien* 
freunbe« 311 betonen unb ber ©crfammlimg bie Unter* 
fudpvngrn bes 3ngenieurs als (Erweitening [eines eignen 
Aortrags anjufünbigen. 

Unb nun begann er tntuitio mit bid)tcrifcbcm Sd)wung 
bie 'Vorgänge an jenem Augufttagc in Pompeji 3U er» 
3&blen: bic Gdjreden bc« plötjlidjcn 'Hefuoausbrud)«, bic 


aterroirrung unb ^erftörung in ben Gtrahen ber gricAil* 
römifchen Stabt, ba« ^ufammenftürjen mentcblicba «T 
haufungen, bas 3ertrümmcm ber antifen. Dempel unti 
Statuen, Öie aierjroeiflung ber umhetirrenben A« P 5 tte 
rung, bie, nicbergebrüdt oon bem ©ifthaud) aus fc» 
Sd)lünben bes Dartoru«, ju laufen ben burd) bas nä*i 
liehe Dunlcl feuchte, alle ®e|<he ber Crbnung, alle Aan^ 
ber ffamilie burd)bredjenb. 

Unb auf biefem bü|tem öintergrunbe, bejfen ®litt e [. 
puntt ber grauenhaft wie ein böllifches ffanaT lobernic 
TOon« {Befuoius bilbcte, jcidjncie ber {«ebner bie liebte 
ftill unb treu 6ahinfd)reitenbe C&eftalt bes «infamen 
{Dtäbchene, bas in all bem entfeßlichen A3irrwarr nur ein 
3iel fennt: bie 2iercinigung mit bem (Beliebten! Unb & ö 
fie ihn entbedt in bem tiefften ©erlie« bes abgelegenen 
Lanftbaufe«, ba oermag bie 3art« f>anft ben Werter nidjt 
3U öffnen. Unb fo ereilt fie beibe bet lob. 

Auf ein 3«t<b«n l>r. lommafis fiel bie öüU«^ 

(Einige aiugcublicfe lang btrrfd)te tiefe, feierliche Stilb. 
9Qie eine Offenbarung wirftc bas ergreifenbe Doppelbüf 

Dann aber brach «in Sturm beo 'Beifalls unb ber 8c 
rounberung aus, wie ihn ber habe Sitjungsfaal mit jeina 
emften 2lrd)iteCtonif raunt je oemotnmen hatte. Dte Bc, 
geiftertften octließen ihre a3läßc unb brängten fiel) in bir 
Slähc ber Statuen. 

{Rad)bem wieber ein wenig {Ruhe eingeiieten war, fuhr 
ber {Reftuet fort: ff 2Bet aber vermöchte ba« Aätfel ber 
beiben jungen 5}len|chenCinbet oöllig 3U löfen? SB« 
bannte ben ffüngling in bas geheime unteriröifcbe (5<. 
wölbe ba braußen in ber cinfamen Silla? Denn rin 
ilerfer war es für ih«; bas beweift bie mit fchtumn 
{Riegeln oerwahrte (Erjtür, ba« beweift ber SBajferfrvg, 
fteffen Seherben am Aoben lagen. 2Uar es ein llbeltitcr, 
ben man hier oor läufig in ©ewabrfam hielt? ÜLlarcn es 
politifebe {Dlotioe. bic fein SBcrfd)winbeu bewixften? Cber 
war er bas Cpfer prioatcr {Rache? 2Ber bod) ben 291-unb 
her ^ahriaufenbe 3 um {Reben bringen föttnt«!“ 

Der Spredjer unterbrach fid) plößlid). 

(Ein rätfelbafter Laut tarn irgcnbwo au« ber liefe bes 
{Raumes! (Ein Rlagclaut! 

Unb abermals btr erfchüttcrnbe .Klang wie oon jögemb 
fich öffnenben, fd)mer3lid) juefenben 9J}cnf<hcnlippen. 

(Befchah ein neue« Ahm ber? {Belebten fid) bie beiben. 
wetßcn »eftalten unb gewannen bic Sprache wieber? 

Unb je^t flang e* gern 3 beut lieh, wie au« weiter Ofemr, 
abermals: „Dionc, Dione!" 

{fUie gebannt ftarrte alles auf bie beiben (beftalten. 
yilar es nicht, als ob bas ftarre UBeiß ihre« Öeibes ftd) 
leife rötete? Sjob fid) nicht bie hülleulofe Aruft fter Dione 
in tiefem Atem.uige? 

Unb wieber tarnen bic .Klänge bureb ben weiten Kaum. 
„Dione? Du? 9Bic liaft bu mid) gefunben?“ fprad)’s 
in altem flaffifcbcn Catcin. 



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ist eine gute Bezugsquelle 

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Ich bescheinige hienrtlt.dasu 
von der l'irtii» Jonnse & Co., 
Berlin, innerhalb ein«* olnrlgen 
Monats 46dl Auflrtgo von alten 
Kunden, d. h.noleben.die schon 
vordem von der Firm* Ware be- 
MKon haben. *u«g»»tohrt worden 

sind. In der voratrbenden Z*M 
4BCJL sind nur die BcesteUunL-tn 
. eii»H*Iten, die der Firma trief. 
lick von den Kunden selbst 
I absrsch rieben sind. 

! Berlin, 1. Februar 1908. 

L gn, L, Riehl 

beeidigte/ BQchMpvUwi. 


IIIIIHI 


III IUI 



















ürarvd Prix 
Pari« 1906 


vix. 3402 . 4 . 'Jfoocmbcr 1909 . 


3 -IIuftrirtc 3 citung. 


'ißic war ÖMv möglich? 

Wie, am weiften Pr. lonmiafi, Midien in uameitlojem 
3<br edeu unb Staunen auf bie beiben ftiouren. 

Hub non neuem ertönten stimmen, nun im ■jüccljfd- 
Qcfprad); „Wein (fceliebtcr! Ten Öiättem Tanl, bajj ict) 
bidj gefunDeit!“ 

„UBie fanöcft bu beit «3cg ju mit, fiifec Tione ?" 

„'itenus führte inid), (Beliebter! Ob, wie fiuftcc unb 
f(f)aurig war mein Weg buTd) bie Strafen, mein ßuei- 
lius! ‘Denn bas (Snbe bet Bklt fcheint getommrn, Die 
Gibt fpcit Feuerfttöntc aus, ber finjtere Crfus hat feine 
«forteu flefptengt.“ 

„Od) fühle, bnb bie (Erbe erbittert in unheimlichem 
Sollen, meine Tionr. C&iftfgr Tüttfic brinocti h«tab bis 
i\x mir unb bürten mit bie Gingeweibc.* 4 

„Ter Wons ©efuültt* fcbleubett Feuer »nb Steine in 
bie ßuft, unb bider «fd>eim‘gcn fällt oom Fimmel h«r* 
nieber. Ter lob lauert uuf beu (Straften unterer Stabt. 
Unb id) fucfjte bid)! Seit bret Tagen halteft bu mit feine 
Botfdjaft gefönbt, (Beliebter. 3um Wllar bet Benus eilte 
idi beute frfll). Unb fie erhörte bas Flehen beiner Tione. 
Sie lenlte meinen jagen Schritt hierher in bas ßanbljaus 
deines Bäte«, ^unbertmal beol)te mir bas £ämpd)en 
)U erlbfdjen, bas bu mir iflngft gcfdjcnTt. Gnblid) fanb 
id) bas JwrlulatteifdK Tot unb ben ftfjmalen «fab 311 
Deinem fianbijauf«. Bd), überall fudjte «d) bid). (beliebter! 
Überall rief bie arme Tione beinen lieben 92a men. »ßuei- 
lius!* llang'« mit oon ben leeren SBänbett broben überall 
entgegen, aber mein Cucilius fair) nicht! B3arum »er* 
bargeft bu bid) tief unter ber (Erbe?" 

„Bidjt id) h«be mich »erborgen, füfee Tione; mein 
Bater hat mich hier eingcrerlert, beinetroegen!** 

„Tein Bater, meinetwegen?“ 

„Weil id) nid)t oon bir laffen wollte, üugebetete Tione! 
Ge aber h«t wie bie Tochter bes Brofonfuls, bie feile 
Wamilia, 3UT (Baltin beftimmt. Tut roeifjt, bafe er burd) 
ben Broronful feine ehrgeizigen 3«k in fRom ju erreichen 
hofft, unb i<h foll bas Opfer feiner 'Pläne werben." 

„Wein armer, teurer Buciliu«! Um beiner Keinen 
Tione tDillen! Hber wo ift bein «ater? £>at er bid) »er« 
geffen in biefer fchredlichen Stnnbe?" 

„(Er Ijat nur an fid) gebaut unb feine Wcict)tümer. 
Wenn er bie nur retten fann! Bbct ex hot uns beibc 
boch nicht 3U trennen »ermodjt, benn bu bift bei mir, 
Tione!“ 

n 9ld), wenn i<h bo<h biefe fcl)were Tür ,ju öffnen »ex- 
möchte, (Beliebter." 

„Tü3u ift beine weiße sjtanb ju fchwad), (beliebte! 
jliage nicht: wir finb ja beieinanber, id) batf beine fjanb 
faffett, (üfjejte Tione." 

„9Birb bir bas Wtinen aud) fo fd)t»er, mein ßueilius? 
TBic fd)unil unb bunftig ift auf einmal bie ßuft! Wein 
ßämpchen — faum glimmt bie Heine rote Flamme nod)" , , , 


„(fccl). |ü&« SWäbchcit! Wette bid)! (Eil* »au 1)1«! 
'DJerfft bu nid)», wie bie Jeften biejes Kaufes erzittern? 
Flieh unb überlaß mich meinem ©efdjid.“ 

„Tione — fliehen? Bein, mein (beliebter! £>abc ich 
nid)t bir gelobt, bie Telnc 31c fein? Teitlft bu uodj jener 
eeften Slunbe, ba Tione bein mürbe? Gin lag, büfter 
unb trüb, [oft roic bex heutige! Jupiter zürnte unb ballte 
fchwarzc Wollen am ijiinmcl unb fchlenberte bcu juefen» 
ben Bl»t|. Wtt ben JJreun binnen roar id) jum fröhlichen 
Fefte ber Gmte in ben .ftaiii ber Geres gegangen. Ta 
überfiel uns bas Uncoctlrr. 3*ö« flüchtete, jeber badjte 
nur an ftd); allein ftanb Tione am Stranbe ber (leinen 
Budjt. Ta erfchienft bu! ?luefj bid) hotten bie lä üblichen 
ftreubeit hinausgclodt ju Spiel unb Tanj. . Jtomm, liebes 
Wäbchen,* fagteft bu ju mit, »babinten naht )iod) ein 
Ic^ter 9lad)ert, ber foll uns beibc tragen. " 

„Bber meine Ueblidjc Tione fürchtete ftd) . benn toilb 
|d)äumte bie ^lut unb fchwarj war bex e infame Badjcn, 
uralt, wie (Il) ar <w» fein {}ähmtaun, unb fie fagte 3« mir: 
(Bib mir bie £>anb; beim id) fürchte mich ohne bid)>." 

„Oh. Cueilius, mein Gielicbtcr! Tione fürchtet ftd) 
abermals ohne bid) 2 (hib mir bie 
„Tione!“ 

„Siehft bu ihn nicht, ben fdjworjcn Bachen oon einft? 
Tahinten aus ben bü|tercn 3gpttffen fommt er l)<n)or — 
immer näher — immer nül)er — 3<h«>or3 fluten um Ujnbie 
BJaffer — enblos! — Unb fchanriges Tunfel rings um 
mich — Teilte fianb — (beliebter — (Beliebter!“ 

„Tione! Tione! Wid)t allein — nimm mid) mit bir! 
— Tione!“ 

G* roar ftill gemorbeu in bem roetten Baum. 

Ter Wunb ber jäh erwachten Ciohrtauienbc fdnurigt. 
Hub roieber cr(tant in iljrer bleichen Gd)önl)eit, lcud)ten 
bie meinen Gicftalten oon bem bunleln «oftarnent her* 
nieber . . . 

Buf bem !f}obium aber ftanb ber junge Ingenieur. 
„Bur ein paar Worte, meine hochoerchrtenSlmoefenben. 
Sie alle finb joeben 3cugc« geworben eines Triumphes 
bex JBiffenfdjaft unb ihrer G)e[ctje, wie er bisher wohl 
cinjig bafteht auf bem (Bebietc ard)öologifchcr J^orfchung. 
Gin Wttnber hat fid) oor ihnen allen begeben, ein wahr- 
haftiges löunöer, bas bod) auf ftxeng logi(d)em, natür* 
lidjem ®eld)ehen fid) aufbaut. 3n jenem iiellergcwölbc, 
bas ben Ceidjuam bes ßueilius barg, entbedt« id) bei ber 
Freilegung bes an ber glatten SlaKwanb fonber- 

bare Ablagerungen in jcltfam fnmmetxi jeher Anorbnung 
unb wunberbar feiner Struttur, gewinennafjeit crjtarxte 
Wellcnjüge eines oibrierenben Wcbiums. Turd) bie Unter- 
judjungen bes fran.zöji|d)en Jorfchcrs Brun roar mir be* 
lannt, ba& bie ooti Bnlfanen ausgeroorfenen Tflmpfe 
bei JrmuPtfachc nad) aus Mohlertfäure, Ghlorwafferftoff 
unb Ammoniaf bejtd)en. Sie bilbetrn auch an bem 


reihüngitisoollen 24. Buguft bes 3 a hees 79 bie giftige, 
tobbringenbe Btmojphdrr, bie, alle« bu rehbringen b, alles 
ßcbmbtg« erjtidte. ?luct) jenes ocrborgen(tc ©eroölbc 
ber „Billa bell* Allianza“, in bem ber junge ßnciliu« 
fd)mad)tete ( füllte fid) mit öiejciit (Basgemifd). immer bid)tct f 
immer Dollftänbiger, allmäljlid) jebes 9teftrf)en atembarer 
ßuft oerbrättgenb. Aber noch oermoctite ßueilius 311 
atmen unb zu fprechen; noch Hang feine Stimme unb bie 
feiner Tione burd) ben eng abgefchloffenen Baum, unb 
bie baburd) erzeugten Gd)allwelten festen bas ein* 
grfd)loffene (rtasgeiuijd) in 6<hwingungeiu Tie eigen tflm« 
lid)c geometrifd)« Form bes untrri rbif d)en ©etuölbrs fe^te 
fie um in ftehenbe Wellen. Tie hi«öurch bobingte Fonn 
ber ßuftberoeguiig roirlte roahrjdjeinlid) mehr ober minber 
befehlen nigenb auf bie «ilbung djemifchfr llinjetjungcn 
innerhalb bet (Basmeitge. Tie ßippmantifd)e Theorie 6er 
Bholofl^aphie ft ehr über ßicht wellen liefert hi^rju oiellcicht 
ein Analogon, «u ben Gtellen periobi fdt)cr Wolelular* 
bewegung bilbeten fid) cut|prcd)enbe cf)emifd)e QrrSnbe- 
tungeit. TOo biefe Hßellen3üge bie glatte HaKwanb be* 
rührten, ba eittftanbcn fo in rbqthmifcbcr Slneinanber* 
lagerung 9liebcrfd)Ulge oon Galtniat. Go bilbetc fid) eine 
auf d)emi(d)em Wege entftanbene Äufjeichmmg ber Schall- 
wellen auf ber Äallroanb, ähnlich ber auf ber fBadjswal.ze 
eines Bho«»graphfn- Ti« fpäterr Bebedung bes Cbe* 
wölbe« mit ßapillia|d)e E)»t bie feinen Anähtmgen ber 
glatten ftalfmanb nicht jerltortjonbem fie bem oertoittem- 
ben Ginfluh ber Btmofphäre entzogen, fo bajj fie bei ber 
?lusgrabung in aller urfprünglidhen Schärfe uttb Frinhfit 
wicbcr zutage traten, llnb id) einfad) oon bkfem 

Bhonogramm oon «ompeji 9Bad)&abgüffe genommen unb 
fie In eitlem 3U bieftm 3®«<fe befonbers tonftruierten 
Hßiebevgabeapparat jum Sprechen gebrad)t, mit welchem 
(Erfolge, bas haben Gic alle g<h»ri. llnb 3ijr anbdd)tige« 
Schweigen hat mir bewiejen, bah bas Werl gelungen ift.“ 

Tamit enbete ber Ingenieur. Fubelnbcr Beifall brad) 
los; man umringte ben SW ebner unb feinen Frtunb 
Pr. Tommafi. 

3ngenteur ßang aber xoanbtc fid) leife an ben ledern: 
„Tu oer.zeihft mir bie llberrafchung, Gnrico, nicht wahr?“ 

Gnrico brüefte ihm bie §anb. „Stätte bie forgfarnfte 
Borbereitung je eine foldje SBirfung 3 «itigeu lönnen? - 
fragte er bagegen. 

ßang öffnete ben lafte »artigen Behälter. Unb alle 
Drängten fid) h« r 3«- 

Ta fah man bie mit äufoerjt feinen ßiniaturen be- 
bedten Wadjsplatten unb ben oon einer Sd)tittenoorrid)* 
tung barüber hinweg geführten B3icbergabeapparat. 

Tas war bas 3auberwerf, bas bie fd)weigcnbe Gtimme 
oerfunfener Fal)rtau|enbe mieber jum ßeben geroedt hatte 
in einer Schönheit unb ßauttreue, wie fie bisher noch 
lein ßebetiber oemommen — bie rütjtenbe Tobesllage beo 
jungen ßueilius unb feiner Tione. 


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Der Aktionsradius de* Elektromobils int ver- 
hält ni* mäßig Wscbrünkt. Mit einer Batterie! »«lang 
läßt pich heute im Durchschnitt eine Wegstrecke 
von 00 bis 80 km zurücklegen; die hiiehate mit 
elektrischen Wagen erreichbare Geschwindigkeit, 
bei der sieh ein auch nach der wirtschaftlichen 
Pcitc hin vorteilhafter Fährbetrieb ausführen laßt, 
beträgt etwa 30 km in der Stunde. Diese Zahlen 
beschranken den elektrischen Kraftwagen im all- 
gemeinen auf den Stadt- und Vorortverkehr, für 
den ihn jedoch eine Reihe von Eigenschaften ge- 
rade besonder* geeignet machen ; vor nllem der 
Fortfall übel riechender Auspuffgase und der ruhige, 
stoßfreie Gang. 

Bei der rasch wachsenden Beliebtheit der Erzeug- 
nisse de* Automobilwerks steigerte sich auch sehr 
bald die Anfrage nach Kraftwagen für größere 
FfthrtlriBtungen. Infolpxlessen entschlossen sich 
die Siemen s- Sch uckeTtwcTke. in ihren neuzeitlich 
eingerichteten Werkstätten auch «len Bau von Benzin- 
wagen aufzunehmen. Einem liesondem Bedürfnis 
der Zeit entsprechend, wurde zunächst ein Wagen 
auf den Markt gebrecht, der in Anschaffung und 
Betrieb wohlfeil, dabei al»er gediegen und hohen 
Anforderungen ce wachsen wnr. 

Durch den Ende dos Jahres 1!)08 vollzogenen Er- 
werb der Motorcnfnbrik Trotc» in Reinickendorf bei 
Berlin und «lie Verlegung der Fabrikation in die eigenen 
Werkstätten sind die Siemens • Schlickert werke nun- 
mehr auch in die l*gc versetzt, einen erprobten und 
hervorragend bewährten Typ von besonder* starken, 
für jeden Zweck geeigneten Wagen hcrzustellen. Die 
WcltffthrtXcuyork-Paris hat dem Namen ..Prfit*»“ Welt- 
ruf verschafft.’ 

l>ic außerordentlich hohen Anforderungen, «lenen 
«lie Komtruktionsteilc eine«« Automobils im Retrieb 
namentlich auf schlechten Fahrstraßen ausgesetzt sind, 
zwingen dazu, für den Automobilba.il nur die besten 
Materialien zu verwenden. Einer der wichtigsten Teile eines 
Automobilwerks ist daher eine nach modernsten Grund- 
sätzen eingerichtete Materialpriifungsan^tnlt (Abbild, 2), in 
der die Rohmaterialien vor ihrer weitern Verarbeitung 

scharfen Festigkeitsproben unterworfen wrrden, Die Ab- 

bildungen 3 und 4 zeigen zwei weitere AiU-itsrüumc des 
AutomobiIwerks.dur«*h 
welche die einzelnen 
___ Teile der Wagon ihren 
Weg nehmen müssen, 

^ bis sie in der großen 
■ Montagehalle (Ab- 

bild. 0) zusammen- 

Der elektrische 

k.| ■ mena - Sohuckertwcrke 


t. Vorderansicht eines kleinen Protos wagrns 6/14 P.S. 


Das Automobilwerk der Si ein cns- Selm ekert- 
werke. 

Sobald cs gelungen war. geeignete Akkumulatoren für 
elektrische Fahrzeuge hcrzustcllcn, hat die elektrotechnische 
Industrie den Bau von Motorwagen als eine ausriebt* reiche 
Aufgabe übernommen. 

Im Jahre 1907 bei Gelegenheit der Internationalen 
AutomobilausstelJung zu Berlin trat das Automobilwerk 
der Siemens -Schuckcrt werke zum erstenmal mit Beinen 
Erzeugnissen an die Öffentlichkeit. Wie cf* dem Ge- 
schäfUgebraucbc der Firma entspricht, wurde di«*rer 
Schritt nicht unternommen, bevor langjährige Versuche 
und praktische Erprobungen unter allen in Frage kom- 
menden Betriebs« erhält nissen bewiesen hatten, daß die 
nu* den Werkstätten des Automobilwerk» am Nonnendamm 
hervorgegangenen Kraftwagen den bestehenden Typen z-um 
mindesten gleichwertig waren. Seit jenem ersten Auftreten 
auf dem Automobilmarktc hat sieb der Erfolg der Sioraens- 
SchuckcTt werke auf diesem Gebiete ständig gesteigert. 


2. Gruppe iuib dem Fes t ig koi tslal «oratori ti m . 


unterscheidet sieh äußerlich von vielen bisher gebräuch- 
lichen elektrischen Wagen durch die Anordnung der 
Batterie vor dem Führersitz (Abbild. 5). Diu» Fahrzeuc 
erhält « lad urch eine gefällige. schlnnke Form im Gegensatz 
zu den Wogen, l>ci denen sich der Führersitz gan? vorn 
befindet, und bet denen man «len Eindruck nicht lo* wird, 
daß das Fahrzeug eigentlich für rferdebetrieb gebaut «ei. 
Ist die Batterie erachopft, kann sic auf bequeme Weise 
mittel* einer einfachen Helievorrichtung aus dem Wagen 
herausgenommen und in wenigen Augenblicken durch eine 
andere, geladene ersetzt werden. Der Motor liegt gwrhiitJt 
in der Mitte de* Untergestells und ist so aufgehängt, daß 
er nach jeder Richtung drehbar ist und allen Bewegungen 
der Hinterachse folgen kann. Das Fahrzeug bat zwei 
Bremsen, deren jede für sich allein den Wagen zum Still- 
stand bringen, kann. Der Oberbau kann für die ver- 
schiedensten Verwendungszwecke ausgebildct weiden: ab 


Chassis eines elektrischen 
Wagen». 


3 (oben). Die Schlosserei. 4 (unten). Der Bau der Benzinmotoren. 


6. Die Montagehalle. 


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3Hu|tmte 3*tt un 9- 


017 


nx. a4&z. 4. 'Jtooeinber 1909. 






Droschke. Lumi»1hii- 
daulet offener Doppel- 
nhaethon, Limousine, 
Krankenwagen. Hotel- 
< >uuiilms , Gerchäft»- 
7. Die Schmiede. wagen usw. 

Ähnliche Ausfüh- 
rungen , deren Kon- 
struktion sich den betreffenden Betriebst erhält nisten anpaßt, dienen zur Beförderung größerer 
I Juden; sie werden als offene Ijudwagen, < )mni bumse, schwere Geschiftswagen ugw. auggestattet. 
Ferner werden Spezialauaführungen hcrgcstcllt: Mülltran8|x>rt wogen »»wie Reparatur- und Mon- 
tugewagen für Straßenbahn betrieb. Für die letztgenannten Wagen ist die sofortig« Bctrieb»- 
bercitschait elektrischer Fahrzeuge ein nicht au unterschätzender Vorteil, der bei Feuerwchrf ahrzeugen 
noch deutlicher zutage tritt. 

Für größere Fahrstrecken und Fahrgeschwindigkeiten ist die Batterie nicht mehr ausreichend. 
Hier tritt der Benzinmotor in »eine Rechte. In dem kleinen, 8 11 1\ S. starken Protoswagen (Ab- 
bild. M) hoben die Ficmcns-Schuckertwerke einen Wagen typ geschaffen, der bei verhältnismäßig nied- 
rigem A «.schaff ungsprois eine für die Verkehrszwecko des täglichen lieben* ausreichende Motorstärke 
besitzt. Benzin verbrauch und (iummi verschleiß bleiben bei diese» Wagen in niedrigste» Grenzen, 
während zugleich IxH leichtern Gewicht dt« UntergealelL und der Karosserie durch solideste Kon- 
struktion aller einzelnen Teile Haltbarkeit und Betriebssicherheit des Wagens gewährleistet werden 
können. Der vierzylind rige Motor (Abbild, tt) ist in der üblichen Weise vor dem Führersitz unter - 
gebraebt. Er ist möglichst einfach gehalten; Ventil«. Zündkerzen. Magnetnppnrnt und Vergaser 
sind lricht zugänglich. Der Motor gestattet eine Höchstgeschwindigkeit von »jo km in der stunde, 
wobei der Benzinvorrat bei normaler Wcgbesrhaffenheit für etwa 4(>0 km ausmeht. Die Bedienung 
des Wagens ist die denUWr einfachste. Mittel» des Wccli»elgetriel>cs (Abbild, 10) können der Hinter- 
achse drei VorwürtHgcsehwindigkeitcn erteilt, und außer- 
dem kann I<ccrlauf oder Riickwärt*ga.ng eingeschaltet 
werden. Die verschiebbaren Zahnräder bestehen aus 


13. Sechszylindriger Benzinwagen „Protos“ mit offener Doppel-Phaethon- Karosserie. 


12. Vierzylindriger Benzin wagen „Protos“ mit Limousine-Karosserie. Einer 
der drei Protoswagui^dte^Deutachen Kronprinzen. 


Geschwindigkeiten bis zu SO^km in der Stunde bestimmt Die in Abbildung 12 
wicdergegtdienc Limousine ist ein solcher Wagen, und zwar ist dies einer der 
drei Pmtoswagen, die dem Deutschen Kronprinzen von den Siemens-Sehuckert- 
Wtb M geliefert wurden. 

Der sechszylindrige Proto* wagen von 27/50 P. S. ist besonders als schneller 
Touren- und Sportwagen gedacht, mit dem sich Geschwindigkeiten von hundert 
und mehr Kilometern in der Stunde erzielen lassen. Infolge des geräuschlosen 
und cliwti sehen Ganges des vorzüglich ausbalancicrtcn Motors wind er jedoch 
auch mit Vorliebe als eleganter Stadtwagen gewählt. 

Wie die elektrischen, so können auch die Benzin wagen mit den verschiedensten 
Karosserien als Sport-, Touren- oder Luxuswagen oder «Aich *1« üefcrungMahr- 
zouge ausgerüstet werden. 


9. Vierzylindriger Benzinmotor „Proton“. 


10. Wechselgetriebe. 


11. H interradbrückc mit Differentialgetriebe und Brenuschcibcn. 


Chromuickdstahl und tind im Einsatz 
gebartet. Die Hinterradbrücke (Ab- 
bild. 11) zeichnet sich durch eine 
einfache, in »ich geschlossene Form 
aus. Das die Organe der Hinter- 
achse umschließende Gehäuse ist au» 
gepreßtem, autogen geschweißtem 
Stahlblech herge*te!lt, wodurch eine 
ganz besondere Festigkeit und Wider- 
standsfähigkeit gegen über äußeren 
Einflüssen erzielt wird. 

Ein größerer Typ de* Prot oa wagen» 
mit ebenfalls vierzylindrigem Motor 
von Id 35 P. 8. ist für die Ver- 
wendung geräumiger, bequemer Ka- 
rosserien und zur Erzielung größerer 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 







HElRRfCH LAUT, MANNHEIM 

w>rmo rtl ™ m .vffinr^rr«^ 

ffirSdt-imfj , System 

rfefsafanpf -C" r»*g*IM F- JJ-KTZ" 

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ste\1on%r V • V^HliiferfififMr 


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t t r ,11 ' , 1 Ir Itr Itr 1 fr t t r 1 t r 1 t f i t r ! i - !*/ 


Preussc &C Q LeipziQ 

Biiflibintterci^Kartoriflqen 


3lluftrirte 3 c ^ n 9- 


Vir. 34ti2. 4. ytODemtjei 1909. 


des Wagens erstattet hat, legen beredtes Zeugnis von der geradezu unvorw östlichen Uistniw 

Fähigkeit des Protoswngens im Überwinden der ärgsten Terrain Schwierigkeiten ab. OWleato^j 
Kneppen sagt hieriil>er unter uncierni in seinem Buche „Im Auto um die Welt“; 

„Daß es möglich war, mit ein und derselben Maschine den Kreis um die Erde zu «chUetkn 
alle Arten van Wegen und (rcliindeschwicrigkeiten zu überwinden , über nie befahrene (iebir*, 
eu klettern, durch briickenloKe tftriime z u setzen, durch ungeheure SehneemaMcn und weit* 
Sumpfstreekcn vorwirt* zu dringen — das stellt dem .Stand dea deutschen Automobilben«, « r , 
glänzendes Zeugnis aus.'” Fr. Heintsenberg. 


H. l>er bei der Wett- 
fahrt Ncuyork - Paria 
siegreiche Protoawagen 
vor Antritt der Fahrt. 


1 «». Der siegreiche Prwtuawagen nach B* 
endigung der Wettfahrt Ncuyork - Par» 

u\u* ■ Ko**pf**r>, ,, Im Aut« um die Vi'dt" ; iWrlie »< 
Wien, Verlag ron t llatein n. C*,). 


In .Abbildung 14 
ist der als Sieger uns 
der Iwreits erwähnten 
Weltfahrt Ncuyork- 
Pnris hcrvorgcgaiigene 
Protoswagen vor An- 
tritt der Fahrt und 
in Abbildung IG nach 
deren Beendigung dar- 
gcsU'llt. lbta Resultat 
dieser Fahrt und tler 
Bericht , den der Fü li rer 
( Iberleut naut Koeppen 
über die Brauchbarkeit 


J*>. Der Protoswagen bei der Wettfahrt 
Xeuyork -Paris in den Rocky Mountains, wo 
Höhen von lOOO m bei Steigungen bis 

20 Proz. überwunden wurden. 

(Aus: Koeppen, , ,Im Auto um di« Welt“ ; Berlin und 
Wien, Verlag rvn l' II* Urin n. Co.). 


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17. Vier Benzinmotor-Typen, 


Cnbc be« robaftionellrr Teil». 


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Hoflieferant Sr. Maj. des 
Königs tod Griechenland. 


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hörbslen II «mie haften :: 

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Wien 1. , KlnJTlhwrsu. 2A. 


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Kaumi 



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»zu 


Allgemeine Aotijen. 

7)\t Sätalarausgabt bet Gdmtlidjen 9Derfe SdjilUrs 

au& Dem (Sot t afften »erlag liegt nunmebt in 16 ftattlidtni 
WirofeoHdobänbcn fertig por unb tann fotvobl auf einmal 
als au di nad) unb nnctj in finteinert Ȋnbeu bf.iogm tuet* 
b«n. Clfbcx »anb loftct gcljcftet 1 .M 20 A, in VciniocmD 
flebiinben 2 tu SSalbfrdnj gebunben .1 Böljrre* ift 
na«f)\ulcfen auf Der erften 3nfcratfeite biefer Stummer. ?luf 
Bedangen [d)idt bic 3- *• Sottafchc »udjljanblung 'Jtadifolgcr 
ln Stuttgart (unb Berlin SS«. 68 , r .«o Strafte 531 te« be- 
3Äglirf)cn ^rofpclt toftenloo ju. 

„Das malert fd>e Breslau“ betitelt fid)~ eine [oeben im 
Bering oon ©ottt. ftorn in Breslau erfdjienene prächtige 
9)Jappc mit 3n>ölf buntfarbigen Sfimftblüttcru nach Crigiital’ 
aquorellen bomorTagenbeT Zünftler, eriauternbem 2cxt unb 
tiner »cil)c von 3fid)nunQcn ardiiteftonifdicr Details, llttrere 
nadiftrodcbentliebe Siummer ivirb biefc föftlidje iVunftmappe 
unter Beigabe eines »robebilöc* ausführlich befpredien. 

Bagerifdje »rufperldjhijjmarttn. Der Bcreiti 3ur ftörbe- 
rutig Des ^rembenuerfeljrs in »tünchen bat foeben reijooll 
«uogefüljrte Bricfvalchlu&marfcn iKrausgcßeben. Dicfclben 
ftellcu einen ftämmigen (soljn ber bar)crt|d)cn Berge in 


31luftrirtc Jcitung. 


Bationaltradjt bar. ber mit Matten «Innen ein 
Blüinbener JKnbl in bie i>5l)e fd>t»ingt. 3m fvntergninbe 
bilbet bas impofante 3ugfpiftmaffit> einen loirffamen Bb» 
|<blufe- Die «fn|ict)t ift in roeib, fd)ujar,3 unb grün gegolten 
unb ftamirtt oon beut OMncheiier »tolcr »aul Sleu. Die 
'JJtarfcn »erben von ber »mt luten «luotiinftsftdlc ber tfönig* 
lieben Böncriidjen Gtaatseifen bahnen im internationalen 
öffentlichen »erlcltrsbureou in Berlin, Unter ben CittDcn 14, 
fotucit ber »orren reicht, lofteitfrci abgegeben. 

Weifen nod) »aris über StiDbeutfdjlanb. Die am 1. »tat 
b. 3* neu gefd) offene vor3Üglid)c BcrbinDung I. bis lll.ftlaife 
nad) »ario ift auch im Silin terbienft beibf halten worben: 
Breslau ab 6, <6 nachm., Dreebcn ab 10,» < abbs. , Berlin 
9fnf), »bf- ob 10,M> abbs., fieip3tg ab 1,11 nacht» , über 
Nürnberg (ab 8, ca porm.), Harlsrutie (ab 12.v mtlgs.), 
Strafoburg (ab 2,"t nachm.), Baris an 9,1" abbs. Der 3«fl 
tjat fel)r gute G eiten au MhlüfFe nad) allen Wichtungen. Buf 
ben Strecfen Bietigheim ■ Aoricourt unb Uhalon^ Baris oer« 
feeren Spcifecoagcn. Bäljcre VuWunft ertfill föfietilö* bie 
Hmtliche Slusfunftsftelle ber königlichen SBürttembergilcbrn 
Staatscifcnbaljncn int Clnternationaleu öffentlichen Berfel>rsH 
bureau in Berlin, Unter ben Hin ben H 

»ab Cegnljaufen. 3JZit einem »lehr von &82 Äurfläften 
unb 89öft Bobern gegen ba& SJorjahr b<d Diesjährige 


2Ht. 4. iPcoocmbet 19^ 


eommerfaifoit ain 30. September abgefd)lolfen, unb •«* . 
SLlinterfaifon 3eiflt erfreulidjerweife eine 3unaf>mc Qn - J? 
ftäfteu unb Bäberrt. Die 3<W öcr lateren hat ietu m 
bie t^efamtial)! ber Gommer, unb SBititerfaifon 1808 m * 
Da Durch ein rctchholtiges Unterhaltungsprogramm 5 

gefolgt ift, baft fich bie (f»3Me and) im Ißinter beho^r 
iühlen, unb bas lierrlidje fterbTtroettcr noch mandjem iha^l 
Blut machen u?irb 3U einer 4tur in ben Ijeiirräftigfn r^T 
haufenet Cufllen, fo bürfte fid) bie SUinterfoifon Der 'omr 
faifon toflrbifl anfd)liefien. 

Bah Galjhrunn. Der fturhotclneubau, ein impoiatv 
Bau in fd)leftid)ein Barod oon über 100 m fiüngf, Z 
3utn Dari)ftut)l porfleldnrlttcn, unb es toirb nunmehr oj 
bie umfangreiche Derralfenanldge in Wngriff flenontirr 
Bom «urhotel aus führt eine neu angelegte KU« m 
bem Bitlenoiertel , toofelbft brei meitrre Wrunbitüdf ^ 
lauft worben finb unb bemnödift bebaut tueröeti 
Der Sport bürgert tid> in Bab Galjbrunn immer .rtb 
ein. Go würben im Öaufe bes uerfloflenen Gcmmfi 

auf bem (helänbe bei ber Sehroeijer« Dbabof op nctr 
Sonntagen ftufoballtDcitfpiele au&gefpdjtcn. Cs beltiliqr 
fiel) an benfelbcn bie SUtannfdiaften oon «Jalbenb^r»:; 
ßlaher, Breslauer unb anbtren Sportoereinen uns &>; 
bollilub*. 



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als leicht vertauliches.sehr nahrhaft «a, 
die Verdauun^fördtrndr&u.regelndcs 
Morgen- Mittag -u Abrnögetran Koder-Suppe 
mit Milch, Bouillon, E-i. Kakao, etc- 


magert -u. 
«darmkranke 

gesunde u. 
schwächliche 


Appetitlosigkeit, nervösen Zmttatfon, 
Entkriftung, Tuberkulose. Pagen - und 
OirmerkrenkungMi. ilrig.-tilac A H-- 

KrhJklilich Ln Ap>iib-Ic<‘n oder direkt 

k Br. IteniiiHi steril, Miliclwfttl.Kimtf. 42. ^ 


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aus ihrem liesitztum der „Grande ChartTeuse“ wer- 
trieben, und in Frankreich ihrer früheren Marken, 
welche öffentlich versteigert wurden, entsetzt 


und stellen nun ihren Likör in Tarragona (Spanien) her. 


Man verlange diese neue Flasche mit der Bezeich- 
nung : „Liqueur des Peres Chartreux*‘(Tanagona.) 


P Zu haben in fast affen \ 
einschlägigen Geschäften. 


nuejnigt fsbtfManrefi: 

Oebr.Kluge.KrpTeld 


Digitized by 







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T3 r auchst Aufomors-Toilette-Sc feDu für t)ei n Ge sich?, 
5o schadet ihm d>e Senne und auch das Alter nicht! 
S c giebt Dir Jugendjr.sche und welche, v/eisse }4aut, 
"Dass jedermann Dir gerne in s schone Antlitz, schaut. 


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hi d.-r bürgerlichen -1111(1 l- in--n Klirli-- und ItarkkiinM Um In* und Atulaiiilra vortcoin- 
inciul-n >pcivn ui. (I ' .' Ininki-, (liroii Na unri Mduchl'-. Zutirmiiiiii;. ( iciuiidhi'liiwrri 
und \ .'i f-il«hiin«. n< L,v. • inriu Krjnnym.jfitorw]. *»n tkal u nd <d»e rtH.dertn- Gefa-Uight-il. 

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t l'- .i.il-' . . i >ni(iiia1. idl.»ii<i > Mh i; - * hiefw mm B tebenkoli SJ1L, XtoleHB WJIk, 
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Tie brn fitfern öer M 3»uftrirt*n 3cttuntT beü 
btlannte ßribni* • fiafwfabrtf Wählten in iSan- 
.mm- bringt au« für ben bie*jaf,riflfn SBcihnad«*. 
bäum eine grobe 9tnmht tftftlidifr fifbiltler • l>ch 
fudjen in ben vumbcl, wort benen wir t)ier Staunt 
mnugch_ halber Iribcr nur 3u>ei im Wilbe v>\eb<r 
(leben türmen. Hon ben inrbcnyrüd)tigen «einen 
:mb großen l'fbtuchen rum Anhängen in j^eo ein 
U'In« Stfirf ein Heine* ftunfttpcvr, unb nicht* ocnimn 
eine lolch effettPotle linb bod) beeile tfinftlerif«h< 
'ntirfimg heroo V ,juriitnt, wie bierer «Ilerliebfte Wmmt 
behäng. Wütig«. 3<ihr mar er in ben Wertauf« 
lüöen fo fehlte« »ergriffen, bnfs fo tinindjer UUeih 
uaditebiriutt nidrt bflmit geid)miidt werben Ipnnte 
empfiehlt ti«1t hoher, tidi redit bnlt» bamit tu 
tu-rforgen. «iltigenfalt? toi« bic ßeibnij CEatesfabiif 
■'> Wdhlfcn in Smrmoüor ouf Anfrage bü* nädiit 
gelegene 'Jterfnu»->ftelle gern mit. 

2 thcr öle Uhr j »ei m 

mutvolle nttb fetnfiunige ffrantjicrin , in ’ folgenb’cn 
warm empfunbenen .teilen: „(Hnc Uhr ift eine 
,>reunbirt! Giue gcunffenhoflc , reblidie S?ebcit*>* 
freunbin! 2ie treibt un*>. wenn wir füumig finb. 


ft* foflt uns: Stehe ouf, bein 9Irlieitetag beginnt. -• 
Sie ruft uns jum ^eierabertb. 3n guten <5tMnben 
ftfittrrt tie: f>a«' tf>au* mit her 3ett, werbe bidi 
betnes C&Iflrfe* bemufjt, «fletjüg ift alle Cftbenfrnibr. 
3m Fchweren Ceib tröffet fie: Wuth btefe rtunbe wirb 
oorfiberflehen, biefe tage, biefe ‘ttJodfcn, Tas «eine 
lebenbige Cterrctjen unterer i^reunbin treibt an bem 
nuferen mit n immer milber ^f«4|ttreue. - Tas tlolf 
erjüh« oon Uhren, bic in her nömlithen fütinute 
tteben bleiben, m ber ll)T »tfitifr Uirht. 3Ft e^ nicht 
ein rührenber ffiehanre. baft untere «ein*, fonft fo 
vafitofe renn bin PeTftummt, wenn mir, benen tir 
bie (frbenteit metbele. in hie (Fwigleit, bie jeittofe 
gehen ? — »u>*r wohli’frfionbrn: bie nie inenbe 
'klfinftluf)feit lt n b diwerläffigFeit finbet man nur bei 
tibfluhrctt, bei ben lein geftfiaffencti , unrnbtith 
forgfam her gcflelltett »JOerfen ber tlhTmad)erfunft. 
'JUer eine foldje fein eigen nennt, tann glüdlidt fein! 

3 u bieten «ia<niA#n gehöre id> and). 3 d) befi+|e 
emc Jlomos-Uhr, bie fiel) and) nidit um eineSefunbc 
uerfpätet ober »erfrfibt in it,rem ßauf. Sie ift eine 
fold)e treue tf-mmbin, \m C ich tie oben befdjrieb: 
umerläffig. glcidvnöftig, ba* 3 beal eineT Utjr «nb 
in ihrer vornehmen rltlicbthcit rciienb (ln3ufd)fluen. ,, 


m 


T)fv QJmvfa fetjniQvkt ! ^fjr fjubt s entdeckt, 
Dnfi *Jfjr die Finger dattad) /i’c/r/, 

9^/* wüßtet gern des tyudcfs TCenr? 
Tiefjnit .. TTlüfferS x tra ‘ \ meine Oferr n! 


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„ Nervöse, „ Rekonvaleszenten, 

„ Blutarme, „ schwächliche Kinder. 

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»«■■tSrrlrf s, n W1 . ||. j'v..rntt’>‘U<l fclini'rh und I 

«-rprobtr* Pr»j Kl rai. I’neU «.3. Ai» FlMcb* m Apoll - 

Galemis, ehern. Fabrik, G- m.b.H., Frankfurt a. M. 

— Mau verlange Broschüre, wertvolle Informationen enthaltend- *" 


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Wort mann. Mit 20 Meldungen. 2 Mark. 
Verla« ron J. J. Weber in Leipzig 26, 


Um-Tisünis rpWe,* 1 ^Vo^F^ ^'ti e*Vy C ' »'*> Abt^^ 6 

In Orlrlmll.-in-nUnJ ;j Mark so PI. • « i I Weher in «'P » 


THE OHIO STATE UNIVERSITY 


Künstliche Brunnensalze und medizinische Brausesalze. 
Man achte auf meine Firma! Nachahmungen meirierSalze 
sind oft minderwertig u. dabei nicht billiger. 


I i 




Wie heile 
ich mein Bein selbst 

* 0r - Strahl. Hamburg, Besenbinderhof 86 

O* 1 “"» 11 «- s - Krampfadern, Adcrk. 
«Mf. Oeknken , Wunden. Fi.t.A.)' %. l ngt»ch würvn u, 
trocka. Kl «6 um, Saktliu«, E mt**s*} „ , , &sma- 


/.ästige Jfaare 


\ Zmikaaru-z* - Mttiri 

\ it hntn zlo* in treaig 

\ ifmwtn dmrek gümi. 

| ln kr l'nrihfUHg Jtr 

Haare 


(Ein 9fr3e|)t6ü<f)lein 3m ^Bereitung oon allerlei 
^[tarfenbert (öetränfen mit einigen StücFlein in 
^oe|ie unb s ^rofa, fo für butftige 6eelcn «rgty* 
lid) 311 Icfen [inb, in weiter Sluflagc, beaikitet j 
unb reief) nernie^rt oon ^Rid)aib ffiolhner. 
3cid)nungcn uon ^rof.^aul^rcifeler-Drestien, 
3tt OrtflittölUinciibött& 3 k JW«trf. 

311 nitrierte VroiprMe mit nitbalt*»in(iafce itebrn unntlfieltlid) jtir Urrfflfltis* j 

— j- 

®frlag do n 3 . 3 - SBeber in ßeipjig 26 


mein bei Verwendung 
der* neuen 16 kerzigen 


OSRAM-LAMPE 


Brillantoe WHisses Licht Lange Lebenedsu er 
Vergleich der S trom kosten pr o Brennatunde ; 

Ea kostet die Brennstunde beE folgenden 
Strompreisen pro Kilowattstunde 

Stromprm» SO 50 I 45 I 40 30 Pt«nnl fl 

Iftkernge t 

KoB Ä“ n - ” * B 3B 5 - 5 ’- T Iftennig 


16 herzige 
Osram- 


1 0,9 1 0,8 0,7 1/2 IfS 


Jede 1 6 her 2 lfl 8 g y..i 

tain?* 23 19 17 15 1* i M |J! 

IdQftÖtupiJrnca. I sparn 


In allen Elektrizitätswerken und 
Install ationsg esch aften a rhäl tl ich . 


Achtung! 1 Jede echte Lampe muss die 
- ßchuumarke .Oaxam* tragen. = 

Auergesellschaft, BerlinO .17 


n pa m I « m 










Profector 


J Ul- 
me 


Nach peinlich - 
Mti-n Proben 
adopui-rt l*'i der 

Roichs- 

Hauptbank, 

Berlin. 


^OtEC T 0 q 


IW 150,«"“ an 
(ii'lilfichräaknn 
aller IäiicUt. — 
Nähe-ri*» uniif 
„Heb I o»s»«*r“ 
in M e jrt»r» 
K'>iir>rsni.«n3- 
Lexikon. 


Schulz mark»'. 

Vom berühmten Techniker Geh. Rrp.-R. Prof Pr. Reuleaux 
als n Perle technischer Arbeit“ beziiilinot. 

Nur die Schutzmarke „Protector“ auf den Schlüsseln schützt 

den Laien gegen Unterschiebung billiger Nachahmungen. 

Mt.: u Geldschraskfibriken Her direkt aa Theodor Rroooer, freibarj I. B. 


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Unf« V 3 eife?md]ts» geiget ift roäfjrntb bei langen Dauer feines «cftetjeno unb infolge feiner fKci(f)f)altig!eit unb übcrfichtlidven Nno t* ^ 
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erbitten mir uns bis fpciteftens je 14 läge tor bem Grfd)einungstenninc. 

3Uuftrirte 3citung (3. 3. 2Beber), Mitteilung für Mlnjeigen, in fieipjh. 

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Uif Vungc f tljft ©fl« ne vnö tflia-nD- 
lunfl im flcTunbin unö trantm 3uitanb* 
von Dr. nicl. © a u t fl} : e nt e tj e r. Ulewrjt (, 
uiruieartHitm Ruft. uon Dr. mwl. Hart 
rt (ijter. ®Ht il Ulbbüfiminen. 3 SJldrf. 

$if SfftmttttKgm ^fagett? 

uub Xurttte. ^<lr bm ?oi(n flemetn* 
ceritdnDtid) oen I»r. m««d. 15. 

von So t) lern. ’JMit 2 Wbbilbunpcn u. 

1 lafel. 3 »laTt 50 v\. 

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»on I»r. iiu^i. Stalf mtcftntann. Sfflu I 
m ®bt>ilbimß«n. 3 ®tar! 60 «Ui. 

^(rllofttöt. «oalf. «« 1 . ’V a u I 3 u I. 

SJl&btii*. Tritte. Demiebrte iintv oet* 
beiierte «uflaßc. 2 ©!art 60 *Uf . 

Cbr uitb jrine % 4 ; tlcflc im 
gciiuibcn uub Irnnfctt ^oftanbr. 

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jf> a g e n. „luwur, urnuelirir u. »erb filmt 
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werden. AM 


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sofort zu pachten oder zu kaufen gesucht. 

fcs kommt in erster Linie ein Jaluesneschäft in Frage, jedoch 
bestellt auch ftir ein 1 laus Interesse, das ein gutes Sommer- 
geschäft nach weisen kann und gleichzeitig durch einen em- 
gefidtrlcn Wintersport befriedigenden Zuspruch hat. Offerten 
mit eingehenden Angaben unter Nr. 34f>2 an die Geschäftsstelle 
der „Fllustrirlen Zeitung" in Leipzig. Rendnitzerstrassfc 1—7. 



erscheint seit I84J 





Nummer 3463. Hundertdreiunddreißigster Band. 11. November 1909. 

- - - . . . . . I 

Verlag von J. J. Weber in Leipzig, Reudnitzerstraße 1—7. 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 


1 



X>er neue SRoman ©uftao grenffens. 

mit ßroftet Spannung erwartete Vornan ^xenffens 
-«C/ift erfdjiemn, unb id) barf 3U meiner großen ftreube 
lagen: wir tjaben in „Miaus Sjlnrid) »aas" ein oor- 
treff Hefte« Seitenftfid jum „ 08 m Uftl" ermatten. 2 Ber 
jenen ätiern 9 loman liebt, wirb aud) ben neuen mit ©fnuft 
lefen, wer itjn aber langweilig fanb, wirb auch mit „Miaus 
Öinrid) »aas" nichts an3ufangen wiffen; benn Jrenlfen 
hat oom Sieben feines neuen gelben unb oieler anberer 
äjfcnfefteulinber mit betreiben 9 hifte unb ed)t meberbeutfehett 
©ebäd)ttgfeit «ü^äljlt wie uor 3 aftren oon ben Uhlen unb 
Ätefen. 

Ter *Tiid)tcT i|t feiner £eimat -unb ihren »letifcften treu 
geblieben. SöiebeTunt ift 's ein fcolftciner, ftod) oben oom 
iRanbe bet ©eejt ftammenb, beffen ßebensgefcftichte ex be- 
richtet, Diesmal freilid) mit roenigex ftaxt fteroorbTecftenDcr 
Siebe üu feinem gelben. Cr i|t objetitoer geworben unb 
*cigt oftne Gcftonfärbetei and) bie tiefen Schatten im Wen 
feiner »lenfchen, Io bei Miau« »aas bas »rahltianiigc. 
Öocftmüiige bes »auernfproffen unb feine Streberfi bei 
gtofoer Mebetirtiicfttigfcit. — 3 n früher 3 ugcnD fommt 
Miau« mit eitern uitD ©efd)wiftcm nod) Hamburg unb 
arbeitet fid) troft oieler Hemmungen allmählich 4 u einem 
bebeutenben Kaufmann empor. Sr ift, wie im oier* 
unb3inanjig|ten Mapitel furj unb treffenb getagt wirb, 
einer jener Wänner, bie, non unten herauf Durch arbeite 
gierigen ‘IMlrn ftochgelommen, weit im Sanöe Die 2 Bcb* 
|tfil)lf laufen unb öie ^mmer Schlägen machen, Arbeit 
unb ©clb iw« Sanb fchaffen unb ihrem unbänöigen 
«rbettebraug, ihrem lei Denfcfta ft liehen Trieb, »laue 31» 
eilinnen unb mit jAhet, heimlicher Ällugl)eit auszufüftren, 
®lad)t unb Anf«ften 4 u gewinnen, bis in ben fteierabcnb 
unb bi« in ben Sonntag nadjgdjen, ohne SR uh*. 

Sdjon früh erfennt Miau« fcinrid) »aas, was ben 
wirtlichen Äaufmann macht, unb er gebt, im l£l>arattcr 
eine 9Jbfd)ung bec < 5 >ütc nnb ßeben&frcube bes »ater« 
unb ber §ärte, ^errfdjfudjt nnb Afbeitsgier feiner 
»lütter, 3ietbeuniBt feinen JBeg; an allerlei Seiten- 
Sprüngen unb Sntgtcijungen fehlt es freilid) nicht. 3 m 
(ftcgewfat) jn ben Srldjlaftten aus alten Aramburger 
Mauf mannst atnilien ift er ber frifdjc Ma»« aus 
fernigem «Bauern gefd)le<f)t, unb c« oeröient Anctlennimg, 
ba& ftrenffen biefen in alter »aiicrnfuliur wuricluben 
»lenfdjcu fo wader ftcrausgcarbfitct fjat. 

gCir (el)cn .Miaus §inrid)s ftftweres SHingcn in ber 
3 ugenb, ber es aber bei allem Schweren unb trefi 
SeiO, 'Mol unb hitlcrm 9 lbid)icb nehmen muffen böd) nid)t 
an gellem unb Schönem fehlt; wir begleiten ihn Mird) 
bie oben 3ahre einer ooreilig gcfchloflk"*'» £!k 
bei Seite einer ftnmpfen unb mutiofen ftrau unb finb 
Qeuaen feiner Siege nnb feines ©lüde? an ber Seite 
eines wadern Weiber 3 n ben lebten Mapiteln läßt 
uns fjrenjjen aber and) bie Iragit foldrcr Sebeiiölduff 
erfennert. Ulis nad) oier.Khn ClabfC’* -C> a i ,fM9 unl * 
Wagnis ber Wuuirf) nad) 9 ?ui)e in Miaus wod) uMTb, 
als. er Md) banad) feljnt. „bann unb wann bcl)oglui) 
nad) linf r * unb recht? 3 « n<l $ bcK ® rÖL ' S u f* 111 *" 
i\ußeu unb wie bie holten jieljen ', ba treiben Den ttad) 
»luhc ’Jierlangenbfnj^je^ Aufgaben in bic Jferue, fort 


oon ber ftamiliej 
bauten haben 
weil er guten 
ftTC-nlfen« 
tein viefefutter 
an 3uf äugen r 
eines ©u<he« 
bem guten 2WIII 
aep/rtWef 

meljr als eintr 
ßefrm, bie b^H 
fpnid) regen. 



an mehr 3eit unb (fie- 
ba Meibt er Siegrr, 


,tcs unb fchuicres 'Muci), 
mit ihrer 3«t nid)i« 
iesl)alb mit ber ßeltüre 
llen. 9lVr r* aber mit 
(s SUeTlooilt', Segncnbc aus 
b reich helolmt werben. ?ln 
^ ’wirb fid) aber and) bei jenen 
*er f onft gen) willig folgen, 'lUibev- 

^ r _. v ber Charatierjeichuiing ber ftraiten 

jtört^bie all ns ft arte Betonung bes triebhaften, niand)c 
ftcjprl tjp uffö ManbbemeTfungen Aber Religion fiub redjt 
äbeiiltlffig, unb bie „tüd)iigc SlnnlidjleU" Allane 3 >inrid)e 
tojin mau troli ber feinen Stirnmungsfnnft J>ren||ens mit 
bem heften 'lüillen nid)t immer nie joldte gelten lallen; fie 
ift ein paarmal recht mftilal, bauemtnedjlmfifwg beih. 
^ebenfalls ift bie ftarfe «Betonung bes erotifchenölomenie« 
311 bebauen), weil fie manchen Gin|id)tipcn oeranlaifen 
wirb, feinen Söhnen unb Lächlern bas 9 Mid) porjuent 
halten, bejfett ßeftöre wegen bes übrigen 3 nhult« getabe 
bem hcrattroachfenben lbejd)lfd)t fonft red)t hciljam wäre. 

3 m übrigen ifl bie (Ebaraficr.widjuung 3« loben, hc- 
[onbers bie ber »lütter, »lau beult an bie herben, auf- 
rechten ftrauengeftalten Cbottfrieb Meilers, wenn man jtc 
|d)aut; aber jie hat and) etwas burd)au& (iigties, bas itjr 
eben nur ftrenjfen geben formte. »011 ben anbereu Mot= 
rügen öe&Moinans braucht nichts gefugt 3a werben, weil 
fie aud) fd)on ben frühere 'JUerfen jrenffens eigen waren. 
9?irl 311 weit würbe cs and) führen, wollte id) öie ungemein 
3ahlreid)<n (ftnjrlfchönheiten bet 1id)tung nad) ©cbühr 
heroorheben ober bei ben anberen »lenfdjenjchidjalen in 
„Miau* S)inrid) tPaas 1 ' liebrooll aerweilcn. Mur eins mag 
nod) lut) <ttödl)‘ü werben. 

ffllit berfelhen »leifterfchaft, bie wir bei ben Sdjilbe» 
Hingen bes Sehens unb Irtibens im £>amburgrr ^afeu 
unb bet haLfteinifdjen OanbiAaft bewunbem, hat ^-renffen 
aud) »tlöer aus bem fernen Dften entworfen. ‘Xtas Öfrembc, 
SDimOerootle unb Sd)redl) a ft e ber 3aljre, bie Miaus Amrid) 
»aas in 3 nbien oerlft)en mufete, ho* 3 )id)ter in gut 
gef ebenen »ilbern fejtgehalteu, unb bas fünfjehnte Mapitel 


ift ein ©lanjpunft bes 9 BcrCes geworben, bem bei her 
gtoj) rn 6>entcinbe, bie fffrenfjen hä», ein oolier lirjolg br> 
fchieben fein wirb. „Miaus ^)inrid) »aas" tjt im »erläge 
ber C&. ©rotejehen »erlcagsbuchhaublung in »erlin er* 
fd)ienen unb tojtet in Mdnenbanb mit [timmungstjollcr 
2 >etfeljcid)mmo oon Marl »adjmann 6 .df. 

»lögen red)t Diele reife 9 Jien|d)en an bem »uc^e il)te 
3 reuöe httberu Cs ift gut, 3U erfahren, wie ein 9 Jlen|d) 
fid) emportingen lann, wenn er bie Mraft unb ben redjten 
Sötllen hat, unb eine 9 üol)Uat, iu ein arbeitsreiches, ßeben 
3U febauen. ßubwig «d>röber. 


HHcin 2el>cn*). 

CVn ber fdilefifchen (Jbene bin id) grofe geworben in 
O^infamleit unb Stille. 3 d) bin ein Öanbfinb unb 
bin es aud) geblieben, als bas ßrbcu mirf) jahrelang in 
(TnofjftäMe oetfchlagen I>ntt«. 9 Jlit neun fahren höbe id) 
mein erfte« ©ebidjt flc|d)ricbcn, mit elf fahren meinen 
erften fRcnnan. »cibes exiftiert nicht mehr; benn immtr, 
wenn toieber ein paar ^a])re bes MeiferweTbens ncTgangen 
finb, roirit alles ?lite grfichtet unb ber grö&cre 2eil oer« 
brannt Tas mache t«h h c, de tio<h fo unb ber Cfen in 



tfus 3 d)cibc^.fJicrüflrib, 

»ic Dfrfiiiicrin bes (|f(Ktun.ln*fl oon uns Perätfenilicbieu 9Covinns 
„Ta^ C^tbc bco Jtaroa“. 


»»Utters 9Uohufiubc l)öt faft meine gatt^e „litcravij\hc 
3 ugenb'* oerjehrt. 9 luf ber SoiinenfeiU’ Des Vebens bin 
irt) )iid)t aufgriuachfcn ; id) habe früh gvlenit, Dag lieib 
unb Streit Des »if«jd)t*n 9 Ueggciioffcn iüib. »oii meinem 
jichjchnten 3 ol)^‘ öh habe* id) mir Den 9 lu*g in bie Ciiemiid). 
teil gegraben, fd)nim*ei 1 e über unmMid) niclc Steine, 
5<h habe etwas oon % Jlntflos in mir imh Spiinge bann 
am ent|d)lo|fenften wieöer auf, ivrnn id) am hditefien 
niebergeworfen bin. Cito u. Vcuucr l)ä* meine erjieii 
(Berichte gebrudt. (£r ijnt mid) oft gctabelt miD oit er- 
nmtigt ; irt) Bcthanfe ihm Sehr »iel. 3 m o^hre 1902 ging 
id) 3111« 3butttdli«mti* unb war fünf ^ahrr lang in einer 
»reslauer Sfehatlion tätig. Uüährrnö öie jer ^eit holte ul) 
mir einmal einen erften ^rci* her Meiner »Inmcnfpicle 
unb gab meine beiöen »üdjer „ 3 l)r treuftrr I^ieunD" unb 
,,'Jlid)t oerwanbt mit feinem »ater" heraus. Ter größte 
fyehler oon w 3 l)r ircuitci ^rcmib" ift, bah id) bas »Jomi 
ftript nicht aud) rechtzeitig in Den Cien geftcdi habe. 
$lls „»id)t Deru'aiiht mit feinem »ata** auf Den »lidici 
uiartt tarn, (teilte Die „.•feit* feft, baj) id) mehr eine Trama* 
titeriii als eine SRomanfdjiiftitellerin fei; hntaufhiii habe 
id) ein Tirama g<fd)rieben, bas fein »leuid) au j führen 
will. 9 lun möchte ich nur toiffett, was id) eigcntlid) bin! 
»or 3toei fahren habe id) Dem ^ouTnaltsmud »alcl ge* 
jagt nnb bin Schweller gewarben, in welcher Cigenkbaft 
id) in 9 Ulona unb »erlin grai beitet höhe. 9 lber ber ?VeDet 
bin id) Deswegen Doch treu geblieben. $etjt ift mir Die 
»otwenDi gleit De« 9 lusiul)eTi« in ben 'iücg gefommen, 
unb id) lebe wiebec in meinem theimatsboric, au Dem id) 
mit ganjem ^erjen unb mit gattet Seele hänge. 

*) üon l?uj Scheibt • WftnariD, Per Crrfaflfiin imitres gegen- 
toÄrtiften Momans „Da* ttrbe bes uforos". 


Parlament unb Berfaffang in Cfttrrei«h. 

»on l)r. tbuftao Molmcr, ^rftrr <«.. 

bis 186-9. XII, 403 S. 190*» « / 5 848 

»anb 1869 bis 1879. XI, 562 & 

XTittet »anb 1879 bis 1885. xir! 

flotter »anb 188 ö bis 1891 . Xv'^Ä 
I» 7 - 8 -*- fünfter »anb 1891 bis 1895 \vt 

K, 1906 - 9 - »•« •ÄSSblö 

es ift auherorhentlich Schwer, 3 u biefem © frtf ^ 
„Molniet", wie er in Cfterreid) n.r 4 , aber erfchöpfS.b ™ 
nannt wirb, eine parallele ju finben. Üenu w SeV.J 
es buett mit brn ofTfchieOrnen »etfuchen iu oeralcfL! 
bi« 3 ». Da« ehglifdje »arlamentswcirii |d)ilbem 
mit Den wenigen neu ften ®)efd)ichten Oftemi**; fo 3 
28 . Mogges ȀnfMnber (1872 bis 1879 ) als aud) gSS 
lung« UalMfd) ps Toppei wert oerfoigen Do d) fl an3 anbe« 
3 wrdr. Ter »arlamentejournali|t ber _»eue« 
»reffe" hat fid) ein anber«. 3i«l iefetd: auf ©n.Ä 
»rotolollc ber beiben Vlbgeoibueten häufet, «infSutafil 
»enchie unb WKen legt er bie Gntwidlung ber p JE 
mentanfehrn »e.ztehungen Cftetreid)* 3« feinem V* 
faflimgslcben blof). Mue ira et «tudio (im benaeftbartm 
Maiierftaate nal^u em Ting b C r Unmöglich teil): l)r jur 
flolmer h«t bas »roblem gelöft, inbem er tiefe 2BUtfc 
m bas betriebe ber »arteien tun lägt, ohne \\± 
babei 311 romprnmfttiereu ; «r läfct fie Hnfad) fdhft 
reben. ttamnitlirf) für bie 3eit oon 1879 on gebührt 
biefem urfunblid) wur3eled)ten Unternehmen eine he. 
fonbere »alme, ba wir uon bem Sturze bes ffllinifte- 
riums Auersperg II an feine rufammmfaffenb« inner, 
pohtifche ff>e|d)id)te Cfterretd)« fonft befitjen, Wan toirh 
mir ohne weitere* 3iißebcn, baft id) nid)t übertKib«. 
tue« 11 id) bie parlamentarischen »eThältniffe fcflrntid» 
einen äufterft fitcliflcn, fehwer 3U bewältieenben Stoff 
nenne, lüie leicht »erlieit man ben ^abrn, wenn man 
nid)t lag für Xag ein grafte* Wiener «Blatt 3ur (Sanb 
nimmt! ftejehweige benn oon ben fällen, wo auf 
frühere »01 fomnnnffe angefpielt wirb! Ta hilft einem 
nur Der „Molniet“. »011 ber Xbronbefteigung Maifa 
&ran.i 3of«Ph* bis auf »abeni herab lehrt er uns 
bie Mampfe fetincn, bi« fid) Drüben innerhalb Ixt 
jdimar.ipelbfn (ürenzpfähl* lugetraflen haben. So oft 
|pnd)t man oon Der Mra Xaafte, inDem man bas 
jdilitume 3 l*ort uont „^ortwuvjchteln'* meitrrgibt: h»<t 
fieht man, wie c* entftanbrn ift. üurgers €tcm neigt 
fid) feinem Chibe 311: hier fieftt man, nü« er allmählich 
auf gef liegen war. Sidnrltdj l«inc feffeluDe, ben tiefer 
uid)t loslaffenbe (f>efd)id)ttf, bafür aber ein niemal» per- 
fageubes »ad)fd)laflewerl, nüchtern unb treu: Molniet 
Injchränlt fid) nitjagirngsooll auf wenige »crbinbttibe 
»ogleitmort«. Mein »»Tfoncntultu*, nur »ealpolitil 
©utc Sadhregifler erhöhen bi« »cmihbarfeit. »on 
‘;er3en wfinfd)cn wir bem breiunbfed))igiit)Tigrn Slutor 
bie nötige Spannfraft gir balbigen ‘»ollen Dung feinet 
»icfenarlKit ' öelinolL, 


SHignon. 

tiu »cittag 311 r ©cfcftiditc bes „Öilbfhn 
»Jeiflcr". »011 ( 5 ufleu Wolff. »lit 3»«i 
»ilbiiiffcit. »iünd)cn, IS. S). »ecffdjc »rrlajv 
buci)l)aublung Csfar »cd. <?>cb. 6 .A. 

T‘cfe »Jonographie über bie dntltchungcgefchich^ 
oon IBoelhe* „‘ibilhelm «JÜC-ciftcT“ ift ohne jfweifel ein* 
ber ergrbnu-rcictiiteu Schriften ber gan.ini (bocthe-Cite* 
ratiir, öie wie oon fclbjt 31t einer tief forjd)«nben unb nod) 
allen Seilen mifllärviibcu ffvegefe non (boeit)** »erfön. 
liihleit, feine* äuftmn unb inneren liehen?, feiner ®e* 
liehnugou 311 »Icnfcften, feiner »ilDungselrmente, Der 
»iobcllc feiner Montan gef laltrn führt. Tas »ud) ift fo 
gcijipoll gvfchiivben, entfaltet Das reid)e, lompliperte 
wehe be* Womonr« fo folgcrtd>tig, bog man gleichfam an 
bem langjährigen »to.ieft feiner (Tniftehnng felbit teilnionnl 
nnb ©oethe* Veben auf 3 n h r l c l) ttle bis in Die feitiften 3 ®fl* 
oerfolgt, feine genialen Mnnftmitlel fentten lernt unb be* 
obocUut, wie (Sreißtiiffc feines ßebens, neue Cfifenntnlff« 
unb (Bebau lengäuge beu »au Des fHommifun ft werte« unter« 
brrdieu unb uniformen. (Sine berortige mbnttioe ÜJlcihobe 
wiegt ganze iflfthclileu auf, Do fie lotfädilid)«* bietet, all« 
reichlichen uorgejaftten »ieimiugcu nusfchlieftt unb ben 
Ti (1)1 er felbit in feiner UBetlfiatt bdaufcht. '-IVolff fl'bf 
rtudj neue iiitcreffante Üntbcdimgeti; fo hat er als llrbilö 
Del »»iguou Die geleierte l'cipggrr Sängerin Clifabeth 
©enrub Sdnneltng Wpra, Die eviolgreiche Wioalfn Corono 
Schröters, nadigetuieien, Der Dev junge Suibeut (Boethe feine 
fch wärmer ifd)cn fnilbignngcu Dargcbracht l)«it. ©oeth«« 
Sd)»iifeu am „UlMIhelm Wleifl«" Ija* ähnliche ‘llianblungen 
Diiidylciiiien wie bas am „J>iuift". Gr arbeitete nicht ein* 
hriiltd) nad) einem oon oomhercin fr ft gehaltenen iBrunb» 
plan, fonbcni iiiitcrjd)icblid)c Sd)id)tett Dcrldiiföcner 
»erioben hohen fid) um ben Mein, bie „Urgeltcmi 
Infiallificit. Coan.z ähnlid) fmb Mlingcrs grofte plaftifd)« 
©nippen „Trama** unb „»rahms-Tenlmal“ entftanben. 
?Bolif hat fid) ber Vlufgnbe unterjogen, Diefe elnjrliwn 
Ächidjtcit DPiieinaubcrpilöirn unb bte Urformen, Die 
Manie bloftgilrgen nnb lonitnl 311 Dem «Hefultat, haft 
Öauoifd)id)teu inelnanbergeroachfen fmö. Tie c» ft« ntihoit 
bie Urgi’ftolt: Wilhelm »leijtet* tt>rätralifct)e Senbitna. W 
Der jweilen tTitt bas »lignon- Sgmbol in immer reiferer 
»usgefioltung in Den »littclpuntt. Tas »ud) beDrutet 
eine wahrhafte »ereieherung unD »ertiefung nuferer 
®oethe*Meimmis. 


Die DUuittirl* 3«itung barf nur tn b<r Oeltatt tu ben Brrfetjr ßcbracbt rorrbtn, in brr U» jur «u«fl«b* orfanflt Ift. 3fb« ©ertTiberuflo. cud) bos ©eitfflen oon Inuffachm trflctibnwlcfter ftrt, ITt unterfflfit 
toirb ftfddjtlld) o-rrfotgt. Wlt rcbafttoturift flri |lnb an bie tttbaltion bet Otlultrincn Scttung tn Oetppg, Jteubnl^erftra^c 1—7, alle anbeten lufenbungtil an bt« i&tf<tjäft®[ teile ber 3 Uultrtrtm 

Original from 

Digitized by ^jOv3gl0 vembcr 1909 bj ***** Wf^'^TÄTE UNIVERSITY 





M7r Qdfl*} 1‘J‘J ‘itth ®i* Olfuftrhrte 3eitung crfd)eint jfbcn Xonncretag vormittag. (BicrtcliaijrUdjer^fiuflaprmr burd) eine 9ud^anMang *.4T, Q Aftviin 11 WnawunfW 1 < 
JU.ö'xüw- ' c,u * frei tn* £aus 8.* 26 A; bei einer ^oftanftalt in-fteLlt : 0)cutfcl)e^ !Kci(t>8.>V 12 A Xeulfdic 2d)ut|flebirtc*.4. CftcrrciditOKssh, VlUvilllVil I • 

Ungarn Ö K&4 1», (sipvotij 10 Fr». «5 ( V. 3n ben übrigen ßinbern be* \flWtp pftpcreiu? erfolgt bie bhrefte dufenbung unter rtrcujbonb Ijalbjä^rlicfj für 28 .* portofrei. tfinietprcU tiifafhimitu 
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Brockhaus’ Konversations-Lexikon 

Ausgabe 1908-1910, 17 Bände 

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Diese Ausgabe ist in den wichtigsten Artikeln bis zur unmittelbaren Gegenwart ergänzt, so dass der Erwerber 
das klassische Werk noch lange Jahre mit Nutzen gebrauchen kann. — Der Text umfasst auf 18500 Seiten mehr 
als 150000 Stichwörter, ca. 12000 einzelne Abbildungen und Karten auf über 1200 Tafeln und Textbeilagen. 

Als besondere Vorzüge des Brockhaus sind allgemein anerkannt: unübertroffene Zuverlässigkeit, leichte Verständlichkeit, 
ebenmässige Raumverteilung, strenge Unparteilichkeit, klarer, grosser Druck des Textes, sowie grosse Reichhaltigkeit, 
ernste Wissenschaftlichkeit, geschickte Anordnung, systematische Auswahl, vollendete Ausführung der Abbildungen. 



Hedin «I» Tibeter verkleidet 


Am 15. November erscheint das neueste Werk des berühmten Tibetforschers 

Sven lledin :: TRANSHIMALAJA 

Entdeckungen und Abenteuer in Tibet. 

Mit 400 einfarbigen und bunten Abbildungen nach photographischen 
Aufnahmen, Zeichnungen und Aquarellen des Verfassers und zehn Karten. 

Zwei Bände von zusammen ca. 850 Seiten, elegant geb. 20 Mark. 

Hedins letzte Reise gleicht in der Häufung und Steigerung der Erlebnisse einem Roman. 
Vier Regierungen, England, Indien, China und Tibet taten alles mögliche, dem kühnen Entdecker 
den Weg zu verlegen, und doch ist er fünfzehn Monate lang in unbekannten Teilen Tibets umher- 
gereist. Gehetzt wie ein wildes Tier entging er immer wieder seinen Verfolgern. Seine Karawanen 
gehen durch Schneesturm und Frost beim Übergang schnee- und eisbedeckter Pässe zugrunde, die 
höher als der Montblanc liegen. Zweieinhalb Monate schleicht er sich, als Schafhirt verkleidet, durch 
das verbotene Land und beschliesst seinen wissenschaftlichen Eroberungszug mit der Erforschung 
des bisher unbekannten Bongba-Landes und einer vielfachen Durchquerung des Transhimalaja, 
der als die mächtigste Gebirgskette der Erde festgestellt wird. Vom Taschi-Lama, dem geistlichen 
Oberhaupte Tibets, über Erwarten glänzend aufgenommen, hat Hedin Gelegenheit gehabt, das 
tägliche Leben der viele Tausende zählenden tibetischen Mönche in ihren städtegleichen Klöstern 
und die ungeheuren Pilgermassen aus nächster Nähe zu beobachten, und, was noch keinem 
Europäer gelungen war, Hunderte von Skizzen aus dem tibetischen Mönchsleben aufzunehmen. 
Die Ausstattung des Werkes mit Abbildungen ist überaus reich. Die Bände sind nicht nur 
durch eine grosse Anzahl von durch Hedin aufgenommener Photographien geziert, sondern auch 
geschmückt mit einer grossen Reihe von meisterhaften Zeichnungen des berühmten Forschers, die 
er unter den schwierigsten Verhältnissen an Ort und Stelle au fgenommen hat- n n rT TX TnrT TrinnCT 


Eckermanns Gespräche mit 


Goethe 


9. Originalauflage. Nach d«m Originalmanuskript 
Eckcrmarms und dem ersten Druck neu herausgegeben 
mit einem kritischen Nachwort von Dr. H. H. Houben. 


Mit 808 Seiten, 41 Abbildungen, darunter 3 Dreifarben- 
drucke und 1 Faksimile. — Elegant gebunden Mark 8. — 

Das schönste Buch über Goethe, eines der schönsten Bücher der Weltliteratur überhaupt I 
Diese Neuausgabc bietet Eckermanns Werk zum ersten Male in seiner echten Gestalt. 


Ludwig Rellstab, 1812 

— " --■= Ein historischer Roman = 

Illustrierte Ausgabe. :: Geb. M. 5. — :: 7. — 11. Auflage. 

Ein Roman so reich an spannenden Erlebnissen und gewaltigen historischen 
Situationen, wie die deutsche Literatur deren wenige aufweist. Das tragische 
Schicksal eines jungen Deutschen verknüpft sich mit dem des französischen Welt- 
eroberers, den auf den Eisfeldern Russlands die Nemesis ereilt und von seinem 
nichts achtenden Siegeswagen für immer hcrabschlcudcrt. Der Kaiser Napoleon 
selbst ist der gewaltige Mittelpunkt des ganzen farbenprächtigen Gemäldes. 


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Katechismus der Tanzkunst. 

Ein Leitfaden für Lehrer und Lernende , 
nebst einem Anhange^über Choreographie. 

= Von Bernhard Klemm, = 

Siebente Auflage , m. 83 Abbildungen, 3 M. 

, Inhalt; Erklärung der gebrauchten rhythmisch - musikalischen /.eichen und 
choreographischen Abtönungen. Grundformen. Anlegen. Stehen. Haltung 
I des Körpers. Anstand. Grundstellungen (Positionen der Pässe sowie der Arme. 

1 Gncndbewegaitgen '.der Beine. Gehen J im allgemeinen. Gehen der Damen mit 
J langem (Schlepp-) Kleide. Auf nehmen des Dammkleides beim Gehen. Schritt- 
i (Gang-) arten. Verbeugungen ( Re'vrrencrs ). Haltung und Bewegung der Arme. 

| Opposition. Tragen des DaatenJtleidcs. Attitüde. Qruppe. Tableau. Rhythmus. 

: Takt (Akten*, Auftakt, Synkope). Tempo. Kadenz. Tanzmusik. Tanefigur. 
i Tanztoar. Mechanische Vorübungen. Biegen und Strecken der Knie. Auf- und 
Niederspannen der Fussbfegert. örgagieren (degager), Wendungen in den Hüften. 
Battements. Rands de jambe. Markieren. Terrt-ä-terre. Equitibre. Aplomb. 
Cou de pied. Grazie, Grund- (Schul-) Tanzschritte (Pas und Temps). Ballieren 
(T* Battement). Entrechat ä tnris oavert , u trois, Royal, li quatre, en tournant. 
Dembconlrt-temps. Brisd dessus, destom. Pistolets (Ailes de pigeon). Tanz- 
schritte und ternpi in periodischer Verkettung (Enehamcments de pas et temps). 
Pirouette (La Pirouette). Gesellschaft f- oder Saiemfäm»! Polonaise, Menuett 
nach Hofsitte, französischer Contrrtam, Quadrille d Ja cvitr (Lunden), Masurka, 
Welser, Galopp, Rcdowaczka, [Polka, Tynolienne, ('otku-Mazurka, Krakowiak ’ 
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Sanbelsmoriite, beutlet. Von Ha. 
pititn ]. &. a. t>. 9(1 diar ft TJittmer. 
Wit I Hart« unb 6G Kbtnlb. 3 Wart W) '11 1. 
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Öatift*l4vtr(fJtblid| für bas Xeutld)« Veid). 
Von iHobttt rfifdirr. Utcrtt, vol I* 
itänDifl uiiiafnrbcttrtf fluflaor. 2 Warf. 
$attdelsa>iiit1lf<f)äft auf volt»wirt. 
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Pr. Otto (&»lbb<rti. 3 Wart, 
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Der „Riviera-Palast“ 
von Nizza wurde am 
15. November wieder- 
eröffnet. Nach den 
zahlreichen Anfragen 
zu urteilen, die in dem 
Bureau dieses präch- 
tigen, von Familien, die 
an der Riviera langen 
Aufenthalt nehmen, so 
geschätzten Hotels ein- 
laufen, ist in diesem 
Jahre eine glänzende 
Saison an der Azur- 
küste zu erwarten. — 


In Cimiez, dem vor- 
nehmsten Viertel Nizzas, 
mitten in dem herrlichen 
Strandpark gelegen. 

Das Riviera - Palas t- 
hotel ist seit seinem 
Bestehen in bezug auf 
Komfort und Eleganz 
für die Hotels von 
Nizza tonangebend ge- 
wesen und hat sich 
infolge vielfacher und 
sehr wichtiger Um- 
gestaltungen immer in 
seinem Range zu er- 
halten gewusst. 

Das Hotel hat jetzt 
in allen Zimmern Zen- 
tralheizung, zahlreiche 
Badezimmer mit Was- 
serklosett, Kalt- und 
Warm- Wasserleitung, 
Telephon in allen Zim- 
mern etc. etc. 


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Die SBilitärmwIte in CGrierf^cnlartb. 

/JJ'inc richtige SBürbigung ber oerfebtebenen Borgänge, 
^ & en ^Ö t<n 2ag<« unb 2Bod)en in ben 
^✓SReiben ber gricdjifchen Armee« unb aJlarine*Offi 3 i«r. 
rorp4 jugetragen haben, ift ohne genaue Kenntnis bes 
gonjen $efrroefens ntc^t möglich, unb biefe roiebetum 
fcß< ein gewiffes Bertrautfrin mit bem tfanöe unb feiner 
Beoölfmmg ooraus. <&riecf)cnlanb ift 3 war, rpenigftens 
iit feinen l>oupt|dd|Iict)fteu Steilen, für ben SReifenben nidjt 
alliufdjroer ju erreichen; aber bennod) ift bie 3abl jener, 
bi« ben Geflohen bes alten $ellae jujtrcben, nod> intmet 
otrfdjrotnbenb »ein. Gewiß mag gricd)ifche Schiffahrt 
ben öftlidjen Deil bes SÄittelmccrbccfcns t>eherrfd)cn; 
aber fid) biefer anjUDertiauen wirb nicht immer nad> 
bem ©efchmadc bes Meifenben fein, um fo weniger, als 
fid) ihm auf franjöfifdjen unb italienifd)en Gdjiffabrts- 
liniert, oor allem aber auf ben Stampfern her treff- 
lichen beulfcßen Ceoantelinie Bequemlid)fcit<n bieten, bie 
gried)ifd>e fraßraeuge in ber fRegel mel)r ober weniger 
entbehren. 3“ verfcblebenen SJlalcn ift cs mir möglich 
gewefen, ®riecf)enlanb auf 3 ufud)en, idj bin fotx>o^I oon 
ben wohlausgeftatteten Baffagieröampfern bet bentfdjen 
Ceoaittelime wie oon ben mdjt weniger empfehlenswerten 
<>rad)tbnmpfern biefer ©efellfchaft in Piräus an fianb 


unter benen in ben Icßten 3ahraebntcn gricdjifche Grup- 
pen wiebert)ölt bent ölten fjeinbe, ben Dürfen, gegenüber* 
geftanben, unb unter beren Beteiligung in innerpolitifchcn 
Angelegenheiten es wiebrrholt, unb nod) oöt furjetn, ju 
öen toiberlidjften Auftritten gefommen ift. 

3d) entfinne mid) genau brr Vuslaffungtn eine« mir 
befannt geworbenen gTied)ifd)en $errn, ber auf einem Äunb* 
gange burd) bie Stabt mir in lieben smürbigitcr SUeife ihre 
hauptfäd)lid)f ten Bauten seigte unb mid) auf bas an bet Kolo* 
f&troni Straße flelcfleneBarlaineut&bausaufinfrffarn machte 
— ein &auptfcbauplaft ber polittfdjeu Betätigung bes grie- 
d)ifd)en Offijietförps.. Bon ben mand>erlt'i Berichten, bie 
über bas gricd)ifcf)C öeerwefen entweber tn Buchform 
ober als Heile größerer Gammelwcrfe Porliegcn, tragen 
übrigens „o. Üöbells Oaljresberidjte“ ben Berhältniffen, 
foiüoljt benen, bie mir «tn Crt unb Stelle gefdplbcrt 
würben, wie jenen, bte idj felbft beobachten tonnte, noch 
am mei[ten Wedjnung, unb geraöc biefe Berichte beweiftn, 
in welch trefflicher 9ü<i|e bie Gd>riflleitung bes genannten 
Alertes es oon jeher oerftanben hat, bca in ihm Belehrung 
Suchcnbcn bie richtigen Cuetlcn au erschließen, 

Der für ©riechen lanb unglücflidje Krieg bes 3 <>bres 
1897 hatte nor allem bie Aotwcnbigfeit einer oollftflnbigen 
Ae organ ifalion bes Offijierforps erfennen laffen. (Ein am 
13. 3anunr 1898 erfchienenor (Erlaß bes Kriegsminifters 


BW mo« >>ie Bolfstümlichreit bes Kronprinzen ™ 
lebten 3 ahren gelitten haben; aber bie tlugc 
unb oor allen Singen bie bebcutenben $amtt£i|Sh« 
bes Königs, ber jegt ficbenunboierrig 3ah rf on 
ber JRegierung fteht, finb in a)rted>enLcmb niemals « 
fchäht worben unb werben muh heute nod) aemü, 
Dte bem iu’rrfd)erl)aufe entgegenge brachte üicbe trit 
im üanbe rciieitben Xeuticheu jeöeraeit entgegen, unb 
in einem anbern Staate (turopas wirb ber i)cutld 
auf freunblid)es Unt gegen fommen 3 u rechnen haW 
gerate in bem bet alten Hellenen. 

®«nn es nun auch in öen lebten gahten gflunocn 
mag, bas OffMietforp* non einer nod) weiteroebr 
Betätigung tu politijdjeu fragen au sjufchlicfim. »S 
im befonbern gelungen ift, bte Offiziere m>n b«n c 
bes ^ariaments mehr unb mehr ju oerörangen |o f 
bod) nid)t möglid) gewefen, in ihnen bas ^'eujufe 
ftreugerer Pflichterfüllung unb not allem miliiäü 
llnteroTbnutig wach uintfen. durchaus jutreffenb ?d)ric 
wie belonber* htroor^ilxben ift, bie bereits ««ntn 
„o. liöbells 3 ahrcsbertchie" im 3 abre 1903: 
laitn jebe Hoffnung auf gegeben werben, bafe «■* 
gelingen werbe, bic Dffriiere unb bamit aurfi bie iS 
mimjter oon jeber parteiaugehörigreit losgdöft ju leb 
yßenn and) unter ben ?lbgeorbneten bie 3 ahl ber Cffi 



ri)eorg I. Ä^ßtiig ber Seltenen im Ä^rcifc feiner Familie. 

Oött li nt« Md* r*d>l*. Cbm -JJcCln : -putu (Warn c&cT uuftu •ÄöttUi öf: v»8h«,V:I; ItronprilUiiitM (=apt)ic; HWinj «nbrrao unb iuue «nnablin ^}riiuc|iin Klier ; cftro&fflrlt tftcora; UrirtC ytttotan*. 
WlttleTe Welbr: >tronpxi»i} Jtou(to>iiin ; U^nigin Clflu; .ctänig Aror.i; ifin»f}ifir<un i)<nr)a mit Umbern; -pnit^iiu« i*i»-I<i«c mit rtinb. lliitor •Hcihc : ‘Pntu ttlrumbrr |Sot)M b<-i- iUonprinjcn); DriitJ 

C5hrtitapli; ‘prim cSror« (brr aitffic gotm bes Kronur hum). 


I 




gegangen; aber taum jemals h a he ich h* ec cCu-logcuhcit 
gehabt, gröfeere fReifegefelli «haften bem nahegclegeucn 
?lthcn einen Befud) abftatten 311 fehen. Unb bie wenigen 
Jftemben, bie man wohl ent webet im Speifefaal bes 
jgolel bes ?ltt)<nes ober in ber Bteinftube öcs llhnftos 
Satcllaropulos ober cuMid) and) in irgeubeiner Bicrftubc 
finöcn mag, finb jumeift nur flüchtige 'Uaffanten, bie 
nad) wenigen 6 tunöen Aufenthalt wieber weitcriiehen. 
Aber felbft wenn ber 3 Tf,m be mcl)Terc 2Bod)cn bem 
Aufenthalt in bet feit einigen 3ahren mächtig empor- 
geblühten .Qauptftabt <&riechenlanöo roibmeu wollte, würbe 
ex bod) nicht Gelegenheit finben, eine« umfaffenberen unb 
fieberen GitibTud n<ugried)ifd)en lüefens ju gewinnen unb 
mit fortjunehmen, würbe er oor allen Gingen nicht im 
entfeniteften |i«h ein and) nur einigermaßen äutreffenbes 
Urteil übet bas flried)ifdhe BHlltär ju bilben intftanbe 
fein. Um bies fonnen, muß er über weitgebchnte 
Belanntfchajten in maßgebenben Streifen oetfügen unb 
barf auch bic Unbeau cwlidjtcitcn bes Reifens im £anbe 
ntd>t |d>euen. Gewiß macht Athen troß bet großartigen 
ttntwidlung, bie bie 6 tabt in öen legten jaljrcn ge» 
nommen h<rir not h immer einen burdjaus B griech*i<h -f n“ 
CHnbiud; aber webet in ben fdjnurgeraben, banmlofen 
Gtraßen nod) auf öen breiten Bürgeriteigen ober öen 
fd)öiicH flößen, webev in bem an bet (Einmünbung 
ber Gtabionfiraßc aum Schloßplatje gelegenen Kaphenion 
nod) an anberen öfftmlid>tn Orten fann man 3 uoerWf]ige 
liinbtüde über bas ffliilitäTmefen gewinnen, latrn mau 
fid) ein Urteil tm befonbern über bte Öftrere bilben, 


jorbertc, &aß „bic Cffuicre ihre Aujmcrt jamloit auf bie 
Aitgclcgenhciten ihres Berufs" tonjcntricren unb fid) oon 
allem, was nußerhalb ihrer lienftfphäre läge, oor allem 
von allen Bereuten unb ©e|ellfd)öften fernhalten fällten. 
Ter leßtc Icil biefer Warnung bejoa |id) in ber $aupt* 
fadic aui bie bereits in einem Artilel i« 9lr. 3160 biefer 
3eitung erwähnte Gthnile ftetäria, eine Bereinigung, 
bie In ihrem Urfprung auf bic unter ber ^Regierung bc& 
Königs Otto crridjtctc f)ctaria ffpiterifa ^uriicf^nf fil)reti 
iit, unb beren 3 ieU\ ein größeres tbxiecheulanb unb bie 
Eroberung Konftaniinopels, mit ben Blifovrfolgcu bezüglich 
bev (Erwerbung Kretas in weite Jerne gerüeft worben finb. 

3m .tjerbft 1900 würbe .\lr 0 nprin 3 Konftantin, ber ben 
beutfehen 'JJtilitärbienft beim 1 - Königlid) Gächfiidien ©re« 
uabierregiment ^lr. 100 unb beim 2. ftar&eregiment 3 . 5 . in 
Berlin tennen gelernt hat* als bamaligcr öltcftei tüoifions- 
lotnmanbeur an bic Gptlje bes neugebilbeten ftenetaifom* 
manbos geftellt, unb man' fann unb mufj ihm nadjfagen, öag 
tr an biefer Stelle feberjeit emFig bemüht gewefen ift, bas 
Befte 311 erreichen. Abergerabe hietburd) Tarn er mit bem 
Offiaietforps in einen bebenllicticn 3 t»icfpalt. bei fel>r aunt 
Gd>aben bec gried)ifd)en Armee mit einer 91 icb erläge bes 
Brinjen geenbet hat — er mußt« mit ben n od) Int öeew bienen* 
Den Brinjtn Ailolaus, Anbreas unb dhrifioph <£nbc Oltober 
biefes 3 a h r * s bemifflouiereiL $i«f«r ^wiefpalt -|toi fd>en 
Offilietlorps unb Königshaus tritt um fo fdjdrfer heroor, 
als feftruftellen ift, baß bas leßtere fleh Im grie<hi]d)en 
Bolle einer großen Beliebtheit erfreut, unb baß auch bie 
Armee nicht als antibpnaftifd) bejelchnet werben fann. 


Alinlid)» abiiat)iu, jo fanb fid) anberfeits eine größere An^a 
uem Cffi^ieren bereit, als Banöenführer an ben ©renji 
aufautreten. *£ie* ift namentlich befannt unb beimt 1 
worben burd) ben lt«b bes Cberlcutnants SJielas, 
Schwiogerfohneo bes beutfdjeu Ürojagelehrten Schlieman 
®as gried)i[«he Offiaicrforps ftrl)t namentlid) in ftl 
lidjer Beziehung «id)t heroonageub ba. Ans SBefteiirof 
als Opcrcttenfängeriiinen eingerührte „Damen - «fr« 1 “ 
fid) wohl bei bem ttaiomatitos, bem 
einer befonbern 'IBcrtfchäßung, wie bem ^remben leid 
aus bem fieben in ben grösseren Gtäbten »ar 
fann. Das lingeltangclwcfen hat fid) and) in ben le^te 
3 al)ten immer bemcil barer gemacht unb nicht tWJJf 
aui ben größern 2 eil ber Befudjcr ber berüchtigten torai 
namentlid) auf bie Offnere, fd)äölid) einjuwirlen. ■ 
jiehungen traten befonöers auffällig heroor, als mit «min 
ber lüfobtlmadjung, b. I). mit Abjug ber Cfit ( )iere aus oe 
Stäbten, mit einem ^djlage and) alle jene Künfuennne 
uerlchwanben. Denn allanplößlid) war ihnen ber 
Deil ihres tßublifums <nt)ogen worben, unb oon ben aiur 
unb noch ba.ju nur ,)ur fchleunigften Ausbtlbung 3 «xru «0 
blicbenen (Epifirati (Befruten) ocrino<htcn fie nteßt jm iw; 

Als bei irgenbu>clcf)et Gelegenheit etne biefer „Damen 
bic bes fcfjönen Gebens überörüffig 
Botb bes eben 311 m Auslaufen bereiten ,,^ßam epch« 
unb mitgenommen 311 werben bat, oerfidjerte mir ® 
Kapitän, ber ben ®aft wegen mangelnbet Rapiere ooj 
weifen geawungen war, baß berartige ©efudjc 
nid)t feiten feien, unb baß biefe ßanömüb«Hi w« 01 


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Vir. 3463 . ll.Wouenibcr 1909 . 


3Huftrirtc 3 c ^ un 9* 


999 





ftapftdn Xi) i'wil £>o---. Der »viilnci Der mcutcrnbcit U)tanneoffi3t«re. 


and) im porlicgenbeu ftallc geschehen war, jebcr.tcit, biv uns* 
führltdjften ©eiid)te oon beut t'ebcn Der gried)iid)en Offnere 
itu geben mißten, ftroh. einen jeDenfalls läftigcu ©afiagier 
losgetoorben ,311 {ein, vertieften »vir auf bem fiel) halb als 
DorjüglidKs 6 <f)Mf erweifenben ftraditbampfcr Der l'euantc 
l uiic bot (leinen Jnafett, um uns nach Gim>vna ju wen ben. 


bieCifijiere jn '{Jronunciamicu- 
töfl, wie Das neflenwartifle. ver- 
leiten Iahen. VI uf Der «strafte 
mad)t Der einzelne Wann einen 
fluten (Einbrutf, unb ganj im 
befonbcrit gilt bie* oon Den 
(Eujouoi, ben Zögern. Ter in 
ber Cfjentltd)feit getragene tilu* 

3ug Dient wohl Da tu, jenen (Ein* 

Drudnod) mehr 311 Ijcbcn, iuer{ter 
tfinic roieöer bei ben in national- 
flHodjifdjev Tracht nni formierte« 

Zögern. Tie meijt fiat Hüften 
Wannfcftöften, gclicibct in Die bi*, 
au Die .«nie rettfteube, an Das 
Wad dien einer ©allclläntcnn 
ertnneni&e ,vufiattella, bic weit- 
fallenben tflrntcl, bic «nganlic- 
flenbe 'iHcfie. bet rote, mit lan^t- 
iallcuba Quälte gegierte fres, bt< 
in ben Zehen in gewaltige Mnäuel 
aiidtabenben Schuhe inad)eu 
einen |o phantdjtijchcn (EinDrud, 
baft über allebeni Der ftrembe 
meijt gänjlid) oergißt, bcu Wann 
ab Soldaten .tu bctrad)len unb 
ju wiirb igcit. 2td)cr fojtet es 
allen Meijenben ltnb felbft ben 
paffioiiierteftc-u Golbaten oicl 
llbcrminbung, fid) oon ben Toni- 
mdlern einer großen ©ergangem 
beit, Die ihm lutivnbers in Vltften 
auf todjritt unb Tritt bemertbar 
toirb. los3tireiften unb auf bie Der 
'Jleujcit angeftörertöen 'Jlteftr 
träft«.* beü im Altertum (o ft reit- 
baren öolfeo 311 achten. VSat fid) 
aber bet Gutfd)lujt IjierjU einmal 
Diird)gcnuigcit, {0 wirb es nid)t 
fdnrcr fallen, feiner fHusfüftruttg 
näljerju treten, bereits nid)t all- 
.gitt'cit poiu Stabion liegt bei- 
fpielsweife am Dlifjos eine .Wa 
ferne, bei Der man iibeube Truppe natu ci 
iimgen leicht beobachten fann. Tie getreu Ofiijiere mndjeit 
es fid) hierbei meifi redjt bcgurin unb flehen plauöernb unb 
Zigaretten raudumb beifamtneu; beu Trtll öcr Etraliotä, 
Dev Solbaten, beforgeu bie Untere» jiigere, bie u»ol)l bann 
orjt bas tfotnmanbo abgetan müjfen, jollte fid) ber Cberft, 
Der 6inlagmatard)is, auf 
Dem ^Mage feigen. 

Tie iii Dem Slrtilel in 
yir. ntOu biefer 3<ttnnfi 
oouutc gejagten CEreignifje 


Tas SJlarinctjofpttal im 'Jtrfenal tu Salamis. (L'ints oben bic ttinfchlag* 
(»eile einer Granate.) 


«Iber befrittgt ift bie (befahr nod) feineswegs. Tie 
rabitale ©arlei in Der ttrntee ftat nad) wie vor bic £agc 
in il)n*t ÄSaub, unb .\unäd)ft toirb fiefter bie itcreini gütig 
mit .streta’ als yuniptiorberung brr un.tufriebenrn Cljijierc 
aufrechter galten bleiben. Tie yage tjt ernft. nicht nur 
für Jtönig (fteoig. Eie bebroftt ben Trieben Süboft- 
(Europas, '^on bru Gdjulvncidjtcn ift eine Uanbuitg oon 
Truppen ins 'Jlugc flejaiit motben; ober nian faim jid) 
Uidjt fagen, baß redjt viel« Truppen aus Vanb gebracht 
werben müßten, um auf lErfolge redjneu tu Cöuuen. (Ein 


Dnncres Des 'JUlarinchofpitals nad) Dem tBombarbeinent. 


Torpebeibootjäger M 2 pl)enboni“, Der von TnpalDos tommanbiert mürbe, Durd) ein 
®ranatengefd)oft ber w *lifaTa“ befehabigt. 


Tiefer fittlidjc Verfall bcs Cffisicrtorp* hat fid) um 
fo fdjwcrer bernrrfbar flentnd)t, als bie rneiiten Offtjiere 
nid)t in Der ttage fittb, groftc ?Iitsflabcn ju tragen, am 
allerawnigftcn burd) iftten ©cfjalt, bet im allgemeinen 
nur recht brfdjeibcn genannt toerben fann. Tic iii 
Der gried)ifd)Cn Vlrntee befteftenbe Wannesjndjt ift itid)t 
befonöers ftod) ju bewerten; (ein SBunber bann, wenn fid) 


finb nid)t ausgcblieben ; bic Wilitdroartci hat ihren 
ÜBillen burchgefeßit, unb. Durch biefe (Erfolge ermutigt, 
haben fid) illarineoffi (irre 311 ät)ulid)eu Edjriltcn hin- 
reiften lafjen. ‘Jlur befonDer« günftige 5lebenumftänbe. fa 
bie fDlöglichfcit, Den £>afen oon ihräus .teitweilig ab.gt* 
fperrrn, haben fd)licftlid) bajti beigetragen, bag Die ©e- 
ipcgung cingebäntmt werben (onnte. 


eigenartiger Zufall bat cs übrigens gewollt, baft vor 
wenigen SBodjen erft eine ber Sd)iihmäd)te, unb twar 
i^ran(reid), bic 311 folchrr Vanbung wohl umäct)jt in ftragc 
(ommenbe Trouji«- mciro|v>liUtine drUch't' cn Cr «Me, t»ic 
bic franiöfifehe iRangliite bas 4. Sataillon bes 81. 3n- 
fanterieregiments nennt, nad) befjen ^urüdjiehung and) 
gdit3lid) aufgrlöft bat. 



Ter «üftenpaii3er M 'l«fara‘'. 


®on ber gricd)ifd)cn aRarinmuolte. 


Ter Äflftenpanter „^vöra*'. 


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3llu[trirte Jettung. 


vtz. öwö. 11 . Viox>mUx 1909 , 


Teutfdjimib ift an Den 93or* 
flöjiflfu nid)t mir burd) bie nahen 
«Bejirfjungen 3 imfcbcu feinem iiai- 
ftfr« tmb bem gried)if<hen Königs« 
häufe, fonüern and) nod) baöurdt 
Inteicfftert, baß fein wenn aud) 
fleiner, naa)! Dem .l'Snigreichc ge* 
ridjicter Huftenfjanbel in ben leg* 
te» Ctabrm ftänöig angenommen 

&öt! iS Ü b tt e r. 

2lto(f)en[<f)au. 

Veränberungen De» bfini* 
feftett .Kabinetts. — $er König 
non I'äncmarf bat am l«. CItober 
Da* 9lbfd)leb»g«fu<h be» Durch Den 
frühem Ouftuminifler Hlberti mit 
fomprwnittiertrn Vanbesverteibi- 
gungsniinifters dhriitenfen äuge- 
nomnten unb ben Hhräfibcnten bcs 
'JJJiitiiterrats Grafen iSotftetn mit 
ber interim iftifeften £eitung bes 
Can besverteibigungsminüteriums 
betraut. 3»t ber VarlameutsHftimg 
oom 22. Cttober würbe aber beni 
(Sefamtuuniftcvium ^plftcln Das 
SÜlifttrauen ouogetproeben. worauf 
btefe* fofort benuffioniertc. Hm 26. 
würbe Daraufhin ein völlig neue» 
SDHniftcriiini gebilbet. Xiefesift. wie 
nach Vage ber S&inge nicht anbei» 
3 U erwarten war, ein rabtfnles 'Partei- 
miniiterium geworben. 2^er neue 
SDKnittevprän&cnt unb Perteibi- 
gungsminifter 3al)If. feine» 3eid)en9 
W*<ht»anwalt, war bisher ftoUc* 
tt)ing»abgeorbneter nnö Präfibent 
feiner Partei. 5) er ftinan jminiftcr 
uu& &er .Kultusininiftrr finb ^r»ei 
bisherige ^mmialütcn, Dr.®TanDos, 
rin Prubcr De» Stterarhiftorirn» 
Georg Pran&es, uttbP>ö«trut); 3<»hle 



X<is neue fjoftljcater in TOcIrtingcn. (Erbaut nad) ben (Entroürfcn unb unter ber Leitung bes £>of bäume i[ter* Sctjleri 



®ic neuen Uniformen btt i ta- 
Iienifchen Armee. — £ie oerfchii&e 
neu Vl'affengattwngcn ber UaUrnifdier 
Armee würben tn letjter 3cit in flikl 
iicttt auf Die mobrme Urt brr krieg 
führung neu uniformiert $ie rn 
idjiebenen ftelbjüge ber leftten 
3ahrr hoben gelehrt, welchen fflen de- 
quem fitjenbe, leichte Uniformen v*n 
unauffälliger grauer 5Varbe unb cm- 
fad)< rtopfbebcctungcn, Die bie grefim 
iruppemormationeu wie nament:iA 
auch ben cinjelnen SJiann nicht rsn 
weither burch ihr blitjenbe» ®letaD Ar- 
lennbar machen, als Dedunosniittri nie 
auch af» Sdju «mittel gegen ben ? üb- 
lichen Angriff haben. Muf ©rtmb Meter 
Erfahrungen würben bie Uniforme« b« 
italietiifchen Aeeres jefct für ben Sfelb 
bien ft abgeänbert. Xie neuen tlntn*' 
men finb einfadra als bie früheren, ober 
ttoftbem Ileibfant, utib bie bisher barnit 
gemachten (Erinljninnrn hohe» btund«. 
baft fie ihren 3wecf gut erfüllen, unb 
ba& fie bie Sol baten gern tragen. 


5?€C ctapcltouf englijdfcn ftreujers bc^ größten Kriegs* 

jdjiffcs ber 2Bclt, in Sauenport. 


unb Pranbes fmb übrigens liiöiicbeu Peleuntuifies, wie ebenfall« auch ber fcavtbrismimiter jfvillmth, 
hoch wirb bos im ft«f‘nnige« unb toleranten $5nemarf cbenfowemg hemertt wie bie SatfadK, baft ber 
juräefgetretene ‘MnifterpräMbent tfiraf J>olitein olsJtatholif in biefem protcjtantiidien Staate fRegieruttg-*- 
chcf icin tonnte. Um fa gr öfteres Huffehen erregt jebodt Der erfte fcljr rabifalc Enljcftluft. ben bas neue 
fDlinifterium gleich nad) feinet ÄOttftitUiertmg ucntnrfliditc. Ttt iVrtcti haben nämiid), übrigens mit 
3u(tiinmuug Des ftönigs. ertlärt, baft fie auf Den Erteilen gttel oerpehten. baft He bei Xrofe nid)t in 
Qoftvntform, Ionbcrn nur im bürgerlichen ffraef ericheinen worien, unb Drittens, baft fie beal'fichtigen, 
toebet ielbft itgenbeinen £rDen anjunehmett nod) irgenDeinen Pürget Des .Königreich* Xänemart 
als Orbcnstanbibaten oorjuicftlageu. 

5Me .Ktlfe in ©tieehenlatib. — Xet ®Jarincofri 3 .ieT Itjbalbov, ber nach ber „Schlacht bet 
Salantiö“ in oorigei Uliodje mit feinem lorpeboboote floh, würbe am 4. 'Jlooember mit einem Begleiter 
auf Dem 2Pcgc oou Htheu nach Hcphefia verhaftet. Xantit finb teilt alle lütitfchulDigcn an bem putfeh in 
ber qrt«hifd)<n ffliarine hinter Sihloft unb Wiegel gebracht. Xijbalbos trug bei feiner Verhaftung yiöil- 
fltibet unb gab an, er fei §u Dem 3wede nad) Hthen getomnmi, um lief) bem Gericht su ftellen. ffr 
wirb wegen polttiichcn Verbrechens abgeurteilt, bas febod) nicht tobesmürbig ift; übrigens ftammt er aus 
ieht guter {jamilie. (Et ertlärt es für eine falfche Hnfchulbigung. baft er bie Jiiltatur erftrebt habe. 
Cbgleidr mit bet Getan gen nähme alltT ajieutetcr bic von Di der Seite broftenbe c&efaljr befeitigt ift, bleibt 
bie Üage in Gtiefhenlanb tntmev «oeh recht imgewift. Xos königliche Gchloft in Hth<n wirb fortbauemb 
oon einem harten Xruppenaufgebot bewadjt, weil man bt)im|tiefeinDlicf)c- .KimDgebunflen befürchtet, 
fheuabings wirb von einigen angefehmen Htheuer ftlub* eine kanbibatuv bes iherwg* Da Hhrutjen 
befürwortet. 


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S?aöt) Core bunt, bic ^atin ber „Onbefatigoble", bei beren 6topeUauf. 


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3 flu[ttirt c 




Mois Won ii. Cebww . 

-rASsSääS?; 

'&S s SM&v&WS 

! LS^^^§SSsrBS l 5 Säc?g 

mtr einen ÜJtartftein ^ . l9( )2 311m erbeut 
IH87 u'urt» cr f' 1 . m u ° l “> t fn »mtr ötlllxmlWK" S''” 1 "'® 

UröWIor »nmnm. utK-' ' , “‘l’'! 

Oer * Ineft ber fleiunnn 1 , ^ ^ttulAuttg per 

bis in bie tangfte $j|dptin ift etne 

Oft . Mt«. ,*•3«'^"“"* . s " JSÜrft« Wl-t"*- 

iii0 innerhalb bet © * einem auef) inner« 

mühfeun er ©lief &et ®" 

v afaöcmifcbeu ©*<WM9 . ^ic an biejem empor- 

mmrnrm 


Sic tm.cn Uniformen »er tlalicnüdjcn Armee: Ulanen. 


tfürften oon Htalcs AU malen. 61 ! jeiftie, l«mi £ g 

s& äv ä «gy 

ÖF rmi M« iw® ,™> W"™ ,l,oicn,fn * al,n ' 

w Ä."t" Ä‘. «»« •« ■" «S 

megung in Blüte ftanb - ermangelt bod) ber öjfin^Öjnrmj 
in ausgeprägtem SHorc. 9Bof)l war jirrttl)© größtes $öcrf erft 
1&57 unb 1858 gemalt, 311 einer 3«»* t* 90 9 * u « m l* ,n<n 

(Sinflufe bereits gcltcnb gcmad)t unb ben fcorijont ber flunft 
erweitert batte; aber an fttitl) ging Die neue Bewegung 
üorwber , unb er blieb bis an fein ©nbe ben IraDitionen 
ber »ierjiger 3aj)re treu. SBilh- 5- Branb. 


Ofm 1. SJooember ftarb in ©reijswalb im 3®ciunbadjt3igften 
vlifcbensjabre ber orbentlidje Urofeflor ber orientaltfdjen 
Sprayen unb Senior ber Uniocrfität, ©eheimer Hegierungs- 
rat I>r. SGilbelm Slblroorbt. ©r jtantmte aus einer alten pem- 
merfdben Gelehrtenfamilie. Sd>on fein Övrofcoater, Beter 91l)l* 
warbt, war Bbilofophieprofeffor, fpätcr aud) fein Bater 
Brofeffor ber Flaffifct)en Bhilologie on ber pomnterfdjen 
ltanbesunioerfität. QBilbclm Slhlwarbt würbe am 4. ^uli 
1 828 in Cbreifswalb geboren, ftubierte oon 184G bi«. 1850 bort 
unb in ©öttingen oricntalifcbe Sprachen unb roibmetr fid) 
in ber Jolge, nae&bem er 1851 ben pljilofopljifdjen Xoltorhut 
erlangt batte, auf ben Bibliotbefen in ©otha unb Baris bem 
etngcljenben Gtubium ber arabi|d)en ftanbfcbriften. Dann 
würbe er als Untcrbibliolbcfar an bic llirirerjctät Cftrcifsmalb 
betrufen^ habilitierte fidj bort 1857 unb würbe 1861, als 9ta*. 
folger Stofegartens, Crbinartns ber morgenlänbifcbcn Sprachen 


Sie neuen Uniformen ber italienifd)en Armee: Artillerie. 


bas 9Bol)[ be» 3nöioibuums wie ber Aation unb ber SRafjc ift. 
tbetjen bod) alle Begebungen ber 'Jtei^eit auf ben SdjuR be« 
fmbltdjen Körpers nach bet pl)t)fiologifd)en wie palljologifdjen 
Seite l)in, unb laufen bod), unb 3war mit uoller ©rfenntnis 
ber tiefen Tragweite, alle niobernen fojialljuflienifdjm Btnß. 
nahmen in it)ren Stempunften auf bie fffirforgc unb ben Gd>u^ 
bes Säuglings aus. 3n biefent Bingen um bie Ciljaltung Der 
fommenben Generation ftanb »lonti forfdjenb unb l)anbclnb 
in ben oorbcrjtcn Beiden. Ilr. Öulian fDiareufe. 


an. % 3frit{). 


T\urd) ben lob ftritl)» Gnfllönb einen feinet befonnteften 
«^/Sülalerunferer Jeit oetloren, wenn anbers wir einen fDJann, 
ber 1819 geboren, unb beffen nomcI)mlid)|tcn 9Berfe ber 
oiltorianifdjen 3«itred)nung angeboren , noch 311 unfetet 3«i* 
regnen burfen. 9(tlerbings f teilte er nodj »or brei fahren in 
ber Bcabemq aus, unb, bis nn fein t^nbe t>erbältni$mäi)ig 
ruftig, befaßte er fid) aud) nod) bis 3U feinem lobestoge mit 
brr Ausübung feiner Stnnft. 9Iuf bem i?anbe in ber 'Jlätje oon 
«ipon geboren, jeigte er wol)l in früher 3ugenb eine befonbere 
Begabung im 3etd)ncn. 9lber wät)«*^ Mnter foldjcn llmftän&cn 
junge ficute fotift wohl entgegen bem SUillen ber ©Itern fid) 
m bie Jtunft ftür3en, entfcfjloB fid) ber junge &iitt) im Wltcr 
non fünf3ehn fahren, Slultionator 311 werben, unb es war 
bem <8ater iibcrlaffen, thn bauon ab3uljalten unb in bir 
Bietung, bie feine Begabung oo^eidjnctc, hine'rtjubrängcti. 
Jet Sohn erhielt Unterricht unb machte balb foldje f^ort- 
fchntte, bafe bereits im Sllter oon dnuni»3wan3ig Jf^^en 
m bet Conboner Slcabemt) ausftellen fomite. Jüoi 3öh*e 
fpdter würbe er jum Ulffociote ber ^Icabcmq unb 1851 jum 
nollberedjtigten SOtitglieb erwählt. Sein unbebtngt bebeu- 
tenbftesBilb ift fein „Derby day“, bas, 1858 in ber «Uabemn 
ausgeftellt, non feinem .Käufer ein 3 fl inr fpätcr ber Nation 
oermacht tourbe unb heute in ber Säte ©allen) hängt. Be- 
fannt ift auch 8fritl)s Bilb „Itumsgate 8«nds“, bas Königin 
Biftcria für 1ÜQ0 ©uineen taufte, wät) rct, b fie »hn 1865 



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C. ®r«nid), »Wien. 

2üois SRonti. 


a. 21?. ^aljle, 

Der neue Wliiifdic SKlnütfTprä|ibo*t. 


-MiuftTinc Leitung. 


mr. ji. vtmmticr 1909 . 


^^ CT Wne bC mLhe!l!!r iJ - *"$ cr ^ DC)n b im,c " VW'W"' 
gcwini£nb C n Ä™ , K M ! po * ank ^«^«rrfic-nnrHalt mit bem 

Irti ?»•. SBe J <n . wnb Öen wunberbar Mauen Augen wirb 
(P..V. i, cc . !? t e 1,1 öpil ^üpg gtlomtnm i|t unoerriirfbar im 
»tMdltni. Vi t im ' 3 o (ef Stüber. 

3Me Brieftaube ab '^Photograph. 

?lon Sngenteur V. .ftaf nlg. 

flpißCtttlid) lag Der (Sebanfe, BilDer aus 6er Bogrlfchau mit £->ilfe 
x^eines aufgmebmen, bod) fetjr nalje; |d)on Der Spfod)- 

, fdgen Darauf binjuweifen. Allein es t)at Den Anftf)cin, 
ais ob man and) t>ier wicbcr bem 9läd)ftliegcnben am mei(ten 
mißtraut hätte, Denn man bcöiente fid) jur Aufnahme oon BilDcrn 
aus Der Bogelfdjau tatfflchlid) bisher nur Des Xrachens, ber 


bafclbft, ©leid) zeitig unirbc ihm ber Sofien bes jmeiten 
uniDerfitatsbibliothefars mlietjen, oon bem er aber 
ocreits 1865 roteber 3u*ücftrat, um ganj feinem alabc* 
mijcften Beruf unb ber ÜBiffenfcfjaft leben au fönneit. 

Seine wif{cnjd)Q)tli<hen Bcröienfte liegen dot 
allem auf bem 3-elDc ber arabifd)en ^3l)Holoßie unb 
ßitcraturgcfchtchte. Wamentlid) bas Stubitim ber 
a ltarabif d)en Boefie bat cr mit großer Cicbe ge- 
pflegt unb erlangte hierin einen Weltruf. Seine 
elfte größere Diesbezügliche Bublilation über bie 
..Boefl« nnb Boctif ber Araber" erfdjien 1856 unb 1 
fdjilbert Eigenart unb Entwidlungsgang ber ara- 
bifeßen 3 Md)tliinft feffelub unb genteinDerltänölid). 
Sobann ocröifcntlicbte ex Ausgaben ber „ilaffibe* Cf)alef 
ei Wismars, Des „CDitnän“ Des Abü» 9 hu»äs unb ,.The 
divuns of rhe sii ancient Arsbic |K*ta“, woran fid) „Be* 
merfungen übet bie Echtheit ber alten Qrabtfdjen ©ebiebte" 
anfd)ro|fett. Sin unwergängliches ©erbienft bat fid) Wit« 
beim Aßlroarbt fenier Durch Die plan mäßige flatalogifierung 
ber arabifdfen £anbfd)riitcn ber Jetliner ftoniglidjen 
Bibliothef erworben. 3 n je!)« ftattlidjcn Bänbcn liegen 
bie Grgebniffe feiner ftorfchung oor uns; ein Beifpiel 
feines ftauucnswertcu JVlcifecs unb nicht weniger Seiner 
immenfen Bel efeubeit. $ic lebten SBetfe bes UnermüD* 
ließen finb bie brei Bänbe „Sammlungen alter arabifcher 
dichter - (arabifebe Xextousgabe) unb ber „Tiwän“ bes 
Begcfbicbters IRuba ben el ’aggag, aus bem Arabifdjen 
metrifcf) ins Xeutfcße überlebt. 

Äod) bis jum Ablauf bes Winterhalbjahres 1907/1908 
hat 91 l)ltöarbt feine afabemifdje Ucbrtäligteit ausgeübt; 
bes Otium enm dignitate Ijat er fid) nid)t lange erfreuen 
Sollen. Xabei waren feine lebten ficbensjatjre Dutd) 
ftamilienfummer nielfad) getrübt. Bor einigen fahren 
ftarb fein einziger Sohn, ein glänjenb begabter 3uri|t; 
balb Darauf ftarb feine Gmttln unb, wiebet nad) einem 
nut furjen ^miScbenraume, aud) feine einzige Tochter, bie 
ihren alten Batet tTcu unb liebcuoK gehegt unb gepflegt 
batte. So ftaub beim ber <6rets am Cnbc feines langen 
Öebcns völlig oereiufamt auf biefer Weit, nur nod) feinen 


9 ». ?>. Sri«), 


Go gle 


^ 3 rof. Dr. Cubmig 

Per neue Xiretlor Per Scrliner SRatiotuiIgalrnf. 


Batete unb bes liuftballans. Aber biefe brei finb bod) 
an fid) unfid)erc .Mantoniften. 

Anbcrs ftcijt bie Sad)c bagegen mit bem leicht trans- 
portablen, oom Wetter wenig abhängigen, natürlichsten 
lenfbaren ßuftid)iff, bem lebenben Bogel! Jrreilid) eignet 
fid) toot)l hierzu nur eine folchc Bogclgattung, bei ber 
man auf eine Schnelle unb fiebere Stilcffebr In fein 
hetmifd)es Bcft rcd)nen fann, (Jigenf (haften, bie mir bis- 
her nur bei ber Brieftaube mit ^»’wiöbeit feftftcllen 
tonnten, roeim fie fid) aud) nod) bei bee 'UJäroe in ähn- 
licher Weife ausgeprägt finöeii follett. Anberfeits aber 
mar man fid) aud) über bie SragicSbigteit ber Bögcl redjt 
untlar. Wohl batte man oom Cöeier manches erzählen 
hören, bah er Äinoer unb ßämmer geraubt unb hod) in 
bie ßüfte mitgenommen habe, aber niemanb buchte aud) 
uut im entfern teften bciran, Daraufhin Öie 2ragfäl)ig!eit 
ber ffeinen Brieftaube- ju prüfen. 

Crft in ber lebten 3 eit . n 10 m an Brieftauben baju 
nerroenbet hat, unentroidelte 'Jiegatioc ans ben Ballons 
nach öcr öeintatftation au beförbern» fanb man 311m gTofecn 
Crftüunett, ba^ fie 75 g, alfo ein drittel ihres Cigen- 
gemichts, auf grobe Entfernungen 311 tragen imftanbe ift. 

'Jiun ift cs Ja für bie Aufnahme oon Bilbcm 
aus ber Bogelfchcm faum notig, mit größeren Ent- 
fernungen als 10 bis 20 km 311 redjnen, fo baß obige 
.<DÖd)ftbclaftung auf fo geringen Streifen nad) ben 
mit ben ©all oh tauben gemachten Erfahrungen faum 
im Srnftc als C&raufamteit ober gar ÜioTquäleret 
aufgelegt werben tann. 

ilberhatcpt ift baju gar fein ^cuattg einet 'IJreffur 
bei ber Brieftaube nötig. .£>üd)fteus rönnte man 
oon einer Art Imming (prechen. ®enn bie iaube 
l)at es Durchaus nid)t notig, fid) in ihren Etgenfdjaf- 
ten 3U änbern, fonbern nur, au lernen, fid) mit bem 
ÜRobell frei 911 bfroegen, unb ift geamimgen, jeit» 
tocife auf ihrem f>eimu>eg eine Belaftung fid) ge- 
fallen ju laffen, woran ein Bogcl, ber feine 9 lali- 
vung fclbft Suchen muß, ja in etwas gewöhnt ju 
fein pflegt, greilid) muh &a*ui aber bei Dem 
hier in ftrage rommenben Training für eine größere 
Belaftung als gewöhnlich Darauf Bficrficht nehmen, 
bah bas 0>ewid)t juft an ber Stelle angebracht wirb, 
an ber bas Tierchen am ftärfften ift, -nämlich am 
SR ü<fen, fowic baf) es gleichmäßig perteilt unb bas 
SDlobell oorn nicht fchroerer als hinten wirb. $ai)er 
ift bie bisherige Belaftung ber Brieftaube aum 
llbctbtiitgen 0011 Bact)rid)ten an ben äußeren <5lieb» 
maßen, klügeln, J^üßen ober Sd)t»an3fefccm, gc- 
rabepi graufam. 

Dr. Weubronncr, ber Crfinber ber Bhotographie 
aus bet Bogelfchau burch ben Bogel, namlid) Durch 
Die Brieftaube, wenbet nun eine Diel weniger grau* 
!2 r V c ,^ unö ^" lf ^Qubc auch oicl bequemere 
Belaftungsart an, bie |d)on fein oerftorbenet ©ater, 
ber muh ein alter ßiebhaber unö ftreunb ber 
Bneitauben.iudjt war, erfunben hat. T)iefer war 
“Ä \ cin 6o Ä n » öer jeßige Erfinber ber Brief* 
taub^photographic, Bpotherer unb fam, als in 
?n r x« «5 C öe t Cfahrhunberts eine Seuche 

? m n ^ e ? Ö0 t l)n ^^ t ’ s ausbrad), auf ben 
©ebanlen, feine Brieftauben mit CwubfchuhfingcTn 


als SRätt.achen auf bem SRüden in Törfent ber Um- 
gebung feiner Aoothelc 31t Itatioiticreu. Betfchritb 
bann in öiefen Orten ber Arjt ein IReaept, fo gab 
man bie bnrdiBauspapier herp efteilte Utopie besfelben 
einer Taube in ihr Bättael unb lieg fic fliegen. Äamai 
bann Später bie Bolen aus ben Dörfern herein, «m 
bie öcihttittel abjubolen, fo fonnte man fie ihnen 
nieift fchon entgegenbringen unb nad) Bergleid) brr 
Mopien mit ben Urfpnmgsre^epten mit größtmög- 
licher ^eiterfparnis einhänbigen. 

?lud) hrutc nod) wirb dou Pr. 9 leut»ronner ein 
täglicher Derartiger Brieftaubcu-Bejeptoerfehr mitber 
C>€ilanftalt ftairenftein i. T. unterhallen. Tabci fam 
er bann aus weiterem Clutereffe an öer Sache auf ben ftc- 
banfett, Berfud)e übet bie Belaftung ber Brieftauben onju- 
Stellen, um biefe gegebenenfalls auch 3ur Bef örbcnmg Meinet 
IDlcngcn ncutr ober nicht oorhanbener ajlcbifamcnte 311 bc- 
nußen. T^ic Erfolge waren günftig unb ergaben, baß bis ju 
einem ©rwichtc oon 75 ir bie J>Iuggefd)wtnbigfeit ber Tier* 
d)cn nicht in merfbarer Weife bceimrädjiigt würbe, Selbit 
auf weitere Entfernungen gefangen biefe Berfudje rot- 
aüglid). 3 njroifd)en aber war IH-. 91 eubronner bei btefer 
En’lcgenheit aud) auf ben C&cbanfen gefommen, ob es 
nidit möglid) fei, bie Tietdien mit einem mitomatifch arbei- 
ten ben flcirtcn photographifchrn Apparat 311 oetfehen, um 
Durd) ben Bogcl währenb bes wirflich* ©o-gelfhati- 

aufnahmen machen 311 laffen. 

Xie Bfethoöe, öie cr bafür nad) obigen eTfahruttgcn 
ausarbeitete, charalterificrt fid), wie folgt; Als Bruftfdjilft 
für bie Taube würbe ein nad) bcmÄörper bes lierchem 
mobelltertes, banad) runb ausgepreßtes, Dünnes Alu- 
miniumblech gewählt. Das mit oicr fd)malen ©iemeften, 
unten aus t&ummilitje, oben aus weichem Seber befteßenö, 
an beiben Seiten oerfehen würbe, kleine, nicht fdmrif 
< 3 d)nallcn, bie fid) au Den Enbcn zweier Der ©ummili^en 
befinben, geftatien bann eine Bcrlängcrung, bjro. ®er* 
fürjung ber !>iiemd)en, analog wie Dies bei einem (>of f11, 
träger möglich ift, fo Dag man bas Bruftfd)ilb, fe nad) 
ber ftorpulen3 ber Taube geftellt, ißr genau paffenö 


nal from ® u $ flm ®^ nM,rbt - 







git- 346M- 


j j jJoucmbct 1909- 


■ Dr 3. Jkubionnn. »«• WlnNr B« , SglKm». bk b« 
*' J ®ef«ftiflunfl ein*« Apparat*. 

anaulcflen oennag. <DHt öcn nm Gnbc jrocifx 
Siienuben angebrachten Drwtffnöpfcn tönnen 
Dann wccf)feMciti ö bi« oier (Enbon Dcr1Kicind,cn 
SS bcm «liefen öec Sanbe nat,e Den &lügel. 
anlAHen uerbunben »erben. Tiefer Aurafc, & cr 
SIlKüm ödju^e bei Daub* bient, fl iM b«m 
alcUb^titig für bi« ©efeftigung öe* SJlobeUrs 
unb Apparats «inen feften StütjP u,llt ab. 

«n bem ©nifible<b Der Taube b«fiubet ftd) 
oben ein länglicher Borfpruu0 mit tinet <Tu«h- 
löAcruna unb unten ein breitet ^d)Ut{. ^Dcrn* 
entfprechenb befi^cn bic Apparate unb JJlobetl« 
aleidifalts einen ©orfprttnn unb tschilp auf 
entaegengefctjter Seite. Analog einem «aionctt- 
oedcbUife tann burd) einfache« Bor« unb «ucf> 
rofirt&fdjieben bas <&ctDÜnfd)te an öcr Taube be« 
feftiflt werben. 

Abbilbung 1 läßt erlernten, roie b«t_(Sr* 
ftnber bas Tierchen babei !)ölt- <£in Stift, 
ber mittet« fteber in ein am ©orfprung bcs 
Bruftblcchcs befmblidics £*<t> ftebruift wirb, 

»erf>inbett jebe« Berid)ieben unb gleichzeitig 
atuh iebe felbftänbige Trennung »an Apparat 
unb ©ruftbled). Ta« ©led) brauet babei nur 
(oder ju fitjen, ba bie Taube beim fliegen ja 
Öuft unter bas foefttber swingt, woDutd) ber 
3roif(f)enrmim .zwifchen $arni|d) unb tftefieber 
oon felbft »errninbert wirb unb ber Apparat 
gaii3 oon fetbft fefter fitjt. 

SIbbtfbung 3 füijrt uns eine Heine .Hamera für adit 
Derartige Aufnahmen au« bet Bogdfdjau oor. Da* Cb 
jelti» ijt bei biejem Apparat bireft und) unten gerietet. 


3 auftttrtc 3 e,,un9 ' 


«trMnWBj J‘ m Di« JfJ,» 

StfSttk ttSäz & 

isÄ’rfai. Svrst 

auf letztere bringt stelle einen w*m 1 

biefe fluft lÄfet an JftWCT ® ^ Einteilung 
bmwrtretcn. <r f if f OTan lä&t ,J » n 

in Minuten unb bereu tcn al* ™ an 

min eine SHinnte weU«r rh«a t 
Me Abfidjt 1 )“*. *> le «{Ljjrat in Kuh' 

SSÄrfÄ'f - 

einem ertöten fünfte au« abfliegen. 


3 flanier ti für ad>t Aufnahmen 


Aufter ber flainrra für '-Brennweiten oon 4 cm, bat 
ber (Erfinber auüj Camera* für Aufnahmen ti . 3 cm, 
'Brennweite 8, t eni fowic .Hamerns für 'Ponoramabilbei 


ausgerüstet* 'Brieftaube. 


ü. Sine 

tirt «* ®" 

S3a53»«agSS 

Orientierung tjaben. 9iad) lur^em Aufenthalt 
an einem fann man bte ' *urud- 

fd)lagen, worauf bte Dauben ^ ** 

neuen Umgebung umtrcifen. ^nb fte erl 
einigemal au« rur 4 et «nttnmunfl ju ifjrm 
fahrbaren Schlage ^uriiefgetehrt, Wann man 
fidier lein, bah l<e and) au« weiteret (Entfernung 
bas iu?ifd)cn ihrem «uffliigplatje unb threm 
fahrbaren Sdjiage liegenbc Denain überftiegcn 
werben. . __ 

Der Schlag felbft «ft mit etner fog. 9iüm« 
berget Sdjere oerfehen, bie es ermöglicht, ben 
Xaubenbehaltcr beim Transport auf ©agett' 
hohe h crab 3 ula if m uni) ouberjeits iljn. amjflug* 
platjc auf ettoa 6 m fiöl>e ju heben. Cin atn 
{ßagen angebautes Abteil bient babei glcid)' 
zeitig al« pljotographifche Dunlclfammer gur 
foforttgen VEntinuflung ber non ben Dauben, 
Deren Anfunft eine cleftrifd)c -ftlingel anmelbet, 
mttgebradjten «Über. Tiefes Abteil enthält 
Da* ganje pbotographifd)* 3ubchÖT unb Tann 
gleid)3eitig als % JBohn- unb o<f)läfraum benu^t werben. 
Vlbbtl bung 4 gibt eine Weihe oon burctj Brieftauben er« 



4 . Bier Aufnahmen mit 4>ilfe &«r Brieftau6enphotographie (in ber hoppelten ©r3&e ber Criginole). 

3)ic Brieftaube als B^olograph- 


5. Ehrbarer TanBenTihfag. 



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3u« 9 « Steiermätterin. Sind, .htm 9mU»t B on 3ran ä flienm o«,«. 

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Qbc*mgtat*l)tid)e Wnilolt o6n 3- 3- tn CtiW*ö- 


Go gle 






3Iluftrirtc 


3citun(J- 


11 . tfooemfa* 19 ° 9 ' 


Sir. 3463 


X)ic (£ntf>ü«unfl 

t» naffcuif^n 

roirtMWn» "J 1 ’ 9 j f . 

<£f)rflt iT\..iifTlial 


t Ti’iilTiial 


sssr^ggrÄ 

rssrs«H 2 
HS£Srs%= 

OWI*l«B oorfpringenben JMJ* 

»Muntp bellen uorbc« Seite Die 
3tWift - Adolf HcT«cgiuNaw«u 
iS17 — 100/»“ trflflt. 

Xtn Dbclisfe» 3 lcrt fltl ö * ci 

Seite» ein $tie*: lebenogrofee 
«lüftifdj fdbftänbifle Öifl« TCn ,n 
Scoiuc gellen eine» £ut&tflung&' 
fug L «*ff<mifd)«n Volle* m 
ben «Tratten bet oerfch« ebenen 
ffiaur bar, ber, ausßd>ettb oon Den 
»„ ftfifeca einer 3bfalfigut — 
ftama. benWuhm bcs ttanbes ocr* 
fünbenb — fihenben Gefialtcn ber 
ßicbr unb Treu«, IjerawDt. & a * 

©iebeftal ber Sicrjogsftatuc ju be- 
fronten. 

9luf ber Würfiettc be« TcitE- 
mals bemerft man bic foloffalc 
©cftalt eine«, ruhen bcu, najfaui- 
|^ en CSmen fouiic bi« Wibmung: 

„Dom nnüHauiftchcn Fürstenhaus« 
in Liebe und Ycrrhruug dn* dank- 
bare Volk. 1000.** 

»Di« niebrige SaluftTnbc mit 
bem ringemei feelten naffauifdjen 
Wappen fchtiefct ben 'piatj int 
*Rü<fcn bcs Tenfmals ab. 

Ms OTatcrial für ben Unter» 
bau, ben E>b«li*ren unb bic ©rii- 

jungen biente Obcmoalber Granit. Ta« Tenfmal ift 
eine gelungene Schöpfung be« berliner ©ilbbauers ftTitj 
®ectt). M.-fc. 


Das tanfcesljaus in JBiesbaöen. 

»TNen «cdjluijltein bn in ben lebten Jaljren in Wies* 
-iJbö&eu neu ent[taiibcnen SDlonumentarbcutcnferic bilbet 
ba« neue Sanbeshaus. Tie Qkf<hftit«rAumc bcs ©cjlrfe» 
oerbanbes für 5cffen»91affau, bic jid) feit ^fahren in ben 
Raufern au ber 9FH)ein» unb ®?oriijftra^c befattben unb 
fid) infolge bes raptbert Wachstum« bes Wiesbabener 
©ejirt« 311 flein crunofen galten, machten fdjon lange 
einen 'Jleubau erfotberlid). Slus 
bent irn CM« 1002 auegefdjrie- 
ben en Wettbewerb gingen bic Wies- 
babener 9Ird)itelten Wcrj unb fniber 
als Sieger hcroor, benen aud) bie 
Nusfflhrung bes Taues übertragen 

WUTbC. 

Das neue Uanbeshaus erhebt 
fidj in bominicrcnber fiagc am Nn» 
fang bcs neu angelegten Staifer- 
tJriebrich* Vings, eines prächtigen, 
mit mobernen Käufern bebauten 
©ouleaorbs, unb ber NtoritjflraBf, 
ln nftchfter Nad)barfd)nft bes neuen 
$mipttat}nhof». Wie biefer, in rot 
geflammtem HJiainfaitbfteiit aus» 
geführt, lehnt es fid) in feiner ©au- 
form an ben (Shararter ber öfr'ent» 
lidjcn ©ebäubc früherer 3al)rl)un» 
berte ber naffauifdjen tfnnbe an. 

Turd) ben in ber 9Id)fe bcs 
großen GiSungsfaales gelegenen 
^Portirus mit ©iebelbelrßnuug, bie 
eine monumentale (Sruppe nllegori» 
fdjet Figuren auf tocift, erhält bas 
©ebüube, beffeu <&ef amt fron tlänge 
ber GltöSenfalfaben 108 m bei rügt, 
ein monumentales ©epräge. *I>ie 
Gäulen bes ^oTtifus haben einen 
3)urd)meffer uon 1, 40 m unb eine 
f)6he oon 15 m; fie gehören fomit 
,v- ^ » -vc n fcc- Neidjes. 


a^i£%rz 


^cntxtf 

rflunte 


eii |fT *^ 

‘SS-*""*” 


tltiot- «Ubfrt ®nrr. SBIebrid). 

Xas fees ^ergog^ Wboff oon 9fa^au in Sicbriif) a. !Kf). 


ornamentalen Sdjmud ^oltamcnic mit bem naffauiförn 
Cöiuen erhalten foll, führt ber JBeg burrf) brei in funftooller 
Gchmiebcarbeit ausflefüh rtc Gingangstüren in bas Weftibül 
unb Üteppenhaus. Nu biefcs gliebem fid) fotoohl tm ®rb- 
gefdjoö als audi int erften Cibcrgefdjoh bes red)tfcüigcn 
g-Ulgclbaues bie Nrbeitsräume ber cinjelncn SRefforts an, 
für bie aud) bas ganje Obcrgefcfjoh amoenbet würbe. 

Dn halber 4 >öhi* bcstttbgefd)o||e> 3 ., burch «ine geräumige 
©orhalle getrenut, liegt ber grofee Gihungsfaal für 
ben Äommunaltanblag. 3n ©erbinbung bamit Näumc 
für ben Uanbtagsuorfi^cnben unb Ncgicrungsfommiffar 
joroie 3ioci AlommiKions^immer. Ter fianbesausjthub* 
faat mit ben aufrfjlieRenben Sd)veib3iuimem nimmt ben 
erften Gtod bcs ÜJlittdbaueo ein. Tie SBohnung beo 


«SS'SSf- sMK 

haben ocrgolbcti, fl « $( a tu|tra&« 

««-*• 

„„4 totem .„ijijtn w» 

«tmiittl* m"' atonitmoff 01 
gtoucii >'”» “ a “' K a„( Me Um- 

jttiunfl- ® “ 2t(PP tnt|0uk 4 J* 

luitllom« , u „ 9 »V»» le 

W*y»J** S tdth 9 e ‘ 

sesst-i-tt; 

(Mmmoltttl j 5 r tum 

•ää 5 ‘»*st 
SÄ«® 

„nb linro. com tiiiiflonjt bet Slot 

[jolle lifflen fltrdutms' ® a<t, ' ri) 
unb bie Toiletten. 

Cinen uKihcoollcn ^uttnid gf 
währt ber gTobc Gi^^Ö 6 ! 0 “ 1 * 
mit einer bis jut reuhonben 
lHd)cnhol3t5fclung t>erftff)cn tft. 
fticr, wie auch in ben übrigen me' 
priicntationsröumen, finb anc 
Alanten abgerunbet. Tie fehleren, 
im ©avodjtil gehaltenen ffii«t>en- 
ftül)le mit hoher Wüdtoanb unb 
S»cberfi| paffen oortrefflid) in ben 
majcftätifchcn Waum, beffen Stirn» 
inanb, bic bie Nebncrtribünc ein» 
nimmt, allerbings nod) jeglidjen 
bilbnerifchen 9Danbfchnuirfe« entbehrt. Tie in Glasmalerei 
ausgeführten Wappen oou etwa fünfzig naffauifchenStäbten 
fdjmürfen bie mädjtioen, auf beiben Seiten liegenben Orenftcr. 
Ter im erften Stod liegenbe tfanöesausfdju&fiBungsfaal hat 
eine reiche, in altenglifcher Wanier ausgr führte Studbedc 
unb hohe Vertäfelung in C^ichenholännt einer roertaol len Uhr. 
Tic TienUräume bes ©ebäubes finb, bem ©erroalttmgs» 
«hatafler angemeffen, ben fRepräfcntationsräumen gegen- 
über in einfacher Weife ausgeführt. Ter burdjaus ftiloolle 
unb ungemein oomchm toirfenbe ©au gereidit fomohl her 
Stabt SÖicsbabeu an ber Seite ber früher befprodjenen 
9Wonu mentalbauten jur 3ter als and) feinen ihbauem 
unb feinet ©chörbe 311t (Ehre. 

Wiesbaben. Osfat SJJeget-ttlbittg. 


b^i 1.5 > 

t .1 'fccri .if eiii 
cw t i# . »i i j* i; , 

»•IVI , f|. ! ■ •• 

V* 'l'rvrg in-* i.* 
fv >'! v* bt p.ligi. 
‘.g*- 3 * •i.'pC , 


ganlage tourbe 
" Innung ber für 
i lmmten Näume 
.imen fomie ber 
nb csljauptmanno 
Iber eine mach- 
e bcrnnä<hft als 


Xos IMnbeshaus itt IBiesbnben. 


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fluet Ä!» 'Miittoit 

iSSÄÄt 

tätig, IfAnh |®"S» be, u $i*mard.torrf 9 ? at)rcn <&* fror- 

ssssässassssi 

J2«öf, oiit^ ein O0 n ihm ^«mmr^^itTs 

5|f r or niftt)1 Dcm »hm oeiirtfSS? IC m^?^ berit ^ t neb f t 

fej ^Qt^örigen oitlano/e her ° 0t< l? l, i en "" 
^tfngung gefteUt würbe® «l™ n ö,e ^ 


gwjss rr^g £=ras Ä 

»«fc »es fllima Sg“ "' »", IPMft btselt«" 

«t«Sr«Ä /«*»««•* 

&•• j* »- mS£ü sä s&ä; 

Streden non über mamteshohem ©ras abaebrannt nt#rh<>n 




SB. CL Tammtöhler. 


t* (SftrW I 

f bnvftt I 


ftcuer geröftet würben, fciergu gab es als 

tfawa«-, bas in nid)t gerabc appetitUdjeT 3Beife h 

würbe, bas id) aber natürlich mitgenirften "mfete. % 
fttauen ja feen rings im Al reife um eine Schale, bie ow 
einer |el)r großen, fürbisähnlichcn frrud)t brrgcltrllt wer; 
ic rauten öie Jlawa - 'lHurjeln unb |picn bann 
babei in ©rem OTunbe jufammenlaufenbeii Speichel tu 
bie 3d)ale. Tas war bann bas ©etrflnf. 

9tad)bcm id) auf £>otn CUIanb, bie oen mit alserjitm 
SBcifcen betreten warben ift, einige 3abre gelebt unbeini 
bort ertid)tetc «olbminc mangels bes erforberlichen fc, 
tTiebsfapitaU l)dtte ouf geben müllen, ging id), ttach&an 
id) Neuguinea mit einem eegcl(d)iff umfabren Vau, 
nad) ftriebrid) '2Mli)cl?us*£>afeu im beulfdje« Gdju^ebidt 
3d) trat banad) in ben Tienft ber Neuguinea- ftomp^nie, 
beteiligte mid) an ben ©olbexpebitionm, bic bis juw 
9tainiif(iiffc an ben £u& bes «ismcrigebitges fübnn,, 
unb finiter war id> bei öemMolonialwiTtfdjaftlidjenflomit« 
als g-ütjrer ber AUuilfdjufcrpebition 1906 tätig, bei twlibet 
©elegcnl)eit id) bt< Station ®ulu baute unb einen ßej 
an legte, ber es uns erteiltem follte, an ben Mamu’ 
flub tu gelangen. ®oi ber lederen war beabftyügt, 
T5eutfd)*9Jcu0uinea 311 tmrcbquoren; biefc 9lbfid)t wurfic 
aber nidjt ausgefübrt. Ta mid) eine folehc Aufgabe über, 
aus reifte, untemaljm id), geftiitjt auf meine Pieljettige*, 
reichen Erfahrungen, bie Turd)quentng bes3nnent unfern 
ed)iiltgfbifteo auf eigene frauft. 

Tie (Pjpebition begann id) am 1. 3 amsa * 1909 ®on 
3rieörid)^BiU)elni6*ööfen ans unb gelangte unter Be 
nußung i>cs von mir angelegten, leiber aber ftröfjtni. 
teils wieber ucrwadjfcnen SBcges an ben obetn Ham«. 
flu& nm Ju&e bes «ismarefgebirge*. Tie b&d)ften 
Erhebungen bieies ©ebirges betragen 4000 m. Turrb 
bic große Ebene bes Wamu gog id) weiter unb m 
bann an ben nur mit ©ras beworfenen «orbergen 
bro ftinisterregebirges bas fiager auf. Tpu hi« aui 
ging 's oljne $Neg unb Steg buTd) Sümpfe uni 
Tie Eingeborenen, bie id) tytx traf, waren Fehr |d)eu; fit 
trauten fid) nicht an bas £ag*r heran, erlaubten un» aber 
non ihren Plantagen gu nehmen, was wir an Öcbensmitteln brauchten. SBefonbere ^urdjt erregten 
meine iransportpferbe, bie fic gro&e fRaubtiere anfahen. u>as weitere töorbringeu tnurbr 
burd) anbauemben tRegen fehl crfchwert. 9lad) fiebentdgigem 3Rarfd)e »<*^«"9 

bes Ulamu. Es jinb bics gwei gleid) grafee «rme, non benen ber im {Jlntst enegebtrgt jxmfdp 
^elmbolß. unb i>epfius|pitte emfpringenbe mitten burcf) bie Ebene , ber jmbere ab« 
20 km weit bas ®ismardgebirge entlang fließt unb bann bie ©renge gwifc^en bem ®tsrrtard- ut»b 
bem «rätfeaebirge lulbet. Ten erftem, ber feljr rei^enb war, frenste id). tytrju gebrauchte ids 
einett ganzen Tag. Weine VlbFld)t, tytz länger 311 Derweilen, um in ben benachbarten Sergen 




Da* ©tsmardgebitge mit ber 
Stamurbene. 


unb nad) uwiteren brei bis 
oier Tagen hatten tüir gutes 
Juttergras für unferc^ietöc. 

Seit mehr als bteißig 
3ahren lebe id) int Sübfce- 
ärthipel unb habe bejfen 
j amtliche Unfein bercifi, aud) 
bie 3rend)ittfcln unb bie 
©alomonsinfeln, beren 
woh^cr Wcnfd)enireffer finb. 

lebte oielc 9Jtouatc unter 
öen Eingeborenen .v'tolläm 
btfd). unb ®rtttfd) - 9ieu* 
guineas, unb 3roar bei bem 
aU »Äopfjäger“ berannteu 
Stamme bet Tugen, ju benen 
ich burd) <3d)iffbcud) als 
«tngig Uberlebcnöer uerfdjla- 
gen würbe, völlig nad) bereit 
Sitten unb C&eu>ohnl)citcn. 
3n berfclben mangelhaften 
Äleibung wie tiefe 30g ist) 
jur 3agt» mit Speer, wil 
unb ®ogcn, bearbeitete ®lart> 
tagen, nahm an ihren ftrieg*. 
tätigen unb •gcFöngen teil; 
meine Uiahruug war biefclbe 
rote bte ber Eingeborenen. 
Ein bejonbttes ^efteffen war 
w, wenn es Schlangen gab, 
bie am Spiele aber bem 



SRatld) burd) bas (bebtet ber 3Jiarapumann. 

3)ic cr|tc ®cmm!öf)ler^c Giptbition quer burd) 3)eutjd)^?eugutnea. 


'Bei ben »Jülatapumamt, bic 
Der Erpebitton bas ß^ttb 
um il>r Sag” 
lieh vom Überlauf b« Muffi, 
nahe am ^iuistnregtbirg«. 


Ib 311 fuchen, miifet* 
n öes anbauentbni 
iciöer auf geben, 
rte weiter, paffiertc 
iffcrfcheibe 3 ®^ 
unb 'JJlarlham unb 
nad) etwa 3®«' 
3 u ben ©arawan, 
überaus freunbltd) 
icn, aber grofee «P 1 ?* 
nb. Tcf ^äuptlmfl 
mmes ram ju u^ 
uns 3t»ei 

ff bis oier3fl)n 3“J' 
icfchcnf an, tmnnwir 

■mb bei ihnen niebn- 

'cllten- 3d) lct)nt( 
ab. «luf bem 
iahen fieuns bdsEc* 
ju bem lebten Ton, 

m ber©ren3ebts ®e* 

iiarambuman Itegt, 

Uf« i>e^ 

id)t «lanlaont j* 
ten 9 lnt bcma nöcn 



Go gle 



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THE OHIO STATE UIMIVERSITY 




Ä.rn.TaX'Ä'Ä. ä 

h:rÄir:CÄ» 

ham-MIbcne Das ilnramiöengebtxge «nt lang. ^ er 
iiarld) ging unter Idjwcrcn Strapaze« öurd) junt 
2cil fumpfiaes Terrain. 3n einer 9lart)t bntten 
wir ein fd)werc 9 GrDbeben. Wad) einigen lagen 
tarnen wir wieöcr nu Törfer. Tu : Ctn geborenen. 
Die un|«r JVeuer bemertt unb |idj m Ber J<ad)t 
bid>t an tmjer iiagor gefctjlidjen Ijattcn, gölten uns 
lidier and) übntallen, wenn timen nidjt wteber 
unfete Werbe fturd)t eingcflö&t hätten «m 
ffllorgen fand id) Die aruMputm (l a, M t " d ) t an 
unjerm Üa&er. ffis mar eine railbe ^anbe ; non 
Etatur Die größten, Die id) bisher gctxofieu 
?ll* wir ein Heines »ebüfdi pafiierien, hörten uiir 
ff)T ftricgsgefdjrei. 3d) rtef fic an. befam aber 
feine Slntroört. Ten Weg Ejntte-n fic mit Weil» 
fpi^en befledt. Ülad) etwa Drei StunDcn fahen 
toir fie ron Der anöcrii Seite eines Sumpfes 
aus uns beobachten. 3(f) madjte ihnen Scidjen 
ber ftreunbjdjajt, unD «ad) langem 35pem tarnen 
fie heran. Sic fdjenften mir iljrc 5Böffrrt, lange 
Sperr« unb Sdvioerter, unb fimjtpoll aus 
ffiaumbaft gefertigte, fd)5n bemalte ftopf* 
bebedungen. 9Jadj einigen Tagen flogen wir 
burd) Das ausgetxocfiiete «ett Des (eklen Weben« 
fluffes Des Wufft nnb txrnad) burd) bas Tor 
ber Warolinfonberge nad) Der Wiifte am i>uon« 

f iolf, bie wir £nfrc ÜJlai wohlbehalten unb ge- 
int b erteilten.“ 


Da« ipuromlDengebirgr 



Tinge hörige Der SUlarapumatin. 



Törfer ber mittleren 9Buf|i-<Jbenc. 

Die er^te DammfÖf)Ieiid)e ©ipebition quer burd) Deut|d)* Neuguinea. 


So roeit Der Seridjt Tatnmföhlers, Der 
halb banad) bie Worbrreitungen 311 einer 
neuen Tutehqueruhg traf, auf Der iljn bas 
furchtbare ßie|ct)icf ereilte. 


Totenfdjau. 

Tina!) 8r«Iii, ehemaliges Wlilglieb ber 
domebie ftransatfc, Die ß-ieblmgsfdjiDtftrr ber 
«achei. t am 1. fWouember in *jlaris im 9Utex 
von 70 fahren. 

Dr. ©uftan Uraafc, $rofcffor, befanntex 
3 nfcttenforfd)er, ein Schiller oon ßidjlenftem, 
Toro« unb Irenbclntburg. geboren 1830 m 
«erlitt, f bafelbft am S. flauem ber. 

€)enrn Charles Cea, ber (befdjiehtlthreibet 
bet (paitiid)cn 3 ngui|iiion, geboren 1826 , t in 
«hilabelpbia am l. flooember. 

(Eeorg Änbrcas ßenoix, befannter «Ijil- 
anthTop, ber lid) als tti)«mifeT (Inhaber ber 
4 >anDlung ftörfter u. i'enoir tn SUten) ein «er- 
mögen oon mehreren SHillioncn erwarb, bas eT 
(d)on oor 3ahren für wohltätige 3n>«fe o*r- 
madrte, geboren ju Jlaffrl, f am 2. sHonember 
m tDleran im Wfter oon SR fahren. 

iteinrid) ftxbr. o. aWolsbern, ©enexal 
ber Artillerie, lniigjat)rifler ©encxalaDjutant Des 
Königs .Viarl oon Württemberg geboren am 
19 . ftebruar 1832 , fin Stuttgart am 1. »ooember. 

Vluguft 0. Oppell, ©eneral ber Infan- 
terie j. T., Witter Des ttiirmen Itreu3« ©rfter 
«taffe, geboren am 12. ffllörj 1827 5U «Jeglar 
t in «erlin am 1. Wooember. 

.frans v. «ofitanffi), flftmridjifdjer 
«ammerfflnfler, Der einft gefeierte «affift ber 
Wiener ©pfopei, ein Sohn Des Erstes Jiari 
Sehr. 0. Wolilanfri), bes «egrönbers b*r B ?0iener 
Schule", geboren am 8. SJKSn 1835 ju Wien, 
t auf feinem 2d)loNc ßanbegg bei Wüben 
(6leitrmarf) am 2. Wooember. 

Dr. fR id)arb Wehm er, ©eheimer «e- 
giexungsrat, SüeDijinalrdt am «erliner «olijei. 
prüfiDium, geboren am 16 . ffebruar iM&t 31a 
ftranlfurt a. O., + in «crlin am 31 . Cftober. 


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2lu5 bem .£>aruDu rgcr §afen. ~ rl 9 


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flljeidjtumg oon Otto oon bet 3Befjl. 


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Zehntes Kapitel. 0. Forfcaetrunf.) 

as Jahr verging, ohne daß Klemens Janetz nach Europa 
kam. Er war wirklich in das Direktorium der Schiffahrts- 
gesellschaft eingetreten; obwohl nominell noch der bisherige 
Leiter und Hauptalctionir für das Unternehmen zeichnete, war 
in Wirklichkeit die Arbeit aus den Händen des kränklichen, 
verdrossenen Mannes in Klemens' zielbewußte Rechte übergegangen- 

Das Glück heftete sich an die Fersen dieses frohen Tatmenschen. Aus 
Doras Briefen wußte Edith, wie rasch er vorwärtskam, mit welch unermüd- 
licher Zähigkeit er daran arbeitete, ein Vermögen zu schaffen, das ihn in 
der Heimat unabhängig machen sollte. 

Rolf war mittlerweile zehn Jahre alt geworden. Er war der schmal- 
gliedrige Junge mit dem milchweißen Gesicht geblieben; aber Ediths Konse- 
quenz hatte dem zarten Körper doch eine gewisse Widerstandsfähigkeit 
anerzogen und die Krankheit, an der Fränze Janetz gestorben war, fem- 
gehalten. Rolf war fröhlich und zufrieden, zärtlich wie ein kleines Mädchen, 
dabei einer der besten Schüler. Edith unterrichtete ihn in einigen Fächern 
noch selbst, in den anderen bekam er Privatunterricht durch Gymnasiallehrer. 

An einem Frühlingsmorgen schlenderte er im Vorgarten umher, eine 
Rutterschnitte und einen Apfel in der Hand, mit großem Behagen ab- 
wechselnd abbeißend. Die eine Hälfte seiner Standen hatte er bereits 
L 1 ■ .4 Der lateinische Lehrer kam erst um elf Uhr; die Zwischenze.t 
absolvie • Frühstück aus und lauerte dabei auf Doktor Schilling, 

füllte er mi ersten Besuchsrunde zurückkehrte und für 

der um diese Altstadt an der Villa Rohdc vorbei mußte, 

sämtliche Ganges kam cr Ji e Straße herauf und blieb auf Rolfs 

Mach einer Vie w noc h immer ^ Licbling; cift Lächeln flog 

Anruf stehen. W* J sicht wenn er ihn sah. Sonst war er strenger 

über sei“ verschlossene 

,„d kalter geworden. maJ dn bißchen rein. Es gibt was Neues.“ 

Tag, 0« kel K “ r " , Nu ]| Fehler im Diktat oder junge Karnickel I 
"Na. itiW ^y'^jdit deine Butterfinger an die Hosen wischen, du 

s . e rt . ja erst abgeleckt. Nein, komm rein, es is, wirklich 

A hai ,. , Eintretenden erst einmal an den 

5ei " e " « esd,mddigen KÖrPCr * “ , ’ d 


e c t an 1,1 

Uals, ^ A , - Vorhemd! Du verrückter Bengel!“ Gerd 

ir^-rJln^' t; schleunigst Io, ließ. .Na also, wo is, 


50 is' * e A h Wohnzimmer. Edith saß am Nähtiseh, 








Brief ^'"1 daß 


„ untätiff fm Schoß. Sie sah etwas 
sdiien es Gerd, als ob ihr Blick dem 

Rolf schleppt mich herein zur An- 

freilich 7 


d suchte, während sie sprach, in 
iUte Gesundheit in letzter Zeit zu 


. U rt B r * e * 9 ijt mir. daß ' t€ deshalb für einige Zeit nach 

C* «T'X* A t in Sankreich bei Verwandten 

derer drängte Rolf. 

. -.at ^ . DaS an .. irenreßter Stimm#» 




A K3 a 5 B " ri r n Und ns» SOU Dora Rolf mit 

K <" 'KP**# ‘Trf* * 2 t Er »rar sich nicht ganz 

• « VA 0 d is' ’A na d,d "’^ r d fühlte ” ur i “ Unktiv - daß 

i 0 fi ' ^ erd tf a 0te; f . rrc getroffen hatte. Sie 

y&i •*- ** « 

,/ (•’ t # *•’«> w“ . **>*-*. _ 

A* c fk a p* a-tuti^ 0 ,Irt Bringt sie ihre K,ein * 


,|t . u >** i» ' 


die 7» ablen 

jr , uD<* "* empfehlenswert, und 

W .utuli»”, 1 ”’ Bringt sie ihre Kleine 

^ ^ 5 eb^ dC,n ’ 




^VVdTigitized 


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„Freilich. Rolf zappelt schon vor Neugier auf die Cousine.“ 

„Ja, wir haben doch keine kleinen Kinder, und ich finde sie so nied- 
lich“, sagte Rolf zärtlich. „Der Papa schenkt mir sicherlich einen kleinen 
Esel. Da unten im Süden laufen die wild umher, und da sind sie ganz 
billig, und den mache ich zahm, und dann kann die Winny drauf reiten - 


. o “i — «uiwiui einen weinen 

Esel. Da unten im Süden laufen die wild umher, und da sind sie ganz 
billig, und den mache ich zahm, und dann kann die Winny drauf reiten.“ 
„Du bist selbst ein wild unterlaufender kleiner Esel!“ lachte Gerd 
„Und ist dir nicht bange, so lange von Tante Edith fortzugehen?“ 

Rolf nahm eilig Ediths Hände zwischen die seinen. Der Gedanke einer 
Trennung war .hm trotz der lockenden Ferien, trotz des Esels TJT 
Cousin, Winny „ich, ganz behag.id, .Sie könnte doA S^t 7 
kommen , sagte er zögernd. ^cueicht mit- 

Gerd Mb auf Edith. Mit einem Male wußte er was » -t 
Das Verständnis kam ihm wie ein Blitz. ’ lhr na 8 1 '- 

„Geh denn einstweilen nur hin und überlir, J;. j • ,, 

einmal, es ist gleidi elf“, sagte er zu Rolf Er V^ 1 "* Vokab ' 1 " nod, 
erst als Rolf „ adl zehnerlei ^n 

nach ihr um. s S^gen war, drehte er sidl 

Sie sagte nichts; aber weil er J.J., . „ 

als das Schweigen, zwang tr r , *! daß lltt das Reden besse 
nach Marseille gehen?“ ,ach dazu - -Würden SiT^I Wart 

Sie fuhr empor wie bei einer Bel n ° ld>t 

Zorn Schmerz und Hochmut. m/",*""* 1 ' hra Aug en , 

Aufdrängen liegt mir nid,,." ' ” hat ">><h nidtt Lfc,, , '^ elle f» v or 

„Nun, nun“, 5a vte #v r k -a- «etordept, h 

Frau am Trotz zerreißen ^ ^ öb * ihre H 

sage, und cs hf lch mir d a . - . Ch ’ als . ficken, r , 

gegangen sein wird^de’" *** ^ ^ 

nic ht, ihr auch na4t k” 11 * Ü e ' ner Erk ^ nj ' r in rt* ** ^ Dh 
Wahrheit I k 5 n „e n ^tai. g e U d ‘ e Etftnh V n 

50 schwpr über ;u * erade eine w f Un d irk ^ C ö 9ch i Cr ' 

Er wartete ein^Vl""*'’' v '«gk^" d ' 8 * Nat? 0 ^^ 

“h 0 " einmal JJ* a “< ' Ur »hn e ? >. di e 

*» U. It ,. 7’ 1 8ebe n . ÄV* 0 «- D a „ dl «Se p/ 5 Sj e ' 

Sollen haben.“ Ihn ^ itd > Weiß ^ 

«IbsWersOnjij^/l^halb ni ^“ d ' fal^ ^«n k * Ö H. H 

-Nein. r,„i.. ' tlaß o : _ _ geä-fi^ . d, ... b|, . ts Ihj 


f mand Kr Z" ode^e. ’^lSno, ?i| ^ 

Sdlula -= eu* “'^Inndib* P 'au ^ *elt d,i ^- *» V 

und Kind bei Ju Fra nk J . c ; ( l C * 1 ha], S< *i U | 5t e( ’ ^ 
andcrs hegen ? W ^ Kr >^. ?«ht ' dag* '» f ^ „7* « ^ ^ 

auf d*e r u - Mei ^r p, ^ ** ^ » ß di e P %J lv. 

?ingc, 3o l :. Hc ‘mrc i5e Fr ^ nd n .^)l d % N kN w \N . q 

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werden. R “ hc a « , > ^ | ' ^ ? |V»0» K h, 


^ Uli mußu *^ r e o ^gf h 4.°Slipd ^r Vii . * a ^ N 1 \| 


An« 

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THE C» 




Drei Wochen später erzählte sich ganz Lmdenburg, daß Frau Sybei 
mit ihrem kleinen Töchterchen aus China zu Besuch gekommen sei. Gerd 
Jieß ein paar Tage verstreichen. Die beiden Herzensfreundinnen hatten 
sich nach fast sechsjähriger Trennung sicherlich fürs erste gern ganz allein; 
später wollte er als alter Jugendgefährte Dora auch einen Besuch machen. 
Er hatte noch keinen Tag dazu bestimmt. Aber als er eines Abends an 
Ediths Hause vorüberkam und im Vorgarten Rolf begeisterten Eifers voll 
mit einem Wägelchen, in dem ein rundliches, weißes Etwas saß, umher- 
fahren sah, trat er schnell entschlossen ein. Rolf kam ihm mit Hallo eat- 
gegen. »Onkel, siehst du, das ist die Winny I Sie läßt sich immerfort 
von mir rumkutschieren, und wenn ich ihr mein Schaukelpferd gebe, reitet 
sie auch darauf. " 

»Das ist aber lieb von ihr!" sagte Gerd lachend. »Spricht sie Chinesisch 
oder Deutsch?“ 

„Natürlich Deutsch) Winny, du mußt jetzt guten Tag sagen! Einen 
Knicks braucht sie nicht zu machen, weil sie im Wagen sitzt, nicht wahr?“ 

Winny äugte bedächtig den fremden Mann an, streckte dann ihre fette 
Puppenhand aus und piepte: „Guten Tag.“ 

„Sie ist furchtbar klug!“ pries Rolf, „Sic weiß alle ihre Namen und 
ist noch nicht mal drei Jahre alt. Winny, sag’ mal, wie du heißt." 

„Klementina Edith Erwine Sybei“, zählte sie her, worauf Rolf ihr um 
den Hals fiel und sie entzückt abküßte. Winny hatte noch keinen Sinn 
für Zärtlichkeiten. Sie schlug mit den Armen und sagte: »Hottl Hott!" 
Rolf faßte wieder nach der Deichsel und galoppierte weiter. Er war schon 
heiß geworden, und Gerd ließ ihn nur noch einmal um das Rascnrundcll 
fahren, dann hielt er den Wagen an. „Rolf, renne jetzt nicht mehr so. 
Komm mit herein und verschnaufe dich ein bißchen bis zum Abendbrot. 
Die junge Chinesin werden wir schon anders beschäftigen !“ Er hob Winny 
auf seinen Arm. Edith kam gerade ans der Tür, die Kinder zu holen. 
Er nickte ihr gemütlich zu. „Ich bring’ sie schon. Es ist Abendbrotszeit." 

„Ist das aber nett von Ihnen, Herr Doktor!" sagte Edith mit warmem 
Lächeln und griff nach Winny. „Oh, sie will ja nicht kommen! An- 
scheinend gefallen Sie ihr gut.“ 

„Scheint so. Sie hält ordentlich fest.“ 

„Doras Tochter! Warum sind Sic denn übrigens nicht eher gekommen? 
Wir haben Sie bereits erwartet.“ Edith lockte Winny allmählich doch von 
Gerds Armen und stellte sie auf die Füße. „Rolf, pass’ auf, daß sie 
nicht fällt!“ 

„Tu’ ich schon allein", sagte Rolf mit erhabener Väterlichkeit und 
heftete sich der Cousine an die Fersen. 

„Eher? Ja, wissen Sie, ich dachte: nach sechsjähriger Trennung ist 
die gegenseitige Ergriffenheit naturgemäß sehr groß, und ich wollte nicht 
so gerade in das heilige Rührei hineinkommen.“ 

Sie schalt ihn aus und freute sich im Innern doch darüber, daß er 
allmählich seinen Frohsinn zurückgewann. Mochte es daheim in seinen 
öden vier Wänden auch noch viele trostlos bittere Stunden für ihn geben, 
wenn er nur unter den Menschen das Lachen wieder lernte, so war das 
schon ein Anfang. Und vor ihm lag das Leben noch so reich ^uftd lang 
und schön; er konnte nach diesem einen Leide noch viel Glück ernten, 
wenn er nur wollte. 

„Wie haben Sie denn Frau Sybei nun gefunden?" 

Ediths Augen strahlten auf. „Sie ist ganz die Alte, innerlich! Wi 
war vorher manchmal bange. Sechs Jahre sind doch wirklich eine lange 
Zeit, und die frohe Zuversichtlichkeit der Jugend hat man nach dreißig 
doch nicht mehr. Aber da ist nichts Fremdes zwischen uns, Gott sei 
Dank!“ 

„Und sonst? Wie geht es ihr?“ 

„Äußerlich hat sie sich etwas verändert- Sie ist blaß und ein bißchen 
mager geworden und sehr nervös. Herr Doktor, cs war in diesen Tagen 
wirklich ein wenig nasse Zeit bei uns!“ Edith lachte leise vor sich hin, „Es 
ist natürlich viel Bewegendes in so einer Heimkehr, und nun weint sie 
leicht. Über Rolf und über Fränzes Bild, über ihr Elternhaus und über 
die Trennung von Erwin . . . wie es eben Leute machen, die Nerven 
haben.“ 

Gerd sah sie mit hoch gezogenen Brauen an. „Keine Ansteckung, wenn 
ich bitten darf!“ 

Edith schüttelte den Kopf, aber aus ihren Blicken flimmerte doch die 
verhaltene Unruhe. Im Innersten ihres Herzens wartete sie ja immer noch. 
Sie ging ihm voran in das Wohnzimmer. An der Schwelle sagte er halb- 
laut hinter ihr: 

„Gnädige Frau“ ... Sic sah rückwärts. „Mir ist heute in der Sprech- 
stunde etwas eingefallen. Soll ich Ihnen vielleicht ein bißchen Südfrankreich 
verordnen?“ 

Edith blieb mit einem Ruck stehen. Einem einzigen Blitzstrahl gleich 
zuckte die Hoffnung noch einmal in ihr empor und erlosch eben so schnell 
wieder. „Nein. Ich kann nicht ungcrofen zu dem gehen, der sechs Jahre 
lang mit keinem einzigen Wort nach mir gefragt hat." 

Sie stieß hastig die Tür auf, um jede weitere Bemerkung abzuschneiden, 
und rief nach Dora. 

Gerd Schilling und Dora waren immer gute Freunde gewesen. In 
gemeinsam verlebter Jugend bleibt etwas Einendes, wieviel das Leben auch 


zwischen die Menschen schieben n vag. Und Dora war wirklich die Alte 
geblieben, wenn auch die Sorgen und mancherlei Härten ihres unruhevollen 
Lebens über See ihr jetzt das frohe Gleichmaß des Wesens gestört batten. 

Edith benutzte die Gelegenheit, Gerd zum Abendbrot zu laden. Sonst 
tat sie das nicht, weil sie wegen seiner exponierten Stellung den Linden- 
burgem keinen Stoff zum Klatschen geben wollte. Gerd blieb gem. Es 
plauderte sich so gut mit den beiden klugen, feinen Frauen, und seitdem 
sein Haus vereinsamt war, vergaß er heute zum ersten Male völlig die 
Leere seines Lebens. 

Dora lag im Schaukelstuhl. Ihr schmal gewordenes Gesicht unter dem 
dunkeln Kraushaar sah im Lampenlicht viel blühender aus, und die un- 
ruhigen Hände falteten sich behaglich. 

Dieser Gerd Schilling war doch ein Prachtmensch durch und durch, und 
wie sein Blick Edith umsorgte, war wirklich erfreulich anzusehen 1 Sie 
bedauerte es herzlich, daß Gerd so korrekt war, sich sehr zeitig zu empfehlen, 
und sie lud ihn mit aller Wärme zum recht baldigen Wiederkommen ein. 

„Du, Schatz, das ist doch schon ein Jahr her, daß er geschieden ist?“ 
fragte sie, nachdem er gegangen war. 

„Schon etwas mehr. Es war, glaube ich, Ende Mai, als das böse Endp 
kam. Die gerichtliche Scheidung war natürlich später.“ 

„Er trauert dieser nichtswürdigen Person doch nicht etwa mehr nach?“ 

„Gott, weißt du, bei einem Menschen, wie Gerd einer ist, vernarbt so 
eine Wunde niemals ganz; aber innerlich hat er sich wohl schon mit dem 
Unabänderlichen abgefunden. Ich muß den Lindenburgen] nachrühmen, daß 
sie sich ihm gegenüber wirklich freundschaftlich und taktvoll benommen 
haben, und das hat ihm gewiß ein wenig geholfen. Er wollte nach der 
Geschichte begreiflicherweise fortgehen, aber da war ganz Lindenburg in 
Trauer. Darin liegt dann ja auch ein Trost. Ich finde es so rührend, 
daß er zu den alten Pätzolds noch wie ein Sohn ist. Die haben ja frei- 
lich den gleichen Kummer wie er, aber für gewöhnlich suchen die Leute 
immer den andern Teil zum Sündenbock zu machen. Mama Pätzold weint, 
wenn sie nur von ihm spricht — um's Himmels willen, Alte, du brauchst 
nicht auch gleich anzufangen 1“ 

Dora lachte mit nassen Augen, ab Edith sic zärtlich in den Arm nahm. 
„Ja, du hast recht. Ich bin wirklich dumm. Aber mir tut der gute Mensch 
so leid! Du magst ihn doch sicherlich auch sehr gem?“ 

„Ich wüßte kaum, was ich ohne ihn anfangen sollte, so habe ich mich 
in den Jahren an seine Freundschaft gewöhnt. Als Arzt und als Mensch 
gilt er mir gleich viel. Es soll mich herzlich freuen, wenn er mir einmal 
meldet, daß er ein neues Glück gefunden hat." 

Dora war sehr enttäuscht. Aber sie hielt es für klug, das fürs erste 
nicht merken zu lassen. 

Elftes Kapitel. 

Nach acht Tagen reiste Dora mit den beiden Kindern ab. Rolf war 
zuletzt doch ängstlich geworden. Aber Edith hatte ihm immer wieder mit 
so strahlendem Lächeln gesagt: „Rolf, du gehst ja nun zu Papa!“ daß die 
erwartungsvolle Freude seines Kinderherzens endlich doch die Bangigkeit 
besiegte. 

Dora hatte mit leidenschaftlichem Eifer Edith zu überzeugen gesucht, 
daß auch sie erholungsbedürftig sei und die Zeit des Alleinseins zu einer 
Kur benutzen müsse. Natürlich sollte Gerd diese Kur anordnen und über- 
wachen. Dora dachte sich das sehr nützlich und empfehlenswert, und 
wenn Edith nicht so tief innerlich verstört gewesen wäre, so hätte sie 
Doras heimliche Voraussetzungen wohl durchschaut. Sie versprach in inter- 
esseloser Nachgiebigkeit alles, was Dora anriet, und verfiel, als das Haus 
nun leer war, in eine verzweifelte Abgespanntheit, die sie keinen weitern 
Gedanken fassen ließ als den, nur keinen Menschen sehen zu müssen. Nicht 
einmal nach Gerd verlangte sie. Seine Augen waren zu klug; sie hätten 
bis in die freudlose Einsamkeit ihrer Seele gesehen, und davor bebte sie 
zurück. Sie wollte selber nicht an das denken, was sie quälte; sie wollte 
alles, was außer der schmerzenden Bangigkeit nach Rolf in ihr bohrte, vor 
sich selbst totschweigen. Die zwei Monate mußten ja vorübergeben, dann 
kam wenigstens das Kind wieder, das ihr nun Anfang und Ende geworden 
war; wie sehr, das fühlte sie selber erst jetzt, wo sie es zum ersten Male 
vermißte. 

Um ihre Gedanken zu bannen, schaffte sie sich Arbeit vom Morgen 
bis zum Abend; aber es war, als ob sie ihrem Schatten zu entfliehen 
suchte. Tag für Tag saß sie mutterseelenallein in dem leeren Hause. Wenn 
nicht das Mädchen ab und zu ging, so regte sich nichts; nur Rolfs Eich- 
hörnchen kratzte an seinem Gitter. 

Wie ein Gespenst kroch die Leere durch die Räume und in Ediths 
Herz, daß sie manchmal fast ein Ersticken an kam. 

Gerd ließ sich nicht sehen. Jetzt, wo Rolf fort war, wollte er nicht 
ins Haus kommen ; aber seine Gedanken suchten Edith oft in leichter Sorge. 
Wie sollte sie wohl noch einmal fertig werden mit dieser unglückseligen 
Treue, die eigentlich gar keinen Gegenstand mehr hatte, und der sie doch 
mit einer bei aller Verblendung ergreifenden Geduld anhing! Er hätte 
gewünscht, sie irgendwo zu treffen; aber nur einmal führte der Zufall sie 
ihm in den Weg, und zwar, als er am wenigsten Zeit hatte. 


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Er war 2 u einem Kranken gerufen worden und flog auf dem Rade die 
Chaussee zwischen den Feldern entlang, als Edith gerade zwischen den 
Rotdorubuscheo auf dem Ackerrain auf tauchte. Sie sah nicht auf* ihre 
Hände hingen lässig herunter, als ob ihr selbst die Blumen, die sie trug, 
zu schwer waren. 

Gerd sprang vom Rade. „Zwei Minuten, die hole ich bald wieder 
ein. Guten Abend, gnädige Frau- Ich habe schon die ganze Zeit nach 
fhnen ausgeschaut.“ 

Edith gab ihm die Hand. „Ich war nicht aus.“ 

„Das sehe ich Ihnen an. Hat der Junge schon geschrieben?' 4 
„Ja, einen lieben, niedlichen, langen Brief. Dieser Tage fahren sie 
nun nach Marseille, um Kapitän Janetz zu erwarten.“ 

Gerd nickte nur. Er fürchtete sich, das gefährliche Thema näher zu 
berühren; denn er traute Ediths Ruhe nicht. „Geht es Rolf gut?“ 

„Dora schreibt, daß ihm der Klimawechsel absolut nichts zu schaffen 
gemacht hat, und daß er ordentlich ißt.“ 

„Und wie fühlen Sie sich denn eigentlich?“ 

„Ganz entsetzlich überflüssig auf der Welt“, sagte sie gelassen. 

„Ja, so was Ähnliches habe ich erwartet! Aber die zwei Minuten sind 
um. Gnädige Frau, also; Gottes Segen sei mit Ihnen, und der Deibel soll 
Sie holen, wenn Sie dieses nichtswürdige Geunke in Ihren vier Pfählen 
nicht lassen! Morgen ist Konzert, da gehen Sie hin, das verordne ich 
Ihnen, und wenn Sie nicht gehorchen, da werde ich mal grob werden!“ 
Nun hatte er sie glücklich zum Lachen gebracht. Ex schwang sich aufs 
Rad und schoß mit verdoppelter Geschwindigkeit davon. 

Etwas leichtern Sinnes ging sie nach Hause. Es war ihr, als hätte ein 
frischer Windhauch in die dumpfe, stumme Beklommenheit ihres Herzens 
geweht. So arm, daß sich gar niemand um sie kümmerte, war sie ja 

SChl ^j! l< die I 'woche herum war, kam ein Brief von Rolf. 

Liebes, gutes Mausetantchen! 

. . j p ana da und er hat mir sehr viel mitgebracht und hat 
Jetzt ■»» d ® Jtettf genommen. Er ist sehr gut. tch war oben auf 
mich mit J d die Matrosen haben das De* gedichtet. Da 

der Kotamandobru ^ Brclter daß kein Wasser reinläuft. Papa 

5 chmier en * ie was Z * l * n kauft er mir nicht, weil ich ihn doch nicht 
erklärt mir alle»- “ wir io die Stadt gehen, mietet er mir manch- 

mitnehmen kan», ** und wir gehen auch SAokolade trinken. Papa 
L n da kanö ich W» • men gcnommC j>, das soll ich lernen, sagt 

ClD Vh auch m«t zunl ^ j ^|, r schön finde ich es auch nicht. Id» 

^‘täber Er is, sehr lustig. Die andere 

er ' ,4t so braun werden das heißt Schann, aber wenn sie es 

* in hat ein W ejncs ^ habe noch nicht französisch gelernt. 

Tan* e h,e f sic g» nZ anders- Die gchann hat einen Ziegen- 

gchreibt' j kann i<* franI icren Winny sitzt drin, und ich kutschiere, 
bloß den hren alle Tage spa* dicKt bej der Sta dt, wir sollten 

jren wpbnen, & , p 9 hat uns aber ausgelacht 

dei* einem ^ oß J te Dora schon Angst um uns. 

-i £ uns **£*0». d “ h - T :‘t mir i» einem Boote auf das 
iU> £ * b d, hat. ,äbrt e f der Papa sagt, es ist schon. Schreibe 

tfe»" d JL „ ie es dern inl Garten link» .s« eine Kröte, der 

Meer- ^ ein en weil « 0» »nst zu trodeen wird. 

Jr «f Auf r bi-fP*2T "genug ist. — d “ 5 «"“ “ “ hr 

< ’ b ** aU Dein Dich liebender Rolf.“ 

hab 6 J| "itn Kn* 5 *" . _ rr wieder versuchte sie, sich 

"_k i 0<P u:t v> e,el * ... Teilen. ^„..uen ein Bild von 


tf^d ° b ** 3U Dein Dich liebender Rolf.“ 

imb« J, to^ lö 55 *" . wieder versuchte sie, sich 

c \ eh d ° M* 1 ylC ,. ,l di« Zei,e ."j Iten Schilderungen ein Bild von 

5 wi^ riich es * das Gesicht, das sie vor zehn 

|rt) (n ef „di«"’ . und nttr .. inneren Augen. Mutlos 

""niese" „ z u ttan d vor ih« » _ _ Und 


"diese" ,u ~ stand vor crläh lt. - - Und 

y e0 s K, U" tc ; gelie* Vie"‘ icb, di rSaxelheiten »eines Wiedersehens 

K ii> i&r***?£ nid,t roude • e 

/.r ^e" gr |t ta^ Cl1 ^udte' ^ in me nzU,u r"' aber das Zusammentreffen 
^it ^ “Da kehrte Dora mit den 


r , r Sic lächelte zerstreut 

Ui "" “ 


Sic lächelte zerstreut 


^ ab- ~ auf ^ 


// a" d jju" M^'—isten: nun wurde Kot, 

/ A<e G^isr “f gleich. da kam Rolf 

beruntergestürz, 

d 7v/> V! ^f. P od ‘"lindes 


. ^inc Augen stfiauen mit 
sie i n « gesehen hatten, um den 
[ens® 1 . nun würde Rolf 




und warf sich ihr mit einem Freundenschrei an den Hals. Und als ä i c 
den feinen Körper in ihren Armen und an ihrem Herzen spürte, war 
sekundenlang alles vergessen in einem einzigen, wunschlosen, ruhevollen 
Genügen. „Wir sind auch noch da!“ sagte Dora lachend und voll Freude. 
Sie war frisch und heiter, mit glänzenden Augen und rosigrundem Gesicht 
wiedergekehrt. Winny war braun wie ein Haselnüßchen. Nur Rolfs Gesicht 
war ganz hell geblieben, aber er war gewachsen und beweglich wie ein Wiesel. 

„Tante, es war wunderschön, aber hier ist es noch wunderschöner! 
Wie viele Kaninchen sind es denn jetzt? Sind die Butterbirnen schon reif? 
Tante — Tantchen — hör* doch: Gehen wir morgen zur Mühlbrücke und 
zum Karlchen?“ 

„Einen Franzosen habt ihr nicht aus ihm gemacht!“ Edith nahm sein 
Gesicht zwischen ihre Hände, „Ja. wir gehen hin, aber erzählen mußt du 
mir auch viel, wie es in Marseille war; vom Ziegen wagen und vom Boot- 
fahren und vom Schwimmen“ , , . 

„Ich habe aber nicht schwimmen gelernt. Papa hat gesagt, ich bin ein 
ungeschickter Kloß. “ 

„Rolf, solltest du Tante Edith nicht einen Gruß von Papa bestellen?" 
mahnte Dora. 

.Adi ja, richtig! Ich habe es vergessen, weil der Papa nun schon so 
lange wieder weg ist. 

nue^ehfrarin MaJuic.^ 0n ^ M ° na, ‘ * - -*lich 

hemd N “, a ; ? - Und? “ ZU<neden mit d - Ki "^ Hat Ro |, nicht 

„Ich sage dir, Klemens war ganz verliebt i« i 
erzähle dir nachher alles noch eingehend." J u n?enl Aber ich 

Sie fuhren nach Hause. Der NachmW*»« 

Sachen werden gleich ausgepackt. Rolf bradtTdl^J^ ? 1 Die 

und verwerte immer wieder strahlend: M h \h7 ^ Ge ^enke 
Dora erzählte tausenderlei, doch Edith hor^t^ ^ ^ gedaAH“ 

und etwas anderes. Alles, was s j c hörte füll! " 0dl auf «twa s m l 

nicht aus. 1161 bulle die große Erw ^ mC ^ r 

Als es Abend wurde und die V" j d ° ci ' 

Dora allein auf der Veranda j i.*?^ Cr sc b^ a ^*n geo-anr» 
aprorhen, noch einmal zu kommen R °' f hini,uf - Si^ h^'"' ' ieß S* e 

auf Sie. Für gew5hnIidj • «» » Bett aub 1 ^ ver! 

aber heute mußte 5 i e f ür sidl * kei„ e lange lufV"' 1 »artet. 

**.. 


ich fast alles ge W C ^ *»»*r Schdn 

“ ÄL*ar- *• * V**, , . 

mußtest ihn ir-' ' ’ S ^fT ie dle ni< *U^ ** 

Aber. Tan^r* ^1* ^ t 

„r* 1 “-. - Hatte »ah ^ U . " 


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ment au*. L T ^ VZJ*' «**1^ kT " *»» ia 

bares Symp t0n , Va, s an *i ? ? Si^t?X V 

aogen hatten "’p^ > Hr 1 VS^ \\ 

die Kr sie Fun, *eh n t nef n tv, v as X b hi, 

tEcf nicht derH'^'i 1* Ktj ^"'eh’ ^ Uh N»^W 

Wsa rr^1<: ^ N " vN 

61 vo " selb ,nd - d Na <ht ''b«, . • \ , .t^XV 

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THE OHIO 


Oriqiii^irfn 

^5WE> 


VNVk hW t\ 




vvl 34ttö. li. vcmmber 1009. 


3IIu|trirtc 3^itung. 


95 :* 


Ir* 



Das malcrifdjc Breslau. 

3 m ©erläge oon A3ilb. Chottl. ft orn in Breslau «ft 
joebett ein« in 6cm {lautlichen formst »oti 41 jju 53 cra 
gehaltene ©lappe mit Dem Xitel „Tns molcrifdje Breslau" 
(©reis 25, 4) cridjicnrn, beTdosuntenftebeubwiedeTgegebcne 
Ailb einer Partie am Dome entnommen tft. Die ©lappe ent* 
t)ö |t im ganzen jwölf Bleifarben brudfc natf) Originalaqua- 
teilen namhaftcrHünftler nebft erläuterndem Xcn unö einer 
3feif>f oon frcöerjcichnungeti ard)itettonii*ber Detail«. 

©re«lau gilt im allgemeinen, wenigsten» außerhalb 
Sdjlefien«, nicht als malerifchc Stabt, 

Und e* i(t wahr, den Bergleid) mit 
Öen brtannten Städten unö Städtchen 
Des Öeutfd)eu A3e|tcns, die im 9?uf< be* 
fonber« nialerifdjer Ortichaften (tefjen, 
tann öreslnu fetjon wegen feiner voll* 
rammen ebenen Mage nid>t aushal* 
ten. Aber ebenfo lieber ift, dafc wenige 
bcuifd)e Städte, die be«9Beftrn» ein. 
gefebl offen, cinfo grofnügig angelegte» 
unb in feinen tMfettlli^tn 3fißen de* 
reit« im 'JOTitielaltcr ausgeftaltcte« 

Städtebilb auf, pi weifen hoben wie bas 
alteBrcslau. 3warhat DicGntroidlung 
de« modernen Bcrtchrs in den festen 
3al)r,tel) nten mit Diele nt Bltertflntlichtn 
unb SJIalerlfdKn erbarmungslos auf* 
geräumt, jwar bedrohen Fluchtlinien* 
ändern ngen unb CbefdjAflopaläfte uoct) 
fortgefet^t and} in fBre«lou den frühe* 
ren einheitlichen Ubnralter Der inneren 
Stadt; aber noch gibt e» fflr Öen, der 
Singen hat \\i fei)en, eine Fälle unange* 
taltetcr Schönheit, wie fie eben nur eine 
Stabt öön einer To reichen ©ergangen* 
beit unb eigenartigen GntwtcTlung her« 
verbringen fonnle. 

Da ift junädift bie innere Stabt, bie 
(SräuDung Deutlchcrftaufleuteausbem 
3al)rel24l mit ii)rcrt oielen t)ochgewölb- 
ten unö reichgefcbmücftcn ftird)cn — 
jjflbli doch Breslau allein au« dem 
Wiitelalier nicht weniger als fiebjehn 
gtafee d»ottesL)(ltifrroon teilweife hödjft 
malerijd)er SBirfung — mit ihren ftatt- 
ltd>cn, bothgiebeligen ©atri.iier* unb 
tBurgerhäuffm de« 16. und 17. 3at>t* 
himbert«, oor allem aber mit dein 
ÄJundcrbau ihres fpätgotifdjen 9?at* 
häufe«, dem au Gleicht um Der (Erfindung 
wie des figürlichen und ornamentalen 
Sd)rtiucfe* fein ctoetie« beuli<hfS Wat* 
hau« fiel) an bie Seite fttllen Tann. Da 
ift ferner bie als Siebelung nod) ältere 
SanD» und Dominfel mit Dem un» 
ucrglcichtidKn ©lief auf öte im breiten 
Strom fid) (piegelnbcn ftirct)enunö die 
aus Dem Omm hcroorlngendeu Dom» 
henenfunen, bann weiter unterhalb an 
der Cder ber ftomplei teuer präd)» 
tigen ©aroddauten, die t)irr im 17. 
unb 18. 3 Q hrhunbert ber Fefuiten* 
orben fchuf, unö ettölich als SRrft 
der malerifd)eti Straßen \üuc an ber 
legt Jiugefcbütteten alten Ohle Die aus 

<&ujtaoftrehtags„Sollunb$)abcn'‘ de* 

fanntc©aTtie au ber ASeiBflerbcrgaffc. 

Dem ©erläge oon Alill). Cüot ll . 51 orn 
iftes gelungen, für Öie bildliche Darftel- 
lung all öiefer in alerifchen Schönheiten 
neb<n jwei in ihrer fchlrfifchcn fteimat 
gefchägten ®rc«lauer ftünftlcrn, ©tof. 

$>. 3rmann unö 3. langer, eine 
für diele Aufgabe gdttj befonöers be» 
rufene ©crfönlichte it. ©rof . C&üti t h e r » 

Naumburg aus Cbarlottenburg, 
gewinnen. Der Den liefern ber „3llu- 
ftrirten 3«tuug M aus feinen jahlrci« 
chen, hier oetöifeutlid)trii Aquarellen 
bcutjcf)er etdötcbilöcrbefannt ift. Alle 
drei haben ihr ©eftes Oötcingefctit, um 
Dem Unternehmen u« einem fchörten (Er 
iolge ui oe rtnrlrfn. ©lit ?lusnahme eines 
in ©rioatbeiih befinölidjen älteren 
Original« finb fämtli<h< ©ilDer mit 
forgiälüger Ausipahl der malcrifdjften 
©untie öerSmöt eigens für die ©iappe 
gemalt roorben. Die ©lehrsahl bet 
©lätter hat bie doppelte Cbröhe des 
hier wifDerpegrbenen; ©robebilDe«, 
bas mit SRiid|id>t auf öas Format Diefer 
Settunf geroählt werben mufete. 

©on Den fiebtnAlättrrn nach Aqua* 
teilen Cb ünthet-Slau mburgs ift öas an« 
fehnlichftc Das oom 9?athnu«. bas er 
fchon einmal für den Saal Öes ber- 
liner Abgeorbnetenhaufes gemalt bat- 
Die oon Der Slomecfe au« gefehene 
Cjtfr&nt de« ©ouroerfes mit bem reid)* 
geichniütfteulRiitelgiebel und Dem jier> 
lidjett Sanbfteinerler, überragt oon 
dem Ichlanlen Durm, ift in ihrer 
oolleu Schönheit eria&t. 3toci weitere ©fotioc aus Der 
inneren. Stabt behandeln Die ©lätter oon ber Unioer- 
fität uiiD Der Albrechtftrahe. ^ür Da« erftcre hat 
C&ünthrr-Waumburg feinen Stanbpunft fo gewählt, bafe 
nur Der mittlere Deil De« langgeftredten Äebäuöe« 
mit bem fehönen ©ortal unö bem Stemwartentumi in 
Der liefe de« engen llnioeTfitäteplatje« fid)tbar wirb; 
ba« andere jeigt Das üou Vaughans erbaute frühere 
f>atjfelbtld)t ©alais, Das jetjige Cberpväfiöium, mit bem 
malertfthen Sttahenabfd)luf) der Domini fanerfirche in ber 
heilen TOtttag fonne — eitt fehr farbige« unb aud) ard)t* 
teltonifd) interefjantes ©ilb. 'Jlid)t minder wirrfam fittb 
bie beiden ©lätter oon ©artien an ber Ober, Die ft reu j» 
firdje, bie mit der rei^oollen llnmfjttme ihrer fd)lanten 
frühgottfdjen formen über Den Dächern unD (hiebcln grün 


umbufd)trr .viäuschett Den malerifchftcn Seil der Dominfet 
bildet, unb ba« ungemein fonnige ©ilb oon Der Sand- 
infei. Da« hier wicbergeg ebene ©ilb jeigt den ©lief tiber 
den im ©olfsmunbe wegen de« flüfjäh n!td)eu Ainien» 
taufen« auf feinem Tadjc al« „ftlößeltor“ beifithneteu 
Schwibbogen ^wifchcn dem ftapitclhaufc und öct Agtbien« 
firetje auf öie fturfütftentapelle unb Die Cftnlrmc Des 
Some«, bas legte enblicf) Die ma!erifd)c 'Partie an ber 
erwähnten 'IBeiBgerberohle. 

Bon ben beiden ©ilDcrti Jrmanns hält das eine 
ben ©lief auf bie ibt)Uifd)e Tominfel oom ©arten ber 


Unioerfitfltsbibliothef in ©ormittagsftimmung feft, iDähretib 
bas önbere die altertümliche .fiäufetgtuppc am ber eh*’ 
maligen Ohlentünbung mit Dem mächtig aufragenben 
Dur mioloh der St.*ljlijab<tb*ftird)e bei Abenddeleucf)- 
tung Darftellt. 3rmann« Blalmeife, die auf weichere 
BMrfungen ausgeht, bietet eine toiliroinmenc Abwechflung 
,pi i''»iintl)Cr-9Jäumbiirgs robuftetcr Art Auch dritte 
ftünltlcr, 3- ßanger, oerbinbet bie Dötie tu roeicheren 
All orben, wie dies befonbers in feiner 3 <uten löinier- 
abenDftimmung an ber Sanbfirche tum Auftbnid lommt. 
Die beiden anderen ©lätter Tangers, ein ©iiD oom 
9linge mit Der St *<Elifal>rtly Slirche unb eine ©artie oom Aeu* 
marft mit bem „©abelfürgen**. haben ihren öauptrei,? in 
der fein beobachteten Staffage bes Blumen* unb ffiemüfe* 
martte«. 


Sämtliche uuölf ©lätter der ©lappe haben Das eine 
gemeinlam, Daft die bargeftellten ©lotire oon vor* 
.täglicher bilDmägiger Ahrtung finb. Da bie ©lätter 
auch einzeln, und .ttnar JU bem mägigeu ©reife «on 
2 .4 bi« 4 . 4 , abgegeben werben, bunten Diefe reit* 
rollen 91r<t>it cfttitr> unb l^andfchaitsbildcr auch als 
'iBanbjchmucf groge '©erhreitung finden. Die Ausfüh* 
rung der ©ieriarbendnide ift portöglich. Gmen wefem* 
liehen Anteil daran wie aud) an Der &erftelluug ber 
©lappen, deren Derlei ein oon (bänibfr'JtaumbUTg g f . 
,teid)netes farbiges ©ilb ooin Breslauer Wattjaufe fchmiidf, 


hat bie Chcmigraphifä)c Anftalt uon 3. 3. SBeber in 
Viciptig. 

Der crläuternbe Xeit ift oon Pr. 9Bill)«lm ft orn 
in Breslau verfaht, die flotten Teitje Innungen ftammen 
oon bem Viehrer an ber ©reslatier ilunftfchule Arnold 
©ufd). 

A3ic der ©erlag delannigibt, wirb auch f me per- 
tleinerte Ausgabe ber ©lappe al« wohlfeile« Album 
in ©oftlartcnformat (©reis 1 .4) vorbereitet, das fämt- 
liehe ©lätter in gleich oortüglichem ©icrfarbrnörucl ent 
hält. Auch in biefex fform werben Die fimltlerifcheu 
Anfichten uon ©reslau f id>cr daju beitragen, ben Aiihm 
der fchlefifchen EiauplftaDt al« einer malerif(i)en Stabt 
weit über die (Seelen S<hlffi«ns hinaus gi oer* 
breiten. 


tlrrlag von AMU). (SottU Stern, Are stau. 

3)as ftlöfedtoi in Src&lau. 5iad) einem Aquarell von 0. C&rintVr^Jioumburg. 


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ouufuiuc ^jeuuiiij. 


ju. o»do. ii. iKODemo« 1909 . 


Gtäbteonfidjtcn ous öorberinbten. 

9on flarl 31« bw. 

Of) orbcrinbien, biefes wtmöcrbare Ganb, in bem bi« äufecr« 
'V/ften Sjctreme nebeneinanber meinen, biefes 3ntnen bes 
«Prunks unb (Elenbs, btejes «Rcidj b«r t)ö<f>ftcn ©eftialitft 
unb t)öd)iten geiftigen Aultur, t)Qt oon ben frusten 3eiten 
an alte SBiltcn angc3ogcn. Schuhlos lag bie (Ebene, unb aus 
bem «Rotben [liegen bi« Mötiigsfttcher einer nad) bem 
anbem hinab in bas Gmuüljl bet braunen Stationen, bic 
«ine mitleibslofc Sonne flad) gemalt batte, fclleranber 
ber ffiroßc. beffen Slubentcn nodj h«ute Iebenbig ift, unb 
öeffett berühmtes BtibTofe ©U3epbalus tjier nibt, nad) ihm 
bie Slfghanenfürften unb enblid) bie «Nachfolger limurs 
bes fiahmen, bes lataren, bte ©teguln unb bic Sidhs; fic 
alle finb hier nad) {Raub gegangen, haben fid) ber war- 
tnen Sonne unb bes guten ©oben* gcfieut unb jinb 311« 
grunbe gegangen, als bieder ©oben unb bi«fe Sonne 
5Rad)e nahmen, ©on ben mcifttn 
finb nur Spuren übrlggebtieben. 

Clhre ganje SB eit ift in Drümtner 
gefunten unb hat {ich Der SBüfte 
gegeben ober einem anbem, bem 
'J 3 äd)|ten nnb Stärtevn. ber nmln-nb 
nach ihnen fam. fceute jtfct hier 
ber Gnglünbcr, unb ber %iff« fdjaut ■ 
über bic Serge. Über bie|em CJnbien 
liegt ein fjluch, unb cs {oU reiner 
an ihm froh werben, ber von aufeen ; * 
tommt, will es fd,emen, [onbemmir 
ber ftert unb Äöuig tttenb. Der 


ber voll ©turnen ift unb forgfam gehalten wirb, in Wgra noch «h r ^ame als ber letjte Gant non feinen t?inn# n ap 
bie berühmte Daj IRahal (Slbbitb. 2). bas ©rabmal oon gangen. Die Daj ift ber Dollfommenfte «usbruef bieter 
Stumtiaj-i-Ülahal, ber „$erle bes ^alaftcs", ber ffxau ffrau, ben man fid) beuten fauiu ein marmonwifc« 
bes Schahs 3at)an, ber ftrau, von ber man faum etwas unb oon hohen loten (SIbbilb. 2) geborgener jcntralbau 

weife, bic ganj ftill gelebt hat unb ganj aufgegangen ift <.ns n«« •>«» — «- 

in bem Sein bes Naifers, ber einer oon bc« (^infamen 
unb SDeItoera<htem war. Obwohl fie ihm üi ergehn ftiu« 
ber geboren hat, ift in ihrem ganjen Stnbenfen, in ber 
rühren ben CiebUd)teit ihres Bebens, in ber un«nblid)«n 
unb reinen ffiüte ihrer $änbe |o oiel 3ungfräulid)tett, 
fo oiel 2Beiblichfeit unb Schönheit Des- fcerjen» unb 
6 cs ©ebene, bafe man fühlen fami, aud) l)<utc no<h r wie 

Cfahan, ber ©Itemöe, noch jroanjtg (mt lang wie oer» _ , , 

taffen bort gefeifen hat, wo er auf bas <6rab ber geliebten (Einlegearbeiten von toftbaren fralbebelftci 

loten bliden lonnte, bafj biefes tfeben leer geworben ift für es ganj unb gar bebedt ift, finb oe 

ihn, weil fie nidjt mehr war. bafe er bas fchönfte, lieblichfte halben ftaiben oexfehroonunen, nur ber 

unb reinfte ©au wer! ber SBelt gerabe für gut genug gehalten, wie Jrauenhaut fo rein, ben SÜIonb. (Ein 

um ihren Geib 311 fein, unb bafe in feiner Xobesjtunbe &erj fchroer macht unb träumen läfet. 


]d)mäd)tige 3 t)oreffe»t leiten baranf 3 a, unb bas *Mier 
fpiegelt bas «tlb. ?luf ber anbem Seite ijt ber lumno 
flufe. Sei ©ollmonb, in gati 3 ftiltcn 91äd)ten, ift 


häuft h'«» breit unb behäbig, unb 
niemanb fann an ih n h«»* 11 ' 

(ann gut fagfflJ »» hinfitfl 
uni, hunlwrt «lilltonert btt adet- 
bautreibenben ©cvölterung m einem 
ftänbigen unb verjateifelten ampfe 
mit tu-m junger begriffen fmb. 

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THE OHIO STATE U 







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3. $fT ©olDcnt Zcmod in «mritj«. 
©täbteanjitf)teti QUß SÖOTberinbien. 







*JK * 


einer Sette HRofyammf. 
baner mit eigenen 33rie> 
ftergenerälcn unb ftönt. 
flcn. 9]od) fpfit in ber 
«rjtcn £>älfte bcs porigen 
Oal)fl)unö<rt 6 hoben öie 
<higlänbcr mit betn lett« 
ten $ropl)*ten Wanjit 
6 ing 311 tun gehabt, 
imb noch beute ift cs 
ein pradjtoollet Stamm, 
mit öem Iqpus her 
Setgbfioohncr, mit tml* 
ben ßeibenfebaften nnb 
friegerifchem Sinne, bei 
bem tnbi|d)en J>eere bi< 
be[ten Solboteu liefert. 
3h* Wationalheilighim, 
ber (fiolbcne Xempel in 
Wmritfar (?lbbili>. 3). i[t 


&IuMcitc ron »enarcs. 


heute noch ber Wallfahrtsort uub bic 
«ns ber Wajtmiciueit ift ni<ht “ 
föcftc t[t bas Cbfcroatorium, 
bie hohen Stiegen unb 33 c 
Jer heiligitc Crt ber 
t|t «cnarcs. 9 Ibbilbunti 4 
ber «tabt. Wau nennt < 
taEncn allifthttid) 311 ihm. 
brandK »olUogcn l)at. ift UPm v 
furchtbare W^fterici begeben ib 
WetcTbrnte, trotten, frei «nb rli 
iuan l.ct) faum JU rotten ^ 
Ctallc. 2>te «pricjtcr trinfen bi c 


n ^ ber 9lubctunn ffl 
«lliuuid erhalten. ©n*r I* 

aon benntod) heute bic StönbeK 

obaehttingspinhr oprbmibeii hIk 

\mechun ö crt hreifcm mi: » ■ * ,nl > 


1 ilr ?*!?* jNenbe. 

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7. Jug ber Staatselefanten ber Waharabfiha» auf bcm Xttrbar ju Xehli. 


flUuibr: Damit ii)i‘ innere» gereinigt uitb heilig. Xev 
1)1. $tugani, ba$ Sgmbol ber Alraft, wirb Ijtcr angetxfet, un& 
Cn bem Xuiifel bei I empelhallen geben |id) bie grauen, tue 
[idi uad) ftinöem lehnen, blinden Orgien l)in. Überall ift 
furchtbarer Sehmiitj, faum faun bie Gortne f)iitbunf). 
9Jur über her ruunberbamt Jcile am O-tuffe liegt jtc 
ftrahlcttb utib breit Xort finb 31t Williberten bie ©a^to, 
bie tBabcjilähe bet öliger, unb biefe felbft 311 Xaujcnbeu 
in ber fdptmtjigcn, trägen <ylut. late treiben talab, auf 
benen hiiußrige ©eier fitjen; 41rrbreimungsptöhe finb öa. 
auf bereu .fioljfdjcitcn einfame lfci<t>evi in bie flamme ein* 
geben. 'flctläfte uitb fj}ilgerl)äufer, eine gctoallige ÜJlo|d)ee. 
Xcr gante frlufj tft au ben Ufern üotl oon ©lumen. 
9lui) bie 6traf|en her Stabt unb alle bie Ifätfätttflt 
©äuge finb voll bauen. '.'Ule Pilger tragen jie in 
ft läuten an ftopf ober frais unb weiften fie betn 
heiligen Strome. Xas ift bas einzige £teblid)e in biefer 
riefigen Stabt. 

Mod) beute leudjtct von jeit 3U 3*ü her f*embf »nb 
einfame 'Umnr einer faft uergangenen Jeit auf. SIls 
ocr etlirfjen fahren ber fttegieruitgsaulritt bes cnglffätn 
.Honigs unb ftaifers »on 3n&ien gefeiert würbe f bat ber 
damalige tühctöiüg Dort 3ni>ien Varb (furjort, ber für 
jebt'tt 'iUtmf 3« I)obeu war, ein großes Xurbar ein- 
berufen, \u beut eilte grcifre 3abl inbijdjer dürften unb 
ftönige erfebien. 3n wttubcrbarec 'tfracfttentfaUuug fud)tc 
0011 beit Tef polen ber eine ben andern 311 übertreffett, 
unb öa»3 Sdjaufpicl ihres fflitfnißcs, ber faltbare Sdjmucf 
ihrer Staatsclcfautcn, bereu Sdjabratfen mit (JDelfteinen 
uriö ©olö grf<$in ü dt finb, bie umnberbaren perlen unb 
Alönigshaubcn ber 3)labavabjd)a$ felbft nuiB unoerglefälfä 
geraffen fein (Slbhilb. 7). freute finb uielc biefer <$-ürftctt 
flau 5 utr moöernen Jett übergeßangcn, haben eine Aus- 
wahl pan ad)t ober^eh” ?lufpmpbileu, unb bie automaiifäe 
Werbe traft bat otelfad) fdion ben Sieg über bte bes Xiere» 
errungen, iWancftc aber finb nod) gauj in ber alten 3cit 
unb wallen nichts »am Xeufelsfpuf bcs freute n>i||en. 
Sie finb für (Europäer raum 3ugäng(fä unb gau.t in itjre 
Xefpatie oerfunfeii, in ber bas fäone, furchtbare unb 
geljeimutspollc 3nbien nad) immer weiterlebt. 


Xbeater unt> 'JJtufif. 

— „Xet bcutfd)c ftBntg**, bas n adjflcla ijeue 
Schauüuel von (ivu|t u. Wilbeiilmid). hat bei [einer Uraui 
ffihrunfl tm Statiner ftöniglidieu Sdiauüüdhaufc arn 2. 'Jlo- 
oembet feljr enttäiüiijt. 

— Gine neue Süteffe oort frclii Xräfede, bein 
'.Hefter der bcutübeit ftontponiftcn, erhielte bei it)rcr Urauf- 
führung in Der lUtfasCirdie ju (Themniu am 26. Cftober eine 
ftatfe unb tiefe 3tiirtuiiß. 

— „froogeJanb", Scfeciufpiel in Pier Sitten oon 
£ubwig freilbrcmu, brachte es hei ber Uraufführung im 


8. Xa« Cbferoatorium ber snogulfaifer in ber 9lÄhe oon XehlL 

0t5btcanjid)tcn aus 35oTtycriribien. 



(Shentniiier 9lcuett StaMthcater am 30. Cttobrr 311 einem 
fd)3ncn (Erfolg. 

— „Simone", Sdiaufpiel oon »rieur, fanb bei 
ber beutfehen llraiifffthning im Wofthcater 311 ftaffel am 
30. Ctlober eine beifällige \>luftiahiu^ 

— „^rreie mahn“, eilte ftomöbic oon ^taul Slife. 
erhielte bei ber llraumihrung im Wogbcburger Stabttheatcr 
am 30. Ctlober einen burchfchlagenbcn (Erfolg. 

— „Xer tapfere Alalfian* 4 , ein Singfpiel, „S3cnus 
im ffaürtcn", ein mu[italildf(« S^erjfpiel, „Golöntbine'', eine 


Oper, fäintlid) Ginatter, uon Oslar Straus, nach Xerten oon 
Slrhtr Schmier, [Rubolf Cothar nnb Wrtur ^pferhofeT, boten 
am 30. Cttober im t'eipjiger 9leuen Xheater bie beiben 
erften bei ih rer Uraufführung, „Golombint“ bei ihrer ®rlt> 
aufführung, unter bes Womponiiten eigener Leitung einen 
amüiantcn, übiocchflungsreichen Slbenb. 

— w (ftiletie“, etn Sch«r| in 91erfen oon Grnft 
3atjn, unb „SDenn Werliebte f<hto5ren“, etn Uuftfpiel oon 
örait) «etbel, fanben bei ihrer Uraufführung im twftheater 
ju Weimar am 30. Cttober eine freuttblube Aufnahme. 


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aötc gejagt, t>te|e Formel lfl nur faeinbar fonmH,j. rt 
unb wirb, öbi»ot)l fic bas Wefultat einet Arbeit unb b, 
foljruiifl barFtellt. bie and) ber imteTfdjä^en r 0 iu t xj! 
etwas gegen |te cinwettbcti 3 u tnü[fen glaubt, auet) bem 
Irbr gut uerftänbltd), fobalö er bie Bebcutung ber BudiHabf« 
tennt. 

Gs bebeuten barin: L bie Üänge (unter Berütflithtiaun« 
oerfetyebener Lüerte ermittelte, log. BermefiunasiaiMef «J 
Cladjt in Metern, B bic Breite ber 3ad,t in Bietern <; £ 
Umfang ber 3ad) t in Bietern, d bie 3>tffcren 3 3tt>ij<i)en „Äetim*, 
(lofe über bie äufcerften fünfte bes Körpers geme||euem) mtb 
^(SdjTnicflc'M Imfang, ebenfalls in Bietern, S bie eearlflätfa# 
ber 3ad)t in Cuabratmetcrn, F bie &reiborbl)öl)e ber^aitir 
Bietern. 

Gc^en tüir für biefe Budjftaben einmal 4atf&d}llct)e einem 
Beispiel aus ber Braiis entnommene 3al)lenroerte ein fo n nii» 
lief) fotgenbes: L <J.;U B 2,10 m + »/• G - Mim" 9 ' 

I !S = 2,33 4- 3d 0,36, in Summa 12,51. fticroon ab c ' 
0,51 m, bleibt 12:2 — 6 Gegelmeter. 

Unter 3ugrunb«leflung biefer Ramtel f,at man «tmSHaii«, 
gefdjafien, als beren größte bie 23-m.ÄlaHe (ö. b. bie Summ 


obiger Werte burd) 2 «ft giert 23) befteUt, uxiDtenb bieflcinü 
auf 5 Segelnieter feftge et^t 1 1. Uber biefen „international« 
»«Innen- lieht bann no d) bie A. Klaffe In Me 
Sdjoner, wie Meteor“, „Germania" n|U>. gehren L 
'1'"" 6ieS»n»«fIa|( f . Slufoabc b„ ftonfiwhrut, |h«^? 
6ic genannten «Berte Io ju beme|[cn. ta| bi, UtrelfrnbeS 
moalicbtt aonau hen r? .s..r im-,« 1 . i}. ntttuC AQ<tt 


mogli(£)jt genau ben Wert K ber Klaffe erreicht 
Cifincr bauen rn.lt. «fflitb bieier «Bert nid>t errci, 
ba* moot nonoomberein eine, |d,u*ten etanö " 
RlallCTfiwi«, ba n tlciner als bie(eijt ; «.ich « f, 
|o ranjiftt Os m «ine böberr Ria [o unb m 1, 
no<ti id)l,<j)lctcr Singe, tw »n 
Salle nod) etljcblidier lein bflrfl, nnb 
l>alb ber Hlafl« B oi,ai,rt Verben * erflu,u ’ 1 


3>er Start auf ber Wabrennbatjn in Irrptoro. 


X)ic ftlaffifijierung im Segclfgort 

«falfeneinteilung ber Segeliacfjtcn 3 a jf* ni( j! * 
hJri nei nett teebnifchen tPrf orberm ff ert. bic b 
^/ßmte ju interejfanten 6d)aufpicl einet Gej 

65ren, wenn man wm \ n u ttb « 5 burfte 

» »« *“ 0b " 

Ibema eintß«« J°8Xr(alt aus bem bcr ® 4 

(Hn allgnneliitr l.'fbnm; ^ ein gräfcrr« Ö« 
tedjn« lautet: ®i tn Umftänöen abfolut l<b«^e 

mirb Ttets unb untrt a i ^^jeben flroge t va! 

Gren3C «ttaJmeincn bietet, ganj ojgeli 

getDiljf 11 . .■ .»«n« aud) im Gröi}c<tunterfd)tcö 

tes^sfjS&Ksssg 

S» * *s Af * ft» %fs, ;:rJ™ 

£'Ä“&«sS?5 Ä”«s 

SrSS^SSf*”’ 


<E^J‘ 3a* 1 ' 


j^jäSS JA » 1 


; öc r Stabrennbaljn in lrcpt 0lu 

0pottflul)5 Äomet Qm 3j 


THE OHIO 





yix. 3463 . 11. Wooem&cr 1909 . 


3llu[trirte 301111119. 


959 


ttn«|li[d)c lurfftotifti!. 

nrn bet Spüle öcr erfotgreicbften flcnnjtallbejißer inffng* 
zLatii> ftrht in biejcr Saifon ©tr. Mairie, für ben oicr 
<mTv&e 18 flennen im Werte von 702780 ^ gewannen. 
Taiiti iolflt König Cföunrb mit 13 gewonnenen flennen im 
«Ert* oou 402880 .* . Ter öer^og oon ©ortlanb gewann 
ff «fr. 3. ®. 331 270 KGO.* li nb l?orb flofeberi) 
S 146 O Jt Uber 100 000 .* nerbienten in ber Saifon 1009 
äiciterc 1? flenn Jtallbefihe*. Unter ben erfolgreichen 

©f erben j teilt flanarbo mit jcljn flennen im 2Uette oon 
.Vi-uo ff weitaus an «rfter Stelle. Tarnt folgen ber 
Tcrbnfieg« ©linoru mit 808 520 Jt, Der zweijährige fleil 
©oio mtt 206 120 .ft \ über 50000 .ft gewannen bann uod) 
Hhalcroit, Ccmberg. Darf flonalb, Glcctra, ©Dmtral 
s>aiofe ©erola, ttreenbad, ©Jbite ffagte, ßouoiers r ber 
Zweite aus bem Diesjährigen Terbg, Mfjarlcs. £' «lallen, 
ifarflill, ©omba, ©liribor, ©rinccff« bc Falles unb «taleb 
Crbcrs. 


Der Sd)icbsnd)ter im fintun - Tennis. 

3 u ben widitigfieu ffunFtionüren im 2aw n« Tenuis- 
Spart gehört außer bem Oberfchiebsridjter, ber bie 
ßeitnna bes ganjen Turniers in feinen £>änben tja<, »mb 
bem ,<SanbiPappcr ber Sd)icbsrid)ter ober „llmpirc“. Seine 
Cbliegenljeiteii finb in Teutjdjlanb oom CawmTennis- 
©unbe offiziell fcftgelcgt unb fel)t jaljlreief). 3unäd)ft l)öt 
er bie ein jelncn Kämpfe 311 überwadjen unb ben gefeinten 
'Ulettfpieloerlauf in baju beftimmten amtlichen ßiflen ju 
biuben. ttr fällt ferner in Streitfragen eine enbgülttg« £nt- 
fd)ei öuug, gegen bic es feine Berufung gibt; et h<*< 

9 inn bc« Spiels fe ft3uftellen, ob ©laß uub fleß bie oorgefdjrie 
benen ©laßt haben, unb Darauf 3U achten, baß fid) 3. ©. 
bie f>öße Des fleßes wöhreni Des Spieles nicht peränbert. 
«Begeht einer ber Spieler einen ftchler (ftufefd)ler, 9luf« 
fdjlaa fehlet, flehfeljlrr ufw.), Jo hat fr if)n batauf auf- 
mertjam zu machen. 5ür bic ©eobadjtung ber Öirunb> 
unb Seitenlinien fönucn jebod) befonbere flirfjtcr au f- 
geftellt werben, Da bie Kontrolle hierüber bem auf hohem 
Stuhle thronenben £d)iebsrid)tcr uirfjt immer genau mög- 
lich «ft» sumal wenn bie tMnien ftarf abgrfpiclt ober utd)t 
Icharf marfiert finb. Tier Sdjiebsrichter ruft bie Befultatc 
ber einzelnen ffninge aus, bei ©drgabefpielett bas £>anbifap- 
Verhältnis ber Spieler 3ueinaubcr unb gibt entroeber aus 
freien Stiicfen ober aud) auf eine an ihn ergeljcnbe Dies« 
bezügliche Slufforberung feitens ber Spieler ben jeweiligen 
Staub bes Spieles betanrrt. 

2Bie aus biefer Aufzählung Ijeroorgeßt , ift bic „-fahl 
ber ©fUchteu, bie bet SdtfcbsTichter 311 erfüllen hat, nid)t 
flein, unb es liegt bal>er auf bet £>anb, baß nur ©etjöti. 
licßrciten, bic bas Spiel genau fennen unb es juminbeft 
in ber Thcarie oolllommcn beherrfc!)cn , fi d) 311t Uber- 
nähme eines foldjen ©oftens eignen. Seit 3 at>rcn gibt 
es Daher aud) überall, u?o ßaum - Tennis gcfpiclt wirb, 
eine fog. Gdjtfh*rH;tfr--3 ; rage, bariu befteht, baß auf 
allen größeren Turnieren, auf benen wichtigf 'Wettfpiele 



flom Tiamu©rcis.3ag brennen in Äatlshorft am 28. Cttober; Stredc ,ir»oo in. Sieger; Dr. Kloigts 3j. ffjTünfped)t. 


jum Slustrag gelangen , ein bebeullid)er 'JJiangel au 
guten Sd)ieDsrid)tern ift. Unb bas ift immerhin be- 
greiflidi, benn jeber fpielt lieber felbft, als Daß er jdiieös* 
richtet, unb bann bringt btc Übernahme btefes Slmtes 
allerlei Un.viträglidjfeiten mit fid); ber Sdjicbsrid)ter 
macht fid) burd) feine Gntfchcibungcn, aud) bann manch- 
mal, »weun fie buTdjans gcredjt finb, häufig fteinbej be- 
geht er ftefjler, wie Dies in ber fdtje Des Kampfes, ber 
»hu ja oft aud) pcrföitUd) mitreißeu mag, hier unb Da 
ootfomnicn fann, fo fällt man non allen Seiten Aber ihn 
her, unb macht er feine £ad)c wirtlid) tabeUos unb ,311 
allfcitigcr ^iftiebenhett , fo erntet et häufig uid>t einmal 
beu geringften Tanr. 1fr hat bann eben feine ©flicht 
getan, iveitet nichts, fllan fann cs im ^>inblicf auf biefe 
©usfühningeii oerftehen, baß bas ©tut bes SdjiebsrichtcTs 
ju Denjenigen tflmtern gehört, bie ja fehr eh«npall jein 
mögen, 311 benen fid) bie Spieler aber nid)t gerabe brängou. 
^(us Dicfcm Tilrmnta haben einjichtsoolle Turnirrleiter 
fieß baburd) 311 jhclfen gewußt, baß fie Sd)iebsrid)tcrpreife 
bei ihren Tumieren ausfeßten, bic benen tufielen, bic 


ihres 9lmtcs aut beftcu gewaltet halten. Ticjcs ©tittel 
erwies fid) als red)t gut, Denn nun würbe mit einem 
OJIale bei vielen Spielern, baen teebnifeße Sertigfeit nicht 
reichte, um ihnen «Inwartfchaft auf einen turnierfieg ^u 
geben, ber (Jbrgei3 lebenbig, fid) wenigftens als Sd)iebs- 
ridjler 01153 11 teichnen. mußten fid> babei bemühen, 
alle Borfdjtiften Des ©unbesregulatios peinlich ö« fn,lu 1 u 
befolgen, unb ihr ttifer tarn auf btefe 'lltcife beiöen Teileii 
zugute. Tic 9lusfeßung dou Sdjiebsticfjterpreifen hat in 
Xeutfchlanb bie Cualität bec Sdjiebaridjter burchweg ge- 
hoben. Slbcr aud) ohne bic 5 hat cs immer gute Sd)icbs- 
ridjter gegeben, wie flegierungsrat 0. Dr. Ced)cl* 

häufer, ber Iritcnbc fllann im ßawn- Tennis- Turnierüub, 
)r>r. o. ©arpart, 9lffclfor ^leifcßmann, ber jeßige Gqnbtfus 
ber Äommeri- unb Tislontobanl, ber als heroorragenber 
Theoretiker unb guter Spieler befannte Dt, C. flirmheim, 
ber Hamburger Sportsmann J&. ©. Siilfen, &x. (I. «Beiß, 
'.’lud) mand)e Tarnen haben ben ©eweis erbrad)t, baß fie 
biefem ©often gewad)fen finb, ber eine erhebliche (heiftes- 
anfpannung unb Konzentration oetlangf. 



3*om ©arfarce^agbrennen in Karlsharft am 28. Cttober Taa Jelb iin See. (flechts bie DlluftTaiionsphotographen bei ber Wcbeit.) Sieget in biejer über 7500 m führenbrn 
<U>rtrurcen,3 blieb ber fetten ff. unb ©3. ©ifihoffa a. Stormi) Ccean, mit Seutnant p. «eilet im Sattel. 


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äcipaiger Sfai&enten t*l ber <&o\c. Odginalj^idjnung »on 93J. (&övje. 



Dfa. 3463. 11. 9louembcT 1909. 


31 Iuftriitc 3 c *^ n 9 - 


961 




X)ie fiosbröcfclung ber 
cnglifdjcn ftüfte. 


eTNie ftiflliidjc StegifTung lja< 
u)i|fenfchaftluijc 

miffion cingefeht, bie eine ein* 
geljcnbe Unterfudjung übet bie 
junehmenbe 3rr|törung bei briti= 
fdjen Afiflen burdj bie See 
anftellen fcdL „IBiiljrenb bös 
britifdje VJcltrcidj Stetig an* 
wädjft, oerfehwinbet ba« Vlutter* 
lanö im Vlccre." ©an* fo bc> 

Den f Lid) , wie biefe UBenbuitß 
ber Senfattonspreffc cs barftdlt, 
ftdjt es mm am ttnbc »todj nidjt 
mit Gngtanb. illud) wenn ihm 
öas *a>lcc c jäljrlid) etwa 900 Im 
ftüftenlanb raubt, bürftc fid) 

Gnglanb irr einigen Safjttaulcn- 
ben immer noch als eine ganj 
Stattliche 3nfel auf ber ßanb» 
forte Guropns «isttchtnctt. 3n- 
Des bie jaljlloffn 3 teiöte imb 
Dörfer au fernen Afiftcn möchten, 
was mnu ihnen vtiebt verteilten 
fanit, auf foldjcr äulunftsfartc 
cmdj oeTjeid)net flehen, imb bie 
a)efd}id)te tcljrt, bafc fic nur bann 
einige Vusfidjt barauf Ijaben, 
wenn man enblid) mit bem alten 
Gdjlcnbrian bricht unb bem 3«* 
ftdrungswer! ber See nad) woljl 
Durchfrachten» fplan unb mit gc* 
mei n f amen Kräften entg egentritt . 

Gnglanb erfährt an fid) bie 
alte Sage von bem ©ott, ber 
feine eignen Kiuber ücifdjlinot. 

Gvjt bas Vlcer t)at bas Gnglanb 
gejdjaffen, bas bie SHenfrijljeit 
lennt. Vcim Gnbe ber letjten 
Gisjeit war Gnglanb Maniulid) 
ein feftcr Vcftaubteü bcs curo» 
päifdjen Kontinents, ber fid) non 

ftrantreidj in weitem Sogen um bie SUejtCüfte 3rlanbs unb 
Schottlanbs, uöxblidj über bie Ortuerj* unb Si)etlanbinfdn 
evftrctfte unb bie gaiuc Dioröfcc umfaßte bis auf bie tiefe 
Sinne an bei ftüftc 9?orwcpctis. SJiit bctu allmählichen 
Sintert öes yanbes begann bie 3erftöruug$atb<it 5e$ 
SUiccres. 3uerft nagten bic SBogen 3rlanb ab, unb als 
fief) bie breiten fluten ber 9)orbfee mit bem ausgeljöhlicn 
Sdjmalcn Jvjorb bes Kanals bei Dooer oerUanöcn, erhielt 
Gnglanb ben für feine biftorifdjc Gntwidluttg maßgebenben 
Gljaralter ber 3n|ularität. veptun Ijattc feine Weblings* 
todjtcr Vritannia erjeugt unb mit bem filbcmen ©ürtel 
bes Kanal* bcjdjcntt. Geitbcm — verehrt er fie. 

Das befanntc ©ebiefjt vom Untergang ber Stabt SBtncta 
hat fein ©egenftfuf in ber englifdjen Literatur; aber bas 
Liegt uid)t baran, ba& cs fein britifdjes Vineta gegeben 
l)at ober Ijaben joll. Om (fieg enteil, bic Knften Gng* 
Laubs (inb timfäumt »an einem ununterbrochenen Kranke 
oerfunlcncr Stäbte unb Dörfer; aber „iljneu allen fehlte 
bk* '-IBcilje bes Klebe*" unb bas poctijdjc Dunfcl ber 
Sage. 3l>r Untergang ift beglaubigte (Sefdjidjle. Dieälteften 
dladjrictjtcn, bie wir von llngtanb beiden, flammen bc* 
fanntlid) ucm ben ^hönijictn, bie aus Gornmnll 3’tm 
cintjanbclteu. tts ift faum .imeifclljaft, bafe bie Ao||i* 
tcriben, auj benen bic 3* n,t 0 ri, he , n lagen, Heine 3njcln 
coarcn, bic man bamals wohl nod) utäljrenb ber Gbbe 
oont engSifdjen &c|tlanb 3*1 f>uß erreichen fonntc. $>itr 
lag bas als Iriftans Heimat befanntc fianb bei öt)one|fe; 


Grbrutfch an bet Siüfte oon Sujfer. 


benn noch in fiel fpöterer 3 eit mufe fid) bic $>albinfcl 
oon Gornwall weit ins SNccr hinaus erftredt haben, ba 
ftifdjer heute bes öftem mehrere Seemeilen oom Ufer 
SHcftc non 2Bohnl)äufctn in iljrcn Slctjcn hfroufbrinpen. 
Der englifdjc itanal muf uodj anbere gatij flrtdje Stellen 
enthalten haben. ^Berichtet bodj ber grifdjijcbc Aompilator 
Tiobarus Sieulns, ba|j nodj suc fHomerjcit bas pick 
begehrte 3 hm juerjt bie euglifdje Äüfte entlang, bann 
wdlnenb ber Gbbe nach ber Onfel (waljrfcijcinlid) 

bie 3njcl SUigh 1 ) u *' 0 O0,n hart bei gleidjer Scnuhung 
bcs trcdeit gelegten SJleerc&bobcns uadj ber gallifchctt 
5iüfte gebradjt würbe. 

3itöes mit ber Gnglanb wohl nidjt unliebsamen 
ilerticfuug ber Sec machte and) ihre Verbreiterung ftctc 
unb fdjnelle ^ortidjritte. Die Aüiten, norneljmlid) bie 
ffiblidjc unb öftlidjc, bcjteljcu nur feiten aus hartem 
Jyelsgeftcin. ©leift ift es Strelbf. Sattbftein ober gar 
nur Dongeidjicbe, auf bem ciuft bic (blelfdicr ber ttis^cit 
ruhten. Vet foldj roenig wiber|tanbsfätjigcm SJJaterial 
hat bas 3)leer mit feinen um Gnglanb nodj befonbers 
ftarlcn 0 > e^eit cn ciu mir 3 U leichtes Spiel, unb bic 3cT‘ 
jtörung wirb au|crbem nodt baburdj bcfdjleunigt, bafe 
biefc Ätüfteninapen hnuf'ö auf Sanb aufgclagcrt finb, 
her bei einiger (Jeudjttglcit nur 31 » leidjt ins fRutidjen 
fotnmt unb ausgcbcljutc „landt»lit« ‘ ocrurfadjt, bie ben 
Wogen bann wteber ein nach IchucUcre* weites <£in* 
bringen ins l^anb ermöglichen. So Ijat Gnglanb feit 


5)untötcf) ftanb. 


etwa taufenb 3flh«n einen Aüftenftreifen 0011 mehr als 
G km Vielte im Durdjfchnitt perlarcn. Die Vcredjnutig 
| tütet Sich nidjt nur auf bic aufgefunbenen Irümmer 
pcTfunlcncr Cbeböube unb Airdjcn ober bic Vaumftümpfc 
»CTjdjltmgcnct Wfilbev, fonbem and) auf bie genauen 
Eingaben bes „Domc&baij Vool", ber oon VSilhelm bem 
(Eroberer angeorbneten itatajteraufnahme aller Stdbte, 
Kiemcinben unb ©utsljcnfdjaften (Snplanbs, bie bei ihrer 
forgfältigen ilbfaffung 311 einer unfdjdhbaTen Urfunbe 
für bie Topografie jenn 3en a iWorben ijt. 

fRur wciiige 3ahtc nadj ihrer fccrjteKung erlitt Chig^ 
lanb ben größten Canbocrlnft in Ijiftorifdjcn 3«iten. 3m 
3ahrc 1099 riö eine gewaltige Sturmflut bie unweit 
Dauer gelegenen fruchtbaren Cänbcrcicn bcs (EarlChoobwin 
ins HJJeer. Das finb bie feitbem Io berüchtigten (boebwin 
Sanbs, bas ©rab 3ahllojer Schiffe unb braoer Seeleute. 
Die 15 km lange imb 5 bis 12 km weite Ganbbanf ift 
faft bei jeber (Ebbe feftes, trocfencs i?anb. bas als Mdfer* 
lanb juruefjugewinnen audj heute nidjt uumöglidj fein 
Sollte. Doch es gibt faum eine ber althiftorifchen Aüfteit* 
ftäbte Guglanös, bie nidjt fagen fann, „mein flufang liegt 
öort braufjen unter ben Wogen". Gte alle höhen fid) 
Ianbcinwärts 3urücf3ichcn müjfcn, unb oft ift ihnen bic 
unerbittliche See aud) bortljin gefolgt, Wind)c!fea rühmte 
fid) um bas 3aljr 1240. rnit feinen fünftaufenb Ginwoljucm 
ber rührigftc ßafen Sübenglanbs fein. Da fiel es 
einer Sturmflut 311m Opfer, imb bic faum auf fefterm 
Voten neuerbaute Stabt oer* 
fd)lcmg oicr.pg 3ahre fpäler aber* 
mals bas 'Uleer. Gin ähnliche* 
Sd)icffal ereilte in Verhältnis* 
mäftig mobernet 3?it Dunwich- 
llrfprünglid) eine alte Dtömcr* 
uieberlajfung, entwicfelte fidj bie 
Stabt 311 bem blühen bft<n^>afen 
ber jüblidjen Cjifüfte für ben 
Verfchr mit bem ,1-eftlanb. Grft 
1500 erlitt es ben erften erbeb* 
lidjen Sdjaben burdj bie See; 
feitbem rang cs ocrgcblidj gegen 
bic Wogen, bie 1750 ben lebten 
9ieft veridjkmgen. 

Die Vcmichtimg ber Aiiften 
geht ununterbrochen weiter, raft* 
los wie ber Sdjlag ber 9öellrn; 
hier finb es ein paar ftuf) jähr- 
lich, öort huitbert unb mehr, 
"äm meiftcn leibet immer noch 
bie Cftfüjte. Die grofeen $ian- 
belsftflbte finb bei ihrer tage 

flußaufwärts weniger gcfäl)rbet, 
aber bie raljlreiehcn Secbäber 
fcljen ihre 3ulunft aufs cmfteftc 
bebroht. Sie errichten foftfptelige 
Vauten, wie Srefteigc, Vromt* 
naben, Sdjutebämme, unb eine 
eingige fwdjflut oemithtet oft 
bic mühfanie Arbeit von fahren. 
Das lletnc öomfe a erlitt in einer 
Sturmnacht einen Schaben von 
IOOOOO .ä. Soldje Summen finb 
fcfjlieftlid) unerfdjwinglid), fclbft 
für wohlhabcnbcre ©emeinben, 
unb basGrgebnis ber eingefehten 
Aommifiion bürfte wohl fein, bafc 
ber Staat enbllch bie ©efdjütjung 
ber Aüften in bie fmrib nehmen 
»mb aus feinen fDlittcln beftreiten 
wirb, Dielletcfjt fogar in Verbin* 
bung mit ausgcbchnteii Vauten 
gur9Bifbcrgcuüutumg»erlorenen 

©elänbes. 2öill). 5- »tanb. 


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^>>0«. öeiiuid) Vor nu, .Uroiiitabt. 

Sraugott Seutjd). 


Xraug&tt Teutfd). 

Qfm 12. Crtobet feierte bet 
-vlXid)ter araugott acutfd) 
in Der alten Sieber bürger 
S ad) fniftabt fironftabt feinen 
adjtjigften (Geburtstag unb 
war aus bicfeni Mnlaffe- bet 
(Segenftanb grofjer Ovationen 
feitens feiner SRitbürger. 

3m 3a&rc 1829 als Sohn 
bcs Damaligen ftronftubtci 
Stabtprcbigas gebaren, bejog 
araugott aeiitjd) nad) beftan- 
benet {Reifeprüfung bie Uni« 
oerfitüten äiibiugen, ®erlin 
unb 3cna, mobei er aber fdjon 
baib ber aijeologie, Deren Stu* 
biwn er jjuerft erwählt, ®«Ict 
fagte, um füf) ltieEjr äftbeti* 
fdjen unb llteranf<ben Stn* 
bien zu roibmen; befonbexo 
fül)ltc er firf) ooii fttiebrid) 
atjeobor Ctidjer ungezogen. 
3n feine tncimat jiirücfgctel)rt, 
wurbe ec 3uer|t Dorf-, Dann 
Äronjtabter Stabtfd)ulIcl)Tcr. 

3m 3a1)re 1870 legte fV fein 
Wmt nieber; feitbem lebt er 
als ®rioatmann ausfchlicfeUd) 
feiner bichterifchen {Neigungen 
auf feinem üembgute bei ftron- 
ftabt ; 1884 töurbe er jum 
IKeicbsiageabgeoTbnctcn gewählt, bod) befielt er Das SRanbat nur Drei 3af)rc lang. Seine 
uambafteften ’HJerfe fiub Dte {Romane „Die Sdjroarzburg**, „Mn Der Wluta", „®eorg 
f)ed)t“ f feine Cxzählitng „Xtfc {Bürger oon Aron ftabt* unb fein a>rama „Sad)« non 
ÖartencI“; aufcerbern I)at er nod) riete lt)rifd)e unb brantatifd)c (Schichte reröffentltdjt, 
unter bereu befonbers „Xcc ®rcbiger oon SRarienfntYg* Ijeroorragt. 

Xcr fjumbolbt non 3 0t,a - 

3um tjunberUtun (Stburtetagc ftranj tDilljrlrn 3utißljul)no. 

^■ranz $Bilf)elm 3unghuhn, »ber £>untbolbt oon 3öra“ f rourbc am 2fi. CTtobcr 1809 
O ju SJtansfelb als Soljn eines ®arbicrs unb ®ergd)ixurgs geboren. t)lad) Dem Süillcn 
feines ®aters follte er Deffcn ftaubtoert exlemcn, mäbxcnb ihn fein SDijfcnsbrang 311 
tja^em 3i*l**t trieb. Aaiim 
ficb^clju 3 6 l) Ttf dlt, unifjte er 
ftef) betm and), obwohl nur 
ungenügenb oorgebilbct, Den 
®efudj bet Unioerfitöt öalle 
311 ertrotzen, um bort Uliirur* 
gie 3U ftubieren. Xuxd) bie 
®ctanutfd)aft mit Hermann 
®uxm<ifter, bem fpätctu bc* 
rühmten (£tforfd)er oon Mrgeit- 
linier „ Die er l)icr machte, 
nmxbe ec aber fc^ou baib oer* 
anlafet, fein 3uterefie mehr unb 
tnebx Der IBotanit unb ber 
Cbeologie jujutwenben unb ba- 
rmt jenen Sorfcbungsgcbictcn, 

Die in feinen fpäteren 3 A h t<?Tl 
feine Lebensaufgabe ausju* 
füllen beftimmt feirt follten. 
amrüber überwarf er fid) aller* 

Dtngs mit feinem '.Haler, ber fo 
n>cit ging, baf* er ihm alle Sri* 

|t<n jmiiteü entjog unb Den 
Soljn baljin trieb, Dö’h er fo» 
gar im hinter 1827 in Den 
{Ruinen bcs tfRattsfclb« Gra- 
fen fdjloffes einen Selbftmorb 
nerjudjtc. Die Äunft Des 93a=» 
ters ftelltc iJjn aber tuieber Ijer, 
unD im ^ctbft 1829 ging er 
nad) Berlin, um feine Stubicn 
fortjttfctjcn- ® ott hart muöte 
er jebodj 18:tl wegen eines Tuells flietjeu ; 
aus biefem (?>nmbe rourbe er ^elbdjirurg bei 
ber SlrtiUerie in Stmmern, aber balö Darauf 
Dort fej tgenommen unb 311 jetmiäljriger fteftunge 
baft auf bem ttljrcnbreitfteiu oeTurteilt. 3m 
ijerbfte 1833 entflot) er jcbodi aud) oon Da 
tuieber nad) ^aris, 100 er fid> für bic JrcmDen* 
legion anroerben lieg. 3m Jcbtuar 1834 lam 
er fo nad) Mißtet unb bann nad) ®one, tva er 
fdjtuer ertrantte unb besljalb aus bem ÜRilitör* 

Menfte entlaßen mürbe. ®ereits oon Mlßiet aus 
war er aber übet botanifdje Singelf gentjeitai 
mit SllexanDer d. ijumbolbt in Serbinbunß 
getreten, ber Den ftönig SrncDrid) SÖUljetm III. 

3U feiner ®egnabigung ju oeTanlalfenoermodjte, 

5tuu lehrte et junäd)ft auf hirje 3«** nac! ) 
aeulfd^lanb jurüd. Die er gu botanifdjen Stu- 
bicn im fcinwTÜd unD am fiaadjer See ben u^te; 
im öerbfte 1834 ging er aber nad) fcollanb, 
mo er als Mrjt ln Die aftinbifdje Slrmee eintrat. 

3m Sommer 1835 ocrlieg «t alfa Europa mieber 
unb lanbetc am 23. Ottobcr in ®ataoia. Dort 
lieft ihm nun fein Dienft in ben Lazaretten 3«*t 
genug, aud) Die aropentoclt mit Gifcc 3^ ftn* 
bieten, ju mcld)cm « 0«»« wieberfjölt, - 
unb 1840 bis 1842 auch Sumatra, ausgiebig 


Durdjreiftc. Ülacf)beni er fdjon 
Dorier eine 9ici^e Ileineter 9lt» 
beiten, namentlid) eine {Beitrei- 
bung ber ®efteigung bes 9Jtc* 
xapiDiilfans, ne röff entließt, bic 
Die SUifmerffamtcit ber wiffen* 
fdjaftliien Arcifc in Europa 
auf il>n lenften, etfdjienen 1845 
nnD 1847 31001 größere 9Bcrlc- 
feiner freber, „aopoßrapl>ifd)e 
unD uaturwiffcnfd)afllid)c Wci» 
fen in 3«»°" 

®altaldnber auf Surnatra", 
in Denen er firf) als Wei 
fter gcoßrapljifdjet ^orf^unfl 
unb Darftcllung 3cigte. Xer 
9Dunf<^, alle feine ®cobad). 
tungen zu einem eintjeitlidzen 
®3crfc 311 ocrarbeiten, oeran- 
Iagte ilju 1848 einen Urlaub 
nad) Europa 311 neljiucn, ben 
er gTÖBle’deils in Cetben oct* 
brad)te. 3m ficrbft 1849 er* 
fd)icn beim and) Die erfte Lic- 
ferung feines beDeutenbftcn 
*H3crfes „Oaoa. Seine (Seftalt, 

{fjf lau zenbede unb innere ®au- 
art" in l)ollänbifd)er Spmdjc; 
eine bcutfdjc Muogabe erfolgte 
1852 bis 1854. Xiefes 2Berf, 
in Dein er Den Cinflufe Der 
®o&cnbcfd)affcnt)cit, nament* 
lid) Der onlFanifdjen {Ratur, auf 
^Jfian zenbedc unb Seu)«l) n<, r 
für 3QOQ- nadjwies, ift and) 
non neueren Mrbeiten nod) 
ntdjt überholt, bic Lüden, Die 3ungl)uhn Darin gelaffen, finb jum großen Teil aud» 
jc^t nod) nidjt ausgcfüllt. ilccnbet mürbe cs 1855 Durd) feine große Aartc oon 
3aoa, bie allgemeines Müffchen erregte. 3m 3at)re 1850 oevmfl()lte fid) 3ungl)nf)'i 
mit einem Qfrl. floet); im Muguft 1855 reifte er nad) 3aua zMrüd. weil er mit Dem 
Aufträge betraut morbm war, «Inpflanzungeu bes Cl)i«atinbfrtböiinies r öcjfeit Überfiihrurg 
aus SüöamcriTa erft zwei 3aljre 3ii®or gcglüdt mar, tu grofjem Stile o<vr3iittel)titfii. 
Xiefc führte er mit fo gutem erfolge burd), baft er Den ®eftanb oon Ijunbert- 
ueununboierzig ^flanjeit auf ntctjr als eine 9J?illton erhöhte, unb er mürbe fo ein Stobt* 
tütet ber 9Renfd>l)cit, mbem er baburd) ben ^3rcis bcs Chinins wcfentlich herabbrudtf. 
?lin 21. Qlpril 1864 fe^tc aber bann ein Lebcrlcibcn auf feinem Lanbfih« Cembang 
feinem tatenftol)cn Geben ein (Eiibe. Seine reifen geologifdjen, paläortc* 
logifdjen unD bötanif<hen Sammlungen, bie fid) jet$t im {Reid^smufeutn 
ZU Geiben befinben, finb immer rtoth nidjt flän3lid) bearbeitet, haben aber in- 
Ztoijdjcu fd)on zahlreichen (belehrten reichen Stoff ju Srbeitett über bie 
Geologie unb ©otanil oon 3«oa unD Sumatra geliefert. 

Das 

Eeutidjc 3nftitut für ärztliche 9Jti(fion in Tübingen. 

CVfm 20. Cftobcr fanb in aübingen im ®eifctn Des mürttemberfliidjen 
^Mönigspaarcs bic fcicrlidjc Cinroeihung Des Xeutfdjen 3nftituts für ützt- 
licfjc SRifiion ftatt. Xabci fprad) 'fJtof. l>r. MJurftcr über Die ®cbeMt»ng bes 
3nftitut$, bas Mr3tc unb 9Jli|fiondre für Den ärjtlühctl Xietift, bf)ö«beT5 
\n Den öeutfdjen Ztolonieu, ausbilben foll, unb ber exft# Xircftor, l>r. med. 
^iebtg, über Die fonftigen befonDcrcn reif fen fd)aftlid)en Arbeiten D» ^aufec. 
Dem fpüter nod) ein aropenbofpital für Ixanfc ÜRiffionare ober fonftige, aus 


2)ie £ntf)üllung bes 5)on 

Oben: aasXentmal bes argcntinil<b«i 


3ofc be Saint=®Jartin s 35cnfmab in ^o«lo 9 ne*fut*®Jcr am 24. Tttober. 
(ßcnetab. Unten: Mcgrüfjung bet argentinifchcn Deputation burd) Den itricgsminiftec (Seneral «nt« 


♦ 


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r. 3463. 11. SRoücmüci 1509. 


3flu[trirfe 3 eitun 9- 


963 



ben itopcn hottl 3 U* 
rücfg<ffl)Ct# (Europäer 
lUigegliebcrt roerbcu 
jolt. roo bie Stuben tcn 
bfft Snftitut« unb 
njiijjtöitfltf in Samo- 
rtfcTfutJcit prattifd)e 
(Erfahrungen fammetn, 
rönnen, ferner gelten 
Beflrühunpianfpra» 
rfjen ber rofirttembeT' 
nifttje 5tultu9mlniftcr 
v. ftlfi|<I)hauft, Mär 
utenft bes fReid)$Tolo- 
nialamts in öeTlin ber 
OberoenDoltungfr* 
geridjtsrat ferner, ber 
«Reiter ber Unioerlitöt 
^Tübingen Ü3iof. Pr. 

Sd)Ieid) unb ber SJlif* 
lionsbireFtor £«miig 
auo fiermfnit namens 
bes Slusfchuffes ber 
Xeutfchen ffioangeli* 

|4)<n Wiffioncn. Bei 
bem nachfalgenben 
{Jeftgottesbienfic ^iclt 
bft Wifiion sbirrftor 
Dr. franrius feine 5«ft* 
prebigt über bie I)öi)e 
Bebeutung bet örjt* 
liehen ftilffleiftung für 
bie 9Jiiff ionsarbeit in 
bHbnifdjeit unb mo< 
hamme&auifdjen Sänbent. Der 3tiftitut&DöT|tanb <f3aul 
Ged)l*r würbe oon ber mebiiinifdjeti 3raruttrtt Tübingen 
junt ®b«nboftot ernannt. 

Die Htrdjiteftur bes 3uftiiuts ftammt von ber Stutt* 
gartet frirma ftlatte u. Weigle; ber geiftige Urheber bes ge- 
fainten planes ift ber Stuttgarter herein für öT3tlid)e 
Wiljion» feilt unmittelbarer Srörberer ber am 15. Booember 
1906 ju Hfranffurt a. W. »d hoc ins Gehen gerufene Hierein 
Xeutfcf)« 3nflitut für ötjtlid)* Wiffion. Die ©efamtfoften 
bes bisherigen ClnfUtulsbaucs betrugen runb 240000 Jf, 
ben gefamten ftoftenaufroanb ffir alles, was hier geplant 
ift, fdjflöi« man jebad) auf runb */» 2Hitt. Das meiftc 
oon ben bis jefct oorhanbenen Wittrln coirb freiwilligen 
Spenben oerbantt. 3m «Ipril b. bereits mürbe bas 
3nftitut 00m erften Direftor Dr. {Jiebig unb acf)t3et)n 
Stubenten, oon benen fedjs aWiffiansärste werben ruollen, 
be3ogen. «m 1. Wat trat aud) ber aweite titelt or 
Dr. Olpp, früher 91*3 1 ber fR^einifd|«-tt Wiffioit in Dunghm 
(Sübdjina) feine Stellung an. 


gegen bie Wintrrfälte? 
Sie Itabrn fid) nod) 
nid)t jur f>errfd)ftft 
über bas , teuer ent* 
toidelt. 3t)nen ift nod) 
lein Uromctbens gc* 
uiorbcu. 9lber Uluttcr 
Statur bat auf nnbeve 
Weife geholfen, burd) 
ein Wittel, bas überall 
flu haben ift, weil 's 
überall ift, nietjt fidit* 
bar unb bestjalb oan 
Den meiften nidit in 
ber Tcd)ten Weife er* 
Famit unb gewürbigt 
— bie Cuft. 9Iutf) ber 
Wenfd) bebient fid) 
biefes wichtigen JVaf* 
tors ber Wärmeöloiio* 
inie bei toeitem mehr 
als bes fteuers. Tie 
Xoppelfcnfter halten 
bas Zimmer warm. fo 
fagt ber SBoUsmunb; 
in Wirniehfcft ift es 
aber nur bie jroifdjen 
ben beiben ftetiftem 
oingefdjlaffene Cuft* 
fd)id)t, bie roänurbal* 
tenb wirft. 

Sir bft bu 5 oil bie 
Üugel auf bem 9Ifte 
bes nahen Baumes, 
wollig unb tueidj? -Sie bewegt fid) — ein ©paljl <>riert 
er etwa, ber fleine Sd)clm? Du irrft, fparc betn Wtf» 
leib. (Er ftreft gerabe fo wann wie bu bes 'Jiatfjts in bei* 
nein warmen ffeberbette, trenn ’s bie Wutter recht auf* 
gcfd)fittelt hot. So fifct auch ber .^ana rienoogei abenbs 
auf feinem 3täbd)cn im ^Pmicr, bas &3pfd)en rücfwdrtft 
im ^-eberolies oerborgen. Wenn nur ber Wagen ni<f)t 
luurrt. 9ieid)lichc 91al)ruug fchafft Jd)on bie nötige 3nnen* 
lüürme. Sonft fönntc fid) bei ftreujfihnabfl mitten im 
falten Winter nicht bei» Guru« geftatten, an ffiltemfreuben 
$u benlen, einen ^aw-sltanb 311 grünben unb ein gan3es 
'J3eft voll itinöer groBiufüitem unb warmjuhalten. ©ein 
Ilfd) ift reidjlid) gebedt ; fein ©peifenoorrat hütigt in Wenge 
nod) in ben Wipfeln ber fd)lanfen bufd)igen J>i<hten. X>ie 
jarten Äleinen frieren ntd)t. ®on unten fd)üt}t bas rnefcf)* 
gepolfterte Hleft, unb oon oben unb oon ben Seiten ftrömt 
ihnen beftänbig bie HDflrmc ber forgenben Wutter ju. Xas 
93eft ftedt tief verborgen an einem roinbftillen ^lät^en, 
bamit nicht (alte 3ugluft bttrd) bie 9ieftwÄnbe pfeife. €0 


®" n,8 “ M Sas Deutet 3n|titut für är ä t(id)e OTinion in Sfibingen. 


35 oppdfenftcr. 

opr\eim öcr ÖProlb bes Winters, ber ö*rt>ftfturm, über 
*^4/öie Stoppern mel)t, wenn er braufeub in fein Öorn 
ftöfet, bnrd) bie Wölber heult unb in Stabt unb $orf 
unb einfamen (fiehöfien üh SreUcrplanFen rüttelt unb 
fdjüttelt, an Xadjern flappert unb fid) burd) bie Spalten 
unb Jtitjen an JVenjtem unb Xüren irodngt, überall 
prüfenb unb unterfuchcnb, ob für bie fommenben Wochen 
unb Woube alles niei* unb nageifeft ift , ba mahnt er 
einbringlid) unb mit llngeftüm, mas Cbem hot, Wetifcijen 
unb 3icre unb flanken, ihre Surgen unb heften mit 
bes Gebens Slolburft unb Hiahnmg 311 oerforgen, Wälle 
unb lorc au93ubeffem, um ber brohenben Belagerung 
bes aurüdenben JVeinbes ftanb^uhalten. 

Die lemperatur finft mehr unb mehr mit ber weichen* 
ben Sonne. 0^1 tommt ber roärmenbc Ofen ollmählid) 
3 U Eh«n. flfllte tut weh* «her wie fchühen fid) all bie 
übrigen fF>efd)öpfe unferet ^one, bie liere unb Bflatt3en, 



-»- -4 1 1 


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j-.j--} i i 


W 


Hier seKii Sie ckaü-ief) weifl auf scWirz 
Srjatg fast aKrieMüKe*! 

Ein Wurwi^rriiüet Lst und bleibt 
Der SuniichtSeifeBrüive! 


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Zum Schrubben, Putzen und 
Scheuern des Fussbodens, 
der Wandbekleidungen, der 
Stühle und Tische, Linoleum- 
beläge usw. verwende man nur 
die bekannte Sunlicht Seife. 
Die Sunlicht Seife gibt durch 
ihre Zusammensetzung aus 
besten, reinsten Rohmaterialien 
die sicherste Gewähr dafür, 
dass trotz ihrer grossen Rei- 
nigungskraft die Farben und 
Lacke obiger Gegenstände 
nicht angegriffen werden. 
Sunlicht Seife ist überall in 
gleichguter Qualität zu haben. 


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“ V VÜ, 


foxgfam fjat aud) bas (Eid)I)örntf)eit fein 9 t eft angelegt. ?luf 
tDcirf)em ^ 3 olftcr, ben bitten BMntcrpelj über bie Obren 
gc3ogen mtb wie eine Kugel jufammcngerollt, ruf)t biefex 
«Tuber fiuftig, bet Danameiftee nuferer Wälbcr, bic falten 
Wintcxtagc unb »nädjte fyinburd). Mur u>eim ber Blagen 
fnuxrt, eilt es l)tcrl)in unb batim, (tammauf unb ftantmab, 
um oon feinem Wmtcxooxrate 3U Ijolen. Dex $amftox 
bagegen oerfefjläft unb oeitTäumt ben langen Wintcx 
unter bev (Erbe. Daßm bringt bcT ftcoft nidjt; bex 
lodere tlderboben ift fein Döppelfcttftex, bas übrigens 
aufjer bem £>amftex aud) ber Dad)s, ber «Maulwurf, bas 
'Dluxmeltier unb nod) Diele , oielc anberc ®efd)öpfe, 
namcntlid) unter ben nicbexcu Dicrnt, tDol)l 3U fdjäßcn 
roilfen, unb wenn baju nod) eine bide, weidje, luftige 
Gdjncdjülle ben (Etöbobcn bebedt, finb Diexc unb Bflanjtn 
trefflid) geborgen. Die Sdjar ber Kleinticruiclt mit ißrem 
witzigen Körpex unb ber oexljältmsmäfüg großen Ober- 
fläche farm in freier fiuft ber Kälte nidjt trogen, fie fef)lt 
uns im Winter gauj. Biele 3 nfellcn überbauem blc falte 
3af)re$3cit als (Eier in ber (Erbt* in {Riubenfpaltcn, unter 
bidytem fjaarfi^e — id) erinnere an ben fdjlimmeu C»b|t* 
baumjdyäbltng, ben Gd)t»ammf pinnet — anberc über- 
wintern als puppen in ber (Erbe ober in Ijoßlcn Säumen. 
Bcfonbers intereffant in ber Wnroenbung bes Doppel- 
fenfters ocrtyält fid) ber ®olbaftcr, jener Heine, weiße 
S^jmettcrling mit bem gotbgclben öinterleibscnbe. Sdßoit 
im feerbftc entfdjlüpfen ben (Eiern bie tleincn Näupdjcn. 
Sie jpitmen ein bidjtes Wcft aus Blättern unb feinen 
rfäben jufamnieti unb bleiben unemid)bat bem Winter* 
froft, bis bie warme Wlittaglonne bes ftrüßlmgs aud) 
ißnen auf ben B*lö brennt. Wenn barm bie erften 3artcn 
Blättdjcn an unferen Obftbäumen, an (Etcfjen ober am 
Weißborn aus ben braunen ftnofpcnjdjuppcn tjeraorbreeben, 
bann erwägen bie Staupen roieber unb beginnen iljr fdjänb* 
lid)C 5 Bcrmdytungsweri — anfangs nur in ber Wittag- 
forme unb in Tlcinem Bcjirfe. Bon lag 3U lag toanbem 
fie raciter unb feljren nur abenbs ins 9 teft jurücf, bis fie 
juleßt, wenn aud) bie Madjlfröfte nid)t meßr 3U fürdjten 
finb, ben ganjen Nlättcrwalb nbweiben. 

Bide Önfeften tragcir aud) im Sommer einen bidyteu 
Vjaarpcl.v Betraute mit ber ßupe eine $ummd, eine 
Biene, eine fliege! Dtt wirft ftaunen über ben ftruppigen 
®efcllcn. Sein 3*11 ift im Berßältni« jum Körpcrburrf)- 
mejfer bebeutenb langhaariger als bei unferen tojtbarften 
norbifdjen Bdätiexen. (Es ift aber aud) ßcr3lid) wenig 311 
ben sierlidjen Scdjsbeincm; fie erftarren gar halb in 
tüt)ler Macfjt. (Einzelne fud)en 311 ihrem Gd)u:ßc Wärm* 
ftuben auf: ßängenbe Blumen glocfen unb »glöddyeri, bie 
fid) abenbs fließen. $icr gibt es Gpeife unb Iran! 
unb einige ®rabe Ijöljcre Demperatur als braußen im 
freien. 'Die Bffanj* tut es freilich um ihrer felbft 
willen; gilt es bod), ftrud)tf)iotcn unb Staubbrijältex, bas 


Koftbarfte, was fie befißt, uor Wäfjc unb Kälte ju fd)ütjcn, 
um ben ftortbcftauö ber Wct 311 fidjern. 9 llfo auch I« 
ihre (Doppcticnftcr. 

empfinblid)ften gegen Ätälte finb bie 9 irarmblütler. 
3l)re Körperwärme »erträgt — abgefehen »ort ben SBtnter» 
fdjläfern — ohne ®efahr bes Gebens feine großen 
Gdjwanluugcn. Xeshalb liegt and) ber Körper nid)t mit 
feiner 5 Breitf eite bem Grbboben auf, fonbern ift mSglidjft 
allfcitig oon äiuft umgeben, fo baf) er ben iBoben nur 
mit 3U>ci (bie tBögel) oöcr ü ' cr *i*i«fteti ^lädjcn (bie 
Säugetiere) berührt. Wu^erbem bebedt ben größeren 
Körper mit ber uerbältuismäfjig Heineren Oberfläche, 
namentlich in ber falten 3al)res3Ctt* eine bichte, oiel ßuft 
baltenbe f^eber* ober £aarfd)id)t. Cfa, bie »ornehrnftm 
unter ihnen, bic 3u0o5gcf, reifen nad) ber IHioiera ober 
nad) Slfrtfa. Gie finben im norbifdjen SBinter nicht bic 
afiimalifdje 9 lal)tung 311m Unterholt ihres Stoffwedjfels, 
3nr (Erzeugung ihrer Dunen wärme; »egetarifche Koft mag 
ihr »erwähnter (bäumen nidjt. Mur bic Ucinftcn unter 
ihnen, wie bie üJteifcn, bcr3auntönig, bas (bolbljäbnchcn, 
bleiben hier unb fud)en rnfttyffttn unb eifrig in 9 ?iuben- 
rtljcn unb bid)tcm (bejweig nad) 3 nf«ftcneiem unb -laroen. 

Kriedjticrc unb Vurdje, gan3 ohne lufthaltenbe 9 lrt» 
hänge am Körper, finb im SBinter »ollftänbig »on ber 
Bilbfläche ücrfchwunöen. 31)tc eigcntlidje Heimat liegt in 
ben Xropen unb fubtropifdjen Gebieten, wo im Habitus 
bet ^Sflanjen* unb Tierwelt mehr ber Gchutj gegen blc 
börrenben Gtrahlcn ber Gönne unb gegen trodene ßuft 
311m Kusbrud fommt als bie Sicherung gegen bie Kälte. 

Buf deiner SCanbcrung burd) bie Fluren 3ur 9 Binters- 
3eit triffft bu faft ausfchlie&ltcf) Bögel unb Säugetiere, 
bie, wie bu, burd) bide Wintern ei ber gefdjüht linb. Bfcift 
aber ber fdjarfc Oft, bann fudjen bie Xierc einen toinb« 
ftillcn SSinfel auf. XJu aber Inöpfft ben Wod 3U, fdjläglt 
ben Kragen h oc h ,,n ^ ljßillft tool)l aud) oorit nod) bic 
»Jlrmcl 3u, ba& ber SBinb bir nidjt bie fiuft aus bellten 
„Doppelfenstern" blafe. JHubolph Schiffei. 

Die Spinne. 

Von f>on» palm >9l»rra. 

ott ®latfeille lommenb, lau beten wir nad) einer ftür- 
mifchen $>al)Tt über bas 9 Jlittelmeer in Bhilippeoille 
an ber algerifdjen Külte. Der erfte 9Korgeii3ug brad)te 
mich noch ßonjtantinc. hierher hatte id) poltlagcrnb alle 
Nachrichten aus ber öeimat erbeten. 3 <tj fanb beim auch 
mancherlei »or, unter anbeem eine Karte oon ber örau 
eines frreunbes, Gie fdjricb mir: 

„ßieber ßerr Doftor! Bon Dht« lieben Gd)wefter 
erfahre id), wie eine SHadjridjt Gie auf Obrer großen 
Orientreife erreichen fann, unb wage eine Bitte: 9 Bcnn Gie 
oon doultantine aus Biofra befudjen füllten, fa gehen Sie 


aud) einmal ,ju meinem Brubcr. (Er wohnt Bue3a| <rtaD . r 
(Er ift fchon feit «Monaten feiner ©cfunbheit weaf« 
unb fdjeint fieh fehr cinfam 31» fühlen. <Sei ne J?} 
mir Gorge, «ielleidjt tonnen Gie ihn rin clnio 
heitern. Bringen Sie ihm and) Ijerjlictje <&r% DO n Z 
3 hneu im oornus h« 3 Üth banfenb, ^hre Bgnes 
®croif) wollte id) nad) Bisfra, unb 3war f* 0 it 
anbent 2age. Den Genannten lanntc id> wenig 34 Jr 
nur öfter bei feinen Bertoanbten oon ihm athZ^Zl 
wußte, baß ihn bie «Finte nnd) bem Güben gefc^ieft battT 
(Er war immer ein Sargenfiub gewefen. ^ 

Das cin3ige 9 Jlal, als ich ihn im Sjaufe feiner 
getroffen hatte, machte er mir ben (Einbrud eines feiner 
unb liebe nsnmrbigcn , aber fdjeuen fDlenfdjen. (ft ^ 
damals oon einem Aufenthalt in 3 talien, fdjeinbar oefiei'f 
mit neuen fi ebenst) Öffnungen $urüdge!ebrt, tie auch 1* 
bas f»aus feineT Sd)wefter, bie fetjr an ihm hing, ftuM, 
gebracht hatten, später war bann ein böfer Süfyjj qr 
fommen, ber ihn oon neuem nach bem Suben trieb. 
Blfo in Bisfra war er* 

Während ber ad)tftünbigett Örahrt boethin hatte id 
Blu&e, an jenen Abenb bei feinen Berwanbten 3urütfiu 
benren. 

Wir waren nur einige 3 ntime gewefen. 3 ®ei*r!*i {r . 
höhte bic Stimmung: bic glüdlid)c »cnefung bes «ruba* 
unb ber foeben glän^cnb beftaubene w Doftor" eines cm. 
wefenben ftreunbes, fiet)terer, ein frifdjer, ljoct>brgabte; 
Biettfd), trug ben fiöwenantetl 6 er Unterhaltung ; bie Äugm 
ber Hausfrau aber niljten mit ftiller fjreube auf ötnici. 
nen 3 ü 0 cn ihres Brubers. Das ®efpräd)sthetn<t lag nab«. 

„Was behonbelt benn 3 h re berühmte Doftoracbeit?* 
fragte bie Wirtin. 

„Wenn Gic mid) fo bireft fragen, grau Brofeffct, 
muß id) wohl Webe unb Antwort ftcljen: ben ^toh“ 
(Entfeßett bet fdjönen Wirtin, Weiterleit ber ©öftf. 
Gelbft ber ftitle Bruber ladjte oon ^erjen. 

w f>aben Sie wirflich leinen würbigem ©egenftanb 
finben rönnen?" 

„Die Natur ift uns in allen ihren (Erfehcimmgen mr- 
big", antwortete er emft. 

,, 9 ld), fo meine id) cs ntd)t*\ fdjmollte fein ©egeniber, 
3et(t brad) fein llbermut wieder burd): 

„Sinb Sie ihm roirllich fo gram, gnädige Jrau? 5 i 
hat fonft freunde unb ®önner. Denfen Sie an ®oetbc. 
Auch h«t er ftähiglciten, um bie wir NlenJdjen ihn be- 
neiden tonnten. Was meinen Sie, wenn wir fo fpringw 
tonnten! Unb hoch wählt er bie ®efangenfd)aft; frtiliÄ 
auch h' CT b*l erwedt er*, tinb bic Augen be& Gprehm 
funtelten fdjelmifd), „mitunter unfent Neid* . . . 

Doch er tarn nicht 311 (Enbe. 

„Steht bas alle« in 3 hrer Doftorarbeit,$cn Doftor?* 
unterbrach il)» bie Hausfrau. 



zufrieden JEHL 

ist Ihr Ofen nur, wenn er zuten Zug hat 
Sonst raucht er fürchterlich und ver- 
leidet Ihnen den Aufenthalt im Zimmer. 

Johns Auf satz^S* 

schafft dauernd guten Schornsteinzug. 
Kein Rauchen der Öfen und Herde mehr. 

J. A. John, Akt.- Ges., 
Ilversgehofen 38 bei Erfurt. 


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ist eine gute Bezugsquelle 

Beweis ; 

Ich bescheinige hiermit, dass 
von der Kirrru Jouua & Co., 
lierlin, innerhalb eines einzigen 
Monats 4931 AuflrAge von allen 
Kundc-n, d. h. solchen, dl« schon 

vordem von der Mrm* Ware be- 
zogen habe n.ausgei ührl worden 
sind. In der vorstehenden Zahl 
4K31 sind nur di« Uesteiluncen 
enthalten, <Uc der ilrma brief- 
lich von den Kunden Belbsl 
Uberseh riehen sind. 

lierlln, J. Februar 1909. 

L. Ri«hl 

, beeidigter JJUchvrreviaor. , 


TORPEDO 


Weil Werke G.m.b H. 

Pödelheim-FranKFurh a.M. 


THE OH 0 STATE UN VERS l 









9Ir. 3463. 11. Wooembet 1909. 


Olluftrirtc 3*itung. 


905 


w 9Uit teilroeifc, ffinäbiflfte." 

‘Tarnt beeilte fie fid) bas Thema 311 roedjfeln, inbem 
fle fiel) an if)vcn ©atten wanbt«: 

„Tu haft mir nie gejagt, wem beinc wiffeufdjüftlichc 
Hiebe gegolten bat-" 

„ild) ( ßicbfte, Dielletdjt wirft bu uoef) uiel ungndbiger. 
(f& war bie Spinne,“ 

3 e^t trat wirftid) ein «usbrud bes Hlbfd)euo in tyr« 
9 lugen. Gs fröftelte fie ein wenig. 

„3hr h<»öt boeb feltfamc Steigungen, t!>r «aturtDiffen» 
fdjaftlcr." 

Tann warf auch if)t «ruber ein: „§ict mu& id) meine 
Gehroefter in Schuß itebmen; aud) ici) habe nie einen un* 
überiDinblidjen GM oor Spinnen los inerben lönnen.“ 

Gs war bem 5aw»h cr r n nid)t gegeben, leine Sache im 
Gdjeri 31 » oerteibigen wie »ortjer bev CDöftor. 93iclUid>t 
eignete fie lief) aud) nicht fo baju. Um fo mcTjt ereiferte 
er \\äj. 

„3hr tennt ja bic Spinne nity, io«ft fönntet ihr |ie 
nidjt 1 ° |<^vttäf)ct\. $>a|t bu bit einmal ein Gptnnenefc an- 
gelegen," roanbte er fid) an leinen Schwager, „wog es 
für ein «teifterroerf ift? ©el) in ben 9l3alb unb beobachte 
jic, mit fie oon einem Baum sum anberu burd) bie freie 
Hilft ben fraben fpantten. Beobacht« fie einmal. 3d) 
glaube, bein 9lbf<heu mürbe einem anbern ©«fühle «latj 
machen.“ 

„Vielleicht, bod) id) glaube es nid)t. 'Nimm es mir 
nidjt übel*, beine Bertetbigung in allen Gfjten, aber es 
gibt nun einmal Hloerfioncn, gegen bie man oergebens 
nnWmpft." 

3etjt roanbte fid) bie tyolbe HBirttn mit ber nun ld)on 
3 roeimal gef teilten &ragc an mid). 

3 d) ladjte. ,,3d) bin 3E)W* Unwillens gewiß, rerel>rtc 
$rau, es war ebenfalls bie Spinne.“ 

Silles fat) mid), ben öiftorifer, erftaunt an. 

.Sogar eine Spinne,“ ful)r id) unbeirrt fort, .bie 
töoettje unb Sdjiller bejungen ^aben. Sie ijt allo bem 
ftlotj tcufetes ftrennbes nod) über." 

Unb auf bie fragenben «liefe ber ganjen Xafelrunbe: 
„Tie lang« Spinne, roie Oranicn lagt, ber $jerjoß oon 
9115a.“ 

«un fyatl* aud) td) bie Cadjer auf meiner Seite. 3d> 
erinnere mid) nod) ber liebensroütbigen .Cieiterfeit, mit ber 
unfer Spinnenfeinb mir 3 itri«f: 

./Tiefe Spinne lafie aud) id) gelten.“ 

Unb brummig entgegnet« ber f>ausf)crr: „Sie fjat es 
taulenbmal weniger »erbten t als meine." 


3 d) amtbc in meinen ©ebanfeu unterbrochen. Unfer 
3ug burdjeilte GbÄantara unb alles brängte 31t ben #en* 
item, bie giganlifdje Sd)lud)t 3U berounbem, burd) bie 


ber Hitlas (id) nad) ber HBiifte bin öffnet, non ben Gin« 
gebomen „Blunb ber 3 Bü|te“ genannt. 3 Bit brangen in 
bie Sahara ein, oor uns lag ber erfte große «olmenroalb. 
Gs ijt bod) ein rounbcrbarcs <fcefül)l, fold) eine neue 3 B«lt 
oor unfern klugen auftaudjen 311 leben. 

'Jtod) eine turje T 5 *al)rt, unb oor uns log Bistro. bie 
„Königin ber Samara“, bie Stobt ber Halmen unb ber 
„Oulab> 9 latl* w . 


Gs war 9 Rai. Tic HCiiftenfonne lieg mid) mand)« 
mal fpüreu, bafo fie l)ler nld)t auf uujer geliebtes §eibeU 
berg ijerabftfjien. * 1 « Saifon oon «isfra roar faft be* 
tnbet, einige Rotels waren fdjon gcfdjloffcn, bod) bas 
v>otcl «iltotia nuferes babifd)en Hanbsmannes Öfer öffnete 
mir nod) feine Höre. 3 d) gebaute nur jroei bis brel läge 
311 bleiben unb befd)tofo besljalb, fofort unfern franfen 
ftreunb au?3ufud)en. Gin iunger 9 lraber fütprte mid) ju 
feinem öoufe. 

3«t3t mti^ id) oon einer umnberlidjen S^ene berie^leo, 
bie mid) hätte oerlctjen fönnen, wenn fd) nidjt einen Äranfen 
oor mir gehabt hdtte, unb . . . roeim ich nidjt immer bie 
traurigen Hingen ber Sdjrocftcr gefühlt hätte, bic mich 
anflel)ten: Jprlfen Sie ihm, laffen Sie fid) nicht oexfd)eud)m! 

3 m .^auseingang traf id) ein ®läbd)en, bas ich nadj 
bem ©efudjtcn fragte. Gs führte mid) eine Ireppe hinauf 
auf eine überbedtc Üerraffe. Tort, lene Tür, fei bie feinige. 
Gs befanb fid) aud) feine äarte boxt. Tas 3 J?äbd)fn per* 
lieh mid) mit ber «ciitctlung: .Ter §err ift ju f»aufe.“ 

3 <h Hopfte . . . 

3unörf)ft blieb alles ftill . . . 

3 <h war l<hon im «egriff, ein jrocitcs ®lal ,)U Hopfen, 
als fief) bie 2üx ein wenig — eine $anbbreit — öffnete. 
9 Ud)t oiel mehr als ein Wuge würbe fidjtbat, bas mid) 
fragen b anfalj. 

3 d) lüftete meinen !gul. 

Tann — er mod)tc mich oieUeidjt erlennen ober 
roenigftens einfehen, ba[j er mich nidjt abfpeifen tonnte, 
roie er es etwa mit bem «riefträger gewohnt war — 
öffnete er bie lür fo rocit, bag er gan* bariii er« 
fehlen. 9 lber nichts Glnlabcnbes lag in feiner Hirt, eher 
etwas «broehw 1 ^*« Hlngftoolles. 'llud) oerfperrte er mit 
feiner ben (Eingang 3um 3 immer. 

„Gutfd)ulbigcn Sie, roenu id) ftöre, .fierr «enber,“ fagte 
ich, „ich tomme, 3 hnen <&rühe 3 h«f ä-«u Schroefter 311 
Überbringern* 

Gr faf> mid) foft hilflos an, brehte fid) oerlcgcn nad) 
bem 3«mmer um, in bas er einen fudjenben «lief warf. 
Tann trat er plöttfid) auf bie Tenaffe, fein 3 inimcr hinter 
fid) fdjfieBenb. 

„Hlh ! fierr Toltor «ttnlmann, Sie 1 ) 1 « i« «islra 
unb mit ©rüfjeu oon meiner liehen Schroefter.“ Tann 
nach einer fleinen «aufe : „Gs ift geroift fehr gutgemeint 


oon Ihr . . . unb aud) oon 3t) , n*n. ,M Unb roicber biefet 
hilflofe «iisbmd in feinem ©eficht. „Hlbcr laffen Sic uns 
hier braunen bleiben, mein 3immer ift wenig einlabenb." 

Gr 30g jwei ©artenfeffel, uou bnten mehrere bie 
lerraffc garnierten, h«ran. Hüir festen uns. 3 d) lonnte 
ihn jeht genauer betrachten. Gr roar ganj roeife getleibet, 
tabellos fauber. Hlnd) fdjien er gealtert, obgleid) cs faum 
läuger als ein ^ah c her war, baß roir uns gefchen hatten. 

Hl ber mehr als in feinem Hluherm, roar er feeltfd) ein an* 
berer. Tantals, wenn aud) ein wenig jctbTedjlid), bod) trifd) 
unb 3110 erficht lieh, rin SRenfd) unter finenfdjen. «Jas h Q H* 
bie hirje 3cit aus ihm ßcmadjL Seine leidjte «efangenheit 
hatte fid) in «lenfdjenfdjeu oenoanbelt, bie ju uerbergen 
er fid) aud) gar feine 9Jlühe gab. 

Taju biefet tjilflofc Hlusbntd. 

Ta» ftumrne prüfen meinet «lide, fo flüchtig es 
war, beunmhiflte tl)n offenbar. Trohbem fdjroieg er. 
Äein HBort bes Tanles für bie überbrachten ©riihe, feine 
J>rage nad) feinen «enoaubteu. 

So ergriff id) bas «Jott, ct^ä Ijltv ihm, wie mid) bei 
«uftrag feinet Schroefter erreicht hatte, fprod) oon meinen 
fReifepläuen unb fügte f)in3u: 

„Gnbc Cfwni gebenfe id) nad)Xeutfd)tanb 3urüd3ufchren ; 
länger wirb es wohl in ber Sonne Hlfrifa9 nidjt aus» 
juhalten fein. 3d) muh bann 3hter fffrou Schroefter 
übet 3hr SBohlergehen berichten, falls Sie nicht oor mix 
bort anfommen." 

«ci ben letzten 'HJortcn <rfd)rat er faft, unb abwehrenb 
erwiberte er: 

.O nein! 9luf feinen ,yall. 3d) bleibe hi«- ^Jüd) 
oertreibt bie .fiihe nicht. Ter «rjt rflt mir überbies and) 
ba3U.“ 

llnb nad) einer Tarife entrang fid) ihm: »«ein, nein, 
id) muh hier bleiben.“ T«3U eine feltfame «etoegung bes 
«liefes nad) feinem 3i*nmer. 

Tann fagte er mit einem flüchtigen Schimmer feiner 
alten Hiebcnswürbigfeit : „Sagen Sie meiner Schwefier 
hcr3lid)cn Tanf für bie (firüfce, unb auch 3 h wew hanfe ich, 
bah ®t« ben ißeg 3U mir nidjt gefdjeut haben, ©ruhen 
Sic Sdjroefter unb Schwager foroie bie Serannten.'“ 

Tic lebten 3 Bortc begleitete er mit einer nidjt mife* 
3uoerftehcnben 'Bewegung ber £>önbc auf bie Seiten* 
lehnen feines Seffels, als wenn er fid) erheben rooltte, 
nur aus Sjöflidjfeit roartenb, bah « n»d)t ber erfte fei. 

Tod) id) lieh mid) nicht fo fdjncll vertreiben unb 
roieberholtc meine früheren «Jorte: 

„3<h muh 3hret ^rau Sdjroefter über 3hr SBobl* 
ergehen berichten." 

9Ibcx mit einer fianbberocgung biefe örage rurj ab- 
fdjncibenb, fagte er; 

„9Id) f bas bauert nod) eine «teile!“ 

3 d) fonnte bas nun auffaffen, roie id) wollte, aber id) 
bochte in biefem 9 lugenblide nur an bas eine: bie ©enefung. 




(fiocolade 




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THE OHIO STATE UNIVERSITY 



UV o 


3llu|trtrte jeitung. 


3iuu blieb mir eigentlich nichts attbereo übrig, als 
»ntd) zu verabfchiebrn. Slber icf) tonnte (o uidjt gehen. 

,^errjB«tbet f " fugte idj furz ent fdjlof reit, ,,id) fiT^le 
iuot)l, Dag id) 3I)nen luftig bin, unb wenn es fid) nur 
um mid) hanbelte, wäre id) längft gegangen. 3d) mu& 
Köod) m Ayibelberg Hebe unb SCntwort ftc^cn. Ob« 
»trau ^djwcfter fc^rcibt nur, bafo Sie hier einfam leben, 
reinen ÖcrTeljT haben, unb bag id) 3bnen bic paar läge, 
bie id) hier bin, Unterhaltung unö 'Jlufheiterung bringen 
ioll. C|(f) feEjc Ja, bnfj Oljnen nid)t bamit gebient ift; bag 
Ste mid) )um Teufel wijnfd)cit; abet förnitm Sic fid) 
ai*t bod) cnt|d)licften, mir ein paar Sittubett 311 opfern, 
nid)t um meinetwillen, blog bamit id) nod)l)er beit 3Ijren 
nidjt bas £>erz fdjwer m ad)r. Gs wäre OI>rrr Sd)m«[tcr 
jnlicbc, bie 3f)Ter in Sorgen gfbenft. w 

Mt* id) bod) bic richtige Saite angefctjlagcn. 
lir fal) mid) offen an, unb tn feinem ?luge flimmerte 
cs feud)t. 

„Verzeihung, £>crr Toftor, wenn id) Sie gefränlt habe; 
id) wollte cs nid)t. Wenn Sie wüfjten, wie [eljr id) Sie 
fchätje, wie gern id) meiner Scbroeftfr eine freute rnadjen 
möchte. Slbcr hatten Sie einem .ftranten etwas 3ugutc. 
Warum lebe id) einfam? Weil id) nid)t an ber* tarnt. 
Od) fann in feinem tf>otel cjfen an einer lebfjaften, fTölj« 
lidjen Tafel, weil mir fo ziemlich alles oerboten ift, was 
bort unö wie es bort gereid)t wirb. So effe id) tu meinen 
oier Wänbcn, was mit meine Wirtin nach ärztlicher 33or* 
fd)rift fod)t. 3<h fann nüd) feinem Ausflug anfd)licfoen, 
benn id) barf fein ftnrnel befteigen, feine längere Silagen, 
fahrt machen, Biegen foll id), Diel liegen, batwifdjen 
flelnc Spaziergänge madjen. Sagen Sic felbft, ob mir ba 
etwas anberes bleibt als bie Ginf amfeit? Wer hätte wohl 
Buft, ein folch« Beben mit mir 311 teilen? 

Was wollten Sie nun mit mir anfangen? Sie fagen, 
bafe Sie nur ein paar läge hicrMeiben, oielleicht morgen 
unb übermorgen. ')tun, wenn Sie 93islra halbwegs ge* 
niefcen wollen, Sie feine 3«* i u »«Meten.'' 

Tann begann er mir anszumalen, was id) alles 
fehen unb befudjni nmfjtc. Gr hatte wohl eingefeljen, 
öafj er mid) mit ber Dorherigen ftummen % llbwet)r nidjt 
los würbe; |o wählte er ein anberes Wittel. 

„&cute abenb muffen Sie 311 ben Culeb Mails ins 
arabifche Gafe, uni bie Tänzerinnen 3U fehen. Sie finben 
im f>otcI immer G>ejellfd)afr. borgen oonnittag madjen 
Sie einen jtamtlritt in bie Wüfte naef) Sibi Cfba, ber 
nädjften Cafe. Dann nehmen Sie einen Wagen nach 
ben Sanbbünen. Sie öiirfen nicht »erfüll men, unter 
Rührung eines Araber« bas fftegerborf üllt.'Bisfra fowie 
bie Wo|d)ee ju. befud)en, baju ein Spaziergang burd) 
ben ^almcuwalb, ben Palmwein nicht 311 rergeffen. Sie 
werben f«h en » e ' c «tit 3 l)ter 3 fit tt ‘ä)t ausfommen.“ 
3 eht Derftnmmte er ©ieber unb fah mich faft lauernb 
an, bie Wirlung feiner Worte bcobadjkub. Cr hatte 
biesmal feinen 3»e<f erreicht, id) erhob mid). Tabei entging 
mir nicht ber flüchtige Wusbrucf ber Grlöfung bei meinem 
(Segenübcr. Ilbct plötjlicf) T^htufl « 3 « meiner UbtT« 
raf^ung wieber um. 

„f>err Toftor, id) hoffe beftimmt, Sie nort) einmal oor 
3h«f Mbreife zu fehen, unb bitte Sic banim. 3<h habe 


etwas für meine Sd)wcftcr, einen arahiidjen Sd)mucf, 
ben id) nicht ber 'Boft mi Dort rauen mödjte. tBielleidjt 
haben Sic bie fitebenotnürbigfeit, ihr ihn 311 uberbrin* 
gen. §>eute fann id) il)»t ihnen nod) nidjt geben, ba 
er etwas geänbert wirb. Würben Sie fo gütig fein, fid) 
übermorgen noch einmal ju mir herauf 311 bemühen, 
nielleid)t gegen ?lbenb, etwa fed)s Uhr, wenn 3t)»«» &« 
3eit red)t ift? 3d) gebe 3l)nen bas IJafet mit iftrügen 
an meine Sterwanbtcu, Cntfchulbigcn Sie," fügte ertjinju, 
„wenn id) 3hnen zumute, nod) einmal hierher 311 Kommen, 
nad)bem Sic gewih ichoit ber heutige Weg ju mir reut. 
3d) tönnte es 3h*reu ja ins f>otel bringen; über ich 0 f he 
nid)t gern unter Utenfchen, unb" einem 'ftoteiu mödjte id) 
ba5 'lUfet nicht anoerlrauen.“ 

id) fagte ju unb oerabfdjiebete mid).; 


3d) genoö alfo «isrra, wenn aud) nidjt gan3 getreu 
bein 'Brogramm unfers Weufdjcnfeinbes, tranf Palmwein 
unb fpürte bic SBÜftenfonnc, gc|d)aufelt auf beut 9?üdeu 
eines Atamels, fah arabifdje län3erinnen unb raufte 
Amulette. 

3ut oerabrebeten Stimbe Hopfte id) bann an bie Iüt 
bes Sinfieblcrs. 

Diesmal fam er mir lebhaft unb Ijc^lid) entgegen. 
Unfere fRolIen waren faft oertaufdjt, ba id) eine gewiffe 
jurüdhaltung nidjt beldmpfen fonnlc. 3» meiner Hbcr» 
rafdE)ung nötigte er mid) in fein 3 imm * r . Sanfte mir für 
mein flomiueit unb bat mid), in einem Seffet, einer ?lrt 
Schaufctftuhl, Vlah 3» nehmen, obgleich ich öiefe ?Irt 
fölöbcl fonft gern permeibe. 

„Sie haben oielleicht bie Jreunblidjfeit, biefer Warte 
an meine Schwejter ein paar Worte hi»»3W3U fügen. ?lud) 
bitte id) Sie, bic Äaitc gleid) mitzuneh»»en unb in ben 
ftaften 3U werfen. 3d) oerfchwinbe für einen fflugenblid, 
um bas v Bafet fertig jutnadjen." 

®r ging butdj eine Tür ins Slebcnzimmer. 

3d) fdjrieb bie Marte unb ftedt« jie in bie Tafdje. 
Tarnt fah ich mid) tm 3 immer um. S& war nid)t grofe, 
aber fanber unb fmmbUd). 3n ber ®de ftanb bas ‘4?ett, 
baoor ein deiner oricntalifcher Teppich, gegenüber an ber 
Wanb, hoch ziemlich nahe, eine Atommobc, auf ber ^üd)*r 
unb 3** * * tungeit lagen. Sonft mir noch ein Ti(d) uiib 
einige Stühle, an ber Wanb ein paar Diäten mit etwas 
<&arbcrobe, 3Bafd)tifd), MlcibcTfdjranr ufro. fehlten, be* 
faitben fid) alfo wohl im ’Jlebeu3immer. 

®r lieh mid) 3iemlid) lange warten. 3d> ftarrte inbes 
gcbanfenlos unb etwas ermübet oor mid) hin. 

Ta, plötjlich, erfdjrar id) faft; unter ber Monimobe her» 
uor froch langfam eine ungewöhnlich grogc unb fremb* 
artige Spinne auf mid) zu. 3d> madjte eine »Bewegung 
mit bem ji^ J« »ericheud)en; bod) fie lieh fid) nicht 
beirren, fah mich mit fcltfam glitjemben Wugcn an unb 
»er folgte ihren Weg auf mid) ju. 

3fM fprang id) auf unb trat Tie tot. 3d) hotte fic 
gut getroffen; fie rührte fein ' s ‘>licb mehr. 

3u bemf eiben Wugeublid öffnete fid) bie Tür noin 'Jteben* 
3immcr. Ter Ifiutretenbc fal) mid) erftarmt an unb folgte 
meinem 9Mid auf ben Bobern 


m. o*uo. 11 . jiDDmsm 


1 himmelt* I 


Tami würbe er blcid) wie bic Wanb unb fi älnm , 
fall 111 oerftdtiblidj: 0 |t4n »nif[|, 

„Wa . . . wa . . . was ift bas? 

„(Sine Spinne, bic id) totgctieten habe - 
Tod) id) hatte nod) nicht biefe p ä( i r «n ort . 
gefprodjen, aU id) ihn wanlcii (ah. Tas «afff L“ 11 ' 
®rbe, unb id) muhte 3ufpringen, ihn aufzufana.n 1 
i«J ibti in öcn Sejjcl B l£i«n lufe. 9Bi« 

SBic ionnlf «ine tote Spinnt , bic toum nod) oteku 
ju ttltnnm ,uat , eh» lobte «)irhm 9 o,,| i|,„ ^ 
Tatet fiel mir wieber fein unüberwinblidjet «wSl 
gegen Spinnen ein, üüh bem er bamals gefproAm K* 
Gine Weile fd)ien er bewu&tlos, banti SÄ 
feine öligen ein wenig. Doch fein SBlid wid) mir Z Ü 
irrte |ud)enb burdjs ^immer unb blieb oon neurw'J! 
ben 91 ef tcu ber Spinne haften. Tann fiel er Ln«. m 
flcf) zufammen. 8 m 

3n SoToeu um feinen Juftanb fragte i* cn&iidi 
„fühlen Sie fid) unwohl, foll ich einen 9lr,)t rufen Jim >- 
Ta antwortete er mir mit fd)ioad)er Stimme a, 
ber eine unen bliche Irojtlofigreit Hang: ' 

„Was foll mit jegt nod) ein ’Slr^t ? - 
ÜJJir tourbe faft imhcimlid) zumute. ^i fr | afl fto5 . 
Tunlles, Wijftifdje®, mir Ilnoerftänbtidjecin bertiuft 
fah mid) um, ob mir bas 3immer irgenbeine Sntoe? 
geben fönue; bic Situation blieb aber rätfclhaft. 

Tann raffte er fid) auf. 

„(intfdjulbigen Sie, ein Heiner Unfall oon iEcbowd« 
®s ift fdjon oorbei unb bebcutet nid>ts weiter.“ 

Gr |tanb mübfam auf, bücTte fid) n ad) bem* Reifet unb 
gab es mir. 

„(Sjlücflithe Weife." 

3d) war oerabfehtebet. 3cf) jögerte noch, ihn |o «„ 
»erlaffen; bod) wie ich ihn anfah, lag etwas m feinen 
Wugen, was mid) zwang, zu gehen. 

Ta, als ich bie Tür Öffnete, Hang es mit fchludjienber 
Stimme mir: 

„(hrufeen Sie meine liebe, liebe Schweiter." 

Unb wie id) mid) uinwanbte, brad) er oon neuem im 
Seffel jufammen , bas (befieht in feinen Ajanbrn sei« 
bergenb. 3ch eilte beftür3t auf ihn 31t. (Tinr heftige, fair 
30m ige »Bewegung feiner £>anb jebod) befagtr mir, bau 
ich gehen füllte. 

Tas war unfer 'ilbfchicb. ' 

?iin nnbem ®lorgen reifte id) ab. 


Gs 0 ergingen 9öc»d)cti. 3d) erfuhr wenig au» b« 
iieimat. iHnberungen in meiner »Reiferoutc waren üb«* 
Dies fdjulb, bah mid) Briefe fdjwer ober gar nicht ei* 
reichten. 3eh fal) Tunis unb Mairo, 3 <ru f aIcn » 
Monftantinopel. Tann ging es jurüd in bie Heimat. 

»Hm 12. 3uii Homm ich in ^eibeiberg bie tnarrrnbe 
Treppe im altertümlichen ^aufe meines ^reuni« empor, 
um feiner frrau ffimö unb Oefchenf bcs ftrubro ;u 
überbringen. 

Gs toar ftill im Biaufe. Tas fonft fo muntere Mläidjen 
öffnete mir mit einer feierlichen 9Jficnc. 3d) ©artete eine 
Weile im Salon. 



OPEL 


Mdn verfange Preisliste 


■ ttaef) (Entwürfen erfter öeutfdjer Künftler: 

IHöbelftoffe in hanbgemebten roaj(t)barcn £cinen, ©obeltn, tttoquette, Dclours unö 
Seibe. tDanöbcfpaitnungsltoffe. üorlageit unö Teppi<f)e unö £äufet in haar 
gatn, (Eocos, Ittatten, Binjengefledjt, Bouclfe unö Delouts in preiswerten (Dualitäten. 

hanögehnüpfteunöma|d)inengeu)ebteSTni)tna>Teppid)einfarbenprä(htigenntu|tern. 

tTtan nerlange üor|d)läge. - THuftet Itr. 17 3m flnjidft gegen 50 Pfennig Porto 
unö po(tfreie Rüdifenöung. Derfanb nur gegen irad)naf)me oöer Doreinfenöung 

Otesöner IDertftätten für banörocrlstunft ©.tn.b. 1 )., Orcsöen=tU,Ringftr. | 5 . 


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■“ d -rui-y , :ils lariKrhnftlK h u h..nst- ma.11 
gjfc ” l ‘ : " ' hl •‘(‘.-rkiurit , <•, 1 ) m* rlriv 1..- I. Itan/.-», 

i-<. N..nl«ru ..1 -•I.I.UI Wim |. t\- I. •») jyi’T- 

■ ^ 41 I' u ■ 11 f *:ut. W i fi-n in wdiniiV. hVrnvi ht in 

H" • I r.) .'Ml |, , ^•a.ll*»:<l. l.-l.-r k .IU- 

^®*^®®*®*****^^^® fort d. ( irciwinuult. Kl.-klriwh b»'tricb«-i««‘ tl«‘rp{- 

bahn ■. KOnijptuhl, die Auch S »leben, di«* nkht fut Ife rjcr ntHjo'n können, dir M^lirhkHt 
biH<*(, sieh i. friichu Luft u. hobrr Lagvi. iTßt'hfn. LikAltnbm*n u. lHimpfi*rfabrt< n i. d. 
hrrrl. 1 NcrkajUl u. lU-rcutnuMU- k V..rir.-Ul, l.nii.-liunifMuntAJli^n, Kunstarhiil.-ti, 

cahlrrirbr «riMmveliAltl. u. populkr«' Vortr%p>, llil>licAht'k<-n ( Akadrmiarkr und Volks 
fllr Jrd.Tmann), standiK.* KaMtauastrltaaK. Kuiml-u. A lv-rifin\* r>aniiiiluAg. Fjifl. K'iloni* 
(Krgt. Kirrhrk liulwi MadtlhosUnr, KnwwrOiicri. Mwiiih.-i m ( Kahrieit 20 Min.). AnvrkAnnl 
Oerrom»jci-n<l<* Konst-rtr (in» Somm.-f 2mnl lÄ Kisch). S»-kl*>««h<-lflM'l»t. c;«‘l(*jf) l\hi-it tu jed^HI 
8port. fiaPcraehirlmaibad. Mbk u. LflmMnutt. 1.1111«, <lal..-r lt. Iwsond.-r» Kvwgnrt »1* 
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Ton »A) Siöoken. :#j Mk. illuntr HftrntMltom- 
Kstsloge blue gratie tu TirliBgMl «Ml 


Kknigl. Itoflietrrant , Faid«. 


Flügel 

Pianinos 


Förster 


Harmoniums 


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9tr. 3463, 11. Wooembet 1906. 


3 Ilu[t«rte 3 *itoitg. 


1)67 


©lötjlid) Ijnttc id) bas Cöefüljl eine* Unglüds. ba* 
&icfe& Cjauo betroffen. Gin Trauer fall! Unb cbenfo fdjnell 
(üßte ich mir: cs louute nur bet* Stüber fein. Gr iaar 
in ©isfra geftorben. 

Ta erjebien 6ic fd)önc £>errin bes Kaufes, «ruft unb 
in tiefer Trauer. 

„Seien Sie Ijcr^licf) wlllloinmen, lieber frreunb 44 , trat 
jie mir entgegen. „Sie treffe« mtd) allein. 9Jlein Wann 
ijt für ei« paar Sage: «ad) Karlsruhe. 44 

„3d) f<h<» »eretjrte ftrau. bah id) 3hnen 31t einem 
©orluft, ber Sic betroffen, mein anitgefühl" . . . 

„Gie wtffen nicht?“ unterbrach fic mtd). „Tod) nein, 
Sie fönneu ee ja niefjt wiffen, bah mein armer ©ruber i« 
©isTra plöhlid) geftorben ift.“ 

„fBie, ift es möglid)? 44 tief id) nun bod). Tan« briidte 
id) iljr voll Anteilnahme bie j£>anb. 

„3 ö r «ate «ft es möglich ?" antwortete fie, unb Tränen 
träte« in ihre Augen. 

„Unb mann?“ fragte id). 

„An 3t)ter ©eftünung fetje id), Dag Sie bei 3breni 
•fufam men fein mit meinem armen ©ruber nid)t an feinen 
naf)«* 200 dcbact)t haben. Tente« Sic nur, er ift am 
Tage «ad) 3f)ce«t 3ufammcnfcin plötzlich fleftorben. Ter 
Slrjt fd>rcibt ton SSerjläbmung. Tie .«arte, bte Sie mir 
ge me Infam gef dyteft haben, trägt bas Tatum pot feinem 
Tobestage. 3d) ett)iflt fie mehrere Tage «ad) bem 
Telegramm, bas uns ben Tob melbete.“ 

„AJic ift cs 311 glauben?" tonnte ich nur roieberholen. 
Sie legte mit einer bittenben ©ewegung ihre feine 
ijanb auf meinen Arm, inbem fie mid) mit fdjnrimmenben 
Augen anfah: 

„Sic finb ber lebte, ber ihn gesprochen hat. Srjählen 
Sie mir alles: wie er ausfah, wie er gelebt hat, was er 
gejagt hat. 3<h wollte es münblid) uon 3h«en erfahren, 
Deshalb habe id) 3h»e« nidjt pefd)rieben. u 
Tiefen Augen fonnte id) nicht tuiberftehen. 

„©erehrtc ftrau, ich werbe 3f)nen alles beridjten. Tod) 
juror l affen Sie mid) einen lebten Auftrag öes Toten 
erfüllen, ber mid) bat, 3t)nen biefes ju Überbringern 44 
3<h gab ih* bas Heine ©atet. 

Wit fieberhafter Gilc jerrife fie bie Umhüllung oor 
meinen Augen, Cbenauf lag ein. 3ettel: „©feiner lieben 
Schweltet 4 ', bann in einer ©app|d)ad)tcl ein arabifdjes 
«ollier, ähnlich wie ich es bie Araberfrauen hatte tragen 
Jeljen, «ur 00« befonberer ttoftbarfeit: eine Sd)nur oon 
meihen ©erlen, an benen fünf Amulette t)tngrn. fogenanntc 
„$äube ber <fH»tme", oam eine groge als Anhänger unb 
feitlid) noch i< 3wei Heinere, alle fünf aus Schwerem ©olbe. 

3n fchmerjlicher ^xeube f türmten ihr bie Tränen aus 
ben Augen. Sie reichte mir bie £ianb. 

,,3d) werbe 3t>ncn nie oergeffen, bafo Sic mir biefes 
letjte Anbeuten an ben Toten überbracht haben.“ 

Tann roiebcrholte fie bie Aufforbemng, oon unferm 
^ufammenfein 3U berid>ten. 

Unb ich ermähne- 3d) unter|d)lug ihr nichts. 3d) 
hatte bas (Befühl, ftanj wahr fein 3« muffen, aud) wenn 
id) fie oon neuem betrübte. Sie «sollte bod) bas treue 
©itb feiner lebten Tage haben. 


Als id) crjählte, u>ic wenig erfreut et non meinem 
©efud) geroefeii fei, wie er mich faft oor bie Tür gefegt 
hatte, fagte fie: 

„Oh, wie baurc ich 3bnen, Dag Sie (ich nid)i haben 
abfehredrn loffen." 

3d>ltcglid) fam id) 311 unferm jroeiten 3ufammenfein. 
bei bem er mir bas ©afet gegeben harte. 3«h jögertc 
einen Augenblid, il)t aud) bie Gjene mit ber Spinne \u 
crjäblen, aber bann berichtete ich auch bicfc. Tod) bei 
ben erfteu 'IBorteu unterbrach fie mid) gdrt3 aufgeregt : 

,,'iüas, bie Spinne!“ 

Tabei fiel mir auf, bafe fie mdtft eine Spinne, fon» 
bem bie Spinne fagte. 

„Sie haben fie gefetjen?“ 

„3a, freilich, eine grofec Spinne. 3d) habe fic tot 
getreten. 44 

3<h l erlebte id) $u meiner ©eftftrjung faft bao gleiche 
Schaufpiel wie in ©islra. ©orber hatte fie fid) uor Gr* 
regung in ihrem Seffcl halb aufgerichtet, bei meinen leb- 
ten Atorten brach fie fcbrcdensbleich jufammen. 

„C ©oft, Sie haben bie Spinne getötet 44 

3rt) rouRte nid)t, was ich lagen unb benfen follte. 
Tao Aätfcl, bas bicfc Spinne umgab, auf bas id) fd)on 
in ©islra feine Antwort fcinb, es würbe hier nur noch 
bunfler. 

„llnb bann? 4 * fragte fie r Jid) aufraffenb, „was würbe 
baim? Atas gcfchah mit meinem ©ruber? 44 

3d) er3äf)lic ihr bie lebten Augenblide unfers 3 U * 
fammenfeins unb ben Abfchieb. 

Gierabe wie bamals ber ©ruber, barg fie fchludnenb 
bas <3>efid)t in ihren fjänben «nb jammerte: 

„Uno bann ift er geftorbeu, wie er es piorausgefagt 
hatte. 9Rein armer, armer ©ruber!" 

ßeht empörte fid) etwas in mtr, fo fc^r mir bas fdjönc 
s iDcib in ihrem ßammet leib tat. Gs war ja faft, ab 
wenn id) ein ©erbrechen begangen hatte, als wenn ich 
ben ©ruber getötet hatte, inbem id) bic Spinne tot trat. 
3d) erhob mid). 

„Grnäöige 3frau, meine OTiffion ift, glaube ich, erfüllt. 
Gs ijt hier etwas, bas ich nidjt begreife; aber ich nicht 
in 3hre öjeheitnniffe rinDringen. ©eftatten Sie mir, bah 
ich mich vcrabrchiebc.“ 

©eft«r3t fprang fie auf, mir ben UBeg oerfperrenb. 

„Aein, nein, fo Dürfen Sie nicht geljent 3ch bin 3h«en 
eine Grlläntug fd)ulbig. SBenn hi« jemanb eine Gehulb 
trifft, fo trifft fie mid). Ober oielmchr, wir finb beibe 
in gleicher AJeife [d)ulbig unb unfd>ulbig, inbem wir 
ahnungslos einen ßcbensfunfen ausgetreten haben. Der 
ohnebics am Grlöfdien war. Alfo hS«n Sie! J^aft gleich* 
jeitig mit bem Telegramm, bas uns ben Tob meines 
©möers melbete, erhielt id) einen langen ©rief oon ihm; 
es war ber lehtc. Gr mufe einen Tag oor 3l)wr Anfun ft 
in ©iotra gefchrieben fein. 44 

Sie nal)m aus einer Schatulle jioei ©riefe unb gab 
mir einen baoou: 

„$ier »ft er. äefen Sie ihn. Gr bringt 3h««n bes 
iKätjels L'öfung." 

'JBtr feilten uns oon neuem, unb id) las: 


„©ielta, ©lai 1907. 

t!iebe Agnes! 

Tu fdjicfft mir einen ©rief o oller ©eforgitiffe unb 
fragen. 'JBenn id) aud} nicht weif», was ich auf all bas 
antworten foll, fo bringt ein ©rief pon Tir mit bod) 
immer einige glücfliche Stunben. Gr »eigt mir, bafc es 
einen 9Jien|d)cn gibt, wenn aud) weit, weit oon hier, brr 
an mich benft unb fid) um mich forgt. 

3<h baute Tir mit warmem öfrtt« Dafür. 

Uber meine ttefunbheit famt id) Tit nicht viel mit- 
teilen: es ift bie alte Sache, unb id) mag auch nid)t »iel 
baoon forechen. 

Tu fragit, ob id) nod) fo oiel allein bin. Ad), liebe 
Agnes, was foll ich Tir bas Idjwer machen, ßa, ich 
bin immer allein unb leibe bamnter, aber iet) fann nid)t 
anbere. 

3d) habe aud) jeljt einen lüefdhrteu ober oielmehr eine 
Gefährtin, eine liebe ©cfährtin gefunbrn. 
felje Tein erftauntes Cbeficht! 

ßa, benfe nur, eine liebe CSiefährtin ... aber Tu errätft 
cs nicht! 

Sie ift ganj anfpruchstos; wie i^ fie brauche. Sie 
ftellt leine 3^9««. fic will nicht tnit mir abenbs ins 
Äafino, fie will feine Touren mit mir machen, feinen 
SBcin mit mir trinten. 

llnb wenn id) es Tir jage, glaubf» Tu es nicht: eine 
Spinne, eine grofje, eilige Spinne! 

Toch Iah erjählen: 

Tu fennft meinen imiibertmn blichen AJiberwillen ge- 
rabr gegen Spinnen unb faunft Tir meinen Abfcheu beulen, 
als id) eines ©lorgens, meinen ©od oom ^afen neljmenb, 
eine unglaublich grojie Spinne in feinen fralteu gewahrte. 
Gie lieg jid) fofort 31a Gtbe fallen, unb che id) nod) 3U« 
fpringen fonnte, fic tot öu treten, war fte unter meiner 
Äommobe verfchwunbcn. 3d) holte meinen Stod, aber 
fie war nid)t mehr aufrufinben. 

So ging id) fort. Am Ahcnb hatte id) bas Tier oer- 
geffen. 3d) hotte in ber Aad)t aud) tein Auge jugetan, 
wenn id) an bicfc 3iotwergcfflhrtin gebad)t hätte. 

©eim Aufwachen am anbern ©Jargen war es Jd)on 
3iemlid> f)dL 9lad) bem prüftet fehenb, ftreifte mein ©lid 
bie .Uommobe. Schrwfelich! ©litten auf meiner 3«itnng 
fag fie . . . unbeweglich; man hätte fie für leblos halt«« 
tonnen, wenn nid)t bas fyunleln ihrer Augen gewefen 
wäre, bic wie jroe» Tiamanten ftrahlten aber beffer noch 
wie jmei eleltrifche Scheinwerfer, bie fortwährenb Die 
9tid)tung änbmi. 

Tie üfrembartigteit ihrer Grfchetnung jwang mich, fif 
froh allen Abf<hen» genauer 3U betrachten. 3<h weih riidjt 
einmal, ob es eine Spinne ift. 3d) bin ja nie groft in ben 
©aturroiffenfebaften gewefen. Sie hat mehr ia^ril«c£)tc«t 
mit ben Tieren, bie wir als «inber «äfebeine nannten, 
unb bie in Hamburg Sd)ufter hci&cn : bicfelben oielen 
langen Beine runb um Den ßcib. Saufen fann fie bamit . . . 
unglaublich ! 

Sie ift faft fauftgrog, von gelbgrauer 3«rbe, mit 
braunen fiinien über Selb unb ©einen wie ein 3ebra. 
Am «opfe hat fie jwei Gncifarme. 'iBas fie mir weiter 




von 

hervorru^rc'iicleni 
W'ölilgcscli maclc . 


V.SNJC* * 51 »!«* 

Nit «1! ith» -ÄH hervorfu^ndem NmoHm» 

Aichis®«* 1 w ~* 


hcrvorru^emieni KatudieW 

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Got -gie 


THE OHIO STATE UN1VERSITY 



verböchtig macht, ift, bnf) fie teilt Dtcft baut, überhaupt 
leine <jat>en fpinnt, jo baß iie meines (Jradjtcns leinen 
SHnjprud) auf bm Kamen Gpiune bat. 

tlber cs mitö wohl eine jein. fttagc nur deinen ge* 
treuen (Gatten u«b Gproncnfreiiub. 

Kljo, id) richtete mich oorfichtig auf, um nad) meinem 
Stvef jlu greifen; beim jterben mußte fie jeßt, felbjt wenn 
meine Krille, bic bid)t neben tl)r lag, babei in Stüde ging. 
3 dj batte 5 urd)t, jic ju Derfd)cud)cu, linö bewegte mich jo 
vorjidjtig wie möglich- Xod) jic nahm leine Kot '13 oon 
mit, obglcid) i<b bei einer ungcjd>icften Bewegung faft 
aus bem Bett polterte; nicht einmal ein 3 utfen mar an 
tljt 311 bemerfen. 

Sie würbe mit jajt uhbeimlid), 3 u(ammetigel) 0 cft ©ie 
ein SRaubticr auf 5er Sauer, nur ihre beiöen Scheinwerfer 
in fortmäljrcnbem frin unb frer. SBas mochte jit- ©ollen? 

Kiell*id)t mar jic gar fein Xier mie an bete. Ktelletd)t 
eins jener mqjtijdjen föefen, oon benen Die Sagen bes 
Orients jo uiel berichten, mit benen and) ber äimitlid)c 
(Erjäbler l)ier auf bem arabifd)eu Wiarfte jeine 3 ul)örer 
in (hftauuen fehl, eine jener Sdiidjablünberinnen, bic 
uns oor großen tSreiguijjeit etjd)eiitcn. 

Vielleicht. oiellcid)t . . . mar fie gefommen, mir Den 
Xob 311 fünben! 

Siebe Sdjmejter! Sdjüttte nicht ben ftopf! Siel), 
meine Spinne beeilte ficb, als wenn jic meine ificbanten 
erraten hätte, mit 31 t jeigen, bafe fic ein Xier uiqr, ein 
Xier mit ganj materiellen Kbftchten. 

t£inc Jj-Uege war über jie Ijingcitogen, fd)c inbar gar 
nidjt jo bid)t, 1111 b bod) halte jie bieje gefaxt, ohne jid) 3 a 
nrijrcn; nur ihre ftanganne batten 3 ugegriifen. Xas fteuer 
ihrer Kugen erlafd), jie begann il)tc Xlahljeit. 

Hub nun bemerfte id) aud) bie vielen fdjwürjcnitriimeln 
um jie herum; es waten bie lebten s Jlcfte iljrer Opfer. 
3<t) jäßlte jweiunbjwanjig, wo cs bod) laum ein StünDdjcn 
hell fein tonnte. 

3 n bitfem ütugenblid mürbe meine Sympathie für fie 
geboren, ein (ücfüt)l ber 3ujammcngel)örigfeit, ber (Gemein- 
jd>aft ber 3nterejjen. Seife legte ich meinen Stod toiebet 
3 Ut Seite. 

Xu glaub jt nid)t, meid) fürd)terlid)c qjlagc bie fliegen 
hier finb, wie unglaublich groß ihre Klaffe, imc unoer jcljämt 
ihre 3 ut >r' n öl»d)tcit- ftfin frenjter, Keine Xür magt man au 
öffnen; feine Olinute [djläjt man am Xage troß friße uwb 
Kbfpamtung. 2 liic halte id) jie t>crwütijd)t! 3 eßt u>ar 
eine (Etlöferin unb Kddjcriu erjtatiben. 

llub wie mürbe id) gerächt! 

Kein, jie braucht mitllid) fein Spinnennetz bieje gan 3 
primitioc (ELimd)tung gegenüber ihrem Verfahren. Ss ijt 
geraöe, als meuu jie mit iluen ftuntelaugeu eine (Bemalt 
über ihre Opfer ausübt. Sie rührt fid) nicht vom 5 >lccT # 
unbemcglid) ©ie aus Stein. 11 n 6 Öod) verfallen il)t alle; 
eine nach Der anbern ftür^t fid) in ihre Umarmung. 

Seit Xagen fcßlief id) jum erftenmal ruhig uub feft 
nad) Xijd). Xür unb ftenjtet jtct)cn offen. Mommt nur 
herein, ihr Wiegen, ihr ©erbet mid) nicht lange plagen. 


So entftanb unfere 3reunbjd)aft ;> 

Unb cs ift, als ob jie mich begriffen 1)^**- «* c f^h 1 
nid)t mehr oor mir mie am erften Xage. Kad) beeil betet 
fDlahljeit 3iet)t jie jid) in ihr Kcrjted jurücf, um am anbern 
Klötgen am alten H^Ghe 3U jiljen. 3d) fd)üße \ { *i 1® fl ut 
id) fann. Kud) bem aJläbdjeu, bao mein Stimmer rein macht, 
jagte id) Be|d)eib. Sie, bic jdjon jo oieU 9J?arottcn an 
mir gemöl>nt würbe, fügte jid) aud) in biefe. 

Unb obglcid) mitunter, roenn aud) jelten, mein altes 
(Sjtauen aurüdlehrt, fühle id), ©ic bic Spinne mir i'rijd)« 
fiebenstuft gebracht h«t- 2 Uit haben jtilljchmeigcnb einen 
13 qH gejchlofjen. 3d) gemäbre ihr ?l jpl, Schuh unb Katjmng, 
unb jic bringt mir neue Sebcnsfrajt, oielleid)t l&ejMnbheit. 

Klir ijt, als mftre jie mein Sebeu jelbjt, unb als müjjte 
bas meine mit bem ihrigen erlöjchen. 

Klitunter rommt mit, ©eun td) jie beobachte, mieber 
ber erjte öiebante, nämlid) ba^ jic lein irbijdjes IBefcn 
ift, baß jid) in ihr ein <&el)ciiniii« birgt, bas für mid) 
unerforfdjUch ift. 

Xie ®ewalt ihrer ftugen beginnt allmählid) aud) auf 
mid) ju ©irfen. 4öcnn jie mid) au|iel)t| bin i<h ©ie ge* 
bannt. 3ßir tauchen lange, lange unjere Klidc incinanber, 
unb bann ijt es, als menn wir uns gan,) oerftänöcn, als 
ob mir fein C&eheimrcis norcinanöer hätten. 

3d) ahne etwas oon bem, ©as uns Klenjdjcn bas 
Oirößte, bas KStchtigfle fein fällte, unb vor bem wir fliehen 
bis jur Gtunbe bcs Xobes. 

«beliebte Sd)©ejtcr! Xu bi|t nun ©icber belämmert 
über bieje jeltjome Cpijtcl! Kimm es nid>t fo tragifd)! 
Xenfe, ba^ mid) bie QHnjamfeit eiti wenig wtmberlid) ge* 
macht hat. Vielleicht werbe id) aud) roieber anbets. 

3ür Xein Keines Kabt) lege ich ein Wmuleit ein, eine 
».fianb ber ftatme« . Xein Ällcines mag jie an einer jeiöeneu 
Schnur um ben frais tragen unb nie oon jid) geben ; benn jie 
ijt geweiht oon einem ärofjcn Klara but unb bringt bem tfüücf, 
ber fie 31 t hüten weife, aber Uuglücf bem, ber jie verliert. 

Sie ijt ja aud) lcid)tcr 311 hüten als bas lieben einer 
Spinne. 

(Sirüfee Xcinen lieben 9Jlann unb frage ihn bod) einmal, 
©ie alt ©ot)l Spinnen ©erben Wunen, roenn man jie jel)r 
in acht nimmt. 

Klit taujenb t&rüfeen 

Xetn wunberlidjer Vrnolb. 

Koch eins! Tu fd)rcibft, bafe Xu Xoftor SBrittfmauu, 
ber l)ieir brmudd)jt biird)rcijt, bitten ©illft, mi<h su be» 
juchen. 3d) bitte bid) taufen bmal, liebe 'llgnes, tue es 
nicht; id) lann jeßt hier teinen Vcjud) gebratuhen.“ 

3ch hatte 3 U Cttbe gelcjeu. 5Uie foll id) jagen, ©as 
id) enipfanö! Cin jchwercs Schulbgefühl legte jid) mir 
aufs fret). Od) wagte nicht au fjufchen, nicht mein (Gegen- 
über anjubliden. fratte id) il)r md)t beu Vrubet getötet? 

Xa tarn jic mir juoor. 

„lieber greunb,“ iagte jie, mit mit einem warmen 
Vlicfe, ber mir eine Vaft 00 m freryett nahm, bie franb 
rcichcnb, „id) würbe 31)n«n ben 33ricf nid)t gegeben haben. 


roenn id) hätte befürchten muffen, baß Sie fich ou* 
nur ben geringften Vortoutf mad)ten. Km aber ieben 
möglichen tReft baoon ju jerftreuen, muß ich 3 lmen au* 
biejeu Svief 3 U lejen geben, (fs ijt ber Vetid>t ö«s 
iBisfraer ülrjtcs über beit Xob meines Krubers?' 

Sic gab mit ben 3 ©eitcn «rief. Cr voar in franiö. 
ji jeher Sprache g«jd)rieben uub lautete nad) ber üblichen *Hn. 
rebe etwa jo: 

„Huf 31 )tcu K5unjd) teile id) 3l)neit itachfolgeubcs übet 
ben Xob 3l)res Srubccs mit. frerr Kenbet ijt an einer freru 
lähmung gejtorben, bic burd) irgenbeinc niefjt aufgeKÖTte 
CtTcgung veranlaßt rourbc. 3nfolge feines Seitens roat 
fein frerj jo jd)wad) geworben, bafe ber geringftc ^Inlas 
ihn töten lonnte. 

2Benu es 3l)nen aud) Keinen Irojt gemähten fann 
jo will id) bod) nid>t untcrlafjen, 3h«c« mitju teilen, ba fe 
nad) meiner flratlidjen tlbcrjcugung bei Xob eine (h* 
lofung für ihn gewefen ijt. Seine ffirtranfung war i U 
weit vorgejdjritten, um geheilt werben ju fönnen, unb ber 
Wrmfte ging einer qualoollen Ccibcnsjeit entgegen, oon 
ber ihn nur ber Xob befreien tonnte. 

Sic fragen, ©as er 3 uleßt gejprodjen bat. (g 5 i| t 
niemaiiö bei (einem Xob« augegen gewejen. ?lud) bie 
Stuube feines Kblcbens war nid)t mcl)r fejljuftellen. Xas 
Kläbdien, bas ihm bas Sfrfihjtüd bringen wollte, fonb iljn 
tot am Vobcit liegen. Sein ?lbenbefjcn ©ar nicht angerülm 
ebenfowenig bas Veit. (Er ©ar völlig angefleibct. 

Keben (einer ffeid)c fanb man eine aertretene Spinne, 
frenibartig unb von befonberer CSröfec. 

3hr- 

3 n tlarer 9 tad)i. 

3n llarcr Kadjt auf; weiter Kleeresflut, 

Vuf ftillcn ^Cegcn burd) bie braune freibe — 

9Benn Idngft ber Xap entfd)tief in jal)fer <&lut, 

Xcr Xag mit feiner fiujt unb feinem Vetbc: 

Xa öffnet eine anbre SBelt jid) ©eit 

Xcm Klenjchenaug' im ^limmerglan^ ber Sterne — 

Xu fliegft empor in bie Unenblid)fcit, 

3ns Sonneniueer bet lidjten frimmelsferne. 

Xa wachen atl bic hehren Kätjel auf, 

Xie nie gelöften, ewig unfafebaten, 

Xcs Klcnjchen leßtc fragen, bie im 2auf 
Xes bunten Xags oon bic vergelten waren. 

Unb jocht erfchliefjen fid) im Sehnjuchtsbrang 
Xer eignen Vruft geheimnisvolle Xicfen — 

9lus XämmeTungeit quillt ein Icifer Allang, 

Kl« ob bid> ferne (Seifterftimmen riefen. 

Xir ift, als fafjtc eine milbe franb 

Xie beim*, 11 m bid) Xajtenben 311 leiten — 

(Erfdjauernb fdjrocigt ber grübelnbe Verjtaub — 

(Sin Oölanj umwebt bid) au« geahnten ÜBeiten. — 
93runo (Selb 0 . 



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„9Ddßt Du, id) finb« SDd.it« Gdjn«it« aber bod) tolfdjirf !“ 

„©ah r 

„Mber wiefo bmn? &inb«ft Du nicht?" 

„Md), bie!“ 

„Mber, Xrube. rote bift Du nur. Üöae hat He Dir beim 
getan? 91a Ja, baß fie fid) um uns ntdjt oi«l fümmert, ift 
gerabc nidjt Jeljr nett Mbcr fiel) mal, wenn nun ber Wffeffor 
boef) ben ganzen lag " 

„M<b ber! Das ift aud) fö einet! *111« (Elfe nodj nicht 
aus ber ©enfioti jurfief war. ba wüt es bod) Diel netter. 
SRkifet Du nod), wenn er Sonntags heraus 311 uns (am, ba 
hat er immer To nett mit un« Xenni* gcfjnclt, unb abenbs 
bat er fo nett gefungen unb war immer fo luftig mit un«, 
unb jetjt läuft er nur immer ber <El|« nad), unb wir finb 
Cuft för ibn, unb Mugen macht er il>r immer wie fo'n ge» 
ftoebenes ftalb. Unb immerÄU .mein gnäbiges FrAulein* 
unb ,ganj, wie Sie befehlen- unb Jo. So was ift mir nu 
Tein ju bumnt. ©ah, ber!“ 

„Md), id) finbe il)n aber bod) ,)u nett SDe-ißt Du, feine 
Mußen finb fo gut, unb bann fein Schnurrbart!“ 

„JBas, ben finb'ft Du fdjön? 91a, ict) bonfe! Die 
3abnbQrft«! 3«, früher, ba trug er ibn fdyneibig, aber 
jefct, feit mal bie (Elfe gefaßt hat, er märe nid)t ntebr 
mobem, jettt trügen ibn alle Herren in Berlin engllfd), 
Jd)umpp, flletdj muß er ihn aud) fo tragen. So «in Wffe! 
überhaupt, id) glaube, bie (Elfe l>at gar fein £erj, bie fpielt 
nur mit ÜJiänner bmen, meist Du, wie bie ©ertbalba in 
uufetem {Roman. So was barf man bod) eigentlich gar 
nicht leiben, ©laubft Du, baß fie ihn nimmt?" 

„Mbcr, Drube, fic lennen fiel) bod) eilt ad)t läge!“ 

„91a, bas ift gcrabe lange genug, id) fonnte iijn gleich 
nach einer Bierlelftunb« fd)on feljr gut leiben, bas ßeifet, 


ber buntmen (Elfe. 3d) toeif? gar nicht, was er an ber bat! 
So eine 3i«H<fe.“ 

„Du bift aber entfehieben nidjt gerecht, Xrubeldjen. Sieb 
mal, wie fd)icf uerfteht fir fid) anjujiehcn, unb wie greuiös 
rafft fie il)t itlcib !“ 

„Äunftftücf! Du follft mal böten, was ©apa ba 3U fagt. 
©Jenn unterem» wollte foldje teuren Cappett tragen, fo mit 
’net Schleppe bran, bann würbe td) auch graziös ausleben. 
Du bift aud) fo eine, hie fid) burd) ben äußern Schein 
blenben läßt, wie ©aftor ©rofemann erft geftern fagie!“ 
„So, unb ift ihr &ut and) äußerer ^djeiit? 9öcißt Du, 
einfacher fann hoch fd)ou ein £>ut nicht fein, nur eine un- 
garnierte Schute unb ffiinbcbanber brnn!“ 

„91a, halt Du ’ne Mhnung! Der einfache £ut! (Erftens 
mal ift bas fein fte« Florentiner ©cflcdjt unb loftet präter- 
propter feine GS (Entchens, toie ©apa erft geftern roütenb 
lonftatierte, unb bann, was meinft Du wohl, warum Tie 
ausgerechnet feist eine Schute tragen muh, g trabe wie ber 
■Hatije ©reerroat) ihre Bilber? Bleil fie Mngft hat, hob ihr 
teurer leint leiben fflnnte! 3d) leune bod) metne Sd)wefter!“ 
„Das wäre aber aud) fd)abe, benn weifet Du, il)r Deint 
ift einfach märchenhaft ld)ön!" 

„ätunftftürf! füeun Du Did) alle Mbcnbe mit «utomors* 
Creme einreiben unb bann noch bcs ÜJlorgen« mit Mutomors* 
Xoiletle«Seife roafeben würbeft, bann würbeft Du and) einen 
märchenhaft fdjönen 3cint hoben!" 

„Du, bas ift nicht wahr! Das fagft Du nu blofe, weil 
Du Dich über ben Mfieffor ärgeTft." 

„Bitte! Giften» ift mir ber Mffeffor gan3 fchnuppe, er fann 
ja meinetwegen in feinllwglüdhhtetnremten, unb bann zweitens, 
id) lüge nief 9Benu Du mir nicht glauben roillft, bann Tomm’ 
bod) nur auf ihr 3immer, ba wiil ich es Dir 3eigcn. überall 
fiehft Du Mutomors, felbft ,\um Baben nimmt fic Mutomors« 
Bobe»Seife, fo *ne Bcrfchwenbung, wo bas bod) niemanö mal 
fehen fann, ob man ba aud) *ne wetße ^>aut hat ober md)t! M 
„Mber, Irube!“ 


IRutter bat cs ihr aber aud) gehörig gefagt, unb was»n*in!- ' 
Du, was meine ieur«Sd)WC|ter fegt?. 9lbcr, Warna, fcj t Itutomor 
Babe«Seife ift gar nicht teurer wie (Eure Seifen, beun [(< ^ 
wäfdjt fid) viel langfamer unb ift fo fetjr »iei angenehmer'* 
„Mber bas fann bod) eiclletcht fltmmen, ftefe mal ü, 
fommt bod) aus Berlin, unb in einer großen Stobt i|t 1* 
entfd)ieben weiter wie hi«-* 

,,9ld) was, bann hötte fie fid) bod) aud) aus Berlin [olln, 
einen Mffeffor mitbringen, ba laufen fie bod) ju Dufeenb,^ 
'rum, woju mtife fie jicb getabe ben «inen einaigen nehmen 
ber hier war! Das ift falfd) oon ihr, unb wenn bet toirfUA 
um fie anbält, bann fage id) ihm aber »efdjeib,* boraiii 
fann ft Du Dich oerlaffen.“ 

„MberDu wirft both nicht! 6ith mar, wir Frauen müffo, 
bod) jufammenhalten, unb ©eheimniffe foll febe Frau haben 
Denf bod) mal, er würbe bod) bann Dein Schwager! 
benfe id) mir nun gerabe faTt ebenlo fdjön als wie fflicwn unb 
noch feiner. ÜBas foll ber bloß fagen, wenn Du ihm eines 

fdjönen läge« crülarft: 9ßeifet Du, lieber Schwager“ 

„9lee, bas fage ich ju bem Üffenfcben nod) lange nid)t ■ 
„Md), geh bod), ju feinem Sehwaget fagt man Du unb 
gibt ihm aud) einen ftufe!“ 

„Was, auf ben Bad? 9lich in bie 1 b mnin!“ 

„9Ja fdjön, alfo mitten auf öen 331unb! Mber w«nn Du 
ihm nun fagTt: .Deine Cif« ift ju eitel, fie babet fid) fojar 
mit Mutomor*. Babe -Seife! SBas foll ber Wann bann nur 
benfen unb fagen?" 

„91a, wie id) ben fenne, fagt er: ,9lu, wenn fdjön! Dai 
ift gerabe was Sdjönes !“* 

„Md), geh bod), Dn tuft Ja fo was bod) nie!)»! (Erftens 
uerrät man nid)t loifettengehcimuiffe, unb bann erbet man 
bod) nid)t mit frembeit £crrcn fiber bas ©oben!“ 

,.3a mit fTemben ©errert ! Mber mit ’nem Sdjwaget? Sld,, 
weifet Du, eigentlid) muß es bod) gan* fein fein, wenn man 
«inert Schwager hat. Mu, ben will id) aber argem!“ Mbn l 

Du f)aft recht, bas mit bem Baben unb mit ber Mummet* ( 



Du mufet mid) nicht falfd) oerftchen, id) meine man nur fo, 
weil er immer fo nett ju uns war, früher! 3<*tjt tjat « fich 
fehr au feinem 91acf)teil oeränbert, unb alles bloß wegen 


„91a fa, Du mit Deinem ewigen .aber Drube!' 3d) hob' 
bod) recht. 3d) muß immer fold>c eilige UJIanbelfeifc nehmen, 
aber Fraulein (Elfe natürlich immer bas Fünfte unb Befte. 


Bon BTofefforDr.fteinrtchljiTjel. 

4.. um bearbeitete n. nenn. Hüll. Cftao. 

rohst# «bb. «c^ r». soff., in £>fc)b. !• D). 

3tlf)a[t: flVe!d)i<t)tIidje* Ober bt* ©ar* 

e unert*. Mhrtung. ©crtrilljciTteh unb 
nalogic ber ffierürtH. IDortommen ber 
Äinhltoff* ui ben Mflamen. Diectiobrn 

{ ■ur MbldmMmfl her tRiediltoffe. Datvell« 
Iber bie ttw&beute an äiijeriidjen Clen. 
MUgemcine <Ii gen [(haften tcr Stherlfchen 
Oie. 3uiammeitjehuufl unb frilfung 
beeftlben. t>it njldjngfien Siediftoffe aus 
6 etn t) flan)enrei«h*. ®i< antmalUchrn 
Mt«h| taffe. Slntmoniat unb (ffftgfäurt 
in ber ^mintnertc. ©arfftme ißutett» 
FI«urs. D roden e 'Parfüme. 'Parfümierte 
Seifen, Tolleltefeifen. (Emuliterenbe 
Seifen , Scbönticit&asaifer. ffmulitonen, 
6<6Stvl)«ftsmitttl. Co!b • cream* , £>aut- 
pomahen. pomcibeu unöf>aaröle. ©anr> 
waidjcoöiit«. ^anrfflrbemUt«l unb ©nt* 
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9fr. 3463. 11. 9iot)embcr 1909. 


3fluftrirte 3eitung. 


971 


Allgemeine Wotijen. 

©er Drientrelfefluh ln Ceipjig unternimmt im frebruar, 
in ben Cfterferieu unb in ben ©ommerferwn oexf^iebent- 
3tfi|en ( über Die »in ‘itrofpeft unterrichtet, ber bei genanntem 
.Rlub (in C*iP3ifl. Branbenbutgerftr. l«)> foftcnlo« erhältlich ift. 

OnternatitiMlt ffifnterfpprt •»us|tellnnfl. HUinterfrort. 
aueftellungen gab c« fdjon ba unb Dort, hoch umren e» 
mf ift uut befonbete Bbteilungen irgenb ein»r «uiftellutlfl,, 
ttt bereu Waljtnen iie pcrabc hinrinpahten. (Eine (TOIntrr- 
fportousftelluufl währen b bes 9Bititer» im Gportgelänbc 
felblt ift bagegen etwas neu«. Der unter betn Broteftorat 
©einer i&rofih^JPflli^en axoljeit be« ^prinjen üJlat oon Baben 
fteijenben 3nt«Tita1ionalen 'JUinterfportauQftellunfl 
tu Iribetg — fur3 JWA genannt — Hegt bie originelle 
Sbee 3Uflrunbe. nidjt nur olle bie ©egenftönbe gu aeiflen, 
bie au* Wusübung be» aBinterfports nötig finb, fonbem auch 
©elegcnheii 3«* (oförtigen prartilchen Benußung ju geben. 
^»Toonragenbe Firmen au» Dcutfchlanb, Worroegen, Cftcr- 
reich unb ber ©<hw«*3 a^hlett ju ben 91u»|tellcm. Die oier 
flXO ßen Säle ber Q>cwerbel)all« werben oolllommen b*f«ßt. 
©en IjiftoriTAen ©aal gi«Ten beachtenswerte Sammlungen, 
n?ie eine berühmte ©lijommlung bes Ulrchttelten $ialmor 
IBelhnuen in Rriftiania, eine hothintcreffant« Sammlung t)ift o« 
rifdjer *i*ip örtlich er ©egenftönbe : alte ©emalbe, Rupferftidie, 
©totuetten, CUeratur bes £>rrrn (8. ftclfrid) in ©flbenbe bei 
Berlin, eine große Stf)HHfd)ubfammlting be« 2Jlünc!)fner Ci*- 
laufocteins 1883, 91u«ftellunfl«ge0en|tänbe oon «Pofarfahrten 
unb brrgl. mehr. Blän« oon SpTunghägeln. ©obfleigh* 
bahnen, oon Sfihütten, mancherlei .fluriofa ber 5Binter|port. 
flubs tufdett bie Teilnahme ber eportsmen. ©röditige £anb« 
[«hilft«* unb SporUbübcT fül)Teil ün* in olle (HJintfTfportlänber. 
SUlwöchentltd) ©onnabrnb» unb Sonntag« jiehen bie Bobs, 
Kobel, Stier fam«rabfchaftUtbhwau»auf ihre Bahrt, in»©d)nee- 
felb, an ben Sprunghügel, um 311 geigrn, was Iie lönnen. 
— ©portslrutc linben in DribCTg neben ber Busftellung eine 
weitere Wttraftion: eine erlttlnfHfle £prunflbügelF<ha*ige mit 
»lettrifchem Slufgug, ber augleid) (tud) gur £>öt)e einer ibealen, 
beinah« 2 km langen Kabelbahn befätbeTl. Stifurfe, große 


Biinterlportfeite, Stiausflüge, alle« ba« geht neben ber ?lu* 
ftelfung her. Di« langen Bbenbe aber werben oerfflrgt burct) 
jahlreitbe yichtbilbcrooTträge unb anbere Unterhaltungen. 

tofctmoo«, fubl. bab. Schwargwalb. Blit bem (rerbfl 
ift eine ruhigere 3eit eingetreten, unb e« befinben riet) jut 
3eit im Rurort feibft nur nod) coenige <5>äfn*. Bnber« ift 
bie* mit bem in unmittelbarer Kflb« gelegenen Sana- 
torium SBehrawalb, brr großartig eingerichteten, hödift. 
gelegenen Siungenheilanftalt Deutfchlanb«, bie fid) nu<h j«^t 
einer Uhr guten fjreguenj erfreut, ©erabe ber £>erbft mit 
feinem gleichmäßigen Butter eignet fid) für tHingenfranie 
gang befonber« jum Beginn einer Rur. Die neuen (Ein- 
richtungen itn Sanatorium JBehtawaib, bie Bergröherung 
ber ffiefelifchaftsräume finb für eine Bnftalt, in ber fid) ja 
aud) £riehtlungrn(rante unb Ceute befinben, die nur au« 
praphqfaftifchen ftrünben h«<*her gefommen finb, beraubet« 
im ftcrbft unb BJinter oon iBidjtigfeit, ba man bei ben 
langen 9T3interabenbcn auf ©efelliglcit angewiefen ift Bud) 
in biefem fteibft werben regelmäßig coieber Ronjerte ftatt* 
finben, wofür bie Ronftan^er Siobttapelle gewonnen würbe. 

Die ftmxhen* unb SlusfelfleifchetitCDicreluiig ber Säug- 
linge wirb burd) bie (Ernährung mit M «ufer«"- Suppe 
unb Wubmildj am beften gefärbert. Die au« „Rufefe“ 
gcfochte Suppe mifd)t fid) Tchr gut mit ba Blild), oahinbert 
im fDiogen beren gxobflocfige ©erinnung, fo baß fie leidjter 
pcrbaulid) wirb, unb erhöht burd) ben ba SOtuttermild) 
entsprechen ben ffiehaft an Blineral- unb (pweißftoffen ben 
Kährroert ber Kahrung. 

.(Ein Beitrug jur Billinisphotographit“ non Pr. pliil. 
Hürtt Dienftbach in Rat(»mhe betitelt lieh eine ©ubllfation, 
bie foeben im Berlag ber ftlrma Boigtlilnber drSohn, 9l.-®. 
in Braun fd)weig, erfd)ienen ift. CE« ift eine auf« oornchmfte 
ausgestottete Brofd)üre mit 3ahl«ithen 3IIuftTationen, bie in 
gebrüngter ^orm alle (ßbaffn be« photogrophifd)cn Brojeffe« 
Ieid)toerftäTiblid) bchanbelt. !Dlcm atennt auf ben erften 
Blid, baß ba« IBerlchen au« ber ©rari« für bi« ©roxi« ent- 
ftanben ift, unb bemgemäfc ift auch bie ^orm, in ba ba 
Bafoffa — eine in weiten Streifen befannte Butorität auf 
bem ffiebiet ba Bilbni«pl)otographie — feine (Erfahrungen 


niebergclegt hot. allgemein htapp unb fo gehalten, baß fie 
feibft ber Bnfänga perwerten Tonn. Wein (Siebtet , fetn 
Btaterial, fein ÜUint, bie für bie Bhotographie unb bai 
Bholographierenben in Barad)t fommen, ift unberührt ge- 
blieben, unb es ift 31t namuten, baß grünblid)» (Erforschen 
jeglichen ailißerfolge« ben BeTfaffa veranlaßt hat. au Buß 
unb frommen aller Runftbefliffenen feinen «Beitrag sur 
Bilbnisphotographie“ in bie Welt ju fchiden, Bon biefem 
©eftd)t«pimfte au« unb weil bie ©töfdjüre eben eine wert« 
oolle Bereicherung beT Bhotolitaatur bebeutet, ift ihr weitefte 
Berbrcitung ju tpflnfd)en. Die ßrimia Bolgtfänber Ae Sohn, 
«l. ®. in Braunfd)toein oerfenbet fie auf ©erlangen an alle 
Ontaeff entert foftenfrei. 

(Ein empfehlenswertes Spieljeng. OTit Küdftcht auf ba« 
herannahenbe Weih nacht« frft wirb e« oielcn (Eflem erwünrdjt 
fein, auf ein Spiel- unb Befcböftigungsmittel auftnerffam 
gemocht ju roaben, ba« eine Busnahmeftellung rinnimmt 
unb |id) befonbers baburch auojcidjnct, baß bie Rinbcr fid) 
bauemb gern bomit befchäftigen. ö« ift ent «Irtifri. ba fid) 
mit jebem ^ohre imma hüuflger oon bem Boter auf ben Sohn 
oacrbL £foft glauben wir, baß e« gar nicht nötig ift, ihn nam* 
hoft ju machen; oba [eilte e« wirtlich nod) ffamilien geben, 
in beHen bie 'JlnrerSteinbautalten nicht befannt finb? Sie 
ver bienen bie allawärmfte (Empfehlung mit Kecht To es 
(ura vor bem f^eft in ben ©efchöften fehr lebhaft herpeh*. 
[0 bürfte e« am Deften fein, fid) oon ba fr irma fr. Bb. 5Rid)ta 
4 : Die. in Kubolftabl per bem (Etnfauf bie neueftc illuftrirrte 
Breielifte fommen 311 Iahen, um banod) in aller Kuh» ben 
in brr ©rSße paffenbftrn Bnta-Sleinbaufaftrn ausniahlni 
ju fönnen. 

ttln frußr unb Änie^fflämter ift eine empfehlenswerte 

Keuheit für ben Schreibt) fd), für Weifen im SBinter ufm., bie 
für 19 Warf fii unb fertig fTanro einfchließfitf) Berpacfung 
von ©erm ^(. C, Dhrift in ©oth« hejogen werben fann, 
3m ©ebratich leicht ju hnnbhaben, wirb bicle Keuhelt ihren 
frwed nicht oafehlm. ?Iußa ©ebraud) wirb fie mit einem 
eitrigen 5anbgnff aufammengelegt. Die Dede bief« fruß- 
unb ftnie.üD-äTmas gibt ©degenhfit gu ©titfad unb fonftigen 
ftanbarbettrn. 


©tio Keulter über bie Ußr. Der sroeifellos mfprünplichfte unb ge- 
fdjmadoollfte ftumorift ber ßouHflat Bilhne jeigt feine große Runft auch 
in bem öobe, bo« er ba Womos-Ußr sollt. Chr befingt fie folgen bermaßen: 
frflnpft fagte id) gu meiner frrou; 

„BJett* bir bos eine nur: 

Sei ftet« prögife unb genau 
9Bie unfre SWomoo-Uhr. 

Sei aud) fo fd)ön unb fo mobem, 

3rr J in ber 3cit bich nie. 

Unb — ba« hab' ich befonber* gern, 

©ei Fo folib wie fie. 

Sei praftifch ftet« unb mache bir 
(Mud) (fjilnfilid)feit jut $flid)t, 

Rurg — richte bid) genau nach ihr, 

Kur fchiagen brauchft bu nicht. 

Hub bann — e« wäre wu über bar, 

(Wenn bu ben 9Bunfd) erffillft - 
Dann garantier’ mir auf ge^n frahr, 

Daß bu fo bleiben willst. 

dPcnn bu gehn 3«*hT fo folgfam bift. 

Dann lannft bu mir gefallen, 

Dann bift bu, wie bie -llhr e« ift, 

Die Befte mir oon allen. 

Doch wenn bu — bief?« mal’ bir nur — 

Buf anb'rem Stanbpunft fteßM. 

Dann ift, uue bei ber SWomos-llhr, 

Die ^»«uptfad)’, baß bu gchft. 14 Ctto 9? cutter. 




IJUBERGW^ 

tolDHEI$£ 

l!u.r„oS 


Maien- 

iaubeR 

ter wtßotiMi 

,2 


?n5 (Oute lobt jid) feibft, — 
aber nur Öort, roo es betannt ift. 

3Bo eimoaTibfret anertannte (Ergeugntffe ba 3nbuftTie jugldd) Wirt« 
fd)aftlid)«n wie äftl)etif d>cn bienen, wirb bie Belanntmadjung aud) 

in Ichöngdftigen Rreifen willtommen fein. Solche (Eijeugnlffe fchafft feit 
frahrjchnlen in ihren JDertftätten bie frfrma £>ön»|<h * ©0. in Kiebafebli^. 
SBintergärten, ©ewäch«häufer — eine Jltelt oon Boefie liegt in bem »Dort, ht 
DerBorftcllung bfT3u>fdf ( benen foId)ef>eim|tätten baRtnbetfrlora« bienm. 
SQiflft bu, baß rin 9J)cn!d)enhrT3 aum frreunb bich wühle. 

Schaffe ritte Heimat ihm in beina Seele. 

9lud) bie Bf lange lann nur in ber #rimat blühen: 

— Schaff fie I f) r ! — Sie fegnet bir bein Blühen. 

ÜBir oerweifen auf ba» in unfeter 3 e Üung ftönbig roieberlehrmbe 
3nferat genannter frirma. (3n biefa ühunmer auf ©dte 933). 


Interessantes u. gediegenes Festgeschenk! 



Frost oder Tauwetter? Schnee oder Regen? 
Heiteres oder trübes Wetter? | 
Ob gesunde Luft 

im Zimnmr und wie nun nie rerlwwem w»U? Ob 
man nlrne Gefahr für Gwandlu-it in'!» Freie kann? 
Diese F ngjt-n tresnt wertet hbetat anre^rend n. belehrend 

Lambrechts Polymeter 

Jl|u*trierte BpM'hrcil'umt und Ancrkeijnupjjm erster 
Fiu-hmiinner zu Diensten, lamhreoht’» In-tramente 
r*ind in dra Kultur-taatcn ireaeuiieh irrr-chi’itct Man 

verlamge Grati-*- l'nirk-tache Nr. 5-36. 

Willi. Lambrecht, Göttingen 

InUabrr de» • »rdrr,s (Dr Kumt uu'-l WissrnwtaCl. 
<;,-n*mLv ortri<*h ftlr ilie’Rrliwri«, ttalim u. die foternrirli , Alpen- 

UniJeT rlurrh C. A. Ulbrlch A Co. A.-G.lln Zürich. 



Cboralion Co. 



Musizieren ist diejenige 
Form geistiger Erholung, 

zu der man stets mit neuem Interesse zurück- 
kehrt. Die Gelegenheit, jede Rrt Musik mit dem 

PIHNOLfl 

immer zur Verfügung zu haben, ist gerade das, 
was zur Erholung des Berufs-Menschen im 
eigenen Heim nach der anstrengenden Arbeit 
des Tag es not tut. -Man verlange Prospekt 0. 
Preis 1250.— Mark. 

Berlin W., Bellevuestr. 4 (Potsd. Piaß) 

Zweigniederlassung: Dresden, Pragerstrasse 49. 


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©@@©©@©@©@©@©@@©@@(98600 

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THE OHIO STATE UNIVERSITY 







Ollujtriitc 3eitut«g. 


9lt. 3463. 11. 9looenrt>« 1909. 


Su 4 ) in bieiera Cwljrt etfdjelni n’iiijinit btr fflcmotc Wooeniba unb Zt.icmbtt un(« lotßffiltiß gwttmet« unb bfjttns gcbrudtet 3 ni«attnteil ab 

2Betyna$te4!ltt3eiger ber SUuftrirten ^\\m% 

Unjer $Beil)Ttad)t 5 *$ln 3 eiflet Ift toäbrcnö bcr langen $<met feines 8 ejtef)ens unb infolge feiner föeid)t)altigfeu unb überfid)tlid)en Slnorbnung 
oon b«m ipublifum als beroäfjitei unb beliebter Ratgeber ancrlannt unb mirb, ba er in bet Cflemlid)leit unb in ben Familien bet befftrm 
6 tönbe bie grB&te Verbreitung oo« beit §emn 3 nfe«m«i ßleidjermafeen getourbigt. W\x laben t ein, uon unfettm erprobten 

UBeüjnadjt&'Mngeiger red)t fleifetg (£tbraii <6 ju madjtrt. Aufträge mit Eingabe ber Stummem, in nwlc^en bte ?lufnal)mt erfolgen foll, ob in 

5 Rr. 3465 oom 25 . Otoncmber 9 tr. 3467 uom 9 . $c$omber 9 tr. 3468 uom 16 . Dejcmbet 

»r. 3466 oom 2 . Dejcmbcr sCtfibnöd)t^ 9 tu»mit« 9 tr. 3499 oom 23. tejember 

erbitten mir uns bis fpäteftm je 14 läge not bem ®rfd)emungstenniuc. 


9 tr. 3468 oom 16 . Dejcmbet 
9 lr. 3469 oom 23 . tejember 


Slluitrirtc 3eitung (3. 3. 2Bebcr) f Abteilung jür feigen, in ßeipiia. 

ibfrl Uhliefocn tm* am ih hi* vn < ,„i < ,K r< -.cn 1 ,„,,,,^ /oi* 7 , ß o, ™ ^ . *6 


NB. Die Siloejtrr* Stummer (3470 oom 30. Aerober) f^Uefecw toit am 18., bic Neujahre* Kummet (3471 oom 6. 3anuai> 




am 23. 'Xejembet. 


JS27 ron dem Menschenfreunde 
irnet Wifhelm AmoJdj begründete 

Gothaer 

Lebensversicherungsbank 

auf Gegenseitigkeit 



lodtt hierdurch rum Beitritt ein. Mil einem Bestände von 

980 Mr!/ tonen Mark 

2Ät ‘•‘•-""W*«»*- 

Insgesamt wurden von ihr bis Anfang J909 
Kenn hem ngen abgeschlossen über 1763 Mi lL Mark 
Yenicherungisu mmrn au stahlt 5j_> 
als Dividenden Turückerstattn . ~ 255 

AJ/e Überschüsse kommen den Versicherungsnehmern 
unverkürzt zugute. 

Die tehr günstigen Versickern ngsbedingungen gewähren 
Unverfallbarkeit Unanfechtbarkeit WeltpoJice » 

von vornherein. naeh 2 /jW * /aftrOTt 

Auskunft erteilen die Vertreter der Bank an allen 
grossen and mittleren Platzen sowie die Bank in Gotha 


5 

I 

S 

s 

s 

i 

s 

5 



leoS&TOertrucÖiöhe bis 60 Meter. 


awiii 

Oie einzige. h-ygitniscrt vollkommene, in Anlage und Betrieb billigste 

Heizung für das Einfamilienhaus! 

isr die verbessere Cenfi-aM.uOke.tune. 

Jr, j^dea auch alle Haus leicht einiubau*« er»spe«i. C 

Schwarzhaupt.SpieckCrAC 0 Machf Gir.iiH Frankfurt ^ M 


glas gtüirrbirnd). 

$OllftöTit>ig* H^oxie unb ^taits bes iöillarbfpicls 

oon Cf. j3i>tu*>itil. 

3 «*> e ite , oeT&eflerte «luflaße. 

Oht Dtelm ♦jprrfntmten . tli SufgaSen tteblt GSfunorn unft 128 Wbbtl&unflwi. 
ürrte 7 «huk 5« pf. ; in Ort^indllfinrnNri 9 /Barl. 

Verlad non £>• SPeber in gdpilg St?. 


Graphologische 

Charakter- Schilderungen 

i..ich uTijrtwiingrtim Bclirifiprobm. x larifi ■ 
Citlach l»n UIkt tiiumyiup Bri.-f - duwb 

Rudplpbinc Poppee 

inpkilien.MilHi ^rhrift— rhii i lUtadigi 

Wlon Vlll i, Schlössplgasse 11. 
rnrissri» TOI ..trjoWm« -. »r 1a« I. /. Sntr. Lm» 2( 


Scbilfsmotoren 

f iir kl ein m tt *f Mi«r e Boote Uefern 

Wolf & Struck, Aachen 



Wir bitten 

von den Offelten unserer 
ln»erefiten unter Heztlg- 
nahme auf die Lt-ipziirer 
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ligst nicht ausgiebigen Ge- 
brauch machen zu wollen. 


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Gegr. 1852 :: Gesamtvermögen 105 Millionen Mark. 

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Günstigste Versicherungsbedingungen. 
Niedrige Prämien. 

= Wertvollste Weihnachtsgabel == 

22?25Slf:l ler r ro ! p ’ kt w,rd unen U)0»tlich verabraieht durch 

die überall vorhandenen A fl enturen ddr Teutonia und durch dio 
Direktion in Leipzig. 


Hoflieferant Br. Ma}. 
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rnnkiun a,< 31 . , K«MiiiJukt Ir'*; »lareburK, 4 }. Jobanniaau-. 11 : 
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lä. u. K. ll,.r-l , h..l,.Kr«|.h I« Klngcnnirl. 

Kauli« K»»ris «ind franko. fl 8 ] 



ms: F *r r< 


3n DrUrtTtUö- Ungarn für örrausflabc unb 



• — — ^ ^ m ■■■ benutze die «I. J. Weberscnen £*pcrt*eJt- 

Wer ^3l € Äll Bl J. ExpoiTzeitschriften.LeipzIs. 

‘ y ~ ” 


obrrt Wöhr in IDim I. 












Jllustrirte Zeitung 


Erscheint seit 1843 


Nummer 3464. Hundertdreiunddreißigster Band. 18. November 1909. 

Verlag von J. J. Weber in Leipzig, Reudnitzerstraße 1—7. 


A. A 


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V 


| £iterarifcbe ^Runöfcbau. 


t 


SKeuc £r 3 ö^lungslitcratur. 

*fipro<t)fn do it Carl tonte Skapiittlli. 

^%ie 3 a V jener brutfdjcn Autoren, öitf fid) Der Gunft 
/^Jcict weiten Schichten Der lefeuben S-amilien erfreut, 
ijt minörftens ebenfo prob wie Dir Der fratijöjifeben Autoren 
in ftranfreid). ‘Ter 3 n\port franjofifdjer GelbbäuDe Ijnt, 
wie Jtaitjiifd) errDiefeu ijt, längft sngtmjtrn unierer o<fi* 
ntiidjen Autoren angenommen, wohl ein 3 eidjfn, Dafe 
untere gute lliitCTbaltung&lettüre gra3iöfoT, tünftlcrifdjcr 
utiD betjer geworben ijt. 

3 u jenen Autoren, bie vielleicht Ortt. meiften 3001 
ftodjfianb De« Un ftamilicnblattc erfdjenienbfn Vornan« 
beigciragcn Ijoben, gehört oor ollen Vtibolf Strafe. 
Seine nieiftrrtjafte, Dabei fünftlerifdje ledjnif, Der jiarte 
©iiifdjlag tieigrünbiger , Vlt>ctic»lnnic linD Das oollftöiibige, 
müljelofe Vebnridjen Des Btitieus tjcbi fein-c Sadje« *u 
einer fdjöuen ftölje, um Die im« Die i>ran.tojen und ©ng» 
länDer benetöen tönnen. VollenD« ober 31'igt er birjf Drei 
öorjfige, wenn er an Die Vooelle beremtritt. CHjrc Inappere 
ftorm. ihre fürjere VlilieuiriMierung, Da« Gewidjtige pfuetjo» 
logijdjer Vorgänge in ihr Idfet tiarer noch Die ©legnii3 
uub Souveränität berTcdjuif erleimett. Sein# neue Vo» 
vcllenfammlttng „Die auiälfte Stunde“ (Berlin W. 30 , 
GoncorDia, Tcuttd)c Verlag«- Anhalt, ft ermann Ül)bc*<f ; 
grb. 4 ./t 50 A) ift von fo padonber. Dabei lüufilrrifcher 
UBirfung, bnfe man jeDe Gefdjidjte als rin Blufterbeiipiel 
anfeljcn tann. il’ir weife er in „Komm mit“ Dos Meid) 
De« ToDcs geijeimniftDoll herein.pijieljen, wie in Den 
„©djatlrn" faf t libematitrliclje füiädjte weil len 311 lallen! 
Difif« ©emifdj von fteimlidjem unD Unheimlich« in gelingt 
itjm in fajt alten Aooellen prädjlig. Die I noppe, aber 
fri|d)e unD flotte ftorm, Do« intcreifante 3)1 il tcu fiebern 
Diejem Van De ttod) anfeerDem eine gonje Wenge ßefer. 

©in Feuilleton ift oom pulen, allen Sdjlage, alfo von 
Denen, bie |el)r lieben sw ikbig, aber and) inhaltsreich ju 
plaubern toiffen, ijt Hlaul Einbau. Gr Ijat bie ^iigenb* 
frijdje trofe Der Siebjig nicht verloren, unö roa« bei ihm 
im Vornan oft langatmig unb uuu>al)i jdjcmlidj mit ft, 
gewinnt in Der Vooelle burd) Die herbe Kfirje. UHife unb 
Sdjicf. ftuntor unD ßadjtn unter Dränen machen Den neuen 
BovcUeubanb „Der ftelD De« Doge«“ ju einem amü» 
fanteit mtb biib|d)#n Viidje, Da« roaljilid) nidjt fJaul Einbaus 
fdjledjteftes VJerf ijt. 

©twas wie eine Verbefferimg Des Kriminalroman« 
[trebt aufdjeirtenD 3. VlJüiPP'C'KtrOdf U in feinem 
Vornan „Der ftfinerne 3 «*> 0 «" {Berlin, Verlag von 
Viel Runter; geh 4 .*) an. Aber für Derlei Sadjcti finb 
mir Deutfdjc bodj ein wenig 311 fdjrorrfällig unD Der Ver* 
lincr Autor bod) np<h ein wenig 311 geblen&et 00m berliner 
BHlieti. 3 *®at fudjt er un« fdjon int Anfang in Spannung 
311 halten; aber Diele ämeifjt gleich, fobalDereine Atenge 
— - (Jigtirfii aujiuarjcbicn-n lägt unb jie na<h unb ttod) — tedjt 
S mübfam nnb philijtertjaft — 31t djnraficTilierrn üerlndjt. 
Dann fehlt ihm trog eines gan ) teiblidjen ©riählcrtaknts 
vor allem Der frifdje^np, eine fold) jdnvere J[%aiiDlttnp pfenc 
Withe in« Vollen ju bringen. 3 n oiclen fällen Üefinnt 
er {ich feiner Hb|id)t ; Ihvranidj 311 fein, holt bann weit 
bi« 31t einer allgemeinen Sebensnorm au«, ofrbteitet |idj 
über Diefe mit Veljageit uub mit einer getuifien fmDiidjcn 
(Vrcnbe unb reifet einen fo trofe ntondjcn an fid) guten 
©infalls au« Der Stimmung, aiienn er bei|piel«mcife bc* 

I linnt: „^Uer jemals in Die peiutidjc ßape gelontmen ijt, 
idj loflljrettb einer Unterhaltung in oorjidjligen, funftpoU 
ich hinjdjlängelnöeii VeDewettbunpen um eine Dtrefte An» 
rcDe herum Druden 31t mfilien, weil er nidjt weife obrr es 
löngit oeig#||en hat, welcfje Der tatife-nb pibtäudVlid>cn 
Diniloturrii" ujto. uiw. Ter Sah. ber De« gelben laitenbe« 
Sndjen nach einer AnrcDe ertlären joll, rnbet erit nach 
»eiteren 3«>ölf 3 f 'i tf n. Dafe eine joldje ©r.tfihttmg-fart 
nicht peeignet ift, einen Vornan ccm friiulnalifiiidjer 3 lote 
frifetj unb jpannrnb 311 ©nbe 3« führe«, liegt auf ccr ^aub. 
And) bie ©tjarafteneidjnung, menn auch oielfetlig, Idjaiit 
3U111 edjltife nur Ttjpen. 

fbntc lliitertjaltnugslefirire, wie fie bie grauen bc« 
Witte h taube« ttod) immer lieben, nicht ohne pnjdjologi» 
fdjrn ©tnjdjlag, fchafft t>ran,3 Vofen mit leinen „ft in» 
Dem ooin Köbingfeof“ (Dre*bcn, ©. ^}ierf 011« Verlag; 
3 Jt 50 A). ©« ift bie fdjon oft n.tählte, aber immer 

neu Detaillierte ©utspcidjichte, bie manche intmrr tpirber 
gerne lefen. Sie entbehrt nidjt einer fidjcren unb Wug 
jüljienben AutoreiifianD. 

©r|t in .weiter Vinte gehört „Cüolgatba", ein Vnlfatv 
Womatt von I)r. Wlaban (fceörgemit jd>f f»rbi|djrm 
aWiuifterpxäiiDenten a. D. (Stuttgart, Datifdje Verlag«» 
Auftalt, geh. 7 Jt), ,uir ©rtahlnupsIttcTniUT. Der Ver* 
fafv-r ift ja als politifdicr Sdjiift ft elfer fein 9 Jntling nnb 
bleibt and) hier Der Volüifer mtb Diplomat. 3 iu (fmniDe 
ift Da« für ein foldjes Vuch, bas an Die 3 eitgefd)id)te eng 
anluüpft, fein ÜKangel, unb ein foldjer Vornan Pari Den 
Anfuiiid) auf fo ivcnig tvie möglich utopifdvu Veimcrfe« 
madien. Vier über Serbien, über bie ungUftflidje <ü c . 
fchidjte Diefe« öaitoes im litten Dezennium, über Wiilnn, 
Königin Üiatalie nfto. orientiert fein unll, uur überhaupt 
irt Da» Treiben eines Valfouljoies unD •ftaate« ©mfidjt 
nrhmen roill, wirb hier gut belehrt 1111b gut geführt. 
Denn fheorgcroiifd) ift Immerhin ein Sdjrififtcller oon 
Qualität. l(u« fn-ilid) Jagen jtillcre Unb bodj lebens« 
xoabrere Vfidjer mehr 3U. 

©in gan.3 cigenaitiges Vttcfj, bem ber Autor troh 
feiner 3 lPf i bä,,ö, ökit nidjt ba« ^träbifat „Woman“ 3U 
orrleilj'ir ftdj getraut hat, ift ft-riti Vafloro« „Die brei 
(bemälbe Des ßlpps TulUan" (Stuttgart, Deutfctje 
AeUag^Auftalt; 2 Vänbe gelj. 6 Jt). 3 Uar's bie &o»m, 
Der jt<h fein fprtiöelnDer ©eift anDnfrfjte, ober rvax*« bie 


©r3älj*“ n a» >fe fid) nidjt fo weit ocibidjtcn liefe, beibe« 
läßt fid) glauben. Sicher aber ift auch ein ©infdjlag 
[itcrarifdjer ©igenbröbelei babei, bie bie brei ©podjen 
be« ßeben« ßipp« Tulliana (frei unb fdjön „Giemälbe“ 
genannt) fo fdjarf uub unromanmäfeig auseinanberhielt. 
©in cigcnariiger Whijltjittua witb DaDurd) er.jeugi. Tiefes 
Vud) »ft «in nette« Arttftenftüdletn, bei Dein viele laut 
applaubicrcn werben; Die (üebanlen fteigen wie glär^enDe 
perlen, *f?tece folgt auf ffJiece, wir jtaunen uttb freuen 
un*. freuen uri« fdjliefelid), Dafe biefer €>clb, ein fTaules, 
prcfeljajtes KctUhcn, Das lann. De« ^»ilöen Vebeutung 
liegt in feiner Verruadjfenhcit, unD wie ber Körper, frantt 
auch bie Seele. &ür Veuic, Die grjuiibe, fclbf 1 Derbe Koft 
Dorjirtjcn, ift biejer gartbefaitete, etwas eraltierte unb 
liinatmige ijielb nidjt«. Tie oerjidjten auf Die Auf» 
machung unD frhen lieber wirtlidje Kraftleifumgcn. 

Wicht pftt'J fo literarifd), wie et fid) anlüubtgl, ift ber 
Vornan „Die Vognmilrn“ (bo«nifdjer Vornan oon 
KönigsbTiin-Sdjaufe. 'JDJundjen, ©»eorg Viüller; geb. 
5 .» 50 A), ber in ber Diftion nidjt eben heroonagenD ift, 
inimrrljiti gruiifjen fulturellen 2hert hat, ba er uns un» 
bcfnnmc, vor allein literurifch unbelannte bo&nifdje Gegen» 
Den 1111b 3 i*f 4 diii be eridjliefet. 

Tic fdjwäbifche ^ungmannfefjatt hat fidj bagegen 311 
einem gani rel.jeiiPeTt VänDdjcn gtifümmettgetäti , 311 Den 
„Sieben Schwaben"; ein neue« TidjUrbud) (s>eilbronn, 
©ugen Sal3er; geh- 4 ^). f^reilidj ift .ttuifdjcn biefen fiebcit 
Talenieit basGenieinfante ein bifedjen fdjwer feft.pif teilen, 3U» 
mal bie fpcjiiifd) fdjwäbifche Drchtjorm, bie ßqrif, nidjt orr» 
treten 311 fvuifdjcint. ?dj fage Jdjeint". Denn ficftedtin mehr 
als einer biefer (ßefdjidjt eit. Vielleicht ift Der Kult, brtt einige 
oon ihnen noch heute mit ber lieben Mfeinftaot treiben — 
bei oielen benfi nian babei an Den Üehrincijier Gott» 
frieb Keller — auch fdjon ein innere« VtuoeglfeD. Aber 
Da es fid) im ganten um gute Veilräge handelt, mufe 
man Die mit jiebfn Vorlräten gcfdjmüdle Sammlung Ijaj. 
lidj begrüßen. HHenifl Verftänbnis lann ich fürCiibung 
ftindljs arg manierierte utiD bodj Der gewaltigen Sdilag» 
Iraft Der Waturtvunber nidjt gaivi gerecht iverDenDe Sft.^e 
„CVnfcÜrnhling" auibrtngcn. giaifdjlrn« ftarf periöu» 
liebe Vote tt»irlt fchon über3eugenDer. Voll eblen ^luffes 
unb Sdjanmges, babei bodj voll flaffldjer Vuhe weife 
auch Diesmal ft ermann fteffc 311 erzählen, wenn audj 
Die <&c|djidjic nidjt 311 feinen bellen getjort. ßilif nf ein« 
fiarfe Qualitäten reihen fid) au Anna Schieber« an» 
fprudjölafe. aber fein unD liebevoll ausprarbciicte tbefdjictjtc 
an, Der fid) yUilljelni Scbuffer« emfadje, Dcrb-natüilidjc 
Art anldjliefet. Der Vanb enDct mit einer CE»efct>ict)tc oon 
Augufie Supper, bie natürlich unb wahr ift. 


ftanbbud) ber Wegiftratur» unb Anhioioiffrnfchaft. 

CeitfaDcn für Da« Vrgiftratur- unD Ardjioweffn 
M De« Weid)«», Staat«», ftpf», Kirchen», Sdjut» 
unD ©emeinDcbcljÖrDfn. Den 9 ?ed)t«an wällen ufw. 
fowie bei Den Staaisaichioen. Von Georg 
ftolfeinger. Geheimem ®linijterialf»fretär a. T, 
unb eljnitaligrm VegiitraturvorftaiiD int Groß» 
her.jpgltdj Oiecnbnrgtidint Staatsmiuifieriiim. Veit 
Veitrögen von Dr. JVrieDrid) Öeift. 3 weite, 
DuTdigcfeljene uub oerDollltänbigie Auflage, ßeipvtg, 
3 . 3 . 11 h- ber. Will, 300 S.; Kletnottno. Geb. 
4 

3u , nädj|t natürlich ein Katechismus für alle Wegiffratur» 
unD Ardjiubc amten, uub 3tvar mit bem Driniidten roten 
^abeu t>p« SiTcbens nach jinngemäfeer Verriuhfillidjung 
als obrrfteni Gniubfafee. Gewife »erben fidj für otelc V** 
lonbeitjeiten, wie |ie lief) innerhalb Des Vcgiliratur* nnb 
ArctjioTOffeii« in Teritfchlonb im ßaufe ber 3 <thil)tmDfric 
herausgebilbet haben, ebcnfooicle If ntfdjulbigtingen, ja 
Vr du fertig unpen finben taffen; aber jcöe lluterorDnuug 
fadjlidjer V01 tdjriftc«, wie fic fiberall greifen tötuiun, 
unter pcrfönlidje fiiebljaberci (ober Vcqriemlidjleii) ift vom 
Thcoieiifcr, ber suglcidj über rine hnipfät)T'ge. pr.ittifctje 
©rfaljning verfügt, unbebittgt 3» bclömpfen. Dafeftotfeingcr 
ba« getan unD, wie Die stvctle Auflage heiveift. mit Grfolfl 
getan li-ai, ift fein geringes Vcrbienlt. Tenn baDutd) er» 
tjält lein Oeitiaben Den wünfehenswerten Qotjiig, überall 
mit Viifecn herangr3ogcn toerbrn 311 löuncn. Aber audj 
anbett Vcnmien, Die iigrnbweldje Ve.pebungen 311 behörD* 
lidjen Vcgiitratiiren^ h^ben, Vurediivorftcljer unö fclftft 
Viioatf, Die ibie Sdjrifien fiberfithtlidj orDnen woElcn, 
haben im „ftol^mger“ »inen 3tu«-riä feigen Rührer. Auf 
Dtt* VeDürfniffe oon Vürgernieiflereien uub gröfeeren Ge» 
meinbrämtem ift befottber« Vfidfidn genommen worben, 
©in VI id ln bie Vrilapcn (Crganilation ocildjic Detter 
Staats», Kommunal» unb GeiidjtsbdjörDen) wiiD fo 
mandirm ßaien. Der lieh fonft barin fdjuier AurrdjuinDet, 
jidjerlidi fcljT wiUfommen fe«n. ^a, jelbfi Die uetierbing« 
jo lebhait gepflegte 3 -amilieniorlctjung wiTb Dnrdj 3 mate» 
jiehcn bes Vnd)« nur 3eit erfparen unö ärgnlid e Krcu.v 
unD Querfragen oermeiben, ftelmolt. 

Silber jur Gcidjidjte mit befonberer Vetonurg ber Kunft 8 
gcfdjtdjif. 

fterausgegeben oon Dr. Vemharb Seqfert. 
VilDcranljang 3U Wcubauers ^IVferbuch ber Ge» 
Idjidite". 3 weite, lehr oermrhrte Auflage. 497 Ab» 
bilDungrn mit rTläuirntbem Teil unD einem ans» 
füljrUdien SdjIagwornrgifUx. ftoUc 0- S-, Vuch* 
hanblung be« Ubaiienbaufes. G'i-b. 4 Jt 80 <$. 

Tiefer VilDeratla« bietet Dem Celjrer wie ben Schülern 
für ben Unter ndjt ein oorafiglidjr«, mit allem VoDactjt, 
mit f^lcife unD llm|id)t ansgewähites unb julammen* 
getragenes Anfdjauuugsmatrital. Der fteiau&g eher füllt 


nidjt nur bie ftiftorienmaleref in ben Dienft Des Gefdjichts. 
uttterridjts, woburdj er 31» beffen Velebutrg beiträgt, ben 
Kiu Dorn ßult Da^u madjt unö ba« 3 nterejje audj im e lter» 
lidjen ftaufe wedt; er gibt gugleich einen Vilberatla« für 
Die Kunftgrfdjidjte, Die jeljt audj oou einficfjtigen ßehrent 
in ben S<h»ilunt<n:id)t einbeäogen wirb, unD bie Durchaus 
wenn fie nüfeert joll, oon Der Aufdjauung ausgehen mufe! 
ftüt Diefe 3 »ecfe gibt Der oorli«-genDe Atlas eine will» 
lommene ftanbhabe. Derartige Bemühungen fönnett wir 
nur gutheifeen; benn fie beDcutett gewife einen groben 
^ortfdjritt geflen frühere feiten, in Denen alle«, ma* 
lüufUerifdje Belehrung tjci&h ans öer Sdjulc oetbannt 
war. Die «uewahl Der Vilber ift im allflrnicintn 3U bil» 
ligen; jebcnfall« finb fie ein lehr geeignetes ftilf*miuel 
bei VchanDlung rimjtge jdjidjtlidjer Themen. Tie heroor» 
ragrnb|ti-n Süctfe ber Kunft uon ben äliejten 3eiten bi« 
3111 ©regen wart werben im Bil De geieigt. Ter fteron«. 
geber l)at audj Die HJlrifter Der ©regenwart, bie Vödlin, 
Thoma, ßifbermann, Klinger, mit embejogen. Tafe nadj 
lolchen BtlDeratlantcn ein wtrflidje« Vcbürmis oothonben 
ift, beweift bie günltige Aufnahme ber etjteu Auflage, 
Die fdjitellen Abfafe fanb unb in ben Sdjulen mandjetlet 
Gute« nrftiftet hat. Die jtoeiie Auflage erfdjemt roefent» 
lidj pamcljrt unb oerbeffnt. Ter fterausgrber hat fidj 
weiter un.getau, Die wiffeufdjoftlidje ftörfdjnng 3« Vate 
ge.iogen unb mancherlei gute« Vene hinjuflefügt, 3. V. bie 
iUotjubäufer in Vricne uub Voutpeji, eine Vdouftruttion 
Des Caijeiltdjfn Vom, Die Agm«-ten nadj ftnriwänglrre 
dielonjirultion. als erjtmalige Veröffentltdjung Den Vlan 
Des heilige« Vejirfs oon Delphi nach Den ©rgvhnifjen 
oon Brot. Bonito». 3 m gan ten jinö mehr als tjunbed 
Vilber neu Ijiniuprfommen; auch fonftigr Seffrnmgen in 
Tedjnil unD Ausjtattung fitrD 311 Der3eidjncn, Ti< tunen 
©rläutcningen 311 ben BilDern geben alles für ben Sdjüler 
SBiffenswcrte. 

ftenrif 3bfens nadjgelaffene Schriften. 

Sn oict Vänbrn hnaiisgegebett von Julius 

Glias unb ftaloban Kofet. 3 °^’^ Veihe ber 

ländlichen SUerte. Berlin, S. Ö-ifcfeer, Verlag. 

Geb. 28 Jt. 

Knapp breieinhalb 3 aljre nadj bem Tobe be s grofeen 
norwegiidjen Tidjters (am 23 . Viat 1900 ) finb in « 5 . frifdjrr« 
Betlag 311 Berlin als jwriie Veihe feiner fämtlidje« 3 Berfe 
— itadjbem Der oom Dieter autoiijirrtrn Ausgabe feiner 
Dramen ü^wifdjeu <uid) |d)on ein ftattex VrictlanD folgte — 
jefet Pier aufeerorbeutlid) Inhalt reiche unö (alU-tbmg« oor» 
umgenö für Die gmaueren Obi en «Kenner) interrffante 
VänDe eTfdjienen, bie feinen litcrai ijdjen 9 lad)tofe enthalten; 
genauer genommen feine Vorarbeit unö all erhalt 0 mancher» 
otten oeripTengte unb oeridjollrne Auffäße, Geöidjte, 
Beben, Vrvloge, Vrilcffijrcn nfw., 311 Denen bie bciben 
ftfTaitsgcber niticr AufwenDung von ebenfo enfeiger Blühe 
wie ©jcjd)id wie ber Dm 4 Urg fuitben. Vefouber« werben 
Die hier 311m entern« al vexötfentlidjten Gntwüife 3U ben 
befamiten grofeen bramatijdjcn SUerlcn be« Dichtei« intet- 
eflifTcn; oor allem bie 311 „©in Buppeuljfim" unb „Wenn 
wir Toten erwachen", beten Sdjlülfe ntandje fo wenig 
billigen, uub wo ihnen nun Doch ber Dichter burd) einen 
Vergleich oon ©ntwuTf unb fertiger ßöjung beweift, wie 
bebadjt er Den allein möglichen Ausweg aus all von ifem 
Daigrficllien Konflirtcn gefunDcn. Auch bie }\rage nach 
fetm-n „Vtobclleu“ ift, fowcit bis fefer angängig, gelöfL 
Dnidj alle« biefe« unb nidjt 311m wenigften auch in Der 
in VanD 4 gegebenen „©tnfuljnmg" rTl)ält Die CUfeen* 
GemeinÖe einen Dnulbar 311 begrüfeenbni «nö, was bie 
ftauptfache ift. oolltommen auihentifdjen ©mbtid in fein 
91 h r Den uub in fein eigenartige«, bi« jrfet immer nodi fo 
räift*loolles JBefen; genau in Dem Sinne, wie fidj 3 blen 
einmal frlbfl 311 Gatun unb Soljn äufeerle, auf Dtc grofeoi 
Vfmbcl feiner Arbeiismannftripie hin weif enb: „Ta« finb 
fefer ividjiige Tinge — öa« ijt oielleidjt Das Alidjtiglte 
oon allen." 'Jliitt liegen audj Dufe offen oor uns. 
Tod) ift babei ju bemerten, öafe Diefe vier Vänbe oorerft 
nur eine Auswahl au« Dem Korpus Der 3 bien ftanD» 
jdvriitcu. ba« bie ilniorrfnätslüttliollji'f in ©hriftiania orr» 
Woljil, bavf teilen. ©& bleibt nod) eine Vklipe IliigrDrndtes 
311 ueröjfemiidjert; Dem erfteit V ad) Ulfe tann noch ein 
flwciter, ber 3 weiten Gnue eine builte folgen, fo Dafe bie 
Aljrcnlefer 3U tnn haben. 3- Äl. 

Ans Dentfdjer Dämmerung. 

Vi'ti 3canuot ©mit Tf-rhr. o. Grotthwfe- 

Stuttgart, Grciuer u. ^Sfciffer. Geb. 4 Jt. 

©in gumÖÜdjcT Veobaduer nuferer 3 *it. erfüllt oon 
Den Sbcalen einer neuen benttdjen Kultur, tjt öer hetanute 
Veifaijer nidjt blmö gegen Die vielen ftemimingeu, 6djäDen 
unö Sdjwädjen, bie, wie alle Abcrganpspmoöen, fo auch 
Die untere I ciu^c idjucn. 3 n biefen geiam mellen Aufiäßm 
übrr alletlfi Kultiiridjnbrn, wie Srlbfifudjt, Vrjjantiuis» 
mit*, fi l< er beDen t <• n De K 11 It u r rr fdjri n unge n u • > b Vcrivm ngen, 
übiT Vicfeidje, ©hriitlidjt« ßebeu, Viadjt unb Vrd)t, Soiial» 
Dcmotrcuif, Die V*-rtou Des Kaifrrs. Klaffen jufiij, Vcdjts» 
utiD Voli.teiftaat, BHUtarisntu«, <ü.‘ad)tliiliiiT u. a. übt er 
nut djaraltCTOollnn JVrcimnt unb in würbtgrr Jrorm KritiL 
gSchaucnbtlber einer tlbergangstultur* nennt er biefe 
Auf läge; nuö wie^einft ftidjte in feinen Veben an bie 
bemühe Vution an ‘ihre ebelueu tfigeiifdjofien appe llierte 
unb Da« gaii.je Voll (üt Den Obeati&mns Der Freiheit«* 
fliege reif machte, will auch Grevuljufe alle ftemmiiuflett 
beteiligen bvlfeu, bie bie 3 Drale be« fiatfen, grfunbrn, in 
einer gätenöt-n QUcigang^rit rmgcnbeu Deutfdjeii ©ölfes 
gef ähr Den. ©djt nationaler ©>ei|i, enMdjieDene männliche 
Spradic unb griimbrs, unbeiteddidjrs Urteil geben biefen 
Auffd^en einen grofeen DaueinDen Bilbungswert. 


®i* 3Uulirlrte 3dtung Darf nur ln Der tSeftoft tu bcxJDfrtdjr oebrad)i n>« 
rottb o«\d)ttii!> btTfolgt Wie 3 w f cn Dungen rcbaftiarfUTIfr «cLjti 

d by vjQ 



in btt fie aur 9tu*flat»e flflanflt fet. 3<b* «BeranDernnft. 'Bunnftadjen irge-nbrneldjer «In, ift unterlagt 

t «er qtturtTlnrn 3eUimg in 2«t*ntfl, StettOnljcrltrrtfte ^7, iiWtrM yiiitWunflen 1 ' * 

3#tUJna. eDrnfalt» In Prtoüa. r« . |— . __ ... 

18 d> 1909 by IlluaLrirt« ZeitnnfelÜ^. WsüilVlWptiJA I t U N 


1 an Die OcfcbdftsfteQe Der 3lluftricten 



Jüurtrirtf^rilmm 


2Beif)nad)ts=2In5eiger 


crv- QAfi'f 1QQ ttZX $te 3lluitetet«3«ihinfl eTfdjeint febmüJöttWetslagoonmtlag. ®i«Tleljäf>rlidKr öejiifl*PTetd: burd) oinoBadjhfliibluttg %.ä, QnJrrvt/> 1U ^nTlPniTlPT 1900 

lOO.-OU. tTeiin9öou-9fi^25A;bcicincT»io|toi!ffalti)rltfUt:‘Öfut|c!)C9lHci(t)8-Ä12A.'l5euMft)ced)U*(0ebietc8 l //,OMcnrficl)lOK66h, 4 -' ei T(J l B> AO. JMWkIlUiw löv . 
Unflom 9 K 94 1>, ed)mrt 3 10 Fr*. 660. 5n bett übrigen fiänbetn b« ‘Hkltp oTtuereras erfolgt bi« bireftc 3ufmbung unter ftreujbflnb halbtöljrlidj fflt 28.* portofrei, Gimelprete riner Stummer 1 .*. 
(Di« Dnfertionsflebüljren betrogen. für öie einfpaltigt SRonpareillejetle ober beten Waurn l Jt 50 A, auf Seiten mit rebattionellem lat 2.4. (SinfenDung brr Dnforate [pätefteno 14 lege oot Erfcfreincn. 


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S L) des Billardspiels wissenschaftlich beleuchtet und nach mancher Seite hin erweitert, ^ 

S die Praxis aber auf feste technische Grundsätze gestellt. Wer über das naturalistische • 

1 Experimentieren hinauskommen und zu einer tieferen Erkenntnis der Ballbewegungen B 

B gelangen will, muss das Boguniilsche Billardbuch studieren und seine Übungen an Hand a 

Z desselben anstellen. In der sicheren Behandlung des Stoffes und dessen weiser Be* 3 

2 schränkung zeigt sich Bogumil als erfahrener Meister. Das Buch sollte in keinem vor- B 

nehmen, mit einem Billard ausgestatteten Privathause fehlen, aber auch unsere Billard- p 

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Sie wird wie ihre Vorgängerinnen von allen Beteiligten mit Begei- 
sterung aufgenommen werden, aber auch allen denen, die sich nicht 
auf Bobsleigh. Schi und Rodel sportlich betätigen, durch ihre präch- 
tigen Schilderungen reizvoller Winterlandschaften eine Quelle reichsten 
Genusses bieten. Da diese Sondernummer bald vergriffen sein 
dürfte und die Anfertigung eines Neudruckes ausgeschlossen ist, so 
empfiehlt »ich umgehende Bestellung. Einzelpreis der Nummer Mark 1.50 

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Der Ring des Nibelungen. 


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(Blattgrösse 42x30 cm) 
nach Gemälden 
u. Pastellen von 

Hermann Hendrich 


■ - - = Inhalt: — — 

Rheingold: Rheingold. Freias 
Garten. Nibelheim. Walhall. — 
Walküre: Hundings Haus. 
Der Walkürenritt. Wotans Ab- 
schied von Brünnhilde — 
Siegfried: Waldweben. Der 
Drachenkampf. Erweckung der 
Brünnhilde. — Götterdäm- 
merung: Die Nomen. Wotan. 
Siegfrieds Tod. S chatten zug der 
Mannen mit Siegfrieds Leiche. 


Mit einer Einleitung von 

Prof. Dr. W. Golther, 

ins Englische übertragen von 

I. Ämter 


In vornehmem, nach einem 
Entwurf des Künstlers 
hergestelltem Einband 

— 15 Mark — 


H ermann Hendrich. dessen 
Name infolge der durch ihn 
veranlassten Gründung der Nibe- 
Uingenhalle zu Mainz jetzt in aller 
Munde ist, hat mit diesem stim- 
mungsvollen Bilderzyklus ein 
Werk geschaffen, das nicht nur 
jeden Wagnerverehrer entzücken 
muss, sondern auch jedem Freunde 
deutscher Kunst und deutschen 
Heldentums eine Quelle reichsten 
Genusses bietet. 


Ausführliche Prospekte über 
dieses Prachtwerk nebst Probe- 
bild stehen unentgeltlich zur 
Verfügung. 


Verkleinerte Probeabbildung; Siegfrieds Tod. Die Originaldrucke sind auf feinstem 
Kunstdruckkarton in künstlerisch vollendetem Vierfarbendruck wjedergegeben. 


Kunstmappen 


Arnold Böcklin 


Franz Stuck. 23 Kunstholzschnitte auf Kunstdruddcarton im 
Formate von 35x42*/* cm nach Werken des Meisters. Mit Begleittext 
von Ämil Fendler. Preis in Mappe 10 M. 

Die Worpsweder. 22 Kunstholzschnitte nach Gemälden, 
Radierungen und Zeichnungen. Preis in Mappe. 43> 32 1 /* cm gross, 10 M. 

Die Jagd geht auf! 12 farbige Tierbilder nach Originalen von 
Endlicher, Friese, Kröner, Kuhnert, Leuteritz, Müller jun., Neumann, Schö* 
nian u. Specht. Zweite, veränd. Auflage. Preis in Mappe, 40x28*/* cm, 5 M. 


15 Holzschnitte nach Gemälden nebst einem 
Porträt Böcklins nach einer Radierung von Sigmund Landsinger. Japan- 
drucke in Passepartouts im Formate von 54x44 cm. Preis in Mappe 30 M. 

Max Klinger. Seine HauptwerkederMalereiu.derPlastik nebst einer 
Einführung in seine Kunst. Ganzseitige und doppelseitige Holzschnitte in 
Künstlerdrucken miterläuterndemillustr.Text. Preisin Mappe 42x32cm, 6 M. 

Sascha Schneider. 18 Zeichnungen. Vierte Auflage. Auf 
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Inhaltsübersicht: 
Vorwort. Geschichte, moderne 
Bewegung, Wesen und Ziele. Vor- 
räume. Empfangs- und Gesell ig- 
keitsräumc. Speisezimmer, Wohn- 
zimmer. Veranden, Wintergärten, 
Qartenmöbel. Arbeitszimmer, 
Kinderzimmer. Schlafzimmer. 
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hat, an Hand zahlreicher wohlgelunge- 
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den letzten Jahren auf dem Gebiete der 
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getreu wieder. — Eines der zahlreichen Urteile sei hier veröffentlicht: 


„Und Dea spielt / Dea hat die Hände, die Kraft, 

Vornehmheit, Seele und Laune der Künstler, die 
ihr Spiel diesem Wunderinstrumente am>ertrauten. 

Dea ist ein zweiter d' Albert, ein Zureiter Busoni , 
mein zweites Ich! Wer Dea mit meinen Rollen 
hart, hört mich seihst ‘ 

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3ur 6 ilberf| 0 £f) 3 eil Öcs rcu^i|d)cii CErbprir^enpaars (11. WooembeT): Erbprinz §einrid) XXVII. SReufc j. £. unb feine ©emaljlin E!i|e, 

q&rinseffin 3U $ofyenlol)e*fiangonbuTg. 


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986 

X)ie ©luteoenvanMfdjaft 
ber $9^n30llem unb ber Habsburger. 

®„n «». *• •• **"«*"«• Mtertaben. 

— . ** «lut von ©absbttrg ift auch ©ohenjoll em© »tut - 

T\Ä?*r 9*5« 3ol«PH 8“ft .«»Wattn* 

1 I »"JrJJ' niitieutae finb es, Die oon Dtefem 
Den bei Den Äair«f|cW«ftteni 
uralten ^ fegt, wo fttlfet &üDel«n In 

öct C Ö-rcuTtb unb Sunbcsaenoffe De« 
Oftcrrcid) als ber - m ^ cin $ nwel , QU j 

^maStlUitUi'n »Wngen bet «*nen beiter 

&* 1 «S'inTiebunlle 1 3<it bcs elften SoWjinDertj reichen, 
, ® t %\" pd>ung sefrm*« h*t, btefe »gütigen 

2£m, unb % bringen uns 

auf Kn <* 8 !ReWp 

sj*r «m. »"*. >» 

Unterelfafe. «ar jene ©tme ■ 
ttub uoti Ortenberg baheum 
in ber man neuerbtug* .Me 
Dlutter Der beiben ersten, 
nadj bet Burg 3olI«rn ge- 
nannten ?ll)ncn be© beuttofti 
flatferhemfes, tiämlid) ter im 
3at)Ve 1061 gefallenen »ru- 
het »urtbart unb 21H*l oon 
bplodn crblidt. ßbenboit 
häuften aber aucf), Kid) be- 
gütert, bic dlteftcn W ©nahte» 
öct ©ab© bürget, unb enter 
oon ihnen namens Wvbolf 

batte in jener «uutgunb. mit 

her er bas 5Uojtcr Ottmars- 
beim ftiftete, allem «nf<h«in 
nad) eine Sd) weiter ber bet* 
ben gefallenen 3olkm 3»^ 

C&emablin. . . 

Völlig fid)ere®lutsbaribe 
jinb fobann aus Den 3*t*eu 
«Rtibolf© oon ©absburg nad)* 

(oeisbat. »etannt ift, ba(j 
Burggraf ftricöricf) III. oott 
3olUtn-9iümberg einer ber 
äroortagen D|ten «nbänfier 
öiejes erjten hab*butgtf$«ii 
Aatferstvat; allein nur feiten 
toitb erwähnt. baft ber Burg- 
graf auch ein »erroanbter 
foubolfs war. Gr batte nätn* 
lieh tflemcniia oon ©ateburg 
(geftorbeu 1268), eine laute 
Kubolfs, gut Mutter* «le- 
rnen tia© C&cMe, »urggraf 
Äonrctb, war nun Der Stüter 
bet fränlifdjen unb fpatcr 

branbentutgifd)- pmijjtfdjett 

Qinte bes ©auf es ©ohenjol* 
lern, unb fo ift bic Slhnfrau 
bet heutigen Möttigc oon 
«prcufceu unb DeutfdKii Atai» 
fer eine ©absburgetin, fter- 
net rut)t i« ber fcruit ber 
Stiftslirche in ©«hingen bte 
als Alofieifmu gefiorbene 
(Rröfin Slmta, Tod)ter Gitel 
ftrieörichs oott 3oUcrn unb 
ber Glifabetl) oon ©<jbsburg, 

«Rubolfs Sdjtoefter. So hat 
bentt auch bic fdiroflbifche 
2inie Der ©ohenjolkrn. bte 
heutigen dürften Dicfce «Jia» 
meno, Deren Stiftet G>raf 
jricbrtd) ift, eine ©CtbsbiiT» 
getin jur IHbnfrau. 

Unb noch ein weiteres 
©lut&banö oerlnüpft Den 
etjten hobsburgifchcn Maifer 
mit ben f>ot)en 30I lern : SUifer 
«Rubolfs erfte ©cmat)lfn, bie 
TRutter aller feiner Älnber, 
war C&crltub von 3ollern* 

©obenberg. (Es haben Daher, 
wie bic ©oben jo Ilern eine 
babsburgiidje, fo bie ©abs* 
bürget eine l)ol)cnjolkriid)e 
Stammutter, 

tiefer Oktttub einige 
iBorte 311 toibmen, Dürfte 
|id)toof)l lohnen. Sic gehörte 
bet 148Gausg*itorbenen jol« 
krifchen 'Jlcbenlinie ber ©ra» 
fen oon ©ohenberg an, bic fid) 
um 1175 oon ben Söllern auf 
©oben jollern loalöfte unb nad) ber »urg ©obenberg bet 
iRottcocil, oielfad) aud) nad) ihren IBurgcti 'JTottenbitrg am 
9Redar unb ©aigcrlocb tn ©obenjolletn fdjrieb. 3n ber 
morganatifd)fn ®emaf)lin bes öfterreidjijcbnt 2l)roniolgers 
lebt ber alte 'Jlame ©o!)enberg uneber auf. 

9>ie bebeutenbfte tfrichelnung btefer fehr mäditigen unb 
begütert eit Clnie u>ar Äertrubs »ruber ©raf 'illbredjt 11., 
au<h Üllbett genannt"). ®ewäl)rt als Arieger wie ots 
Staatsmann, gehörte er ju Den Vertrauten iJlnbolfe, fei» 
nes faifedithen Sd)roagers, ben er auf ben meiften feiner 
güge begleitete. 3m ftel tätige gegen Ottofaroon »öljmeu trug 
Cbraf ?llbred)t bas ^Reichsbanner, »on ihm wirb gerühmt: 

Start. mAcfttifl vnb balb (tflbn) 

tBoc *r an rtttrrliOiein 

Oetrtn, rmlt» uns 

•) CU br»d)t imb «Ibert flnto fllfidj«rma|3«n ju(amm<Tiflejofl*n mi» 
«Dalbredjt unö «öalbm. ÖrtDe 3iamen rntiurcdifn ötm altbodj- 
bcutltbrn tnoalporabt (öurcf) ttDd olitnifiiD). tltvalbrrt war nrbrti 
»urfbett fc« b«llcbtf|i* tDomam» 6« «Ijnm Oes 3oll*rnl>aHt»«. 
l>«t ölcbtin(»»namc 5Jri«brtdj cricfccint rrft t»n elften ^fllirburtbrrt. 

Xunb unfern Hotjm&eratT tarn «>er «ItjflllfTtlttjf Same «lbrf<J|t tn» 
Haue Qab«bura, wo Uw mletjt ber 6icotr oon Aultoja führte. 


SUuftrirtc 3 e itung, 

soÄtb « n S e Ä Ä ^ 

oon öfterreid, 3 uni 

Dloffatt, fiel aber 1298 in he l benmü tiaem « amnfi 
5*jJ <n öcn ^ er l°8 von 9 »m)crn P 

rühmte Waneffefche (i?itf6ex),vicmbM)nft enthält «n? 

Hornel“ ""' 0 ’’ 0n il)m aud) "" ®' lk Ä" 

Gs mar im gahre 1245, als ffirgf Wbrccbls ban.ni« 

noch ffht iugenbltd)e Sd)roefter ©ertrub bem fiebeni^h 
3 toanj. 0 |ähr«geti 9hibol? oon ©absburg bie ©anb ?It 
Ghebunbc reichte ber glüdlid) ausfiel tmb fechsunbbretbS 
Qahre toäbTte. Vemcrtensroert ift, bah nadj mubniS 

Saifmnabl 1273 »ertrub ihren «Jirn Fnit !«nu Q “ « l" 
taufchte ein Vorgang, ber int Mittelalter nicht aam fe? tC n 
war So h<e& Aoifer ©einrtchs II. ©cmahlit? 
tnib, bann Auniguub, unb »nbolf oon ©absburgs jiortte 


5)ie ^Ibtabüitc bcs CeotiöTbo öa 53in<i im !»CTlmct ÜctiScr^riebndjp^uicitm. 


(ftctnahliu Gfifabctl) uon Vnrgunb ruirb ipäter and) eignes 
genannt. $5em ®hn rnf (er öiertrubs wirb oon fcen geit* 
genoffen hohes ßob pefpenbet. Jür bic ©ertensgüte ber 
„jclbenrcid)cn ftrrau 9ftm“ aeugt, öafe fic für bic Cetdjc 
bes gefallenen ®öl)ntenlömgs Ottolar nne foftbare »nrpur 
bede nach 'Ularchegg fpenbete. 9lud) in Staatsgcjd)äften 
fcheiut fieiRiibolf helfenb unb ratenb jur Seite gr)iaubeu 
3 u haben. 5)ent Aaifer fdjenfte fle üiet Söhne: Mlbrecht, 
ben nachmaligen flaifer, ©artmann, ber, ad)tjel)n gahre 
alt, im Schein ertranf, Mubolf, ben früh pcrftorbenen Ge- 
mahl ber 2od)ter Ottofars non 'Böhmen, befien unfeliger 
Sohn Johann (^larrijiöa) ber ÜJlörber feines taiferlidjen 
Oheims 2|lbred|t tourbc, unb Marl, ber fdjon als Äinb 
ftarb. 3)aju tarnen fechs Üödjtcr: 9Jied)tilö, \Jlgncs, Buna, 
©ebtnig, Älementia unb Qöutta, bk fid) fämtltch ner» 
heirateten. 3m gahte 1281 fl-atb Maiferin (Sjcrtrub in 
aöien, oom Volte tief beflagt. 3hr ßeichuam rourbe ihrem 
2öunfd)e gemäfe in bas SOlÜnfter ju »afel übergejührt, 1770 
aber nach Dem Mlofter St. Blafien im SdjroaTjwalb ge- 
bradft. 5)ort ruht heute noch bie hohenjotlerifche Bhu* 
frau ber ©absburger. 


für bas s\a\Wx Tz • x 

tn »erun crJovbcJJ^’^'^nhm 

«Jf, («.'S.yftWrt SÜR 

S5^«ÄJ5 

i> "-^«S)ei. ‘fei, Itt 
flWntuarifft „„2, b ' ,t 

f«ntii6m stoSLtö!* 
öer itcticnifdicn 2?i ? { <Ta6f 

»‘«i'il fiebST n *'HT 

gebracht werben bUn * 

2 Bod)enfcf)au. 

b( * 

oafr l ,5 en ^ ton folBCr- 
ftaitVrh rt f am 

Hatferhöf*. — üTjhfTioo 
mranj Scrbinanb unb 1«^! 
®c mahlin. ©«jogin 0. ©oben- 
oerg, tToffn am «DUttag btt 
11. Voocmber, einet «n. 
lobung 5laif<r BHIhelms II 
folflcub, ju mehrtägigem «uf. 
enthalt in Berlin ein. 3* 
(Ersherjog tntfl bei feinn 
antunft auf bem 9lnt)a£ter 
Bahnhöfe bie Uniform bet 
Aaifer • Sranj* (Fxirbe ^ ®rma. 
bicTTCfliments unb unttbt bort 
°on bem itaifer in öfterwühl. 
Mier ©ufaren uniform unb bet 
»rinjeffitt tHtd ^riebridj emp 
fangen. X*ie Begrilfeung mar 
fehr herjlid). terrtatfeT üba- 
reichte ber ©ersogin o. ©oh<n- 
iKrg einen 'JJtaiglÖifthcnftraub- 

S'atni (uhren bic hohen ©err- 
fchaften nach bem Weuen 
Balaio, wo bic öftcrrcichtfchtn 

®äfte in ben Boten Hämmern 
abftiegert, unb ido abenb» in 
&cr 3«ff’ispaleric eine ©pf. 
tafcl ftattfanb. IMnt barauf- 
folflenb cn Ußorgcn begaben fid) 
ber Haifcr unb ber ifrjherjog 
midi bem hannooerfchen 3Qflb' 
fd)lcffe i'vtjlitiflcn ju awei- 
tägigen ©ofjagben in ber 
l'cßlingfr ©cibc; in ber Badjt 
jum 14. führten fic oon bort 
nod) Botsbnm jurücf. (Es roar 
bic-j bas fünttcmal, bafe tn 
bicicm 3ahr* fine «Begegnung 
jtuifchen bem Dcutfdien ftai* 
fev unb bem 3iimci<hif<h™ 
Ihronfolgct ftattfanb. $ie 
erfte erfolgte anlä&lid) eines 
^agbhefuchs Haifcr ®MIh«kns 
bet bem ffrjherjog g-ranj 
,rcrbiitaub in (fcfnrtsau, bk 
aweitf unmittelbar nad) ber 
ttnneftionstrife in ?Bicn ( bk 
Dritte währen b ber öfterrcichifchen AtaifeTinanöoet in fDlähren, 
bie vierte tvährcnb ber beutfdten Maifermattäoer in Süb- 
boutfd)Ianb. Turcf) bie Vebhoftigleit ber «Bcjichungen jrot» 
idjen bem beut[cboi unb bem äftcrreichilchcn Äailerhof« wkb 
bas fficfühl ber Sicherheit, mit bem man auf bie Wflianj 
ber beibeu Weiche blicft, auf erfreuliche intime BJeife oerftärtt 
VI in Utachmittage beo 15. fuhr bas öfteneidjiiehe 3h ro-n f ,>l fl rt ' 
paar nad) 90icn juriid. 

Der neue ünnötag in Sachfen. — Vlm 11. «Rooemher 
würbe Der neue Vanbiag buTd) einen feftlichen 
lid>eit «Refiben3fd)lo[fe 3U Drüben eröffnet, nadjbem bie 9leu- 
wählen nach Dem ooTiges 3aht beichloffenen neuen 2liahlred)t 
am 21. Cftobcr ftattgefunben hotten unb nebft ben fpiter 
veranstalteten Stichwahlen *u bem (Ergebnis führten, bafe 
ftd) bie neue fDoirsoertretung Sachfens au© 29 Aton kreativen, 
1 ffreifonreroativen, 28 «RcttionaUiberafcn, 8 greifinnigen unb 
26 ®03iaIbemofratert 3urammenfeht. Da ber eine frreitonfer* 
vatioe aber nicht bet ben itouferoatioen, fonbern bei ben 
«Rationatltberalen heff W em t will, finb fid) bi« beiben ftärt- 
ften Parteien tm neuen yanbtage an ©timntcnjahl jWjj 
mit lRüdfid)t auf ben burd) bie SBahlen botumentlerte« 


1» Go gle 


Original from 

THE OHIO STATE UIMIVERSITY 



SRt. 3464. 18. Moocm&et 1909. 


3Uu[triite 3citung. 


987 



wutlidjett 9tud nod) linf* würbe je. 

«och - ein Stooum in brr iiuhfiühen 
jiörlamcnt*gefd)id)te — bie ' 4 ?r^fi 
>enten|tc[le mit einem 91ationaIlibc- 
■alen <r>r. Böget) unb nur Die erfte 
Öi 3 eprü|ibenten(tellemit einem Alonfet- 
»atmen, bem Slbgcorbnetcn Cpin, 

Me aweite aber wicber mit einem 
eiberalen, Dem freifinnigen Abgtorb- 
reun Bär, befeht. 

Die militärifd>en Suftfchiff* 
nonäoer in Alftln. — floin tvieg«* 
piffenfchaftlidjen Stanbpuntte epoehe 
nadjenb, ober and) interefFant uitb 
jielfad) beletjrenb für Die ßaienwelt 
oaren bi« je&t beenbeten ßuftfdjiff. 
nanfluer, bie in ber erften Slooembcr- 
ood)c in flöht ftattfanben. e* be- 
eilig ten fid) babei bie Cuft|d)iffe 
.» II“. ,.PI" unb „M II“. m&fyrenb 
•P II" als „unparteiifd)«*“ an ben 
Dicinöocrn tcilnatjtn. (Hne Abteilung 
?ct «ertmer Cuftfchiffertrappe mit 
netjreren Dffi3ieren De* flriegsminift*. 
iurips waren au ben Übungen fom- 
nanbiert. Tiefe crjtredten fid) quf 
Jernfatirtcn bis 3U 3rl)n Stunben, 
rnf £>&b'nfa()rten, bei betten 1200 bis 
1300 m erreicht mürben, fomie auf 
t'nnbungsmanöper. Audi bir iraljt* 
oie Telegraph»* war in ben Ticnft 
>er «Blner euftfdjiffmanöoer geftcllt. 

Bon l)ol)cnt Dteij fflt bie „«tD* 

»ewohnei“ waren bic nächtlichen frern- 
ährten, bic fretlid) manchem ibtjlli. 
dien fRheinftä btchen bie frieblid)e 
Ruhe geftört haben bürften. Tie 
Refultate bet Übungen entziehen fid) 

>cr Cffentlidjrett, weil Die 4Bal)runß 
»et milttärifdjen C&ehcimnifFc hier 
»rinflenb geboten rdjictt. »albern bie 
Wanöuerflbungen, oom t>frrli elften 
jerbftwetter begilnftigt, itjr ffnbe 
rreidjt hoben, bienen bie weiteren 
fluge beT ßuftfdjiffe n«r nodj ber 
lusbilbung ber ßuft|djiffertTuppen 
ififid)tlid> ber frültung, ber ßattbung 
inb ber ftübrunfl ber Schiffe; biefe 
Ibungen bürften mo!)[ nod) bis 311 m 
Antritt besVJinters fortgefeflt werben. 

®eTud) «3nig fterbinanbö poh Bulgarien in 
Serbien. — 3m ben in Unter 3eit aiemlicf) gef nannten Be- 
;el)unflen floifcben Serbien nnb Bul 0 arten fd)eint jcHt eine 
Ganblung 3 um Belfern eingetreten au fein, bereit «Beginn ein 


£®£J1“ ö(temi^i|d)eit Dl,rOnfol 0 m (Er^rjog« &«mj 5*rbin<mt> unb 
lernet ©emaf)tm in »«lut; öerjogm 0 . $of)cnbcrg befleißt oor bem Inhalt« 
®al)nI;of bas faiferlitfje Automobil. 

Dreitägiger touriftifdjer Ausflug (oorn 2fi. bis 311m 28 . Cltober) 

55 1 8 * pc '" Bulgarien nod) bem lanbfdmft^ 

Itd) Idjönen unb aud) gc(d)td)tlU!) beitlipürbigen 9tmfelfelb< 

»m i«roi(d)<n «opaonilgebirnc cinleitete, auf bem it)n aud) 


ber iugcnblidic Äronjmn.t WIetonber 
oöh Sexbien b<>nl<«1ctr. 3n »clgrab 
eruiartet men nun im 9lnfdj!nft t)irr 
on, bafj W&nifl JKrbinaitb je»»t aud) 
bnlb ben Wntrittsbeludi, ben ihm 
Äönifl ‘ilfteT (finerjeit machte er 
mibern wirb. «Bot Antritt ber ^clm 
teife lonfericrte übrigen s «öniß 
^Hftbinanb in ilTu(d)mmt) nat)f 3 u 
eine Stunbe lang mit bem bis. 
oertgen f«n-bifdjen fDlinifterpräfibcn. 
ten Jlooatooic; man oermutet, bafj 
w iid) babei um Dir Schaffung 
einer (Krunbiage ju einer neuen 
ferbifrfj buigarifdjen (Jnlentc get)an 
beit l)at. 

Ve rfdjlimtnerunß bet ßaße 
in Alben. — Tie ßrije in ®ricd)en 
lonb fpigt fid) nod) immer weitet 
3 u. Ta bie VeoSIIerwrig ber <ranpt 
Habt nad) wie oor bie tEnttaffung 
oon ei t»a «(nein Vicrteltjunbcrt un* 
fähiger böberer Cffijiere ber IBarine 
forbett, bat Fid) bie JJegiciung Jetjl 
entid)lafFen, eine (befetjesoorlaße auf 
beten Wbfchung einaubrltigen; bie 
Vorlage ift bereits ber .Hammer ju- 
gegangen. Aber nid)t nur unter 
ben t)äberen Söiarineoffiji ereil t)fTTfd)t 
barob tieffte CSrbittmjUß, Jo baft man 
oon biefer Seite einen neuen Vuttd) 
befürchtet , fonbem aud) bie 9Kci 
nunflsoerfchiebenhfiten unter ben bei- 
ben ((iruppen in ber ßaubarmee (auf 
ber einen Seite Dberjt 3orbas mit 
ben h^eren Offtatcren , auf ber 
anbent Sijmbrafrtti« unb Qhab* 
midjalis mit ben jüngeren Offneren, 
bie im ©egeniatt ju ben älteren 
antibpnaftifd) auftreten), fpißen fid) 
weiter au. - 9Iadj ber «bfidjt bes 
Wlmifterpräfibenten foLlen «apitän 
Iijpalbos unb fein« fOlitPctJchroorenfti 
oor ein Sd)U)urgerid)t geitellt wer 
ben, ba weber bie SJIilitär- nod) bie 
3ioilrid)ter bie Vereint wort unß für 
ben Ausgang bes VroacfFes übet 
nehmen wollen , oon bem man 
nod) (ehr unangenehme Umhüllungen 
_ 1 w ^ . b *Wrd)tct. — 5n,3wifd)cn hat bic 

lürrci Durch 3irtuIaTMOte an bic ÄTetafdjuttmadjte ben 
süunfd) ousgeiprochen, in neue Vertjanblungen wegen ürcta 
em 3 uttcten. Tie 2Jläd)to wüttldjen Jtalt beifett, bie Vcrijanb 
lungen ju oertngen, tmb bie lürtei fe^t inawifchcn ihre 



ü)«rt- &ranj flflhn, Vetlin. 

Die Serei&tguna ber SRetruten ber berliner ®arnifon butdj ben ^aijer im ßujlgarten oor bem fl»nifl!i(t)cn Sd)Io|[e ju Sertiu om 10. Slouember. 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 


3nu[trirtc 3*ft un 9- 


gir. 3464. is* w wnum 


JLi JUO. 



Dr. fpaul ißogel, 

bet -prägboU ber |Äd)iifd)ert ^weiten ftammti.' 


milttorifd)en Korber ei tungen fort; bie Pforte «flatt, ftc wetDo 
leinesfall© länger in tfjrer untätigen Wolle »erharren unb 
lein« God erunß Des Aerhältmffes Kretas jurn Csmanifdicn 
Weiche. ja nicht einmal ein«n Kerfueh Dazu DulDett. <5s tnirb 
nicht leicht fein, hier nott) einen frieDlidjen Ausweg ju finben. 
— ©ie Gage ber H3niß*familie roirb aud) immer friiifcher. 
!Bie uerlautet. foll ber $eutfd)G Halfer bem Hömg angernten 
haben, fid) nad) Korfu 3« begeben unb Dort Den weitern 
Kerlftüf ber (Errißniffe ab 311 warten, Häniß (fteorg l jat aud) 
bereits Kefebl gegeben, bas Gcblof) Blonrepos für ben Chmp» 
fang ber tönißlichen fjamili« fofort inftanb tu fetten, oon 
einer freiwilligen Abban lutiß null er aber nichts tt>iffeti; an* 
geblid) Deshalb nicht, tDeil iljnt bie brei GchutjmScbte ftranf» 
reich, Kuftlanb unb (Englanb, bk feinen Haushalt feit feiner 
Uhroubefteigung burd) einen jährlichen 3ufd)ufc oon je 
100 000 frran! iinterftOt|pn , Damals auch eine JabresTcnte 
oon 000000 M garantiert tjabfn, fall* er feine Krone »et‘ 
Ueten fällte; burd) freiwilligen ©«nicht würbe er näheren, 
biefer (Garantie, bte eine ber Hauptbcbingungen war, oon 
benen er bie Annahme bei {frone abhängig mad)ie, ocrluftig 
ju ßetjen. DaR Obncchenlanb ein armes Gant» ift, ift be» 
lannt, uttb bas maß biefe iinaeroßhnliche tfinanjicrung *)«n- 
reichen b rnot toteren ; hoch barf nid)t uerfthwkßen werben, bä^ 
man Dort bem Hofe bie üppige Hofhaltung feit ber ©er- 
mätjlung Des zweiten Sohnes Des Königs, bcs Printen 
Georg, mit JtI. Klane, ber loditer bes Pächters ber Spiel- 
fäle in ©loitte Gailo, feljr orröbelt. 9ln ben mafzgebettben 
Stellen in (Europa hall man jeboch nicht nur ben HBuig 
fÜT verloren, fonbrm bie gange Tpnaftic. ®* erfcheint un- 
mßglid), Daß eines Sage© ein Krinj, ber aus ber griethtfeben 
Armee ausgeitofcen worben ift, inbem er ben 3t)ron beftiege, 
an bie Spitje betfelben Knut träte. 

König OJlanuel auf ber Srautfchau. — Der junße 
portußiefifche Hßniß hat am 7. Kooctnbcr eine ßräfrere Weife, 
bie man iool)l mit Kccht als eine ©rautfehau bezeichnet, nach 
Spanien, ftranlreich unb (Englaub anßctTetcn. begab 

er fid) auf fünf Jag« an ben fpanifdben $of nad) SWabrib. 
©on ba reift er burd) Jranfrcid) nad) (Sherbourß, tuo er 
fid) am 14, nad) Giißtanb ju einem eimpßd)iflcn Qejud)* Des 
enßlifchen Hofes einfehiffen wirb. 3n ©aris wirb er fid) erft 
auf ber fRüctreife bTei laß« lang, jeboch intognito, aufhaltcn. 
©on ba lehrt er bann nad) Gifjabon jurrtet. 3m (üejolße 
Dom ÜJla miete befinbet fid) ber portugiefifd)e fDlinifler De© 
Aufzent bu '•Bocaßc. 

Der Aufftanb in Nörbperfiett. — 3ti ©orbperfien 
hat roicber eine heftige ©ufruhrbemegung cingefeht. Wafhim 
Waljn, ber ©arieigänßet bes Gsfd)o|)<j, hot eine bewaffnete 
(frhebunß gegen bie geßenwärtige WeßicTung organifiert unb 
mit ben Schahfcwennen bie Stabt Vlrbebil überfallen unb 
gcplünbert; ber Gouoemeur, ber (5nbfd)umen unb bic GVcift« 
lidjfeit finb in bas ruffiict>e Cljefonfulat geflüchtet. 3n Deheron 
wurbe jut 9Jiebert»erfunß ber ©ufrühter eine Straf erpebitton 
ausgerüstet, bod) mar fie erft am G.'Jlouembermatfdibcreit. Gi« 
befteht aus etma feebshunbert 'JJiann Jfaoallcrie nebft 9lrtillerie, 
welch Ictjterczwci lEreufotßefchiihc unb 3 wei SOIafchin enge wehre, 
bie be ften ‘illa ffen, b ie bie Negierung befi fi», m it ausgiebiger 9JimU* 
tion mit fid) führt. 3ljre SKarfchroute geht über jtasioimiDiionct). 


Der ^Sräfibent ber fäi)fifcf)en 3®®itm 
ftammer. 

OTm 9. 31 mm bi r ift ber FMiIlfd), CariötOB Ju rin« 
Vi neuen Dagung zuiammengetreten unb am 11. mit 
S!f Ibr s ,rel> ^ M ftßiitfl* tortebrid) ^liiguft fcierlicf) er. 
öiinet worben. 3uoor würbe tu 6er S*r4litmnar(iftung vom 
Hfl nofionalll berate «Ibgeorbnete Dr. ©aul 
d r ,Ö<?ht f ?l *' x 3»5rrilcn .Hammer ber füci)ji. 

S COfTfQ,nm L ,,nfl rrro ^ It * Dr - Mt W 

IrrnfnAHi*. "o u . ,,!> btll,flt » rlct 'Botilif« (fr prlfört 
1901 d? mi, „K a ' l ? ln< ’; 4,4 «litglKO Ifil önn 3al)te 
l-Oll&Cd armOhlf^HM ^ (-1 öfl,, 'llrttlaincut bcs 

hl cSmlML,. r^' Ml)«, al« Ctnodi 

'Jlntioitaililwrolclf' m 0t - ,r ^f rl,rtl,ösni ' , flliet‘ 6cs Itcrlipcn 

oerefns in Drr^. hinget* Öes Nation aUiberalen «Reichs» 
SlalloiudUbmbl 9Ml6n n bM " sl «l'“'> b t 

Senttaiootitanitc *» ®ad)l»n im6 bem 

nn - 3m äÄ,™ p°J°!' a,llbtrakn ««Ufi in «ttiin 
iua>|t,ajcn Canbiape root er in rt«i, [ e t,tcn 


erjter ftclloettrctenbcr ©orfit}c»tb«f itatlotiol» 
libCTaleu ftratnon. 

I>r. f^aul tltogcl würbe am 6. Htifluft 1845 3U 
(ShPttmit; als Sol>n eines bortigen frroRinbuftrielten ge» 
boren. ‘Jlari) bem ®efud)e ber g-fuf teuf du ilc St- ^tfra in 
Wleijjen tpibmete er fid) an bert Uninerjitätett 311 fietpfig, 
®erlin, Hei&clberg unb 'JBien bent Stuöium ber 'Jlölur* 
roiffen^vhaitcn unb trat und) mehrfährigen JHcifeit ins 
'iUtslaub als 2ein)aber tn bas oüterlid)« OWfchfift ein. 
3ut 3ahr« 1887 30g er fiel) non feiner gcfctjänlichen 
jurücf , periegte feinen Wohufitt nflc i) Dresbert 
unb wibmete l|icr feine reichen Sfenntmjk unb (Erfahrungen 
Dem öifemlidhen ^Boljle. 3uerft auf tommunalem ©ebiete, 
fpäter and) in ©ngekgen heilen beo öaube*. 3m 3al) r< 
1894 wuibe er in bas Tresöner iStnötuerorbnctcnloUe* 
gium geioöhk» bem er bis 1898 äuge hörte. 3n b«s 
WalslolUgmni trat er 1899 als unbefolöeter Stabtrat ein, 
hier bis jum Jahre 1904 wirfeub; feit bem Jahre 1906 
belleiöet er loicbermu bas (Ehrenamt eines Stabtoerorb- 
neten. Geit 1908 ift er erft er UiijepprfiijcnDer biefes 
Kollegiums. 

^cr neue 

3nfpcttcur bcs ‘JJtarineliilbiiitßStoefens. 

O) ad) bent ® i 3 ecibmiral ® orcTenhagen , ber fei l bem 30. 5J?är j 
♦^1 1907 bos 41 mt bes Jnfpetteurs bcs SOlartncbilbungs« 
töefcus in Slicl bellcibet h ät . Genehmigung feines 
Elbjctjiebsge fud)e« unter ©crleihung bes (El)aratters al© 
Dlbmiral ,31 ir Dispofuion gcjtcllt rooroen ijt, würbe 31 t 
feinem 9lad)fölger ©ijeabmiral Karl lioerper ernannt, 
ber uiifercr 'JJlarine feit reichlich adjmnböreifeig Jahren 
angehört. Denn int 9Jki 1871 al-j ftabett cingetreten, 
würbe (Soerper 1879 jum Oberleutnant unb 1887 311 m 
Kapitänleutnant beföibert, um 1893 als Horocttenfapitän 
in bte fReil)e ber Gtabaofjijier« 5 U gelangen. Glls foldjer 
würbe er 3 unfld)ft 311 m erften Ojf ijier an SSorö Des 
6 d)if!sjiingenfchulf<hilfe , 5 „©neifrnau" fommanbiert, bas 
fpäter oor 'Dlaloga verloren ging, Uttb tat 1894, 95 Dienft 
als 4Ibjutant beim Konimanöo ber Oftfeefiatiott. 3nt 
Jahre 1896 jum Jreßaitfnrapitän beförDert, übernahm 
Üoctper bas Hommatibo bes in ben o|iafiatifd)en ©e* 
wäfiem befinblidjen tleincn 4lu©lanbrrcujer© „Geeablcr“ 
unb fattb in biefer Stellung ©elcgcnheit, f id) wiebcrljolt 
austujeid)nen. 

Gd)ott im ivrCihfahr 1896, nach Dem Ausbruche ber Un* 
ruhen in Dcutjch’Gü&weftafnla, errichtete Gccrpcr, ber 
porljer, 3»ir 3eit Des «Freibeuterei n falls in Dransoaal, mit 
feinem Schiffe oor Gonrenco 9JJnrquej geleßru hatte, in 
<&watopmunb ein beteiligtes Geiger; pqh Dort nad) San« 
fibar juTüdgelehrt, rettete er mit Der ihm unterftellteit 
9Jfannfd)aft bas bafrlbjt in ®ranb geratene ®Temcr Soll« 
fdjilf „Gnufie“, bas einen 31krt oott 270000 >1 barfteUte. 
3tt bemfelben Jahre geleiletc er Den Sultan Saib KaliD, 
ber beim ®ombaibement oon Sanfibar burd) englifchc 
Kiicgsfdjifte im Oltober 1896 ins Deutfd)c Konfutat gc- 
flüchtet war, nad) Taresfalam. 3n bie Heimat jurücf. 
fleteljrtrt war ber perDicntc Offijier 1897 $-ejenient bei 
Der 7uititärijd)cn ©btrilimg im iW«“id)sntatinfamt unb be» 
lleibete oon 1899 bi© 1903 ba© 4lmt eine© 'JJIarineattüches 
bei ber ©efanbtfchaft in Gonöon, tuo er 1900 311111 Kapi» 
tän 3. 6. beförbett wnrbe, um im Jaf)te 1903 bas Korn» 
manbo be« ftlottenFlaggfcbiffc© B Kaifer «Wilhelm II.“ 311 
übernehmen, Dann abermals als Slitadie nad) Gonbon 311 
gehen unb im Jahre 1906 als 9Jad)fölger bes Konter» 
abmiral© ®rcufing, frlbft 3U btefem fHang beförbert, als 
£t)ef be© Krenjagefd)waber© nad) Cftafien entfanbt 311 
werben, ©on bort trat Goerper im Dezember 1908 bie 
Hdinreife an unb würbe im Januar Darauf ftum ©ije* 
abmiral ernannt. Göeorg öoffntaitn, Kiel. 


3 ;; 

iiifii.3* 


SBil^elm $cinroil). 


Jum «präftbenten Des preuh'fchen Kammerßerichts tft 
Ifür ben al© Siaatsfeüretär an bie SniRe be© 9ieid)©» 
juftijamte« getretenen Dr. Gisco ber ^3räfibcrit bes Ober» 
IauDesgerid)ts in Gelle Wilhelm Hcinroil) ernannt worben. 

®räfibcut Hrinrotfj ftanb bis 1866 im hannooerfchen 
Jujtijbienft, julcht als 4lttDitor in GeUr, unb würbe bann 



'Pbot. Jfert». llrbalms. flkl. 

Äarl Goerper, 

bet neue Onipettcur bco OTarincbilDunastnefen». 



®3il^cfm ^cinro!^, 

Der neu« ^Jrafibetit Des preuftllcljcn Hamnierfleridjl«. 


in Den preu&ifd)en Dietift übernommen unD bet Krön, 
anuialtfchaft in Osnabrüd al© 2Iife|for tiberwiefen. Später 
war ec beim Amtsgericht in 'Korben tätig unb mürbe 
int Oftober 1870 als Amt©flerid)tsaSfefior in ®lumenthoI 
angeftcllt. Dort blieb er, feit April 1873 als Amtsrichter, 
bis er am 1. April 1874 Cbergerichtsaffeffor in Osnobrfid 
würbe. '.Bei Der Juftijrcorgantiatiott oon 1879 rourDe et 
Dort Ganöridjter. 3m Jahre 1887 riiefte er jum GauD* 
gcrid)t&Dirc!tor in H a fl fn i- ®B- auf, ant 1. Januar 1892 
rourDe er in gleicher ttigenfehaft nach Hattnoper oerfcht. 
Dort wuiDe fein Karne 311m erficnmal ln weiteren Kreifett 
befannt, als et 1893 Den Kotfitj in Dem ßro&en Spieler* 
prozeö führte, für helfen untüchtige ßeiiung er Die Damals 
nod) ieht feltene Au»j<i<hnung bes 'Koten Ablerorbensoierter 
Klaife mit Der Krone erhielt Am 21. Januar 1894 roiiT&e 
er GanDgcridjlspräftDent in C&öttingcn, am 3. April 1995 
Ob erlaube* fl crid)t©präfi bent in Gelle. Seine (Rattin Glifa- 
bell) hat fid) unter brtn v PicuDant>m Glaus AtttlanD als 
«RoniatijchTLit|tcUerm einen Kanten gcmad)t. 


Die Verlobung bes Hcrjogregenten oon 
33raunf(f)toeig. 

qf’m Abenb Des 8. 91ooember hat fid) bet jwetunDfünfjig» 
•ctjähTige SRegent uoit iBramtfchmeifl, Herzog 3ohann 
Albredjt ju «Wrcflenburg, auf (ediloh Klcmigcrobe mit ber 
oiemnDjroartjfgjähtigen ^rinjefjin Glifabeth 3« Slolberg* 
Kofela oerlobr. 

Her jpg Jof)<wn Afbrecht würbe am 8. Ikjembct 1857 
als Dritter Gol)« bc^ 1883 oerftoTbenen (Rrohhenpg« tfrieD* 
rtd) f>ranj II. 0011 OTedfeitburg (Schwerin) geboren, '^on 
1897 bis 1901 war er SRegeut oon KicdU-Jiburß-Gcbweriit 
für feinen Damals nod) mmDrr jährigen Keifen, ben jr^t 
rcaierenöcn lürobhiTIPa tVTicDrid) Jranj IV r . von Kkdkn- 
bürg. Am 28. Aiai 1907 übernahm er als Kad)iolger bes 
*Llriii3cn Albrccht ucni ^reufecn Die «Rrgcntichaft per 
SPraunfchwctg. 2?er $>(Tjc»g tft GhT<nt , pf ,or a **. fr 
Jatnlirticrt an Der medleuburgifdjen GanbesuniDerjuat 
SR oft ad unb feit 1895 'PräfiDent ber 2>cuifd)cn Kplomal* 
gefrllfchaft. Am 6. Kcwcmber 1886 oermäl)Ite er fid) mit 
Der am 28. Jcbruar 1854 geborenen ^Jrlnjeffin Glifabeth 
oon Sad)fen>4Beimar«Gifenad) , einer Iod)ter Des wrog» 
herjogs Karl AlerauDcr, Die ihm ein ptofcc&. oon ihrem 
Kater ererbtes K erwögen in bie ffhc niitbradjtc, aber am 
10. Juli 1908 auf -Schloß ÜBiligraD am'6<l)u)cnnn öee 
tinDerlos ftarb. 

S)ie «Urinjeifin Glifabctl) ju Stolberg-Hpfela wurDe 
ant 23. Juni 18«5 geboren al© ältrftes KtnD aus bar UK 
Des 1893 oerftarbeuen Jürften Kotho ju 
mit ber 'Brinjrjfin HcDwig 311 Jfenburg unb Kuöinfl . 
bie fid) nadjmals mit Dem Amber tb"* trilcn * 

Dem (Strafen Kuno ju Stolberg-NoRla, wieDer 
G>cr Altcfte Arttöcr ber Arinjellin, Der tj 11 ^ 3W 

Ghriftian 3« St 9 lberfl.9?ohla ftejt 
ment bes (Rarbebuforp© in Aotsbam ; er tft an* . hifrt 
3 wau pg Jahre alt. 2>k öinie Glolbcw;' ngMjt» 
311 Koßla im Krcife Sangcrhaufen unb ift aud) un G B 

herjogtum Hflfai anfäMffl* ^ Johann 4ttbrrcht 

Die jcRige Aexlobuug $>"3°9 6 -J 0 .^ 0 o„ rpTtf uen 

Dürfte nicht nun weutgften bind) ff m ijflbr1g< 

mit herbei geführt worben fein, ba Xran/lv. 

Gl)C feine© Kefien, Des ju V 

oon 9Jf edlen bürg, geboren am 8. 
lemio, mit ber Arinjefim HnbetlM grt«« 1 

geboren am 29. September i*82. bi '-h 1 11 { j|lfm «ib- 
ben ift. twog Johann 

leben be© Aroß herz og© Der n * d ’ l 0 t . tf . Hr rjog ADolf 
nädjftfüttgere iBruDet Johann * 11 '«{ € «,uDet f Her» 

SrieDrid), ift nnoermäMt. onD Der 1 mgi .Königin 

m Hci.md), 0 <Sbfolgerechte «n 

fflJilhelmiiia ber Kicberlanbc auf f«* ne 
«DJcdlenbutg unjichtct. crr 0 hamt Albrc<ht 

Sie Ami.ähluug bc© Herjrprrflfuten j folL bereit© 

mit ber «Prlnzeffin CHIQbrt Iß ^ÄinnD n. 
am 15. ^ejember in fflemmi^weig Itowf» 

_ Da* in Kr. 3460 21 Dftotjr gt* eine 

abgebilDete gBtemarcT-GtenrtjtalJ bet $ Seiiert. 

Sd öpfuttg bes »erlfner AilDhatier© fruu* 


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$t)ot. 3°[- Braun f4)cpc<(|. 


& 

6«rj09 3of)ann fllbrety ju aHedltnburg, SRegent oon Braun|^u>ei 8 , unb [ein* »raut »ringln Cti|abett) }u StoI6erfl.9io& 


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3. ©ai)erlcin : (Eine ©ifioit. 


Olluftrirte 


Jlr. 3464 . 18 . 9fot>emoer iws. 




Der Süt>ftict>l)of bei fieipjig. 


BHt jelm pt>etograobiid>«Tt Shifndtjmen oon Ctt» in l’elpva 

'TNct Sübfricbljof bei Oeipjig, ber im 3at)re 1885 angelegt 
H-/uub [eitler auf bei» ftlädjengetialt uon 49,., ha gebtadü 
tourbe, bat fid) laubfct^aftliit) fetjr fd)ün entroidelt. ^efonbers 
t)at, unter 2krüdjid)tigiing bcs (eljt magern ftelbbobcns mit 
Sanbuntcrgrunb in ber Hart ciponierten .tiofocntagc, bic 
tEntwidlung von 5aut>* unb 9tabeIl)olj gerabeju über- 
w|d)t. Kamcutlid) Koniferen finb l)ier in jal)lreid)en 
Sortimenten in einer Qformenfdfyönfjeit oertreten, toie man 
|ie in un|eret Tuferctcben Chcgenb nid)t Ictdit mieber |o 
iippig unb Jo ausgeprägt in (Sljaraltcr unb Molorit f inbet; 
trotj ber rauben UBinbe gcbci£)cn t)icr Abie» l’insapo, Tsugn- 
Gtjarattere, ja Scquoja gigantea olpic jebe Tccfimg. 9hid> 
bic Kofcn «nt »Mein fid) tjier ganj befoubers formcn[d)ön r 
insbefonberc bic Klette rrofeu, Jo ba*j fie, in allen Sorten 
al« ©orpflanzung not ben 'Partien angemanbt, in ocr» 
fdjiebenen ^Blütezeiten monatelang ben JJricbbof mit leb- 
batten fratben |djmMeu. 

inmitten bcs groben OKlünbc* befinbet fid) bic litt 
pellcnanlagc mit einem $>au werte oon 12OOOQ0,/'. Sic 
beftct)t aus b«i Kapellen, oen beiten bic mittlere taujenb 
'perjonen, bie beiben fcitlidjcn je oierlyunbcrt Vertonen 
fafjen; oeebunben Ijicnnit finb ferner jroei Peidjcnljallfii, 
ein Krematorium nnb ein Kolumbarium; jebe Kapelle 
ift mittels einer ülcrfcnfungsoorridjtung inilertrDifd) mit 
öem Krematorium oerbun ben. Siiblid) von biejen (**• 
bäuben befinbet fid) ber 35000 «|m gro&c Urnenhain, ben 
ein 2000 qm großer 2eid) belebt. Ta$ 'Plateau, auf bei» 
bic fiapellenanlage ttetjt, ift Jo Ijod) bcrausgeljobcn, baj; 
man bent (* m über bem Wajjerjpiegel beo Xeidjcs ftel)t. 
tVemer gehört zum ftriebbofe nod) eine mit einem 

Sluftnanbc von 85000 ,/P eingeviditete Chärtncrei von 18650 qm Jylcicfjcngctjalt nebft 
(Wrtn«rwof)ntK»uc* für zwei ftamilicu, Ktttfdjeaoobnung, Stallungen unb Kcmifen. 


Die Kapellctianlagc non 3tobtbaurat Sdjatenbcrg in Ifeipjifl- 


Xev lanbfdjaftlidje Glmraftet öe* Jytitbflöfs geftattei mittele- geeigneter Slnpflanjung 
and) bie Sdjajjung oon frctliegenbcn Kcgräbniffcn: „lllaljlf teilen", bie bic fülonotome 

ber jonft mcijt ncbenctnaubciiicgenben iU>*mb* 

ftctlcn ln fcfjx filüilidjer SBeife auflöfen unb 
ausfd)altcn. 3n* Cmrne Iji-ncingcbcttct , follm 
biefe feit ein paar 3al?rcn geraffenen ©teilen 
abgefal offene, lünftlerifdj umrfam beroortretenbe 
Segrdbnisplä$e abgeben, bic fo rcdjt geeignet 
finit, Stätten bes ftricbens au perfärpent. Sold)« 
lBablftcllcn werben jum greife oon 100 A pro 
Quabrotmeter (auf buttbtrt 3at>« unb in einem 
Umfange oon 27 qm an aufwärts) wtgeben; 
babuvd) toirb es bert Künfttem ermöflud) , 
überall aud) einen geeigneten Kabinen unb eme 
entfprecfjenbe ^erfpeftiw für « u 


Söafjlftelle Xljiem (Hünengrab), aufgeftcllt oon bet ftriebbofsoerroaltung. 


fdjaffen. . . . x#tl 

3 >icfe Krt ber DenfmaTgruppierung bot ben 
ftunftlem unb ber ^riebbof Dermal tung bentt 
aud) oiolfn<f) cii« fclit bantensroerte 

,l«t »eTförpennm 3 f’“ n 

>«-, oon bet i?ticbl)oMmMlutr.fl, *“ “J* 

Pfleflt in eigner «tgle «u»uM. nu,fl '|' U _.' .f!' 
fulnengrab btt gamilit • »UmÄ 

nctldit «tbbefltSb"« oon Bilöbauet Jimw 

io IBcrlin, bat otiginellt (Stabmat be» > 

Itite« W Setjtibnet, b'\\'» IW 

ben Beruf be?. BeTitortentn «nbeu e . 

Bilbbauet *. ®. ®omrn, g (paul 

Kamillen mn . *ÄL„rW 

»urabarbt, bie üBablftclIen lUt,d > 

®trbatbt oon 'Hrcbitett »“* „ rof . 

8 Ir<f)iiett BtCbius (t) 11,1 15 1 „ Herber 

OToi Sangt (blt f ' kniete Sib- 

mitten fftmlliA nuffl ,(ai;rtfn »tob- 

biibungcn biefer ifmUlenirt) » ( j t , ma |(ureit 
mSIet Ulfe" etl.nnen.Jwl «« ^ „f bem 
„euerer !Rld)tung eine f'l 1 «' ^ ' , baü er 

Beipjiget ©ttbftiebH* 

beieil» eint b«beuli«me ®'® J ,f„ c ri)eWi*«- 
leriKücn «* gemeinen lW«J- 

OTiltel jut Btjitlun* , ' 01 D I[<? geroorMn i|t 
rileV” ®ntei)bitOuna unfete. ®»>>« » 


2)tr 3ftiebl)of aus ber ©ogelperfpeltioe. 


®cr SA^friebfjof bei ßeipgiö- 

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lÜi' 1 ^ 

1 






<25 et 6übfticbt)oi bei S«ip3'9- 


, «Ml. «*«. »o, Bilötjau« «tat* i. fc*- «. iÄSTÄ 

ta,w l“ 9- **•""" i’Äftik ShlSÄ!* eÄ «« «Sw ln »«. 7. a3aDUI.ll« 0»«L Sion ««d,«.K «MH» in ilpjifl (t). 


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SUufttirt« 3‘MW 


ÖU». 



Der Dannibenbrunncn in (Sfjorlottetiburg. $on ^aul Ocjtcn. 


Die Dauaiben. 

tWrunnrniiruppc »on JUiul Ctffen. 

er Bilbtjauer ^aul Ccften, ein geborener Berliner, 
3at)rgang 1874, mürbe auf bcc ©rofecn jtunftaus* 
ftellung 1906 mit ber ©olbenen Blcbaillc ausgcjeidjnct, 
unb 3war auf (fcrunb ber monumentalen Bnmnengnippe 
bet Danaiben, bie u>ir fyeutc im Bilbc oorfü^re«. Defton 
f>at im Bleiftcratelier ton Begas unb ffltanjel bie üblidjen 
fturfe burd)gemad)t, unb baran erinnert in feinem inter« 
effanten «Iteliex nod) mandjes örfitjtucrt. £p&ter aber 
fud)te er eigne ?Begc unb befdjritt fic mit erfolg, unb be- 
jonbers in Der Tanaibengruppe meiftertc er ben grofeen 
Sßurf, bie ibeale Talcutprobe, bie in ber Gntwidlung eines 
^gearteten äflnftlers Gpod>e gw tnadjen pflegt. 

Die ©ruppc t)at bie ftattli^e ^öt)c oon 4 m, auf einem 
felfigeu Boftament |id> ertybenb. Das aus bem Artig 


tinnenbe Halfer entweicht unten burd) einen Miß aus ber 
großen Urne, an ber bie eine Tanaibc uer^roeifelnb Hiebet« 
finft. Liber nod) einbrudsooller unb wal^rtjaft großartig tritt 
bie Gitelleit aller irbijdjen Tinge in ber fteljenben ©cftalt in 
bie Grfdjeimmg. Tie Linienführung ber ©nippe aus bem 
©cbrotfjencn ins inad)tooll SHagcitbc unb bod) 3iiglcid) 
traucrooll ©cncigte, bann bas fliefjenbe Wotiu bcs l)cr* 
nie ber malle nben SSaarcs, bcs jlröineubcu LBaffcrs unb 
bcs fallenbcn $altemmirfs ber Traperie — bas alles 
bebingt bei grofjerfafeter unb gefdjlojfcncr Silljouette bie 
cd)t monumentale Haltung bcs ebeln 9Bcrte. 

(Eine Sicilie anberer Arbeiten bcfunöet bie ©iclfciligleit 
Ocftens. £>ier eine mcrriDürbige Toppcltjerme mit einem 
Sanusropf auf tjotjer Stele, gebilbet aus ben Häuptern von 
Bismatd unb Btoltle, l)öd)jt DetJdjiebenartig im profil unb 
bod) eine granbiofe Ginljeit. Tas 9Uerf ift in ©ranit gebaut. 
Tort cm eigenartiger Brunnen mit eineT 9ttjmpl)e, bie einen 
jungen Löwen aus einem Beden träntt. *nier bie fmlbfigur 


eines WennfatjMrs am Steucnab, jeber 9ien> i 
judeubem Leben erfüllt, fliegeubet QBngemut unb Tiit; 
3iel|id)erl)cit in einem Litern, bort borAopf eines juuj 
9Käbd)cns, aus $olj gefd)tii^t, non einem tjolben 3au 
träumerifdjer (Srl)ufud)t vertlürt. Tie Alcinbronje 
Tiana mit ben bei ben 3agbpantl)crn jiert bie biesjäl)» 
Äunftausftdlung unb fiubet allgemeinen Beifall. 5 
Wobcll eines Bane elf rief cs für ein Spcijejimmer, 
LtUsffifprung in Gidjenbolj beftimmt, jeigt eine Beilje i 
Aarlufdjen, burd) ©irlanben oerbunben unb flanl 
non je 3wei mnfijicrcnben Butten in ftetig loedjfelii 
Ltuifaffung unb bas ©anjc uon beftridenbem 5orm 
rci3. 3u bas ©ebiet bcs .sjntmors fpielt ber „erblid) 
laflctc* Anabc, ber mit einem fraunfdjroänjd^n auf 
9Belt getommen unb oon biefer 3»** «id)t* weniger 
erbaut ift, iubem er oollex CPaiftfc^e-n über bie Sdjul 
gurüdblidt unb ben jottigen Llustmtdjs ber HBtrbelfd 
betaftet. 


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9 fr. 3464 . 18 . 9 ioucinI)ci 1909 . 


3IIu(trirtc 3 c ^ un 9- 


995 


Die Utauffülfnmg uem b'SHberts ÜUiuJifbrama 
w 3jö)I m im Hamburger 6tabtti)cater. 

rtfu «rtitanb Siloeitre lief) anfdjicfte. für bic altcrnbc 
YiSoral) ^crnt)<irbt fein mbifd)«.** Murtiloncnbroma 
3 u [d)reiben, mochte er fiel) in ergiebigem ©lafje 
natürlich ben ptjantoftifchen, probutiiocti Brnrcij alter 
tnöifd)cr Bcligionsfulte Minute, frcitid) immer corwicgcnb 
in b«t Äidjnmfj bes ttuftcrtichen; im ©tttblid auf ben 
fjenifcf)eit unb betoratiom lifreft. 3 bm, beut bet 3””** 
bet ©araberolle für bie göttliche Sarai) immer im Vorher* 
ntunö blieb, tarn <9 oon i>or»il)erein weniger auf bie 
biftotifdjc unb lulturelle Irene feines Bilöes als auf 
beflen henifd)c uub bramatifchc <Effrit|id)eTl)eit an. Aufter* 
bem erfannte GUocftre foglcid) fomohl bie gefäbrlid)e 
*l)iftan3, bie ein rein fonfeffionell atjentuiertea inbifdjes 
Beligionsbrama oon unferm otjiöcntaten empfinden ge* 
irennt hätte, od* cr 0U£ h 1,09 im ittnerften 'IBcfcn Lln* 
bramatifd)« ber treibenben ©auptgeftalt, bcs ^ogi, mit 
feinen gejeftärften it)eatralifd)cn Sinnen erfaßte. Bcibeit 
©ejaljren begegnet Siloeitre mit ungewöhnlicher (*>c* 
» ctji cflict) feit. Ohne bas pndeitbe religiöie ©loment ausju» 
f (galten, fpielt er feine Sadjc ouf öos 3 ntcrfonfeffionclle 


beffen ©erj bie Scfjönften werben, bringt öos Cpfer ber 
(Entfernung. (Er wirft allen <&(on,| oou Jid> unb folgt 
bem Ctogi in bie 'JlUific. Unb hier tritt ihm 3 jetjl. bie 
Berfueftcrin, in ben 2 Bcg. «Sie ift bic Schönheit felbft, 
fie ift bic Verfanllijiennig ber fiuft. llnb bie fBafjen, 
bereu fie fid) beöient, finb liegge wohnt. Giloeftre nimmt 
in btt (Sipojition einen halben Alt tu ©ilfe, um uns bie 
Verheerungen 311 geigen, bie 3 3C*|l . bie AUirtifane, in 
ben ©erjeu unb Sinnen ber ©Jänner antid>let. (Er 3«rigl 
uns, wie Printen 3« lempelfdjänbem werben, um ihr ihre 
ßiebe 31t betpeiiett. ©tit glühcubcn, lcud)tcnbeu korben fdpl- 
bert er Sdjdnhrit unb ©ladjt biefe* ©ämons 'lfieib. Aber 
am Brillen wirb ihre ©Jad)t |unid)tc, aus- Der U.)ertuct)criit 
t»irb bic Belehrte, bie, etitfünbigt burd) echte Bene, nad) 
groufanten Reiben elugebt in bas Beid) ber ewigen 'iUonneu. 

©tc|e* ©rama, an bem Bubolf Sotbar bas materielle 
Bcd)t bes llberletjcrs unb andi wohl bas gciftige bcs 
Bearbeiters befit^t , bat (Eugen b’ Gilbert in ©lufif gefegt. 
Seit bem „Xicflanb"» (Erfolge hut ttugen b’ Albert, ber 
bis bahiti in feinem Schaffen etwas unlieber einen 3 id* 
3adfur* über (Erfolge unb ©lifceriolge ging, fid) felbft 
entbedt. Sr weijj jet}t genau, was er tann, unb was er 
flott fid) «erlangen barf. (Er frfjrcibt feine ©lufifbramcu, 
fonbern ©tufit 311 Tramen. Cr ift ein Iljeotralifer erften 


matt bie j>roge aufroerfen : Beruht bie löirlung 'JUagners, 
etwa im „'Jintg M , nid)t auf ähnltdjen © riri3ipien ? Unb 
cit bteje* 'Urinjip, bas bem Baturgejetj ber Vlrfis unb 
©t)di» folgt, nicht fo glüdlidi, baft mau bei feiner Ber* 
wertuug burd) b‘ Gilbert fogar beit wefenltichen Unter* 
fchieb, bah es fid» bei SDagner nad) rclotinen Senfungrn 
immer um rein mu|italifd)e ©öhepunfte hanbdt, toäfttenb 
es bei i>” 'illbert bod) immer mehr auf ein llnletit reichen 
brr Gleite ouslduft, fount fo red)t gm*nl)r iritbV ®i< 
2lbl)dngigfett bes iiomponiften non ber Sjene, ein wefent* 
liehe* Atennjekhen bcs 'Hieatrolifexs, ldf)t fid) in »Jjeijr 
übrigens bis ins einzelne oerfolgen. Biie bie Silhouette 
eines Sdiattcnbilbcs bem CbjcCt, folgt fie 6er ©anblung. 
CDaljcr bas oielfad) Cbcne, bic 3-lfldjenfunft irn «iisinnf 
3 m eriten bunten 2 ltl fagt fie uns oerhdltnismähig am 
wenigften. Die Slot men big feit ber üDafyruiig eines Viofol* 
folortls legte hier Befdjränfuttgen auf, unb ^ugletd) oer- 
füljTte fie 3um Spielerifchen. ffs bontiniert jene für 
b' Blbert beteichucnbe, reid)lid) glatte Blartier in bei 
tcd)iiifd)cn Busnuhung 6er ycittheincn, bie fid) gefällig 
bem Ohr einprägen, ohne inbes eine AUaftfgung ber (Er* 
finbung perroten 3U wollen. Born Crfchciiten bes 3 opi 
au, ben ein falbungspoll breiles ®efangstf>ema unb ein 
burd) ben tlapprmbeu AUang bes .Vplophcms an bas 



ti«r *Pcirt| (l)S(nnaTini). 3j«qt (St>itl) fDallet). Jflrflin Samtllata CdWt^o.er). 

S3cnc aus bem 3tDeiten 9 Ift oon JJJuliCbroma oon Gugen b’Wtbert. llrauffutirung im Hamburger «Stabtt^calcr. 


ober, richtiger gejagt, auf bas allen Äonfeffionen (Bemein* 
fame hetaus, gibt ben rcligiöfcn Stimmungen bcs Dramas 
hier einen fiäftigen, altte[tamentarifd)cn (Einjchlng. mifdjt 
Dort allerlei Chnftentum bei unb oerringert fo feljr er» 
erheblid) bic trennenbe ftluft. Süettn man fid) erinnert, 
bafe SBagner felbjt feine Äiunbri) als bi« „UrteufeUn", 
als „©eroöias hier unb ®uubrt)ggia bort" bejeidjnrt 
hat, wirb inott bie Seted)ligung Gdpeflres, ber 33«t)l 
bie 3üge frappanter Bhnlithfeit mit ber Äunönj 3« 
eben, nicEjt an^weifeln tonnen, ^afe bas alles etwas 
ufjerlid) unter bem ffiefichtswinfel ber 2heatenoiTfung 
gefchen ift, ift freilich ebenfowenig 311 oetfehcoetgen. 
Unb auch baran tat Gtlöeflre gut, bah er ben 3ogi, ben 
Äaufathelben bes „Dierjl"* Tramas, nicht ^ur ©auptfigur 
machte, ©er inbijd)e 3ogi, brr alles 3rbifd)e unb Bet* 
gänglidje ant (Ewigen unb llnoergdnglidjen mifet, ber 
Beffimift mit bem bitteren B3ahtiprud): „$€& iobes 
Bohrung ift bas ßeben“, prebigt bie (Entfagung, prebigt 
bie ^Isfeje in ihren lebten Folgerungen. (Es ift nid)t bas 
fd)öne (Edangelium ber ßiebe unb bes tatfräftigen Blit* 
leibs, bas uns burd) ben 3ogi oerfünbet wirb, fonbern 
bas ber Itumpfen, fruchtormen Baffioitfit. 

Siloeftre ift, um mit allem 9 lad)btud ben cin3ig mög* 
liehen bramatijd)fn Üontraft hcroor3uheben, |o wett wie 
mßgtid) gegangen. Sein ©elb ift nicht irgenbein armer 
Sterblicher, ber nicht oici anf3ugeben hat, fonbern ein Brin3. 
ttin bisher 00m ßebeit nur iinifchmeidieltex junger Fürft, 
ben fdjühettbc ßiebc unb Sorgfalt oor jeber Kenntnis 
ber rauhen SCirfltehfeit bewahrt haben; er, bem am läge 
ber ShtoniKf^ßung bas Bolf 3U Fwb<” H f 0*» er . um 


Banges geworben mit einem untrüglichen ©lief für bas 
Biibncnumtiamc. Uub cr, über beffen mangelnbcs Stil- 
gefühl fo oiel gefproehen worben ift, hot <« oerftanben, 
einen feinem können gau3 eng angrpafjten Stil ju finöen, 
ber ihm alle Bewegungsfreiheit fiebert, unb ben er 311* 
glcid) mit einer wahren Birtuojität hanbljabt. Bus 
bleiern Siit leuchtet ber 2ßillc jum ©rama überall mit 
(Energie hervor, ©iefer Stil reguliert aud) bas gan3c 
eigentümliche fürrhällnis b' ?llberis 3um ©rarna. ©iefes 
Verhältnis beruht, glaube ich, Dor allem auf einem mäch- 
tigen Befpeft oor ber Bühne, auf bet Beforgnis, mit ber 
Vluftf bem ©rama in ben BJeg 3U rommen. So wufi» 
3iert, gan,? im (Ticgenfaty ju ben feinen köpfen, wie 
Bfihner, bie ftets barauf ausgehen, in fublimnt fDlifdjuiigen 
bie feinften Untertöne aufjufangeti, b’BlbCTt fjenenlang 
etgerulid) neutral neben ber Gjene, aber bod) in bauern» 
ber Wbhäiifliglcit oon ihr. ©abei ad)tet man ber SBufit 
faum mehr, llnb wenn man ihrer aufdllig achtet, fcheint 
fie uns fagen 311 wollen: , 3 <h habe \)\tr gar md)ts ju 
jagen; bitte, adjten Sie ni^t auf mich, fonbern auf bic 
Sjene unb bas JBort.“ So oermelbet es b' Blbert, uns 
abjulenten, uns mit ber Cfoßb nad) fedifchen F*nc|fen 
3U ermüben. Bber plötüid) erwad)t bann, unb 3roar 
immer bei einet widrigen btamatifchen 3ülnt, ber 
Bühneumenfd) in iljm. ©ann erhebt fid) 3wifd>cn uns 
unb ber Sjene bic SBufit wie ein gewaltiges Bcrgrööf* 
ntngsglas, bann wirft fic wie aus einem unfichtbarcn 
Befertotr angchäuftc Cid)t mengen unb eine bireft un- 
geheure (Energie bes Busbruds auf bie Bühne. 9 Benn 
es nicht gar fo abfurb unb gottcsläfterlid) Hänge, möchte 


SlbgcmngcTte eines Sleletts gemahnenbes SJiotio be- 
gleiten, hebt fid) bic mujitali|ct)c BlaftU, um mit bem 
in erbarmungslofer Bcalijtil gejcid)neten, fdjarf mar- 
lierten ©obesjuge einen ütoment t)öd)f tcr Busöruds* 
encTgie au erreich«»- tln fofehm Btomenten ergiebiger 
finb bie lebten Bfte, in benen Die Blufit ihrer ©omäne, 
ber Schilberung ber innern (Entwicflunfl, jurüdgegeben 
wirb, ©er Girom ber ©Mobil wirb breiter, bie «bei. 
gefchwungrne Alantilene tritt h^roor, unb ben ©Iah bcs 
ßofa Kolorits nimmt bic mu|ilalifd)e 3 f ‘<hn un 8 allflemein 
menfd)lid)er (befühle ein. ©ic BehanDluug ber (ftefangs- 
ftimme, bie bis babin etwas gefucht erfdjrint, wirb freier 
unb natürlicher , unb im lebten Btt finbet b' «Ubert für 
bie poctifd) ergreifenbe (Epifobe ber Büdfehr ber reuigen 
3 jei)l in einem ausgebet}nt«n ©tonolog unmittelbar er- 
grcifeitbe, rührenbe ©öne. So entläßt uns bas SBerl, 
beffen Crcheftcrbehanblung bie ©anb eines reifen ©leifters 
überall jeigt, fchlichlid) bod) mit ber llberjeugung, bah wati 
einem Forifchritt im Schaffen b' Wlberte gegenüberfteht. 

©ie Aufführung, bic bas ©ambnrger Stabttheater bem 
SBerfe juleil werben lieft, war unter Alapellmeilter Brechers 
genialer Leitung unb mit einer wahrhaft fapitalen, ftimmlid) 
wie barftellerifd) gleich mächtigen ßeiftung (Ebitft Walters 
in ber ©Uetrolle unübertrefflich. Aud) für bie Mus* 
ftattung war fcl>r uiet getan, ©er (Erfolg ber 'Premiere 
war aufterorbentlid) lebhait; mehr als awanjigntal rief 
man ben .ftomponiften jugleid) mit bem ©irigenten unb 
ben©auptbaTftelIern. oon benen nod) bie ©errett ©atoifon, 
©ennarini unb ßohfing fotoie Frau ©tfhger namhaft ju 
machen wären, hfroor. ©eiurief) Shroallei). 


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Das Erbe des Ikaros. Roman von Mervarid. 


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(6. FörtMtsuftg.) 

n diese halbbewußten Empfindungen, die wie Motten im 
Dämmerdunkel kreisten, kam unvermutet eine andere, scharf 
und hell, als ob ein Lichtstrahl aus einer Blendlaterne zuckt. 
„Ikaros flog mit wächsernen Flügeln. Wir haben Ikaros’ 
U Erb« angetreten. Wir suchen eine Sonne für unser Leben, 
und unsere Schwingen zerschmelzen, ehe wir es wissen.“ 

Sie trat mit ruhigem Gesicht in die Veranda. Unter der rotverhangenen 
Windlampe quoll warmes Licht hervor und floß um die vom leisen Abend- 
winde geschaukelten Ranken, Auf dem Tische standen Rosen; ein paar 
Blütenblätter waren auf die weiße Decke herabgeglittcn. Dora hatte ihr 
Weinglas aus der Hand gestellt; ein Abendpfauenauge saß auf seinem 
Rande und sah in das goldklare Naß. Edith blieb unter der Tür stehen 
und blickte auf Dora, die sich im Schaukelstuhl sacht hin und her wiegte 
und traumend in das duftige Dunkel des Gartens hinaussah. 

„Ist es wahr, daß Rolf seinen Vater nicht erkannt hat?“ fragte Edith 
gleichmütigen Tones. 

„Ja, es war sehr drollig. Der Junge starrte Klemens mit großen Augen 
an und fragte zuletzt ganz ängstlich: »Ja, wo ist denn aber der Papa? 
Wir mußten alle lachen, obwohl es für Klemens erst ein bißchen depri- 
mierend war. Es war meine Schuld, natürlich! Ich hätte darauf halten 
sollen, daß Klemens für euch einmal ein gutes Bild von sich machen ließ. 
Aber man denkt manchmal an das Nächstliegende nicht. Rolf hat sich 
dann ja auch schnell angefreundet und war sehr tapfer.“ 

„Wieso tapfer?“ 

„Nun, weißt du: Klemens war in seiner Jugend sehr wild, und Rolf 
ist das doch gar nicht, er ist sogar eher furchtsam. Das wollte Klemens 
ihm nun gern abgewöhnen, und ich fürchte, daß der arme, kleine Bengel 
von Schwimmen, Bootfahren und anderen Vergnügungen dieser Art nicht 
so sehr viel Genuß gehabt hat; er ließ sich aber nichts merken, und ich 
habe auch ein wenig gesteuert, wenn Klemens unvernünftig war. Klemens 
ist ja überhaupt eine robuste Natur, und du kannst dir nicht denken, wie 
dieses rauhe Auslandsleben diese Eigenschaft mit der Zeit unterstreicht. 
Klemens möchte auch, daß du Rolf jetzt aufs Gymnasium schickst, damit 
er sich unter Jungen bewegt. Er will ihn gern ein bißchen handfester 
haben.“ 


Edith lächelte bitter. „Ich habe Rolfs Erziehung von Doktor Schillings 
Anordnungen, nicht von meiner eignen Zimperlichkeit abhängig gemacht. 
Du weißt doch selbst, was für ein schwaches Geschöpf das Kind gewesen ist." 

„Liebes Herz, das soll doch um 's Himmels willen kein Vorwurf sein! 
Wer weiß, ob der Junge ohne dich heute überhaupt noch lebte! In meinem 
innersten Herzen bin ich fest davon überzeugt, daß Franze ihn nicht hätte 
großziehen können. Und Klemens noch weniger! Das habe ich ihm auch 
gesagt, und er war vernünftig genug, es einzusehen. Ich meine auch, daß 
Doktor Schillings Bestimmungen nach wie vor maßgebend bleiben sollen. 
Klemens kann doch nicht tausend Meilen weit Anordnungen in Sachen 
treffen, von denen er keine Ahnung hat.“ 

„Ich werde mit Schilling reden. Wir haben ja Rolf von Anfang an 
derartig vorbilden lassen, daß er jederzeit eintreten kann.“ 

Sie sprachen bald von anderen Dingen. Edith fragte nicht mehr nach 
Klemens. Sie begann, sich vor jeder Bemerkung über ihn zu fürchten; 
denn fast in jeder fand sie mit oder ohne Recht einen Stachel, an dem 
sich ihr Herz riß. Immer fremder wurde er ihr, Zug um Zug verblaßte 
das, was sie einst gekannt hatte, und immer bitterer wurde die Erkenntnis: 
nicht, ihm bin ich treu gewesen, < sondern nur meiner Hoffnung. 

Doch in dieser Erkenntnis war keine Befreiung. Wer plötzlich den 
Stab verliert, auf den er „sich lebenslang gestützt hat, der glaubt nicht, 
daß er allein und aufrecht weitergehen kann. 

Edith nahm Klemens’ Bild von der Staffelei und schloß es zu Rolfs 
Sachen. Sie stellte dafür die letzte Photographie des Kindes hin. Es 
sollte sie nichts unnötig an die Vergangenheit erinnern. Dann mußte mit 
der Zeit ja auch die Ruhe der Resignation kommen. 


Zwölftes Kapitel. 

Im Oktober wurde Rolf Schüler des Lindenburger Gymnasiums. Nun 
lief wieder ein Janetz in den uralten Klosterräumen umher. Auf dem 
Turnboden gab es einen mannsdicken Eichenpfeiler, da hatten die Schüler 
vor lange verrauschten Jahrzehnten ihre Namen eingekerbt; ein Paulus 
Theobald Janetz war auch darunter. Das war der Ururgroßvater, dessen 
Grabstein auf dem Altstadtfriedhof die Worte enthielt: „Non omnis moriar“ 


(nicht ganz werde ich sterben). Edith hatte Rolf die Worte verdeutscht, 
und als der Junge in dem kernfesten Eichenholz den wunderlich verschnör- 
kelten Namenszug seines Vorfahren sah, hielt er den Grabspruch für voll- 
auf bestätigt. Er hätte gern seinen eignen Namen dazu geschnitten, damit 
in zweihundert Jahren andere Janetz-Söbnc sich seiner erinnern möchten; 
der Direktor hatte aber auf solche unnützen Verzierungen Arrest gesetzt. 
Edith lachte Rolf aus und meinte, er könnte auf andere Weise für seine 
Unsterblichkeit sorgen; zunächst solle er tüchtig lernen. 

Daran ließ es Rolf nicht fehlen. Er kam mühelos vorwärts. Aber 
sonst gefiel es ihm anfangs sehr wenig. Er hatte eine innere Abneigung 
dagegen, sich mit seinen Klassengenossen zu prügeln, die Lehrer zu be- 
schwindeln, aus sicherer Entfernung Hunde und Pferde zu necken oder bei 
den Indiancrspielen vor dem Stadttor fremder Leute Felder zu zertreten. 
Und die sonst immer für ihn bereit gewesen war, versagte nun; Edith 
schwieg, wenn er sich beklagte. 

Sie konnte ihm ja auch nicht helfen. Das einzige, was sie ihm sagte, 
war: „Du mußt dich daran gewöhnen. Jungen sind einmal so. Tu nichts 
Unrechtes, oder wenn es einmal doch geschieht, sage es mir bald, damit 
wir es wieder in Ordnung bringen können.“ 

Mit der Zeit fand Rolf sich in die Derbheit, aber seinem innersten 
Wesen blieb sie fremd. Er war keine Angreifematur. Nur ein Instinkt 
des Schützens lag in ihm. In der Schule war ein verwachsener Knabe, 
mit dem er sich befreundete, weil er so still und bescheiden war. Ab 
diesen die anderen eines Tages hänselten, ging Rolf mit beiden Fäusten 
auf die Spottenden los. Es entwickelte sich eine mörderische Prügelei, 
bei der es blutige Nasen gab. Zuletzt hieb sich die ganze Klasse für und 
wider Rolf und den kleinen Buckligen. Rolf vergaß im Feuer des Kampfes 
seine Schüchternheit ; er stand seinen Mann, bis ein paar vorübergehende 
Herren, denen die Männerschlacht zuerst Spaß gemacht, in den Knäuel 
griffen und die wütenden Bengel auseinanderjagten. 

Als Rolf, braun und blau geschlagen, mit zerrissenem Anzug, schimpfend 
nach Hause kam, sagte Edith seufzend: „Wir müssen uns daran gewöhnen.“ 
Sie verwies Rolf nur die Ausdrücke, mit denen er seine Gegner belegte. 
Am andern Tage war große Untersuchung in der Schule. Ein paar zärt- 
liche Mütter hatten sich über die Beulen ihrer Sprößlinge beschwert. Auf 
die Frage: „Wer hat angefangen?“ war Rolf mit einem mannhaften „Ich!“ 
zur Stelle. Edith hatte es ihm aufgetragen, aber er hätte es auch ohne- 
dies gesagt. Der Ordinarius kannte seine Pappenheimer und ergründete 
die Angelegenheit in ihren Ursachen. Rolf kam zuletzt noch mit der 
gelindesten Strafe weg und wurde von den Lehrern danach privatim ein 
bißchen bevorzugt. Auch bei seinen Mitschülern hatte er sich in Respekt 
gesetzt; sie empfanden unbewußt sein moralisches Übergewicht, wenn er 
sich an ihren Ungezogenheiten nicht beteiligte. Weil er niemals klatschte 
und sonst ein guter Kamerad war, durfte er das tun, wofür sie jeden 
andern als Feigling oder Musterbuben verhauen hätten. 

Darüber hätte Edith nun beruhigt sein können, aber etwas anderes 
schuf ihr viele Sorgen. Rolfs Gesundheit war nur ein Erfolg verständiger 
Überwachung, und jetzt, wo er so viel sich selbst überlassen war und sich 
vor seinen Gefährten nicht durch Empfindlichkeit lächerlich machen konnte, 
kam er alle paar Wochen krank aus der Schule. Was irgendeiner der 
andern nur abzugeben hatte, übernahm er unweigerlich, bald einen gehörigen 
Schnupfen, bald Ziegenpeter, bald Windpocken, und infolge der vielen 
Pausen wurde er zu Ostern nur mit knapper Not als einer der letzten 
versetzt. 

Er weinte acht Tage lang, und Edith hatte schwere Mühe, ihn zu 
trösten. 

„Wie man es auch macht: recht ist es doch nicht!“ sagte sie seufzend 
zu Gerd, als er sie kurze Zeit danach über den Zaun herüber grüßte und 
dabei nach Rolf fragte. „Ich wollte es gut machen, als ich sein Ehrgefühl 
zu entwickeln suchte, und nun leidet er darunter, ohne schuld zu sein.“ 
„Ja, das Leben ist eine infame Schinderei für jeden, der so etwas 
wie Gemüt und Gewissen besitzt“, pflichtete er mit einem verdrießlichen 
Seufzer bei. 

„Das sagt ein Mann ! Ich dachte, nur wir Frauen trügen schwer daran.“ 
„Hin und wieder wir auch. Aber eine Frau leidet wohl mehr darunter, 
besonders eine Mutter. Sie sehen es ja nun selbst.“ 

Edith schob den Gartenhut aus der Stirn. „Ich bin ja keine. Ich bin 
ja nur an Mutterstelle. Vielleicht wäre ich sonst sicherer.“ 

„Glauben Sie das wirklich? Ich nicht! Es gibt doch eine seelische 
Mutterschaft. Die körperliche ist nur ein Zwangsakt der Natur, bei dem 


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Wunsch und Wille der Persönlich keil nicht mehr in Frage kommt, dem. 
nebenbei gesagt, auch jedes Tier unterworfen ist. Dabei kann Heiligkeit 
und Erhabenheit nicht sein, und die großen Worte, die darüber gemacht 
werden, sind alle ein bißchen künstlich erhitzt. Heiligkeit und Erhaben* 
heit kann erst bei der Ausübung der Mutterschaft einsetzen, und da kann 
die seelische sogar größer sein als die leibliche, weil sie mit dem natür- 
lichen Egoismus des Blutes nichts au tun hat. Wollte Gott, es wäre jede 
Frau, die ein Kind zur Welt gebracht hat, eine Mutter! Dann wäre es 
um vieles besser bestellt." 

„Sie werden sich viele Feindinnen machen, wenn Sie das laut sagen!“ 
„Das ist mir gleich. Ich kenne nur zu viele Frauen, die auf Grund 
der Tatsache, daß sie diese körperliche Funktion, oft sehr gegen die eigne 
Absicht, absolviert haben, mit einem Mund voll billiger Phrasen sieh selber 
heiligsprechen und alles übrige dem Himmel und dem Kindermädchen über- 
lassen. Sehen Sie sich Rolf an. Frau Janetz bat ihm das Leben einmal 
gegeben, Sie haben es ihm hundertmal erhalten! Wer kann sagen, wo 
nun die wahre und wirkliche Mutterschaft liegt? Ich denke sehr hoch von 
den Müttern, aber nur, wenn sie tatsächlich Mütter sind. Die leibliche 
Zusammengehörigkeit spielt dabei keineswegs die ausschlaggebende Rolle.“ 
„Wenn es wirklich so wäre, so wird Rolf seine rechte Mutter ja nie 
vermissen. " 

„Nein, das wird er auch nicht. Kein Mensch vermißt etwas, wofür er 
vollwertigen Ersatz gefunden hat. Die Faroiiienliebe ist nur das Ergebnis 
der Gewöhnung." 

„O Sie böser Ketzer!“ sagte Edith lachend. „Der richtige Mediziner — 
der richtige Medizynikcr!“ 

„Wenn Sie das letztere ernst meinen, dann ist es mit unserer Freund- 
schaft aus!“ scherzte er. „Zu der ekelhaften Gilde der Zyniker gehöre 
ich wahrhaftig nicht. Man kann ein ganz ehrlicher und wohlmeinender 
Mensch sein, selbst wenn man sich über ein paar geheiligte Traditionen 
seine eignen Begriffe macht. Der Hundertste erst ahnt, wieviel geschäftige 
Phantasie oder, gerade umgekehrt, gedankenlose Nachplappcrei bei unseren 
sogenannten höchsten Empfindungen ist.“ 

Ein Schatten ging über Ediths Gesicht. Sie sagte schnell abwehrend: 
„Sie haben recht. Und ein Zyniker sind Sie auch nicht.“ 

Gerd hätte gern gewußt, was sie nun dachte. Daß etwas in ihr vor- 
gegangen war, seitdem Rolf in Frankreich gewesen, hatte er gefühlt; aber 
er konnte nicht klar werden, ob es etwas Gutes oder Schlimmes war. 
Edith war seitdem ruhiger, doch auch herber. Sie sprach niemals mehr 
von der Vergangenheit oder der Zukunft. Rolf und die Gegenwart schienen 
alles zu sein, was sie beschäftigte. 

Der Janetz wäre ja ein Esel — ein Esel — ein Riesenesel! dachte 
Gerd und sah sie an, wie sie da schlank und leicht im hellen Sommer- 
kleide vor ihm stand, so klar und gefestet, so voll warmer, feiner Fraulichkeit, 
daß einem das Herz aufgehen konnte. 

„Ja. Sie haben recht“, sagte sie noch einmal und nickte ernsthaft mit 
dem Kopfe. „Unsere höchsten Empfindungen täuschen wir uns nur 
selber vor. Liebe ist Gedankenwerk, Treue ein Willensakt." 

Er sah sie betroffen an. „Gnädige Frau, ist das das Endziel Ihrer 
Lebensphilosophie ?“ 

„Ja. das Endziel. Ein eisernes Tor für all die irrlichternden Phan- 
tasien und die durch falsche Nachsicht großgezogenen Gefühle“, entgegne te 
sie bitter. 

„Gnädige Frau, das ist falsch", sagte er bedächtig. „So eine Erkennt- 
nis soll Sieg sein, aber bei Ihnen erscheint es mehr wie eint Niederlage. 
Zugegeben, daß Sic mit Ihrem etwas schroff formulierten Grundsatz recht 
haben: so kann unser Gedankenwerk doch gut und unser Willensakt red- 
lich sein. Warum sprechen Sie also so verächtlich davon?“ 

„Vielleicht söhne ich mich einmal mit der Erkenntnis aus. Vorläufig 
drückt sie mich noch wie ein Stein. Auch mag ich nicht darüber sprechen.“ 
„Sie sollten es aber mögen! Dann würden Sie schneller ins Gleich- 
gewicht kommen.“ 

„Ich bin im Gleichgewicht, jetzt endlich! ich will nichts anderes, nichts 
Neues mehr. Ich will nur endlich Ruhe haben!“ 

„Mit zweiund dreißig Jahren hat man auf die Erfüllung dieses letztem 
Wunsches noch keinen Anspruch, gnädige Frau! Solange man noch auf 
der Bergaufhälfte des Lebens ist, gibt es einen solchen Dauerzustand nicht. 
Wer weiß auch, ob er schön wäre!“ 

„Ich fände ihn gewiß so“, sagte sie seufzend. 

Als Gerd gegangen war, dachte sie lange über seine Worte nach. Nein, 
er hatte nicht recht. Andere mochten ja mit zweiunddreißig Jahren noch 
jung sein, sie war es nicht mehr. Sie war stumpf und kalt geworden, als 
sie die Täuschung ihres Lebens erkannt hatte, und mit schonungsloser 
Energie suchte sie jeden Laut zu ersticken, der aus der Vergangenheit zu 
ihr herüberklingen konnte. So wurde ihr Herz zwar leerer, aber auch 
stiller, und sie meinte, daß diese kalte Resignation doch noch leichter sei 
als die zehrende Unrast der vergangenen Jahre. 

Nachdem sie ihre Gedanken einmal gewaltsam von dem gewohnten 
Ziele gelöst hatte und ihnen die Rückkehr dahin wehrte, flössen sie all- 
mählich immer ruhiger in andere Bahnen. Und es kamen bald auch so 
bittere Sorgen, daß alles andere in Vergessenheit geriet. 


Rolf saß eines Tages bei Tisch, ohne zu essen. „Ich mag nicht, Tante, 
ich hab’ keinen Hunger.“ 

Edith faßte seine Stirn an. Er fieberte. „Was in aller Welt hast du 
denn schon wieder gemacht?“ 

„Nichts. Ich habe nur in der Stunde mit einem Male so gefroren.“ 

„Und vorher? Sicher habt ihr euch wieder wie toll gejagt.“ 

„Ja, Tante. Wir waren aber nicht schuld daran. Die Jungen von der 
Volksschule haben uns heute morgen aufgelauert und uns nicht durch- 
gelassen. Wir waren nur sieben, und von denen war es die ganze Klasse, 
und da haben wir ihnen erst was ausgewischt, und dann mußten wir den 
Umweg über die ganze Benediktenstraße machen, und da sind wir natür* 
lieh gerannt, daß wir nicht zu spät kamen.“ 

Edith sah mißmutig vor sich hin. Es war in Lindenburg eine alte 
Feindschaft zwischen den Volk&schülem und den Gymnasiasten, die sich wie 
eine Tradition forterbte. Wie die Väter sich einst in den Haaren gelegen 
hatten, so taten es jetzt die Söhne. Schon in Klemens' Schulzeit hatten 
diese Raufereien mit auf dem Stundenplan gestanden. „Könnt ihr denn 
nicht vermeiden, mit den Jungen überhaupt zusammenzugeraten?“ 

„Nein“, sagte Rolf weinerlich. „Sie fangen immer an, und Papa hat 
gesagt, ich dürfte kein Feigling sein.“ 

Edith erwiderte nichts mehr. Sie brachte Rolf in sein Schlafzimmer 
und schickte nach Gerd. Als er kam, erkannte ihn das Kind schon nicht mehr. 

Gerd stellte eine schwere Lungenentzündung fest. Er sagte Edith die 
ganze Wahrheit: es ginge ums Leben. 

ln diesen Wodien versank vor Ediths Augen das bleiche Phantom ihrer 
Liebe und alles dessen, was sie für sich selbst an Glück noch hätte er- 
hoffen können. Außer dem ringenden bißchen Leben, das mit jedem 
Atemzuge entfliehen konnte, gab es für sie nichts mehr auf der weiten 
Welt. In den toteinsamen Nichten, in denen nur das heisere Röcheln des 
Kindes, das ängstliche Summen des Lämpchens die schauerliche Last des 
Schweigens brach, stammelte ihre Seele Worte des Gebetes und des 
Gelöbnisses: Laß mir das Kind, und ich will jedem andern Wunsch entsagen! 

Sie pflegte Rolf allein nur mit Unterstützung ihres Mädchens. Gerd 
drang vergeblich darauf, daß sie einen Teil der Arbeit abgebe. Es war, 
als wenn sie seine Worte überhaupt nicht hörte, und zu welcher Stunde 
des Tages öder der Nacht er auch kommen mochte, immer saß sie an 
Rolfs Bett, das weiße, starre Gesicht mit fcstgeschlossenen Lippen dem 
Kinde zugewandt. Müdigkeit und Schwäche schienen keinen Weg zu ihr 
zu finden. 

Nur einmal brach sie zusammen. Ex sagte bei einer Gelegenheit: 
„Heute über acht Tage.“ Und jählings kam ihr der Gedanke, daß über 
acht Tage vielleicht schon die Palmen auf einem frischen, kleinen Grabe 
welken würden. Sie wurde ohnmächtig. Gerd gab ihr danach, ohne daß 
sic es wußte, ein Schlafmittel. Anders wäre es ihm nicht gelungen, sie 
zur Ruhe zu zwingen. Gegen ihre stahlzähe Beharrlichkeit war nichts aus- 
zurichten; wenn sie sidi einem Gedanken, einer Arbeit hingegeben, konnte 
nichts sie darin beirrren. Sie war darin ganz unverändert geblieben, so 
viele Jahre er sie nun schon kannte, nur, daß nun der Gegenstand ihrer 
Hingabe gewechselt hatte. 

Rolf gesundete erst nach vielen Wochen. Er war nur noch wie ein 
Schatten, Alles, was Edith in jahrelangem Kampfe gegen das feindliche 
Erbteil, das ihn bedrohte, erreicht hatte, schien verloren zu sein. Das 
ganze Sorgen mußte von vom beginnen. Gerd schickte sie an die Riviera. 
Sie waren den ganzen Winter fort. Edith fragte sich in bitterm Trotze 
niemals mehr, was Klemens für seinen Knaben wohl wünsche. Pflicht- 
schuldig sandte sie Nachricht über alles, aber sonst handelte sie ganz nach 
eignem Ermessen. 

Rolf sollte cs gut haben. Etwas anderes hatte für sie kein Interesse 
mehr. Und in dem Maße, in dem Rolf allmählich wieder Leben gewann, 
blühte auch sie selbst wieder auf, in ihrem Wesen nur noch Mutter. 

Rolf war ihr wie neugeschenkt. Einmal, weil der Tod an ihm vorüber* 
gegangen war, dann, weil seine Krankheit ihn noch zirtlidier und an- 
schmiegender gemacht hatte. In der Fremde suchten und fanden sie keine 
Freunde, darum waren sie ganz aufeinander angewiesen. Ihr gab der Elf- 
jährige in seiner tiefen, nachdenklichen Art schon jetzt manch ernste Frage 
auf; sic hatte keine Zeit und wollte keine mehr haben für die Zerstreuungen 
der Geselligkeit. Und Rolf war es zufrieden, mit ihr allein zu sein. Wilden 
Kameraden konnte er es doch nicht gleichtun. Wenn er bei ihr war, ver- 
mißte er nichts, auch nicht seinen Vater. Die Erinnerung an das kurze 
Beisammensein in Marseille war ihm wie die Erinnerung au eine Geschichte, 
die ihm einmal erzählt worden war. Seit Edith nicht mehr Sorge dafür 
trug, das Bild des Fernen neu zu beleben, verlor es langsam die leuchten- 
den Farben, die sie ihm zu leihen verstanden hatte. Edith bemerkte es 
wohl; aber sie fühlte sich nicht mehr fähig, es zu ändere. 

Dreizehntes Kapitel. 

Erst im Frühling kehrten sie nach Lindenburg zurück. Rolf hatte ein 
Schuljahr verloren. Aber was galt das gegenüber der Erkenntnis, die Edith 
aus Gerds Augen las: daß die Hoffnung auf eine volle Gesundung des 
Kindes sich nie mehr erfüllen würde! 


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Wie Nebel stieg; es um sie auf, wenn sie daran dachte. Dann ver- 
suchte sie sich wieder zu trösten: »Um so länger wird er mich braudien, 
um so mehr werde ich für ihn sorgen müssen. Er wird kein starker, 
egoistischer, genußsuchender Mann werden, der in die Welt hineingeht und 
nur sein eignes Leben lebt, er wird seine feinen, blassen Hände nicht so 
schnell aus den meihen reißen. " 

Allmählich kam ihr der Gedanke, daß er nun bald nicht mehr ihr 
Kind sein würde, daß sic dem Heranwachsenden zum Kameraden werden 
müßte. Davor war ihr ein wenig bange. Wie sollte sie ihm vom Leben 
und von seinen Wahrheiten erzählen? Und doch konnte und wollte sie 
es nicht dem rohen Zufall überlassen. Manchmal dachte sie, Gerd könnte 


es ihr wohl abnehmen; aber bitten mochte sie ihn nicht darum. 

Rolf verspielte sorglos ein Sommerleben. Die Schule machte ihm keine 
Mühe. Seine Klassenkameraden waren nun alle jünger als er; wenn einer 
seine Aufgaben nicht verstand oder sonst in Nöten war, kam er zu ihm. 
Dann wurde Rolfs feines, weißes Kindergesicht väterlich ernsthaft, und alt- 
klug gab er seinen Rat, sorglich bedacht, den Kleineren alles Schwere 
leichter zu machen. Wenn aber die Stunden vorüber waren, gehörte er 
Edith ganz und gar. Die Teilnahme an den wilden Jungenschlachtcn der 
Gymnasiasten hatte er sich ohne Bedauern untersagen lassen. Wie ihm 
die Erinnerung an seinen Vater allmählich ferner rückte, verlor er auch 
wieder die Furcht, diesem durch sein stilleres Wesen zu mißfallen. 

Zwischen Kaffee und Abendbrot gingen sie meistens spazieren. Nicht 
in die Stadt, sondern in die Felder. Wo im Waldinnem die Wasser- 
mühle rauschte und der zöttige Esel, lüstern nach dem Brote, das Rolf ihm 
mitbrachte, sein dunkelbraunes Gesicht über den von Hopfen und Kresse 
überrankten Zaun schob; oder wo am Berghang die Schafe weideten, 
genügsam die kurzen Kräuter rupfend, während der alte Hirt mit dem 
blauen Strickstrumpf abseits unter der Kastanie saß und der Spitz blinzelnd, 
die Schnauze auf die Vorderpfoten gelegt, nach Ausbrechern, spähte: dort 
war der blonde Junge wie zu Hause, Die Müllerin reichte ihm lächelnd 
eine Handvoll Kirschen oder Stachelbeeren über die Gartentür; der Esel 
trabte hinter dem Zaune mit ihm, soweit er konnte; der Schäfer erzählte 
ihm eine Sage, während der Spitz den mitgebrachten Knochen knackte, 
und alle Schafe ließen sich von ihm anfassen. 


Wenn die Lämmerzeit kam, war sein Entzücken beinahe narrisch, und 
als Edith einmal heimlich so einen kleinen, weißwolligcn Dummkopf er- 
handelte und ihm zum Geschenk machte, wurde sie nachträglich fast eifer- 
süchtig auf das Tier; so sehr hing Rolfs Herz daran. 

Immer um die gewohnte Stunde brachte er ihr Hut und Sonnenschirm. 
Die Handschuhe steckte sie nur in den Gürtel, und durch das Hinter- 
pförtchen schlenderte sie den Fluß entlang übeT den Bootsbauplatz und die 
hochgeschwungene Brücke, zu der man ein paar Stufen hinaufsteigen mußte. 
Manchmal glitten gerade schwer bepackte Heukähne, Holzflöße oder von 
Schleppdampfern gezogene Lastboote darunter durch. Dann schwenkten 
die verwetterten Gesellen auf den Fahrzeugen übermütig die Hüte gegen 
die blonde Frau oben am Geländer, und Rolf stellte befriedigt fest: „Siehst 
du, Tantchen, denen gefällst du auchl" 

An einem Spätjunitage hatte Rolf besondere Eile. Er nahm sich nicht 
einmal Zeit, auf der Brücke stehenzubleiben, sondern schob Edith vor- 
wärts. „Komm doch schnell I Ich weiß so was Schönes!“ 


Mitten im einsamen Feld, wo nur zuweilen dumpf und wie aus weiter 
Ferne das Brüllen eines weidenden Rindes herüberhallte, stand ein Wild- 
rosenbusch am Wege; seine windzerzausten Zweige waren dicht ineinander- 
gewirrt. Rolf griff mit behutsamen und geschickten Händen zwischen die 
Dornen- „Tante Edith, sieh doch nur einmal! Komm ruhig näher, sie 
kennt mich schon und fürchtet sich nicht.“ 

Dicht am Stamm war in eine Astgabel ein Vogelnest geklemmt; das 
Weibchen saß brütend darinnen, die blanken Perlenaugen beobachtend auf 
ihre Besucher gerichtet „Vier Eier hat sie. In vierzehn Tagen kriechen 
die Jungen aus; ich habe im Naturgeschichtsbuch gelesen. Sie sitzt schon 
seit acht Tagen. Ist sie nicht reizend? Ach, jetzt kommt ihr Mann! 
Gehen wir ein Stückchen zurück!“ 

Die beiden traten zur Seite; das Vogelmännchen fuhr blitzschnell ins 
Gebüsch, und ein leises, zirpendes, hastiges Gezwitscher klang aus den 
Zweigen. „Jetzt fragt er sie, wer wir sind, und was wir wollen. Hörst 


du es?“ 

Edith schlug ihn hellauflachend auf die Schulter. „Freilich! Und sie 
sagt: Das sind ja Rohdes aus der Königstraße! Nicht wahr?“ 

Rolf lachte selber, beharrte aber auf seiner Ansicht. „Tante, sie können 
sich wirklich was erzählen! Sie rufen sich und geben sich Antwort, und 
sie spielen, und manchmal zanken sie sich auch. Wenn die Frau schimpft, 
klingt es ganz anders, als wenn sie so recht freundlich piepst. Wenn nur 
die anderen Jungen das Nest nicht finden! Ich habe keinem was davon 
gesagt. Denk doch, Tante, der Konrad Kat neulich eins mit einem Stein 
heruntergeworfen !“ 

„Der Konrad ist ein schlechter, ungezogener Junge. Gib dich so 

wenig wie möglich mit ihm ab. ...... 

Ich mag auch nicht. Er hat immer so das große Wort und will alles 
besser verstehen als wir. Weißt du, gestern haben Theo und Franzi einen 
kleinen Bruder bekommen, und da hat er in der ganzen Pause so dumme 


Reden geführt, e, hätte « sAon vorher gewußt, und hat sie gefragt, ob 
Keaen geru , _ . und 50 was . Und der Franzi, 


der Bruder im Postpaket gekommen sei 


Zit du der Kleine, der geht erst in die Oktava - hat gesagt, 
der Engel hätte ihn gebracht, und d. hat der Konrad wie ein W geblökt ; 
*, hat er gelacht, bis der Franzi ihn hauen wollte. Natürlich <st der 
Konrad viel stärker, und weil ich doch Primus bin, habe ich .hm gesagt, 
er soll sich um seine Sache kümmern und die Kleinen zufrieden lassen. 
Da hat er uns Fratzen gezogen und uns nachgeschrien, wir wären Widtel- 
kinder, und er wüßte was sehr Interessantes. Und dann hat er den anderen 
immerfort was in die Ohren gesagt. 

Edith nahm Rolfs Hand. Sie wollte diese dünnen Kinderfinger, die 
in jeder Sorge nach ihr griffen, in diesem Augenblick zwischen den ihren 
fühlen, damit sie nicht den Mut verlor, „Weißt du,“ sagte sie ruhig, „du 
brauchst dir von ihm nichts erzählen zu lassen. Das kann ich dir viel 
besser und richtiger sagen. Der Franzi hat wirklich nicht recht gehabt. 
Der Engel hat das Brüderchen nicht gebracht. Das ist nur so ein hübsches 
Märchen für die ganz jungen und unverständigen Kinder, so wie das etwa, 
daß der Osterhase die Eier legt, oder daß das Christkind euch die Weih- 
n achtsgeschenke beschert. Wenn ihr Kinder ein wenig größer und ver- 
nünftiger geworden seid, sagen euch die Eltern nach und nach, wie es 
richtig ist. Da ist gar nichts, worüber man häßliche Redensarten führen 
könnte. Siehst du, das Vogelmütterchen hat seine Eier gelegt und brütet 
sie nun aus; dann kommen daraus die jungen Vögel. So ähnlich ist es 
bei den anderen Tieren und auch bei den Menschen; nur daß bei diesen 
gleich das fertige, kleine Menschlein erscheint. Das wächst unter dem 
Herzen der Mutter, und sie hat viel Not und Sorge darum, bis es ans 
Tageslicht kommt; darum ist es ihr dann aber auch so lieb.“ 

Rolf sah sic interessiert an. „Ja, dabei ist doch nichts zum Fratzen- 
Ziehen und In-die-Ohren-Tuscheln?“ 

„Das ist es auch nicht. Aber ein schlechter Mensch spricht eben gern 
schlecht über alles. Darum laß du dir nichts erzählen, was vielleicht häß- 
lich und falsch ist, sondern sage nur, du wüßtest das schon; das hätten 
dir deine Angehörigen bereits erklärt. Aber weil es etwas Wunderbares 
und Ehrwürdiges ist, soll man kein müßiges Geschwätz darüber machen, 
und du brauchst auch nicht mit deinen Kameraden darüber zu sprechen, 
weil nur die Eltern wissen, ob ihr Kind schon verständig genug ist, daß 
sie cs ihm erzählen können. Da ist noch manches, was du darüber erst 
lernen wirst, entweder in der Schule oder bei Onkel Gerd oder bei mir. 
Das hat jedoch noch Zeit.“ 

„Aber ich kann dich doch fragen, wenn mir einmal was einfällt?“ 
erkundigte er sich nachdenklich. 

„Ja, das kannst du. Midi kannst du immer fragen.“ 

Rolf legte die Arme um ihre Hüften. „Jetzt weiß ich es. Darum 
hast du immer gesagt, daß meine Mama noch viel besser zu mir sein 
würde als du!" 

„Ja, darum! Weil du ihr leibliches Kind bist, und weil ich dich nur 
in Pflege habe.“ 

»Ach, Tante, ich glaube es nicht! Du bist ja ebenso gut!“ sagte er 
zärtlich, und seine großen, schwarzbraunen Augen lachten sie warm an. 
Danach fiel ihm ein, daß sie erst notwendig nach dem Goldberg gehen 
müßten, weil er dem Schäferspitz eine Semmel versprochen habe. Und 
um Edith herumtollend, hier eine Blume und da einen Käfer entdeckend, 
strebte er der Richtung zu, wo das stumpfe Geglöckel die Anwesenheit 
der Schafherde verkündete. 

Edith ließ ihn springen und sah ihm nur lächelnd zu. Das Herz war 
ihr leicht, wie jemand, der eine schwere Arbeit getan hat. 

Vom Göldberg aus wollte sie heimgehen. Aber Rolf bat: „Noch bis 
zum Bauer Andries! Der ist vom Kirschbaum gefallen und hat sich das 
Bein gebrochen. Es geht ihm aber schon wieder besser." 

„Was du nicht alles weißt! Wie eine richtige Stadt klatsche. Du 
kannst doch nicht einfach zu dem Manne hinlaufen?“ 

„Das will ich doch auch nicht!“ sagte er in weisem Tone. „Aber 
hinter seinem Garten ist ein Teich, da sitzen immer die Frösche am Rande. 

und das ist SO ulkig.“ (ForUetsuog folft in -der nSrfi«ten Nummer.) 


Stille Stunde. 


Wir saßen beide am Kamin 
In meinem kleinen Zimmer, 

Durch das verschloftne Fenster schien 
Der Sonne goldner Sehimmer. 

Und nach und nach erlosch der Tag, 
Auf flammten die Laternen, 

Und auf den grauen Dächern lag 
Der Schein von tausend Sternen. 

Die Lampe warf ihr mildes Licht 
Auf die geschmückten Wände, 
Umstrahlte freundlich dein Gesicht 
Und deine lieben Hände. 

Und nicht ein Wort zerriß den Bann 
Der fliehenden Minuten; 

Wir sah’n uns still und glücklid» an. 
Und unsere Wünsche ruhten. 


Alfred Krüger. 


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WILHELM TRÜBNER. 

Von Paul Kühn. 


^ür Trübner, den lange Verkannten» eine Lanze zu brechen, ist 
—i heute nicht mehr nötig; wir können nur, um unser selbst willen» 
immer und immer wieder vor seine Bilder treten, um ihre unsag- 
bare malerische Schönheit zu genießen und an ihnen unsere Kultur des 
Sehens 211 verfeinern. Seit 1895 etwa wird er als großer Maler, als der 
größten einer des neunzehnten Jahrhunderts neben Leibi und Liebermann, 
anerkannt, geehrt und gekauft, als einer der Unsterblichen in der Ge- 
schichte der Malerei. Die genauere Kenntnis seines Lebensganges, den 
er selbst mit schlichter Klarheit und Wahrheit erzählt» hat erwiesen, daß 
er neben I.eibl. neben deiner steht, und den er nach der Seite der I.and- 
schaft und des Freilichtes fortsetzt, einer der großen Gründer der deutschen 
Malerei im neunzehnten Jahrhundert ist; ja. er ist bei uns der erste 
ganz entschiedene Vertreter des absolut malerischen Stils, jener 
Meister, der der Malerei ihre völlige Freiheit und Unabhängigkeit von 
neuem gesichert hat, wie es ehedem die Frans Hals, Rembrandt und 
Yelasquez getan haben. Mit zäher Ausdauer, unbekümmert um die 
Modeströmung, verdunkelt durch die koloristischen Blender und Be- 
rühmtheiten des vergänglichen Tages, ist Trübner, alle Bitternisse des 
Verkanntseins und Totschweigens kostend, den Weg seiner Kunst 
gegangen, bis unsere Zeit reif wurde, Malerei von solcher Qualität, 
von solchem Geschmack zu würdigen und zu genießen. Nun wurde 
auf einmal die un veraltbare Lebenskraft seiner Malerei offenbar. 
Die wichtigsten deutschen Galerien beeilten sich, die köstlichen 
Werke seiner Jugend, wahre Juwelen der Malerei, zu erwerben, die 
fünfundzwanzig Jahre nach ihrer Entstehung für die modernsten 
galten und nun erst als staunen erregende Muster der Malerei gepriesen 
wurden, während die Werke und Künstler, die einst Trübners Schaffen 
verdunkelt hatten, die Scheinkünstc dekorativer Prachtentfaltung des 
Piloty- Makart* Kreises, kaum noch genannt wurden. Trübners wie 
Leibis echte Qualitätsmalerei dagegen zeigt sich in ihren unverminderten 
Werten: die Jahrhundertausstellung bewies es von neuem. 

Trübner ist kein Blender und freilich durchaus nicht populär; ein 
so männlich- sicherer Charakter, der so gesund und wahr wie die Natur 
selbst ist. verschmäht alles Zurechtgemachte und Gefällige, hält sich 
fern von aller Schöntuerei, geht nicht aus auf wirksamen Sinnen- 
kitzel. Seine Arbeiten haben auch kein gegenständliches Interesse, 
wenn er auch, dem Zeitgeschmäcke folgend, seinen Bildern wirkungs- 
volle Unterschriften gegeben hat Ein verhängnisvoller Irrtum wäre 
cs, diese Unterschriften mit dem Inhalt zu verwechseln; sie sind nur 
Signaturen, nicht Träger des künstlerischen Wertes. Dieser, also die 


Klostergarten. 


Wilhelm Trübner. 


IW. v. klrwin, Winl>»da>. 


Idee des Bildes, liegt immer im Malerischen. Sie ist keine psycho- 
logische. keine anekdotische, nicht eine „schöne“ I andschaftsansicht 

Eine solche voraussetzungslose 
reine Malerei, die nichts ist als 
ein Genuß fürs Auge, hat einen 
schweren Stand dem Publikum 
gegenüber. Trübner hat ihn noch 
erschwert, indem er der Eleganz 
der natürlichen Erscheinung ge- 
radezu aus dem Wege geht und 
in dem Bestreben, die Aufmerk- 
samkeit nicht auf das Neben- 
sächliche zu lenken, oft gerade 
häßliche Sujets erwählt wie seine 
großen Vorgänger Rembrandt 
und Yelasquez, 11m die Schönheit 
und Reife der Malerei unbeein- 
trächtigt zum Ausdruck zu bringen. 
Seine Porträtierten sind oft wenig 
anmutige Erscheinungen, sie haben 
zuweilen sogar in Ausdruck und 
Haltung etwas Ungefälliges und 
Nüchternes. Er ist auch kein 
Fabulist und scheinbar nüchtern, 
denn sein Geist, seine Phantasie, 
seine Erfindungen liegen ganz in 
der Malerei. Hier aber spricht 
sich die stärkste Persönlichkeit 
mit überzeugender Kraft aus. 
Trübner hat Interieurs gemalt 
von der Schönheit des van der 
Meer; er gehört zu den bedeu- 
tendsten Porträtistcn und zu den 
größten Landschaftern der Kunst. 
Eine solche Malerei setzt kulti- 
vierte Sipne voraus, eine Fein- 
heit des Sehens und Farben- 
geschmacks, die auch heute noch 
unter den Gebildeten eine Selten- 
heit ist. In seinen Schriften 


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Auf der Herreninscl im Chiemsee. 


{„Personalien und Prinzipien“), die zu dem 
Bedeutendsten gehören, was über das Wesen 
der Kunst geschrieben worden ist, hat sich 
Trtibner selbst über die Verkehrtheiten des 
Laienurteils und die falsche Stellung zur 
Kunst geäußert und in seinen geistreichen 
Auseinandersetzungen dem Laien den festen 
Standpunkt angewiesen für die wahre Schät- 
zung des Kunst wertes. 

Trübner ist ein gebornes Malergenie von 
einer verblüffenden Frühreife, die man aus 
den reichen Kulturtraditionen seiner Heidel- 
berger Heimat erklären will. Ohne Zweifel 
ist die Heidelberger Landschaft mitbestim- 
mend gewesen für sein Naturgefühl, seinen 
Farben- und Raumsinn, seine malerische 
Tektonik» seine Gefühle für saftige, grüne 
Tonwerte und seine landschaftliche Gliede- 
rung. Am 3. Februar 1851 als dritter Sohn 
des wohlhabenden Juweliers und Stadtrats 
Georg Trübner geboren, verlebte er seine 
Kindheits- und Knabenjahre in der lieb- 
lichen Neckarstadt, inmitten einer feinen 
Geschmackslcultur der Familie, umgeben 
von geschichtlichen Erinnerungen auf altem 
deutschen Kulturboden. Er erhielt eine gute 
Erziehung und allgemeine humanistische 
Bildung. Maler zu werden, war aber von 
früh an sein heißes Sehnen. Der gute Genius 
seiner Jugend war kein Geringerer als Anselm 
Feuerbach, der durch sein Urteil über Trübner- 
sche Jugendzeichnungen dessen Beruf zum 
Maler entschied. Trübner ging zunächst vier 
Semester nach Karlsruhe auf die Kunstschule, 
wo er unter Schick, Canon und dem Historienmaler Feodor Dietz 
seine Studien begann, von da nach München und wieder zu Canon 
nach Stuttgart Von entscheidender Wichtigkeit wurde sein Ver- 
hältnis zu Canon, einem gebornen Koloristen und geschmackvollen 
Eklektiker der Venezianischen Schule und Meister des Porträts. Ein- 
dringen in den Geist der alten Meister, Beherrschung des Metiers, 
Sicherheit in der Form, Primamalerei und Auftrag auf hellen 
Grund, breite, welche Pinselführung, warme Empfindung für stoffliche 
Charakteristik, vornehmlich für Fleisch, waren der große künstlerische 
Gewinn, den er diesem Lehrer verdankte. Durch die Große Inter- 
nationale Ausstellung von 1869 in München, „die wohl“, wie Trübner 


selbst sagt, „als die beste aller dort abgehaltenen Ausstellungen dieser 
Art gelten kann, weil in ihr alle Richtungen mit den Werken ihrer be- 
deutendsten Vertreter zugegen waren“, und auf der die Werke von Feuer- 
bach, Leibi, Canon, Viktor Müller, Böcklin, Couture, Courbet und Mantt 
einen ebenso mächtigen wie wechselseitigen Einfluß auf ihn ausübten, 
wurde seine Aufmerksamkeit von neuem auf Canon und auf Leibi als 
die besten Lehrer und Vorbilder in Deutschland gelenkt. Wahrscheinlich 
ist auch ein nicht unwesentlicher Einfluß Feuerbachs auf Trübner, durch 
den dieser für Courbet und Manet vorbereitet wurde. Mit dem ausgezeich- 
neten Gesellenstück „In der Kirche“ von 1869/1870 (seit 1898 im Besitz 
der Karlsruher Galerie) und einer ersten Kunstreise zur Besichtigung 

der deutschen Bilder- 
sammlungen schloß er 
seine Lehrzeit ab. Im 
Oktober 1870 ginger 
wieder nach München, 
trat in die Diez-Schule 
ein, lernte Albert Lang 
und Schuch und durch 
d lesen Leibi mitseinem 
Kreis. Thoma, Hirt. 
Alt, Haider, Sperl. 
Schider und Sattler 
kennen. Die Bekannt- 
schaft mit Leibi wurde 
das große Ereignis in 
seinem Leben. Auch 
die Eindrücke, die er 
in Thomas Atelier 
empfing, wurden maß- 
gebend für seine spa- 
tereT ätigk eit als I Land- 
schaftsmaler, Thoma 
verdankte er ferner 
die Einführung in das 
Wesen und Wollen 
Courbets und damit 
den Anschluß an die 
große französische 

Tradition. Von An- 
fang an aber wahrt 
Trübner, selbst Leibi 
gegenüber, den er mit 
Schuch zusammen in 
Bernried am Starn- 
berger See kennen 
lernte, seine volleSelb- 
ständigkeit. Gleich 
seine ersten reifen Bil- 
der vom Jahre t*?*- 
Junge am Schrank" 
und„Mädrhen auf dem 



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Auf der Herreninscl im hiemsee. 


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Kanapee“, „Raufende Buben“, „Bürgermeister Hoffmeister“, „Im Atelier“, 
zeigen ihn in seiner nur ihm eigentümlichen Form; sie sind Offen- 
barungen eines ganz ursprünglichen Maleringcniums. So wenig Leibi 
von Courbet beeinflußt wurde, so wenig Trübner von Leibi. Kr fand 
in Leibi, Courbet und Manet nur die Bekräftigung seiner eignen Er- 
kenntnis vom Wesen der absoluten Malerei. Der Einfluß Courbets ist 
am deutlichsten erkennbar in einigen Stilleben; aber auch hier ist er zu 
einer starken persönlichen Note verarbeitet. 

In München waren in den sechziger Jahren bereits die Diez- und 
die Piloty-Schule (Mar res, Makart, Max, Defregger. Lenbach, Linden- 
schmit, Gysis) auf der Bahn, auf der die Franzosen Courbet und Manet 
zum Siege kamen. Schon vorher war mit Spitzweg zum erstenmal 
der Einfluß der Schule von Barbizon in die Münchner Kunst ge- 
kommen. Aber diese schönsten Anfänge neudeutscher Malerei, die 
wir erst in den posthu- 
men Ausstellungen des 
letzten Jahres kennen ge- 
lernt haben — sie ging 
von der echten Qualitäts- 
malerei der Holländer und 
des Velasquez aus — 
diese vielversprechenden, 
knospenkräftigen Ansätze 
einer großen Kultur der 
Malerei brachten keine 
Erfüllung, Sie sind unter- 
gegangen indem verhäng- 
nisvollen Ungeschmack 
der kommenden Zeit nach 
1870 bis in die neunziger 
Jahre. Nur wenige Große 
vollendeten, was hier ver- 
heißen war, die Meister, 
die wir heute als die 
Säulen der deutschen Ma- 
lerei verehren, an die die 
Malerei unserer Zeit wie- 
der anzuknüpfen hatte, 
um überhaupt zu ge- 
deihen, Marees, Leibi, 

Trübner und ihr Kreis 
sowie Schuch, der größte 
deutsche Stilleben maler, 
die die Berliner Jahrhun- 
dertausstellungin ehrend- 
ster Weise gefeiert hat. 

Trübner hielt es zu- 
nächst noch nicht in Mün- 
chen; im Oktober 1872 
ging er mit Schuch auf 
ein Jahr nach Italien, wo 
sie in Rom ein gemein- 
sames Atelier bezogen. 

Hier entstanden: ein 
„Bacchus“, ein „Selbst- 
porträt“, „Beim römischen 
Wein“, die drei Mohren- 
bilder („Mohr mit Blume“, 

„Rauchender Mohr“, 

„Lesender Mohr“), der 
„Singende Mönch“ und 
die „Italienerin“. Im 
Herbst 1873 war Trübner wieder in Heidelberg, wo er vier wunder- 
bare Wildstilleben, die am meisten noch Courbets Einfluß verraten, 
die „Cousine mit japanischem Fächer“, die Porträte seiner Eltern, 
mehrere Selbstbildnisse, das „Heidelberger Schloßfenster" (der Künstler 
mit seiner Dogge am Fenster, ein Kleinod der Galerie Darmstadt, ein 
Bild, gebadet in einen unsagbar weichen, milchig-grau gelösten, matten 
Smaragdton), die „Wendeltreppe im Heidelberger Schloß“, den „Buchen- 
wald mit schwarzem Vogel“ und den „Schloßgarten Heidelberg“ malte. 
Dieser Heidelberger Aufenthalt macht Trübner zum großen Landschafter; 
er wurde für die Landschaft seiner Heimat, was Constable für Schott- 
land, Rousseau für Barbizon war. Wiese und Wald, das tiefsatte 
Buchengrün des deutschen Waldes sind zeitlebens Trübners „Liebe“ ge- 
blieben. Dann ging es im Frühjahr 1874 mit Schuch nach Brüssel 
und den Niederlanden, zum Studium der Galerien. Trübners Liebe 
gehörte den Flamen, allen voran Rubens und Jordaens, ihrer männ- 
lichen, gesunden Kraft, ihrer mächtigen Malerei. Unter dem Einfluß 
dieser Meister malte er den „Christus im Grabe", ein kühnes Verkürzungs- 
experiment in drei verschiedenen Fassungen und ein großartiges Stück 
Malerei von überwältigender Macht des Vortrags. Im Sommer darauf 
machten die beiden Freunde Studienreisen durch Rügen, den Harz, den 
Bayrischen Wald, bis sie am Chiemsee und auf der Herreninsel halt- 
machten. Hier malte Trübner 1874 die erste Serie seiner klassischen 
Chiemseelandschaften (die schönsten in den Galerien von Berlin, München 
und Hamburg), kleine Meisterwerke, die den ersten Landschaften aller 


Zeiten ebenbürtig sind. Trübner war damals vierund zwanzig Jahre alt Im 
Oktober 1874 begann er seine Dienstzeit als Einjähriger in Karlsruhe; in 
diesem Jahre entstanden nur einige Selbstporträte in Uniform. Um so 
stärker brach die Produktionskraft nach dieser einjährigen Kunstpause her- 
vor. Trübner ging wieder nach München, mit vierundzwanzig Jahren schon 
ein reifer Meister, und malte im Winter 1875/1876 eine ganze Anzahl 
seiner Meisterwerke, wie „Blonde Dame in Hut und Pelz“, „Brünette 
mit Pelzkragen“, „Graue Dame“, „Dame mit Hut und braunem Schleier“, 
die Porträte von Martin Greif, Eisenmann und Schuch. Das des letzt- 
genannten, damals von der Münchner Glaspalastausstellung zurück- 
gewiesen, ist jetzt als eins der großartigsten Bildnisse aller Zeiten in der 
Nationalgalerie. Den Sommer verlebte Trübner im nahen Wesseling, 
am gleichnamigen See, zum Schluß in Bernried, der stillen, tiefgrünen 
Bucht am Westufer des Wurmsees, wo die „Dragoner im Kartoffelacker“, 

„Dogge am See“, „Bade- 
platz am Waldsec“ mit 
dem köstlichen Kleider- 
stilleben, ,, Zimmermanns- 
platz“ (Galerie Hamburg), 
„Wald inneres“ , „Wald- 
weg in Bernried“ und 
„Buchenwald“ entstanden. 
Das waren damals gToße 
Tage in München , die 
größten, die es, ohne dies 
zu ahnen, jemals erlebt 
hat, ja, wie man wohl 
sagen kann, die größten 
Tage der Malerei seit 
Holbein. Denn Meister 
der Malerei saßen hier zu- 
sammen, im engen Freund- 
schaftskrcäs , in ernster, 
unermüdlicher Arbeit, die 
den größten deutschen 
Meistern der Vergangen- 
heit ebenbürtig waren, die 
Feuerbach , Mart es und 
Hildebrand, Viktor Müller, 
die Leibi, Thoma, Trübner, 
ein herrliches Kleeblatt, 
und neben ihnen die 
Schuch, Sperl, Hirt, 
Haider. Und als ihre be- 
ratenden. klugen Freunde 
die Kunstgelehrten 
Beyersdorfer und Eisen- 
mann, der Dichter Martin 
Greif und der Philosoph 
du Prel. München erlebte 
eine Zeit wie Nürnberg 
unter Dürer. Aber unbe- 
kannt waren diese Meister 
dem gebildeten Publikum, 
unbekannt dem geistigen 
und offiziellen Deutsch- 
land, und München konnte 
nicht einen von ihnen auf 
die Dauer halten. Leibi 
und Sperl sowie Haider 
und Hirt flüchteten in die 
ländliche Einsamkeit zu- 
rück, Feuerbach, Marees und Hildebrand gingen nach Florenz und Rom, 
Thoma Ende 1876 nach Frankfurt, Schuch nach Venedig. Trübner hielt 
in München aus; er war allein nach dem gToßen Exodus des trefflichen 
Kreises und nahm einen zehnjährigen Kampf auf gegen die Unkultur der 
Zeit, dessen Endresultat die Gründung der Münchner Sezession ist Damals 
grassierten in München die Pseudorenaissance, die Stilmaskeraden, die 
seichte Historien- und Kostümbildermalerei und eine verwässerte, senti- 
mentale Romantik, die von der literarischen Intelligenz, den Dichtern, 
Professoren, Kritikern, glorifiziert wurden. Es war jene Zeit, da, wie Trübner 
sagt, „die Darstellung des Tiroler Bauernmädchens das höchste Ideal des 
deutschen Kunstliebhabers ausmachte“. Trübners eignes Schaffen als 
Maler kam bei seiner propagandistischen Tätigkeit zu kurz; er hatte die 
Freude am Malen verloren, und doch entstand in den Jahren 1877 bis 1880 
eine Reihe hervorragender Werke, wie „Die Gigantenschlacht“, „Der 
Kampf der Lapithen und Zentauren“. „Die Kreuzigung“, die herrliche 
„Amazonenschlacht“, die Zentaurenbilder, „Modellpause“, „Dantes 
Hölle“, „Tilly während der Schlacht bei Wimpfen“, „Friedrich von Öster- 
reich in der Schlacht bei Ampfing“, „Die Wachtparade in München“, 
„Mädchen mit gefalteten Händen“, „Sitzende Dogge 4 *, „Stehende Dogge“, 
..Dogge mit Würstchen auf der Nase", „Dogge vor einem Tisch mit 
Teller“, „Rothaariges Mädchen mit schwarzem Halsband“, „Die Hand- 
schuhe anziehende Dame “. Trübner hat in seinen Jugendwerken, die 
ihn in wenigen Jahren zur höchsten Meisterschaft führten, eine voll- 
endete malerische Kunst und äußerste Geschmackskultur entfaltet. 



Kitter im Harnisch. 


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sowohl in seinen Interieurs und köstlichen, kleinfigurigen Bildern, 
die ihn einem Meister wie Terborch an die Seite stellen, wie in 
seinen Landschaften und Porträten. Die ausgeglichene Sicherheit dieser 
Arbeiten, neben denen Trübners mitstrebende Kameraden Thoma, 
Viktor Müller, Seholderer, selbst Schuch, einen schweren Stand haben, 
die konsequente Durchbildung der Tonskalen, die Leichtigkeit und 
Freiheit der Pinselarbeit, die erquickende, stilvolle und malerische 
Gleichmäßigkeit der Behandlung werden jeden Kenner der Malerei aufs 
höchste entzücken. Trübner liebte damals ungemein den vornehmen 
Akkord von Grau, Braun und Weiß, in den er aJs Pointe das tiefe 
Rot einer Rose, eine Schale mit Früchten, einen bunten japanischen 
Fächer hineinzusetzen pflegte. Fast alle Bilder haben diese Delikatesse 


ebenso schlichten und natürlichen wie intimen Charakteristik zu machen 
und ganz große Meisterwerke der Bildniskunst zu schaffen. Die gleiche 
Konsequenz und Schönheit der Tonfolgen zeichnet auch seine Land, 
schäften aus. Die der Jugendepoche sind noch tief gestimmt auf einen 
sonoren, ungemein delikaten Ton, auf wundersame, voll entwickelte 
Harmonien von dunkelgrünen Bäumen, altersgrauen Schlössern und 
schwärzlichen Wolken oder von Blaugrün, Weiß und Himmelblau oder, 
wie auf dem „Schiffssteg“, von Grün, Grau, Blau, Braun, Braungelb und 
Grüngelb oder von dem Blaulila der Wellen, dem Hellblau des Himmels 
dem Graugrün der Sträucher und dem Weiß der Gebäude in ihren zaube- 
rischen Licht- und Tonstufen. Man vergißt diese Bilder mit ihrem 
verhaltenen, unausschöpf baren Naturgefühl nie wieder; sie leben im 



Kürassier pferd 


edelster Stilleben, nicht nur die eigentlichen Stilleben, die großartigen 
Wildstilleben und Hundcbildnissc, sondern auch die Porträte und Land- 
schaften. Seine Freunde und Freundinnen saßen ihm zu solchen Bild- 
nissen und genrehaften Szenen, und er benutzte jede Gelegenheit, seine 
Flächen mit Stillebenkleinoden zu ornamentieren. Man wird nicht müde, 
solche feinschmeckerischen Sachen zu betrachten, die hier nur angedeutet, 
die nicht näher analysiert werden können, die wir an seiner Malerei 
genießen gleich musikalischen Symphonien. Auch seine Bildnisse, den 
Menschen, den Kopf, das Antlitz hat Trübner, ganz ähnlich wie Manet, 
mit stillebenmäßiger Delikatesse aufgebaut. Sie entzücken zunächst 
durch ihre unfaßbare Tonkraft, die Schönheit des breiten, flächigen 
Pinselstriches, der in Flächenwürfeln, fast ohne Modellierung, ähnlich wie 
bei Velasquez und Manet, die Formen plastisch aufbaut. Das Formen- 
leben ist nicht immer bis in die äußerste Charakteristik gegeben, und 
zuweilen ist die organische Form auf Kosten der Farbe vernachlässigt 
In seinen besten Bildnissen aber, besonders aus seinem großen Bildnis- 
jahr 1876, seinen Selbstbildnissen, den Bildnissen von Schuch, Martin 
Greif, Gungl, dem „Herrn im Pelz“ mit der wunderbaren Hand, der „Dame 
im Pelz“, der „Dame in Grau“ (Folkwang- Museum in Hagen), einer be- 
wunderungswürdigen Flächenmalerei, mit der Trübner an Velasquez 
heranreicht, gelingt es ihm, die vpU^idetste Malerei zum Werkzeug einer 

CjO qIc 


Gedächtnis wie eine ewige Sehnsucht Mit den mythologischen Dar- 
stellungen, den Gigantomachien, und figürlichen Kompositionen, zu denen 
Trübner Ende der siebziger Jahre vielleicht unter dem Einfluß Feuerbachs 
überging, wollte er zeigen, daß auch er Phantasie habe. In der Rhyth- 
mik der Bewegung sind sie nicht immer frei von Schwerfälligkeiten. 
Prachtgestalten sind die in das Bild hineinreitende „Amazone auf dem 
Schimmel“ und der „Blitze schleudernde Zeus“ hinter seinen wilden Rossen. 
Mit den großen kompositorischen Rhythmen Feuerbachs vereinigt 
Trübner in diesen Bildern die Farbenglut des Delacroix. Blutrot, 
Scharlach und Violett (das tragische Violett im Mantel der zusammen- 
sinkenden Maria der „Kreuzigung 4 ') flammen zwischen den satten Fleisch- 
tönen in stürmischer Erregtheit auf. 

Mit dem Jahre 1880 schließt die Jugendepoche Trübners ab. Die 
Münchner Jahre von 1880 bis 1895 waren für ihn Jahre der Kämpfe, in 
denen er als Agitator, als Schriftsteller aufs kräftigste und wirksamste 
in die Entwicklung der deutschen Kunst eingriff. Er machte wiederholt 
Reisen nach Paris und London, sammelte Altertümer, legte sich eine 
Fachbibliothek an, schuf aus einer reichen Kenntnis der Kostümwissen- 
schaft Entwürfe für historische Festzüge und Künstlerfeste. Ein 
bedeutender Förderer der Kunst wurde er durch Veranstaltung mehrerer 
Kollektivausstellung^ nicht. sich, sondern auch von Viktor 

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Heidelberg. 











Sil« Jiiu\ 



Müller und besonders von l.cibl in Berlin (1893), die diesem noch 
zu seinen Lebzeiten einen Erfolg 1 ohnegleichen brachte. Die Sommer 
hatte Trübner auf dem Linde verbracht, in Seefeld am stillen Pilsen- 
see, wo er im ruhigen Genuß der Natur sich aus dem Wirrwarr der 
Kunsttheorien wiederfand, dann auf der Fraueninsel im Chiemsee 
(1891), in Seeon (Sommer 1892), im alten Kloster, auf einer Insel 
mitten in einem dem Chiemsee benachbarten, kleinen oberbavrischen 
See gelegen, in Ermatingen am Bodensee und auf dem Plattig im 
Schwarzwald. Im Jahre 1889 ging er wieder auf ein ganzes Jahr 
nach Heidelberg; hier malte er Landschaften und Portrate. Mit dem 
Jahre 1895 beginnt mit der glanzvollen Erneuerung seiner Kunst die 
dritte Epoche im Leben Trübners, die ihn als l.uministen großen 
Stiles zeigte. Erst die Trübner- Ausstellung von 1907 im Münchner 
Kunstverein hat über sie volle Klarheit gebracht. Trübner widmet 
sich mit intensiver Hingabe der Freilichtmalerei, seine koloristischen 
Harmonien erhalten leuchtende Fülle- Er malt den Sonnenschein; 
sein lichtes Blau, Grün, Gelb und Grau im vollen leuchtenden 
Sonnenlicht steigern sich in dem Reichtum an Nuancen zu einer 
überwältigenden Leuchtkraft. Zögernd dämmert dieses neue Evan- 
gelium des Lichtes in den neunziger Jahren in seinen Landschaften 
auf, wenn er auch schon früh, ja sogar in der ..Dame in blauem 
Hut“ vom Jahre 1876 die neue, auf Manet und Velasquez zurück- 
führende Lichtform gefunden hatte, um sie dann in seinen Reiter- 
bildnissen in einer wahrhaft monumentalen Großartigkeit zur Reife 
zu bringen. Der Münchner Verhältnisse müde, von seinem künst- 
lerischen Gewissen getrieben, siedelte Trübner 1896 nach Frank- 
furt a. M. über, wo er seine alten Freunde Thoma, Albert Lang und 
Wilhelm Steinhausen wiederfand, wo die von Hausmann, Burnitz, 
Eysen, Scholderer vermittelten reichen Traditionen von Fontaine- 
bleau fortwirkten, die in dem „Cronberger Kreis“ im nahen Taunus, 
in der grünen, lichten Stille der Wiesengründe und im Odenwald 
neue Nahrung fand. Hier war also frisches künstlerisches Erdreich. 
Am Städelschen Institut, wo er einige Zeit auch als Lehrer tätig war, 
besaß Trübner ein großes Atelier. Im Jahre 1900 verheiratete er sich 
mit seiner begabten Schülerin Alice Auerbach, Stilleben ganz in 


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1 Alice Auerbach, <he Stil 

Go gle 


Trübnerscher Qualität malt Sieben Jahre lebte Trübner in Frankfurt- 
1903 berief ihn der Großher2og von Baden als Leiter eines Meisterateliers 
nach Karlsruhe an die Akademie. Auf einem alten Landsitze an der Bercr 
straße, im Schloß Hemsbach, umgeben von erlesensten Kunstschätzen, ver- 
lebt dieser große Meister deutscher Malerei, schaffend in der vollen Rüstig 
keit des reifen Mannesalters, seine arbeitsreichen Sommer. 

In den sommerlichen Studienzeiten in Cronberg, in den Bergen des Oden- 
waldes, in Amorbach, Lichten berg, Erbach, Hetzbach und Hemsbach 
entstand eine große Reihe seiner hellfarbigen, Sonnenlicht -durchtränkten 
Landschaften. Zugleich malte er in diesen letzten Jahren seine großen Frei- 
lichtporträte und figürlichen Szenen, die seinen Namen wieder zu einer 
künstlerischen Sensation machten: die Pferdebilder und Reiterbildnisse Akte 
im Freien unter grünen Bäumen, in helle Sonnenfarben gebadet, nackte 
Menschenleiber zwischen dunklen Baumstämmen, im wirkungsvollen Gegen 
satz zu dem tiefen, kalten Blaugrün von beschatteten Büschen, wie „Adam und 
Eva“, „Susanna im Bade“, „Parisurteil“, „Im Liebesgarten", ferner „Salome mit 
dem Haupte des Täufers“, den in heller Sonne sitzenden „Hessischen Postillon“ 
in der lichtblauen Uniform, die „Dame in Weiß“. Die hier dargestellten 
weiblichen Akte, insonderheit die Göttinnen des „Parisurtetls“, sind frei- 
lich nichts weniger als Schöpfungen idealen Stils; ganz naturalistische 
Modelle, haben sie nur den Zweck, ein Spiel von Licht und Farbe zur 
Erscheinung zu bringen. Nicht auf Schönheit der Form kam es dem 
Künstler an — diese ist sogar vernachlässigt — sondern auf Schönheit der 
Malerei, auf die wunderbare Harmonie der zartvioletten und zamosagrünen 



Bildnis des Herrn W. 

Töne des Fleisches mit dem tiefen und sonnighellen Grün des Laubesund 
desA\ aldbodens. Die breite und mächtige Malwei.se, die dem Laien unfertig, 
roh und brutal erscheinen mag, ist der Ausdruck einer vollkommenen Klar- 
heit der Intention. Nur dem deutlichen innern Schauen kann ein so mächtiger 
malerischer Stil, der in lapidaren Zügen alles, was zu sagen ist, ausdrückt, 
erwachsen. Was Jakob Burckhardt von der Homer- Büste sagt: »Jeder 
Meißclschlag ist Geist lind wunderbares Leben“, gilt von diesen letzten 
großen Malereien Trübners. Das Gewaltigste dieser Art, was Trübners 
I in&el hervorgebracht, ja vielleicht das Temperamentvollste und Groß- 
zügigste an Malerei, was in der deutschen Kunst bisher erreicht worden 
ist, sind seine im Freilicht unter genauster Beobachtung der Lichtwirkungen 
und Reflexerscheinungen gemalten etwa sechzehn lebensgroßen Reiterbild- 
nisse, die sich von dunkelgrünem Laubwerk abheben. In ungeheuren, breiten 
und langen Pinselstrichen, mit einer unvergleichlichen Treffsicherheit und 
einer elementaren Vereinfachung und Großzügigkeit bauen sich die Formen 
auf. Eine sieghafte, malerische Tektonik ist hier erreicht, in der das Natur- 
bild durch den einfachsten und zugleich stärksten malerischen Ausdruck zur 
echten Monumentalität erhoben ist In diesen Bildern drängt eine animalisch- 
vollsaftige Lebersempfindung. Hier haben wir in licht- und lebenstrotz ender 
Fülle die robuste Gesundheit des Rubens, Jordaens, Courbet, Leibi; hier haben 
wir eine deutsche Malerg^^^ejg^yj^nd an der Pforte der Zukunft steht 

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um 


5ftr. 3464. 18. Dtoucmbcr 1909. 


3IIuftrirtc 3 citun 9* 


Das <ßetöfi'$au$ in iBubapcfi. 

CVf lexanber ^ctöfi ift md)t nur ber Didtfer Ungarns, 

44 -fonbem auch einer ber gianjcnbften «JJteteore bcr.Citeratur über* 
haupl. Hut 31. 3uli 1849 fiel er, ber in bewegter 3ett bie Üeiet mit bem 
SdjtttfTt oertauf (f)t batte, in ber (»djtadjt con Gchäfcburg, faum 
licb«nuub)iuanyg 3af)re alt. Unb trog feiner 3ugenb würbe eT 
unfterblicf). Sin Genie ging an jenem läge öahin, bns üielleidjt fähig 
gcuwfeu wäre, nod) Unerreichtes ju oollbringrn. Denn in ber furjen 
3eit fein« SBirfens hat er fo $>e rponragen bes gefefjaffen, bafj fein 
Jfame nicht nur in feinem ®aterlanbe jum populärfien geworben, 
foitbem weit über bie Greben hinaus gebrungen tft 

Die ungarifefje Nation jeiehnct fict) burch ecf)te Danrbarfeit 'jffir 
cilles, was man if)V ®wtf» erwiefen, burd) innige, aufrichtige ©er- 
ebrung ihrer großen 9Hänner aus. Die Stabt Bubapeft hat biefes 
je^t roteber beioiefen. Schon oor einem Sierteljabrhunbert hat fie 
i»em Dichter unb gelben ©etöfi ein Dcnfmal errichtet, unb am 
7. ®ooemb« würbe h»« r ba ® qM5fi*9Jlufeum eröffnet, eine eigen- 
artige Stätte treuer ©ietät, wahrer Siebe unb heilen Dantes. 

Cirt alter ©tan ift baburch omoirflid)t, bie mübeoolle Wrbeit 
«ieler 3atjrc abgefchloffen worben. Der ©ebanfe eines ©ct0fi*$aufrs 
entfprang in ben fiebjiger ^atjreii bes nötigen 3al)rbujibcrts ber 
iingarifchen ^reffe. Cubtnig ©artöt, ber »erftorbene cinftige ©räfibem 
ber ©etöft-(&efellfd)aft griff ben fJlan begeiitert auf. SJlit bem (Eifer 
bes Mpoftels unb mit befonbers glficflicher ftinbcrgabc bereifte bann 
ber Sdjriftfteller Julius Keri), ber unermfiblidje Scfrctär ber Ge- 
fellfd)aft, bas flanb, um ©etöfi-IReliqulett ju f am mein. Sein Bemühen 
mürbe insbefonbere bann erfolgreich, als ber berannte unb allgemein 
beliebte Sdjriftfteller ftrani $>crc jeg als ©räfibent ber ©ctSfn&efell- 
fdjaft unb ihre beiben ©^epräfibenten SUaanber «Enbxßbi unb 3ottün 
i^Ctentaf fleh ber Sache mit ©egeifterung annäbmeti. Da« oollc 




Gefamtanftdjt. 


Unter ben ungarifdjen Ausgaben ftechen befonbers 
bie erften oon Crnid) »erlegtet» beroor, weil es bamafs 
als ein Bcrbrcd)en angefeben würbe, ©etöfisSBetfe Ju 
oerbreiten, unb bann bie neuften Prachtausgaben. 
Sehr ftattlid) Ift bie Beihe ber beutjd)en Über- 
fehungen. Sie beginnt mit bei Übertragung ber 
Gebicbte burch Dmx, bie bereits 184$ erfchien. 
(Eine neue beutfdje t'urusausgabe ber fämtlid)en 
Werre wirb in ben nächften lagen bei Sjalm u. ©olb* 
mann in SBien in fedjs Bänben berausfommen. tts 
ift eine 9tad)bi(f)tung in beutfötr Sprache oon bem 
in SOien lebenben ungattfehen SrfjriftfteUcr 3gnaj 
Sehniger, bem fiibrettiften bes „3igeunerbaron6*'. 
Sdjnitjer bat ben Dichter fo tief erfafjt, bafo einer 
feiner beften Kenner, ber gelehrte Gcfrelär ber un- 
gatifchen Wfabemi», ^rof. Dr. <f>uftao ßeinrid), oon 
biefer 9lad)btchtung fagen tonnte: „So hätte ^etöfi 
gefchrieben — toenn er bcutfd) gefdbrieben 1)0118." 

Die (Eröffnung bes 2Jlu|eunt$ fanb in feier- 
licher, umrbig« Weife ftatt. (Eine erlefenc (Sefelt- 
fchaft, barunter ber Untexrichtsminifter, hatte fid) 
eingefunben. Stanj fsetejeg hielt eine geiftoolle 
Ofeftrebe. 

Begeiftcrt befichtigten bie erften ®äftc bann 
bas €>aus. Sein cEinbntcf entfprad) ben treffenben 
Worten, mit benen jüngft Stephan ©ergelt) bie 
Stätte fo gut djararterifierte: „.ttein Wufeum. fon- 
bem ein ®ctöfi<£>au*, noch richtiger gefegt: ein 
^ctßfrötinu* 


®et3fis ®cbuTt«3imnieT. 


Gelingen ber 3bee aber ift, wie fiwni in feiner ^eftTcbe 

betonte, ben ungarifd)en Damen jn banfen, bie, cm ihrer Gpilje 
bi« Gattin bes gegenwärtigen Unterrichtsminifters, Gräfin Wlbert 
9lppongi, ein überaus rühriges .Komitee bilbeten. 

Balb war ein geeignetes Gcbäube gefunben. Unb man hätte 
feine gltidlichere 9Baht treffen fönnen: beT ocnejianifcf) angehauchte 
®ala3jo in ber Baj^a-utqu, roo ber fölaler Slrpäb ^13113 früher 
gratbeitet unb roo ®lorig jölai lang« 3atjre ge mol) nt hat, birgt 
heute, nad) einer entfprcchenben, gcfdjicfteu Umgeftaltung burd) bie 
'Urchiteften Gebrnbcr ®5go, bie Gchfihf, bie bas^tnbenfen an ben 
grojjjen Porten ftet« toad) erhalten folicti. 

Öier finben wir eine Sülle intereffanter Dinge, bie teils oon 
bem Dichter unb feiner Jamilie felbft ftammen, teils fi<h auf fern 
Sehen unb SBirfen be3fchen. Wir fehen bic 'Preffe, auf ber bei 
f>edenaft u. Sanbercr im WSrj 1848 bas berühmte Sieb „lalpra, 
Wagtjar“ (Qluf, Blabjar) gebrudt würbe, bas Gemeingut ber Station 
toerben füllte; wir betreten eineebenfopoef ieoolle wie wahrheitsgetreue 
Wiebergabebes3immers, in bem biejfrau bes ^leifchhauers Stephan 
Petrooics bem gro&en Dichter in Kie-Körös im ®efter Komitat 
am 9len jahrstage 1823 bas Cebcn gab; wir finben bie Original* 
möbel biefc« 9taumes r jahllofe fonfiige Meliquiert unb eine faft 
oollftänbige Sammlung ber Wanuffriptc unb Silbniffe ®elöfis 
fowic bie gefamte Citeratur über ihn unb feine Werfe. 

Unter ben ©ilbem fällt insbefonbere bas rounberbarc, lebens» 
wolle Porträt auf, bas SDleifter ©enejur auf Gruub einer alten 
Daguerreotppie, nad) STngaben oon 3 c Ugen offen unb batif feinem 
tiefen ®rfaffen bes SBefens unb ber (Eigenart bes Dichters gemalt 
hat. Die ©ibliotbcl bes «Dlufcums ift reich an Bänben aus älterer 
«nb newfter 3eit. Die bes Dichters SBerfe felbft ober bie SBüibigung 
feines Schaffens in ber ganjen Citeratur umfaffen. Die lange JHeihe 
öer uugarifdjen ülusgaben jeigt uns, wie gcfd)5t}t bet Dichter in 
feinem Canbe ift; bie grohe 3ahl ber Überfehungen feiner üBerfe 
bemeift, bah faft alle Äultuinationen ihn (ernten gelernt haben. 



Der vrnuptfaal mit ber greife, auf ber int 3ahre 1H48 bas l»ieb „Huf, ffllabjar" gebrudt würbe. 

3>as pet&fi*£aus in Subapeft. 


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91 t. 3464 . 18 . Wooember 1909 . 


Olluftrirte 3 e ** un 9 - 


6 t. Cconljarb, bem Vietjpatron, gilt bic lange Weihe bim 
gefchmiidtcr 9Bagen, bie, twran bie Cdciftlidjlcit , ben (teilen 
Ataloaricnberg, Der T 0 I 3 frönt, erglimmt, um bort um bot 
tlcine uralte tfcouharbi-ftird>lcin 311 fahren, inbes Darinnen b» T 
fteftgottesbienft ftattfinbet. »Iber bie(e «Jagen, bie bie #e 
luobner ber umliegenbcn Ortfdjaften (teilen unb mit ihn« 
Zimbeln in bet fünften Fracht Des Cberlanbcs beleben (i«h 
nur aum 5Xcil gejdjmüdtc, gebedto «Sagen. $ie werföollrtt 
unb uralten Darunter finb fog. Truhen wagen, tSrbJtüde in 0f , 
wiffen «aucrnfamilien, bie buntbemalt in ftol* gef a bt (inx 
unb teils Den ÜeonharbkSug, teils bardufbejüglidjc SJilber 
in iSanbmalerci tragen. Vicrfpännig geht es mit oftmaIia f T 
«oft Den heilen «erg l)tnan, unb hinter jebem 9Bagen reiten 
Die Quvfdjcn Des Ortes auf ben nnberen ^ferben nach 
Wie biefc fcltfamc religiöfe Syrier ent(tanb, wie fo 6 t! fi ( 0 n. 
Ijarb ium Patron bes Vieths würbe, fpe^icU bes «ferbec. 
bas (eit langer 3 eit im Tdl 3 cr Vejirf in großen «Joffen ae! 
30 g en wirb? 6 t. Üconharb mar eigentlid) am öofe 
^tänrenfönigs l£l)löbn>ig tätig, unube bann, ba er bet einem 
3 agbaus(lug ber Äöniain bei ben plöftlidj eingetretenen ® f . 
burtsnöten beiftanb, Patron ber frnuhtbarfeit. ‘Die fieaen&e 
cqählt weiter non ber Mnfieblung bes «ckfjurs, helfen «Ber 
ebrer fpäter bei streut im 9Binfe[ bie elfte St. . fieonbarhi 
Mirdje (118-*) errichtet haben. 9 

'Klan (inbet an ben ßconharbi-flapellen meift Jiettenumfoan 
mmg, bie fo gebeutet wirb, Dafj 6 t. ikonbarö aud) «atron bei 
©efangenen war. Später mag man mit Vr 3 ug auf bie ftetten 
mit benen man bas Viel) im Stalle bc(e(tigtc, jid) biefen »raud! 
anbers ausgelegt haben. 6 id)er fpielcn aber bei ber Ueonharbi- 
«fahrt. bic in gewiffem Sinne ein Opfern unb SBeihenbe« «iebes 
»1 beDeutcn hot, uralte «olfsgebraud)« Des gennanifeften 9leu' 
jahrs, Das auch in ben Spätl)crb(t fiel, mit. Tort würben mi ( 
cm Muffatt in „Volfsfuuft unb Vollslunbe* belogt, ähnliche iier- 
opfer ber ftruchtbaTfeitsgottljeit bargebra^t. $iefc Vollsbräurtir 
tmb«iet(t 00 m Oafjtt 1*62 ab in . I5U Ju bet je?l bejlc^bn, 
ftcd)ltd)en ,ycier geführt, obwohl fie früher auch auf bcmfelben 
«erge ftattfanben. llnb fo würbe uns butd) lirdjliche Mithilfe 
ein uralter «ollslnraud) erhalten. «ler bem fd)önett, lanim 
3 u fl ber bunten SBagcn nadjficljt. wirb Darauf fo manches 
Wlte, fo manchen fdjönen Schmud erfennen. «u<h*baum unb 


CriteT ?fufftieg bes «allons „fieipjig" bes neugegrünbeten S?eipjtger «crein* für tfuftfdyif fahrt nach feiner Taufe 
auf bem i'eip.ugcr Sportplatz am 7. Wooembcr. 


£eonl)atbi‘(5ral)Tt in IÖI3. 

Oeonl)arbt>Sral)Tt in XÖI 3 ! 3m öintergruub bie oer- 
^✓hämmern De ©ruppe ber grünbewad) jenen SBerge, 
unten ber fröhliche 3farfluft, herum ber fünfte «ladt, 
flccfcu «agents, beffen auffteigenber Swuptolatj non ben 
farbig unb lebenbig bemalten ölten ©icbdbäüfcm um- 
ftellt tft. Die (ich in langer ÜBelleuliuie, gleid) einer weiten 
Treppe, Tad) an Tad» in ewigem 3 id 3 ad reihen! ftügcl, 
«erge, «taffer, ragenbe flird>enfpi^en, unb bas alles be* 
feht oon einer 9Jlengc buntgetlciöeter 'IJlcnfdjen, IBauem 
tn ber grünen Tracfjt 6 er Oberlanblcr, Miauen in bunten 
fficmänDem mit Den golbgefäumten ftiljhütcben. Unb 
wenn bann, wie in Ditfem 3aljre, am 6 . Wooember bas 
JÖerbftfonnenflotb biefe »Buntheit unb «ielfeitigfcit fräftig 
jufammenhält unb, wie jeber gute Äünftler, unter biefen 
einen toeidjen ©olbton ftimmt, bann rann cs nichts 
6 d)öneres geben als fo eine l?eottf)arDi. 3 fahrt 311 m 
Toller ftaloarienbcrg. 

Ta« »tffen bie SRimd)ner unb bie «ewohner ber 
umgebenben reichen Ortfchaftcn, oon Sd)Iierfee, bcU. 
firchen, Tegernfee, oon überall fainmeln fid) Die 3u* 
f (hauet; fünf ®rtrft 3 üge (teilt ollcin bic Stabt »lündien. 
welche Dicht befcht finb mit ftünftleru unb Öaien. bie 
td) alle an btefer «nntheit eines uralten «olfsbraudjes 
fatt fehen, erfreuen unb erbauen wollen. 

^ ror ’ , SciW * un ^ er großer «Tchiteft, bie fWefon- 
ftmftion bes alten unb reichen «abes I0I3 burchgefctot 
hat, feit tebesSaus bort nad) alten planen aus feinem 
techlaie neu als tfunftmerf erftanben ift, mag bie 
9lttraftion Der h«rbftlid)en fieonharbi-fvohrt noch ui» 
gJSE!"2 $ aben - ^enn eines ähnlichen ed>ten unb 
fronen Böhmens fann ftd) fein anberec ©ebirgsort 
ffix feine «olfsbräuche rühmen. 


«an ber Seonfjarbifoihrt ju TöM am 6 . Stoocmber. 


?- r 2 uc 5 aum f l e ( fttt DilDen Den $auptbe[tanbteil bec- 
Schmucfcs Der SBagcn, einige ItcHen auch ©ruppeu 
bar, aber »iid)ts ift überloben, nid)ts untünftlcrifd) 
T icf es fVeft ift ei nOlationalf eiertag für bie(&egen&, 
bte ja bic $Ufe bes Ticrpairons gut brauchen iann. 

weit oor Qldcrbau geht. TerOTt 
ift befetjt oon <>remben unb Ginheimifdjen, überall 
erfltngt HJlufif, am fülarftplah probnaiemt (ich bte 
®urfd)<n im «eitfdjcnfnalkn, bah weithin hallt. 
$a& ift bie 3 : 013 er tkonharbi.Öeier! C.C.S. 

(Sine neue (Epoche ber 9taturfor[d>ung. 

IBötl r»r Sübnlg 6Cabq. 

(JTchon lange ift Der 9öiffenfd)aft beEaimt, bas 
'W’unferc ©rDobCTfläd)e gewaltige «eiönbcnmgcu 
r r Iu ö ' c Qm fiufchneibenbften unb beut- 
luhften funbtun in ber Variabilität ber 21 ertfilunfl 
non JBaffer unb S?anb. Sebeutenbc ^änberftreden 
Jagen m »ergangenen 3 eitepori>en tief im9)keroeT. 
O J lhb l »™flcfehTt erftredten fid) früher weiir 
ianbgcbietc, wo heute bas uncnbliche Weer raufet; 
mir bie Spiöen ber (bebirge ber ehemaligen Üänöet 
tagen heute nod) als grööcre ober Heinere 3 nfeln 
aus bem 030011 . «n öerfteinenmgen, an ©Ictfd)« 
l«)uffen unb atiberen Tatfachen ift genau feftgcftellt 
ISür en V_ 811 »«rfdhie betten Jeiten bie ©rbobfi- 
flfldjc ebenfalls feht »erfdjieben war; wir (preßen 
oaher »on beftimmten, aufeinanberfolgenöen geo> 
logifdien Venoben ber £rbc. «od) heute fonftatimn 
öie ftettfla «eränbenmg Der ©rbober- 
Uad)c, ftänbig wedjfelt fowohl bic Oberfläche 
aJ 3 eane tute aud) gr öfter «innenfeeu; oon ben ge- 
waltigen tocen 9lorbameriFas 3. V, fteigt in 6 eu öft- 
«in t f ,elc 9 encn - öent Ontarior unb bem ©riefee, bas 
f a »» er währenb es in ben roeftlidjen, im 
iftrohf^^ 9011 ' mh 0bcrcn Sff * Mtanbig finb. 


bn Ü «imaud, «.nrn*«, 


■"Holt I« bo IlmAtgntb , on OT.Ind,.,, am 3 . 9loofmb „ 


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1 





DU rtotalUnriffc in einigen leilett bes Ojean« 
iietaen ftetig aus bem SLUafier empor, währenb 
iif um gefrort in anbereu Seilen immer tiefer 
[inten. $>awal erhebt fid) betjpieUweife immer 
höher aus bem £>jean, währmb £clgolanb immer 
liefet in bie See hinabtaud)t. Sille biefe unb 
noch niele anbere merf wiirbigcn Datfachen finb 
lanqft non ber SBij fcr»Td)oft nicht mir feftgelegt, 
joitbern bia aufa einzelne »erfolgt unb beregnet 
worben; aber eine (Ertldrung gab es btafjer für 
Diele 3-üUe ber (Erld)cinungrn nidjt. 

2)as> ijt nun anbers geworben burd) bie Unter- 
JuAungen unb Beregnungen 3wcicr 8or[d)cr, 
bea Snjcnieur» B<»»'l Weibijd) unb bes 3öologen 
® rö f. Dr. ®inuotlj. bie eine geniale Sljeorie über 
bie llrfatf)c her Ber5nberlid)feiten unfeTer (Erh- 
ob er fläch* aufgeftellt haben, eine Dheorie, bie 
|d)on jeßt ganj überrafdxnbe (Srgcbniffe geliefert 
[,at unb in ber Dat berufen erfct)eint, auf biefe 
bisher nod) buntlen ©ebiete ber 91aturforfd)ung 
blenbenbcs Gid)t ju werfen unb uns bisher 
völlig unoerftänbUrt)* Borgänge aufa einfachfte 
311 crflären. Sa biefe Dt)* 0 ***, bie eon 
SorfAern Benbulationslheorie genannt wirb, 
nicht nur für bie 9Biff«nfd)aft, fonbern für jeher- 
mann oon größtem 3ntereffe ifl, weil fie bie 
flcmjc Cntwirflung ber (Erbe, unferer ^flanjen* 
unb lierwelt fowoljl wie ber flultur ber 9J?cn|dp 
heit oon ganj neuen, überraf Amben C&efiAts- 
»irnften beleuchtet unb crflftrt, fo wollen wir 
uns hier etwas Höher bamit befAüftigen. 

ÄJir wiffen, bah bie (Erbe jroei grofje Be- 
wegungen ouaführt, einmal bie Drehung um bie 
uom Borb- flum Gübpol gehabt 9W)fe, wo burd) 
lag unb Wacht entftehen, unb bann bie Be- 
wegung um bic Sonne, bie fid) einmal im 3ahre 
v oll vet? t »Wb ben »JBeAfel ber Dahresjciten heroor- 
ruft. Slbcr au&cr biefen proben Bewegungen 
muffte bie (Erbe noch an bete Gd>tbiflQUnQen au ^' 
iübren, benn fonft liebe« fid) manche untoiberleg« 
liehen Beobachtungen, wie bas allmähliche Bor- -» u 
rüden bc* frrühUngs« unb fierbftanfangcs, nid)t 
crUären. Xod) «s gelang uict)t, bic Ärt unb BScife 
öieiet Bewegung näher 311 präpfieren. 9luf (fintnb 
jorgfältiger unb eingehcnber Berechnungen tarn nun Baul 
‘Meibifd) 31t bem Schluß, bafj bie spole ber (Erbe nid)t feft- 
itehen, fonbern bafj fie Schwingungen ausführen, unb 
luvar ^enbclfd)wiu0ungen ganj regelmäßig« Ärt, ber- 
geftalt, baß ber »Worbpol auf einem beftimmten Gängen« 
grab muh Silben bem Äquator entgegen vorrüdt, um 
imd) einer gewiffen 3eitperiobc auf Öcrfclben Ginie juriid* 
3ugd)cn unb nun noch ber anhern Seite h»« ben fclbcn 
»J3enDelausfd)lag 311 machen. Durch W«fe regelmäßige Ber- 
fd)iel)img ber ßrbochfe. bi« altcrbings fehr langfam oor fid> 
geht — beim nach ben Berechnungen muß man annehmcti, 
Dag eine folcfje tpenbelfAnringung minbeften« jwanjig« bis 
fünf unb* wan3ig tauf enb Sahre bauert — werben natürlich 
auf ber (Erbe gart* gewaltige Beräitbentngen herootge rufen. 
Bewegt fiA ber Borbpol beifpieleweife tiad) (Europa 311, fo 
muh fid) bic (Erbe bei ihrer Drehung ber oeräiibertm 


beti itrobefahrten bes in ^Tanfteid) «bauten ipani(Aou fiwnfballon* „tEfpaüö": Dog l'uftfdjiff na d) feinem burd) Propeller befrft 
ocranlogten nn freiwilligen Bicberganp bei »Tremouoille om 5. Bonembcr. 


fRIAtung ber 3entri?ugalfrafi fügen; [ie muß fid) an ben 
Bolen obfladjcu unb am Bqnaior hodjiuölbcn. Da aber 
ein grofier Dell ber (Erbe aus feften Ganbmaffen befteht, 
bic fid) nur fehr Umgfam unb fehr fcfjwer in biefe Ber- 
änbenmgen fügen formen, fo werben biefe leite im all- 
gemeinen bfeihen, wie fie finb, im ©egenfat} 311 bem leid)t 
bewegliAen SUaffer, bas fofort ber Bewegung bes B olfs 
folgen wirb, alfo in biefem ßralle non bem 9torbpol 311m 
Äquator ftrömt. Die natürliche ftolge wirb fein, baß bie 
nörblict) gelegenen Gänber bei biefer Bolbewegung immer 
höher aus bem BJa[fer emporfteipen, wdhrenb bic bem 
Äquator uödjftlicgenbcn mehr unb mehr in baafelbe hinab« 
I inten werben. Ußeiteuropa würbe alfo in biefem (falle 
größer, Sübafrifa bagegen Heiner werben. ®etuiu bas 
gleiche, nur in cntgcpciigcfeßtcr Biditung, gcfchähe in ben 
Gönbern bes Gubpols. 9B»r leben nun in einer (Epoche, 


in ber ftd) ber ÜloTbpol oon uns entfernt, alfo nod) ber ent« 
pegengef elften iRidjtung fdjwitigt; unfcteüüften unb Unfein 
jiiiteii baher immer tiefer in bie See, wie £»clgolanb, 
Wahren b fid) fjawai, bas ftd) in entgegengefeßter ^3l>afc 
beiinbet, immer höher aus ber See erhebt, aljo größer wirb. 

Bad) ben genauen (Ermittlungen oon Utcibifd) ocrlduft 
bic Benbolfchioingung ber Bole auf bem jehnteu Gängen, 
prab öitlid) oon ©reeuwid). Diefcr geht quer burd) DeutJA* 
lanb, Oberitalien unb Äfrifa, uub man nennt biefen 
©Jenbian baher ben Äulmiuations* ober SAwiagring*' 
freis. ÄIlc Orte, bie nun bireft auf biefem «reife ließen, 
werben am fdjnellfteu ihre Stellung ,uim Bol änbem, ba 
biefer gerabeswegs auf fie jufommt ober fid) oon ihnen 
entfernt. $c weiter aber ein Ort oon biefem Schwingung*, 
grab obliegt, befto geringer wirb feine Beränberung Jcin, 
unb fd)licßlid) werben wir auf jeber Seite bes fflleribtdns 



Ubot. Kflnn u. €ünl), «pln a, 911 ). 

lic 9Jlifit8T«euftfAiffmanäoer in «öln: Ganbunpamanöoet am 6. 9!owmb*T oar ber CuftfAiffhallc. 5m BoTbergrunb ber Blilitärhallon ,>l ll“, barilbcr II", rcAts m V 1“. 


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ju einem ^untt gelangen, auf bcm gor feine ©eränberung 
mehr ftattfinbet, bcr alfo non bem Sd)wingung&ttciß nad) 
beiben ©eiten gleich roeit cntfernl ift» Q 5 te|c fünfte t)«t 
^rof. Simroth bie Schwing pole genannt. Sic liegen im 
Often auf Sumalra unb auf bcr entgegeng<fet|tett Seite 
in Gtuaboc in oübamerifü. 91 Ile nnberen Orte ber (Erbe 
uerflnbem ihre Sage 3 um 
©ol unb juih 9 lguator, biefe 
beiben nicht, jie liegen ewig 
unter biefem, auf fie tmijj 
bie 3 fntrifugalfTaft ftetig am 
ftärtficu wüten, jrotfdjcn 
ihnen mu& alfo bcr gröftte 
ffirbbuTchnicffcr liegen, unb 
biefe* ift, bü ©cnbulations* 
tbeorie beftfltigenb, tatföchlid) 
ber OrflH. üeßtere ertlärl nun 
aud) mit einem 9 Ralc bie nterf* 
mürbige latfache, ber mir in ber 
(Einleitung (Erwähnung getan, 
nfimlid) bets. uecfd)iebcne ©et- 
batten ber Kauabifctjen Seen. 

' 35 « Sd)ö)ingungofrcis gcf)t 
nämlich mitten burd) biefe hin» 
bmd), |o bflfe alfo bieroeftlichcn 
fdjwin ben müjfen, tudhrcnb bie 
öftlitfjcn cDüdjfen. Die ©er« 
änberungen bei nörblidjcn unb 
füblid>en Korallenriffe , bie 
©3affcrftanbfd)iDantuiigcit in 
tfloriba unb in anberen ©egen* 
ben ertlären fiel) auf biefelbe 
©3cifc, wie überhaupt bie uns 
bisher tmerfldrlid)en ©eYänbc« 
nmgen in ber ©erteilung uon 
9Bajjcv unb JJanb auf unferm 


©laue ten fetjt tlar unb beutlid) 
oor 91 u gen liegen. 

So groß biefe geologifdjeti 
9 Birfungcn ber ©enbulation 
aud) fmb, fo reichen fie bod) 
nicht im entfemteften au bie 
©ebeutung ber tlimatifchen ©er* 
änberungen h*ran, bie burd) 
bie Schwingung bes (ßoles 
heroorgerufen werben. Üttit 
Dem ©ol »anbert natürlid) 

auch bas polare Klima, unb Das in ben 9 Inli 
3 ®ar liegt cs tlar auf ber 

$anb, bafe bie Orte, bie auf JJfort 

bem Schwingungsfreie ober 
tn feiner 9 läl)e liegen, ben 

größten Klimaoerönberungen ausgefegt fiub, wdl)rcnb 
biefe ©djroanhmgcn mit auneljnicnber (Entfernung oem 
biefem SReriblan immer fleiiter werben, bis fie an beit 
Schwingpolen Sumatra unb Gfuabor ganj oerfchmitiben, 
b. h- biefe beiben ßdnbcr, bie immer unter bctti Äquator 
liegen, haben für all« 3 citeu basfclbc unü<cdnb«rlid)e 
Klima. üBcnn wir nun in ®etrad)t ßiehen, bafo unfer 


ganzes 93 f langen« unb licrlcben, fa unferc gefamte Kultur* 
cntwicflung in. erfter ßinie abl)flngifl tft ®on bcm Klima, 
bann tonnen mir uns eine ©orftellung uon ben gerabcju 
gewaltigen Umwälju ngen mad)«n, bie burd) bie ^ettbu* 
lation in unferer gefamten organifdjen fieberoelt hcruor» 
gerufen werben. Xurtf) bie langfame ifluberung bes 



Das in ben Einlagen oor bcm tf)offunjtmufeum ttt füJicti am 6. 

0. Sd)tt>in&= Denfmal. ©on Cttmar SdjimForoi^, 


Klimas werben fowohl Vllan 3 cn wie Here im ßaufe 
ber ©«Iterationen gezwungen, entweber fid) biefen ©er* 
änberungen entfprcdKnb umjugeftaltcn ober fid) ben 
©erdn bedingen 311 entziehen ober unterjugehen ; ein 
anbexes gibt es nicht. Die Here, bie, wie bie graften 
Saurier früherer ©rbepothen, fid) ben ©eräuberungen 
be« Klimas nieftt anpajfen fonntcu, oerfchwanben oon 


bcr Gtbe, es blieben bie fflnpaffungsfähigen ttn b bi r . 
jenigcit, bie ben Klimaänberungen «nlflohen, aljo nad 
anberen ©egeu&cn nuferes Planeten auswanberten. 
nun auf bcm Schwingungsfrei* bie Klimadnberung am 
fchncllften oor fid) ging, fo mufjte biefe 9luöwanbcmn fl 
biefcs 3urücfwetd)en entweber nad) Often unb Söefteii 
bes genannten Kreifes ob« 
nod) ben Iropen hin oonftatten 

geh««* ^aburch erttirt fid) bie 

latfadje, baft wir gleidje <X\ tx . 
unb ©flai^enarten in ©ebi?. 
teu haben, bie weit Poneinanbet 
getrennt liegen, unb jtmfAcn 
beneu bie gleichen ßebensfor* 
men nicht «iftieren, un b fer» 
ner, baft in ben Iropen biefelbc 
t^auna unb ftlora auf hoben 
©ebirgen gefunben werben, bie 
in [übleren 3onen in ber ©bem 
heunifd) finb. Xurd) bie d«. 
f chic beiten ^enbulationsepodien 
mit ihren geologifchen unb 
tlimatifdjen CEinflüffen tonnten 
allein bie oielen immer anber* 
geftalteten 'üflanjen. unb 2ier 
arten enlfteljen, bie in benocr* 
fchiebenen geologifdjen ©poden 
imfcre ©cbe beuöUerten. lie 
natürliche Judjlwahl unb bic 
'.’lnpaffuug. Die juerft bergroftc 
Darwin in feiner Seletiions* 
theoTie als bebeutfamen f>attor 
aufftellte, hat hierin Ihren 
tlar unb Deutlich erfeunbaren 
©ninb, unb fie finbet anber 
feits burd) bie ©enbulatiou 
wieber eine gläujenbe ©eftäti- 
gung. ©ad) biefer <S>eftoltung 
bes organifchen fiebens ber ©rbc 
muft alfo nicht nur bie gröftte 
©erfd)iebenl)*it betörten, fom 
bem aud> bte hödjfte ©ntioid 
lung bcrfelbcu in ben ßänbem 
bie in ber ©äl)e bes Schwin- 
gungstreifes liegen, oor fich ge 
gangen fein, unb in ben am 
m 1 . weiteften abliegenben ©ebieten 

Sloucmbcr enthüllte muft umgetehrt bie niebriflite 
, SBien. ©ntwidlungsfiufe henfehen, 

unb wir feften ja in ber lat, 
bofe auf bem auftTalifd)en Hon* 
tinent bie ^fora unb ftauna 
am einer Stufe ftehen, bie atibere Kontinente |d)on 
Dar uuenblid)cn Zeitläuften burd)gemad)t haben, unt 
bie uns 1)™** als feltfame llbcrbleibfcl aus ber lanait 
entfehwunbenen lertiörjeit ber ©rb« entgegentreten. Hie 
©egenben bes jehnten fidngengrobes , etwa ÜBeft* 
europa unb ©orbafrifa, finb bic Schöpfungsjentren ber 
meiften auf unferer fmlbfuget porfommenben lier* unb 


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91 t. 3464 . 18 . 9 loocmI)« 1909 . 


3nuftrirte 3citung. 


10119 


Bflanjcnorten, ^)rof. Simrotl) gibt in feinem SUcrf eine 
geniale Tarftelluug uon bet Ausbreitung bet f Odilen 
unb lebenden frornten Sauno tmb fttora, bic eine 
Sülle non Vicht auf öiefes gewaltige (hebiet u>irft unb 
öl«, Gßrunb aller biefet Umwälzungen an Taufenden »an 
Beifpieleit bie ©enbulatio-n nad) weift. 

TicÖKfeße für bie ©flauzen unb Tierwelt gelten natur* 
pemäß and) für beit 9 Ren|d)en; die ©liege bet ÜNenfchbeit 
haben wir alfo aud) unter bem Schwingungsfrei« ju 
fudjen, unb in ber lat ftammen alle bi&ffer gefundenen 
föffilett ®k*nfd)cn affen ein|cf)licßlicb bes llrmeufdben, des 
llorao prituigvnin«, aus bem ©eanbertal, aus (Sebietcn, 
bie unter ober in ber «Nähe bes ftulminatiotisfreife« 
liegen. Unb wo bie AJiegc ber ©kn|d)l)eit ftanb, ba 
»ft aud) bet Anfang ber Sfultur unb, wie id) gleid) hinzu* 
fügen will, bei ftöbepuntl ber Kultur zufueßen; unb rote 
uür alle $>öhleufunbe, bie uns bie Uranfänge ber ftultur 
offenbaren, tu diefen t&ebtetcn, alfo in (England, ftrant- 
reift), Belgien, T«ut|d)lanb »mb Cfterreich'Ungarn finben, 
fo liegt aud> heute nod) ber Cjöhepiinft ber .Kultur in 
biefen Säubern. äMcßc ©ebeutung bic ©cudulations- 
tijcorie jur tSrforfehung unb (Erflnrung biefer leiber nod) 
jo dunUen ffiebifte in Jufunft t)abcn wirb, ift heute nod) 
nicht abjufeljen ; allem Anjcßcine nad) ift fie aber baju 
berufen, aud) in biefe liefen bas l)clle Vid)t ber ÜBiffen- 
fdjaft JU tragen. 

160113 rätfelhaft uub unerflärlith war bi&l)cr bic llr» 
fache ber oetfd)tcbencn ®pod)tn, bie bie (Erbe im Saufe 
bei- feiten bis 3 U *h Mm 3uftaitfec durchleben muhte. 

l!Bie v lauten bie gcologifd)en 3fttaltcr» wie bie bcfonbns 
eingehend unterfudjteit,, jo inctf würdigen (Eiszeiten ju- 
jtanbe? SBarunt mußten fie cntftchen, weshalb hat bie 
lErbobcrfläche alle biefe ungeheuren ©Janblungen durch* 
madjen muffen 7 Aicmanb wühle es, bis uns je hl öle 
'Bendulationstheorie mit einem Sdjlage zeigt, bog bie 
(Entwicflung ber (Erbe fo uttö gar nid)t anders oor fid) 
gehen mußte. ©tne geologijchc ©etioöc ift bic Tauer 
einer ©eubulationsfd)toarthing; Sand unb Ataffet würben 
loihrenb einer fotd)en 'Jteriodc in ihrer Bertcilimg ge- 
waltigen Änderungen unter wo rfeu, ba® Klima beeinflußte 
bas Tier* unb ©flanjenicbeu, unb wenn nun bie folgenbe 
©enbulationsjchwmtfung an «Stelle ber cor berg eben bcu 
trat, bann blteb bas Bild ber erftem als geologijibe (Erb* 
fd)icf)t zurüd, auf bie fid) bic andere mit iljrcu gänzlich 
oeränberten VebensbebtuguUgeu wieder aufbaute. Unb 
jo folgten mehrere Perioden aufeinanber, in beiten bie 
(Entwicflung ber orgcmifchf” ©Mt immer höher ftieg, unb 
fo werben fid) weitere Borioöcn mit ihren großen Um- 
wälzungen anreihen bis ans Cnbc bei Tinge. 

AJoburd) ift nun, fragen wir uns jjum Sd)luß. biefe 
©enbelbetnegung ber Bolc, bic tatfäcfjlid) ber (Erbe ihren 
(£haratt«r unb ü)r Aws|e£)en ocrleihhbcrporgerufm worben? 
Tas werben wir mit abfoluter Beftimmtheit nie wiffen, 
wenn aud) nod) io r>icl< 6i)pot!)efni über bic SBahrfchein* 
lid)feit ber Urfciche aufgefteilt werben folllen. (Entweder 
hat bic (Erbe in jenen fernen 3 eitcn, in bencit fie noch 
feinen feften Körper bilbele, biefe ‘Bewegung gehabt unb 
fie in cibgcfd)wäd)tem SQiafcc buref) bie 3ahnnillionen bei* 
behalten, ober aber — unb biefe £n)potf)cfe crflärcn bie 


beiben ftorfdjer «is bic toal)r|d)einltd)evc — cs ift in Ur- 
zeiten ent zweiter Aiond, beit bie (Erbe befaß, ober and) 
ein anderer 'Blauet mit ber (Erbe zufanimengeprallt, oicl* 
leidjt bort, wo jetzt Ajrifa liegt, fo bah biefer (Erbteil als 
bie 'JJtaffc bes aufgeprallten .vjimmelslörpers gelten lönnte. 
Ttird) öen gewaltigen Stof) biefer ungeheueren aufprallen* 
beu Staffen würbe ber ganze lErbtorper ins Sthwanren 
gebracht, als beffen 9iad)wirfung wir bie ©enbulatioti an* 
zufehen haben. 'JJlag nun bie Urfad>e ber 'Bcnbclbewegung 
fein, welche fie will, auf jeden JVall tnüjfen wir fosmifdjc 
Borgänge bafür in Änfpnid) nehmen, bie als foltße genau 
uad) zuweifen, ber fDieufdihcit wohl nie gelingen wirb. 
IBirmüffen uns oorldufig daran genügen laffeu, unb wir 
wollen uns freuen, baß bie beiben ftorfd)er fHcibijd) unb 
Simrotl) mit bet lEittbedutig uttb tErflänmg ber qknbu* 
lation eine hdlewd)tenbe ,>adel ber ’SBiffenfthaft aufgeftedt 
haben, bic noch blcubcnbeo Bid)t über weite, alle SJlcnjdjen 
iutercjfierenbe (bebiete berttutroidluttgsnefdiithte unb Äultur 
unfercr (Erbe oerbreiten wirb, unb bic wir bafK r «1$ eine 
Großtat ber SBiflenfihaft anfeljen uub heumn bem muffen. 


Scopettas s Jtad)e. 

(Eilt 9 ieife crlebnis in ben 'Jltaltern oon itorfita. 

9 lii> BCu CEvmttfru n^cn eine« rZrcmSrnfAbters pou X. 3. g-ranjctlq. 

ines Mlorgrns raudjte id) in Äcfelifchaft bes alten 
Socea ßanji, bet gleid) mir einft ein |ehr gefud)ter 
9 icifeführer gecocfen, meine pfeife. 2 Bir erzählten uns 
oon ben großen Abenteuern, bic wir in ben Bergen er* 
lebt hatten. Ta fant ber flcine fiuigi auf einem (Efcl 
a«f uns zugeritten unb teilte mir mit, baß in (Sorfatci 
Zwei (Englänber weilten, bie nad) einem ftiibw unb 
guten Tieren zu einem ftitt nad) lEorte ausfthauten. 

3 d) machte mich balb barauf ftohli<hen $>er3ens auf 
ben 'iheg nad) CEorfacci, nathbem id) i'uigi oorher gebeten 
hatte, mir mit ben bejten Tieren zu folgen. Tort fanb 
id) im ©aftfjof einen (Englänber mit feinet jungen Jrau, 
bie fid) getabe an einem für örtlidjc ©erhSltniffc opulenten 
'JJiahle gütlid) taten. Sie waren junguerheirntet. Tas 
tonnte man aus ben liebcuolten 'Bliden fd)licßcn, bie fie 
einander zuwatfeit, wenn fie fid) unbeobachtet glaubten. 
(Er äußerte bnt 2 Bunfd), oon mir auf bem malcrifchften 
Alegc nad) Corte geführt 311 werben, oorausgefeßt , baß 
bic Tour nidjt mehr als drei Tage in Anfprud) nähme. 

„©cm*, antwortete id). „Unb <oie werben eine ©cflenb 
Zu fehen befommen, wie fie fdjöner nidjt auf ber SRelt 
criftietcn fann." 

„©ut“, antwortete er. „galten Sic fid) in einer h öIb ™ 
Stunde bereit.“ 

Tas ift fp bit Art ber (Engländer: furj, fd)arf unb 
beftimmt. 

(Eine halbe Stunbe! Tie 3 ^t reichte gevab« hin, nad) 
Bocognano turftdjueileit, meiner $rau bas ©lud, bas 
mir wiberfahreu, tu oerrfmben unb ntid) mit allem für 
bie fReife ‘Jtatwenbigen tu oexforgen. 

3 u meiner rtbcxra|rf)urig fab id) bei meiner Anfnnft 
meine ^rau mit einem Oftt^ben zufammenlißen. 


„^ofeph,* 1 fuflie fie 3U mir, „b‘* r ift ein €»err, der 0011 
bit und) Afaccio geführt werben möchte." 

„Unmöglich", gab id) zur Antwort. ,,3d) habe mich eben 
Zwei (Engländern für eine Tour nad) (forte oerpflidjtet." 

„^eiliger Bartolomeo!" rief meine &rau aus, per- 
Ztwifelnb die tTräude ringend. „(Entweder befcherft bu 
uns zu oiei ober zu wenig! Atann wirft btt enblid) ein 
(Einfchen baden. 11 

„‘Bielleidjt faitn ber Jfrerr oier Tage warten?" waif 
ich t" 1 - 

„fBontm oier Tafle?" entgeguete ber ,^rembe. „Ten 
Weg nad) (Sorte unb 3urüd tönnen Sie bod) in 
Tagen auriieflcflen 

„®cwiß", fprad) id), „wenn id) ber bireften Aoute 
folge. 3 d) habe aber bem jungen ©aare nerfprod>eu. 
ihm allen ©lanz ber 'Berge zu zeigen." Unb dann zählte 
ich die 9 iamcn ber Crte auf, die id) a«f meinet dreitägi- 
gen Tour berühren wollte. 

(Er hörte aufmeeffam zu. Tann erhob er fieh plößlid), 
blidte auf feine Uhr unb fagte: 

„ 3 eftt errette ich den jug nad) Ajaccio noch recht- 
zeitig. Tie ftußtour muß id) dann auf ein anderes Blnl 
oerfAieben." 

Und bantit t>cr|d) matib er. 


©egen zehn Uhr machten wir, SScrr unb «Erau Smithfon 
unb ich, »ns- auf beit SBeg. 3 eber fofz auf einem guten 
©ferd. (Ein oiertes trug das ftanbgepad. Tie größeTen 
Stüde h 4tt en fie mit beitt (Eilmagen nach Torte gefanbt. 
Turd) bie grünen Äaftanienwfllber ging es nad) bem 
(Eol bc Siz3aoona hi°a«f- Tann wichen mir Dom ^>aupt* 
weg ab imb nahmen unfern ÜBeg burd) bie Sd)lud)t 
oon (Saracuto. Tie Weifenden, die bie allgemeine «oute 
oerfolgen, fönnen nid)t ahnen, wie oiele lanbfd)aftlid)eit 
fReizc ihnen baburd) oerloren gehen. Ctch freute mich, daß 
mein junges cnglifches B aar * bas bie 3eit bis hier mit 
6d)crzen unb ftofen oerbradjt, nunmehr in Schweigen 
oerfanf. <Es bewies mir, baß die ßiebltdjfeit bet ©egeitb 
bie beiben im Banne f)telt. 

„AJäre es nicht 3«it, etwas zu eften?" fragte jr>err 
Smithfon, nachdem wir nah*3U drei Stunden unter- 
wegs waren. 

„®edulb f mein ^ert“, entgeguete id). „ABtr fommen 
in wenigen 3 Jtinuten zu einer ^üttc, wo wtr 9 Bein er- 
halten fönnen. Unb weiter hinaus, eine fnappe halbe 
Stunde, liegt ber ©laß, wo wir effen fönnen. Tort 
werden Sie nod) lieblichere ©über fehen als bisher." 

«Nachdem wir oon einem alten 9 Beibe in ber ©ütte 
ben 2Bein erftanben hatten, ritten wir weiter. 

„ 9 Beutt wir eine 3 Boch< fpäter gefommen wären," 
erllärte id) öerm Smithfon, „hätten wir uns unfern 
fEBrin felbft mitbringen müffen, weil bann bie Joüttc 
ohne Ctnfaffen gewefeu wäre." 

Unb dann erzählte ich wie bie Rorfen, zu ft ol v 
jum Arbeiten, ihre SBäldcr an bie Italiener oerfauften, 
bie gegen bas (Ende bes Sommers zu Hunderten oon 
ßucca herüberlommen unb, nachbcm fie ben ganzen AHitter 
unb bas Frühjahr bas fällen und Sthnelben ber Bäume 
beforgt haben, in ber erften ©Joche des 3uni nach 0 tollen 



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1010 


3 Iluftrirte 3 c ^ un 9 - 


.3urütftehreu, belabeu mit feem ijolj unfe feem guten fran* 
.jöfifdjeii (Selb, feas fic fchon mä^renb ihrer Aröeilcn ein- 
genommen Ijafeetr 

3etjt gelangten wir an jene Steife, iüo bic wirtlich« 
Sdjlucfjt ihren Anfang nimmt, wo fid) öic groben ffiranit* 
felfen in ihrer gewaltigen (Seftalt in feen Fimmel Ijinetn et- 
heben, too öer ©cbirgabach baljinbrauft unb bas 2öaffcr 
in gewaltigere Sprüngen opn ©Ioi 3« ©lorf eilt, fpriihcnb 
tmb glitjernö, um fid) feier unb feort in meinen Gd)aum 
ju oercoaiibcln. 9tad) aicnigcn SÖlinuten erweitert Jtd) 
feie Schlucht *11 einer Art Amphitheater. §icr freujt eine 
id)malc ©ructe ben ^lug. l Ir fptiin glich würbe auf biefer 
b_a* 9Baffer ju einer ttt ber i)läf)e gelegenen SMüljlc be- 
förbert. fieuto ift bic Sölüljle nur noch eine Stuiuc, unfe 
bie ©rüde felbft hat mit ber 3eit an ©anfällig feit an- 
genommen, fo feafc wir uns h°d> 3U ©ofi nicht hinüber* 
tnagen burften. 9Bir febafften ,?uerft bie ©ferfee hinüber 
unb mären fcbliffelid) frol), felbft mit heiler Sraut feas 
jenfeitige Ufer erreicht 311 h&ben. 

SBährenb mir beim ©fjen fa&en , fab id) im Söalfee 
hinter ber ©tüblcnruine einen (eicfjten ©auch auffteigen. 
3n bemfefben Augenblicf, ba ich feies bemerfte, rief £ctr 
Smithfon mid) beim Ttamen unb wies mit feiner .fjanb 
read; ber ©rüde. 

„©Jas hat bas 3U bebenten?" fragte er. 

Auf ö«r ©rüde ftanb einer feer mächtigen viol3fällcT. 
(Ein breiter $ut befdjnttete fein ©efid)i, ber ©art reichte 
ihm bis 3ur ©ruft hinab, feine ©eine ftedten in alten, 
langen Ceberfcbiiben. (fr lehnte fief) auf eine breite Alt, 
wie fie 311m O-allcrt grober Säume benutzt wirb. 

©Jähxenö ich mir bie malerifcbe (üeftalt, bic ba wie 
3ur ©cnjollltanbigung bes pittoresfen ©ilfecs C)irtneftcllt 
fd)ien, anfal), blidte ber ©tiglärtfeer mit feinem fühlen, 
erwägen ben ©lief 3U mir herüber. 

,,©)as hat bas 3U b«beutcn?" fragte er nochmals. 

„Wichts anfeeres, als fea& biefer .sSöljfällcr, ber rieb 
leicht feit einem halben 3abv feinen anftänbig getleibeten 
enjehett 311 ffiefid)t befommen ha*, aas bem ©talbc 
heruutergetommen ift, um unfer ©cginnen 311 beobachten." 

„So, fo. Dann wollen mit in bie 9Jml)le eintreten. 
3<b m6i)te hi<ht r bafe meine ftrau feie ©eftalt fleht. Sic 
ift obnebies fchon uoll Schrecfen burd) bie Abgelegenheit 
feiefes ^lahes unb burch feie nieten ©rigantcngcfchid)ten l 
feie ihr in Ajacciö 31t Ohren gefommen fitib.“ 

'Ihenige Btinutcn barauf itng mein an bas monotone 
<bcräufd) bes hevabftüt^enben SDaffcrs gewöhntes ©hv einen 
ßaut auf, feer mich mit Gdjreefen erfüllte — ein frf)arfcs 
Älingen, bas erjeugt wirb, wenn ffietall auf Stein fctjlägt. 
3d) war bejorgt um meine ©■ferbe, erhob mid) unb fchritt 
hinaus. Der dann an ber ©rüde fchlug ben Sdjlufeftein ber 
©rüde mit bem Süden feiner Art weg. 3ch badjte an bas 
©nglänberpaar unfe ftür^te mit einem Gd)rct oor, um bem 
tfremfeen (Einhalt 311 gebieten. 3d) glaubte, er hätte 
«inen Sonnenftid) befommen unb wäre fid) feines Duns 
nid)t bewußt, feenn eine fotdje ©osljeit war mit in meinem 
Öeben nod) nicht norgefommen. Diefer Anjicfet würbe id) 
inbes balfe behoben. Od) batte nod) feine iccfjs Schritte 
oorroärts getan, ba erhob fid) aus feem 6id)teu, laugen 
©rafc «ine $anb unb griff nad) meinem ftub, fo feafo id) 


feer ßättge nad) hinftürjte. 3n bem fei ben Augenblid taud)te, 
toie aus bem ©oben g«wad)fcn, eine Schar oon fccf)s öolj- 
fällern auf. dein deffer würbe mir entriffen, ltnb es 
irutr nod) feine dinute oergangeit, ba lag id), an ben £än« 
ben gefeffelt, am ©oben. Als bie ,>jol3fätlec mid) wieber auf* 
richteten, jtür3te feie ©rüde mit brachen 3ufammen. 

Da id) aus einer SBunbe, bic ich an_ ber Stint baoon- 
getragen hatte, blutete, wurfec ich 3 ut 3 UTÖrf 9 < 'f ö E) t ‘ t - 

3 in 3nncrn ftanb feer Snglänber, ben Amt feft um feine 
5Vrau gefdjlungeti. Sie war fdjrccTlid) bleich, aber man 
fatj es ihr an, ba& fic fich anfammenrib, um ii)m ®er- 
traucn unb ffllut einjuflöfeen. ©or ihnen ftattfe ein großer, 
breit fchultriger Italiener. Ilm feinen itopf trug biefer 
ein buntfarbetics Dafd)entud), feine linfe A>anb ruhte auf 
bem (Sri ff feiner ftrt. 

Sic hatten anfeheinenb miteinanber gcfptod)en, waren 
ober 311 feiner ©crfldnbigung gefommen, ba jeber bic 
Sprache bes anbem nidjt oerftanb. Aus biefem ffinmbe 
auch war id) tn feie dühlc 3utücJgeffihrt worben. 

„Sage bem Signore," wenbele fich ber 3taliener an 
mid), „feaB wir arme Jöoltfällcr finfe unb in unfer 2anb 
3utüdgeheu wollen. SBir bitten ihrt, uns oon feinem 
überflüjfigen ©eichtum ein ©cfdjenf 311 machen." 

„üBieuicl will er haben?" fragte bev Chtglänfeer, nad). 
bem id) ihm feiefc ÜBortc überfeht hatte, 

„Sage ihm, bafe wir mit fünfjigtaufcnb »>ranf 311* 
frtefeen finb", entgegnet* mir ber 3talte«cr. 

3<h buchte, ber 9Jfann fpreche im Sdjerj; bod) er blieb 
bei feiner fforberung. Der (frigtänbcr lachte, als id) ihnt 
bic Summe nannte. Dann nahm et feine Uljt, feie Slette 
unb feine ©ingc unb warf alles 3ufammen auf ben 
©oben, um Tun barauf aud) feine ©örfc folgen 311 laffen. 

„Das ift alles, tuas fie oon mir haben fönnen; cs ift 
mein gan3cr ©efih", fagte er ooll ©itterreit. 

„Das ift nid)ts," fprach ber 3taliener, nachbem er ben 
3nba!t feer ©örfe unterfucht hatte. „lErfläre feem Signote, 
bas ©elb, bas er uns anbietet, reicht nicht hin, uns 
pot ber ©erfolguug be« CfjofcRcs 311 |id)fm. ©s wäre 
unfer Untergang, wenn wir cs annehmen würben. Denn 
wir bürften cs nidjt wagen, als ftolgällcr nad) Älorfifa 
3»irucf3u!cl)ren, unb aud) in unferm eignen fianfec wären 
wir nicht fid)cr. ©ine Sache wie biefe fann nicht alle 
läge unternommen werben, unb wir hätten fie auch nic^t 
gewagt, wenn wir nnfcrcs (Erfolges nid)t fidjer gewefen 
wären. 3Uir befiRen genaue 3nforniationcn, bafc ber 
Signore etner ber reidjften ©ngfäuber ift. ©r fann uns 
bie Summe geben, ohne bnfc er ben ©erluft fühlt. 9l3ir 
fiub jelju ©tann: oon fünfjigtaufcnb 3rranf würbe 
jeber fünftaufenb erhalten. Damit fönnen wir nad) 
Amerifa fonnnen unb bort unfer ®lüd madjen. ÜBir 
fönnen feinen Sou Ijcrablaffcn. 2llir erwarten nicht, bafe 
ber Signore bao ©elb bei fid) trägt. Aber wir haben bie 
Abreffe feines ©tubers — hiev ift fie " (Er 30g eine grau- 
leberne ©örfe aus feiner lafchc unb hänbigte mir einen 
Streifen Rapier ein, ben er biefer entnommen hatte. 

„Sage ihm, er fall feinem ©ruber fdjreiben, feafj er 
bas ©elb au fens £)otrl ©ritanntque in Uirorno fenbet. 
'lltenn es eintrifft, wirb ber Signore feine {Freiheit erhalten, 
©is bal)in muft er unfer Cöcfangeiici bleiben." 


9 lr. 3464 . 18 . Dlooember 1909 . ^ 


®lr. Smithfou unfe feine Örau ftannten, aU [U 5»!, 
yüortc aus meinem SUlunbe hörten unb ben ©an,r 
ftreifen fahen. ^ r ‘ 

Darauf fpradjen fie einige ffliinuten miteinanber D ann 
fchrieb er einige 3etfen in fein Aoti^huch, rih bas he! 
treffenbe ©latt aus, reichte cs mir unb jagte: 

„Das tollen fie au meinen ©ruber fenben" 

Der 3taliener nahm es, uerbeugte fid) unb lieft im 
©nglänber burd) mid) in aller SSöflidjteit fagen, fe Q fc „j,. 
glcid) er nod) eine ©?od)c unter ©cwadjmig bleiben müiTf 
alles getan werben würbe, um ihm feie ©efangmfchaft io 
uiel wie möglich 3U erleichtern. Dann nerfd) eoanb b« 
Spredjer; bie 2ltad)en blieben oor ber Dur iurüd. 

3n einer halben Stunbe fehrte ber 3taliener aiifoercai 
inrücf. a 

„Sage bem ©ngläufeer," wenbete er fid) an mid), „baft 
wir nicht fo bumnt finb, roie wir ausfehen. Diefet ©rej 
hier hat für uns reinen ©Jett, ©temi iljm (ein Beben 
lieb ift, bann foll er einen anberu fchreiben.“ 

3d) nahm bas 3urü<fgegebenc©Iatt unb las bie 3®ifdi e „ 
ben feilen eingefügte italicnifdje Uberfchung: „ßiebet 
3acf. 9Bir finb einer italienifchen ©anfeitcuaefclljdjaft in 
bie .s>nnfee gefallen unb werben in ber Schlucht oon 
(Saracuto 3wifd)ere ©ocoguano 11116 (Sorte gefangen qe> 
halten. Depefd)iere au bas Auswärtige Amt unb lag bie 
Sdjurfen ocrfolgen, wenn biv bas ßeben ber armen Atom 
unb beines ©rufeers Oeslet) lieb ift." 

Da& es unter biefen ©aubiten einen geben follte, fect 
bie 3eilen fiberfehen fonnte, erregte jTierrn Smithfons 
©erwuubenmg genau fo wie bie Datfad)e, 6 or bie Schürfen 
fich im ©eftyc ber Abreffe feines ©rubers befanben. 

„©r.tfblcn Gie bcni^ ©anbiten , bafj ich nichts anbei** 
tun fann", bemerfte Gmithfon 311 mir. „Gie Ijaben mir 
ihre Sage CTflärt, je^t will ich ihnen genau fo roahiheits- 
einäß verfimbeu, in welcher Situation id) mich befinbe. 
d) bin ©egieruugsbeamter. ©iein ©infommen belauft 
fid) auf fimftaufenö ^ranl pro 3abr. 2Bir haben uns 
oor ferei ©lonaten oerheiratet unfe beiinfeen uns auf unfern 
$od)3eits reife. Aufcer bem 3nhalt meiner ©örfe, feie idi 
ihnen bereits ausgcltcfert habe, meinen ©epädftüdcn in 
©orte unb jwei ®ctourFattcn nad) V/onbcm befi^en wir 
nichts auf ber 9Belt. M 

3d) überfeRte biefe ©3orte bem 3ta(iencr. Der grinfte 
mid) oeräd)tlid> au. w (Sr fall nur an feinen ©ruber 
fchreiben, wie wir ihm geraten haben. Das fötlb wirb 
fchon tonimen." 

„91cin, feas (Selb wirb nicht Fommeu", »überholte 
Smithfou. „©lein ©ruber hefifet nidjt mehr ©ermögcn 
als id). ©knn id) ihn bitte, mir fiinf3igtaufcnb (franl 
311 fenben, fadjt er mid) aus." 

„AJir haben ©littel in ben ftänbeu, ihm 311 beuoeifen, 
bafj fecv Gignore nidjt fdfjcr 3t."* 

„BBelche?“ 

„'lÖcnn feas ©elfe nidjt lammt, bann werben uiir feie 
^orfeeruug wieb erholen unb als 3*id)««» bafj mir es ernft 
meinen, bes Signore Ohr beifügen." 

Als frrau Gmithfon bi es hörte, tonnte fie einen (hu- 
jefep!N$f<f)tci nicht unterfernden. Unfe ber 3tdliener mad)te ein 
311 ernftes ©>efid)t , als bag er mifjoerftanben werben tonnte. 



S^UA 


das Spiel der 
Gegenwart 


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9fo. 3464. 18. 9bucmber 1909. 


3Du[trirte 3 citlin 9- 


1011 


«Dir. ömitbfon fctjricb ben ©rief, bcu bei Italien« 
orfknfdjte. 3ctj »nertte aber au<> beu ©eg leitu mftänben, 
baf) er eo nur tat, um 3rit 311 gewinnen, uu& baft er 
feinettci Hoffnung hegte, bie Summe je auftreiben 311 
fömien. Öd) nahm au, bah er mir tuirtlid) Die IBahrljrit 
gejagt unb er jowol)l al* aud) (ein ©tuber nid)t reifet 
waren, als er angegeben hatte. 

‘>|l 9 öie Italiener biefeu ©rief in ben vtäuben tjatten, 
bentöfjten |io jid), uns öie Ojpfangenfrfjaft jo angenehm 
uiie möglich 311 madjen. Lebensmittel (tauben uns in 
£>fl|fe »mb ftiille .gir HJcrfögung, ebenjo ticufene Streu, 
auf öie mir uns lagern formten. 3d) will und) inbes auf 
Dicje (Jin3ell)citen uid)t ciitlajjen, and) nidjt auf öie uiclen 
tnaghalfigcu ©erfudje. bic mir *u uujerer Befreiung unter* 
nahmen. Damit fönntc id) ein ganzes ©ud> füllen. 

Jnjtoijdjen mären einige läge r> ergangen, ftincs 
Abcnb», es hcnjdjie Sturm braugen, Ijoltc Pietro ober 
^Jcto, wie er genannt mürbe, anjdjeinenb bas Sjaupt ber 
■»anöe, mid) aus ber OTüble, jeigte mir einen ©nef 
uub jagte: 

„SBir haben bic Antwort 00m ©rubrr bes Signore 
befommen. Sr faßt bie ftorbemug oon ffiujjigtaujrnb 
jtran f als einen Sdjer^ auf. ilein AJuttbcr — joldje 
Sadjen jinb nichts Aütäglidjeo. 9Bir müffen iijin aber 
ocrftänölid) machen, bah es bittere AJabrljeit ijt. Ter 
Signore muh einen neuen ©rief fd) reiben unb barin alles 
ohne Eingabe oon 'Jlamcn unb Orten erfühlen. ©lit biejem 
©rief werben mir bem ©ruber ein Heines ©atet 3ufd)idcn." 

'■Bei bieten 9Bortm griff ber Italiener bebeutungsooli 
nach feinem Ohr. 

„CrjftljU* bas bem Gnglänbcr. AJenn er feinet ftrau 
beit wübltcf ber Operation erfparen will, bann foll er 
unter irgenbeinem ©orwatib 311 uns aus ber ©lül)le 
hcrausf oin men. Öüb »hm bas alles 311 uerftchen.“ 

Tas iwar eine traurige Aufgabe für mid). 3d) hatte 
bas junge SfJaat in beit wenigen Tagen redjt liebgewonnen. 
Aber ich tonnte mid) biefer ©flidjt nid)t entjirljcn. Als 
0tau Smithfon fid) am Abenb fdjlajen gelegt ijatlc unb 
id) mit bem jungen (Englänber uor ber 'JOtütjIe (ah, wo 
wir unfere 3iflQrren raudjtrn — biefe Erholung halten 
uns bic 3talicncr groftmütigertocifr eingeröumt — erzählte 
id) ihm wicöer, was ©cro mir gejagt hatte. 

B <f>ut, bann muh wem C%‘ öaran glauben,'* jagte 
er mit einem Seufzer, „wenn mir baburd) aud) nicht 
einen Schritt oorwäTtsfomiuen. Sbcnfo gut hätten bie 
©anbiten meinen ©ruber um Auslieferung öer Thernfe 
erjuthen. fönnen. Auf jeben frall gewinnen wir wieber 
eine 9Uod)C Jeit, uiellcidit glücft uns öod) noch ein ftlud)t- 
oerfiid). Natürlich barf meine ftrau nichts baoon fehen. 
Arme ©lart)!" 

(fr uerjtummte. Seine 3«0(*rTe fiel *u ©oben, uub ob« 
gleidj ich webet etwas hörte nod) fal), muhte id), bah ihm bie 
Tränen bic ©langen lyeruntcrltefen. 3d) tröjtete ihn, fo« 
weit cs in meinen fträften ftanb, unb oerjichertc ihm, bah 
unjer aller 2 eben auf jeben ftall gefchont bleiben würbe. 
SBenit öie ©aubtlen aud) fonjt 311 ben Dcrwegcnfteri Taten 
bereit wären, oor einem 9)1 otb fd)tecften jie bod) 3’U‘rücf. 

„SBit wollen bas ©efte hoffen", entgegnetc er nur mit 
vmterbtüdter Stimme. „fcntjtellt fürs gan3e Leben! — 


011 bem ©cwujgfciu, unfdndbig vu leiben . . . Sine 
joldj teuflijche 9tod)« mag mau jelbft feinem ärglten 
ftrinbe nidjt Zutrauen. 3a, wenn ein JVcirtb biefeu vlon 
ausgefonnen“ . . . 

„Alönnte bas nicht 3Utreffeii?" fiel id) ihm ln bie Acbc. 
„$>abeu Sie nidjt einen fteinb, ber biefe Tat angeftijtct 
haben tonnte — ber bie flJlflr non 3hrem unb Ohres 
©rubers Reichtum ausgebreitet unb bie Olalicner an* 
gcftijtet haben tonnte“ . . . 

„Um ftottes willen! Taran habe ich ni* gebadit!“ 
fprach er, mid> unterbrechend. „Sollte es Seopetta ge- 
rne jen fein?“ 

„Scopetia! Ter Warne Hingt italicnifd). GTjäl)* frt 
Sie mir alles ohne Wödljalt.* 

„(fr ijt ein reidjer italienijdjer ©örfenmann, ber feinen 
SOohujitj nad) (Jnglanb rerlegt hat. dr hatte ein Auge 
auf meine $rau geworfen. Sie mochte ihn inbes nidjt 
leiben. Unb als fie meine »JUerbimfl annahm, fd)uiur er 
ihr, bafj fie ihre '«füahl balb bereuen würbe." 

„9Bö haben Sie »hu bas lehtemal gefehen?“ 

„3n Ajaccio, uor ungefähr einer Süochr. Cr folgte 
uns überall nad) wie ein Gdjatten.“ 

„fEBarten Sie einen Afomeut", rief id) aus, gan ,3 erregt 
oon ben C&ebanfeit, bie in biejem Augenblid meinen fdopf 
burdjlreujten. „3jt btefer Seopetta eine untcrjetjte, breit* 
fchultrigc föcftalt mit einer gebogenen fttafc, hartem 
Sdjnurrbart unb einem nad) »parifer Art jugejpitjten 
üadenbart?" 

„3a, bao ijt er", antwortete Smiihfoit unb führte 
bann noch weitere Tetails an. 

„Tann habe id) Seopetta an jenem SRorgcu, als wir 
©ocognano oerliehen, gefehen. 5r hat oon mir öie ©oute, 
weldje wir cingtfchlagcii beabjtdjtigten, erfahren. 3d) 
lege meine L> a »b bafür ins 3 *uct, öaj) ee ber Anftifter 
ber Tat ift." 

„Tas würbe ihm nljnlid) fehen. Ta er felbft ans 
^Jifa jtammt, muh er biefe Leute unb ihre (üemoljnheiten 
genau tennen. Tas ättbert aber feineswegs bie Sadje 
31 t unferen ffiunften”, fehle er hoffnungslos l)inju. 

„Tas will id) burdjaus nidjt bejiütigen", entgegnetc ich 
ihm. „Sie jagen, er ift reid>.“ 

„ffincr ber reidjjten ffrentben in Lonbon." 

ÜBir weilten nod) längere 3 c *t beijammen, bis mir 
fjerr Smithjou alles ^lähere iiber feinen radjjüchtigfn 
5 ?einb mitgeteift hatte. 'Jladjhcr fdjrilt id) brauBen, bis 
31 ml oölligen (Sinfeheu ber Tuufclbeit umher unb grübelte 
öarüher nad), wie ich hm 'Jiad)cplan öcs anbern »er« 
elteln fonute. 

Jiur 3 uor fieben Uhr am nädjften MJiorgen toedte ©ero 
mid) burd) ®enil)rung an ber Sdjulter auf. 

„Aereite ben Signore uor", fagte er. 

3d) tlopftc qii bie ©retterwanb , bie jenen Teil ber 
SOlühie abfctjioh, in welcher Smithfon mit feiner ^rau ge« 
fangen gehalten würbe. 

„Tic 3 c *t ift gefommen“, f lüftorte id) ihm leifc ju, 
als er erfchten. 

Tann jehritten wir hinaus. Tie 3taliener ftanben, 
Aero an ber Spi^e, uerfammelt. Smilhfon fah blcid) 
aus, aber er war gcra&t. 3n feiner $anb trug er ben 


©rief, brr feinem ©ruber mit bem ©cftätigung%3cid)fn 
für bie Wahrheit bes Inhalts jugefoubt werben follte. 
Als id) meinen ©lid über bie türuppe ber 3talicncr 
fd)u>eifen lief), bmirrtte id) , baf) fid) ihre 3<*i)l um einen 
oermehrt hotte. Unb biejer eine war bet ©tonn, ben id) 
in ©ocognano getroffen lj Q Ue. (T* war Seopetta, ber 
fid) cinacfuu Den hatte, um bie CEntftellung feines iVinbe» 
unb brffen Wuin mit aniufehen. 

„3ft ber Signore bereit?" fragte ©ero. 

Smithfon übergab ihm ben ©rief unb nidtc. Tann 
trat ein zweiter Italiener oor. 3d) bemertt«, wie |id) 
ein biabolifd)cr Auobnirf ber Jrcubc über Scopcttas 
Alltlit), ber ftd) in ben fnntcrgrunb ruriidgejogett hätte, 
breitete. Ta Tonnte id) mid) nidjt länger behmfehen. 

„©cro!“ Tief id) laut aus. „Senbe einen 9Bädjter an 
bie ©rüde. 3n eurer Aiitte weilt ein ©enrätcr." 

©ero fprad) mit erregten ©liefen auf ben neben ihm 
ftehenbrn 3talieucr ein. itun bacauf eilte ber festere 
an bic ©(ante, bie jci)t bie jerf törte ©rüde CTfetite, unb 
ftellte jid) bart, bie Art 311m Schlage bereit, auf. 

„Sprechen Sie", mcnbetc ich wid) bann an 9Rr. 
Smilhfon- „AJcr ift biefer 9J3antt?“ 3dj wies mit ber 
fjaub auf Seopetta. 

„iRiacomo Seopetta", antwortete brr Tnglänbrr. 

Unb bann eriäljlte id) ben aufmerffam juhörenben 
3talicnern mit aller ©eweglichteit meines Temperaments 
bie gemje cüefdjidjte. 9Bi« fie oon Seopetta itt b*3ug auf 
ben 9?etd)tuin bes tfnglänöers gctdnfdjt worben wären 
unb biefer nur bie Abfidjt gehabt hätte, fie 311 SBer^cugen 
feiner Aadje 311 benutjen. „SBenit er cud) für feinen 
3wei ausgebeutet hat,“ fprad) id) weiter, „bann wirb et 
eud) rüdfiChtslos in ber Airmine fitjen lajfen, in Öie hinein* 
weiten ihr auf bem allerbcftcu ^Bcgc feib. 3l)t hobt 
ür biefe» ©erbrechen bie Verantwortung 311 übernehmen. 
3hr feib ruiniert, als ein)iget Ausweg bleibt euch bie 
,^lud)t nad) Amerifa, unb bn,)u btäud)t ihr oor allen 
Dingen (Selb. Tas fönnt ihr oon Seopetta in £)üUf 
unb oerlangm, wenn ihr bie Volle ucrtaujd)t unb 

Seopetta au bic Stelle biefes unglüdlidjen ©ir. Smithfon 
feht. SQladjt eine ©robe aufs (dxcmpel. ©ci ber Sache 
ocrlicrt ihr nun nochmals eine 9üod)e 3««t ; als ®nt» 
fd)äbtgung bafür, glaube id), ift es nidjt 311 oiel, wenn ihr 
Seopetta» Vöfcgelb oerboppdt unb hunberttaufenb ^^äuf 
oon ihm perlangt." 

3d) will mein flarn nidjt weiterfpinnen. Als Vejultat 
einer Unterrebung, bie bie Otaliener fofort uomahmen, 
würbe mein dtatfchlag angenommen. Smithfon wuMe 
bic Abreffe oon Seopettas ©anfier, unb nad) einer SBodj« 
war bas (Selb 3ur Stelle. 

„Sage bem (Suglnnbcr, ba^ er frei ift“, roenbete ©ero 
fid) am Sdjlufe 3U mir. 

«Cfä» »mb weldje tfntfdjäbigung wollt ihr bem jungen 
ffinglänberpaar für bic Qualen bieten, bie cs in biejen 
Tagen ausgeftanben h«t? - fragte id) ihn. 

©cro bad>tc einen Augenblid nadj. Tann warf er 
einen bc3cidjnenben ©lief auf ben in bciJJlähe ftehenben 
Seopetta unb fprad): „Sage »hm, baf) tecopetta fid) nie 
wieber in öer Stabt fetjen lajfen wirb, bie es fid) 3um 
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11 


Aus Jndustrie und Technik. 




1. Da» unbemannte. mit der Antenne fiir die Telef unken-Emp fanget ation und dem 
elektrischen Wellen fer nach alter versehene Boot. 


Da.s Motorboot mit «lern elektrischen Wellen fern Schalter und dem elektrische« 
Slcucrappnrnt bei den Probefahrten auf dem Dutzondteiche bei Nürnberg. 


Ein elektrischer Wcllenfmisclialtcr. 

Au Bemühungen, die mit der fabelhaften Licht- 
geschwindigkeit dahincilcnden elcktnarhrn Wellen dazu zu 
benutzen, unbemannte Motorboote, Torpedo«, bzw. torpeda- 
ähnliche Fahrzeuge, Motorballons, S|MTrbrcchcr, Brander 
usw. drahtlos zu steuern, hat ca nicht gefehlt. Kürzlich 
berichteten französische Fachzeitungen von diesbezüglichen 
Erfolgen de» Franzosen < »abet. Neuerdings «cheincn auch 
nach den mir vorliegenden Berichten recht befriedigende 
Resultate von einer deutschen Firma. Wirth, Beck u. Knausa, 
Physikalische* Laboratorium in Nürnberg, mit solchen Ver- 
suchen erzielt worden zu sein. Das Wirkungsprinzip des 
elektrischen Weüenfernachalters wird wie folgt angegeben. 
In dem Apparat, der durch die Abbildungen 4 und f> in der 


{Rektoren)- tlelangt der Kontnlctfliigel für einige Zeit auf 
die Metall Feld er l, :i, :>, 7, ft, 11, so wird der Motor lila 
in Bewegung gesetzt, der ein Fedenverk IV« aufzieht, 
dadurch eine Signal Vorrichtung auslöst und nach zwei 
Sekunden einen Kontakt schließt, der das elektrisch be- 
wegte Steuer nach link» dreht. 0 elangt der Kontaktflügel 
auf die .Mctallfeldcr 2, 1, U. H, 10, 12, so treten der Motor 
Illb und das Fedenrerk IVb in Aktion, und da« Steuer 
wird schließlich. nachdem vorher eine andere Signal- 
vorrichtung ausgelöst wurde, nach rechts gedreht. Ein 
nur ganz kurze Zeit dauernder Kontakt, also ein vorüber- 
gehendes Passieren dt» Kontaklflügels über die Mctallfeldcr, 
löst keine Steucrbc-wegung aus. Kolwld anderseits der 
Kontakt fliigel auf ein isoliertes (dunklis) Zwischenfeld 
gestellt wird, bewegt sieh das Federwerk IVa oder IVb, 


da der Motor stromlos ist, in seine Anfang-stellung zuruck, 
und das Steuer stellt sieh gerade. Da die erwähnten 
^ignaWorrichtungen sich zwei Sekunden vor der Steuer- 
wirknng cinstcllcn und von der Sendestation sichtbar »ind, 
so können die Funktionen kontrolliert und eventuell bei 
verkommenden Störungen an richtige Wirkungen auf du 
Steuer korrigiert werden. Die durch die elektrische» 
Wollen niitlotfbarrn Funktionen bestehen außer dem Rechte- 
und Linkssteuern noch im Vorwärts- und Rückwärtsfahren. 
Abfcucrn von Kanonen tisw. 

Durch die in dem Wirth-Beckschen System auf reia 
elektromechanischem Wege hergestellte eben erwähnte Kon- 
takt Verzögerung scheint ein zuverlässiges Funktionierender 
Apparatur erzielt worden zu »ein. Bei (iahet wird die 
Kontakt Verzögerung erreicht durch Verwendung eines 



f). Die Antenne für die Clcberstation des Tclefunkenappftratca, 
angebracht am Ijeuehtturmc des Dutzendteiches beiNiirnl»erg. 


Aufsicht und .Seitenansicht veranschaulicht 1 wird.^iät T ein 
Re lais , II ein Strom Verteiler, lila und 1 II b sind Elektromotoren, 
IV a und IVb Federwerke mit Kontaktvorrichtungen. E* 
wirken die in der üblichen Weise wie bei der drahtlosen Tele- 
graphie aufgeno nirnenen elektrischen Impulse auf das Relais, 
diese« auf den Strom Verteiler, dessen Kontaktfliigel sich um 1, 
2, :i oder mehr Teilstrecken je nach den Strom im pulsen de» 
Relais, die wieder der Aufeinanderfolge von Wellenzügcn cin.cs 
Senders entsprechen, bewegt. Dadurch gelangt der Kontakt- 
flügel auf einen McUlltcü (die weißen Sektoren in II der Ab- 
bildung 5) oder auf ein isoliertes Zwischen feld (die dunklen 



5. Wdlenfcrnachaltor. 


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ln der Eisengießerei. Oiigiujlzcichuimg von J. Mutama. 



sssrt* iu - ,tiwren «'“• 

eln ™ Tropfen 

W'h^ *“ P *n 

'» geei(?neten M„- 
rn^nt den elektrischen Kontakt 
nerzua tollen oder aufathtb« 
eine hei einem schwankenden 
tahrmipra offenbar nicht 
immer zuverlässige Vorrich- 
tnng. 

Die interessanten Versuche 
fanden auf dem Dutzendteiche 
bei Nürnberg statt. Die draht- 
lose Befehle wurden mittels 
ein« Senders, der sich auf der 
Brücke des mit einer Antonne 
versehenen Leuchtturmes (Ab- 
bild. 3) befand, an ein elek- 
trisches Motorboot abgegeben. 
Die 1 m lange Empf&ngs- 
antenne war zwischen zwei 
Masten aungespannt ( Abbild. 4). 
und als Wellendctcktor wurde 
der in der drahtlosen Tele- 
graphie gebräuchliche Kohärer 
im KelntokTe'ts benutzt. Der 
durch die elektrischen Wellen 
in angegebener Weise betätigte) 
Wellen femwhalter, der auf die 
elektrische Steuervorrichtung 
wirkt, befindet sich, wie es 
noch besser Abbildung f» zeigt, 
am Heek des Bootes. Es wur- 
den verschiedene Kreisbogen 
nach rechts und link» sowie 
Wendungen und Kurven ge- 
fahren. Es liegt auf der Hand, 
daß cs» mit einer solchen Vor- 
richtung ebensogut möglich 
sein jmiß, Torpedos auf Sicht- 
weite (etwa !» km) an feind- 
liche Schiffe zu dirigieren und 
zur Explosion zu bringen oder 
mit unbemannten Brandern 


Minensperren 

und ähnliche» 

bare, unbemannte Luftschiffe 
könnten in dieser Weise von 
einem Tunkte aus drahtlos 

gesteuert werden und so zu 


ii durchbrechen 



rfftatttontnen Seil« 


den jetzt Weit* ü 
werten Artfll.»: “«cbm*. 

Marmebehördedi^m tÄ 

Jeniik-h alter bereit* 

Inte renne entgegen. Dr. k 

Teciiulsclic Literatur. 

, Tho to - ta ki 

der Technik. Ein Leitfade! 
zur praktischen Anwendung ( j, r 
Photog rapbie f ür techn bchaU*. 
rufaknriae. Von Han*s P 5r| 
Mit 4h Abbildungen. ( |tj! 
bliothek der gesamten Terh- 
nilc“, U6. Band). Hannover 
Dr. Max Jinocke; karl.3 Sil 
— Bei der ausgedehnten Ver 
Wendung, die die Photograph* 
gerade in der Technik 'findet 
wird dieses aus der Feiler 
de» bekannten Herausgebm 
der Monatsschrift „Photo- 
graphische Welt“ «tammeihfr 
Bändchen der ..Bibliothek der 
gesamten Technik“ von allen 
Architekten, Ingenieuren, Bild- 
hauern. Kunstgewerblern usvr. 
willkommen geheißen Werden. 
Bei dem Umfang des Stoff- 
konnte die ganze Materie &ell*t- 
verständlich nur in großen 
JCügcn behandelt werden, doch 
fehlen auch detaillierte An- 
gaben und Erläuterungen nicht. 
bö daß sich daa kleine Werk 

nls praktische» I^hrbuch in 
den in Betracht kommenden 
Kreisen bald cinbürgern 
dürfte. Die praktischen Er 
fnhrungen, die der \ erfasacr 
durch »eine Lehrtätigkeit m 
der Münchner I-ehr- und '«■- 
»uchaanstidt für Photographit 
gewonnen hat, haben überall 

Berücksichtigung gefuntlen. 





gtr. 3464. 18. SRoüem&ct 1909. 


Dlluftrirte 3<?itung. 



Preusse&DLeipzig 


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Herrn Bruno Schdlenbcrger, 
Chemnitz, Küniiptrassc. 

Herrn Hern« Mühlberg, Hoflieferant, 
Dresden. \SVhergasie. 

Herren JAgcr » Mlrow. 

Hamburg. Alterwall 8. 

Herrn Werner Blu&t, 

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Herrn Leopold KAUch. 

Karlsruhe, KaiscrstrAM* 21t 
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Blankt nt urk;-Hart, Lanifotra»e. 
Herrn Peter Nlwen, 

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Der Erfolg des «Vianola 


ift nicht einem Zufall zu verdanken, fondem auf der vorzüg- 
lichen Konftruktion des «PIANOLA» bafiert . Die mit dem In- 
ftrument erzielten künftlerifchen Vortrüge find eine ftete Freude 
für den Spieler. „Der Eindruck, den ich von dem Pianola hatte, 
als ich es bei einem Freunde hörte, läßt fidt kaum befdhreiben; 
wie Sie fehen, gilt mein erfter Vfeg in der Stadt Ihnen, um die 
Lieferung eines Pianolas für mich felbfl zu befprechen" .... — 
fo äußerte fidh neulich ein Kunde. 

Man verlange , Preis Mark 

Profpeht 0. 1 : jjjj j 1250.~ 


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BhlfiSlf, . « " a »nS aft,n ® n * icni, « M » Tiefen au^mitm. 
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imb XtufttcrtmteiifQ^ für Amber 4.50 OTt. Golibe in ßola 
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11.26 3 m. ftaitonoerpacfung f» 0 A ©ertDenbuug berllnioerfal. 
Gdjretb platte als ill'aiibelf<t)rcibtifct) ober ©tdjpnlt lehrt ©rc>’ 
Tpolt ber a;-> ol 3 *v» OTen fabt if Slug, freite, $ilbf»lyetm 91 . 

t>as 400 l)fte $armoniun% tcmtite foeben bie belannte 
$>arnioulum.ftitma Wops OTaier, JtÖtugl. fcofltcffrant in 
«fulba, bie bcrcita feit ao 3 ab«n ber Einführung bcs fö 
lange uerfamiten ftarmonnims , als bcs federn unb gemüt* 
üollften aller ftausinftrumen tc, ©aljn brtdjt, jjur ©erfenbung 
bringen. (Es naljnt feinen UOeg auf ben ©erg labor bet 
ttajarett). Tas 3000 fte ging nach &ai * ©hong * $)nn * 9 hm 
in Tibet, beut erft burch (Epen JTvbm für (Europa er* 
fdjlofferten. ©ebict. Tie neue Cfrftnbung eines billigen, 
genial lonftruicrten Gpiel- 9 Ippnrcite& (©reis nur 30 Dlarl), 
mit bem jebermann ohne imifilalifdhe ©or* unb fRoten« 
Irnntniffe fofort inerftwumifl fpiclcit fann, ermöglicht nun 
alten 33 h>|ifftcunbcu bie «nfdjaffung ein« ftarmoniumo jur 
©liege ebler, guter fcausmufit. Dlluftrierte ©rocht «ata löge 
oerfenbet bie ( 5 -irma gratis. 

©raftifefaf Unb 3 met i^ax allgemein 

befanntr. nitfit« beftcunemger aber feber^eit gern gdeticne 


©egenftfinbe: 3013119. „ 

.. 3*lög " '©nbetponnc. VUI1 ur 
oon cltua (leben 3nbren igööOq 
tft ber befte ©m>ci, für bie oc“ 
3 Bafrt)tnafd)inc. e* gibt con 
ffirSfecn,. ojjn benen bie rieinern 
Äücf)enl)erOc 


"'•ÄS"*.-;.. 

- berfelben f.SJ o.SL£t 

atirf) ot, nc Cf . M Ber " 9 Kifri 

nennen bet iD^ben fSmun f 
octetmgt aüufd). unb ©ettfebernreiniauuas Tom*- ® 9,dl " 

tni 8 , stod). unb 'IUättofe,i in ri* 3 . Ä tata,r ' 
2 lieibna<t>t«prefpcft gelangt eine Heine «lu»tDat,n>aLT^ 
Wbbrud. Tic .. 3 a|ag‘‘.©a bemanne .**„*££ vox „ '* T 
Öabrtfaien bnrdj il>re befonPcre ftorm am %u «ff? 
SBannc ift nach bem flopfteil 3 u am ttefftm aebair ^ 
menfdilidjeu flSrperform entfprcdjenb. Gir braucht nur 
’iUaffer, fobafj ber Mn f tu an b an Oeismaterial ar!\na ift 
©pejlalitat fertigt bie Qrirma 3 ol)n „ 3 aia 0 “: gitannm 
etfigem Äopfteil, bie bort, um bas «nbrinnen rinn mtouf« 
füT bas ©abewaffer nid)t möglich if», ein bequemem «n» 


acigen biefe 
fl. entftönben 
ÄurÄft*iiqreit 


«m liftf)! «ö uli 1 

©erbauungsftöntngcn, Med)ts bagegen, gut« fiörperljat* 
tung, erhielt butd) bie Utiioerfal*Sd)retbpIatic, bie ben eilen- 
bagm feitlidjc ©tü^en unb bem ^veft bie ridjtiQe Sdirfiglage 
gibt. 3oIgc? ©cr^ütung best». £)cilnrig oben genannter ifxant* 
fetten, ^arumfdjeue niemand bie einmalige Heine fMusgabe für 
öiefes praftif^c ©erät, «selbes basGdprciben fo fc^r erlcidjtert. 

Tie Umüerfal»Sd)rdbpfatte wirb einfach auf jrbeu 
liebigrn Tifc^ gelegt. Hegt bur^ ein ©irffcrungsgemicfit 


Gegen Gicht. Rheamafemtis, Blasen-, Kieren- n Callenleiden! 


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„•ndiinu' f ' Dr E ' 

b.-5 BluUfWUl 





ütt. 34ö4. l». ycooetmwt 1909. 


3IIuftrirte 3ethmg. 


1017 


rammfleibttnfl. TOcnti mim auf ber BTomcnab« unb 
bei g<i<lligett 3 u i ornmfn ^ n f* <rt *nit frltifdirn klugen bte 
itleibuug imiltcrt, fällt rs auf, baß fooielr JtlfiboT, blc in 
firflTboijufammtnfteirung unb Sd)nitt rounbcrbcir, tro^bem 
b*n G<fjänl)fit«.finTi baburd) o«lct3en, baß ber ®orfd)lufj ber- 
fclbftt unb br» Tailtenbcfafc«, früh« $aftn unb Cfen, 
jrtjt ab« itt 6*r ftauptfadjf Trufffnöpft, fetyr mangelhaft 
[inb. Tie Tarnen follten bah« triefen» Meinem 3ubd)ör. 
toa» fo außerorbtntlid) widjtig für bi* Sd)ötth* 44 2öi- 
lette ift, mehr Hlufmertfamrdt fd)cnfen unb barauf bringen, 
baß an l^ren Jtlfib«™ nur ber weltberühmte ^trqm'* 3u* 
funft-Tnuffnopf. nur ed)t, u>enn jeber flnopf bie ttin- 
PTägung PRVM bat, perwanbt wirb. ff» ift bao b« «inglfle 
Brönjebrafjtfeber-Xnrucffnoijf ber 3Belt, beffen 4>erftellung 
öuTrt) eine einjige patentierte SDiafcßine, ahne lebe Beitjilic 
oon ®lcnf<J)ettbaitb erfolgt. Riemmen be« Berfdjluffe«, in- 
folgebeffcn Ifooreißen. fidi oon felbft öffnen, wie bas bei 
allen anbern itnöpfen, bie burd) ^anbärbeii ober gar §aus- 
inbuftrie bergeftellt toerben, ftets ber Orall ift, ift babei nu*« 
gefdjloffen. Tet befte Beweis für bie unbebingte 3Hver- 
Ififfiflfett unb Beliebtheit BnjmTcb« Trucftnöpfe ift ber, baß 
bereits heute täglid) 25 000 bis 30000 (Bros bergcftellt toerben. 

(ffegnnte Fingernägel erhält man burd) Wlbert «Hofen- 
hain’» „9IutthaJJQnifuce M . Ter fletne Hlpparat, ber, nn ben 
Xo il-et len ti fd) angefd)*aubt, eitt 3**^0^ i<&e* Toiletten. 
3im iners bilbet, reinigt unb poliert bie Wägel beiher £>änbc 
tn wenigen {BHnutm; feine §onbt)abunfl ift nod) ber febem 


Hipparat beigegebenen (Bebraudjaonioeifunfl eine fef)r einfache, 
oon jebennann leicht ju lexnenbe unb ausjufüßrenbe. Tie 
„’Hluto.'JJtanicure" feilt mit einem hoppelten rctileifltein bte 
Wäget, reinigt fie mit einem fcürftthcu, fd)iet>t bie Wagelhaut 
jurücf unb glättet fie, gibt bann mit einem norjilglitf) auv 
geführten Polierer ben Nägeln ftbönften ®[ana. Tie Bear- 
beitung ift gleich beguem für bie rechte, wie für bie linfe 
f>anb. HKcr auf ritt gutes Hfusfeheu feiner Nägel etwa*, 
hüll, bet ißrer 'Pflege aber unabhängig oon einer anbrren 
®eTfon bleiben toill, ben toirb ftofenhatn’» „HIuto-HJlanicure“ 
mit ihren (fTgäugung^teilen balb ein unentbehrliches Hilfs- 
mittel fein. T« billige Hftei* oon 'JUR 16.— für ben 
Hipparat mit fünf Seilen, »IC. 20.— mit neun Seilen, ba- 
runter ffingerfoTmem. macht folgen ganj befonbers geeignet 
für ben ©ebraud). Tie „HlutciSBlamcure“ ift Durch latente 
gefd)üt)t unb nur allein erhältlich bei Hilbert Bofcnhnin. 
Berlin SW., Scipjtgerrtraße 7*2/74 . 

CHn* «Dtiiliarbe SWarf hat «n biefett lagen bie Gothaer 
aebcnaoctficherungsbantfouf ifiegenfeittglelt) an Werfuborunfl*- 
beftanb erreicht, (fr betrug 250 «UUHionen tm 3flf)re 1873. 
500 ffllillionen im 3at)re 18H8, 7B0 ülilliotten im 3ahT« 
1898. Hlb ältefte beutfdje tiebensocrfiiherungsonftalt hat 
bie im 3<thre 1827 begrünbete unb am 1. 3anuar 1829 
«öffnete ffiothaer Bant Pionierarbeit auf Weulanb geleifiet, 
fobnß eine Biertefmilliarbe erft nach *1 3°*)”" ***’ 

fd)äft9betriebes 31t oerjeichnen mar. Tagegen mürbe eine 
roeitcre Hliertelmilliarbe nad) u)eit«en |J bie 


britte Bi«telmilliarbc nad) 12 3<*bren unb nun bie wolle 
3J)illiarbe nad) |t Jah™ erreicht. $a brr <Botl)aer Zu- 
gang an neuen Hterfi(t)«iingsfummm oon lehrt D«l)ältnis* 
mäßig groß war, lo «geben fi«h f«hr etheblidje «ns- 
jablungen burd) tiälligroerben b« Äapltal», bie naturgemäß 
ben tRein utmadis beeinflulfen. Bon inagefamt o«fid)erten 
1810 aJlillianen ffllar! finb bta |e®t reid)lid) ßr.O SJlillionen 
S«fi<herungsfumme burd) Tob ober bei Ü ebj.fi ten b« Ber- 
fieberten fällig geroorben. Wl|ährlid) ohne Hlusnahme tourben 
jufolgc forgfältiger unb Tparfamer Brrroaltung beträd)Hid)< 
tlbrTfd)üffe erhielt, bie ben B«fichening«nel)tnern unoeTfürjt 
jugute tommen. Tie bisherige Uberfchußoerteilung beziffert 
fid) auf mehr als 260 SÜlilliouen SJlarf, unb ju gleichem 
3n><de ruhen im €id)erl)eits- unb Hlusgleidjungsfonb« ber« 
jeit 60 Sllillioncn tüiart. Ta» gefamte BanfoermÖgen be- 
tragt gegenwärtig 355 9JliIIioncn 'JOlarf. 

?Bir weifen befonbers auf bie Hlnrünbigung ber Firma 
®3iih. ßambrecht, «fahrif ntetcorologifch« 3nftrumentc in 
(Böttingen <®eile 977) hin, welche bie Anfertigung »on 3nftru- 
menten für letale IBettrroorberfage auf ftreng toiffeufchaftltd)« 
Bafis, bem ßaien oerflänblid), als einzigartige Spejialität be- 
treibt uttb fich auf biefem ©ebiete HBeltnif erworben hat. 3m 
3uli biefes 3ahrt» Tonnte bie Firma ihr halbhunbcrtiüßriges 
Jubiläum feiern, gewiß ein gutes HUtcft für bie (Bebiegeitheit 
tfjre« Sd)Offen«. rieuor jüglichenHlpparate eignen fich befonbers 
aud) als ©efdjenfe für bas beoorfteljenbe fö.elhnad)tsfeft. 





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Nummer 3465. Hundertdreiunddreißigster Band. 25. November 1909. 


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A*. IS’* ^ T1apl> unb &°«h oerjtän blich, Straft unb Doch 
? j? s **M)äpfenb, Unb h®bd, was bie Sjaupt» 

fadje ift, petnlidjft 3 ur>erlüf|tg, wie mir berfd)ie&ene Stieß. 
f™, b ™ W" 6 J^t^OteTt. Tie ©unft bcs Augenblids 
WBt Me|fn 3«Ilw6dla in [einet ncuften ©eftalt nament« 
Hd) Don folgenbem ©ejicht&punft aus als eine bejönbcrs 
wultommm ©abe erfd)cinen. Tie Frage ber ©in- unD 
Turchfütirung [taots. bürgerlichen Unterrichts tjat neiier« 
S*L??»x öe11 S^eniianb eingeljertber ©rwägung aud) ber 
[ad)[i[d)cn llnterrichtsorrroaltung gebifbet. 0)16 hierfür 
am 2. ©ooember crlaffenen allgemeinen Anorbnungen bes 
ÄtuUusmintftenunis behanbeln btc Stage fomof)l b»n[id)t= 
Iirf) ber ©pmnafien, fRcalggmnnfien unb bei übrigen 
höheren Unterrichtsanftalten wie I}tTifid)tU(f) ber gort* 
t>ilbungs[d)ulcn. ©ei ber ftaatsbürger ließen &r 3 iehwtfl 
m ben höheren Untcrrid}tsan|taltcn babbelt es lid) weniger 
barum, ben Schülern eine Summe abfragbaven Miffcns 
über bie ftaatlid)cn (Einrichtungen mit 3 utcilen, obwohl 
äurf) Dies nicht fehlen Darf, als üielmel)t barum, in ihnen 
Serflänbuis unb ®mpfänglid)teit für Das ftaftllkße unb 
wirtjeßaf Hieße Ceben ber ©egcuwaTt 3 u roedon unb fie für 
bie 3ttfunft fäf)ig 3 U machen, bie ©Tfdjeimingcn bcs öffent- 
lidjen fiebens 3 u beobachten unb ju roürbigen. Tie ©in- 
füßrung eines befon bereu Unterrichts in Staats« unb 
Sürgerfunbe roir& juqcit nicht bcabfi4)tigt; ,zunäd)ft foll 
ber 93er fud) gemacht werben, bie Aufgabe im ©ahmen ber 
beftchenbcn öeljrpläne 3 u lö[en, wie es tcilroeife |d)on jeßt 
ber 5üll i[t. ©orausfefaung hierfür aber ift natürlich, 
baö bie Beßrer fid) felbft eine grünblid)c Kenntnis bes 
in Frage tt-etjen ben fiehrftoffes aneignen. Uber geeignete 
£el)rmittel werben in ben Mmt|tcrialpeTorbmmgen einige 
§inweife gegeben; im übrigen bemerlt bas Mtnifterium, 
bah es SeiöffenUiChungtn auf biefem ©cbictc mit 3ntcreffe 
entgegenfehe. Mutati» muundi» gilt basfclbc oon ben 
Beßrem an ben weiteren FortbUbungsfehulen: hier werben 
fd)on bie ©e 3 irt$fd)ulinfpeftoren Dafür forgen muffen, 
futtb.pigMvcn, welche ^tlfsmitlel für bas „£d>5pfeu ber 
ber Sürgerfunbe 3 u entnehmenben Stoffe* überhaupt in 
Sjage lammen, Äutt, ber fjfutc mir oorliegenbe 3roci» 
bänber gehört [ebenfalls 3 u ben toenignt ©ürf)etn, bic 
berufen finb, hier in bie Srefche 3 u fpringen: er bietet 
nidjt blob j<nes „abfragbare Riffen, bas nid)t fehlen 
barf“, bis ju ben füngfien fReichsgefet^n <etrifd>Ite%Iid)) 
Dollftänbig, [onbem namentlid) für ben Ccljrer ein ooll* 
belebtes UlTfenal burchaus mobemer 91kffen in bem 
geiftigen ftampfe, für ben fic iljre Sd)üler red>t 3 eitig 
ijer auf dpi len follen. SDie ©Jispofition Ift folgenbe: einem 
Grftrn Heile „Has beutfehe Vanbesftaatsred)t" (I. Hie 
ffletfaffung ber beulfehen Staaten; II. Tie lanbjtanbifd)* 
Serfalfung) folgt bie Pibce de r£*mtgnce. H Tas Staalsreiht 
bcs neuen Teutleben fReid)*“, in ficben Abteilungen: 
I. fReid)soerfa|fung; II. Tie Organe ber fReicbsgeroalt; 
III. Tte C&eleggebung bes 3?eid)s auf bem ©ebtete ber 
Wechtspfleßc; IV. Tiefelbe auf bem ©ebiete ber SJolijfi; 
V. Tte HätigFeit bes 9teid)S auf fokalem unb miitfehaft- 
liebem ©ebiete (S. 453: Schirfahrtsabgaben gut oom 
fächliichen Stanbpuntt aus); VI. Tie SReicbefinanjen 
(<Rcid)sfinan,treform — gIücflid)enDetfe nicht nach £>et)be* 
branbfdjem mejept!); VII. Tos frecres« unb i^riegstoejen. 
Ter liftatsbürgerliche Unterricht greife 311! 

Örlmolt. 


Tentf^e <tb«<itteriapfe. 

TenTmöler beutfdjer ^erfönlichfeiten aus ifjren 
<5<hriften. ©egrfmbet aan 98 il heim Capelle, 
©b. 3 bis 6. l'eip.vg unb ©erlitt. ©. ff>. Teubner. 
3ebcr ©anb geb. 2 

ÜJIit großem ©rfolg hat cs biefe Gammlung unternommen, 
bie 93erfönlicbreitcn, bie an bem 9Berben unferer natio« 
naltn Kultur mitgenjirft haben, ober bie hoch entfeheibenbe 
93erioben biefes iBerbens in ihrem UCefen roiberfpiegeln, 
in ihren eigenen ülu&erungen, aus ihren 'llterfen, ©riefen, 
©iemoiren burch eine charalteriftifche Auswahl oon neuem 
lebcnbig tnerben 3 u laffen. Tie beiöen erften ©änbe waren 
ber berühmten Glifabctl) Charlotte, ber liiielotte, nnb Türcr 
geroibmet. Terbritte ©anb bringt „§einrid)©eftalo 3 5i M f 
©ine Auswahl aus [einen ©riefen unb Heineren Sd>nften, 
herausgegeben unb cingeleitet rott ©er nt. SBolfemann. 
9JHt J 9 Abb Übungen. ©eb,2^f. Tie ©auptroerfe ©eftalojjis, 
„fiienharb unb ffiertnib“ unb „IBie ©ertmb ihre ftinber 
lehrt", jinb weit oerbreitet. Ter ©erausgebtr gibt als 
wertoolle (h-gän3ung in biefem ©anb Tagebudjblätter 
©eftalojjis, Heinere Arbeiten, rote bie „Abenbftunbe eines 
©in|ieblcrs“, unb oor allem bie ©riefe ©eftal033is an bie 
©raut, bie bie fpetfönli<t)F<it biefes Btetfters ber Qugenb* 
unb ©ollsaMehung, beffen einziges Vebenssiel bie ©ebung 
bcs nicbcreti ©olfes war, im hrllftrn Üidjt erld)eincn laffen. 
Sie finb wie feine ©auptmrrte red)t geeignet, bie (Segens- 
fülle feiner 3bccn bem gegenwärtigen ®efd)led)t roieber in 
oollem Umfange zugänglich 3U machen, ©ine eingcheube 
btogTophifd)e 6Ü33C bcs ©erausgebers erhöht nod) ben 
9üert bes ©udjes. Ter oierte ©anb enthält in oerlürätcr 
Somt „Joachim ©cttclbcds Ocbcnsbcld)re»bung'', 
oon ihm felbft aufgejcidjnet. 3n Auswahl herausgegeben 
oon SOini Gd)initt«©aTtlicb. ©Ut 15 ^Ibbübungen. 
G>eb. 2 Jt. OBittoetbett jie immer wie ber gern lefen uttb uns 
non ber fd)tneren unb großen 3eit ©reuhens oon einem 
ber ©rofeen, ber ©eiben unb tppifchen ©ertreter bcs 
©ürgertunt5, bes „©ürgors 31t Äolberg“, f(f)lid)t, wahr- 
haft unb ergreifenb berichten laffen. Cine recht anmutige 
(&abc bringt ber Toppclbaub fünf unb fcd><&: „®octlics 
fjreunbinnen'*. ©riefe 311 ihrer Charafteriftit ausgewählt 
unb cingeleitet oon Cf> ei trüb ©äunicr. ffllit 12 ©ilönijfen. 
®eb. 4 A, Tic SWäbchen unb freuten , bie in Goethes 
Veben eine ©olle gefpielt haben, lernt ber Vcfer tu ihren 
©riefen, ©lentotTcn fowie aus ©riefen unb Ticbtungen 
C&oethes, aus charaltcri|tifd)cn Äußerungen bes Tidjlers 
über fic, tenneu: ®oethcs edjweftcr Ifomclia, €ufanne 
d. 51 lettenberg, bic *fd)önc Seele", üottc ©uff, 3obanna 
Jf-ahlmer, w Tas Taiitpcn", Sopljlc Öarod)e, iiili Gdjöne- 
mann, Charlotte d. Stein, Anna Antalia, Ghriftiatte, 
©ettina, ©tinchen ©erhlicb, ©latianne o. $Biltcmcr, Ulrifc 
». S?coeBöw. Tte ©crausgcbertn hat cs oerftanben, alles 
©ezeichnenbe 31t oereinigeit; aud) ihre einführenben i£ha« 
lalteriftiten oerbienen alles liob; fic hat fiä) in bic fo ccr« 
[ehiebenen grauen mit feinem weiblichen z<xu cingefühlt. 
^anbbud) ber garbettlehre. 

©on ttrnft ©ergeT.' 3wcite, burchgefehene unb 
oerbefferte Auflage. SDlit 36 in ben Teit 
gebrudten Abbilbungen unb & garbenlafelit. 
fieipjifl. 3. 3. 2Bcber. ©eb. 4 .* 50 K 
Ter 9lamc bcs ©exfaffers biefes weitocrbrcitctcn, fe^t 
in ätoeiter Auflage oorliegenben ©ud)es bürgt für bejfen 
(üüte, unbebtngte ©erläBlidjtcit unb writgehenbe prat* 
ti|d)c 9tüMid)Ceit. Tenn hier fpriebt ber heroorragcnbfte 
beutfehe gadjmarm auf bem ®ebictc ber Tcdjntf ber 
©lalerei, bet — felbft aueübenber jiünftlcr — ben femften 
©lief für alle praltif<hcn fragen ber garbenwirfung unb 
gaibenoerweubung befi^t. Jlidjt mit einer ledjntfchcn 
Anleitung 311t flunjt ber ©lalaei tjat^n wir es hier 3 u 
tun, fonbem mit einer Tarftcllung ber CJ>cfct}e ber 
farbigen <£rfcf)eimingen. 3m erften Teil behanbelt ber 


©erfaffer bie optifch-theoretifchc Seit«; bag Q n e neuert 
uub ncuften roi|fcn|(haftlichfn Theorien ber garbmlel»« 
bcrüdfichtigt (mb, oerfteht fich bei einem gorfdjer ©i e 
©erger oon felbfL Taau fd)reibt er flar unb aliaentritt 
oerftänblid). Ter sweite Teil, ber prattildj.äithfttldv 
nimmt «e^ug auf bas gan 3 c Sieben, auf alle ©erufc unb 
Tätigfeften, in berten ber ffirbraudh oon garbe eine Molle 
fpiclt; er ift ein Vehrbuch für bic bewußte Schulung bes 
ftarb-cngefchmads, nullte© in er ft er öinie für ben jungen 
Waler, bann aber aud) für bie rünftlerif<ben (bewerbe 
aller Art, für ©ärtner, ©lutmnmadjer, Tetorairure, 
Theaterleute unb nicht aule^t für ben funftfittuigen, a t ! 
bilbeten 9Jtenfd)«n überhaupt; als roertoollcs, im ©runbe 
unentbehrliches, oon ben ftünftlem felbft lange nod) niAt 
genügenb gefdjäWes ©ilfsmittel für bie bewußte Afit fi e 
bes malcrifd)cu ©chcus. Tas ©tubium ber garbenleljrf 
bilbct natürlich nod) feinen jlünfiler heran, ebenfooenig 
wie eine ©armonielehre einen Wufifer; aber inbent n 
bie ©efetje barlcgt, bie unfeTcm ©lohlgcfallrn ober Wifc. 
fallen an farbigen Sufammenftellungen jugrunbe liegen, 
führt es aus bem Ungefähr, bem 3nftinTtioen, 3ufölligen 
bcs bem echten Zünftler angeborenen garbengefctjinad« 
3« einer bewußten Antoenbung unb Auswahl, oerfeinftt 
unb fertigt alfo ben 6inn für garbenbannonien, ßiift 
bem Waler h«r«««- «ns hem 3wftanbc bes Tappens unb 
bewahrt tl)n cor falfd)en Farbengebungen, bie ibn, wie 
ber Augenfd)cin jeigt, fo oft um feine beften JBirtungen 
betrügen, weil er eben ans biefer Farbenlehre lemm fann, 
inroiefem e« in feiner Wacht fiel)t. iBirfnngen feines Farben* 
materiale ju fteigem ober einjufchränfen. P. K. 
Allgemeines Eerifon ber bilbenben Aiinftler oon bet Anti!» 
bis 3 nr Gegenwart. 

Unter Witwirrung oon 320 Fadjgelehrten; bes 

3n« unb Auslanbes hfrausgrgebcn oon Ulrih 

Th icrnc > mi ' ®eder. Trittet ©anb. 

fieip3ig. Wilhelm ©ngclmann. ®eb. 35 Jf. 

Ter brittr, 008 ©eiten 3&t)lenbe ©anb biefes großaiti' 
gen lerifographifchcN Unternehmens, bas alle bisherigen 
Jtünftlcrlerifa an Umfang wie ©rünblichfeit unb toiflen* 
fdiaftlichcr Afribie weit übertrifft, umfaßt bie Aamen 
©affano bis ©idhant. S6on wenige Stichproben laffen et. 
fenuen, was in biefem ©anbe roicbcr an Arbeit, MJiflen 
unb zähem ©tubium aufgehäuft tft. d© ift bem 3ellen* 
bau eines ©ienenftods 3 u oerflleid)en, biefes berounbems* 
werte Tenrmal beutfehen ©elehrien fleißes, in bew bas 
3bcal lommuniftifcher ©emeinfehaft auf bem ©ebiete wiffett- 
fd)aftlid)cr Arbeitsteilung unb orgatufierter Arbeit wo 
wirtlid)t ift, eine bem ©clehrtcn burchaus natürliche 
fo3iale ©ef Innung, bie fid), alle ÄtSfte anfpannenb, ber 
einen Aufgabe toibmet, ein Wert 3 u [(halfen, 5 fls 5 er 
gcfamtcu Atunflroiffcnfchaft unentbehrlich ift. 3 1 » bewun> 
bern finb wiebet bie außer ötbentlidje ©räjifion, bie Tat* 
fachenfülle, bie fnappen, treulichen Gharattcriltiten unb 
bic über[id)tlid)c ßhronologic ber Werte. Tie großen 
Artifcl, bereit biefer ©anb eine gan 3 e An 3 abl enthält, in 
erftex Uinie ber über bic oenedanifche fiflnfilerfamilie ber 
©ellini, 3acopo& unb ferner ©ohne ©entile unb 6)iooamti, 
bie bie (hüwidluttg ber oetic 3 ianiict)cn AJalerei entfdjeibenb 
beftimmt haben, oon ©. ©ronau, bie Artifcl über ©enotso 
©0330H, ©enebetto ba ÜJIajano, bie WalfTfamilie ©affano, 
über ©ernini, bie Jftünjtlcrfamilie bes ©alli ba ©ibiena, 
finb Monographien für fid), in benen bie SÖ erfaffer Me 
SRcfultate langjähriger ©tubien itlcbergelegt h« b ‘ tn . 
hier nun in einer unübertrefflich tlaren Öberf idjilidjtcit 
bargeboten werben. Aidjt minber fejfcln bie größeren 
monograpbifchen Artifcl über fflicifter unferer 3 flt w ' e 
SBcsnarb, ©earöslep, ©a|ticn'l?epage. fR. ©egas. Tie wert* 
ooUcn Viieraturnathweife, bie in ihrer ©efamtbeit eine 
bibliographifdje ©djanfammet finb, geben bie ^anbbabe 
für jebc wettere Forfchting. Dr. P. k* 


(Sin guter ÜRoman. 

aber einen wiiHich guten ©oman, fo wie man ihn feiten 
finbet, tann man nidjt eingehenb genug berichten, um fo 
lieber tue ich rs h ier cin rieues ®ud) ton wirtlich 
jeltenen Cualitäten. Tas iBcrf „6tefji 9Berlanb“, welches 
bic Autorin Elotilbc ©rettauer*) felbft als einen ©omnn 
ber AUtäglid>leit bezeichnet, ift wirtlich ein guter ©omem, 
ein «Roman ber AlltägUd)feit. aber Tein alltäglicher. ©0 
mußte fa fo tommen! Man h«l Mc Viebc ocrhcrrlid)t unb 
ben ^clbcnmut, bie ©atcrlaMbstreuc unb ben JFreitje-its- 
örana — — aber an ber Alltöglicbfcit finb fic alle fdtcu 
unb liill porübergegangen, bie Tichter unb Tid)tcrinncn, 
unb h«^ett ein ©rufein babei oerfpürt. Aun enblid) h ot 
aud) fic einmal ihren liebeoollcn ©erfünber gefunben, bic 
graue, graue Alltägluhlcit. Unbfeltfam genug: ber Aomau 
ift fpautteuber unb lebensoollet getoorben, als würbe er 
oon 6chlad)ten unb blutigen Moritaten erzählen, dou 
tiidifd)cn ©erlcumbungen ober helbenhaftem Cppttob. 3n 
ber Tat :(Es mar ein Wagnis! Aber biefes Wagnis ijtgeglüdt. 

Auf einen Ton ift bas ©ud) geftimmt, unb bas ift ber 
Ton ber Sehnfuchh Aidjt als ob ©tefii Wcrlanb hinaus 

wollte aus bem Trcibeu ber Alltäglichleit aber eilte 

unausgffprodjene ©ehnfudjt fchroebt jwifdjcn ben 3Mlen, 
bes Tages (finförmigfeit unb Monotonie burd) liebcrolles 
CBifnlfett ein gon 3 Hein wenig 3 u ocrgolben. llnb bas ift 
wohl bie höchfte ttunft; fich 3« befdjeiben mit bem, was 

*) © tef f I tüertonb. Wu* elnun üeinen Wniaflslrbm. 9to»n<m 
non Elotil&f Brrtiautr. ©nhn W., ©. e4)ottto«n>ft* It«* 

laosanftatt. 3 Start, cjröunbrn 4 matt. 


man hat, unb nicht mehr 311 roünfd)rn, als tm ©ereid) bes 
Möglichen liegt. Steffi Wcrlanb, bie reiche Fabrifatitcn« 
todjtcr, liebt einen jungen ©iolin*©irtuofen. Ties ift bic 
erjte erwad)enbt , rchamhaft fitofpenbc Vicbc eines reifen 
Mäbchens. Sie ift ebenfo jd)ön wie unoentünftig, tntb fie 
wiirb burd) ben licbcoollen «Hat ber alten Gltern ©teffis 
int Cntftchm erftidt. Tas junge fDiäbd)cu begräbt ihre tote 
Ciebe mit fettem h»>h<n ©cfühl bet ©ntfagutig, bas ben 
Menfdjen erft über bie AlUäglid)tcit iu erheben oermag. 
©on nun an ift fic Siegerin im Veben, unb bie trau* 
lidjeti ©egenftänbe iljrer Umgebung, ihre ©Mannt ett tinb 
Freunbituteu erfchciuen ihr nun unter einem anberen 
©efid)tswinfcl. ©uhig unb gclaffcit geht fie in bie oon 
ben (Atem bogünjtigtc ©he mit Wolf W erlaub, bem fie 
3 roar feine hintmelhod) iatid) 3 enbe Viebe, aber unbebtngte 
$)ochad)tung, ©CTChnittg uub aufrid)tigc 3«neigung cut- 
gegenbringi, fo baß eigentlich alle ©eöingtmgcn für ein 
glüdlichcs ©erhältnis gegeben finb. Unb biefe ©bc wirb 
uns gefchilbert: SDlit allen iljren Feinheiten unb pfpcho» 
logilcheu ©ertiefungen, mit bem gcgenlcitigen Aufeittanber- 
wirfen ber beiben fid) f$ät)euben ©alten unb mit bntt 
leifcn ©lan 3 e einer refigniexcuben Schwermut barüber. 
Aon biefer ©ße follte man in einem trauten ©dd)en lefen, 
wenn bie 6ol 3 fd>fite im Ofen fntjtmt unb eine bchagltdje 
Wätme bas burthftrömt, wenn Draußen Schnce- 

floden fallen unb ber £ümmcl grau unb eintönig über 
allem liegt. Tann mdchft man in ber ©ejd)döcnl)fit, unb 
siellcidt |4)l<id)t ein Heines Al)nen eines unenblid) ftillen, 
tiefen UBoßlgetühle bem Vefcnbeit ins ^er^ Tas ift bas 
©lüd oom ©erftehen. Ter jugenbliche ©raufefopf wirb 


es niemals mtid)rti; benn fein ©lid ift noch getnibt burd) 
finblid)e Wünfd)e, bie ittt WctTdjenlanbe liegen. Wie feßon 
ift biefes oerftehenbe ©tücf ber 3?uhe, mit reich ber Menid), 
ber fid) eins mit brr Welt weiß, ilnb fo wirb aus bei 
ficinett Steffi Merlan b eine grau mit Dcr 3 eihenbc«, groRfn» 
ftillnt unb tiefen Augen, eine Frau mit einem lieben 
fiöchcln, in bas uiellcid)t ein Heilt btßchen A3‘h»t)ut M> 
mengt. Uub fo wädjft aus ber 3 urtf |0 un 9 
ihrem ©atten eine hehre, große ewige Eiebc, eine ßtebr, 
bie nicht auf tönernen Füßen ftebt, weil Achtung u,tö 
©erträum fie 311m Cebcn wedte. ©itte Viebe, gau.i anbers, 
als fonft bic Tid)ter fie fdjilbem. din feltiames ©cfühl. 
oom £)cr 3 cn tommt unb bennod) burd) Den ©erftattb gebt. 

Unb barum \)&t bas ©ud) einen etlichen Wert, bo 
flott unb an 3 iehcnb es fid) aud) lirft. cs wirft innerlich 
unb bcher3igcnb, cs wirft er 3 iehcri|<h> ® an 3 
mag es Deshalb jungen Mflbd)cn empfohlen fein, Die bet 
brr VeHüve 3 u ernfient Aad)brnfen angeregt werben, tino 
betien -oielleicht bann mandjes in ihrem Veben feßöner, 
plaftijd)er uub näher gerüdt crfchcinen mag, weil fie cs 
beffrr oerfteljen. . 

3a, cs ift wirtlich ein guter IRoman, biefer «Roman ber 
Alltäglidjfeit, ber Doch fo wenig alltäglich ift; es ift ern 
©ud), bas man gerabe je$t bet ber beranuabenDen AJeih* 
nadjtszeit nicht warm genug empfehlen fann. ©in ®ti«h, 
bas 3 u ben lieben ©ertrauten in ber ©ibliother 3 ßt)lcn roub. 
©in ©ud), bas matt nicht nad) einmaligem fielen rocgii-gt 
unb oergißt, jonbern bas man roieber unb wifber leien 
tann unb lefen wirb, weil cs eben nidjt ein ÜRoman, |on* 
Dem ein Tichtroert ift. • Dr. SR. 3- 


Tt« Otlulirtne 3elmnji barf nur In brr *<fioU In b*n «frtrtjr pebraebt »erbtn, Ut bfr |t« jur «us-gob* 0flan ß t i(«. Bfranberonft, aud) bas Brilrgm oon Dnuffadben traenbroeldjer ttrt, Ift uutfrlagt uni 

■Dtrb a«rt(btlid) otrfolot. «Ut 3u(enbunfl»Ti rebafttonenrr «rt |lnb an blt «rtwttlon brr 3nu|trtrtcn 3etnma in Crippa 9tfubnH«rlita(je 1—7, alle an&erm 3uTmBunflen an bic a<fd>aH*ft*n« ber 3tlu(rrirtr\ 

3eituna. «brnfatlö in flcipjig, ju rieten. 

^,^(>nrri^lCaMmber 26«» 190ft by Illustrirte Zeitung, J. J. WbIU^) I 1 frOHTI 

:ized by VjO glC THE OHIO STATE UNIVERSITY 



Ai/I* 4Q‘)<iUSs Tit* CWnftrirtc 3ri*unfl CTidmnt tebrttTonncrMnfl uormittafl. ttiertcliährlither^eiufl^preb: burd) eint Vud)l|ant)lunß *.*, O «*«>«/» (1K O)-«*«,!,,,, uwui 
^llt. »>*rUi) . OU. j n9 iSauoN W> A; bei einer ftaftaii[talt bcftcllt : Tcutf<hc*>Wei{toK.^ ISA Tcutidie 3<bubpebicte ü.df, CfterreidilOK fititi, il*S» *-t). JfOUClllöCt 1 .lU.“. 

Ungarn 9 K 94 1», 10 Kn«. 85 < t- brn übriflen tfflnbem bes 'JlkltpoitoeTein* erfolgt bie birette 3ufenbnng unter ttrrutbanb balbjäbrlid) nlr 2b .* portofrei. iHntelprm einer 

Tie 3 oicrlionoflfl)iit|ren betragen filr bie einspaltige Stoupnreitle, feile ober beten Stawnt | .* 50 \ awf Seiten mit Tcbaftionellem Text t .4- <fin(enbunfl ber 3nfcrflte fpfttritens 14 läge i 


Stummer l . 4 . 
oor (Erfdirinrn. 



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Lehr- und Nachschlagebuch über alle in der 
bürgerlichen und feinen Küche und Backkunst 
des ln- und Auslandes vorkomm enden Speisen 
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bereitung, Oesundbeitswert und Verfälschung, 
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.oogie 


THE OHIO STATE UNIVERSITY 


9fr. 3465. 25. SRouembct 1909. 


3lluftrtrte 3*ituttg. 


9 Bas foll i<f) fdjeitfett? 

ftfls ift bie ividjtiflftc ju fflkiljnodjifit , uni» für 

einen mobefttett unb praftifdjeit SRenfttpn tnnn 6ic 
Antwort nut tauten: ctu«a$ 'JliWicficft, Xaurrhaftco uub 
5d)3nc&. 3u t>ir|cm Sinne ift unt) bleibt eine putc 
Hbr öiic» SBtf i l)iiad)t*fl ef d)c n f r bas, tofls beut 

lieber ^elbjt bic I)ü<f)ftc Wcfmöißunfl btefet itnö ben 
fl röftte« Xeinr cinbrinpt, unb um 5 bnn $cfd)ciiftrn <1111 
iiiitjlidiftcn üt unb ihm biv mcific ftrenbe bereitet. Tic 
llhr fpitlt mit bic i»i«t)iifl|i f Wolle im Vcbeii bc* modernen 
'VlcnfH)nt. 9Ber hont inta<u % mit (f-rfolp läiiti fein ititö 
Auftreten will, muß oor allen Tinpcn eine rralt ßchenbe, 
idiönc unb moderne llhv haben. 

Xiie billijieu Uhren, bic fo maHenl>ait Den fDtarft 
flberfd)wcmtucn. finb f(l)led>te Uhren; (ie pehen mipciiüii 
unb otnirfadien häufig wicbcrfclprcnbo Wcporaturfoften. 
Vcficr feine Uhr fll* eine (flechte! 

Die 9loinos * llhr hat ein foliöcs unb feines HBrrt 
neurftcr. tedmifd) i'olllemnwtcr ftonfim Ilion. 3 he ^nup 
ift Pan crftaunlidptr uMeidnnüftipleit unb «pr&fifiiMt. 


Xie 9iotnoa<Uhr 

ift au« ebrtftem3Ha- 

tcricil q cor beitet unb . - 1 

entiiuidP m bi* r Al ‘ 1 

jtiluollen *3d)önhett J \s_ ^ 1 

unb uornchmenl! tm/ |1 ' Ü 

unb ?fu*|tattung |*io/"y .v 

un feiet» heutigen, - q * 

unenbKd l|tt I 

nerten t''»oiii>»n .iito - » r f i 

allen biefeu J '** 

ted)iiifd)cu 

aus nad) il)rer prof 

tilgen «eflintmung als »üobrauehsuhr iüt jeberrnenm. 
tfiuc 'Jloinos • Uhr auf beut 9Beif)nad)t&tif(t)e ! es 
gibt nichts Cr freulidjcre«, Schöneres uub 
'iJi 0 b c v 11 e r c * «U b i c * ! 


Snfeiate für ben 

lUciliunditö-Aittcigcr Der ^Huffrirtcn 3citutig 

mit 9lnpnbf bfr (Hummern, in tveld)tn bie Aufnahme erfolgen f oll, ob in 

THr. :\M 17 uuui 1b. Te.tcmbcr 91r. :tl4is uout Hl. Tnembcv 

nDeilmadus-nantmeil 9lr. .illlf) notn «.*1. Xe*en«bcr 

«tbitten mit uu* bis fpäteften» je 14 läge oor bem <£rfct)fimri betfelben. 

tfrfdiflftaflrllr Her 3IIiiftrirlrii 3ritung (3. 3. SBe&cr) in i'ri|itig 

(tHbleilunp für Ülnjeipcn). 

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Dr. Schifcr fuhrt uns „in fernes Land, unnahbar unnern Schritten", tum Pmifalhept Montswat. auf die Sierra Nevada 
Spanien-» , nach Marokko, und in einem dritten Ausfluge weist er den ampruchvollsten KleUtWu der arten WeH H underte von 
ungelösten Aufgaben nach. Zwischen der, Ebenen der CHkotasUat«, und den pnak fiac hea Mdiea Sa« Fpa ^lto^ SmWe uwd 
TiCOtm harrt noch ein fast unhetretenes Gehirgsjand des Besuches töchöger 
Bahnlinie kaum e.n Stützpunkt zum Angriff auf die Berg* und Olctsrtttrricseilrich 

aus dem nriitielamerikani scheu l ande der feuerspeienden Berge, dessen unterirdische Gewalten den Golfstrom * '*** 
aber auch die Katastrophen aut den westindischen Inseln verursachen. 

_ varlad von J. J. Weber In Lulpxld ?«- 




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THE OHIO STATE UNIVERSITY 




Alter und Qualität 

sind die Grundlagen für den Ruf 
unserer Sectmarken: sie erhalten 
von der Weinlese bis zum Versand 
eine fachmännische Behandlung, wie 
sie vollendeter nichtgedacht werden 
kann — Mit Recht wird daher 

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als ein Qualitäts -Wein allerersten 
Ranges anerkannt. — 



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9h. 3465. 133. Sb. 


fieipjig, 25. 9hoember 1909. 



£«E)niu<t)t. 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 



bfT 

txrnt 


^^WffrSSÄ g» £5»« <"• £ 

:: 3 ^iSEÄ 

^TTLÄr aSK Ä™"*" 'wimötoaten 
»n 3 »tunfi im»«« iabel on Die Erneuerung 

nlcicf) und) 6(in «anhtt ber totantsfefretär bcs »tu* 
\värtifi«r» ffixei) unb 6et portugt«fifd)e ffllmifter bc» WU6> 
tnartigen 'JJotrn austnufe&ten, tuud) Di« bet ©ertrag 
um fflnf 3dbve oerläiinevt ttuttb, unb fdiloft mit bem 
raunftf)«, bajj b«t ttufenthalt in Englanb für rt&ntg 
Wanuel angenehm lein mag«. Siefcr erroiöerte bar- 
auf, tt fei lief ergriffen oon ben Porten Des Königs 
»*»«(«&, Me eine neue feierliche flefräftiguna ber 
*^y < ” n ^ d > ö f t 8t»if<hen (Großbritannien »mb 
£'* < 2 ,ten * eimx Öwunbfctjaft, bie nahezu 
{£$* ■ 3 a ^Tb u «b«te alt ii nb eine bet beftänbiuiten 

flrfifjt . burcTbie MtlET 9 J f " flC ^^«t be 

bet (ftuilblinll mn il lC ^ fl*W n, Wten «Straften noch 

Stobt bebör&en TibcrSfuT öer Bonbon et 

ÄmS » ®£b«nn nahm 

Später färb in £SS* .W ffTÜ W ftrf «hu 

bem odjthunbert i '! 6l,<, / l lf rm ««Mett flott, an 

innertf König gfoJL ?n tümlh' ^ al>men - ßhrbei er- 
be» Sorb.SOtonow «n L L w auf cit1ttl 2oa U 

©eTfd>tö ft g tirunfl Der beiben faniglid)cn ssäufer nnb ben 
Mul>m in bcit.cn 8 am>« amciltrn (j»u" 
^ (Jiti AtonfliK 5 töi[d)tn ben Jtereinigten 
ctaatfn oonfttnerifa unb SJlilaraguct. — $et 
^flfibenl 3 elat)ct »on 9 ?ifarqgua ^at awei Wmcritoncr, 



3)u oon Raiicc SBiUjelm enttPOTfenc Jeppelin* 
©cbenltafd om Stf)[o|fe bes iJürUctt ju ftürften- 
b«rg in Xonauefdjtngen. 

Cie 3Deil)c ber oon beut 9tlbf)auer SB- Sauer au«gefül)rten 
Tafel erfolgte in (fiegemoart be» Keifers am 17. SJoucmber. 


l™»cn fiÄ* >'% „ 

•l>m Stalni “ : <i 9 „ 

obalfid) 6„ in.Jt'."' 9 "’. ifi? 

™«"t fw&eri 1«fll ,ul 

bobutdl SwuSST a ' n mul n 'UsgJ'« S 
Onlutgtntni „,® bX »«b ftfS 

«*• &" Ws? 

st’srÄiäf^ 

1 * 0^101 tooriwn u nt> (, Q ^™ 

no<b wtil«, tiinndminon, »otn.bÄ? » 
ttin Wusbrud) be» '«t f tiori ' Ia?,f 
Üluf ber 91 orb feite be» $ ic oon 
brti neue Krater geöffnet; unterirbgi£ Q <^ abm 
|cM« W . m« „an* * mSTSTÜ* 
ftrömenbe Caoa bebroftt mehrere CvtfihJ?^ 
DöHifter ‘Cerniditnng. *<[onb„ 5 ßaSÄ 
reit» einmal, am 5. 9Raf 1706, non b« t Vn 0 ^ 
würbe, ift auf» äufecrfle flefäfttbel. 9i U <f> bu S 
Santiago, Halmas unb 3cob bei SDino» finb bebt 
btc CiniDohner fliehen nncl) ber Kfift*. «f uf a „ 
nuttfl bc» <&ou®crnem» Tinb au» Santa öni^ f 
mannf«f)aften gu Stf)iff nad> ben am mriiten 
brofjlen Ortrtijaften abgeganflen. $er U^te « U cb 
be» i<ic erfolgte im Cfaljre 1798. 

3>ie?Iuf(öfungbC9 finnifeben Sanbtag« 
T>cr Äonflifi jtDifchen ber ruffifd>en »egierung 
bem finnifeben ttro&fürftentum i|t jeftt in ein n 
etabium getrclen. 't'ct finnifch« fianbtag i,at 
für bie rnjfifcbe tflrmee geforberten .«rebite - 
3ar hotte am 1. E-ttobcr ein Ülanifeft an bit 3 
lönbei cilaffcn, worin unter Umgebung iljrc» 1* 
tags unb ihrer Regierung befohlen toitö, ba^ 
fintiiftfie Staatsraffe (ab Cntfcbä&iflurig bafur, 
bie Ö-innlünber oorläufig feinen Ülililärbienft Id 1 
bie nätbften jeljn 3abxe oon jebn bi» su m 
fDlUlionen au ff teigen b an bi« TuTfifct>e 
ein 3 ablen mflffe — abgelebni: «m «nfdjluft bu 
würbe er am 18. 91ooembcr Durd) einen Ctiob 
3arcn aufgclöft. $ic «enn*fll)lcn füllen am 1 
bruar ftatlfittben unb bie Einberufung b<» nc 
tfanbtage» am 1. SJfärg erfolgen. Tam<t «I» & 
lange latent« Konflift jefyt in ein afute» telabtun: 
getreten, befien enblicben Wusgang memanb mt. 
lufcljen ocrinag. ^ic 3«^ *►« ncrftccften Jntrifl« 
ootbei. bev offene Kampf fann jeben Augen 
ausbreehen. »creit» am 19. 9towmtwr gm? 
biefer 'i?orau9-fi«ht bte 1- «artw&ufawiwobwi 
€t. «Petersburg nnd) ^innlanb ab. 




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i .« Sart'Z'a**: 
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sss& jst i- 

f*ab«« anprfl ! i 7i 

ftunbett OKI *’ n 

ilttb«!* ftarf» 

Sd)oerfl«ft5t»«, bas 

oon «finetti Sturme 
begleitet toar, öct 
mit &f»n gforlfdjret. 
len bn Tafle® Uu> 
nicr befttfte* umröe, 

fo bafi vorläufig on 

eine gortFcOunfl ber 
ftrabrt uidjt pcbnri)t 
»ueröen rotmtc. 3)er 
Gallon war seit, 
•ucife ein Spiclball 

öcr (Elemente; bic 
«ßonbel fdnuebte 
bod) flb et Dem ©rb- 
boben, obwoljl fic 

von einer Weifjeoort 

i>uer We E)rmartn. 
i<t)aMen b«Fc^t a* 
boiteit würbe. 
®annfd,aft bcs 

^Wlffes irn 


Db«n „M II«, in ber aJIitle „P 1“, in bei $all« , 


fe * . 

,Ö *‘ a "n, 


fei ?«SS' 


4lon bf r 


Sä«? 


-55S 


S ' e Sern f a l)rt Öer mmtatlufll^iffe „P I" unb „H II“ uon Stötn nod) SOletj am 20. Mouemb«: Wrtlunft cor bet 
JJeict)ffiu|t(ct)iff()alIe in Wels. » 0 bie CuftJdjiffe und) iedpftfinDig« Saf)tt glatt lanbeten. 


I »*n. J !?>,£ 

'»tn, Ä *. 

mit ein * c ’>» 

?r st <»'5 

»».Ci:«'» 

;«'Puni, e >"■ 

ser&s 

nant (BteUin ^ 

%r *zz 

f ui läng« 

oem tobeiib fn 

ment ausf«^ 

öurte. <h gab im 
3 «m 3itfien 
öer tReiftein«, U nb 
«m nad)[ttn «lugen, 
blide lanl bermöct). 
tig« SJalton in itd) 
iwfammen. ©ne 
jdjtom Arbeit to.,r- 
tete bet SBlannföaft 
bes Allons unb 
ber fteueraeln m 
folgenben Sage. ab 
e* galt, £üllr unb 
©anbei auf 3loll* 
wagen tu Mtlabcn 
unb .tut Sälju {u 
idjeffen. 9Iad) (tun 
bcnlangem OTü b<m 
gelang bie®. unb 
bie ©eftanöteile b« 
©allons führte man 
nad)®itterfelbiiber. 



nmnuunnuuh 





91t. 3465. 25. 'JlODCmbcr 1909. 


3IIujtTirtc 3eitunfl 


1037 


X)ie SBiebct^erftcKung 
bet Sfaligcrgrabmäkr in 
33erona. 

OTJie bic Strcna unb bas 9?5mifd)c 
«CÜIhrater in ©crona an bic C>lan 3 - 
jett ber Stobt unter ben TÖinifd)<n 
Boilern erinnern, |o |inb bie Sraliger« 
grabmäler oor Santa JNaria Slnttco ba© 
ausbrudsoollfte unb fchönfteSJicmument 
öer furjen »lütcjcit bes felbftänbigen 
©crona im Dreeento, ds Iinb je$t batö 
iecbsljunbert 3af)re her, baf} fic obn ben 
hcroorragenben öil&hauern, bit am 
§ofe ber Staliger tätig mären, ben 
Camptonen unb ihren Sdiälcm, er» 
rid>tet würben. 3n btefer langen 3eit 
bat bas Material unter ÜBinb unb 
©3etter, bem es ohne Schuh ausgcfeht 
ijt, feijt gelitten, unb gcrabe jetjt machen 
bie Denfmäler eine fritifche ©eriobe 
burd). Sdjon feit mehreren fahren 
finben bie ^remben, bie bie alte Stabt 
an ber dtjd) befugen, bas eine ober 
anbere bet Denfmäler unter einem ©e» 
riift oerborgen. 55er Staat unb bie 
Stabt finb beibe fe^r langfam in ber 
»Jlnroetfung bet für bie fReftauration 
nötigen ©tittel. fremer ift bie erfte SJus- 
befferung ber beiben frei fteijen ben CDenf- 
tu äler, berer ©faftinos II. unb San» | 
jignorios, nicht fachgemäß unb grünblict) 
genug erfolgt. ilnlängft ift bas Denf- 
mal ©iaftinos aus einer jmeiten Weno« 
pierung tjeroorgegangen, bie berStönig- 
liehe Superintenbent für bie öaubeur« 
mäler Veronas, Ingenieur SUexnnber 
55o fii«<a, geleitet bot. Diele ülrbeit 
mar bei bem 3uftanbe bes Denfmals 
fetjr febwierig. 

Die beiben erwähnten frei fteljenben 
Denfmäier finb icfct non jeher £ülle 
befreit; bagegen ift bas auf bem portal 
ber Slird>e aufgelegte fDlonument (Tan* 
granbes gerabe im fritifebften Wupcn- 
blicf ber fReftauratian. $a, »<« wentgen 
©tonalen l)at man bie bas ©tonument | 
frönenb« SRciterftatue bes ©röfcten ber 
Slaiiger h«Tuntergenommcn, um eine 
Atopie banad) an 3 uftrtigen unb bie Ori» 
ginalftatue baburdj gu erfetjen. Diefes 
Dcnlmal bes dangranbe ift bei weitem 
bas bebeutenöfte auf bem eigenartigen I 
Atampöfanto , wie ber. ben es bar- 
I teilt, gewaltig aus ber SDtenge ber 
übrigen Statuier unb feiner 3*ü- 
gen offen Ijeroorragt. 9luf bem portal 
ber Stirctjc erljebt firf) ein oon oicr ^erlichen forintfji» 
fdjert Gäulen getragenes Dabemafel als Gcf)ub für ben 
Garfopfjag. Diefer jeigt wohl nod) bie alte Ataftenform, 


I fiä) ben ©täjen, ber Dante Gdjutj 
gewährt unb ber föiotto an feinen 
£iof berufen bat, bamit er ihm fein 
G<t)lof) mit hellentfd) - heitereit Wie- 
gorien fdjmüde. 

Die anbere, bie frirgerifd)* Gelte 
bes größten dürften im itallenifdjen 
2 re ccnto, bringt ber obere Deil bes 
Vtomtmmtft 311 m flusbrtuf. 9lus bem 
DabemaU mädjft ein Stegel|tumpf her« 
oor, auf bein bas ©citcrbenfmal be« 
fieg reidjen Rührer« ber italienifd)en 
©ibellinen ftet)t. Das ift ein SBcrf 
ebelftet 9lrt, ooll Straft unb organtfdjer 
(Einheit 3 wifcben 5Rofc unb Weiter. 
(Xangranbe fomrnt fiegreid} au« einer 
Schlacht 3 urüd; t)od) aufgerichtet fi$t 
er im Gattei, ftramm bie Weine gegen 
bi« Wügel geftemmt, bas ©ifier t)«ab- 
gelaff e n , ben Strei tbtlm mi t bem ^>u n be - 
fopf bequem auf ben Würfen gehängt. 
3n feiner Siegesfreube bat ber gro&e 
CUm alle Wnfttengungen bes Stampfe« 
oergeffen; nur bas ^ 3 ferö Ifl&t ermüöet 
ben Stopf bSnftcn. Diefes ftedt and} 
nod) im ®Üittelalter; cs trägt eine 
lange, fdjwerfaltige Durnierbede. Der 
ftraljItMibe Weiter aber atmet ben (Seift 
ber Wenaiffancefonboitieren. 

Sd) habe bas bfrunteTgenommene 
Denfmal im Sltelier bes ©ilbljauers 
Wobolfo Dufi, ber mit ber £>erftellung 

ber Slopie beauftragt ift, betrachten 
lönnen unb mug gcjtcljen, bag es un* 
möglid) war, es an feiner alten Stelle 
im freien ju laffen. Der rocid)e Duff, 
aus bem bas Denfmal beftebt, ift gouj 
mürbe geworben. 3 °blreid)e t}ltden 
zeugen oon früheren Weftaurationen. 
9to| unb Weiter finb übet juperiebtet: 
bem dangranbe ift bas linfe Wein am 
Unterfdjenrel gebrochen, bem ©ferb ift 
gar ba« little ©orbetbein aus bem 
Stugelgelent getreten, feine anberen 
©lieber weifen mehrere ©TÜcbc auf, 
unb oon ber lurnierbede finb gro^e 
Gtüdc h^abgef allen. Die beiben 3n* 
valiben follen forgfältig geflieft unb 
bann im Gtabtmufeum oon Werona 
mm Wuhe gefeht werben, (fin großf* 
Duffblod aus «loefa bei ©erona jteht 
fd)on im ©telier Dufis bereit, um xum 
getreuen Ulbbilb geformt 3 U werben, 
öis baljin bürft« nod) ein 3 al)t wt 
gehen. So fdjmcr^lich es and) fein 
mag, bah ba« Original, eins ber her» 
Das Cürabmal bes dangranbe bella Scala. oorragenbjten fReiterbenfmäler aller 

3 eiten, au« feinem ©Ulien heraus > 
genommen unb burd) eine Atopie er« 

ift aber im ^a&ftab unb in ber *etoration uer. fcht wirb, es ift eine unbeblngte Wotwenbigfeit , wenn 

feinert. Der Doie auf ber ©aljre wirb mit einem bas foftbare 9Berf nicht fluuj oerloren gehen foIL 

gütigen unb flugen fiächeln bargeftellt. So benlt man SRailanb. 0. k. 



mr - 

9 r . jV' i / A ■ je** il m 





®q. a.tal.mc.1 b« Otaltino 11. un» (Im *lnl« 0 nml..) »<. Sa n |l,«ono. ®le M«t«|tatuo vom Xenlmdl t.» Hangtan»« In. 3»!W»I>' ««W» 

3)ie ®3iei«f)er|UUung bet Sloligergrabmälet in SJetono. 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 



<IlKmlflr<ipl)il(f)r «nftalt non 3. 3. in CcJp 3 ifl. 



£ot)enftnou>, Her fianbfifc be5 beulten Steidjsfanälers 




jetpfl« Scftlofc |üft feinesweg» 
flanj ober teiltoeire auf ben 
ffnuubmauern ber urtprüng* 
lidjen Burg erftebt. Tenn ber 
Baum für eint Burg mar immer 
Inapp bemeffen, unb es fcftroebtcn 
hierbei weniger Wohn« als Ber* 
ttibiflungsjiDfcfc oor. Spätere 
3 eiten ftabcn haftet gern fti* 
unbequemen Bollwerfe im Stieb« 
gela||en unb fi<ft meftr an ebenen 
unb länblid) ibDtlifcften Crtlid)* 
feiten neu angebaut unb be* 
baglid) auegrbctjnt, was cm<ft 
Mer bet ft all geroefen ift. Offen* 
bar ftanb bas Bollwerf oor 
fiebenftunbert ftaftren aut ber 
Borftut gegen bas Wenbentum 
unb fc^ü^tc ben Übergang über 
bie ftinow. Um 1220 tjaben ble 
Wsfanier Bieber* unb Ober* 
barnim erworben unb fofort mit 
ber flolonifation unb ber Be* 
fieblung ber Stöbte. wie Berlin, 
Bernau, (Ebeiswalbe unb Ober* 
berg, eingefeftt. 3 a eben bie fer 
jeit ift aud) bie Burg &obcn* 
finow angelegt, unb sroar, wie 
man beftimmt ann eftmen barf, 
oon OTarlgraf Sllbrccftt, ber um 
1220 mief) bie Burg in Ober- 
berg erbaut hat. ‘liefe fjaupt’ 
bürg auf bem fog. Sdjlo&berg, 


befterrfeftenber »erg^atje feine Benaiffaneegiebcl unb alten L'inbenftonen ftelj 

gegen ben Fimmel bebt. Wir waitbern 3 uoärberft auf feftnurgeraber .Rirjtften* 
allce burd) bie ftinorontebcruug unb bann burd> bie ro obigepflegte ftorft, mo 
eine ftafancrie bie ftäl)c eines SHitterfi^es anlflmbigt. 

«luf biefem Wege begegnen mir einem Mdtlfttill Hüb einer tiefte, bie baoon 
3eugni« oblegen, baft Raifer SRiltjelm II. oon 1877 bis 18% häufig 3 ur Birfdj 
in fcoftenfinow geweilt bat. Tie triefte bot ber Wonarift 1890 perfönlid) gepflanzt, 
benn l)icr mar es, wo er 1877 als ©rin) feinen erften Wcftbod erlegte. 
&t)TU>flrbige ßinbcnwipfcl umraufeften bas alte <3d>Iof| , meiterljin gibt eine 
graubiofe CinbenaUcc bem Torf ^obenfinat» ben oomet)men ?lnftrid) jener 
Crtfiftaften, bie fid) an eine fäfulare Jj>errenfultur nnlebnen. Tie ganie Scftlofc* 
nnlage mit bem Wafonronörll aor ber ftauptfrout, bie »ruppen ber RatxUirr* 
unb Bermaltungsgcbdubc unb im Sjintfrgrunb ber ®ui&ftof atmen ben ©«ift 
ber Beujcit ; benn erft im 1889 ift bas 2cftlof} oon bem Batcr bes Weidjs* 

(anders, bem Wirflidjctt (befteimen Wat fteli* ». Wetftmanu .CSoUtveg, erneuert 
unb mit mobernen Crinriifttungen ausgeftattot worben. 2lt>cr bei näherer 
Betrachtung ber alten, öidjtbcwncftFenen Icrraffc, ber Waiferläufc im Bart wie 
bc> ibqllifcftcn Sdjlangcnteidjs unb ber £d)*utmaffcn, bic man ftier im *> &a 
gelegentlich flutage gefächert, ergibt fid) bie Tatfacfte, bafo sj>oheufl«dw einjt. 
mal* eine jtatfe Bitter bürg gemefen ift. 9Ulerbings ift ju bewerfen, bah bas 


rer Eingang um* 8cftloFfc. 


Oft eg reifliche twel[< haben fUft an bic ^lecfon be-.’ 
^Jneuen Stetdftsfanjlers oom erften Inge feiner 
(Ernennung an bie ftreubcu unb Befcfttocrbcn ber 
Berühmtheit Sdiritt auf Sdjritt angebeftet. 9Rau 
tnrnattet grafte Tinge oon Iftm, man Ift gefpannt, 
*ptc er bi o fdfttrietig« Sage be» Betefts entwirren 
unb ben Bartciliober feftlidjtcn wirb, imb fo folgen 
iftiu benn Die Bilde bei 

nften Bmtsftan Ölungen unb biplomatifcftm Brifen, 
feubern aud) bis in bic 3 nrudgc 3 ogcnfteit ber 
fteimiftften Sd>ollc unb iu ben ,>ricbeu am ftdus* 
Heften öerb. 

Ter angeftammtc Sitj bcs A>cvrn o. Betftiunnu 
^otiweg ift bas Scftloft ^pftenfinow, auf ftatbem 

Wege jwiftftm (Jbcrswalbe unb ^reieimmlbe am 
ftorbabftaug be^ Cbcrbamim gelegen. Ter alte 
ftaitlfrfte SUtterfift erlebte iu ben legten SRonaten 
wie nod) niemals in bei* ficbenftunbcrt ^va I)rcu 
feine* Qefteftens ein Rommen unb tteftm, ein 
Qro* fttjei* imb Jyrageu oljne (Jube. 29er biefen 
abgef^iebenen <J-(ed Hebe bis baftin nod) uitftt 
farmte, mar flberrafcftt oo-n ber ßieblid)feit ber ßanb 
feftaft, ber ftratrgijdicn Beöeutmifl öcs Cites uub 
bem «djatj oon gcid)id)tlid)cu Vivinueniugen, öcr jid) 
um Burg unb Torftucfte öoftenfinoro friftallificrt ftat. 

Tas Bittergut ^öftenfinotu, 
feit bem 24. 3uli 1855 tm 
Befi^ öcr Qramtlie o. ®etft* 
mann öollwrg , repräfentiert 
(in 91 real oon 2156 bn unb 
bau! ber agrarifeften tteniali» 
tät bes ältern unb jftngerti 
Betftmann ^>ollroeg eine mär* 
fifd>e 9Jlufterwirt|d)aft. Cinft* 
mals für 400000 Taler etwor* 
ben, ftellt öoljcnfinoco gegen* 
roärttg einen oielfaeften Willi* 
oitenuwrt bav. 

Bon ber ftoften Sdjönfteit 
bes Oberbamim befommt man 
einen Begriff, wenn man bic 
fterrlitftm ßaubwälber bcs Bin* 
mentals nötblidj non Gtraufj* 
berg bureftwanbert. Tiefe Wäibcr 
oerbreiten fid) ftriefttoeife Aber 
bas gan,jc Blateau unb enbigen 
bei Gberstoalbe, fcoftenf inow unb 
c^tewnwalbc. Tas Tal ber fti* 
nom, bie betanntlid) gum ©er* 
binbungsfanal 3 *»if<ften Ober unb 
töaoel ausgebaut ift, begleiten 
fteil abfallenbe unb 311 m Teil 
anmutig bewalbcte §öftenjf)ge, 
in mcltfttigcr fluroe oon Cbers* 
walbe bis Wriejeu ocrlaufenb, 

Bei Bieberfinoru ocrlaffeu wir 
bie Batjn unb erblidcn eine ^albc 
Stunbe Wegs oor uns bas 
Sdjloft $ofteufinoro, bas auf 


Uvortenan ftd)t bes Sd)Ioffes. 


Te» Üanjlers Arbeit* j imm er. 


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l'fbitsurfunbtn 


me 


.1.1* '■‘injrn wir, wie c i n i t , 7 n ‘ 
* ,ra ° nbCm * e *>«< h 
3 «*» 3ol)rt)un6(rtc lang taber h ,„ v 

epmte.t,_ bi, ou<b in Drcnbrn'bri 

tljal begütert waren. Gs f 0 i fll Ks ? 
Magnaten, bie ©rafen Gd,U<t 
bann wäljrrnb be& Dreifc Jäh rjflen *5?’ 
bic SScrrcn p. Vturi Die *3 ' *?«« 
voüfa^rte ben SdjloftntubL oon 
nt ber £>atipifa<fc e nodi K fute 
tit. 3m ad)tje^nten Zatfrtnmbm 
nimmt frone *eu* TOattfoeus von ^ 
jobre £ot)enfinow, unb cbenbiefc 
bcflrfinbcte in ber flrijpta ber ftlf? 0 
jtattlidjc pomitiengnift, bie nad) bm C 

Die €d)lotoetTcn bes adjtjetjntm C 
fnmbert« haben, wie »itJiTnlÄ 
ttberbleibieln tmb Utfunben crjrdjtliÄ 
grofembuftncUen Ehrgcij Wefl«, 

Wnqt oitenbar mit bem tB^trcbm &riebri*! 
? Cft ©rohen jiifamimn, alle feine « taatm 
« tout prix in jene höher« Spljire w heb«, 
tme fie bas betriebfame edjlefien, •SBcitfalm 
»mb bic Wfcinlanbt 3 ri0ten, bii fid/ Ä 
bem Staatsfädcl forberltd) crioiefen. 

«ber in fvohenfinotp bat bieft anocbiü 
t)ötjcre Kultur ntdjt föhbertid, Gtftd ttf h ab , 
benn bie «bgelegenbeit bes Ortes, Die 
Ifflung bcs Cbcrbctte& weit nadj Qfttn un & 
oiellddjt auef) pcifönlid)«s llngefdiid euiu* 
ten auf bic Dauer eine fatale Uttterbilam 
unb bo 3 u ramen bie flöte bes SiebenjfibTv 
gen Äricgca nnb bie allgemeine ©erormuiu 
tn ber frauzofenjeit, Die eigentlid) golbeiu 
unb glüdlidje 3eit beginnt in ftaljcitfino® 
erft m ber 3weiten Hälfte bes neuitjcbntn 
3al)rl)unbert*. 

Der alte ©aiotfdjarafter bes Gd)loffc*i|t 
burd) mehrfache Erneuerungen im flu&a* 
verloren gegangen. Es betleibete ficb mii 
flenaiflanceformen, unb {o finö aud) bie 
ft£ttilid)cn (&iebd eine 3utat bes neunjrhntrn 
3at)r t)imber ts wie ferner ber ?lu&bau bes on< 
neijmen Dreppenhaufe*. Dagegen bat manbit 


% 








ber aber aud) 3 imi «nbenfen au ben ehr» 
würbigen asfaniid)cii Stäbtebauer Wibrecht*- 
berg genannt wirb, würbe am Enbe bea 
fünfzehnten 3aluh»mbert* abgebrochen. Das 
alte ©ett ber Ober befanb fid) Damals norf) 
in nddjftcr flöh« b« ©urg ©otjenflnow 
unb i|t erft bei bet Urbarmachung bes 
Oöerbrudjs biucf) friebrid) ben ©rohen 
erheblich nach Oftcn oerlegt toorben. SUeit« 
gcbcRnt« Sümpfe machten in alter 3dt bie 
friegerifdjen flftionen in biefer t&cgeiiD ttid)t 
gerabe leidjt. 9licf)tsbeftotoeniger war ber 
eirponiertc unb widjtige Dunrt Oberberg 
fatnt Umgegeitb fabrljunbcrtelang bet £d)au- 
plah erbitterter ilftmpfe ber $ommem unb 
Snrcflciiburger gegen bie aaraiti|d)en unb 
fpätcrcn ^errett ber 9Jlarf. Unb h» cr ^> 
batte ^ohenfincro fo 3 ufagen ala betad)ierte^ 
jort toidjtige Dien|te 311 leiften. 

San ben ©injelljeiten biefer Woloni» 
[ation^ unb SBcrteibigungsfricge ift nicht 
oiel nic£)r br rannt. Selbft in ber SOVittc 
bea oierjefjnten 3 «i)ti>unbcrts ^atie matt 
bas Obetbamim uod) ntcfyt in feftem 
3m 3 fl ^ rc 13 -*9 würbe 3 . ©. SÖJarfgraf 
fiubwig oon ben 3Wedienburgcrn bei DDer- 
berg gefcblagett, unb hierbei würbe aud) 
{>ohenfinoto berannt unb wahrfdirinlid) er- 
obert. ©011 bem hoben «Iler unb 0011 ber 
ffiebeutung ber Surg ^obenfinow legt aud) 
bie Dorftinbe 3eufl;nia ab. ©ci einer «irchen. 
reparatur im 3at)re 1899 ftellte fid) Ijerau«, 
bah bie |e$ige ftirche nidjt, wie es in alten 
Urfunben beiht, 1690 neu erbaut, fonbem 
eher oeibaut unb oenmftaltet worben ift. 
3ljre tirfpriingltd)e Jonn war eine brei* 
fdjiffige, romawifche ^feiierbafitifa aus ber 
9JHtte bes Dreizehnten 3 a h r b l,n ^^»^^ 

Der Erbauer bes ic^igen Sdjlojfes I|at 
dot zweihimbertiroaujig 3al)rrn jene Seiten« 
fchifie befeitigt, aber bas ©littel|d)iff ftehen 
laffen, nur bah er ben uralten ©taucrrcni 
unb bie fünf ^tfeilcrarfaben ber aalanifdjen 
Urzeit tj»«ter ei nett .«alfbctmirf oerfteefte, 
wie er aud) bie balbrunbc 9lp|is fottnaljm. 
So hflt beim bie ftirdje bas Dafein ber 
«öfanierburg befiätigt. ©011 1334 ab ift 




©iid in ben Saal. 

















> 


N. 




4 C 










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■*1 


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vm 




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herrlichen etndarbeiten bes tietnefmten Ctabriitinbert» Pietät- 

Dort erhalten. 3m 3nncrn bcs 34>loff c& fein auf bring, 

lidjer $runf, bie Oiiterteurs atmen eine fdjlidjtc 9Uflrbe unb 
*llomcl)rul)cit. Der^ugang 311 biefem fcauptrmim öffnet fidj 
oon ber nmn&eroollen Partie rraffe. Der Saal 3äl)lt 311 
ben fd)önften Äunftbcnrmälem ber ©lart *X?ic CEfjronir uou 
Öotjenfinoiu oerbreitet fid) ausführlich üb« bic fterftellung 
ber prad)tüollen Gtudacbciteu, bic ein SI0I3 voeilanb 
Önt. v. ©oerftcls getoefen Jinb. Die fturfflrftlid) ©ran ben- 
burgifdjen „ Staffiert re“ aus Sd)toebt, beroorragenbe italic« 
nifdjc Slünftler mit 3<>hftiin 8etim unb Boniteur $rauci$cus 
«Intom fjaben fid) I)ier unftetblid) gemacht, ferner wirb 
eine «ln3ahl non (GupFern unter ihrem ^riujipol 3ob<»nn 
Senior aufgejäfjlt, ein IjoCIflnbiJcfjcr Di|d)ler unb kreppen* 
mad)er 9BiU)cIm £>ober unb ein $ilbl)<nicr (Hias Ter 

'|3töfonb mit ben granbiofett ftrudyt- unb Want^u«getDinb«n, 
bie $um Teil in ben Staunt hereinhängen, unb bic inert« 
niürbigen, oon febwebenben Butten gehaltenen; Draperien, 
haben 3U allen 3ctCett bas fifntjücfen ber flenner beroor* 
gerufen, fein fDunber alfo, baß ber Saal möglidjft in 
feiner wrfprüngUchen ©cftalt erhalten blieb. Seine $aupt> 
^lerbe aus neuerer bilben bie beiben oor$ü glichen 
©ilbniffe ber Gltern bes fReicbsranjlcrs. Jfrau 3fabella 
v. ftettynaim fcollcoeg, geborene o. ©ougemont, ein 


UBerf ©uftao ©iebtere, 
unb ftfltr v. IBctlj* 
mann § oll weg in ber 
<^arafteriftifd)en §al* 
tung eines tatenfrohen 
Cannes ber ©eujeit, 
oom (Grafen o. £jarracb 
gemalt. ®s b«iftt oon 
»hm In bei ChroniC: 
„®ered)t unb jtreng, 
ein guter SBirt unb 
fefjarfer Meiner, ein 
&einb oon ©luftig, 
gang unb »enuft* 
fuefjt, non öeudjelei 
unb SBeichlicijfeit, 
roirfte bet (Gutsherr 
burd> fein ©eifpicl 
unb feine ^erfonlid)* 
fett in hohem ©lüfte 
er 3 ieherifd>." 

Durch einen Cor« 
raum, mit C&ccoeiften 
unb einer mächtigen 
Gcoresoafe gefdjmüdft, 
betritt man bas cid)en- 
getäfelte Treppenhaus, 
bas burd) brei Stocf- 
toerfe emporgeht. Sin- 
fach ift bas Speife« 
jimnter mit ber |d)lid). 
ten Gimpel über bem 
langen Tifd), ben 
feftmueflofen Sorftütigcn 
unb einigen wenigen 


3nneuanfid)t ber Äirdje. 


91 tn leid) im Scbloftpart. 


Sdjrdnfen unb Glnricftten. 'hm 
ftrengen «Irbeitsemft , bet feit 
3 toei (Generationen in biclem 
£aufc gehenrfcht, befunbet aud) 
bas fd)licf)tc «Irbeitsjimmer bes 
'Jfcidjsfanjlm. Sein ijaupb 
fdjinud finb bie 3eic$tn faifa« 
lieber £>ulb unb an ben ©änbm 
bie jaftlreicben (Gehörne, bie 
Oagbbeute bes (Gutes. 3m Cat* 
beigehen crblidt man eine Heine 
©3ertftntt mit Drehbanf unb 
$>obel, luo ber ©ater bes jcljigm 
Sdjloftberrn manches Joausgerft 
eigenhdnbig hergeftellt hat. 

©I and) et niörlifdje 2ounjten* 
weg oon (fberswalbe, ilboriit, 
ivreiemualbc , ftalfenberg unb 
Cberberg aus geht über bas 
(Gebiet unb burch bic 'JDälber 
oon Moheniinoir. Oftlid) rom 
Schlöffe führt eine $Ulrc nach 
bem fog. üDeinberg, bet tot* 
jadjlich früher, als bas niörf-ifdie 
Mlima entroeber noch günstiger 
war ober bie ©lenjdjen nach 
feine fo peinlichen HBcinrcnnfr 
roie h«ute waren, ber SBein- 
Jultur biente. Sdjabe, 
baft |id) nicht mehr 
feftftellen Wftt , roie 
biefer Gcftla^abjug 
JC)ohcnfinoa?s gemun* 
bet hat! Con biefem 
SDeinberg ftat man 
eine wunberoolle unb 
oielbefuchte 9lusfi«ht 
auf bas merfaiürbigr 
Oberbrud), ieffen Ur- 
barmachung eine ber 
gröftten Daten ffrieb- 
richs bes (btoften i|t. 
Der Clid über bie 

©Jülber unbgefegneten 

«der, über bie liefen 
unb merfroürbig gc 
fchldngelten ©offer- 
Idufe , bie fid} vox 
Oberberg jum Cber- 
berger unb por $itpt 
3um Öiepefchen S« 
oerbtdjtert, bietet ein 
ühotafterjtüd märfi- 
|<her ßanbfchaft. Gin 
merftnürbiges altes 
öaus auf Seighöh* 
mit malerifdjcm, w<i| 
oorge30öenem unbauf 
©aurnftömme geftfll* 
tern Dad) ift 1«*"* 
falls nod) «I« fin 
Oberbleibfel ber alten, 
oerfchöllcnen ©ein- 
fultur ber Warf I« 
betrachten. 


üuf bem SBeinbcrg. 


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gj r 3465. 25. OJoucntb« 1009. 


atlultrirte 3etlung. 


1042 « 





$)a$ in 9lrab. 


5tarl Slafcl. 

3u tclnem ir^iialADiiorn e<t>m.| P l*l€tjubiia.in.. 

«TNaH rin naives Gemüt unb (in fröhlicher Sinn bie 
JjWorausfemmfleu (in« langen Ccbeiisöauer hnb, 
bafür gibt uni öer SJiener tfmmf« ttarnSlafcl Den 
[uivdicnoftcn Beweis. Cr i|t trofl fein« ad)timD tebfig 
^nljre na d) aoll ßebensfrifche unö von ein« ©clen!» fl . 
feit, um öic ihn fo mancher ^üngliTtf» beneiben rannte. 
(£r ift ber legte Weprflfentaut aus Der ©lanjpenoöe 
ber «Diener Boffr, bic fid) rinft and) im Worben fieg* 
reich behauptet«, entflammt bem «Diener «oben, wo 
cinlt Jinfperl. I&aDDdbl, Staberl unb wie Jonft bic 
ßujtigmaehcr tjießen, Bie Trabition beo oerbanntrn 
$>auswurftcs forifeßten. , r , _ . 

2öic 3 ot)°nn Weftroi), begann Sätl Blafel Jeine thea« 
tralifd)« ßaufbat>n an ber «Wiener Oper. Obwohl mufi» 
falijd) gebildet unö fdjon als fl»ab( etrt tüdjttger 
Sänget in ben perfdjiebenen Hirdjrn «Biens, war cs 
öod) feine ©efangspartic, in ber er fid) bem WHener 
Bublifum in «locarts , f ;■^aIlberflöte ,, oorftcllte. ©fi 
war eine jtumme Wolle, in öer et nid)t nur bas Bu* 
btitum, femberu aud) bie Sänget 3 u lauter Sjciterfeit 
ftinriß: er Jteilte einen «fffen bar, brr 311 Taminos 
ftlöte tanjte unb |o pofHetlidjc Sprünge machte, Bafc 
bas gattjo $aus in hell« ßadjen ausbrad)- Bus bem 
HffrnDarfteucr tourbc bann rin jugenölichcr fiiebbabet 
unb «aturburfd)<, ber fid) feine erften ßarbeeren 1849 
in ßnibad) hotte, wo Damals and) üDlaric ©eiftinger 
in ftinöcrrollrti wirfte. Ter 3nf«U lenfte iljn fpätec 
auf bie te*)ic ©ahn, auf weither er als Äomifet eine 
wirfungsoolle Tätigtet! entfaltete. Ter erftc Berfud) 
in einer 9leftroi)|d)en B ö fl c gelang oollftänbig, unb 
früher jähltc Blafel 3 u öen gefuct)teften Homifern in. 
ben öfterreid)ifd)cn ^ropinjftäbteu. 3« BJarburg, in 
ßernberg, in Itlagcnfurt unö tulettt in ßin 3 roirfenö, 
würbe er oon bem ttjeaterfunbigen Ttreftor Strumpfer 
1893 an bas lljeafer an ber «Dien berufen, wo er 
311m erftcnmal in ber Boffc „Ter ftafenfebreefet" auf» 
trat unb |ich fofort bic Sympathien bcs <Publifum6 
eroberte. 'JUIit Strampfer begann batnals «ine gldn* 
tenbe ©poche bei «Diener Boltebüfjne. Sein fidjeret 
©lief hatte einen neuen Stern am TI)cateTt)immel «*t- 
bedt: bie übcrfprubclnöe, tcmperamentoollc ©allmetjer, 
bic Bauern fei b bas „größte bramatifdje ©eine“ nannte. 
3l)r Partner ift lange jaljre hinburd) Slarl Wlafel gewefen, 
unö lein Theater war in biejet 3«t io befudjt wie bas an ber 
SBien, wo halb barauf Blarie ©eijtinger in ber Operette 
bie erfte Wolle fpielte. So glänjenbe X'eiftungen auf bem 
Gebiete bet 'JJojje aud) geboten würben, Offenbach mufotc 
fie bod) 3« cerbrängen. unb mit öer „Schönen Helena" 
begann au<f) für ftarl ©lafcl eine neue ‘Ära feines 933ir- 
lens. Sein Wlenelaus, Tein ©rin 3 'fJaul in 5er „©roh* 
herjogin oon ©erolfteiu", fein Äiönig ©obed)e int „Blau- 
bart“ waren meifterhaftc parobi|tifd)c ßeiftungen nnb 
überragten, wie felbft Cffenbadi augeftanö, weitaus 
jene ber franjöfifdjcn Aomiter. 4lu«h im ttarMtjeater, 
bem ©lafcl feit bem 3al)re 1869 angehörte, wttfte er 
mit bemfclbcn günftigen Crfolge neben ben betüljrnten 
Äomifern Äinaad unbWlatras; auch h' ct c r 3ielte er itt ben 


w.,. .» W .C. Wu<|ni>et eä ( 


X)er neue s Bräfibent bes ungatifcfyen 
9l6georbneten^aufes. 

OT>as fid) feit langem, bauptfdihü<h ««fl*» 1 öcr iVrage 
Sanftrennung — ob bas ^Jrtoilegmm ber Cftcr- 
reid)ifrf)‘llrtgarif(f)en Bant oeclängrrt ober ob getrennte 
Banfen in Ojterieich unö in Ungarn errid)tct werben 
Jollen — oorbereitet hat, ift am 11. Woaember jur lat 
geworben: bic ungarijdjc Unabljflngigleitsparlei hat Ji<h 
in 3 wei ©ruppen geteilt. 

3n ber <üarteiton.feren3 an öiefem Tage Jtellte ber Wb» 
georbnete iSollo ben Wntrag, bie Regierung muffe bie 
(Errichtung einer fclbftänbigen ungarijd)cn 3>anf am 1. Ja- 
nuar 1911 in ihr Programm aufnehmen. 5)cr Borfi^enbe 
ftran$ flaffuth Jprad) bagegen. (Er blieb abet in Der 
Wlinoritfll, legte bähet fofort feine Stelle 
als (prafibent ber Unabhängigfcitspattei 
nieber, trat Jamt feinen Anhängern aus 
biefer aus unb grünbete eine neue „lluab* 
bdngigfeits» unb Wdjtunbnier.vgcr flaffutt)- 
Bartei". Tie in Der ursprünglichen llu» 
abhängigfeitspartei verbliebenen huubert* 
unö3waii3ig Wb^eorbnelen wählten nun 
ben bisherigen ftuhrer ber fog. Banfgruppc, 
jener, bie nnbebingt Die tttrichtung einet 
jelbftflnbigen Bant burchfe^ert wollen, 

Julius v. 3ufth 3« ihrem Bräfiöcnten. 

3«fth war aber belauntlid) feit 190G, 
b. i feit bem Beftanb ber Koalition, Brä» 
fibent bes ungqTifdjen^bgeotbnctenhaufes. 

Ta er einerseits biefes 9lmt mit ber Stel- 
lung als Btäfibent einer' Oppositionspartei 
für unvereinbar hielt, anberfeits ber fidjem 
©efahr eines Wli&tranensootums enigeben 
wollte, legte er noch an bemfelben Tage 
unb mit ihm bi« jwei Bijepräfibenten 
©raf Battt)t)äni) unö ßubwig Bfcrei) fein 
'ilnit nieber. ?lm 13. Wouembcr fanb 
Daher bie Weuwafjl bes Bräfibiums ftatt. 

Ter neue Bräfibcnt ift nod) ein junger 
Biüim, fowohl feinem Allier als auch feiner 
politischen Betätigung nach. ®r galt jwar 
immer fd)on als ein tüchtiger ?lbgeorb» 
neter, aber niemanb hätte ihm eine fo 
rafetje Äarnere prophe3eit. «Ilcranber ©äl 
wutb« fm 3ahre 1868 als fiinb einer 
armen Sjefler Familie tn ©tjergyonjfaln 
geboren. Wad) - 4lbfoloieiimg öer Univer« 
filiät lieh CT fid) als Mbootat in Sdchfifcf)* 

Wegen (Ssafjrcgen) itt Siebenbürgen 
niröet unb gelangte balö 3U einer mafo» 
gebenöen Wolle in feinem Momitat, Schon 
hier 3eigte et fid) wieberholt als Jcharfcr 
©egnex ber Siebenbürger Sadjfcn. 3m 
3abre 1901 würbe er vom Wyarab^ercbaer 
Beiirt mit bem Btogramm ber Unab» 
hängigfeitspariei in bas'Hbgeoxbnttenhaus 
gewählt unb gewann basfelbe Wfanbat fo* 
wohl 1905 als auch bei ben Neuwahlen 
im 3ah« 1906- Wlexanber ©dl gilt ab 
lehr gefehlter 3uriit. ©r war aud) 
wieberholt fdjon ÜJiitglieb unb fogar Brü* 
fibent Bes 3mmunitäts*, Des 3nfompati* 
bilitäts» unb Des 3ufti3ausid)uffes. 

r M ©iiepräfibentcu würben Die ?Ib» 
fleorbneten ©raf Theobor Batthydnt) (Un* 
abbängiflteit$»l3ufth«]Bartei) unb Stephan 
tRaJopljfy (Boltspartei), Die biefe Stellung 
Schon früher befleiBet hatten, gewählt. 


flarl ölajel. 


Operetten „Brinjeffin von Txape3unt", „Wamfell Wngot“, 
„fVatiniha“, „Boccaccio" groöe Srfolge. (Erft im September 
1885 tehrtc Blafel wtcöer 3ur SDiencr Boffe 3i«rüd, nad)- 
bem et Die Tireftion bc« ^ofephfläbter Iheaters über 
nomnten hatte. ^luf biefer Bühne, wo eirift fterbinanb 
WatmunD Die erften Schritte auf Wfiener Boben wagte 
unb 3toei 3ahr3ebnte Fpäter 3unt erftenmal ben „Ber* 
fdjwenöfr“ 311 r Q(uifiif)iung brachte, auf biefer Bühne, 
bi« aud) itt öer Seit ber begiun«nöcn Operetten he rrfd>a ft 
am Bolfsftüd fejihielt, brachte Blafcl bie BJirner Boffe 

? u neuem Ceben. ßeibet nicfjt für lange ^ erin 

ein ©htfleiö ftrebte bahin, Tireftor Des (Satl. Theaters 
tu werben. Sein JBunfch warb im September 1889 er- 
füllt. Tos ©lücf aber blieb »hm uid)t halb, benn fdjon 
am 3. 3uni 1895 fah er fid) Infolge finanaitller Schwierig' 
feiten genötigt, als Tircftor abjlltrefen. 3 tt>ar Dticb er 
nod) einig« 3ahre Wlitglieb Biefer Bühne, bis es iljrt 
abermals gelüftete, fid) fclbftdnbig 311 machen, tiesmal 
— 1899 — als Tircftor Bes B3»ener itoloffemns, eines 
Barietetheaters, auf bem er ben Werfud) mit einaftigen 
B offen wagte. 9Iber auch Iper war er vom ©lücf nid)t bo 
günjJiflt, unb mit bem 1. 3uni 1899 nahm feine Xireltions» 
fühtung ein ©nöe. Seither ift Blafel wicöer am <2arU 
Theater tätig, ju Beffen beiten ©litglieBent er nod) beute 
j|dt)(t. C^’er feierte er am 21. ö. SDR. bas 3ubi!äum feiner 
[cd) 31g jährig™ Bühncntätiglcit unb an Bemfelben Tage 
aud) bie ©olbene öodurit mit feiner 
©attin, bie er am 21. Wovtmber 1859 
rum Traualtar geführt hatte. 

äarf ©loffi). 


Dös ftoffutI)»DettfmaI in ^Irab. 

S eit einigen 3al)rcn, pornrhrnlicf) feit» 
bem bie lluabhängigfcii^portei eine fo 
bebeutenbe Wolle fpiclt unb ihr 8-ühTCt 
«5*r auj Woffutb im Wate bet Älrone Itßt, 
hat ber ftuttus für Den Wationalbelben 
2 u ömig Hoffuth naturgemäß in Ungarn 
in hohem Blähe tugenommen. Tie iloffuttj* 
Tenfmdler fpriehen gleict)fam aus ber (Er De. 
Bor wenigen 5bod)en ift bas iünfunbfünf* 
3igft< feierlich enthüllt worben. ©5 ift 
ie«3t bas größte unö fchönftc unb fdjnuidt 
bic Metropole bcs Sllfölbs, Brab, bie bie 
Ungarn bic „Stöbt ber Blärtgrer“ nennen, 
benn hier würben nach ber tiatafttophe 
von BUägos am 6. Cftoher 1849 auf 
Befehl öopnaus bret3chn ©enerale hin» 
gerictiiet. 

Unweit bes impofanten ^reiheit&Deuf» 
mals oon ©eorg 8as Dem 'Jlnbenfen 
ber ©rcigniffc bcs 3oh*es 1848 49 geweiht 
ift. erbebt lieh nun in ber Wtitte bei breiten 
Wabialftrahc bas neue ftoffuth-Ttnfmal, 
bas feßt bie größte 3 ifTÖC ol,cl1 * Qn 
febönen ©ebäuDcn unb ilirchcn reichen, auf- 
blühen Ben Stabt hübet, ©s wurBe oon 
ben BilDhauern ©buarö Blargö unb Sieg» 
f rieb Bongrä cj fo wie 00m ?1 rdiiteften on ß 
Bogänt) ausgefühtt. Ter Södel bes Bio* 
numents iit 12 m breit; in ber «Dlitteauf 
hohem ^5ortamcrxt ftebt, i" <**1 fl(floffen, 
ßnbwig iloffuth. als «ebner bargcflellt, 
währenD Ted)is unb linfs je btei Weben* 
gcftülteu bic Begeiferung bes Bolfes unb 
Di« Wampfbcrcitfchoft Der BüTgrr oerfinn* 
bilDiichcn. Ter mflchiigr Uni erbau ift 
rl)t)thmifd) gegliebcrt, b«r Dberbau weift 
ungnrifebe Deforatioe ©lemrnte auf. Ter 
rüdwürtige Teil jeigt «in Weiierrelief. 

9lraD befißt anher Dem nrnen Woffutb» 
Tenrmal unb bem fdjon erwähnten, 1890 

enthüllten ftreiheitsbenfmal no( *J . J“** 

anbere biftorifdie 'JOlonumenfe : ein tlemcie* 
Tentmal ju ©h« n bfr 1819 fl*‘f a *l rn ? n 
^onoeBs am $)miptpla^e unö einen ©ranit* 
obctislen jur ©rinnerung an bie h'ngend)- 
teten ©cnerale auf ber 9ii<h)tf tätte ^intei: 
Der Jeftung. 


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6a* poTnrljme qJuMitum, Dem man i m 
< rdpuMiile de* Du**“ ein |cl,r trfolprÄ ^> 
örtMimmmfl**'. Souper rorfetten liefe 
nu!)nlb Stunbeu flHulirnidjt ohne UmerbZ?* ft* 1 * 
nne Dellnlcudjme ^auiVdlung Zz£S m 
3 iiw*kn m ben L’ogen «rtra^n f 5nnc „ ,1 ' , ' rn [ >!n6 
bot indlt* l£rfd)rccfeuöfs, öie ^rioaSbltmqeÄ^ 
(Kld>ilKM etwa* au fmblid, dinier ^ 

'Dampf; brr Trad,e rrodfrL SfiSSÄ ! tn > 
• bemcu mttfulteit, int gemalten GA,,«« W Ul * 

aftljmalifd) übet bi* fc^e. Ta fonÄJI?? 1 « 

utdit mehr auf einen 9 U-rfud), b a * alte SA nn 
Sollet brüie über ben »rgenboflen prlöft » k " 
Qefpaniit fern; Kaum genug iväte Dorhanörn^ ' 
einmal Wagners Wiinfd) 311 realifirren. 'LdS?* 
ennipunur em prionte« 'Bübnengeioitter wbK^ 
ftraljl unö erneu auf ben Ickten Wlpeft SteÄ 
redjt buft ifl flcmajten unb teil« pnrt.jiertrn sfi 
bogen, ben potin* unb Fridas ȟfee nid," f rS 
ten. Moftumlid, wurDe etwa* ndünOiq • ffiu 
'iimdjon ftecfic Die ©älter weniger in 

5Tn(t)l; 5ip9 ^ miiarn 

llrwälöev oem «Perfiden nebft WutomobilwS.^ 
ft rein war hübjd) poetifd,. 

***'"""* MH« Hd) gam auf b Pn a 0Qt 
oan Tt,d«. Ta« war trott bes Wbbrudia tSS! 
»eaiebnngm mit ber glanjaollen 3ugfu ö ein f( hl 
Cciitung. ftt. «rin,« 

mal al« Wotan, ba er fid, nid)t Die « übe J? 
Dem »lujtbmu* bie (Sefte au leiden. «ft 

Sil beriet) linö Wime (Tttdos unb ftobett SSZ 
unb ftafolt Qmirnct unD ©reffe); ttort fang 
Xomter, oiellcidjt 311 bebaut auf leine e tim, n. 
fdjönbeit. Tod) bie männliche 9 ioUenoertretima 
überragte nod) tue wciblid)e, bie au Iqrifd,, iu i,h? 
Cpera (lomiqitc war. flanu $r. Wcfjage? ©itfiicb 
trotj öer ammranijdjcu ©ngentonturren«, lein etam 
bebeutfamm« Gnfeinblc a» lammenbringen als 
adjtbare, Dod) nid)t eTftllaffige, Das ihm für „Äbein. 
golD- ocriügbar tuar: «Dille*. Temougeot (,Vido) 
tiomprebon (,>tcia), Ubnrbonne! (®tb<t). ©allV® m. 
linbe), Baute »tun (UBellgunbc) unb fcapew& 
(JVloBb'ibc)? Ter Treiiang ber KljeirtlBdpet ®«e 
ba* befte. OTe|(ager batte gewifc uiel mit feinem 
CrdKfter gearbeitet unb er^irltc Ijirr (einen grö&tm 
Xrhmipb. wenn er aud> nid)l al« ba* 36ra( c j 1l(i 
Waguer-SJirigenteit gelten tarnt. Tie ?lufnabme, bie 
ba* 'Pnblifum ber Generalprobe bemSBnrc bereitetL 
Ijätie mdrmer fein Dürfen; e* Ijatte 6ie l£ntfd)ulbig t mq r 
baf) nicf)t ber 3ünöenbe J>unfe einbdtlicber, editer 
.Uunftbegeifterunfl für eine grofje Sac^e oon jenfeit 
bei iRampe 3U ityn bcrftberSprong. 3 m nAdijuti 
^rübiatjr foll Der „Üiing“ gefd)lof|en ben Harifem 
beldjcrt werben, Dabiit wirb ttnbrt Weifager 
lyoffentlid) ttod) mantys uetbe||em. (Jarl ta^m. 


Grfte S 3 ene: 9luf bem Grunbe be«9»)cm«. Ter Staub öe *3 ©olöes bur cf) ?llberid). ®om 
3ufd)auenraum auo gefeljcn- 

„liRfjciiigoIb" in ber ftrofjcn Oper 311 ^Sarts. 

^Nie SfeaWmie Rationale 6c OTulignc. tnill fngeu. Die elfte Opcrnbübnc SVremlreidv% 
Jr c fJ ft>,e . Q ! n 14 Jloocrnber Die ©etieral probe au 1< 9U)cingol6 w . Miauet 3abre ijinter Der 
JJIundiricr^ntflurtiibrunn her, berfdjonein Meiner Stab frana6fi|d)cr ^Baqiier (Jmhuiiaftcit 
©iT« anr T h , rtl f 1 ' ^1* Wnb " w " Tt > c Wm öfl* fiiiii,ügfie ^übtläuin bei Vor. 

Sm , U50 . töm fc,n ’ man uarf 3 .ÄUfirc", „Sipgfrieö" 

&7 Ä ? tl< 5 M,n 7,?J r V n Sr» ]m .-iHl>ei»i ft olö** gefeheu bat, möchte man öürati orr! 
8J25' öc * fwnltigen 3hflu* auftanöe fo.nmin wirb, 

So “[‘ff I !/ l lÖ, r ! 'JBitgner Wenuer uou 6e» ( ylud)t aitrudlj.titeu föunte iSatulIc 
■Baoreiithptlger unb «rrteibiger IBagncr* an* feiner Variier .Uampficil hat 
nod) für, oor fernem Tobe iu einem «uffag in ber .Sllultrirtcn -iriii S- ^beZm lt i« 

r , y 1 ourd) bringen unb fo Da* ©cfamtiücrf au ctf affen iDiinteu SJhdlaopr 
■LKSilI? x C L Utenf,e .. D ? n , flllfn ( ran föfifdjen «üpellmciiteru, rÄffr ri X LntecaSSt 

aSSf S sSSHSSFä 
äSSSSÄS^Ä 

(Experiment au* Dem Wege 3 u gehen bie b iZ« Ä/ bt ¥l nh ,ffllicl)em m ' nc " 

Vorbühne mit ben 3wU^noorhano^^^^^^ ^ Mberlewdjiete 

nicht abbred)en loffen; 6a^ fief) hinter ihr ba* Sirn«h!i fl ^ 3« feinem l»eibroefen 
Simon Tann aber fehlte üudjbcm^UcnL^^^ ^ ar . b ^ ** 

würbe Die Aufgabe Die 5?heininA,*>r nü. 1 ” Cr ^ a K° r ö,e SRflteftöttfunq. Taqeqen 
SEU-ife 0,H|,; {!* tollrn , in , »« 

siuf. unö »Stauchen, bas Ich Äe TabÄit P n®uI ! lbutt0 f n lmö H n flHcher Da* 

18 ä «SSKS tET'*' z,CBtilbm an * ^ 

ü« 2 i ec:: k- vm 

TüllootMnge! Tas töilb auf Der Wra bähe bot pirln ^mn m . oöcr "* n ® u[ ) ,1c ©trawubleu 
ejntrdehtigtpon bem ettpa»a U |pinaSrt?oCT imnln^rl?? 0n mI51 lbfn Iie,b,itf - »<^er be. 
palhall* nutzte felbftoerftflnblid) De berSsöhe D?e^«n!^fInSI >ft 2?®r‘5 1 M * iffcn 0 fnfl ft 
fatncntflcgtn .Bafliiere ^ lor ,^^^ r ' n ^Q^|tvln6i9l e ^au^ n t!a U öje^[t«f & ljon bcjürd)tf(^oUe| 


Tiefclbe (gjene »on ben iluliffen aus gefehen. 


Go gle 


3«r ÖTltöuffü^tung oon 9 ?. IBagners SJorfpicl ju ber Trilogie Wp 
o<5 Nibelungen": „Das Ntjeingolb“ an ber ©ro^en Oper 3U Ipans. 

9!ncb pt)o,o(irapb»iib<n Bufnabmen oon Bert In Bari*. 

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Vtx imng 
3 u Iparis. 





«Olt btt £tftauff&()tung oon 9?- «Sagnm „SRIjemgolb" in bet ®io&en Oper ju «oris. 

I. Sie **™ tM )ltr: JBII«. Han, CHic.ST.rn, t!ap«,«llc. 2 . Mn«: 3outnt1, 9 «ia: Milt, ttamptthoii. Molt: «teilt. 3 . »olan; Stirn«*. ♦. 9 *«*- *■ lBl)0iä ' 


>r.ad} vbolograpMMjert «ufitalwnm oon «.f« in liarte. 


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miVF** 


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3m Berliner (Sispalaft. 9tad, einer Drigina^idjnung oon unferem epe 3 ial 3 cid,n« Slrtyur ®arrot 



9J?n.r <}3of)le, f am 12. Wotwmber. 

'Dia* yot)k. 

3 n der frnHjc de« 12, Aovember b*K bet Dob einen 
genialen Dirigenten oon imrr trägli<i> geworbenen 
ßcibcit criöft. 2Rat Bohle i(t oon uns gegangen. 21» er 
ttad) Shemuitj fam unb bi« großen Kotierte bcfurf)tc, 
wer bem flftötifchen Crd)e|U’r lau|d)te, bet wird erjtainit 
Darüber geroefen fein, baß in ber Stobt ber Arbeit aud) 
i>rau gJIujifa in fold) edler 9üeifc gehuldigt wirb. Dicfc 
hohe Stufe Ijat Shemnitt nur beut unocrgeßlidjeit Brofclfor 
Bohle 3ii uerdnnreu. Vlu« einem 9ltd)ts hat er alles gc* 
fd)af}eu, mit raftlofcm (Eifer erjog er bic SSepöltcning 
)imt Berftfliibiiis miö 311c Siebe der 9)lufif. (Ein reiches 
‘UlufiClebnt jaubertc er heroor, unb uucrfd)öpflidj jdjieu 
ieiue Arbeitslraft, eben|o wie fein tiefes Berftdndnis. 
(Einfeitig war er nidjt getoefen, wenn er and) junt 2Jlo* 
bernen neigte. 2Bot)l war er ein glan.jenber Dnterpret 
Tagners, an bem er mit feiner ganzen Siebe hing, wobt 
geleitete er einen fJlicobe ins Öeben imb Ijolf feinen 
3bcen 23aljii bredjen, aber uid)teb«ftowcniger ehrte unb 
idjätjtc er bic Klajfitcr, unb werni es galt, Beethoocns 
linfterblidje Klänge neu ertönen 311 taffen , bann umr 
Bohle ber rechte SRann am red) ton Blatje. Das ftöblifct)e 
Crcßeftcr bat er nicht nur in (Shcntniß oon (Erfolg 311 (Er- 
folg geiüßrt, nein, ber feiufinnige unb dennod) tempera- 
mentuollc Künftler 3wang aud) bas Auditorium anderer 
«täbte in feinen Bann. 3n Seipjig unb Bresben erntete 
et teilen (Erfolg, in flauen fütjrtc et ben SHitf)atö. 
2Bagner«23erein biitd) Die Blitwirlung des Crcf) öfters 311 
ber ijölje, auf ber er nun ftel)t, unb mit bem ütjemntycr 
Sehre rgelangoereiu unternahm er einen ‘^icgesytg nad) 
Sübbeutfdjlanb, ber feine Krönung in 9Jhmd)cn fanb. 

Seit fahren fd)ou litt Bohle an einem fd>wcreu 
Rieteuleiben, unb wenn er troßdeni feine 'fkobe oerfäumte 
unb immer mit neuer -Straft an bie fiöfung großer Auf» 
gaben ging, fo gejehah «** ouf ftoiten öcs Körpers, bem 
er btird) Starte Ufa über bas Gdjlimmfte I|inn7<e93ii.l>eli«n 
uerfudjte. Doch aud) bie fdjeinbar unbejwin gliche ASidtr« 
ftanbstraft mußte fdjlicßlicl) unterliegen. 

3n wenigen SBorten fei nun feine« Qcbensgangcs ge- 
bad)t. ÜJlar Boßte umrbe am 25. Blai 1852 ‘als Sohn 
bes Btufitdireltors Bol)le in Cctpjig geboren; balb barauf 
liebelten feine (Ettern nad) Dresden über, ba fein Batet 
311m ‘Dirigenten ber 'Brigabe Kronprinj ernannt worben 
war. ftrfil) regte fid) bei bem jungen ber Sinn für bie 
Bhifif. (Er bcfiidjte bas KonferuatoriuTH als Cieblings* 
fd>filcr de« Klctoierpäbagogcn Döring, würbe 1ÄG9 iEh°r* 
biveftor in Köln, übernahm 1870 bie Ceitung bei Dresdener 



3IIuftrirtc 3c*tu n 9- 


BelocbereroujcTte, 1871 tmrrbe er Koi^eitmcifter ber 
2öroentt)alfd)ni Kapelle in Bttolcm, 1872 berief man ben 
3wan,)ig jährigen als Dircftor ber Kapelle des 104. Re- 
giment?, unb als folcher fam er 1877 nnd) Chcmnilj. ijier 
würbe er 1880 Jtfibtifdjcr Kapcllmcifter ; feitöcm ftanb er 
ununterbrochen unb l)od)geel)rt n ” ber «P»ß c öc> > ftäbti. 
fd)en Crd)eftcr?., wie er ebenfo feit 1H91 ben Sehrergefang« 
ücrein leitete. 2Ba»j biefe .Störperfchafteu an foTtreifeenöem 
Gd)nj»mg, an ebler SBegcifterung für alles Sdjöne in ber 
Aunft befi^en unb als hohen Schah bewahren, bas oer* 
öanffit fie fit ber fiauptfache bem 311 ft üb »erblichenen 
'Profe ff or fflta i %\ olfle, « er t t>ol b W 0 If. 


9Ir. 3465. 25, 9tODcml)er 19t 


tl>olb Wolf. 



7\ 


Qnbcoig 3d>nüb*f)Rcuttc, 1 am 

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G oembcr. |rtomi 

o gle 


£ubu)ig S(^mib«9teutte. 

H üter ben 3al)lreid)cn marfautru (üeftaltcu, bie bas 
^rrglanb 2irol feit jeher unb befonbers in beit lebten 
3al)r3ch nlfu bilbenben Äunft gefd)euft l) flt » ift &er 
jflngft oerftorbcuc OJlalcr Subwig Sdjmib, nach feinem 
(Sjcbmtsort Sd)mib*üleuttc genannt, eine ber eigenart«gften. 
?l!s 2itoler 'Bauer, ber er fein Scbtag aud) im töujjern 
unb im ganjen (Schaben blieb, befa& er jene fojufageii 
oerftodte (Energie, fenen Sinn für bas ©etpaliige, ber 
eine natütlidje Q-olge des Sehens in bet großartigen ©e- 
birgsnatur feiner Weimar 311 fein fcheint. ®ie ßiguren, 
bie er maltr, waren groß empfunden, gigantifd) unb babei 
ftilooU und cbel, feine ßarbe oornel)m unb hara'onifd). 
Unb merfroflibig : fo rürffidjtslos, fo rigenfinnig er in 
feinen ttunftprinjipien war, fo entgegen fomtnenb, fo teil* 
nehmend unb mftänbnisooll war er als Seljrer. ßür 
ben Sehrbemf war er wie grfdjaffni. Schon früh fühlte 
er fid) bayi hingeicgeii, imb feine 'IJeriönlichfeit roirfte 
auf bie Schüler mit unwibcrftel)lid)fr 9lnjiel)imgsfraft r 
|o baß ihm ftets bie Sernbeg irrigen aus aller Herren 
Säubern yiftromien. (Er war ihnen aber and) nicht bloß 
ein unerreichter Sehrer. fonbetn ebenfo ein aufridjtiger 
ßreunb, ein fornlidjcr ‘Berater. 

ßubwig Scbmibs Sebcnc-gang war jel)t einfach. 2lls 
Gol)ii eines Meinen Bauern wurac er im 3 fl h r< 1862 in 
bem Wetler Sc|d)>?lfd)au bei «Reutte geboren, beffen herr> 
lid)C Umgebung mit beit großartigen Stuibcnfälleu, bem 
fd)öuen ‘iUanfce unb bem .%Sciterwniigcr See auf bic 
'Bhantafie bcs begabten 3tingen gewiß nid)t ohne tiefen 
(Einönid blieb. Balb regle fid) beim aud) fein fünft* 
lerifdjer Sinn, was dem #üterbuben ymächft freilid) nur 
dayi uerhalf, bag er — 2lnftreid)eTlrt)rliug wurde. Sein 
©lüdsfteui führte iljn jebod) fdjoit 1876 nad) Wünd)en, 
wo es il)m gelang, in bie tüabemie Aufnahme findet). 

Cin 2Jlüud)cn, wo er fein Scben bis jum fiebcminb* 
drcißigfteu 3 fl l) rc »«brachte, entroidellt fid) feine (Eigen* 
a»t, indem er eifrig für das Vlnatomifd)e Onftitut arbeitete 
und jid) iutctifio mit bem Studium ber Limite be|d)äftigle. 
Seht ftreng gegen jicf) fclbft, ließ er nur wenig Bilder 
in bie Ciieutlidjrcit gelangen; aber biefe, darunter „Tas 
Bilderbuch" und „Ter SRinger", ucrfchafjtcn ihm uielfeitige 
^Itteireimung. Schon feit 1887 wirlte er aud) fchr erfolg* 
reid) als Sehrer, anfangs bloß für .fverreti, fpater aud) für 
'Damen. Scd)s 3«h« Inno war er Schier im ftünft» 
lerinneiwerciii. 

Seine Studien oeifdjafiten il)tit eine feltdie fteimtnis 
des menfd)tid)cii 2Utc*>, unb feine fpälcreii Bilbcr befdiäf- 
tigen fid) faft nusjdjlicßtid) mit bem nadle n männlichen 
itörper. So groß war ber iHuf, den er damit gewann, 
baß er im 3aljre 18S9 gleichicitig mit i>ans lljonni, Ct?ill 
und &tljc an Die Alunftafabemic iiacl) Karlsruhe berufen 
würbe, au Stelle ber ÜJlalcr ©raf o. Maldreutl), Boßel* 
berget und ffirethe, bie bamal« nach Stuttgart überiiebelten. 

on bie 6taibvuhcr 3eit fiiltt bic y)auptfd)aficusperiobc 
beo Münftlcrs; bie „Ürcu.ggung" entftaub, weldjcs Bfcifter* 
wert emc 3*erbe ber ©roßhetionlidjeii ©emälbegaletie 
bilbet, baut ber Liberalität mns 2homas, der bas Bild 
[einem 3 Te » n bc Sdjmib-Reutte abgefauft uub Tpätcr der 
.Karlsruher Sammlung geßhenlt IjaMe. 3u biefem ©<• 
inSlde fowic in beit letzten 2B er reit jeiues Schaffens, „2ltu 
Scheibeweg**, „Die 3lüd)tUnge", tritt ber Munftler in bic 
Srußtapfen tjfrbiuanb Jodlers. 

3m 3ah« 190G würbe er ditrd) einen [Sdilagaufall 
feiner uod) uieKhiofees ueifprcdjenbeti Dütigfeit enlriffen. 
(Er erholte lief) tiidjt mehr unb oegetierte nod) brei 3ahre 
lang in ber 3irnil)eilanftalt 3lkuau, wo il)ti am 14. d. 'JJt. 
ber lob 0011 feinem 6icd)tinu crlöfte. 3u dem ibglliicheii 
Jriebhof 3llenau* h al ** «u<h feilte leßte Wubeftätte ge- 
fimöcn, betrauert ooit feinen t >reimbcti, Kollegen unb 
Sd)iilcru, die ihm bas letjte ©cleit gaben. Sd)inid*5Hcultc 
war feit oicr 3al)reu oerheiratet uub hinterläßt eine 'IBiliue 
unb eine Ioct)te v. 

Bor brei 3al)>ren oeranftaltete bie 2)1 im ebner Scjefiioit 
eine ftoUeltipausftellung oon Sdyntbs 'IBerFeit, bie damit 
311111 erftennial gcidjloffcn por bie £ficntlici)feit traten. 
2Wit einer Heineren Sammlung war er auch in der 
©roßen Berliner Mimftaiisftcllnng vertreten, feinen 
„Kain“ hat einmal ber 'lüieuer i>ageu-Bimb Dorgeführi. 
Die Itrenge (Eigenart bcs 2Jleijleis brad>te es mit fid), 
baß et cinn-jeit« begeiftertc Bewunderung, anderfeito 
bie heftiflfte 2lbld)iiuug erfuhr. 


$>cinrith 3rl)r. u. 'ütolsberg. 

Ofnt 3t. Oltobcc ift in Stuttgart ber ©ettetal der 2lr* 

•41tillerie unb ©cneralabfutant bes Königs oon ‘IBürttem. 

Ocrg ^rhr. f)«inri(f) o. 'Mlolsberg geftorben. tEr wurde 
ant 19. y-ebruar 181)2 in Ulm als Soßn des Btajors 
0. 2)lolvberg geboren uub trat nad) Rbfolinerung des 
©ginnafiums in 2Jfain.) am 2. Cttobcr 1818 in bie Kriegs» 
jcßulc in ßubmigsburg, bie damalige württembcTgifdl)e 
Cffiiicrsbilbuuflsaiiflalt, ein. 2lm 20. September 1851 
würbe er juni Brtllleritleiitnant ernannt unb am 20 . Cr* 
tober 1853 auf ein 3aßr in bic 2lrtUletie- unb 3ngenicuv* 
fdjule und) Berlin abrommanbiert. - 

3m 3e»hre 1855 würbe p. ©lolsberg 311111 Cberleutnant 
unb 1859 311m ftauptmann befördert, in wcldjcr (Eigcnjchaft 
er mit ber 4. Königlich 28ürtteinbergtfd)«ri ^ußb-atterte, bic 
beut 8. IBunbceartuecrorps ju geteilt war, an dem «Veld» 

3119 1860 teilnahm ; 1867 erfolgte feilte (Ernennung jum 

vktmmaitbeut ber 2. Batterie der iteftungsattiilerie 0^-jg j nä^^f?T91li>crnignn *5* nni 10. 'Jioucnu 


Öcinricf) ü. 9)]of&bcrg, t am 31. Cftober. 


Ulnt. 3nt (Jelbjuge 1870 71 führte ber Be rf tot bette für 
ben erlranftcu U-hef ber 5. ftclbbattcrie diejetbc in der 
Sd)lad>t bei Scban. Sind) in bcc Sdjlacßt bei iUHias 
hat d. 3)lolsberg fid) itt atißerorbcntlidjcr 2Beife hewer» 
getan, wofür er mit Dem IHitterfreuje des SÖlilitärotrbieni:» 
orben« unb dein (Eifernen Kreide ausgfjcichnet rourbc. 

21m 22. 3»li 1872 würbe p. Blolsberg ®?ajot tm5 
2lbteilungsfommandcur lind 1878 Cberftleutnant. ^lacfi* 
bem er 1888 311m Cbctft befördert worben war, «mannte 
ihn König Karl oon ÜBürttembera am 21. ffllai 1884 $u 
feinem Slügcladiulanten, und alo er tut folgenden 3«l)re 
311m ©cuctolmaioT aufrüdtc, erfolgte feine Bcftellung jum 
bienfttnenben ©etieralabjutaiiten. 3m Cltober 1888 nniröc 
0. Btolsbcrg ©encrallcutnant unb trat 1892 unter Bet« 
leihuug des KovnmenturCreuje« bc« BMlitäroerbieniioibem 
in den fKuheitaub. ?lm 13. September 1899 311m ©cneral 
der Artillerie ernannt, Tonnte er int Cltober 1900 ic:n 
fünfgigiährigcs Dicnfijubiläuin feiern, 

2)lit fjeinrid) o. Blolsberg ift aud) der leßk ‘Jladjtomiue 
©tutenbergs geftorben. Turd) feine ocrwanbtfdjaftlid)en 
Bejiehungcn 311 bem ‘Dlainjcc B»ttri3ierge|<t)l«d)t nahm et 
im 3ah« lO(K) als (Shreugaft ber Stabt ÜJlainj an ber 
©utenberg» ^eier teil, und erhielt bei btefer ©elegenheit 
vom ©roßhcr.iog von Reffen ba& ©roßfreuj des Erben* 
Bh^pps öcs öroßmütigert. ^rhr. 0- 'Ulolsbcrg war iuvdi 
fein ntenfchcttfreutiblid)es tBefeu ein fehr beliebter unb 
hod)9ead)tcter C ffi^icr. K. W. B. 


3of)ann §crinonn Baas. 

3 111 Alter von dreiimbjiebjig 3 rt ^) r<,u öm l^ ^® 1 
oember in BJorrns, feiner ©eburtsftabt, ber 2 Jlebi 3 inal* 
rat ^Jrof. I)r. 3ohauu Hermann Baas, bejfen Raine in 
rweifad)er 28eife mit dem (EntwicflutigsgflMgc öerntebijitti* 
fd)ett 'lüiiiciifcljaft aufs euglt* »erfuüpft ift, einmal mit 
ber Ausbil billig der verfeinerten Diagnoilit unb dam« 
jugleid) mit ber Anbohnung einer faufalett Il)«apü. 
weiterhin mit ber ©rforfcfjutig bes 2üerbegaitges der >}nl» 
futtbe als 2Biffenfd)aft an fid), ihrer t}iftori|d)cn und tultur» 
geid)id)tlic!)cn (Entfaltung uub Bedeutung. Sitter um K« 
iDJitte bes fiebjehnleu 3nbrl)underis nach JRhcinhelien 
eiiigewanberten holländijdjcii ftatnilie cntftamnienb, be« 
Tuchte Baas nad) Abfoloieruug des ffirjimtafiums bie 
lluiöerfil&t ©ießen, prontouterte ba 1860 und ließ 
fid) balb darauf als ßaubarjt im 9thfi n ^ anö n ffJ ,r- 
Ättier fand er neben feiner oitsgc behüten pralmiren 


THE OHIO STATE UNIVERSITY 


1 






9!r. 3463. 25. Wooem&cr 1909. 


Olluftrirtc 3cilung. 


1046 » 


l. Tfr 5treif«( in tnitircrfr, wtttfalcr Stellung. 


2 Xfr Atciffl, iukI) oorn Ofiietfll. 
Ter 3d)Ii(f|d}c 'd)if|6 fr etfel. 


9. Trt 8 rrit<l. «o<fj Ijtnlrn flrnrlgt. 


Schema bet Bewegung eine» um ritte 
borijontale (Kd)f* Inufenben Kreifels. 


Täligfeit feie «lufje, Die auf bet Hod)* 
fdjnlc gewonnenen Keime jur reifen 
Saat ätitgeijen 3 U Iafjen unb bie 
lucDi^inilcfje (ftefctjidjt fdtrcibting , bie 
feit Sprengel bet Bcrgrffenheit, ja 
öer oölligen Dlid)ttuhmng anheim, 
gefallen war, uon neuem au beleben 
unb if)e frine I)eroötröflrnb|ten Sürrfe 
au weihen. 2Uar ihm das Studium 
brt (J»e|d)id)ie bet Wcbijiu anfangs 
nur ein ßieblingsgcgenftaiib, beni er 
fein Sutercffe 3 LiruunDtc # fo würbe er, 
nad)bem er erfannt, baß fte „aweiiel* 
los bao beftc ßchrbud) ber aUgemei- 
tien 'fJatljologie unb Therapie bar* 
ftelle, bas jemals gefchrieben worben 
ift", 3 U ihrem begrijierlen 3nter* 
preten; fie ward jein ßebenswnl. 

3m 3af)re 1870 erftfjicn fein „(Rritnöriß 
ber (ReFd)id)ic ber fflfebijin unb bes Ijeilenbm Standes*, ein grofcailgiges y^erf, bas, 
anfnüpfend an bie allgemeine Kulturentwidlung öer 3JlenFd)heit, bie fpejielle Sölaterie 
oon t)tf torifcfien wie pbilefopt)if<^en ©efuhtspunften aus in muftergiiltiper, tlarcr unb 
erfchöpfetib« SBeife behandelte. B aas' „©runöriß" i|i jum Rtandurd jedweder neuem 
mcbitobiftorildjen ftorfdjung geworben; baoott aeugt neben tabllofen anderen Spuren bie 
englifdjc, unter DJIifwtrfung uon f>. (E. fjanberfon beforgte Ausgabe bfsfclben. 3 m ^aljre 
1878 eridjien eine Monographie aus ber 3-eber oon Baas über „öaroet), ben (Ent dreier bes 
Blutfrcislaufs", 1880 fein „ßeitfaDen Der <Rcfd)id)tc Der Blebijin", eine oritüriie Ausgabe 
Des „©ntnöriffes", 1890 „Tie gekbichtliche (Entroieflung bes Arjllid)en Standes intb ber 
ineDiainifcfjen JBiffenfd)aftcn*\ Dieben biefen tticoretijdjen Slubien unb grunblegenbcn 
Arbeiten aus Der Bergangenheit ber Hcilfunbe gingen aus ben Anregungen unb 
'Beo bad) tuttgen ber är 3 tlid)>praftiFcf)ert Seite feiner Täiigfcit eine afülle anderer nuft« 
bringenber CeiFtnngen hervor. Baas ifl brr (Erfinder einer eigenen pi)t)fita(ifd)- 
biagttöftifrfjen Methode, ber Bbommietrte, bie auf Berftatfung bes Tones ber Stimm- 
gabel durch Befonana ber gefunben £ ungern unb femftigen luiihaltigen Teile beruht, auf 
bie bie Om bei aufgefeßt «ottb, unb bie bttrd) if)*t au einem allgemein anerfannUtt 
Stjftcm erhoben wurde. Alles biefes tvurbe in atoei 'IBcrren: „3ur BfTtuijion, Ausfultation 
unb Bbonometric" (1879) unb „Webiunifdjc Tiagnoitir (1877) aufammcngefafit. Beben* 
her ging ttod) eine grafte 9?eifte oon Arbeiien aus bem ©ebiete ber 3 nfefiionc»lranfheiten, 
Auflage aus ber Augen heilfunbe — biefe legte Speaialiiät hatte et infolge eines a u * 
nehmenden Berüeuletbetts, das aud> feine Qberfieblung 00 m ßanbe nad}Atarm« oeranlaftte, 
gewählt — aus Der foaialcn DDlebiiirt unb oieles anbere mehr. Trog ber fchtoereu 
(Eilranlung, bie ihn länger als ein Jabraehnt ans ^taus feffclte, blieb fein (Reift frif<h 
unb rege, feine Brbeitsfraft unermilblid); fein tatgetoobntes SBollen tibertranD alle 
Öenintnijfe. bie ihm förperlidjes Siedjtum au bringen brohte. 3n ben Ülnnalen ber 

m 1 : 1.1 i»_ o..»: ... cm ...c. 




6. 3d>ema ber Bewegung eines um eine 
uertifalc Qtdjfe laufenden greifet*. 


Wijfenf<hajt bleibt fein Dlattic untilgbar. 


t>ie ©n[d)ienciibal)Tt. 

‘1? 01t mibeliR «übler, Xrestven. 

^11 or einigen Tagen ift ber Offent* 
-<JIid)feit Die ßöjung einer neuen 
te<hniid)eu Aufgabe geaeigt tuoTben 
unb ho» bered)! igtes tfuffrijen erregt: 
eine Ififenbaljn, bie niefjt mehr tvie 
Die bisherigen auf 3ipei Schienen läuft, 
fonöerii nur norf) auf einet finjigen. 
Gs ntag bem ßaien munberbar er* 
fchelncn, ba& man einem foldjen 
Problem ernfthaft nadjgel)*, toeil 
es eigentlich auf ben erfien Blttf 
feinen TCdjieu praltifdjen Sinn au 
enthalten febeint. 3n Wahrheit liegt 
es aber bod) etwas anbers. fülan 
mu| freilich ioi(fen f bah bas uns 
als etions fo Selbftper|Jänblid)es ge^ 
u)ol)nle 3wei[d)ien engl eis in beu klugen 
bes Sachmanns feinesmegs eine ooll* 
foininene unö cinioanbfreic (Einrid)> 
timg ift. Sdjon bie ^vrfldlung bes 
Schieneinoeges ift burdjaus nicht ein» 
fa<h. Selbft ba, u?o man cs nur 
mit gant gcroöhnlichen, ebenen unb 
geraden Si reden 311 tun hat, ift grögte 
Sorgfalt natwenbig, wenn man er- 
reichen will, bog Die 3toei Schienen 
iud)t allein unmittelbar nach & c, n Bau 
in genau richtigem Bbftanb, in rid)- 
tigec „Spurweite", unb in genau 
gleicher fcöhe liegen, fonbern dud) 
bauemb lo liegen bleiben. Wo and) 
nur geringe fr 1 ' hier oorfomincn, wirb 
fofort bie Buhe ber ftaijrt beein* 
tract>tigt. 9lod) größere Borfidjt be» 
bingen bie Bahnfrfimmungen. Wenn 
nn i^ahraeug Durch eine fturoe aus 
feiner urforünglichen ftabrriebtung ab- 
gelrnft wirb, fo cntjteht. unb itoar 
hauptfdchlich Durch bie 1B irfung ber fog. 
«jliehlraft, ein erheblid.)er Seitenbrucf, 


I>r. Julian Weltrufe. 


enl,ul»B«(im Oti 3<t)rr[|d)«i tfmfiit.nn.bob« pin, M il«r Md)at8 ed) W | »n 
«rrmber bes Softems.) * 


ber bas nad) auhen, b- i. nach 

Der fonoeirn Sette ber aUümiuuug um» 

311 werfen fud)t. Tiefer Seitenbrud fteigt 
fehr fdjnell mit der fVahTgelchroinbigfeit ; er 
ift bei Diesig Kilometer pro Stniibe oietmal 
|o graft als bei aroanaig; bei fedjjig Aliloiuetet 
pro Stunbe ift er neunmal, bei ad) teig 
fed)trl)nmal fo grofe ufw. (£s ift flar, bah 
Diefrr llmjtanb Die Sorge beroorrufen muh, 
bic Wagen fönnten ftarf fd)wantcn ober 
gar einmal gerabeau umgetoorfen werben. 

Xeshalh werben auf ber gewöhnlichen 
(Eifert bd£)n in Krümmlingen bie duneren 
Schienen ftets etwas überhöht. Wbcr biefe 
Uberhöhung, burd) bie bem Wagen awang- 
läufig ein gewiifes Übergewicht nach innen 
gegeben wirb, bas gerade fo grof) fein foll 
wie Der Seitenbrucf, ber ben Wagen naef) 
anfj™ werfen will, läßt fitf) nad) bem, 
was über beu dabei jur Weitung fomnien- 
beu (iinfluh ber S'ahrgefchwinbigteit ge* 
lagt ift, ftrenggenonuuen genau richtig 
immer nur für eine gan,t beftimmte (Jcih r ’ 
gefdiroinbigfeit ausfflhren; bei mit 

größeren {iahrgefdjwinbigfeiten wirb ein Weft bes nad) außen wirfenben Seilen* 
bruefs übrigbleiben, bei $ügen mit geringeren 3-ahrge|d)winotgreiten ein Weft bes 
oon ber Überhöhung herrfihrenben (Regenbrucfcs, unb wer in Oer (Eifenbahn föhttr 
hat ja oft genug (belcgcnbcit, baoon etwas wahrattnehmen. 9lod) etwas ganj anderes 
ift ferner 3U bebenfen, näntlid), ba& beim TurChfahrcn einer Krümmung bas äußere 
9?ab jtets ben läitgern Bogen au machen hat, alfo einen weitern SBeg lÄuit als 
bas innere. Ta beibe 9?äöer aus fonrtruflioen ©rünbeit ftarr miteinanber oerbunöen 
fein mtlifen, fo find gewifie Unbequemlidjfeiien unoermeiblid). SJlan fucht ihnen baburd) 
311 begegnen, bah öic Bäder art ben ßauftränjen nicht gerade, foubern etwa» 
fd)räg abbreht. Tie 9ld)fc oerfd)iebt fid) bann oon (dbft fo, ba& bas Baö auf ber 
9lufornfrf)ie»tc mehe nad) dem Spnrfran\, auf ber 3mtettfd)teue mehr nad) ber Kante 3U 
aufliegt, (o bah Das 'Jlufteuraö auf einem etwas größem, bas 3unenrab auf einem etwas 
Keinem Umfang lüuit, ^Iber aud) biefes Blittcl wirft nur bis au einem pewifieu ©robe 
unb brfciiigt Den »yehler nicht ganj unb gar, amnal durch bie Ubnutjung ber Bdörr 
Die Bbjdirägnngen allmähltd) oerborben werben. 

9UI< bieji* Sd)w5d)en bes 3weifd}ienenwege» find längft erfannt und machen es crflÖTlid), 
bah Die Beftrcbungrn, fte öurd) Befeiügnng des 3weifd)ienengleifes unb Übergang jum (Ein* 
fchienemoeg ans Der BJclt au ld)affen, |d)ou viele Cfcihrc juritdDatieren. Bon allen 
in biefer 9iici)tung unternommenen Bereichen hatlc bis jeßt aber nur einer wtrflid) brauch- 
bare Beluliate ergeben, nctmlid) ber, öer aur fog. Schwebebahn führte, wie wir fit für 
DJlaterialtvausport namentlich in ben Blci<hert[d)cn Hängebahnen oicl angewandt fehen, 

wie fte bann nach dem Borfdjlag oon 
ßaugen für Berfoncruranspoit aus* 
gebildet und in (Elberfdb* Barmen und 
Tresben-ßofchroiß auspeführt worben 
fieit», wnö «ne fie fid) neuerdings in Der 
Schmei.tal* Seil hänge bahnen nach dem 
Bor|ct)lag ooniVdönianii fürBerjonen» 
Beförderung auf bie Höhett h' na,l f ein* 
führen. 911 le biefe Snltemr bedingen 
bie Uuihäugnug Des 3ci)ienrnwcges an 
irgendwelchem Iraggenlft; besljalb 
Tann man ihnen 3 war aubilligen, bajj 
fie bic genannten bes 3«^*' 

fchienengleileo nicht mehr haben, mufe 
abeT an öerjeiis bebenfen, bah fie Dafür 
ben Bau des Bahuföroers, für gcwöl)n* 
liehe Bahnen roenigltens, fehr erfdiroe* 
ren unb oerleueni. Namentlich wirb 
die Ausbildung der 9Bcid)en unb alles 
bejieu, was damit aulammenhflngt, au 
einem oenoidelteu unb für fct)nclk Be* 
biemmg beinahe nid)t mehr lösbaren 
Broblem. 

Ties alles fam Dein Berfafler ber 
befannten oon Wuguft Scherl heraus* 
gegebenen Tenffchriit „(Stn neues 
Sehnellbahnfnlifm'' hei her Bearbei- 
tung ber Bläne ganj befonders jum 
Bcwuhlfein. 3tid)arb Scherl, ber Sohn 
oon Buguft €d)erl, ber biefer Berfaffer 
i|t._wurbe baljer au ber Überaeugung 
geführt, bah noch andere SBege grfuctjt 
werden müäten. Sr entjehieb fid) für 
eine Stanöbahn, bie fleh oon den heute 
üblichen nur burd) bas fehlen ber 
aweiten Schiene uutcrfd)HDrn follte, 
unö jdjlug oor, bie bann natüelrd) eine» 
beendeten Stühmittels beöürfenbcn 
SBapen burd) (Einbau fdjnell laufender 
Kreilel 3U Jtabtlifferen“. 

Tie technifd)e Ausnußung ber 
Kreifeleigenfchaficn ift nidjt mehr gana 
neu. Tr.»3ng. Sdjlicf in Homburg hot 
fdjon oor mehreren Rohren ben Blau 
oeröffentlid)t, bas Wollen ber Schiffe 
bei Seegang Durch in das Schiff 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 



1 U 4 ÖÖ 


31Iuftrirte 3 c ^ un 9* 


34Ö5. 2&. 'JCODem^Ct 1 




««Bebaute M reife l 311 befeitigen. (Er 
pat bann mit (Erfolg prattifdjc Ber* 


. lg prattifdje 1 

k . flcinadit uni) ooriges. Habt 
öäniber in fr« S(f)iffbaute(brtifd)en 
®efellfcf)aft berichtet. Sein Bericht 
■fj®* ®oU*t 3urtimmung unb 
„jtiirmijcfjem Beifall" aufgenommen. 

©ennoch mufete Aidjarb Sdjerl fi* 
öa für öie ®infd)ienen- 
bal)n bj< Aufgabe bocheineoeränberte 
Ausführung ber Mreifeldpparotc be- 
enge, Schliefe Autorität nicht ge» 
nögen werbe, um feinen Borfcfjlag 
3U rechtfertigen. JB olle et fid) gegen 
fteper au erwartenbe 3roeifel oon 
Bornhetein fetjü^en, fo muffe er eine 
ftreifelbahn prartifefe ausfüfercu, unb 
3tt«r jundchft in aller Glille, um 
mit ein« fertigen, beweiskräftigen 
Gacfje oor feine Mritifer treten 311 
rönnen. ©as erfdjien um fo not» 

»enöiger, als inzwifefeen ber Blan 
eines Mreifelroagens auch in tfng- 
Icmb aufgetaucht war. Dort hatte 
fchon 1907 ein $>ert Brcnnan Den ® c» 
banren ftubiert (ogi öbbilbung 7 , 
bie ihn bei Beobachtung eines Bto« 

jeigt) uub biefen Borfd)lag 
Deröffentlid)t; man hatte aber nichts 
0011 praftifchen (Erfolgen gehört. 

So würbe benn - 311 ßaften bes Honorars 
für biea)enffchrift „Sin neues Sgftem" — In ©res- 
ben „am ©ahberg“ im öerbft 1907 mit bem «au 
ber Betfucbsbabn begonnen. ©ie nun ju löfenben 
Aufgaben waren butdjaus nidjt einfad). 9Bcr fid) 
noch nicht mit ben an einem Mreifel auftre teuften 
(Etfchcinungen bcfdjöftigt hot, möge AbbiJöimg l 
anfehauen. Sie f teilt fefeemarifeh einen horizontal 
laufenben Mreifel bar. Cöibt man einem folgen 
Apparat linfs obecredjts in ber Wichtung öcr öirfen 
Pfeile einen Stofe, fo füllt er nidjt etwa um, fern* 
bem er gibt faum nach, weicht anfd)einenb ( ums 
lehr metfwütbig ift, nur feitlich in ber Wichtung 
etwas aus, an bie in ber frtgur angefdjrulen ift 
„Ausweichen bes .«trifels", unb läuft bann lieber 
aufrecht weiter. Jeber Babfaferer rennt bas ja: 
broht öas 3 w* trab um^ufftllen, fo läfet man eine 
SBenbung nad) ber Seite 311, nach ber bas Mab pi 
fallen fcheint, unb fogleich ridjtet fid) bas Bctö um- 
ber auf. Je fctjnell ex man fährt» öefto fieberet 
erfolgt bas Aufrichten ; bei Stilljtanb bagegm dcv 
fagt bas Wittel. ©asift genau bas.Ureifelphäii amen. 
(Entfpre<hen6 wie ber horizontal laufenbe Mreifel 
oerhält fid) ber oertiCale, fo bafe eine befonbere Be* 
trachtung über ihn fefet nicht mehr nötig erfdmnt •). 

SBefentltd) ift nur in jebem fralle, bafe bei Mreifel 
bem Anftofe feitlich auswcichen fann. (Er barf bes- 
halb bei feiner Anwendung auf ftabrjcuge nidjt 
jtarr eingebaut werben, fonbem mufe in ber ßängs- 
achfe bes 5atjraeugs f<hwingen lönnen (ogL ftig. 1 
Ms 3, bie ben SchTidfchen Apparat im tßrinjip 
aeigen unb beutlid) erkennen laffen, wie ber Mreifel in 
einer Schwinge aufgehängt wirb). 

3>as alles wufete man wohl; benn entfprcd)enbe Ber* 
fud)< würben in ben phgfifalifchen Jnftituten oorgemacht. 
Bon ber biofeen Jeftfteliung einet (Erfd)etming bis 31» 
ihrer tedjnifcfjen Ausnufeung ift aber ein weiter ÜBeg. 
B3o ooin „(Erftnben" ober oon „(Erfinbem" gefprod)en 
wirb, wirb bas feiten richtig bebadjt. ®rft wenn bet 
Monjtrukteur ans prattifchc ö) eftalten geht, pflegen fid) 
bie fjauptfdjwierigEciten 3U enthüllen, unb es bebarf bann 
forgfältiger, ausbauernber unb felbftlofet Arbeit, wenn 
bas 3ifl tDirlUd) erreicht werben fall. 3n Iresben würbe 
nun fcl>r eifrig ftubiert; im gan3cn waren es fed)s junge 
Dngenieure, bie tatfrdftig milwirften, oon benen namentlich 
$ert fröhlich, ber bie quantitatmen Berectjnungen machte, 
unb^err öialle, bem im mcfentticben biegormgebung jufiel, 
genannt fein follett. ®s cntfpricht ber Atbeüsweifc beut* 
fdjet Üechnifer, bafj bie öfrren bem SBahlfpnid) folgten: 
„®rft roägen, bann wagen." „probiert" würbe nur fehr 
wenig. Btenn Berfuche ausgeiütjTt würben, fo feilten fic 
in ber SRegel nur beftätigen, bafe man auf bem richtigen 
SBeqe war. Anfänglich waren es Heinere Bto belle, Öie 
3ur Berifi3ierung ber IRichtigtcit ber Monftruftionsgcbanfcn 
bienten, unb |d)liefelicl) tourbe als „®t)rowagcn IV“**) 
bas 0rahT3eug fertiggeftellt, bas nun in ber Berliner Aus- 
Heilung am 3ootogifd)en harten fdjon weiten Mreifen 
oon Dntereffcnten oorgefühtt worben ift. 

Abbilbung 6 aeigt triefen etwa 5„m langen, 2500 kg 
fdjweten ABagcn; am „Sahrfchalter“ lieht man fRicharb 
S^erl, B»lb ift bei ftillftchenben Äreifefn auf* 

genommen, fo bafe man au itjni gleid) eTfennen fann, in 
wie einracher Söeife bafür gefolgt wirb, bofe bas <>aht» 
3eug nicht umfällt, wenn bie Mreifel ftill ftehen. Cs ift 
bann nur nötig, mit §ilfe ber $>anöräber, bie man feit- 
Hch 00m ifühterfib fiefet, 6tühen h<runter3ulaffen, fo bafe 
ber 'iBaaen nun wie jebes anberc ^ahrjeug auch ohne 
Mreifel jtaubfeft toirb. Sobalb bie Mreifel im t&ange finb, 
werben bie Stäben roieber hochgenommen. Übrigens bauert 
cs fehx lange, ehe bie Mreifel, bie, wenn ber BJagcn im 
Irienfte ftebt, oon tleinen glettromotoron angetricben wer- 
ben, nad) Ausfallen bes Stromes ftchenbleiben; barüber 
otrgehen oolle oier Glunbcn, ba bie Sd)wungfd)ciben in 
luftleer gemachten Mapfeln laufen, in benen bie «Reibung 
benfbat llein ift. Süt ben f}all, bafe bei einem auf bet 
Qtretfe laufenben BJagen btt Strom aus bleibt ober fonft 
etwas ocrfaqt, lann alfo in aller fRuh< angehMten unb ber 
«EBagen geju'i^t werben. 

iöie ötrfer 3fMlbebad)tift,finbouch alle anberen Gdjwic- 
rigleiten überlegt unb überwunben wotben; namentlich ift 


3dune gibt es aber in ben behörMicfjen Beftimnumacn 
eine aanje Bcihc, nur finb fic nidjt fo hoch, bafe man Ile ml? 
hin ficht, »mb fclbft bie fradjleutc haben fidj leiber fo baS 
gewölmt, bafe fie fie faum nodj wabniehmen." ftr. ». 80S 
hat oielleicht nicht fo gan3 unrecht, unb bas wirb im 3ntS 
unferer neuften fijenbaljntcfijnijdjcn t£nungcnfdjaft oST 
fcheinlich einmal wieber recht 3U beflagen fein; benn es fduhn 
fehl fo, als ob ber Cinfdjienenwagen erft wirb über 
grofeen leid) h‘« auswanbem muffen, efje man bei uns ro! 
au ihn glauben wirb. Aber $r. 0. Borries fchrifb feine Sn 
merfung 190t; bis 1909 ift man bodj auch wieber ei n W 
Gdjrille weitcrgefontnien. ^Die ftadjwelt hat an foldirn 
Blitgltebem atigenommen, bie nüplidje unb fc^dblid^c 3äum 


7 (oben), «ouis Brennatt beim Stubium eines UJJobells. 8 (unten), ©er oon ßouts ©rennan fonftruierte glnfchiencn-Berfuchsrongm. 


•) 5» fotm feite nidjt auf Mt pbniitafilibt (Srnflnma fetelet Ct* 
fOjtHmnfltu tingtflangtn tDtrben. HD« liefe baför inttteiüert. fann 
oi*l ÄnTtaunft aus rlutm oUflrmtinvtfrftflnDHttitti 'OortroQ ppu 
•P tm» ci«olnntn. btt In t»tutid)er Überftijuiio f9(M bei 'B. ©. Irubuet 
tti^felentn ift. 

•*) ttijros - ÄTfl». 


and) bafür geforgt, bafe fid) ber SBagen beim ginlauf in 
Muroen felbjtiätig in bie richtige Vage cinftellt, unb ,\roar 
in einer ber jeweiligen (öefd)wmbigfeit entfpredjenben Bteife. 
Auf ber Bcifuchsbahn in ©resben tonnten MuToen oon 
nur 7 m Babius mit einer Cbefdjwinbigfeit entfprechenb 
12 km in ber (Stunbe burdjfahrcn werben. Xie frabrt 
war babei, wie ich mich felbft überjeugen tonnte, völlig 
ruhig, lieber unb angenehm, 

©er Jall, bafe bie enbgültige ßöftmg einer ted>ni|cben 
Aufgobc faft glcichicitig an 3wci uerjehiebenen Stellen 
gelingt, ift häufig. Go ift es auch mit bem Smfcijinmi* 
wagen gegangen. SBät)renb in Berlin bie Borführungen 
bes Sdjerljchcn ©Sagen« ftattfanben, ift and) Brennan mit 
feinem ftahtfeug an bic Cffcntlidjfeit getretrn. (Erbat einen 
grofeeren SBagen gebaut als Bidjnrb Sdjert; öiejer MBagen 
ift in Abbilötmp8öarge!tellt. ©as'Brin^ip DerStabilifierung 
bilrfte fo 3iernlid) basfclbe fein wie bei bem tÄipromagcn IV. 
©ie bisher erfennbarett Hnterfd)iebe finb ntefer öufeerlid) 
unb 3ufällig. Sic finb oor allem barin begrünbet , bafe 
Brenn ans Berfud)swagen nidjt nad) Art ber elcf irifctjcii 
Slrafeenbal)tt oon auften feer Strom aufnimmt, fonbem, 
ähnlich wie bie alten ijjeilninnn-ßofomotiDen, eine Strom- 
etacugimgsanlagc mit fid) führt, öie aus einer mit einem 
Benzinmotor gefuppeltcn ©t)namomajd)ine bc ftoljt unb 
in ber auf bem Bilbe fichtbareu Mabtne unicrgebradit 
ift. ©iefes ©erfahren 31W Befdjaffung ber Antriebstrait 
für ben ©Jagen ift nidjt |d)led)t; es ift übrigens auch oou 
Scherl für entfprechenbe t^älle in Ausfidht genommen, 
aber es bürfte bod) nötig fein, wefentlid) anbere A3agcn- 
abmeffungen 3U wählen, wenn man auf bcni 9Bege 3U 
Betriebsmitteln fommen will, bie eine wirtfchaftliche Aus* 
nutjung gejiatten follen. 

©er Qnjrowagcn ift ein neues Beifpiel bafür, bafe im 
heutigen Btafdjinenbau jebe auftretenbe, an fid) oer 
nünftige Aufgabe burd) folflciicljtige Anwcnbung bclfcn, 
was bie tcdjniichc SBifienfdiait lehrt, in oerljälmismäHig 
furjer 3f*t 9‘*löit wirb, ©as fei tauft eilen, ift nicht ohne 
Bcöeutung, öa balb nad) ber Verausgabe ber ©entid)rift 
über bas „neue Sijltcm“ an ojüiiöier Gtelle fid) bie 
warnenbe Stimme eines alten (Sifeubaljners über bie 
(Emfchtenenbabn Dcrnchmen liefe: „Btahrlid), es fann 
einer Auijnht*bel)örl>c nidjt jugemmet werben, 3U einem 
fo gefährlichen Betrieb öie 3u|timmung 311 geben!" 
Als 1903 bic Gdjnellfahrten ber Gtubiengcfellfchaft für 
elcltrifdje ffcrnfdjncllbahnen gwüd)en OTarienfelbe unb 
3offen beenöet worben waren, fdjrieb ber — leiber in. 
jwifdjen oerftOTbene — ausgezeichnete GofomotioTon- 
ftrulteur 0. Borries in feinem Bericht über bie frnbrten: 
„Bei beinBau bet Bümberg.JVüriher Balm würbe feinet* 
Seit oon ber oberiten ®«funbt)eii&bet)örbe oeilangt, bafe 
bie Bahn auf beiben Gelten mit tjotjen Breitet jaunen 
oerfehen werbe, bamit bie 3 U flauer buT<h bas Anfehcn 
ber rafch oorbeifahrenben 3üge nicht gefchäbipt würben. 
<&lüdlid)erweife würben bic 3äune nicht ausgvführt, fonft 
hätten wir fie jefet oielleicht auf allen ©ahnen. Sold)« 


ju unterfcheiben wiffen, unb beren Urteil bürfte lauten: 
«Ächtung, h‘« lammt etwas WüfeUcf)e*!* 

Die öftertei^ifefee fianöesgolbmünje ju 
100 Mronert. 

fm 11. «JtoDember finb bie neuen öflerreichifdjen Canbcs« 
_lgolbmüit3cn 3U 100 Mronen 3ur Ausgabe gelangt. 
Gie oerbanlen ihre ®ntftchn n 0 finer Anregung für bas 
^ubilÄumsjahr. 3n biefem würbe auerft eine ©enlmfmjc 
im 'IBerte üou 100 Mronen ausgeprägt, Die aber natürlich 
feinen eigcntlidjen ®elb*, fonbem nur einen numisrnalifdjen 
«JBert befafe. Auch Ungarn hat anläfelich Des oientg 
jährigen Ärönungsjubiläum« folchc ©enlmün.zen, fpatet 
auch VaiiDesntüiiien über 100 Mronen h fr 9 e ftU lt - 

©ie neuen öjjterreid)i|chen «Dlünzen, bic wirhfwtf*" 1 
Bilbe bringen, finb oon St. Sdjwarfe wobelneri, 


m 


©le öfteneid)ird)e ßanbcsgolbmün3e 8U 100 Mronen. 

unb es ift bas erftcmal, bafe auf einer äftetreichif^J 
Blünzc auch ber Warne Des Münitlers (rechts unter bem 
Mopie bes Maifers) angebracht erfcheint. 

©as lOO-Mroncn-Stüd trägt auf ber Aaetsfeile^ w» 
Bniftbilb bes Maifers mit fol 9 cnber Bonbfchrift: ..rKA* . 
IOS. I. l>. O. IMP. AVSTR. REX BOH. GAL. 1 IU* 
ETC. IT AP. REX HVNG/‘ ©ie Beoeisfeiie 3 f ‘J 
taifcrlidien Abler, oberhalb besfelben bie Alertbejeid )' 1 1 ng 
, r C CORON.E“ unb bie Jahreszahl Der Ausmumungn» 
röniiichen3»»fem als ümfehrtit, unterhalb bes 
Ablers öie Akrtbezcirfjnung ..100 COR.“ 

Zahl Der Ausntfinzung in arahifdjen fahlen, ©er Aan l 
glatt nnb enthält in oertieften Budjftabcn 0« : 

„VI RL I tVS VN ITIS* *. ©ie innere Cinfaffung tefteW «r 
beiben Seiten aus einem fladjen Stäbehen, beffen inn 
Umfang rin ©erlenfrris (Beile an Berle anJwgewJ [ « 
rührt, ©er ©iirchmeffcr bes lOO-Mronen-Gtudes onwp 
37 mm. 


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DclS Erbe des Ikaros. Roman von Mervarid. 

1 


I 


, (7. F ortaetivng,) 

er Hof lag einsam im Felde. Die steifen, goldenen Scheiben 
der Sonnenrosen schauten hoch über den Zaun; auf dem 
Dunghaufen inmitten des Hofes saß der Gockel und sah nach 
dem Wetter aus- Mit klappernder Mi Ich gelte schlürfte die 
Magd nach dem Stalle, neugierig nach den Städtern äugend, 
die sich selten hierher verirrten. Neben der in der Mitte wagerecht geteilten 
Haustür lehnte ein blitzendes Brennaborrad. 

Rolf hatte die Frösche glücklich aufgestöbert. Nachdem sie aber mit 
erzürntem Gequake in der dunkelgrünen Pfütze verschwunden waren, inter- 
essierten sie ihn nicht weiter. Er schleuderte gemächlich zurück, die Hände in 
den Hosentaschen, und kam gerade zurecht, als Gerd unter der Tür erschien 
und nach seinem Rade griff. „Hallo!“ rief der erstaunt, die Bekannten 
gewahrend. 

„Das hab' idi nämlich gewußt, daß der Onkel hier ist“, erklärte Rolf 
mit großer Zufriedenheit. „Onkel, bitte, laß mich auf deinem Rade fahren!“ 

„So ein Spekulant!“ schalt Edith. „Darum muß ich mit heraus in 
diese Einöde laufen, fünfviertel Stunden weit von der Stadt! Ich denke, 
du kommst der Frösche wegen!“ 

„Derentwegen kam ich bloß auch! Onkel, schraube mir doch den 
Sattel ein bißdien niedriger.“ 

„Na, weil ich gerade Zeit habe“, sagte der Doktor gut gelaunt. Er 
fand diese Art Abholung ganz hübsch und fühlte ein gewisses Wohlwollen 
für Rolf, der Edith hierheraus gelockt hatte. Eine Weile schob er ihn 
auf dem Brennabor vor sidi her, dann legte er ihn samt dem Rade fein 
säuberlich in den weichen Sand des Feldweges und kam zu Edith zurück. 

„Was haben Sie heute Besonderes vorgehabt, gnädige Frau? Ich möchte 
mit Leonore sagen: »Du scheinst bedenklich, doch du scheinst vergnügtb “ 

„Doktor, ob Sie nicht immer gleich die Leute durch und durch sehen!" 
sagte sie lachend. Dann faßte sie sich ein Herz und erzählte ihm, wie 
sie heute mit raschem Entschluß den gefährlichen Belehrungen von Rolfs 
Schulkameraden zuvorgekom men war. 

„Das Beste, was Sie tun konnten!" entgegnetc er. „Die giftige Spitze 
ist jetzt ein für allemal weggebrochen, was der Junge auch noch hören 
mag. Im übrigen: Wenn Sic einmal in Verlegenheit geraten sollten — ich 
bin ja audi noch dal“ 

„Danke, ich werde daran denken, daß wir Fremden doch so ganz an 
Elternstelle bei ihm rücken müssen ! Ob er auch wirklich niemals etwas 
entbehren wird?“ 

„Wenn Sie ihm solche Raupen nicht erst künstlich in den Kopf setzen 
sollten, dann sicher nicht!“ Er zwinkerte sie lustig an. Diese eine Schwäche, 
die Pflichttreue, die gerade durch ihre Übertriebenheit Konflikte schuf, konnte 
Edith sich doch absolut nicht abgewöhnen. 

Sie zog ein Gesicht, halb beschämt, halb gekränkt, gab den Versuch, böse 
zu sein, aber sofort wieder auf. Sie war ja gerade heute so ruhig und glücklich. 

Rolf kam, drängte sich zwischen die beiden und hakte an jeder Seite 
unter; der Doktor schob sein Rad neben sich her. So wanderten sie durch 
das abendstille Feld wie eine Familie. Edith kam dieser Gedanke nicht, 
aber dem Doktor, und ein leises, behagliches Lächeln stieg in sein braunes 
Gesicht. Wahrend Rolf unverdrossen plauderte, dachten die Erwachsenen 
beide an etwas anderes. Edith mit stillem, ernstem Sinnen daran, daß 
sie das Glück der Wunschlosigkeit nach all den heißen Kämpfen ihrer 
Jugend nun doch gefunden Habe, und Gerd, daß, wenn er je wieder ein 
Herz suchen sollte, es nur ein starkes, stilles und leidgereiftes sein könne. 

Vierzehntes Kapitel. 

Sacht und glatt schlossen sich die Tage zu Monden und die Monde 
zu Jahren. In sinnendem Ernst dachte Edith oft daran, wie Rolf vor einem 
Jahrzehnt in ihr Haus gekommen war, ein langlockiges Kind im weißen 
Kleidchen. Nun war er schon aus der Zeit der Kniebeinkleider und des 
Schulranzens herausgewachsen. Er war schmal aufgeschossen, so groß wie 
Edith, in seinen Bewegungen zierlich und behend wie ein junges Mädchen. 
Sein Flachshaar hatte die Zeit ein wenig nachgedunkelt, aber das helle, 
feingezeichnete Kindergesicht hatte er noch, und der würdige Emst, den 
er außerhalb des Hauses zu markieren liebte, stand ihm sehr drollig dazu. 
Edith gegenüber war er der zärtliche Schalk geblieben; nur daß er jetzt 
noch eine Art beschützende Ritterlichkeit zu entwickeln strebte, die Edith 
oft ein Lachen verbeißen ließ. Es war ja noch gar nicht so lange her, 
daß sie ihren galanten Ritter als weinenden Hasenfuß an bellenden Hunden 
und ähnlichen Schrecken vorbeigetragen hatte. 


Oft genug fiel ihm die Maske erborgter Männlichkeit herab, und das 
Kind lachte wieder hervor. Er war klug und zura Sinnen veranlagt, besaß 
aber daneben auch einen herzlichen Frohsinn; und ob er nun in seiner 
früh nach eignen Begriffen suchenden Wißbegier über die Rütselfragcn des 
Daseins grübelte oder wie ein rechter Schuljunge in übermütigem Spiel 
mit seinen Lieblingstieren Allotria trieb, immer war Edith sein bester 
Gefährte dabei. 

Ihrem Wunsche, sein Freund zu werden, hatte sie selbst die Erfüllung 
geschaffen. Nie hatte sie den Knaben zurückgewiesen, wenn er sie suchte, 
nie einer seiner Fragen die Antwort verweigert, nie geruht, bis sie seine 
Gedanken und Empfindungen in Anfang und Ende begriffen hatte. 

Sie hatte ihn gelehrt, aber auch willig mit ihm und von ihm gelernt; 
sie war ihm keine Predigerin trockener Weisheiten gewesen, sondern sie 
hatte sich ihm als Suchende an die Seite gestellt, so daß sie gemeinsam 
zu finden schienen, was sie vom Leben schon längst gelernt hatte. Sie 
wollte, daß er dereinst zu jenen wahrhaft vornehmen und bis in die innerste 
Empfindung hinein gebildeten Männern gehören sollte, mit denen eine 
hochstehende Frau über alles sprechen darf, ohne daß sich in ihnen etwas 
anderes regt als eine edle Freude über das Vertrauen, durch das sie ge- 
adelt werden. 

Darum aber wußte Edith auch, daß sie den Mut haben müßte, ihn 
selbst dann nicht allein zu lassen, wenn seine den Wahrheiten des Lebens 
allmählich sich öffnenden Augen auf Dunkles und Böses fallen würden. 
Sie sah es als Frevel und Feigheit an, eine halbfertige Seele gerade dann 
ganz auf ihren eignen Instinkt von Recht und Unrecht anzuweisen. Jetzt 
war er noch zu jung, um viel mehr zu sehen als das, worauf sie seihst 
in weiser Sorglichkeit ihn nach und nach hinleitcte; aber in zwei, drei 
Jahren schon würde das anders werden, und darum bezwang sie in sich 
beizeiten den prüden Egoismus, der allem ihm Peinlichen aus dem Wege 
zu gehen strebt, und gewöhnte Rolf daran, in allen Gedanken die Gemein- 
samkeit mit ihr zu suchen. 

Sie übereilte nichts, sie ließ alles ruhig von selbst kommen; aber sie 
versäumte niemals den Augenblick, wo ein Wort von ihr richtunggebend 
notwendig wurde. Die Makellosigkeit ihres eignen Charakters, die Keusch* 
heit ihrer Empfindungen halfen ihr dabei immer, das Rechte in rechter 
Weise zu tun oder zu sagen. 

An Rolf sah sie, daß gerade ein allmählich vernünftig übermitteltes 
Wissen, die Sicherheit einer wahrheitsgemäßen Antwort in den Werdenden 
eine unbefangene Reinheit und Gelassenheit zeitigen. Oberhitzte Neugier 
und verworrene Erwartungen entstehen nur, wenn unberufene Hände an 
den Toren vermeintlicher Geheimnisse rütteln. Wer da weiß, daß er alles 
erfahren kann, der läßt sich Zeit, die geraden Wege zu geben. 

Edith entbehrte nichts mehr. Was das Leben ihr an Frauenglück ver- 
sagt hatte, hatte sie zu vergessen gesucht, und weil nie ein Gedanke 
daran rühren durfte, lag es wie versunken unter dicken Schleiern. 

„Ich will nichts mehr! Ich will bloß behalten, was ich jetzt habe“, 
sagte sie einmal beinahe angstvoll abwehrend zu Gerd. „Ich habe die 
Sage von den wächsernen Flügeln des Ikaros verstehen gelernt Sein Erbe 
mag ich nicht antreten; ich fliege nicht mehr nach der Sonnel Jetzt bin 
ich so wunschlos zufrieden mit meinem stillen, warmen Herdfeuer. Daß 
Rolf der Mensch wird, den ich aus ihm machen will, und daß er nicht 
vor mir dahingeht — das sind die zwei Dinge, um die sich all mein Höffen 
und Fürchten dreht,“ 

„Sie sind zeitig weise geworden“, antwortete er mit einem Anflug von 
Ironie, den sie nicht recht zu deuten wußte. „Es kann nicht jeder seinen 
Empfindungen einen so ebenen Weg vorschreiben.“ 

„Ich habe ja auch lange genug dazu gebraucht“ Sie sprach nur halb- 
laut, und ihre Wangen färbten sich langsam dunkler. „Es ist ja auch nicht 
jeder so — lächerlich eigensinnig in seinen Gefühlen, wie ich es gewesen bin I“ 

„Sehen Sie das jetzt wirklich so an?“ fragte er, sie aufmerksam an- 
schauend. 

„Es liegt natürlich ein bißchen bittere Selbstverspottung darin, wenn 
ich es mit so ungeschminkten Worten sage; denn ein wahres und ehrliches 
Gefühl kann einem nicht nachträglich lächerlich erscheinen. Ich sehe es 
jetzt nur auch mit den schonungslos objektiven Augen der anderen, und 
ich muß zugeben, daß ein ganz nüchterner und kühler Beurteiler es so 
nennen könnte.“ 

Der Doktor sah mit großem Interesse zu, wie eine Hummel in den 
Kelch einer Winde kroch. Die Winden batten schon den ganzen Zaun 
berankt und hingen mit ihrer Oberfülle mandelduftender Blüten dick über 



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die Eisenstäbe. „Wenn Sie Sö Weit sind, wird auch nach und nach Platz 
für neue Empfindungen in Ihrem Herzen werden. 1 " 

Die Hummel war drin. Wie ein dunkelbrauner, haariger Klumpen saß 
ihr unbeholfener Leib in dem zarten Blütenschälchen. Der Doktor faßte 
mit spitzen Fingern die Blumenblätter und hielt sie oben zu, worauf die 
erschrockene Hummel zu brummen und zu strampeln begann und sich 
durch Püffe und Fußtritte ans Licht zu arbeiten strebte. 

Edith gab nicht acht auf diese improvisierte Tierquälerei. Sie schüttelte 
den Kopf und sagte ruhig: „Mein Herz sucht nichts Neues mehr. Es hat 
seinen Frieden, und alles andere soll ihm fembleiben. " 

Gerd ließ die zerdrückte Windenblüte los, die Hummel stieg eilig 
heraus und machte sich davon. Gerd sah ihr nach, bis der braune Punkt 
längst in der Sommerluft verschwunden war. „Was haben Sie denn für 
Nachrichten aus Melbourne?“ fragte er endlich. 

„Von dort haben wir lange nichts mehr gehört. Kapitän Janetz ist 
weder ein sehr eifriger noch sehr gewandter Briefschreiber. Aber von 
Dora weiß ich, daß er in den letzten Jahren bei seinen kaufmännischen 
Unternehmungen so vom Glück begünstigt gewesen ist, daß er nach deutschen 
Begriffen heute schon zu den reichen Männern zählt.“ 

„Sieh einer an! Und ist doch eben erst vierzig! Der ist auch zu 
seinem Glück ins Ausland gegangen." 

„Dora sagt, es hätte ihm dort aber niemals gefallen. Er hat auch 
früher schon an Rolf geschrieben, daß er nicht immer wegbleiben würde." 

Der Doktor empfahl sich bald. Edith blieb am Tore stehen und sah 
nach Rolf aus, der bald vom Gymnasium kommen mußte. Die Kloster* 
uhr hatte die Mittagstunde schon lange in die Stadt hinuntergerufen. 

Nach zehn Minuten kam er mit schnellen Schritten die Straße herab. 
Edith sah ihm schon von weitem an, daß er etwas Besonderes hatte. 

„Ich habe einen Brief vonPapaf“ rief er ihr entgegen. „Jch traf unterwegs 
den Briefträger. 1 “ Er kam herein und faßte sie um die Taille. „Tante, 
willst du was Neues wissen? Papa kommt nach Deutschland zurück!“ 

Edith stand wortlos. Sie war heftig erschrocken und wußte nicht, wie 
sie das nennen sollte, was ihr so heiß ans Herz griff. 

Klemens kommt zurück 1 Dahinter lagen hundert unbeantwortete Fragen. 
Die erste und lauteste war: Was würde er über Rolf beschließen? 

Der Knabe sah sie ungewiß an. Er war ja mit sich selbst uneinig, 
ob er sich auf des Vaters Heimkehr freute oder davor bangte. Nun schien 
es ihr ebenso zu ergehen. 

Edith verstand den Blick und bezwang sich. „Nachdem du mich mit 
dieser unerwarteten Ankündigung genügend verblüfft hast, kannst du mir 
ja wohl noch etwas mehr erzählen.“ Sie gingen in die Veranda, setzten 
sich dort nebeneinander auf die Bank, und Rolf las den Brief vor. 

Kapitän Janetz schrieb, daß er so lange keine Nachricht gegeben habe, 
weil er bereits endgültig den Zeitpunkt seiner Rückkehr angeben wollte. 
Er hätte nun nach Erledigung aller Formalitäten und Abwicklung aller 
Geschäfte seinen Posten bei der Gesellschaft abgegeben und beabsichtige 
das nächste Schiff zur Heimreise zu benutzen. Fürs erste würde er einige 
Zeit in Lindenburg bleiben. Von dort aus gedenke er sich schlüssig zu 
machen, wo und welcher Art er sich ankaufen wolle. Seine Ankunft in 
Lindenburg könnte spätestens zwei Wochen nach Eingang dieses Briefes 
erfolgen; genaue Nachricht sollte von Hamburg aus eintreffen. 

Rolf sah Edith erwartungsvoll an. 

„Ja, weißt du, mein Junge, da bleibt uns nichts anderes übrig, als 
vorläufig einmal ruhig abzuwarten, bis dein Vater hier ist. Denn da wir 
absolut nichts über seine Pläne wissen, würden alle Gedanken, die wir uns 
darüber, machen, falsch sein", sagte sie.init erzwungener Gelassenheit. „Auf 
jeden Fall hast du Ursache, dich zu freuen, daß dein Vater gesund und 
in sein» Arbeit durch den Erfolg belohnt zurückkommt. Ich hoffe ja auch, 
daß er von. seinem Sohne nicht enttäuscht sein wird.“ 

„Weißt du, Tantchen,“ sagte er nachdenklich, „je mehr ich mir das überlegt 
habe, desto mehr glaubeich, daß Papa und ich zwei sehr verschiedene Menschen 
sind. Ich habe mir damals in Marseille natürlich keine Gedanken darüber 
machen können; aber aus den Marseiller Erinnerungen heraus ist es mir 
dann so zum Bewußtsein gekommen, und eigentlich — ja, eigentlich fürchte 
ich mich ein' bißchen davor,, daß es jetzt wieder so sein könnte.“ 

„Damals war ich daran schuld gewesen, Rolf. Ich hatte dir unwissend 
lieh ein falsches Bild von deinem Vater gezeichnet. Jetzt kennst du un- 
gefähr, wie er ist, und du bist ein für deine Jahre verständiger Junge, 
Du weißt, daß jeder Mensch seine eigne Art hat, und daß man mit dem 
guten Willen zum Verständnis zwischen allen diesen Verschiedenheiten einen 
gewissen Ausgleich schaffen kann. In Fällen, die dir zweifelhaft sind, hast 
du, ab der Sohn, der großem Einsicht deines Vaters einfach nachzugeben. 
So kann es überhaupt zu irgendwelchen Differenzen gar nicht kommen." 

„Ich glaube ja auch, daß sich das nur um Nebensachen handeln würde. 
Ich kann dir das nicht genau erklären. Verstehst du es vielleicht auch so?“ 

„Ja, ich kann es mir denken: in der Geschmacksrichtung, in Lebens- 
gewohnheiten und alltäglichen Dingen gegenüber. Aber solche Verschieden- 
heiten sind verschwindend, wenn man sich nur in den großen, grundlegenden 
Lebensfragen geeinigt hat.“ 

Edith wußte ganz genau, daß im Zusammenleben eine Verschiedenheit 
auch in Sachen von nur äußerlicher Bedeutung gerade so drückend und 


brennend werden kann wie eine andere; aber sie wollte um jeden Preis 
die Unruhe im Keime ersticken, die Rolf seinem Vater gegenüber vielleicht 
befangen, mißtrauisch und empfindlich gemacht hätte. 

„Wird Papa bei uns wohnen?“ 

„Nein. Erstens glaube ich nicht, daß er sich in einem fremden Haus- 
halte wohl fühlen würde, da er immer sein eigner Herr gewesen ist, und 
dann schickt es sich nach gesellschaftlichen Begriffen nicht, da er und ich 
nicht verwandt sind." 

Rolf saß und drehte in Gedanken versunken den Brief zwischen den 
Fingern. Edith Jegte ihm den Arm um die Schulter. «Junge, freu' dich 
doch!" sagte sie herzlich. Sie taten ihr plötzlich beide so leid: der Mann, 
der nach zehn Jahren heimkehrte und sein einziges Kind nicht kannte, und 
das Kind, dem der Vater ein fremder Begriff war. „Wir wollen uns über- 
legen, was wir alles dem Papa zu Ehren machen werden.“ 

Nun begannen sie Pläne zu schmieden, und der Gedanke an den Vater 
saß als dritter mit zu Tisch und begleitete sie auf jedem Wege, bis sie 
anscheinend ganz fröhlich wurden und an den Vorbereitungen das grüßte 
Vergnügen fanden. Und doch betrogen sie sich gegenseitig aus Liebe; 
in ihren Herzen wühlten insgeheim ängstigende Gedanken. 

Edith hatte, wo sie ging und stand, nur die eine Frage: „Er wird 
mir Rolf doch nicht nehmen?" Und die bloße Vorstellung ließ ihren 
Atem stocken. 

Rolf aber rief die Marseiller Erinnerungen wieder aus der Vergessenheit 
hervor, und da war viel, worüber er mit Edith nicht sprechen mochte, nur 
weil er sie zu betrüben fürchtete. Er dachte, wieviel der Vater immer 
von ihm verlangt hatte, an die mißglückten Schwimmversuche und anderes, 
sah sich wieder triefnaß im Badchöschen auf der Treppe stehen, zitternd 
vor Aufregung und nutzloser Anstrengung, und hörte des Vaters gutmütiges 
Schelten; „Aber, dummer Jung'l Daß du das nicht fertigbringst! Jeder 
junge Hund kann dir das ja vormachen.“ Selbst die Bonbons, die der 
Vater ihm nachher in den Mund gesteckt hatte, hatten die Angst und 
Beschämung nicht wegwischen können; denn Rolf wußte nur zu genau, 
das nächste Mal ging es bei allem guten Willen nicht besser. 

Solcherlei war viel gewesen. Und in das Gemüt des Vierzehnjährigen 
kam unbestimmt zum erstenmal die Empfindung, daß äußerliche Verschieden- 
heiten nur die Kinder der inneren wären. Das schuf ihm heimliche Sorgen, 
die ungebeten in alle Gedanken hineinklangen. 

Nach zwölf Tagen meldete ein Telegramm Klemens Janetz’ Ankunft 
in Hamburg und für den nächsten Tag sein Eintreffen in Lindenburg. 

Rolf mußte allein auf den Bahnhof gehen. Er sah cs ein, daß cs so 
richtig war; aber das Herz klopfte ihm bis an den Hals, und als der Zug 
einfuhr, wurde ihm heiß und kalt. Er drehte hastig den Kopf hin und 
her, sah vor Aufregung nichts und rannte zuletzt fast nur instinktiv auf 
den großen, breitschultrigen Mann zu, dessen halb seemännische Kleidung 
ihn von allen Reisenden abstechen ließ. Der sah ihn mit einem wunderlichen 
Lächeln in dem bronzebraunen Gesicht an und blinzelte mit den Lidern. 

Rolf riß die Mütze vom Kopfe. „Papa“ — Die Stimme verschlug 
ihm. Ein Arm legte sich so fest um seine Schultern, daß es ihm weh 
tat. „Stimmt schon! Hast mich diesmal wenigstens erkannt. Ich dachte 
schon, ich müßte mich erst vorstellen", sagte Janet 2 mit etwas rauhem 
Lachen. Er wollte nicht zeigen, daß das Wiedersehen ihm ans Herz griff. 
„Herr, Junge, was für ein langer, dünner Stecken du bist!" 

Rolf lächelte krampfhaft, gab seines Vaters derben Kuß zurück und 
griff eifrig nach den Sachen. „Laß man, Bleichschnabel, du brauchst dich 
nicht zu schleppen. Hallo, Träger I“ 

Der Lindenburger Bahnhof fuhr bei dem kräftigen Kommandoruf ordent- 
lich zusammen, und nach fünf Minuten wußten es sämtliche angrenzenden 
Straßen: Klemens Janetz ist zuriiekgekommen. 

Edith saß daheim in bangen Gedanken. Daß sie Rolf allein batte 
seinem Vater entgegensenden müssen, schien ihr wie eine Vorbedeutung 
dafür, daß der Knabe von nun an wohl manchen Weg würde allein machen 
müssen. Sie dachte mehr an ihn als an Klemens. 

Als die Droschke unten vorfuhr, sah sie hinter den Gardinen zum 
Fenster hinaus. War alles gut gegangen? Und würde alles gut gehen? 

Ein vierschrötiger, leicht beleibter Mann mit kurzem, krausem, fast 
schwarzem Vollbart, die Schirmmütze im dunkeln Haar etwas zurikkgesdiobeo, 
kam mit breitem Schritt durch den Garten; seine gutmütigen Augen fuhren 
neugierig musternd überall umher. Den Arm hatte er um Rolf gelegt, der 
in seinem hellgrauen Anzug verschwindend schmal neben der schweren 
Gestalt herging. 

Da wußte Edith ganz gewiß, daß der bleiche Traum ihrer Jugendliebe 
begraben war ohne Auferstehung. 

Fünfzehntes Kapitel. 

Mit anmutiger Sicherheit trat sie Klemens entgegen und hieß ihp in 
der alten Heimat willkommen. Klemens war kein Salonmensch. Auf der 
Kommandobrücke, in den Kontoren und auf der Werft war er zu Hause; 
aber den Umgang mit feinen Frauen hatte er verlernt. Dean was ihm im 
Auslande Weibliches nahe gekommen war, das waren keine Damen gewesen. 
Er war biderb, ehrlich und rauh gewöhnt, und ohne Ediths gesellschaftliche 


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$er Verräter. Wart) einem (Semälbe oon ^aul Soanonjitfd}. 


Gewandtheit hatte er sein Eintreten in ihr Haus wohl unbehaglich finden 
können. Aber Edith sprach in so leicht-selbstverständlichem Ton von der 
alten Jugendfreundschaft, daß er gern die gleiche Ungezwungenheit annahm. 

In Wahrheit war er sehr erstaunt über Edith. Er hatte sich zwar nie 
viel Gedanken über sie gemacht; aber er hatte sie sich unbewußt älter, 
ehrwürdiger, kleinstädtischer vorgestellt. Erst jetzt* als er sie sah, fiel es 
ihm ein, daß sie mit ihren vicrunddreiöig Jahren noch jung sei, und er 
mußte sie selbst hübsch finden, obwohl ihr feines, blasses Gesicht, das auch 
unter der Maske liebenswürdigen Lächelns kaum etwas von den« Ernst und 
der Verschlossenheit verlor, die das Leben darauf geschrieben hatte, nicht 
seinem Geschmacke entsprach. Solche Frauen kamen ihm stets wie feines 
Porzellan vor; man mußte sich in acht nehmen, daß man nicht anstieß, 
und allem Empfindlichen ging Kapitän Janetz gern aus dem Wege. Ein 
Dutzend aufsässiger Matrosen waren ihm weit liebere Partner; mit denen 
war er nach einem Schauer von Kemflüchen auch immer noch fertig geworden. 
Aber eine zartbesaitete Frau, die „fürs Höhere“ war, ließ ihn erbeben 
wie der krähende Hahn den Wall enst eine r- Und irgendwie schien diese 
Edith Robde zu der Sorte Weib zu gehören, die keinen Spaß versteht. 
Kein Wunder, daß Rolf so ein Duckmäuser geworden war! Doch der 
sollte wohl noch lachen lernen 1 Zärtlich drückte er den Jungen an sich, 
der ihm .dünn und scheu wie ein Windspiel vorkam. Er mußte selbst über 
den Vergleich schmunzeln, aber er schien ihm außerordentlich passend zu sein. 

„Wir haben Sie wohl warten lassen, Frau Rohde?" sagte er jovial. „Ich 
habe den Bengel erst mit ins Hotel genommen, damit er ein bißdien auftaut." 

„Ich hatte das schon selbst angenommen.“ Edith gab, während sie 
sprach, auch Rolf die Hand. Es war ein kurzer, heißer, fester Druck, und 
blitzschnell trafen sich die vier Augen. „Wollen Sie es sich jetzt bei uns 
gefallen lassen? Hier, bitte, sind unsere Wobnräume. Rolf hat seine zwei 
Zimmer oben. Wenn Sie sich noch auf die Zeit besinnen können, wo 
Sie in meines Mannes Knabenzeit manchmal hier gewesen sind, werden 
Sie nicht allzuviel verändert finden.“ 

„Ja, ich erinnere mich. Aber eine gute Figur habe ich hier nicht 
gemacht. Der arme Kerl, der Bill, und ich sind niemals zu einem rechten 
Verständnis füreinander gekommen. Er war so mißtrauisch und heftig.“ 
„Das ist bis zu seinem Ende die Begleiterscheinung seiner Krankheit 
gewesen“, sagte sie ruhig. Klemens sah sie einige Sekunden lang nach- 
denklich an. Warum mochte sie Bill Rohde geheiratet haben? Sie war 
doch gewinnend genug, daß sich ihr auch andere Partien geboten haben 
mochten. Freilich: Bill war sehr wohlhabend, und bei ihrer Mutter war 
Schmalhans Küchenmeister gewesen. 

Edith plauderte gewandt und liebenswürdig, und Klemens wurde ganz 
behaglich zumute. Er saß in den tiefen Armstuhl zurückgelehnt, die Füße 
ausgestreckt, und genoß den Reiz einer deutschen Häuslichkeit, in der nichts 
fehlte und nichts zu viel war. Ein gemütliches Heim konnte diese Edith 
Rohde einrichten, das war wahr. 

Er fragte nach ein paar Jugendgenossen, und so kamen sie auf ihre 
Kindheit zu sprechen. Edith bemühte sich, auch Rolf in die Unterhaltung 
zu ziehen; aber er gab nur Antwort, wenn er angesprochen wurde, und 
so fragte sie ihn denn nadh zehnerlei Dingen, die sie selbst ganz genau wußte. 

„Dafür muß ich Ihnen mein Kompliment machen, Frau Rohde“, sagte 
Klemens. „Sie haben den Bengel in unserer Familiengeschichte ordentlich 
heimisch gemacht. Er weiß in manchem besser Bescheid als ich. Schon 
damals in Marseille war ich oft ganz erstaunt.“ 

„Es ist kein Wunder. Ich habe ein außerordentlich gutes Gedächtnis, 
und ich bin als kleines Mädchen doch in Ihrem Hause täglicher Gast 
gewesen. Wissen Sie noch, wie wir immer bei der Urgroßmama Modeste 
Janetz saßen uüd uns ihre Erlebnisse erzählen ließen! 

Klemens lachte herzlich. „Freilich! Sie hatte so eine große Mull- 
fladuse auf dem Kopfe und sehr schöne, schneeweiße Scheitel. lä war aber 


dahinter gekommen, daß die Scheitel an der Fladuse saßen, und wenn sic 
die abnahm, war sie rattenkahJ. Ich habe ihr mit der Kenntnis dieses 
Geheimnisses immer Schokolade abgepreßt.“ 

Edith lächelte flüchtig. „Ja, die Schokolade trug sie in dem großen 
Pompadour, auf dem in Silberfäden ein Ritterfräulein gestickt war. Ich 
konnte mir kaum etwas Eleganteres voretellen als diesen Pompadour." 

„Mich haben die Näschereien darin stets weit mehr interessiert. Wissen 
Sie noch, daß sie immer die besten Gravensteiner hatte?“ 

„Ja, von dem Baume, der ganz hinten im Grasgarten stand. Der war 
Urgroßmamas Eigentum, Der alte Onkel Kaspar war einmal sehr böse, 
daß Dora und ich einen von den Äpfeln gegessen hatten. Sie kamen 
alle in die Glasservante und wurden uns dann stückweise zugeteilt." 

„Bloß wußte die Urgroßmama nicht, daß an dem alten Klapperkasten 
die Rückwand lose war und ich mir nach Herzenslust Erquickungen für 
meinen unergründlichen Magen herausholte. Sie klagte dann immer, daß 
die Mäuse ihr alles auffräßen, und ich habe ihr mal diensteifrig die Ratten- 
falle vom Packhof — sie war beinahe so groß wie eine Hundehütte! — 
ins Zimmer geschleppt!" Er wandte sich lachend an Rolf, „So was macht 
du wohl überhaupt nicht?“ 

Rolf lächelte verlegen und sagte dann ganz ernsthaft: „Ich habe keine 
Gelegenheit dazu.“ 

„Ein einziges Kind wird in der Ausübung von Jugendstreichen wirklich 
verkürzt“, bemerkte Edith. „Wir waren drei, und was dem einen nicht 
einfiel, darauf kam der andere.“ 

Rolf sah sie an. Er konnte sich nicht vorstellen, daß sie jemals ein 
wildes oder ungezogenes Kind gewesen sein sollte; sie sagte das jetzt nur 
dem Vater zu Gefallen. Edith sah den Blick nicht, aber sie empfand ihn. 

Nach einer Weile entschuldigte sie sich mit ihren Hausfrauenpflichten 
und ließ die beiden allein. 

Nun muß ich den Vater unterhalten, dachte Rolf mit einigem Herz- 
klopfen. Ich werde ihm jetzt erst erzählen, daß ich in Sprachen der Zweit- 
beste bin, und daß ich Karlchen Hornicke noch Rechenstunde gebe, weil 
er gern Lehrer werden will, und daß ich sehr gern Walter Scott lese. 
Alles andere wird dann schon kommen. 

Er fing ungefragt an, und es ging besser, als er geglaubt hatte. Un- 
bewußt ahmte er Edith nach, ließ keine Pause im Gespräch aufkommen 
und fand immer noch etwas, was er sagen oder wonach er sich erkundigen 
konnte. Der Kapitän hörte ihm amüsiert zu und dachte bei sich: Was 
der Junge auf einmal schwatzen kann! Da merkt man doch die Frauen- 
zimmcrschule. Das schüchterne Huhn von vorhin wäre auch nicht nach 
meinem Geschmack gewesen. 

Er ging auf alles ein, was Rolf berührte, fragte ihn aus und fühlte 
ihm bald hier, bald dort auf den Zahn. 

Der Junge hatte wirklich etwas gelernt. Nur daß er sich in allem noch 
auf Edith bezog, mußte er sich abgewöhnen. Natürlich sah er jetzt noch 
mit ihren Augen; aber das sollte allmählich anders werden. Es war Zeit, 
daß er unter männlichen Einfluß kam, und Klemens traute es sich wohl 
zu, ihn von Ediths Schürz enbande loszulösen. 

Sie war ohne Zweifel eine angenehme Frau, hübsch, wohlhabend, 
zuverlässig und gebildet. Nur daß sie ihm bei aller Liebenswürdigkeit 
etwas steifleinen vorkam, störte ihn. Klemens gab sich sonst nicht viel 
mit Empfindungen ab; aber hier fühlte er doch instinktiv, daß in Edith 
noch etwas verschlossen war, was er nicht sah und vielleicht nie sehen 
würde. Er hatte sie wohl schärfer beobachtet, als er es sonst getan haben 
würde, weil Dora, nachdem sie all die Jahre vergeblich auf die Nadincht 
gewartet, daß Gerd und Edith sich gefunden, ihm einen Gedanken nahe- 
gelegt, der an sich gar nicht so übel war. Aber das hatte noch Zeit. 
Vorerst interessierte ihn der Junge weit mehr als Edith. 

(Fortsetzung- folgt in der nScliatea Nummer.) 


Autodafe. 


Heut' kommt mein Schatz, die Stunde naht sich bald, 
ln meiner Brust pocht sehnendes Verlangen. 

Doch ach, in meinem Zimmer ward ea kalt. 

Im Ofen bt das Feuer ausgegangen. 

Zwar Liebenden wohnt Frühling Lm Gemüt, 

Der Leidenschaft gewalt'ger Flammenspender; 

Doch ist ’s ganz gut, wenn auch im Ofen glüht 
Ein Feuer, denn April steht im Kalender. 

Ganz einsam bin ich. Weislich fortgesandt 
Hab' ich die Magd, die sonst mir pflegt zu heizen. 
Wie schaff ich jetzt mir einen Feuerbrand? 

Was zünd’ ich an? ich will damit nicht geizen. 

Ich schau* umher, da heftet sich mein Blick 
Auf einen wohlv&rschnürten Pappenkasten, 

Darin, gleich Triumnem von zerbrochnem Glück, 
Vergangner Liebe duft'ge Briefe rasten. 


Wie selig war ich, als ich sie erbrach 

Und an die Uppen einst voll Inbrunst drückte! 

Doch das ist her schon manchen langen Tag — 

Vorbei der Wahn, der wonnig mich entzückte. 

All diese Blätter, die so matt und zart 
Der einst geliebten Hand Schriftzüge- tragen. 

Ich hab* sie viele Monde treu bewahrt. 

Gelesen oft an trauervollen Tagen. 

Was aus den alten Briefen zu mir spricht, 

Mahnt nicht an Glück nur, auch an Leid und Qualen — 
Jetzt ward ich frei: der neuen Uebe Licht 
Drang mir ins Herz mit Lenzgenesungsstrahlen. 

Drum kommt, vergilbte Blätter, jetzt hervor, 

All eure alte Glut mag sich erneuern, 

Für meinen Schatz, den ich mir neu erkor. 

Will ich mit euch mir heut’ mein Stübchen feuern! 


Ich trag’ sie rasch zur schwarzen Ofentür 
Und häuf sie drin zu einem Berg zusammen, 

Ein Streichholz blinkt, morsch knistert das Papier, 
Und lichterloh steht alles schon in Flammen. 

Zu Asche sind in kurier Zeit verbrannt 
Die Blätter mit den heißen Uebesschwüren. 

Die Kacheln prüf ich mit der flachen Hand — 
Schon sind sie heiß, ich kann sie kaum berühren. 

Da schellt ’s. Ich öffne, und ins Zimmer tritt 
Mein Schatz und spricht mit Frösteln lieb und drolln? 
„Du, Kälte bring’ ieh heut von draußen mit; 

Doch hier bei dir da ist es warm und mollig." 

Viel Küsse trink* ich liebesdurst'ger ManP, 

Schau* in zwei blauer Augen Meerestiefen 
Und denke: Wer ein junges Glück gewann, 

Heiz’ ruhig ein mit alten Liebesbriefen I 

F. A. Geißlet 


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1 . jPiamelinpelj mit fei&ener Sticfetei Uti& Jrallfett. 9Jlo&ell Hoflieferant Vluguft <|}olid), üeipjlfl. (^ül>ot. thrnft Sd)iteiber ( ©erltn.) 


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1052 


Süuftriite 3 «fong. 


9lx. 3465. 25. SRooembei 1909 



fC * 9 bot ein« eCnjige Wob« gegeben, bie 
Wuntcr bem Gtuflnffe einer 3 « gro&cr 
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Schönheit getwfen ift — bas war bte 
aried)tfd)e in ber bellenifdjen »tütejeit. 
8 IUe anbem ÜRobeepodjen por» unö nach« 
f)<r 3 «ig«n im Q<xnyn ober mir in ein* 
3 clnen Details öen £>ang aum Grtre men 
nnb Sonberbaren, ja man fann Jagen, 
oag in manchen in ihrem Stil hoch* 
entwidrlten 2 Jlobenab|d)nitten , fo in 
beni bes 'Jtpfofo, bas Extreme bie £>aupt* 
M)e ber ganzen SHidjtung cm*mad)te. 
Jian foilic baljer mit unrerer blutigen 
»lob« nidjt 3 U ftreng ins C&rricf)t geben, 
roenti |ie fid) bisher non biefem uralten 
oange nict)t lo 9 julöfcn roufete unö mit 
offenbarem ÖfTgnfigen Kiefen muffen, 
miefenböte, öopfenftangen flatt Sd)irm* 
|t5(fen ufm. in« Treffen führt. Klan 
fünöigt uns aus EaTis jrtjt aud) für ben 
«Tafdjtng Kiefen (dt)teppen an. 3 d) fab 
einige Entwürfe, öie in einem großen 
Parifet £aufe je^t l3 ur 9 Iu*füf)ning ge- 
langen foiien. Dagegen finb bie Kiefen- 
mufien, öic gegenwärtig Diel Slufmerf- 
famfeit auf fid) lenfen, ijartnlofere Ob- 
jefte, bie nicht nur ihre 'Bcfigcrinnen, 
fonöem aud) bie Eeljbänbler beglücfen. 
1>ie Gummen , bie hrutigestags für 


toebeibung por, inbem fte biefuri m u, 
burd)wcg nur als ftonb, bie SIS 5 1 
»rfä%e unbSarnimten'scVwy^ 
erbenllicbften PariationenTber V£j 
m«r ^ute in KeljjufammenftenÄ 
mobemen, [ehr breiten imb K 
0d)aU — tn ihrer Hrt audj wE 

Jrtreme - «ermenben Gamt., SeR 
örrmelinfonb, um ben Wanb bann mü 
Gfunfs ober einer ftud)sart, 4 olv' 0 fe#r 
Gl>md)illa abjnfehen. Tie Ki^nmu^ 
bte neueröings bie ©rö&e *on «SH£ 
errcubcn, belieben in ben ifaiS 

Sstej **""?* ***** Bitten Äurj. 
ellfonb, ber burd) Kanbeaus unb Cu er. 
t reifen pon langhaarigem Peli buri 
bTodjen wirb. Namentlich bie iakbZ 
unö Detfenfaffons unter ben biesiahriam 
Nluffen unterliegen ba ber raffinierte^ 
»eaibeitung mdhretib bie gtohm Srom- 
nielmuffen einheittiiher gehalten finb U nb 
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Wbbtlbung 6, eine grelotartige »amittit 
non Gd)roei|cn ober einen abitedjmtun 
Khttelftreifen «halten. SiUigrreffianiil 
turen werben wie bie Sd>aU aus Samt 
unb Pclt aufammengefeht. «Ibfted^nbc 
ivarbm finb aud) ba [ehr beliebt. Ti* 
tierartige Erarbeitung ber ftcU* (rahm 
man |ef)r ein 3 ufd)rftnfen, namentlid) ms 


4. SJlantft aus perfianerartig bearbeitetem Steppen- 
fohlenpelj. (Phot. tReu Hinget, Paris.) 


Kelsroert ausgegeben werben, überfteigen. alles 
barin Xagewefene. Slls man uor einigen fahren 
bie ^el^ionfeftiön bal)in abänberte, bafo man bas 
SRauchwert nad) attfeen perlegte unb ft offartig oer 
arbeitete, nalpn man eine ber gröhten löanb: 
lungeit t>ot, bie bie ftoftümlunbe tennt.